Die Erfindung betrifft eine Lagerung für einen Blumentopf mit
einer darin aufgenommenen Hängepflanze nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
Aus der GB 2 273 039 A
ist eine derartige Lagerung bekannt, die eine Drehung des die Pflanze aufnehmenden
Korbes gestattet. Mit dieser Maßnahme soll erreicht werden, dass die Pflanze
gedreht und damit allseitig einer gleichen Sonneneinstrahlung entsprechend ausgerichtet
werden kann.
Nachteilig hieran ist, dass das Drehen des Blumentopfes von dem Menschen
und in Abhängigkeit der Sonneneinstrahlung erfolgen muß. Falls es an Sorgfalt
fehlt, kann es zu einer ungleichmäßiger Sonneneinstrahlung mit den Nachteilen
eines ungleichmäßigen Pflanzenwuchses kommen.
Aus der EP 1 166 690 A3
ist ein Blumentopf bekannt, der frei um eine vertikale Achse drehbar ist. Der Druckschrift
sind keine Anregungen entnehmbar, eine Drehung des Blumentopfes ohne Tätigwerden
des Menschen zu veranlassen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die bekannte Lagerung für
einen Blumentopf mit einer darin aufgenommenen Hängepflanze derart weiterzubilden,
dass eine allseitige Einstrahlung der Sonne auf die Hängepflanze und damit
eine Begünstigung eines gleichmäßigen Pflanzenwuchses ohne jegliches
Tätigwerden des Menschen erreicht wird.
Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt bei der Lagerung nach dem Oberbegriff
von Anspruch 1 durch dessen kennzeichnenden Merkmale. Mit der Erfindung wird durch
die Ausnutzung des auf den Blumentopf mit der Hängepflanze einwirkenden Windes
eine Drehung in ein und derselben Richtung erreicht, ohne daß ein Tätigwerden
des Menschen erforderlich ist. Hiermit wird eine allseitige Einstrahlung der Sonne
auf die in dem Blumentopf aufgenommenen Hängepflanze und damit eine Begünstigung
eines gleichmäßigen Pflanzenwuchses erreicht.
Die Ausgestaltungen der Lagerung mit den Merkmalen des Anspruchs 2
zeichnet sich dadurch aus, dass die Größe einer Drehbewegung in keiner
Weise an eine konstruktive Vorgabe gebunden ist und dass kleinste Drehbewegungen
in der entgegengesetzten Drehrichtung unmittelbar zu einer totalen Blockage führen.
Die Ausgestaltung nach Anspruch 3 führt zu einer vorteilhaften
Ausgestaltung mit einem hängend angeordneten Blumentopf.
Mit der Weiterbildung der Lagerung nach Anspruch 4 wird mit dem Blumentopf
einschließlich der Hängepflanze aufgrund seines rotatorischen Massenträgheitsmoments
und dem Torsionsfeder-Element ein Drehpendel gebildet, womit erreicht wird, dass
selbst bei sich ändernden Windrichtungen infolge der Sperrwirkung der Drehrichtungs-Bestimmungseinrichtung
eine vorübergehende Speicherung von Energie in dem Torsionsfeder-Element erfolgt,
die mit dem Nachlassen der Windeinwirkung für eine Weiterdrehung des Blumentopfes
in der freien Drehrichtung genutzt wird.
Die Weiterbildung mit den Merkmalen von Anspruch 5 gestattet die Verwendung
einer handelsüblichen Aufhängevorrichtung für den Blumentopf, die
gleichzeitig die Funktion des Torsionsfeder-Elements erfüllt.
Die Ausführung und Anordnung des Torsionsfeder-Element nach den
Merkmalen von Anspruch 6 führt zu einer besonders einfachen und zu niedrigen
Kosten herstellbaren Lösung.
Mit der Weiterbildung nach Anspruch 7 wird eine frei von Biegespannungen
ausgebildete Aufhängung des Blumentopfs erreicht. Die Ausgestaltung der Pendellagerung
nach Anspruch 8 führt zu einer besonders betriebssicheren Ausführungfsform.
