Die Erfindung betrifft eine Vakuumpumpe mit einem Gehäuse, mit
einem Rotor, der eine Welle und pumpaktive Rotorstrukturen aufweist, einem pumpaktive
Statorstrukturen aufweisenden Stator, mit Lagermitteln und Antriebsmitteln.
Vakuumpumpen bilden zusammen mit Vakuumkammern Vakuumsysteme, mit
denen vielfältige Aufgaben erledigt werden. Diese Aufgaben reichen von der
Herstellung von Festkörperschichten über die Analyse von Gasen bis hin
zu Optiksäulen von hochauflösenden Elektronenmikroskopen. Die technische
Entwicklung stellt immer höher Anforderungen an Vakuumdichtheit und Kompaktheit
der Vakuumsysteme.
Einige gängige Anwendungen benutzen das sogenannte differentielle
Pumpen, bei dem ein System von Vakuumkammern miteinander in Verbindung steht, wobei
die einzelnen Vakuumkammern auf unterschiedlichen Gasdrücken gehalten werden.
Eine deutliche Vereinfachung des Aufbaus eines Pumpsystems für
differentielles Pumpen wird in der DE-PS 4331589 vorgestellt. Anstelle einer Vielzahl
von Pumpen übernimmt hier eine einzige Vakuumpumpe die Evakuierung der Vakuumkammern.
Das europäische Patent EP-PS 1090231 stellt eine Vakuumpumpe
vor, die ein Doppelgehäuse besitzt. Ein inneres Gehäuse fasst den Rotor-/Statorbereich
und den Antriebs-/Lagerbereich der Pumpe zusammen. Dieses Gehäuse wird dann
in ein äußeres Gehäuse geschoben, welches an die Anwendung angepasst
ist.
Diese Lösung weist schwerwiegende Nachteile auf: Das Doppelgehäuse
ist teuer, da mehr Bauteile als bei einem Einfachgehäuse verwendet werden.
Dies bringt sowohl einen sehr hohen Aufwand bei der Bauteilherstellung als auch
der Bauteilmontage mit sich bringen. Die Flächen, an denen sich die Gehäuse
berühren, müssen hochgenau bearbeitet werden. Die Gefahr von virtuellen
Lecks steigt mit der Anzahl der für das Gehäuse notwendigen Bauteile.
Zwischen den einzelnen Gehäusen müssen Dichtungen vorgesehen werden, die
durch ihre hohe Anzahl das Risiko von Leckagen erhöhen. Für das doppelte
Gehäuse muss zusätzlicher Bauraum vorgesehen werden, daher wird die Gasführung
entsprechend aufwändiger. Diese Probleme bestehen unabhängig von der Anzahl
der im Vakuumsystem vorgesehenen Vakuumkammern.
Aufgabe der Erfindung ist es, eine Vakuumpumpe vorzustellen, die die
Probleme eines doppelten Gehäuses vermeidet, einen möglichst kompakten
Aufbau aufweist, und einen geringen Teilebedarf besitzt.
Diese Aufgabe wird gelöst durch eine Vakuumpumpe mit den Merkmalen
des ersten Anspruchs. Dadurch, dass das der Halterung der pumpaktiven Statorstrukturen
dienende Gehäuse der Vakuumpumpe mindestens eine Vakuumkammer aufweist, wird
die Anzahl der notwendigen Bauteile deutlich reduziert. Weniger Flansche und andere
Gehäuseübergänge werden benötigt, so dass die Vakuumdichtheit
erhöht wird und der Bauteilaufwand ebenfalls verringert wird. Insgesamt entsteht
eine sehr kompakte Einheit. Da die Flanschverbindungen zwischen Vakuumkammer und
Vakuumpumpe, wie sie im Stand der Technik notwendig sind, entfallen, ist die Vakuumdichtheit
deutlich erhöht. Dies erlaubt es, niedrigere Enddrücke mit der Vakuumpumpe
zu erreichen.
Die Ansprüche 2 bis 9 sind vorteilhafte Weiterbildungen der Vakuumpumpe.
Eine weitere Reduktion der Bauteilanzahl wird erzielt, wenn die Unterteilbaugruppe
wenigstens einen Teil der Lager- und Antriebsmittel beinhaltet.
