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Dokumentenidentifikation DE102007017056A1 08.11.2007
Titel Nicht ganzzahliger Schuppenanleger für Bedruckstoffe verarbeitende Maschinen
Anmelder Heidelberger Druckmaschinen AG, 69115 Heidelberg, DE
Erfinder Herden, Matthias, 68163 Mannheim, DE;
Wagensommer, Bernhard, 69254 Malsch, DE
DE-Anmeldedatum 11.04.2007
DE-Aktenzeichen 102007017056
Offenlegungstag 08.11.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 08.11.2007
IPC-Hauptklasse B65H 7/00(2006.01)A, F, I, 20070411, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B65H 5/34(2006.01)A, L, I, 20070411, B, H, DE   B65H 11/00(2006.01)A, L, I, 20070411, B, H, DE   B65H 3/08(2006.01)A, L, I, 20070411, B, H, DE   B41F 21/10(2006.01)A, L, I, 20070411, B, H, DE   B41F 21/00(2006.01)A, L, I, 20070411, B, H, DE   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft eine Bogentransportvorrichtung in einer Bogen verarbeitenden Maschine (1) mit wenigstens einem angetriebenen Transportband (27) zum Transport von bogenförmigen Bedruckstoffen (7) von einem ersten Ort (26) zu einem zweiten Ort (25), wobei das Transportband (27) mit unterschiedlichen Transportgeschwindigkeiten antreibbar ist. Die Erfindung zeichnet sich dadurch aus, dass die Übernahme der bogenförmigen Bedruckstoffe (7) an dem ersten Ort (26) mit einer relativ geringen Transportgeschwindigkeit erfolgt und dass die Übergabe der bogenförmigen Bedruckstoffe (7) an dem zweiten Ort (25) mit einer relativ hohen Transportgeschwindigkeit erfolgt.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Bogentransportvorrichtung in einer Bogen verarbeitenden Maschine mit wenigstens einem angetriebenen Transportband zum Transport von bogenförmigen Bedruckstoffen von einem ersten Ort zu einem zweiten Ort, wobei das Transportband mit unterschiedlichen Transportgeschwindigkeiten antreibbar ist.

Bogentransportvorrichtungen dienen unter Anderem dazu, Bogenrotationsdruckmaschinen und Maschinen zur Druckweiterverarbeitungen mit bogenförmigen Bedruckstoffen zu versorgen, welche einem Anlegerstapel entnommen werden. Die Bogentransportvorrichtung stellt dabei das Bindeglied zwischen einer Bogen verarbeitenden Maschine und einer Saugtransportvorrichtung dar, welche dem Anlegerstapel einzelne Bogen entnimmt und dann an die Bogentransportvorrichtung weiterreicht, welche wiederum die bogenförmigen Bedruckstoffe zum Beispiel dem ersten Druckwerk einer Bogendruckmaschine übergibt. Die Bogentransportvorrichtung besteht dabei meist aus einem Förderband oder einem oder mehreren Saugbändern, welche die im Anlegerstapel entnommenen bogenförmigen Bedruckstoffe der Druckmaschine zufördern. Die Bogentransportvorrichtung kann dabei entweder von einem Antrieb der Druckmaschine oder dem Gerät zur Druckweiterverarbeitung angetrieben werden, es kann aber auch ein separater Antrieb vorhanden sein, welcher entweder ausschließlich die Bogentransportvorrichtung oder die Bogentransportvorrichtung gemeinsam mit dem Anleger antreibt.

