Die Erfindung betrifft eine Verstellvorrichtung für eine Fahrzeug-Fensterscheibe.
Zum Verstellen von Fahrzeug-Fensterscheiben sind ein- oder doppelsträngige
Seil- oder Rohrfensterheber bekannt, die mindestens eine Führungsschiene und
einen formschlüssig mit der Führungsschiene verbundenen und auf dieser
in Längsrichtung bewegbaren Mitnehmer aufweisen, der die Fensterscheiben aufnimmt
und über ein Seil oder einen Bowden als Kraftübertragungsmittel mit einer
elektromotorischen oder manuellen Antriebseinrichtung verbunden ist. Die Verbindung
zwischen Mitnehmer und Führungsschiene verursacht jedoch tribologische Probleme,
die eine Auswahl bestimmter Materialien für die Gleitpaarung der Gleitflächen
des Mitnehmers und der Führungsschiene und eine Angleichung von Gleit- und
Haftreibungskoeffizienten erforderlich macht, um ein Ruckeln beim Verstellen der
Fensterscheibe in Folge des „Slip-Stick-Effektes" zu vermeiden.
Ein weiterer systembedingter Nachteil von Seil- oder Rohrfensterhebern
ist der durch die Umlenkung des Fensterheberseils oder des Bowdens an den Enden
der Führungsschiene begrenzte Hub und das Auftreten von Geräuschen der
Gleitpaarung von Mitnehmer und Führungsschiene.
Als alternative Einrichtung zum Heben und Senken einer Fahrzeug-Fensterscheibe
sind Armfensterheber, beispielsweise Kreuzarmfensterheber, bekannt, die einen fest
mit einem Zahnsegment verbundenen Antriebsarm aufweisen, der von einem in die Verzahnung
des Zahnsegment eingreifenden Ritzel angetrieben wird, das als Abtriebsgetriebeelement
eines motorischen oder manuellen Antriebs dient. Im Abstand zur Schwenkachse des
Zahnsegments ist ein Kreuzgelenk angeordnet, über welches der Antriebsarm mit
einem Führungsarm gelenkig in Verbindung steht. Die einen Enden des Antriebs-
und Führungsarms sind mit Gleitern verbunden, die in Führungsbereichen
einer an der Unterkante der Fensterscheibe befestigten ersten Führungsschiene
im Wesentlichen horizontal verschiebbar lagern. Das andere Ende des Führungsarms
wird entlang einer zweiten Führungsschiene geführt, die an der Türkarosserie
unterhalb der ersten Führungsschiene befestigt ist. Hierdurch erfolgt beim
Betätigen des Fensterhebers die Steuerung des Führungsarms bezüglich
des Antriebsarms.
Auch bei dieser Verstelleinrichtung treten in Folge der Gleitpaarungen
tribologische Probleme auf.
Sowohl Seil- oder Rohrfensterheber als auch Armfensterheber weisen
zudem den Nachteil einer erheblichen Teilezahl auf, die einen großen Bauraum
beanspruchen und mit einem hohen Herstellungs- und Montageaufwand verbunden sind.
Als weitere Verstelleinrichtung für Fahrzeug-Fensterheber sind
Zahnstangen-Fensterheber bekannt, bei denen eine sich im Wesentlichen in Verstellrichtung
der Fensterscheibe erstreckende und mit der Fahrzeugkarosserie verbundene Zahnstange
mit der Verzahnung eines Abtriebsritzels einer mit der Fensterscheibe bewegungsmäßig
verbundenen Motor-Getriebeeinheit in Eingriff steht. Zusätzlich ist ein an
der Zahnstange angreifendes Führungsmittel sowie eine flexible Energieleitung
zur Spannungsversorgung des Elektromotors der Motor-Getriebeeinheit erforderlich.
Auch bei dieser Verstelleinrichtung treten neben tribologischen Problemen
Geräuschprobleme auf. Die mit der Fensterscheibe mitbewegte Motor-Getriebeeinheit
erhöht zudem die zu bewegende Masse und macht eine geeignete, flexible elektrische
Leitung zur Spannungsversorgung des Elektromotors der Motor-Getriebeeinheit erforderlich.