Die Maßnahmen der Ansprüche 3 und 4 erlauben es, differentielles
Pumpen in der Vakuumpumpe durchzuführen. Dazu werden an der Vakuumpumpe mehrere
Pumpstufen vorgesehen, mit der jeweils eine Vakuumkammer verbunden ist, wobei die
Vakuumkammern untereinander verbunden sein können. Auf diese Weise ist nur
ein Bauteil als Gehäuse für die verschiedenen Kammern und die Vakuumpumpe
notwendig, der Aufwand also minimiert und die Dichtheit erhöht.
Eine weitere vorteilhafte Weiterbildung liegt darin, eines der Lagermittel
als Permanentmagnetlager auszubilden und damit ein Wellenende drehbar zu unterstützen.
Diese Lager kommen ohne Schmierstoffe aus und sind verschleißfrei, so dass
sie mit Vorteilen in einer hochvakuumtauglichen Vakuumpumpe eingesetzt werden können.
Eine Weiterbildung erhöht die Vorteile bei der Erzeugung von
Hochvakuum, indem die pumpaktiven Strukturen an Rotor und Stator durch Schaufeln
gebildet werden. Dieses Pumpprinzip ist besonders gut geeignet, niedrige Drücke
zu erreichen.
Die Weiterbildung nach Anspruch 7 sieht vor, eine durch einen Deckel
verschließbare Öffnung vorzusehen. Diese erlaubt einen einfachen Zugang
zu einer Vakuumkammer, so dass beispielsweise Wartungsarbeiten möglich sind
oder in der Vakuumkammer angeordnete Komponenten, beispielsweise eines Experimentes,
sehr leicht ausgetauscht werden können. Um die Vakuumdichtheit zu bewahren,
sind zwei Dichtungen vorgesehen, wovon ein zwischen Öffnung und zweiter Dichtung
angeordnet ist.
Diese Anordnung kann verbessert werden, in dem zwischen wenigstens
zwei der Dichtungen ein Ringkanal vorgesehen ist, in dem Unterdruck erzeugt wird.
Damit wird der Druckabfall zwischen Atmosphäre und Vakuum stufenweise über
die Dichtungen abgebaut und damit die resultierenden Kräfte auf die Dichtungen
verringert. Da in die Leckrate einer Leckage die Druckdifferenz zwischen Innen-
und Außenseite eingeht und der stufenweise Druckabfall eine kleinere Druckdifferenz
über die Dichtung bedeutet, spielen kleinere Leckagen eine geringere Rolle.
Wird die Leistungsaufnahme der zur Unterdruckerzeugung genutzten Pumpe messen, können
darüber Leckagen an den Dichtungen festgestellt werden.
Die Weiterbildung nach Anspruch 9 nutzt entweder die Vakuumpumpe selbst
oder eine an den Gasauslass angeschlossene Vorpumpe, um den Unterdruck im Ringkanal
zu erzeugen. Dabei kann die notwendige Verbindungsleitung im Gehäuse selbst
angeordnet sein, so dass eine sehr kompakte Bauweise entsteht.
Die Weiterbildung nach Anspruch 10 sieht vor, wenigstens eine der
Vakuumkammern in einem Einschub anzuordnen, der in eine Bohrung im Gehäuse
der Vakuumpumpe eingeschoben wird und darin gehaltert ist. Hierdurch ist es möglich,
das Vakuumkammersystem einer bestehenden Vakuumpumpe auszuwechseln und sich ändernden
Bedürfnisse neu anzupassen. Außerdem ist es möglich, Vakuumkammern
und Vakuumpumpe von verschiedenen Herstellern fertigen zu lassen. Dies reduziert
die Kosten, da Herstellungsschritte parallel zueinander stattfinden können
und sichert die optimale Nutzung des jeweiligen Fachwissens.
Mit Hilfe der Abbildungen soll die Erfindung an zwei Ausführungsbeispielen
näher erläutert und ihre Vorteile vertieft werden. Es zeigen:
1: Schnitt durch eine erfindungsgemäße Vakuumpumpe
gemäß eines ersten Ausführungsbeispiels.
2: Schnitt durch eine Vakuumpumpe gemäß eines
zweiten Ausführungsbeispiels.
3: Schnitt durch eine Vakuumpumpe gemäß eines
dritten Ausführungsbeispiels.