Eine Bogenanlegeeinheit mit einer eingangs genannten Bogentransportvorrichtung ist aus der EP 0 644 139 B1 bekannt. Dabei weist eine Bogenanlegeeinheit einen Saugkopf auf, welcher Bogen vereinzelt einem Anlegerstapel entnimmt und einer als Bändertisch ausgeführten Bogentransportvorrichtung zuführt. Der Saugkopf und der Bändertisch sind aufeinander abgestimmt antreibbar, außerdem ist die Geschwindigkeit des Bändertisches regelbar, um die Übergabe des Bogens vom Saugbändertisch zur nachgeordneten Druckmaschine steuern zu können. Dazu ist der Bändertisch in der Lage, sinusförmige Bewegungen auszuführen. Die sinusförmige Bewegung ist dabei so ausgestaltet, dass die bogenförmigen Bedruckstoffe sowohl bei der Übergabe vom Saugkopf an den Bändertisch als auch bei der Übergabe vom Bändertisch an die Druckmaschine die geringste Fördergeschwindigkeit aufweisen. Dadurch wird insbesondere bei der Übergabe der Bogen vom Bändertisch zur Druckmaschine vermieden, dass die Bogen bei der Übergabe an die Druckmaschine verrutschen. Eine solche Bogenanlegeeinheit ist jedoch nur für Druckmaschinen geeignet, bei denen der Bogen von der Saugbändereinheit an das erste Druckwerk weitestgehend im Stillstand übergeben wird.

Eine weitere Bogentransportvorrichtung zum Fördern von Bogen im Anlegerbereich ist aus der DE 44 44 755 A1 bekannt. Dabei weist das Transportband einen eigenen Motor auf, welcher über Geschwindigkeitsprofile steuerbar ist, wobei die Geschwindigkeitsprofile bevorzugt derart ausgestaltet sind, dass die Fördergeschwindigkeit des Transportbandes minimal ist, wenn sich ein Bogen im Bereich der Vorderanschläge des Fördertisches vor dem ersten Druckwerk befindet. Die auf dem Förderbandtisch befindlichen Bogen weisen dabei jeweils eine ganzzahlige Anzahl auf. Die Geschwindigkeitsprofile sind dabei unter Anderem von der Beschaffenheit der verarbeiteten Bedruckstoffe abhängig. Auch diese Vorrichtung weist den Nachteil auf, dass der Bogen bei der Übergabe vom Förderband zum ersten Druckwerk der Druckmaschine zum Stillstand kommen muss, um eine präzise Übergabe an das erste Druckwerk zu ermöglichen.

Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen Bogentransportvorrichtung in einer Bogen verarbeitenden Maschine zu schaffen, welcher eine Übergabe von bogenförmigen Bedruckstoffen von der Bogentransportvorrichtung zu einer nachgeordneten Bogen verarbeitenden Maschine ermöglicht, ohne dass der bogenförmige Bedruckstoff zum Stillstand kommen muss.

Erfindungsgemäß wird die vorliegende Aufgabe durch Patentanspruch 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind den Unteransprüchen und den Figuren zu entnehmen. Gemäß Patentanspruch 1 weist die Bogentransportvorrichtung ein angetriebenes Transportband auf, welches bogenförmige Bedruckstoffe von einem ersten Ort zu einem zweiten Ort transportiert. Des Weiteren ist das Transportband mit unterschiedlichen Transportgeschwindigkeiten antreibbar. Gemäß der vorliegenden Erfindung erfolgt nun die Übernahme der bogenförmigen Bedruckstoffe an dem ersten Ort mit einer relativ geringen Transportgeschwindigkeit und die Übergabe der bogenförmigen Bedruckstoffe an dem zweiten Ort mit einer relativ hohen Transportgeschwindigkeit. Dies bedeutet, dass die bogenförmigen Bedruckstoffe vom Transportband nahezu oder tatsächlich im Stillstand übernommen werden, während am Ende des Transportbands an einem zweiten Ort eine Übergabe an eine nachfolgende Bedruckstoffe verarbeitende Einheit mit einer hohen Transportgeschwindigkeit erfolgt. Da das Transportband beständig umläuft, müssen daher Übernahme und Übergabe der bogenförmigen Bedruckstoffe entsprechend zeitlich entkoppelt werden, d. h. wenn eine Übernahme von bogenförmigen Bedruckstoffen am Anfang des Transportbands an dem ersten Ort erfolgt, darf nicht gleichzeitig eine Übergabe von bogenförmigen Bedruckstoffen an dem zweiten Ort am Ende des Transportbands erfolgen. Das Transportband muss daher erfindungsgemäß so gesteuert werden, dass Bogenübernahme und Bogenübergabe zeitlich voneinander entkoppelt sind.