Allen drei Verstellsystemen haftet zudem der Nachteil an, dass an
die Fensterscheibe besondere geometrische Anforderungen wie beispielsweise eine
Öffnung in der Fensterscheibe zu deren formschlüssiger Verbindung mit
einem Mitnehmer gestellt werden.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Verstellvorrichtung
für Fahrzeug-Fensterscheiben anzugeben, die die vorstehend genannten Nachteile
der bekannten Verstelleinrichtungen für Fahrzeug-Fensterscheiben vermeidet.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des
Anspruchs 1 gelöst.
Die erfindungsgemäße Lösung gewährleistet
- – einen größtmöglichen Hub in Folge der gegenüber
Seil- oder Rohrfensterhebern fehlenden Umlenkung an den Enden einer Führungsschiene,
- – einen geräuscharmen Lauf wegen der Friktion zwischen Verstellmittel
und Fensterscheibe,
- – die Herstellung eines Fensterhebers mit geringem Herstellungs- und
Montageaufwand auf rund der geringen Teilezahl,
- – einen geringen Bauraum durch den Entfall von Führungsschienen,
Fensterheberseilen, Bowden, Zahnstangen sowie Antriebs- und Führungsarmen gegenüber
Seil-, Rohr- oder Armfensterhebern,
- – die Anordnung einer ortsfesten Antriebseinrichtung gegenüber Zahnstangenfensterhebern,
und vermeidet
- – tribologische Probleme, da keine Führungsschienen
erforderlich sind und
- – besondere geometrische Anforderungen an die Fensterscheibe.
Das Verstellmittel kann in einer ersten Ausführungsform aus einer
Reibrolle bestehen, deren Achse senkrecht zur Verstellrichtung der Fensterscheibe
ausgerichtet und mit einem Antriebsmittel verbunden ist.
Alternativ kann das Verstellmittel aus einem Reibriemen bestehen,
der um eine mit einem Antriebsmittel verbundene Antriebsrolle und eine Umlenkrolle
gelegt ist, die in Verstellrichtung der Fensterscheibe zueinander beabstandet angeordnet
sind.
Durch die Verwendung eines Reibriemens anstelle einer Reibrolle wird
die Auflagefläche des Verstellmittels an der Fensterscheibe vergrößert,
wodurch sich ein evtl. einsteuernder Schlupf verringert wird.
Vorzugsweise besteht die an der Oberfläche der Fensterscheibe
anliegende Oberfläche der Reibrolle oder des Reibriemens aus einem Material
mit hohem Haftreibungskoeffizienten, insbesondere aus einem gummiartigen Material.
Durch die Verbindung von gummierten Reibrollen oder mit einer gummiartigen
Beschichtung versehenen Reibriemen wird sowohl die Friktion zwischen dem Verstellmittel
und der zu verstellenden Fensterscheibe erhöht als auch ein geräuscharmer
Lauf beim Verstellen der Fensterscheibe erzielt.
Durch die Verwendung mehrerer verteilt angeordneter Verstellmittel
wird die Friktion zwischen der Verstellvorrichtung und der Fensterscheibe weiter
erhöht und eine gleichmäßige verteilte Krafteinleitung erzielt. Dementsprechend
besteht ein weiteres Merkmal der Erfindung in der Anordnung von zwei zueinander
beabstandeten Verstellmitteln, die wahlweise senkrecht zur Verstellrichtung der
Fensterscheibe oder diagonal zur Verstellrichtung der Fensterscheibe, d. h. in Verstellrichtung
zueinander versetzt angeordnet werden können. Die in Verstellrichtung der Fensterscheibe
zueinander versetzte Anordnung der Verstellmittel eignet sich insbesondere für
Fensterscheiben mit Fensterschrägen, so dass die Verstellmittel in Bezug auf
den jeweiligen Verstellweg optimiert angeordnet werden können.
Analog zu einem ein- oder doppelsträngigen Seilfensterheber kann
bei der Anordnung mehrerer Verstellmittel jedes der Verstellmittel mit einem Antriebsmittel
verbunden werden oder die Verstellmittel werden an ein gemeinsames Antriebsmittel
angekoppelt.
Bei der Anordnung von zwei mit insbesondere jeweils einem Antriebsmittel
verbundenen Verstellmitteln werden diese vorzugsweise an den in Verstellrichtung
der Fensterscheiben seitlichen Rändern der Oberfläche der Fensterscheibe
angeordnet, so dass gegebenenfalls auftretende Laufspuren der Verstellmittel durch
die seitlichen Fensterrahmenkanten abgedeckt werden.
