Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren und auf eine
Antennenanordnung zum Einsatz vorzugsweise in einem Mobilfunksystem. Mit dem neuen
Verfahren werden die aufwendigen Kreuzdipolelemente beseitigt. Jedes Dipolelement
wird durch eine einfaches und kostengünstiges flaches Schlitzantennen-Element
ersetzt. Die neue Streufeld-Empfangsantenne besteht aus einem einzigen Schlitzantennenelement
und wird bei gleichbleibender Signalstärke wie am Mast, nah an der Basisstation
aufgestellt. Damit wird die neue Sektorsenderantenne kostengünstiger mit einem
einzigen Funkkabel an die vom Mast entfernte Basisstation angeschlossen. Bei gleichbleibender
unterer Keulenhälfte der Richtsenderantenne wird die Anzahl der neuen Schlitzantennen-Elemente
halbiert. Erheblich verkleinert, können die neuen Sender-Sektoranntennen mit
dem Aussenmantel eines hohlen Leichtbaumastes integriert werden. In den Masthohlraum
können somit Teilanlagen der Basisstation untergebracht werden. Daher wird
der auffallende Antennenmastaufwand verrmieden. Die Standortaquisition erleichtert
und die kostengünstigere Verdichtung der Funkzelle ermöglicht. Damit wird
auch die Sendermastemission und die Nahfeldstrahlung der Mobilfunktelefone erheblich,
bis unter den Unbedenklichkeitspegel verringert.
Stand der Technik
Ein und dasselbe Mobilfunktelefon kann am selben Ort, auch im Freien
mit unterschiedlicher Stärke strahlen, je nachdem an welchem Mobilfunknetz
es angeschlossen ist. Abgesehen von dem Funkschatten im Mauerwerk, kann die unterschiedliche
Stärke der Handystrahlung mehr als den Faktor zehn betragen, auch in dicht
bevölkerten Stadtgebieten.
Offensichtlich hängt der unterschiedliche Strahlungspegel der
Handys vorwiegend von der Grösse der Funkzelle eines Mobilfunkbertreibers am
Ort der Mobilfunktelefone und nicht, wie meistens angenommen wird, von dem Mobiltelefon
selbst ab.
Im Allgemeinen deutet die Erfahrung im Stadtgebiet daraufhin, daß
je weiter ein Handykunde von der Empfangsantenne seines Mobilfunkbetreibers entfernt
ist, desto mehr muss sein Handy strahlen um die Funkverbindung herzustellen.
Obwohl die Leistung des Funksenders eines Handys auf ein bis einige
Watt begrenzt ist, ist der Strahlungspegel des Handys, wegen der Nähe zu dem
empfindlichen Kopforganen nicht unbedenklich.
Die erhöhte Strahlung ist auf das Bestreben einiger Mobilfunkbetreiber
zurückzuführen, um eine grosse Anzahl von Handykunden pro Funkzelle zu
bedienen. Dies ist wegen der kostspieligen Suche nach einem geeigneten Standort
und wegen des grossen funktechnischen und elektronischen Aufwands der Basisstation
einer Funkzelle bedingt.
Damit geht die Planung der Anzahl der Funkzellen, nach vertretbaren,
wirtschaftlichen Gesichtpunkten, häufig auf Kosten der Handykunden. Das gesundheitliche
Risiko ist erhöht, wegen der erhöhten Handystrahlung in grossräumigen
Funkzellen.
Strahlungsmindernd für die Mobiltelefone wirkt dagegen die Verdichtung
der Funkzellen. Dies ist aber sehr kostspielig, hauptsächlich wegen des tonnengewichtigen
und voluminösen Aufwands der vermittlungs- und elektronischen Anlagen der Basisstationen.
Solche Anlagen der Basisstationen können selten in der Nähe
der Antennenmasten auf den Dach platziert werden. Es müssen daher kostspielige
Kabel- und/oder Richtfunkanlagen verwendet werden, um die Funkverbindung der Basisstation
mit dem Antennenmast herzustellen.
Es muss in dieser Hinsicht erwähnt werden, daß die jetzigen
Mobilfunkantennen einige überflüssige und zweckentfremdende Anteile vorweisen.
Die Mobilfunkantennen bestehen aus mehreren Kreuzdipolelementen. Jedes
Element beinhaltet einen Sender- und ein Empfangsdipol. Beide Dipole sind in Kreuzrichtung
angeordnet, um eine Isolation von ca. 30 dB zwischen dem schwachen Empfangs- und
dem starken Sendersignal zu erreichen.