In einer ersten Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Bogentransportvorrichtung zwischen einem Anleger und dem ersten Druckwerk einer Druckmaschine angeordnet ist. In diesem Fall übernimmt die Bogentransportvorrichtung die vom Anlegerstapel vereinzelten Bogen nahezu oder bei völligem Stillstand und übergibt die Bogen an das erste Druckwerk einer Druckmaschine mit hoher Transportgeschwindigkeit. Moderne Druckmaschinen arbeiten mit einer Druckgeschwindigkeit von mehr als 18000 Bogen pro Stunde, was zu einer entsprechend hohen Drehzahl von Transport- und Druckzylindern in der Druckmaschine führt. Bei der Übergabe von Bogen von der Bogentransportvorrichtung an das erste Druckwerk der Druckmaschine müssen daher die Bogen auf die Rotationsgeschwindigkeit der Druckmaschine beschleunigt werden. Gemäß der vorliegenden Erfindung geschieht dies dadurch, dass die Transportgeschwindigkeit des Transportbands der Bogentransportvorrichtung zum Übergabezeitpunkt der Bogen an das erste Druckwerk mit einer relativ hohen Transportgeschwindigkeit erfolgt. Somit ist es möglich, die Bogen dem ersten Druckwerk bereits mit einer der Verarbeitungsgeschwindigkeit der Druckmaschine wenigstens nahezu entsprechenden Transportgeschwindigkeit zu übergeben, so dass die Bogen im ersten Druckwerk nur noch wenig oder überhaupt nicht auf die Druckgeschwindigkeit der Druckmaschine beschleunigt werden müssen.

Vorteilhafterweise ist vorgesehen, dass die Bogentransportvorrichtung einen separaten Antriebsmotor aufweist. Der separate Antriebsmotor ermöglicht eine entsprechende Steuerung der Bogentransportgeschwindigkeit, so dass zu den unterschiedlichen Übernahme- und Übergabezeitpunkten der Bogen die entsprechend niedrige oder hohe Transportgeschwindigkeit einstellbar ist. Der separate Antriebsmotor wird dabei bevorzugter Weise über die Maschinensteuerung der Druckmaschine gesteuert, wobei die Synchronisation mit dem nachfolgenden ersten Druckwerk und dem Anleger über eine elektronische Synchronisation erfolgt, so dass der separate Antriebsmotor die Geschwindigkeit des Transportbands in Abhängigkeit der Druckgeschwindigkeit der Druckmaschine und der Geschwindigkeit des Anlegers steuern kann. Mit einem solchen separaten Antriebsmotor wird eine besonders flexible Steuerung der Transportgeschwindigkeit des Anlegersaugbands möglich. Alternativ kann jedoch auch vorgesehen sein, dass das Transportband der Bogentransportvorrichtung über eine Kupplung entweder mit einem Antrieb einer der Bogentransportvorrichtung vorausgehenden Vorrichtung koppelbar ist oder mit einem Antrieb einer der Bogentransportvorrichtung nachfolgenden Vorrichtung koppelbar ist. In diesem Fall wird während des Betriebs des Transportbands eine mechanische Kopplung entweder mit dem ersten Druckwerk der Druckmaschine oder mit dem Antrieb des Anlegers erreicht. Da die Geschwindigkeit des Transportbands bei der Bogenübernahme gering und bei der Bogenübergabe hoch ist, muss die mechanische Synchronisation des Transportbands jeweils abwechselnd entweder mit dem ersten Druckwerk oder dem Anleger erfolgen. Dies bedeutet, dass die Kupplungen während des Betriebs des Transportbands alternierend geöffnet und geschlossen werden, um das Transportband jeweils auf die gewünschte Geschwindigkeit bringen zu können. Um den Verschleiß zu vermindern, sind als Kupplungen insbesondere Variogetriebe oder verschleißfreie Magnetkupplungen vorzusehen.