Zur Vermeidung einer einseitigen Kraftweinwirkung auf die Oberfläche
der Fensterscheibe wird nach einem weiteren Merkmal der Erfindung dem mit einem
Antriebsmittel verbundenen Verstellmittel ein an der gegenüberliegenden Oberfläche
der Fensterscheibe anliegendes Gegendruckmittel zugeordnet, so dass die Fensterscheibe
weitestgehend momentenfrei zwischen dem Verstellmittel und dem Gegendruckmittel
eingespannt ist.
Um einen Schlupf zwischen dem Verstellmittel bzw. dem Gegendruckmittel
und der Fensterscheibe weitestgehend auszuschließen, werden das Verstellmittel
und/oder das Gegendruckmittel in Richtung auf die Oberfläche der Fensterscheibe
vorzugsweise federelastisch vorgespannt.
Das bzw. die Verstellmittel, Antriebsmittel und Gegendruckmittel werden
vorzugsweise unmittelbar unterhalb der an die durch die Fensterscheibe abzudeckende
Tür- oder Karosserieöffnung des Fahrzeugs angrenzende Brüstung im
Tür- oder Karosseriekasten des Fahrzeugs angeordnet.
Eine vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung ist durch Verriegelungsmittel
gekennzeichnet, das die Positionierung der Fensterscheibe durch eine formschlüssige
Verbindung mit der Fensterscheibe sichert.
Die zusätzliche formschlüssige Verriegelung der Fensterscheibe
mit einem Verriegelungsmittel sichert die mittels des Verstellmittels eingestellte
Position der Fensterscheibe auch bei einem Durchrutschen der reibschlüssigen
Verbindung zwischen Fensterscheibe und Verstellmittel, so dass auch bei einer Schlechtwegstrecke,
bei ungünstiger Witterung oder nachlassender Vorspannkraft des Verstellmittels
in Bezug auf die Fensterscheibe ein unbeabsichtigtes Verstellen der Fensterscheibe
verhindert wird. Weiterhin dient das die Positionierung der Fensterscheibe sichernde
Verriegelungsmittel als Einbruchssicherung, die ein Verschieben der Fensterscheibe
gegen die Friktion des Verstellmittels verhindert.
Eine bevorzugte Ausführungsform besteht darin, dass das Verriegelungsmittel
aus einer die Fensterscheibe zumindest in ihrer oberen Endposition verriegelnden
Sperrklinke besteht, die vorzugsweise in der oberen Endposition der Fensterscheibe
unter die Unterkante der Fensterscheibe greift.
In dieser Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Lösung
wird die Fensterscheibe in ihrer oberen, geschlossenen Position gesichert, so dass
während der Fahrt auch über unebene Wegstrecken kein unbeabsichtigtes
Absenken der Fensterscheibe auftreten kann und im Stillstand eine wirksame Einbruchssicherung
gegeben ist, die ein Herabdrücken der Fensterscheibe gegen die Friktion des
Verstell- und gegebenenfalls Gegendruckmittels verhindert.
Die Ausgestaltung und Funktion der Sperrklinke kann auf unterschiedliche
Weise realisiert werden. In einer ersten Variante greift ein Verriegelungsarm der
Sperrklinke beim Erreichen der oberen Endposition unter die Unterkante der Fensterscheibe
und wird beim Absenken der Fensterscheibe in einer Freigabeposition verstellt.
Diese Variante eines Verstellmittels kann mit einer Zusatzsteuerung
des Verriegelungsarms der Sperrklinke oder durch eine Koppelung mit dem Antriebs-
und/oder Verstellmittel realisiert werden.
In der letztgenannten Ausführungsform weist die Sperrklinke einen
mit dem Antriebsmittel, dem Verstellmittel oder dem Gegendruckmittel verbundenen
Schwenkarm auf, an dessen einem Ende eine erste Stützrolle angeordnet und dessen
anderes Ende mit dem Verriegelungsarm verbunden ist, dessen Ende eine zweite Stützrolle
aufweist, wobei der Schwenkarm in Abhängigkeit von der Bewegungsrichtung des
Antriebsmittels, des Verstellmittels oder des Gegendruckmittels den Verriegelungsarm
gegen die Oberfläche der Fensterscheibe drückt oder von dieser abhebt,
derart, dass der Verriegelungsarm beim Erreichen der oberen Endposition der Fensterscheibe
unter die Unterkante der Fensterscheibe und beim Absenken der Fensterscheibe aus
dem Verstellbereich der Fensterscheibe verschwenkbar ist.