Die in gezeigte Vakuumpumpe
1 weist eine Gehäuse 2 und eine Unterteilbaugruppe
3 auf. Eine Welle 4 ist durch an einem ersten Ende angeordnete
Lagermittel 8 und einem am anderen Ende der Welle angeordneten Permanentmagnetlager
17 drehbar unterstützt. Dieses Permanentmagnetlager befindet sich
auf der Hochvakuumseite des Pumpsystems und ist durch eine Trägerstruktur
16 im Gehäuse fixiert. Das Pumpsystem weist auf der Welle angeordnete
pumpaktive Rotorstrukturen 5 und orstfest installierte pumpaktive Statorstrukturen
6 auf. Im Beispiel sind die pumpaktiven Rotor- und Statorstrukturen als
Schaufeln tragende Scheiben ausgeführt, so dass eine Vakuumpumpe nach dem bekannten
Bauprinzip der Turbomolekularpumpe entsteht. Die Erfindung ist nicht auf diesen
Typ beschränkt sondern es kann auch eine Kombination verschiedener Typen realisiert
werden, je nach Druckbereich, der erzeugt werden soll. Denkbar sind beispielsweise
Holweckstufen und ähnliches. Der beispielhafte Stator weist neben der pumpaktiven
Statorstrukturen noch Distanzstücke 7 auf, die einen axialen Abstand
der Statorstrukturen zueinander festlegen. Die Statorbauteile werden erst durch
das Gehäuse 2 der Vakuumpumpe zusammengefasst und in ihrer Position
festgelegt und gehaltert. Ohne das Gehäuse 2 ist diese Festlegung
nicht gegeben, der verbleibende Pumpenteil wäre nicht in sich betriebsfähig.
In der Unterteilbaugruppe 3 sind neben Lagermitteln
8 noch die Antriebsmittel 9 vorgesehen, beispielsweise elektrische
Spulen, die mit auf der Welle angeordneten Permanentmagneten zusammenwirken und
die Welle in schnelle Drehung versetzen. Die Lagermittel 8 können
als Kugellager, Magnetlager oder Gaslager ausgeführt sein. Die Unterteilbaugruppe
weist außerdem noch den Gasauslasskanal 30 auf, der zu einem Gasauslassstutzen
führt. Wenn die Vakuumpumpe selbst nicht bis zur Atmosphäre verdichtet,
wird an diesen Gasauslassstutzen eine Vorvakuumpumpe angeschlossen.
Ebenfalls im Gehäuse angeodnet sind eine erste Vakuumkammern
20 und eine zweite Vakuumkammer 21, wobei in der ersten Vakuumkammer
20 ein niedrigerer Druck als in der zweiten Vakuumkammer 21 erzeugt
wird. Hierzu ist die erste Vakuumkammer direkt mit der ersten Pumpstufe
22 des Pumpsystems verbunden. Die zweite Vakuumkammer ist über einen
Saugkanal 10 mit einem Zwischeneinlass 18 verbunden. Über
diesen Zwischeneinlass kann Gas in die zweite Pumpstufe 23 eingelassen
werden. Gas aus der ersten Vakuumkammer wird also von der ersten und der zweiten
Pumpstufe gefördert und verdichtet, Gas aus der zweiten Vakuumkammer nur von
der zweiten Pumpstufe. Dieses Prinzip lässt sich noch erweitern, indem weitere
Vakuumkammern im Gehäuse 2 vorgesehen werden. Diese können an
weitere Zwischeneinlässe des Pumpsystems angeschlossen werden. Ebenfalls denkbar
ist, eine der Kammern über einen im Gehäuse vorgesehenen Kanal mit dem
Gasauslasskanal 30 zu verbinden. Erste und zweite Vakuumkammer sind über
eine Verbindung 25 miteinander verbunden. Dies kann eine Bohrung im Gehäuse
2 oder eine Blende sein. Die zweite Vakuumkammer kann eine Öffnung
26 aufweisen, durch die beispielsweise ein zu analysierendes Gas oder ein
Teilchenstrom eingelassen werden kann.
Das Gehäuse 2 weist eine Öffnung auf, die durch
einen Deckel 11 verschlossen werden kann und mit der ersten Vakuumkammer
verbunden ist. Dieser Deckel erlaubt es, Baugruppen zu warten, die in der ersten
Vakuumkammer angeordnet sind. Um dieses Öffnung herum sind Dichtungen angeordnet,
wobei die erste Dichtung 12 die Öffnung und die zweite Dichtung
13 die erste Dichtung umgibt. Zwischen den Dichtungen ist ein Ringkanal
14 vorgesehen, in dem Unterdruck erzeugt wird. Für diese Unterdruckerzeugung
ist eine Verbindungsleitung 15 im Gehäuse vorgesehen, die entweder
in einer der Pumpstufen der Vakuumpumpe oder am Gasauslasskanal 30 mündet.