In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Bogentransportgeschwindigkeit bei der Übernahme von bogenförmigen Bedruckstoffen an dem ersten Ort gleich null ist. In diesem Fall wird der Bogen vom Anleger zum Transportband im absoluten Stillstand übergeben, was eine besonders präzise Ablage des Bogens auf dem Transportband ermöglicht. Des Weiteren ist vorgesehen, dass die Bogentransportgeschwindigkeit an dem zweiten Ort bei der Übergabe der bogenförmigen Bedruckstoffe der Verarbeitungsgeschwindigkeit einer nachfolgenden Vorrichtung entspricht. Wie bereits erwähnt können auf diese Art und Weise Bogen im ersten Druckwerk einer Druckmaschine mit der der Rotationsgeschwindigkeit des ersten Druckwerks entsprechenden Transportgeschwindigkeit übergeben werden. Dadurch wird eine direkte Übergabe vom Transportband an die Zuführtrommel des ersten Druckwerks ermöglicht, wobei die Zuführtrommel mit der Druckgeschwindigkeit rotieren kann. Die Geschwindigkeiten von Zuführtrommel im ersten Druckwerk und Transportband stimmen somit bei der Bogenübergabe überein.

In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass mittels der Geschwindigkeit des Transportbands die Anzahl der auf dem Transportband befindlichen bogenförmigen Bedruckstoffe wählbar ist. Insbesondere wenn die Bogentransportvorrichtung über einen separaten elektrischen Antrieb verfügt, kann die Anzahl der auf dem Transportband befindlichen Bogen dadurch gewählt werden, dass das Geschwindigkeitsprofil des Transportbands durch die Antriebssteuerung des separaten Motors entsprechend angepasst wird. Die Geschwindigkeitsprofile der Bogentransportvorrichtung sind dabei vorzugsweise sinusförmig ausgelegt, wobei die Übernahme der Bogen in einem Geschwindigkeitsminimum der Sinuskurve erfolgt, während die Übergabe der Bogen in einem Geschwindigkeitsmaximum der Sinuskurve erfolgt. Mittels der veränderlichen Periodendauer der sinusförmigen Geschwindigkeitsprofile lässt sich so die Anzahl der Bogen auf dem Transportband flexibel steuern. Durch die zeitliche Entkopplung von Übergabe und Übernahme der Bogen liegt erfindungsgemäß eine nicht ganzzahlige Anzahl von bogenförmigen Bedruckstoffen auf dem Bogentransportband vor. Dies ist wesentlich für das Funktionieren der Entkopplung von Übernahme- und Übergabezeitpunkten der Bogen an dem ersten und an dem zweiten Ort. Nur so ist eine Übernahme der bogenförmigen Bedruckstoffe im absoluten oder nahezu Stillstand an dem ersten Ort möglich, während an dem zweiten Ort eine Übergabe der bogenförmigen Bedruckstoffe direkt an eine Zuführtrommel im ersten Druckwerk einer Druckmaschine mit entsprechender Rotationsgeschwindigkeit möglich ist.

Die vorliegende Erfindung wird nachfolgend anhand zweier Figuren näher beschrieben und erläutert. Es zeigen:

1 eine Bogenrotationsdruckmaschine mit zwei Druckwerken und einer zwischen erstem Druckwerk und Anleger befindlichen erfindungsgemäßen Bogentransportvorrichtung und

2 das Geschwindigkeitsprofil der Bogentransportvorrichtung aufgetragen über die Länge der Bogentransportvorrichtung.