In dieser Ausführungsform wird die Sperrklinke über das
Motordrehmoment des Antriebsmittels angetrieben, wobei das Antriebsmittel um wenige
Grad um seine Motorachse drehbar ist. Die fest am Antriebsmittel montierte Sperrklinke
ist mit zwei passiven Stützrollen ausgestattet, durch die die Reibung beim
Verstellen der Fensterscheibe reduziert wird. Über den Verstellweg der Fensterscheibe
liegt die untere und obere Stützrolle der Sperrklinke an der Fensterscheibe
an und fixiert damit das Antriebsmittel um seine Längsachse. Beim Einfahren
der Fensterscheibe in die obere Dichtung erhöht sich das Drehmoment des Antriebsmittels
in Abhängigkeit von dessen Motorkennlinie, so dass die untere Stützrolle
der Sperrklinke über den Verriegelungsarm zusätzlich zum Reibschluss des
Verstellmittels und des Gegendruckmittels formschlüssig unter die Scheibenunterkante
greift.
Alternativ ist eine Verbindung der Sperrklinke mit der Gegendruckrolle
möglich, wobei beim Erreichen der oberen Endposition der Fensterscheibe der
Verriegelungsarm ebenfalls unter die Scheibenunterkante greift und beim Absenken
der Fensterscheibe durch einen Wechsel der Drehrichtung der Gegendruckrolle aus
der die Fensterscheibenunterkante untergreifenden Stellung zur Freigabe der Abwärtsbewegung
der Fensterscheibe zurückbewegt wird.
In dieser Ausgestaltung des Verriegelungsmittels sind keine zusätzlichen
Bauteile zur Steuerung und zum Antrieb der Sperrklinke erforderlich und es ist eine
hohe Funktionssicherheit gewährleistet, da bei steigenden Verschiebekräften
der Fensterscheibe das Motormoment des Antriebsmittels steigt, so dass die Kraft,
mit der die Sperrklinke die Fensterscheibe in die obere Endposition drückt,
größer wird, bis diese endgültig verriegelt ist. Darüber hinaus
gewährleistet die Ausgestaltung der Sperrklinke, dass diese bei einem Einbruchsversuch
nicht verdreht werden kann, da die fest mit der Sperrklinke verbundene obere Stützrolle
einen Zugang zur Sperrklinke erschwert.
In einer alternativen Ausführungsform ist die Sperrklinke mit
einem Hilfsantrieb verbunden, der die Sperrklinke in der oberen Endposition der
Fensterscheibe unter die Unterkante der Fensterscheibe und die Sperrklinke zum Absenken
der Fensterscheibe in eine Freigabestellung bewegt.
Vorzugsweise liegt die Sperrklinke federbelastet an der Oberfläche
der Fensterscheibe an, greift in der oberen Endposition der Fensterscheibe unter
die Unterkante der Fensterscheibe und ist zum Absenken der Fensterscheibe mittels
eines Hilfsantriebs in eine Freigabestellung bewegbar.
Die in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiele sollen
den der Erfindung zu Grunde liegenden Gedanken näher erläutern und zum
Verständnis weiterer Merkmale der Erfindung beitragen. Es zeigen:
1 eine schematische Seitenansicht einer Kraftfahrzeugtür
mit einer Einrichtung zur reibschlüssigen Verstellung einer in der Kraftfahrzeugtür
geführten Fensterscheibe;
2 einen Schnitt durch die Türbrüstung der
Kraftfahrzeugtür mit einer schematischen Darstellung der teilweise abgesenkten
Fensterscheibe;
3 einen Schnitt durch die Kraftfahrzeugtür im
Bereich der Türbrüstung mit in die obere Endposition angehobener Fensterscheibe;
4 einen Schnitt entlang der Linie IV-IV gemäß
2;
5 einen schematische Seitenansicht einer Kraftfahrzeugtür
mit darin geführter reibschlüssig mit einem Antriebsmittel und zwei Verstellmitteln
verstellbarer Fensterscheibe;
6 eine Ansicht auf die reibschlüssige Verstelleinrichtung
in Richtung des Pfeils VI gemäß 5;
7 eine schematische Schnittdarstellung einer teilweise
in die Türbrüstung abgesenkten Fensterscheibe mit einer reibschlüssigen
Verstelleinrichtung und einer an der Scheibenoberfläche anliegenden Sperrklinke;
8 die schematische Schnittdarstellung gemäß
7 bei in die obere Endposition angehobener und mittels
der Sperrklinke verriegelter Fensterscheibe.