Die Kreuzdipolelemente sind senkrecht angeordnet, um eine senkrechte
Richtcharakteristik der gesamten Antenne zu erlangen. Zur Unterstützung des
Richtantennestrahls sind die Sender- und Empfangsdipole für unterschiedliche
Signalstärken verdrahtet, mit maximaler Signalstärke in der Mitte der
Antenne.
Obwohl die Richtstrahlanordnung der Senderdipole für die Beleuchtung
eines Sektors der Funkzelle dient, ist die Richtstrahlanordnung der Empfangsdipole
total zweckentfremdet.
In der Tat bestehen die Empfangssignale aus den Mobiltelefonen aus
Streufeld. Besonders in Stadtgebieten gibt es keinerlei Sichtverbindung zwischen
Handys und Antennenmast. Das mehrmals reflektierte Handysignal kann den Antennenmast
aus irgendeiner Richtung erreichen.
Daher bleibt das Richtstrahlmerkmal der Streufeld-Empfangsantenne
total zweckentfremdet. Es fehlt somit jede Grundlage um Empfangs- und Senderantenne
wie im Radar zusammenzustellen.
Es ist in dieser Hinsicht klarzustellen, daß die Verdrahtung
der Kreutzdipolelemente bewirkt, daß das von einem Dipolelement empfangene
Signal sich zwischen die Empfangsbuchse der Antenne und alle anderen Empfangsdipolelemente
verteilt. Diese wiederum strahlen den zugeleiteten Anteil der empfangenen Signale
eines Dipolelements wieder aus.
Daher wird der größte Anteil der von einem Dipolelement
empfangenen Signale wieder ausgestrahlt. Mehrere oder sogar endlose, zueinander
verdrahtete Empfangsdipole können daher nicht mehr Signale an die Antennenbuchse
leiten, als ein einziges Dipolelement.
Im Bezug auf die Funkverkabelung der Basisstationen spielt die niedrige
Kabeldämpfung eine wesentlich grössere Rolle für das Empfangssignal,
nicht aber für das Sendersignal. Es wird dieselbe Funkkabelung im Diplexverfahren
trotzdem sowohl für den Sender-, wie auch für die Empfangsantenne verwendet.
Es handelt sich um 7/8'' bis 1 5/8'' Kabel der Durchmesser 2,8 cm
bis 5 cm. Für einen Mast mit 3 Sektorantennen bedeutet dies den kostspieligen
Aufwand von sechs dieser verlustarmen und volüminosen Kabeln.
Seit über einem Jahrzehnt sind die aufwendigen Antennen und Funk
verkabelungen zu den Basisstationen, wie bei Beginn des Mobilfunkbetriebes, unverändert
geblieben.
Ausser der unveränderten Antennenmastemission und der Mobiltelefonfunk
strahlung, nimmt die aufwändige Antennenmasstkonstruktion auffallende Formen
und Dimensionen an. Damit wird das bauliche Bild der Städte extrem beinträchtigt.
Aufgabenstellung
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist, eine vereinfachte, funktechnische
Nachbesserung der Mobilfunkzelle zu erstellen.
Neben der erheblichen Verringerung der Antennenmastemission und der
Funkstrahlung der Handys, soll damit, auch die aufwändige Antennenmast konstruktion
und die Beinträchtigung des Stadtbildes vermieden werden.
Dieses Problem wird durch das im Patentanspruch 1 bis 11 ausgeführte
Verfahren gelöst, mit welchem
- a) die Kreuzdipolanordnung der Empfangs- und Sendersektorantenne beseitigt wird;
- b) jedes einzelne Dipolelement wird mit einem kostengünstigen, wenige cm
dicken Schlitzantennenelement ersetzt;
- c) die neuen Streufeld-Empfangsantennen bestehen aus einem einzigen Schlitzantennenelement
und
- d) die Anzahl der Schlitzantennenelementen der neuen Sendersektorantennen wird,
im Vergleich zu den Kreuzdipolelementen, halbiert.
Wie bereits ausgeführt, die Kreuzdipolanordung der Empfangs-
und Senderdipole dienen nur zur Isolation, zwischen dem schwachen Empfangs- und
dem starken Sendersignal.
Wegen der Streufeldeigenschaft der Empfangssignale kann die Empfangsantenne
getrennt von der Senderantenne angeordnet werden. Im Vergleich zu den Kreuzdipolen
wird damit ein höherer Isolationsgrad zwischen Empfangs- und Senderantenne
erreicht.
Die vorliegenden Schlitzantennenelemente sind aus der Offenlegungsschrift
des Deutschen Patentamtes DE 103 21 671
A1 2004.12.02 und des Internationalen Aktenzeichen PCT/EP2004/004584 entnommen.