Wenn die Verbindungsleitung nicht vor der ersten Pumpstufe sondern an einer anderen
Stelle im Pumpsystem mündet, liegt der zwischen den Dichtungen erzeugte Unterdruck
zwischen dem Druck in der ersten Vakuumkammer 20 und der Umgebung der Vakuumpumpe.
Hierdurch wird die Belastung der einzelnen Dichtungen deutlich reduziert, da der
Druckabfall über die Dichtung geringer ist. Durch Messen der für die Erzeugung
des Unterdrucks notwendigen Antriebsleistung der verwendeten Pumpe oder Pumpstufe
ist es möglich, auf Leckagen und fehlerhafte Dichtungen zu schließen.
Dieses erste Ausführungsbeispiel zeigt bereits einen weiteren
Vorteil auf, der durch die Erfindung erreicht werden kann: Wenn alle Vakuumleitungen
zwischen den Kammern, den Kammern und den Pumpstufen sowie zum Ringkanal im Gehäuse
integriert sind, ist nur ein Vorvakuumflansch notwendig. Aufwändige zusätzliche
Leitungen, die nachträglich außen angebracht werden müssen, entfallen.
Die zweite Abbildung zeigt wie die Erfindung auf ein Dreikammersystem
angewendet werden kann. In dem Gehäuse 2 der Vakuumpumpe sind eine
erste Kammer 31, in der Hochvakuum erzeugt wird, eine zweite Kammer
32, in der ein mittleres Vakuum vorliegt, und eine dritte Kammer
33 vorgesehen. Diese dritte Kammer wird auf einem Vorvakuumdruckniveau
gehalten. Hierzu ist sie über einen Vorvakuumeinlass 37 mit dem Gasauslasskanal
30 der Vakuumpumpe verbunden. Die zweite Kammer ist über einen mittleren
Einlass 36 mit dem Pumpsystem der Vakuumpumpe verbunden. Über einen
Hochvakuumeinlass 35 besteht eine Verbindung zwischen dem Pumpsystem und
der ersten Kammer 31. Gas, welches über den Hochvakuumeinlass
35 in das Pumpsystem gelangt, muss alle Teile des Pumpsystems durchströmen.
Die Statorbauteile, hier Statorscheiben 6 und Distanzstücke
7, werden nur durch das Gehäuse 2 in ihrer Position festgelegt
und gehaltert. Ohne das Gehäuse 2 ist dieser Festlegung nicht gegeben,
der verbleibende Pumpenteil wäre nicht in sich betriebsfähig. In der Regel
ist es notwendig, die Leitwerte zwischen den Kammern und den jeweiligen Teilen des
Pumpsystems zu optimieren. Ein Parameter zur Erlangung der Optimierung ist dabei
der Winkel &agr; zwischen der Rotorachse 40 und der Kammerachse
41. Dieser Parameter kann zwischen 0°, d.h. einer parallelen Anordnung,
und 90°, d.h. einer senkrechten Anordnung, variieren.
Ein drittes Ausführungsbeispiel zeigt .
Die Besonderheit dieses Beispiels liegt gegenüber den oben dargestellten Beispielen
in den Vakuumkammern. Wenigstens eine der Vakuumkammern, im vorliegenden Fall sogar
die beiden Kammern 32 und 33, sind in einem Einschub
44 angeordnet. Dieser Einschub wird in eine im Gehäuse 2
der Vakuumpumpe 1 vorgesehene Bohrung eingeschoben und fixiert. Sind Wartungsarbeiten
oder ein Wechsel des Einschubes zu erwarten, kann diese Fixierung lösbar gestaltet
werden, beispielsweise mit Schrauben. Dichtungen 45 sorgen für eine
Abdichtung gegenüber dem Gehäuse. Die Vakuumkammern 32 und
33 sind untereinander verbunden, ebenso die Vakuumkammer 32 und
die bereits im Gehäuse 2 vorgesehene Vakuumkammer 31. Es
können alle oder, wie in der Abbildung gezeigt, nur ein Teil der Vakuumkammern
in dem Einschub 44 vorgesehen sein. Die Vakuumkammern 32 und
33 sind über Saugkanäle 42 und 43 mit verschiedenen
Teilen des Pumpsystems der Vakuumpumpe verbunden, so dass unterschiedliche Drücke
in den Vakuumkammern erreicht werden.