1 zeigt in einer schematischen Seitenansicht eine Kraftfahrzeugtür
1 mit einem Türausschnitt 10 und einem Türschacht
11, der an seinem oberen Ende durch eine Türbrüstung
12 abgeschlossen wird, durch die eine in den Türschacht
11 absenkbare Fensterscheibe 2 geführt wird, die in ihrer
oberen Endposition den Türausschnitt 10 verschließt. Zum Anheben
und Absenken der Fensterscheibe 2 ist eine mit Friktion an der Oberfläche
der Fensterscheibe 2 anliegende Reibrolle 3 vorgesehen, die über
eine Antriebsachse 50 mit einem als Antriebsmittel dienenden Antriebs-
bzw. Elektromotor 5 verbunden und an ihrem entgegen gesetzten Ende an einem
Stützlager 61 abgestützt ist.
Wie den Schnittdarstellungen der 2 bis
4 zu entnehmen ist, steht der Reibrolle 3
auf der gegenüberliegenden Seite der Fensterscheibe 2 eine Gegendruckrolle
4 gegenüber, die im Wesentlichen an demselben Teil der Scheibenoberfläche
anliegt wie die Reibrolle 3 und gemäß 4
an Stützlagern 63, 64 abgestützt ist.
Zur Vorspannung der Reibrolle 3 und der Gegendruckrolle
4 in Richtung auf die Oberflächen der Fensterscheibe 2 dienen
nicht näher dargestellte, als Druckfedern ausgebildete Federelemente, so dass
die Reibrolle 3 und die Gegendruckrolle 4 mit definierter Vorspannung
an der jeweiligen Scheibenoberfläche anliegen. Die Druckfeder kann beispielsweise
in die Stützlager 61 bis 64 bzw. in die Verbindung des Antriebsmotors
5 mit der Reibrolle 3 integriert sein, so dass eine besondere
Konstruktion zum Aufbringen der Vorspannkraft entfallen kann.
Anstelle eines in den 1 bis
4 dargestellten, über eine Antriebsachse
50 mit der Reibrolle 3 verbundenen und als Antriebsmittel dienenden
isolierten Elektromotors 5 kann insbesondere ein Rohrmotor verwendet werden,
der in die Reibrolle 3 integriert ist und aus der Antriebstechnik für
Rollläden, Jalousien und dergleichen bekannt ist.
2 zeigt die mittels Friktion verstellbare Fensterscheibe
2 in einer im Wesentlichen abgesenkten Stellung, in der sie sich nahezu
vollständig innerhalb des Türschachtes 11 befindet. Durch Drehen
der Reibrolle 3 im Uhrzeigersinn wird die Fensterscheibe 2 in
Folge der Friktion zwischen der Scheibenoberfläche und der Reibrolle
3 aus dem Türschacht 11 angehoben und in die in
3 schematisch dargestellte Position bewegt, in der
sie sich in ihrer oberen, den Türausschnitt 10 gemäß
1 abdeckenden Endposition befindet.
Die in den 1 bis 4
dargestellte erste Ausführungsform zeigt die Verbindung einer als Verstellmittel
dienenden Reibrolle 3 mit einem ihr als Antriebsmittel zugeordneten Antriebs-
bzw. Elektromotor 5 und einer an der gegenüberliegenden Oberfläche
der Fensterscheiben anliegenden Gegendruckrolle 4. In Erweiterung dieser
Ausführungsform können jeweils zwei als Verstellmittel dienende Reibrollen
mit jeweils einem ihnen zugeordneten Antriebsmotor vorgesehen und mit an der gegenüberliegenden
Scheibenoberfläche anliegenden Gegendruckrollen kombiniert werden. Eine derartige
Ausführungsform bietet sich insbesondere für eine Anordnung im Bereich
der beiden Seitenkanten der Fensterscheibe 2 an, da evtl. durch die Reibrollen
3 hervorgerufene Abrollspuren beim Anheben der Fensterscheibe
2 durch den seitlichen Türrahmen der Kraftfahrzeugtür
1 abdeckt werden.