Weitere Merkmale, Vorteile und Einzelheiten der Erfindung ergeben
sich aus der folgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispieles anhand der
Zeichnung. Es zeigt
1 eine Vorderansicht einer Lagerung für einen
Blumentopf mit einer darin aufgenommener Hängepflanze,
2 eine Draufsicht auf den Blumentopf entsprechend der
Schnittlinie II-II in 1 in vergrößertem Maßstab,
3 einen Teil der Lagerung entsprechend der Darstellung
in 1 in vergrößertem Maßstab,
4 eine Seitenansicht der in 3
gezeigten Lagerung mit bereichsweise im Schnitt dargestellten Bauteilen entsprechend
der Schnittlinie IV-IV in 3,
5 eine Hälfte einer Schnittansicht entsprechend
der Schnittlinie V-V in 4 in vergrößertem
Maßstab und
6 eine Schnittansicht entsprechend der Schnittlinie
VI-VI in 3 in vergrößertem Maßstab.
An einer ortsfesten Stelle 1, beispielsweise an einem Balken
oder einem Träger eines Bauwerks, ist ein oberes Ende 2 eines als
Verbindungsstücks 3 bezeichneten Zugstrangs durch eine Klemm- oder Lötverbindung
befestigt. An dem unteren Ende 4 des Verbindungsstücks 3
ist drehfest ein Gehäuse 5 angebracht. Das Verbindungsstück
3 ist aus biegeelastischem Material, beispielsweise aus Federstahldraht
mit einem Durchmesser von 1,5 Millimetern hergestellt, so daß das Gehäuse
5 aus der vertikalen Normallage allseitig nach Art eines Pendels elastisch
auslenkbar ist. Darüber hinaus wird mit dem Verbindungsstück
3 eine Torsionsfeder gebildet, die außerdem eine elastische Verdrehung
des Gehäuses 5 aus der Normallage in beiden Drehrichtungen ermöglicht.
Gemäß der Ausgestaltung nach den 3
und 4 ist das Verbindungsstück 3 als
runde Stange 6 ausgebildet. Diese ist beispielsweise aus 5 Millimeter dickem
Rundstahl gefertigt und damit im Vergleich zu dem Verbindungsstück
3 quasi unverdrehbar.
Die Stange 6 weist an ihrem oberen Ende 7 einen
daran befestigten Gabelkopf 8 auf. Dieser umgreift ein aus Kunststoff hergestelltes
Gelenkstück ist 9. Der Gabelkopf 8 nimmt einen durch Presssitz
befestigten Bolzen 10 auf, der das Gelenkstück 9 mit Lagerspiel
durchsetzt. Damit wird ein erstes Drehgelenk 11 mit einer horizontal verlaufenden
Drehachse 12 gebildet. Weiter ist das Gelenkstück 9 von einem
darin mit Lagerspiel aufgenommenen Bolzen 13 durchsetzt, der fest in einem
gabelförmig ausgebildeten Halteteil 14 aufgenommen wird, welches fest
an der ortsfesten Stelle 1 angebracht ist. Damit wird ein zweites Drehgelenk
15 mit einer horizontal verlaufenden Drehachse 16 gebildet. Gemäß
6 verlaufen die Drehachsen 12, 16
horizontal, in einem Abstand und rechtwinklig zueinander. Die beschriebene Anordnung
bildet eine Pendellagerung 17. An dem unteren Ende 18 der Stange
6 ist wiederum das Gehäuse 5 drehfest angebracht. Mit der
Pendellagerung 17 wird erreicht, daß das untere Ende 18 der
Stange 6 mit dem daran befestigten Gehäuse 5 aus der vertikalen
Normallage allseitig nach Art eines Pendels auslenkbar ist, während hier eine
elastische Verdrehung des Gehäuses 5 gegenüber der ortsfesten
Stelle 1 nicht möglich ist.
Gemäß der 3 und 4
ist in dem Gehäuse 5 ein aus Vierkantmaterial gefertigtes Aufnahmestück
19 gelagert. Dies weist eine Ausfräsung 20 auf, in der ein
C-förmige Haken 21 aufgenommen und in dieser Lage durch eine mit zwei
Senkschrauben 22, 23 befestigte Lasche 24 spielfrei verspannt
ist.