Wie aus der genannten Patentschrift in 4 dargestellt,
handelt es sich um ein geschlitztes Flachanntennenelement von ca. 2 cm Dicke und
von weniger als 1 dm2 Fläche.
Die Schlitzantennenelemente decken breitbändige Frequenzbereiche
zwischen 300 MHz bis 3 GHz. Insbesonders decken sie die Mobilfunk Frequenzbereiche
GSM900, GSM1800 und UMTS mit einer Rückflussdämpfung > 14 dB (Welligkeit
< 1,5) ein.
Genauso wie die Dipolelemente können die Schlitzantennenelemente
für die Bildung der Sektorantennenkeule angeordnet werden.
Das Strahlungsvermögen der Schlietzantennen wurde im Vergleich
zu den Dipolantennen unter gleichen Bedingungen gemessen. Zwischen beiden Antennenarten
gibt es keinen relevanten Strahlungsunterschied.
Der Vorteil der Schlietzantennen liegt in den wesentlich niedrigeren
Abmessungen, Gewicht, Herstellungskosten und vorzüglicher Anpassung an die
Standort gegebenheit.
Hinsichtlich der Trennung der Empfangs- von der Senderantenne ist
noch klar zu stellen, daß das Streufeldsignal aus den Handys sich grossräumig
verteilt. Auch in Entfernung von einigen hundert Metern von dem Antennenmast, behält
das Streufeldsignal die gleiche Stärke und Struktur wie bei dem Antennenmast
selbst.
Somit wird nach Anspruch 1, 5 der vorliegenden Erfindung die neue
Empfangsantenne getrennt von der Sendersektorantenne angeordnet. Die neue Empfangsantenne
bestehend aus einem einzigen Schlitzantennenelement, wird an einem günstigen
Platz in unmittelbarer Nähe der Basisstation angebracht.
Das vorliegende Schlitzantennenelement kann, je nach Lage des Standorts
der Basisstation, auch im Innenraum eines Gebäudes angebracht werden. Die einzige
Bedingung ist, daß das Empfangselement dasselbe Streusignal liefert, wie das
bisherige Kreuzdipol auf dem Dach.
Erfahrungsgemäß kann der empfangene Streusignalpegel, je
nach Lage der vorliegenden Empfangsantenne, z. B. im Parterre, gleich wie das Signal
auf dem Dach sein
Im Vergleich zu den Kreuzdipolelementen wird der neue Sektorantennesender,
bei gleichbleibender unterem Keulenhälfte, mit halbierter Anzahl der neuen
Schlitzantennen-Elemente hergestellt.
Erheblich verkleinert können die neuen Sender-Sektoranntennen
in einen weniger cm dicken (2 bis 3 cm) Aussenmantel eines hohlen GfK-Leichtbaumastes
integriert werden. In den Masthohlraum können Teilanlagen der Basisstation
untergebracht werden.
Damit erlaubt die vorliegende Erfindung die einfache und kostengünstige
neue Ausstattung, sowohl der Funkverkabelung, wie auch der getrennten Empfangsantenne
und des Sendersektormastes zu erstellen.
Die Funkverkabelung kann einfach mit einem preisgünstigen und
platzmindernden 1/2'' Kabel von ca. ein cm Durchmesser, für jede Sender-Sektorantenne
erfolgen. Für das Empfangs-Schlietzantennenelement sind die Verkabelungskosten
zu der nahliegenden Basisstation unbedeutend.
Und überhaupt sind die Kosten für den hohlen Sendermast
enorm reduziert. Sämtliche Sendersektorantennen eines Mobilfunkbetreibers können
innerhalb eines Abschnittes von 1/2 Meter des Aussenmantel eines Hohlmastes integriert
werden.
Insgesamt können mit Hilfe der vorliegenden Erfindung Volumen
und Kosten der heutigen Sektorsenderantennen bis auf ein zehntel reduziert werden.
Daher gleichen sich die Mehrkosten für die Verdichtung der Mobilfunkzellen
mit der Kostenreduzierung der Standortaquisition und dem Aufbau der einzelnen Funkzellen
aus.
Trotz der Verdichtung der Mobilfunkzellen, vermeidet die nicht auffällige,
einfache Konstruktion der vorliegenden Flachantennestruktur jegliche Beinträchtigung
des Stadtbildes.
Mit der Verdichtigung der Funkzellen verringert sich die Basissenderemission
und die Nahfeld-Funkstrahlung der Mobilfunktelefone erheblich. Je nach Verdichtung
der Funkzellen kann somit die Funkstrahlung der Mobiltelefone bis 30 dB, d. h. bis
zu einem Faktor 1000 unten des beobachteten höchsten Pegel verringert werden.