Eine weitere Ausführungsform ist in den 5
und 6 dargestellt und besteht aus zwei mit einem gemeinsamen
Antriebsmotor 5 verbundenen Reibrollen 31, 32, die über
Antriebsachsen 51, 52 mit dem Antriebsmotor 5 verbunden
und an äußeren Stützlagern 61, 62 abgestützt
sind. Den beiden Reibrollen 31, 32 zugeordnet sind entsprechend
der in 6 dargestellten Ansicht VI an der gegenüberliegenden
Scheibenoberfläche anliegende Gegendruckrollen 41, 42, die
an seitlichen Stützlagern 63, 64 bzw. 65,
66 abgestützt sind.
In dieser Ausführungsform wird die Friktion durch die Anordnung
von zwei Reibrollen 31, 32 und ihnen zugeordneten Gegendruckrollen
41, 42 erhöht, ohne dass ein zusätzlicher Antriebsmotor
vorzusehen ist. Auch in dieser Ausführungsform kann der Antriebsmotor als Rohrmotor
in die Reibrollen 31, 32 integriert werden.
Eine weitere, nicht näher dargestellte Ausführungsform besteht
in der Anordnung eines Reibriemens, der anstelle einer Reibrolle vorgesehen ist
und um eine Antriebsrolle und eine Umlenkrolle gelegt wird, wobei die Antriebsrolle
mit einem geeigneten Antriebsmotor, der ebenfalls als Rohrmotor ausgebildet
sein kann, verbunden ist. Durch die Anordnung eines Reibriemens anstelle einer Reibrolle
wird die Haftreibung zwischen Fensterscheibe und Verstellmittel durch die größere
Oberfläche des Reibriemens erhöht und damit ein möglicher Schlupf
zwischen dem Verstellmittel und der Fensterscheibe reduziert.
In einer weiteren, ebenfalls nicht dargestellten Ausführungsform
ist die Unterkante der Fensterscheibe mit einem Verstellriemen verbunden, der um
eine von einem Antriebsmotor angetriebene Antriebsrolle gelegt ist, wobei der Antriebsmotor
über eine Antriebsachse gleichzeitig mit einer Reibrolle verbunden ist, die
zusammen mit der Antriebsrolle und dem Antriebsmotor im Bereich der Türbrüstung
angeordnet ist.
In dieser Ausführungsform erfolgt das Anheben der Fensterscheibe
über die formschlüssige Verbindung des Verstellriemens mit der Unterkante
der Fensterscheibe, indem der Verstellriemen auf die vom Antriebsmotor angetriebene
Antriebsrolle aufgewickelt wird und dabei die Fensterscheibe anhebt.
Das Absenken der Fensterscheibe erfolgt durch eine Umkehr der Drehrichtung
des Antriebsmotors, wobei die Reibrolle mit gegebenenfalls an der gegenüberliegenden
Scheibenoberfläche anliegender Gegendruckrolle über Friktion die Absenkbewegung
steuert.
Zur Entkoppelung unterschiedlicher Umfangsgeschwindigkeiten der Reibrolle
und der den Verstellriemen aufnehmenden Antriebsrolle können geeignete Schlupfkupplungen
oder dergleichen vorgesehen werden.
Durch die Kombination eines formschlüssig mit der Fensterscheibe
verbundenen Reibriemens mit einer die Absenkbewegung der Fensterscheibe steuernden
Reibrolle, die mit getrennten oder vorzugsweise mit einem gemeinsamen Antriebsmotor
verbunden sind, ist neben einem sicheren Anheben der Fensterscheibe und deren Verriegelung
in jeder angehobenen Position auch eine Diebstahlsicherung bei vollständig
angehobener Fensterscheibe gewährleistet, da die Scheibe nicht gegen die formschlüssige
Verbindung der Fensterscheibe mit dem Verstellriemen abgesenkt werden kann und somit
in ihrer oberen Endposition blockiert ist.
Ein Blockieren der Fensterscheibe in der oberen Endposition, in der
die Fensterscheibe den Türausschnitt vollständig abdeckt, kann auch mittels
eines Verriegelungsmittels bewirkt werden, zu dem in den 7
und 8 ein Ausführungsbeispiel in Form einer Sperrklinke
dargestellt ist.