An dem Haken 21 befinden sich drei strahlenförmig nach
unten auseinanderlaufende Zugstränge 25, 26, 27
(1 und 2). An den unteren
Enden der Zugstränge 25, 26, 27 sind Klemmen
28, 29, 30 ausgebildet, die fest einen Rand
31 eines Blumentopfes 32 umgreifen. Es sei vermerkt, dass der
C-förmige Haken 21 mit den daran ausgebildeten Zugsträngen
25, 26, 27 einschließlich der Klemmen
28, 29, 30 als ein einstückiges, aus Kunststoff
gefertigtes Bauteil bekannt und im Handel verfügbar ist. Gleiches gilt ebenso
für den Blumentopf 32. Die beschriebenen Zugstränge
25, 26, 27 bilden eine Torsionsfeder, mit der erreicht
wird, daß der Blumentopf 32 gegenüber den C-förmigen Haken
21 nach Art eines Drehpendels elastisch um einen Drehwinkel von etwa 20
Grad in beiden Drehrichtungen verdrehbar ist.
In dem Blumentopf 32 ist eine Hängepflanze
33 gepflanzt, deren Blatt- und Blütenwuchs 34 über den
Rand 31 nach unten (1) herabhängen. In
2 ist der Blatt- und Blütenwuchs 34 durch
strahlenförmig aus dem Blumentopf 32 austretende geschwungene Linien
dargestellt.
Nachfolgend werden Einzelheiten der Lagerung für den Blumentopf
32 anhand 4 beschrieben. Das Aufnahmestück
19 ist mit einem Gewindezapfen 35 ausgebildet, der fest in ein
Innengewinde 36 einer Lagerwelle 37 eingeschraubt und gegen Lösen
durch Klebstoff gesichert ist. Die Lagerwelle 37 weist einen kurzen Wellenteil
38 und einen langen Wellenteil 39 auf, wobei die Wellenteile
38, 39 durch einen Ansatz 40 voneinander getrennt sind.
Auf dem kurzen Wellenteil 38 befindet sich ein fest aufgepresster Innenring
eines Rillenkugellagers 41, dessen Aussenring in einer entsprechend dimensionierten
Bohrung in einem grossen Teil 42 des Gehäuses 5 aufgenommen
und achsial durch einen darin festgelegten Sicherungsring 43 gehalten ist.
In einer Bohrung eines mittleren Teils 44 des Gehäues
5 befindet sich ein eingepresster Außenring 45 eines Freilaufs,
nachfolgend Hülsenfreilauf 46 genannt, der den langen Wellenteil
39 umfasst. Der Hülsenfreilauf 46 ist ein handelsübliches
Bauteil, wie dies beispielsweise von der Firma INA Wälzlager Schaeffler KG
angeboten und aus einem Katalog INA Hülsenfreiläufe, Druckschrift HFL,
Impressum Art. Nr. 204 964-3/HFL D 03885 bekannt ist. Der in der einschlägigen
Literatur gattungsmäßig auch als Klemmgesperre bezeichnete Hülsenfreilauf
46 weist angefederte Klemmnadeln auf, die in Ausformungen mit spiralförmig
verlaufenden Klemmflächen aufgenommen sind. Die Anordnung der Lagerwelle
37 in dem Rillenkugellager 41 und in dem Hülsenfreilauf
46 ist derart, daß das Aufnahmestück 19 um eine vertikale
verlaufende Achse 47 drehbar ist. Dabei dient das Rillenkugellager
41 zur Aufnahme von Radial- und Achsialkräften und der Hülsenfreilauf
46 zusätzlich der radialen Abstützung der Lagerwelle
37.