Die Bogenoffsetdruckmaschine 1 in 1 verfügt über zwei Druckwerke 3, 4, welche von einem Anleger 2 mit bogenförmigen Bedruckstoffen 7 versorgt werden. An das zweite Druckwerk 4 schließt sich ein Ausleger 6 an, welcher die fertig bedruckten Bogen 7 auf einem Auslegerstapel ablegt. Die Anzahl der Druckwerke 3, 4 ist für das Wesen der vorliegenden Erfindung völlig unerheblich und ist daher nur beispielhaft zu verstehen. Die beiden Druckwerke 3, 4 der Druckmaschine 1 in 1 weisen jeweils ein Farbwerk 13, 14 auf, welches die Plattenzylinder 11, 12 mit Druckfarbe versorgt. Auf den Plattenzylindern 11, 12 befinden sich die Druckformen, welche beim Auftragswechsel mittels der Druckplattenwechsler 16, 17 entnommen werden können, um neue Druckplatten zuführen zu können. Des Weiteren befinden sich in den Druckwerken 3, 4 Gummituchzylinder, welche das Druckbild von den Plattenzylindern 11, 12 im Druckspalt auf die Bogen 7 übertragen. Zwischen dem ersten Druckwerk 3 und dem Anleger 2 befindet sich ein Zuführtisch 9, welcher über ein erfindungsgemäßes Transportband 27 verfügt. Der Zuführtisch 9 mit dem Transportband 27 übernimmt die Bogen 7 des Anlegers 2 und fördert sie einer Zuführtrommel 30 im ersten Druckwerk 3 zu. Um das Transportband 27 erfindungsgemäß steuern zu können, weist dieses einen elektrischen Antriebsmotor 29 auf, welcher mit den anderen hier nicht gezeigten Antriebsmotoren der Druckmaschine 1 elektrisch synchronisierbar ist. Der Antriebsmotor 29 und alle anderen Antriebe und Stellvorrichtungen der Druckmaschine 1 werden über die Maschinensteuerung 50 zentral gesteuert. Der Antriebsmotor 29 wird in 1 derart angesteuert, dass bei der Übernahme 26 der Bogen 7 vom Anleger 2 die Geschwindigkeit des Transportbands 27 sehr gering oder gleich null ist. Es ist zu erkennen, dass die Bogen 7 auf dem Transportband 27 in 1 in einer Reihe von Schuppen befördert werden. Bei der Übergabe 25 an das erste Druckwerk 3 müssen die Bogen 7 auf die Rotationsgeschwindigkeit der Zuführtrommel 30 beschleunigt werden. Dies bedeutet, dass die Transportgeschwindigkeit von Transportband 27 bei der Übergabe 25 entweder exakt der Rotationsgeschwindigkeit der Zuführtrommel 30 entspricht, oder lediglich ein wenig davon abweicht. Die Übergabe 25 an das erste Druckwerk 3 und die Übernahme 26 der Bogen 7 vom Ausleger 2 erfolgt somit in 1 bei völlig unterschiedlichen Transportgeschwindigkeiten des Transportbands 27.

Die dem Transportband 27 bei Übernahme 26 im Stillstand übergebenen Bogen 7 werden im Anleger 2 einem Bogenstapel 8 entnommen, welcher auf einer Stapeltragplatte 10 ruht. Die Stapeltragplatte 10 ist vertikal verfahrbar, sodass sich die Oberkante des Stapels 8 immer in weitgehend gleicher Höhe befindet. Die Oberkante des Stapels 8 wird während des Betriebs von einem Tastelement 23 erfasst, welches für die Nachführung der Stapeltragplatte 8 sorgt. Die Bogen 7 werden dem Stapel 8 mittels eines Saugkopfs 18 entnommen, welcher die Bogen 7 mittels Hubsauger 19 anhebt und mittels Schleppsauger 21 in Richtung der Bogenübernahme 26 transportiert. Hubsauger 19 und Schleppsauger 21 werden dabei von einer Blaseinrichtung 22 zusätzlich unterstützt. Auch der Anleger 2 in 1 kann über einen separaten Antriebsmotor verfügen, so dass die Druckwerke 3, 4, das Transportband 27 und der Anleger 2 lediglich elektrisch miteinander synchronisiert sind.

In 2 ist die Geschwindigkeitsverteilung über dem Transportband 27 des Anlegertischs 9 aufgetragen. Es ist zu erkennen, dass beim Zeitpunkt der Übernahme 26 der Bogen 7 vom Anleger 2 das Transportband 27 keine oder nur eine sehr geringe Transportgeschwindigkeit aufweist. Beim Zeitpunkt 25 der Übergabe der Bogen vom Transportband 27 an das erste Druckwerk 3 wird das Transportband 27 des Anlegertischs 9 dagegen mit maximaler Transportgeschwindigkeit betrieben, sodass die Bogen 7 mit gleicher oder wenigstens annähernd gleicher Geschwindigkeit der Zuführtrommel 30 übergeben werden können. Es ist zu erkennen, dass aufgrund des sinusförmigen Geschwindigkeitsprofils über dem Anlegertisch 9 die Anzahl der Bogen 7, welche in Schuppenform transportiert werden, nicht ganzzahlig ist. In 2 befinden sich beispielhaft 9 S Bogen 7 auf dem Anlegertisch 9. Die Anzahl der Bogen 7 kann jedoch durch die Maschinensteuerung 50 und den separaten Antriebsmotor 29 beliebig eingestellt werden. Dazu muss nur das passende Geschwindigkeitsprofil mit einer entsprechenden Anzahl von Geschwindigkeitsminima und Maxima über dem Anlegertisch 9 ausgewählt werden. Die Geschwindigkeitsprofile können dabei entweder in der Maschinensteuerung 50 abgelegt sein, oder sie werden bei besonders flexiblen Anlegertischen 9 durch die Maschinensteuerung 50 während des Betriebs berechnet.