7 zeigt in einem Schnitt durch einen Türschacht
11 eine teilweise in den Türschacht 11 abgesenkte Fensterscheibe
2, deren Verstellung in der vorstehend beschriebenen Weise mittels einer
Reibrolle 3, die mit einem Antriebsmotor 5 gekoppelt ist, und
einer der Reibrolle 3 gegenüberliegenden Gegendruckrolle
4 bewirkt wird. Der um wenige Grad um seine Antriebsachse 50 schwenkbare
Antriebsmotor 5 ist mit einer Sperrklinke 8 verbunden, die aus
einem Verriegelungsarm 81 und einem vom Verriegelungsarm 81 abgewinkelten
Schwenkarm 82 sowie an den äußeren Enden des Verriegelungsarms
81 und des Schwenkarms 82 angeordneten ersten und zweiten Stützrollen
91, 92 besteht.
Beim Verstellen der Fensterscheibe 2 durch Betätigen
des Antriebsmotors 5 sowie durch die Friktion zwischen der Reibrolle
3 und der Fensterscheibe 2 gleiten die Stützrollen
91, 92 an der Oberfläche der Fensterscheibe 2 entlang.
Da sich beim Anheben der Fensterscheibe 2 der Antriebsmotor 5
beispielsweise im Uhrzeigersinn dreht, schwenkt beim Erreichen der oberen Endposition
der Fensterscheibe 2 der Verriegelungsarm 81 der Sperrklinke
8 gemäß 8 unter die Unterkante
20 der Fensterscheibe 2 und blockiert deren Abwärtsbewegung
in Folge einer Schlechtwegstrecke oder bei einem Versuch, die Fensterscheibe
2 gewaltsam von außen abzusenken.
Zum gewünschten Absenken der Fensterscheibe 2 mittels
der aus dem Antriebsmotor 5 und der Reibrolle 3 gebildeten Verstelleinrichtung
wird die Reibrolle 3 gegen den Uhrzeigersinn gedreht, wobei zunächst
in Folge der drehbeweglichen Verbindung des Antriebsmotors 5 mit der Reibrolle
3 der Verriegelungsarm 81 der Sperrklinke 8 aus dem Eingriff
mit der Unterkante 20 der Fensterscheibe 2 herausgeschwenkt wird,
so dass anschließend bei weiterer Drehung der Reibrolle 3 entgegen
dem Uhrzeigersinn in Richtung des Pfeils A gemäß 8
die Fensterscheibe 2 durch Friktion kontrolliert abgesenkt wird. Bei der
Absenkbewegung gleiten die Stützrollen 91, 92 erneut an der
Oberfläche der Fensterscheibe 2 entlang.
Alternativ zu der in den 7 und
8 dargestellten Ausführungsform kann die Sperrklinke
8 auch mit der Gegendruckrolle 4 verbunden werden.
In einer weiteren alternativen Ausführungsform kann die Sperrklinke
8 fremdgesteuert unterhalb der Unterkante 20 der Fensterscheibe
2 in deren oberer Endposition angeordnet und beispielsweise mittels eines
Relais beim Erreichen der oberen Endposition der Fensterscheibe 2 unter
die Unterkante 20 der Fensterscheibe 2 verstellt werden. Vor einem
Absenken der Fensterscheibe 2 wird die Sperrklinke zurückgezogen,
so dass die Verstellung der Fensterscheibe 2 freigegeben wird.
Die Erfindung beschränkt sich nicht auf die in der
Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiele. So kann beispielsweise eine Reibrolle
senkrecht zur Verstellrichtung der Fensterscheibe durchgehend von einer Seitenkante
der Fensterscheibe zur anderen Seitenkante vorgesehen werden. Auch ist die versetzte
Anordnung mehrerer mittels jeweils eines Antriebsmotors angetriebener Reibrollen
verteilt über die Fläche der Fensterscheibe möglich, um unterschiedliche
und verteilt angeordnete Kraftangriffspunkte zu erzielen und dabei den durch den
Türschacht zur Verfügung gestellten Bauraum optimal zu nutzen.
- 1
- (Kraft-)Fahrzeugtür
- 2
- Fensterscheibe
- 3
- Verstellmittel (Reibrolle)
- 4
- Gegendruckmittel (Gegendruckrolle)
- 5
- Antriebsmittel (Antriebs- oder Elektromotor)
- 8
- Verriegelungsmittel (Sperrklinke)
- 10
- Türausschnitt
- 11
- Türschacht
- 12
- Türbrüstung
- 20
- Unterkante der Fensterscheibe
- 31, 32
- Reibrollen
- 41, 42
- Gegendruckrollen
- 50-52
- Antriebsachsen
- 61-66
- Stützlager
- 81
- Verriegelungsarm
- 82
- Schwenkarm
- 91, 92
- Stützrollen