Bei der Annahme, dass das Gehäuse 5 und damit der Außenring
45 still steht, gestattet der Hülsenfreilauf 46 (5),
dass eine Drehung der Lagerwelle 37 in einer Drehrichtung 48 möglich
ist, während die Drehung der Lagerwelle 37 in der entgegengesetzten
Drehrichtung 49 infolge Kraftschluß blockiert ist. Der Hülsenfreilauf
46 stellt somit eine Drehrichtungs-Bestimmungseinrichtung dar.
Die Arbeitsweise ist wie folgt:
Bei Auftreten eines Windes W (1 und 2)
vermag dieser ein Drehmoment auf die Hängepflanze 33 und damit auf
den Blumentopf 32 auszuüben, wenn man von einer total zentrischen
Einwirkung des Windes W auf die Hängepflanze 33 und einer völlig
symmetrischen Form des Blatt- und Blütenwuchses 34 absieht.
Infolge der erfindungsgemäßen Lagerung mit der Drehrichtungs-Bestimmungseinrichtung,
dem Hülsenfreilauf 46, erfolgt ein freies, also ungehindertes Drehen
der Hängepflanze 33 in der Drehrichtung 48. Wenn der Wind
W jedoch eine entgegengesetzte Richtung einnimmt, erfolgt ein Blockieren der Aufhängung
der Hängepflanze 33 infolge der Wirkung des Hülsenfreilaufs
46. Der Hülsenfreilauf 46 sperrt dann eine Drehung der Hängepflanze
33 in der Drehrichtung 49. Mit der Sperrung der Drehrichtung
49 erfolgt ein Verdrehen des Verbindungsstücks 3 oder/und
der Zugstränge 25, 26, 27, womit Drehenergie gespeichert
wird. Mit dem Nachlassen der Einwirkung des Windes W vermag die nun freiwerdende
Drehenergie, einen Drehimpuls auf die Hängepflanze 33 auszuüben,
so daß schließlich ebenso ein Weiterdrehen der Hängepflanze
33 in der freien Drehrichtung 48 erfolgt. Damit wird die Hängepflanze
33 rundum ohne Tätigwerden des Menschen unter Nutzung des Windes der
Sonneneinstrahlung ausgesetzt, so daß die Bildung eines gleichmäßigen
Blatt- und Blütenwuchses 34 unterstützt wird.
Die beschriebene Drehung infolge der wechselnden Richtung und Stärke
des Windes W erfolgt in mehr oder weniger großen Drehschritten. Ungeachtet
der Einwirkung Windes W wird ein Auslenken der Hängepflanze 33 aus
ihrer stabilen vertikalen Lage durch die nachgiebige Aufhängung der Hängepflanze
33 durch das elastische Verbindungsstück 3 oder die Pendellagerung
17 störungsfrei ermöglicht.
- 1
- Stelle
- 2
- oberes Ende
- 3
- Verbindungsstück
- 4
- unteres Ende
- 5
- Gehäuse
- 6
- Stange
- 7
- Ende
- 8
- Gabelkopf
- 9
- Gelenkstück
- 10
- Bolzen
- 11
- Drehgelenk
- 12
- Drehachse
- 13
- Bolzen
- 14
- Halteteil
- 15
- Drehgelenk
- 16
- Drehachse
- 17
- Pendellagerung
- 18
- Ende
- 19
- Aufnahmestück
- 20
- Ausfräsung
- 21
- Haken
- 22
- Senkschraube
- 23
- Senkschraube
- 24
- Lasche
- 25
- Zugstrang
- 26
- Zugstrang
- 27
- Zugstrang
- 28
- Klemme
- 29
- Klemme
- 30
- Klemme
- 31
- Rand
- 32
- Blumentopf
- 33
- Hängepflanze
- 34
- Blatt- und Blütenwuchs
- 35
- Gewindezapfen
- 36
- Innengewinde
- 37
- Lagerwelle
- 38
- kurzer Wellenteil
- 39
- langer Wellenteil
- 40
- Ansatz
- 41
- Rillenkugellager
- 42
- großer Teil
- 43
- Sicherungsring
- 44
- mittlerer Teil
- 45
- Außenring
- 46
- Hülsenfreilauf
- 47
- Achse
- 48
- Drehrichtung
- 49
- Drehrichtung
- W
- Wind