1
Druckmaschine
2
Anleger
3
Druckwerk
4
Druckwerk
6
Ausleger
7
Bogen
8
Bogenstapel
9
Zuführtisch
10
Stapeltragplatte
11
Plattenzylinder
12
Plattenzylinder
13
Farbwerk
14
Farbwerk
16
Druckplattenwechsler
17
Druckplattenwechsler
18
Saugkopf
19
Hubsauger
21
Schleppsauger
22
Blaseinrichtung
23
Tastelement
25
Übergabe an erstes Druckwerk
26
Übernahme vom Ausleger
27
Transportband
29
Antriebsmotor für Transportband
30
Zuführtrommel
50
Maschinensteuerung


Anspruch[de]
Bogentransportvorrichtung in einer Bogen verarbeitenden Maschine (1) mit wenigstens einem angetriebenen Transportband (27) zum Transport von bogenförmigen Bedruckstoffen (7) von einem ersten Ort (26) zu einem zweiten Ort (25), wobei das Transportband (27) mit unterschiedlichen Transportgeschwindigkeiten antreibbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Übernahme der bogenförmigen Bedruckstoffe (7) an dem ersten Ort (26) mit einer relativ geringen Transportgeschwindigkeit erfolgt und dass die Übergabe der bogenförmigen Bedruckstoffe (7) an dem zweiten Ort (25) mit einer relativ hohen Transportgeschwindigkeit erfolgt. Bogentransportvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Bogentransportvorrichtung zwischen einem Anleger (2) und dem ersten Druckwerk (3) einer Druckmaschine (1) angeordnet ist. Bogentransportvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Bogentransportvorrichtung einen separaten Antriebsmotor (29) aufweist. Bogentransportvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Transportband (27) der Bogentransportvorrichtung über eine Kupplung entweder mit einem Antrieb einer der Bogentransportvorrichtung vorausgehenden Vorrichtung (2) koppelbar ist oder mit einem Antrieb einer der Bogentransportvorrichtung nachfolgenden Vorrichtung (3) koppelbar ist. Bogentransportvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Bogentransportgeschwindigkeit bei der Übernahme von bogenförmigen Bedruckstoffen (7) an dem ersten Ort (26) gleich null ist. Bogentransportvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass Transportgeschwindigkeit der Bedruckstoffe (7) an dem zweiten Ort (25) bei Übergabe der Bedruckstoffe (7) an eine nachfolgende Vorrichtung (3) im Geschwindigkeitsmaximum des Transportbands (27) erfolgt. Bogentransportvorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Bogentransportgeschwindigkeit an dem zweiten Ort (25) bei der Übergabe der bogenförmigen Bedruckstoffe (7) der Verarbeitungsgeschwindigkeit einer nachfolgenden Vorrichtung (3) entspricht. Bogentransportvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mittels der Geschwindigkeit des Transportbands (27) die Anzahl der auf dem Transportband (27) befindlichen bogenförmigen Bedruckstoffe (7) wählbar ist. Bogentransportvorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Anzahl der sich auf dem Bogentransportband (27) befindlichen bogenförmigen Bedruckstoffe (7) nicht ganzzahlig ist. Bogentransportvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die bogenförmigen Bedruckstoffe (7) an dem zweiten Ort (25) von dem Transportband (27) direkt einer Zuführtrommel (30) im ersten Druckwerk (3) einer Druckmaschine (1) zuführbar sind. Druckmaschine (1) mit einer Bogentransportvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche.






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