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Dokumentenidentifikation DE202007007547U1 08.11.2007
Titel Vorrichtung zum Fräsen eines Bauteils aus einem plattenförmigen Werkstück
Anmelder Steinert, Gunter, 09517 Zöblitz, DE
Vertreter Rumrich, G., Dipl.-Ing. Pat.-Ing., Pat.-Anw., 09116 Chemnitz
DE-Aktenzeichen 202007007547
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 08.11.2007
Registration date 04.10.2007
Application date from patent application 25.05.2007
IPC-Hauptklasse B23C 1/00(2006.01)A, F, I, 20070525, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B23C 1/20(2006.01)A, L, I, 20070525, B, H, DE   B23Q 17/22(2006.01)A, L, I, 20070525, B, H, DE   B27C 5/02(2006.01)A, L, I, 20070525, B, H, DE   B27G 23/00(2006.01)A, L, I, 20070525, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Fräsen eines Bauteils aus einem plattenförmigen Werkstück, wobei das Bauteil bevorzugt aus einer Holzplatte (insbesondere Sperrholzplatte) besteht. Es ist jedoch auch möglich, die Vorrichtung zum Bearbeiten von Platten aus Kunststoff oder Metall sowie zum Trennen von Acrylglas, GFK, Schaumstoff, Gummi, Gips, Leder und Kork zu verwenden.

In den letzten Jahren nahm die Anzahl an Typenreihen und Geräten bei Dekupiersägen, speziell auf dem deutschsprachigen Markt, enorm zu. Dabei wird unter „Dekupieren" bekanntlich „ausschneiden, aussägen" verstanden, wobei speziell eine Dekupiersäge eine „Schweif- bzw. Laubsäge" mit entsprechenden Zusätzen darstellt. Derartige Sägen finden breite Anwendung sowohl in der Heimwerkerbranche, als auch im Profibereich. Genannt seien bei letzterem u. a. die Einsatzbranchen Formenbau, Feinmechanik und Modellbau sowie Spielzeugherstellung, ebenso Designer, Architekten und Schreiner. Profi-Dekupiersägen hoher Leistung für den industriellen Einsatz, z. B. das System VariSpeed des Unternehmens Miksch GmbH Göppingen, dienen hierbei vor allem zur Bearbeitung von Massivholz, Sperrholz, Kunststoff und Metall. Im Vergleich zur Heimwerkerbranche sind bedeutend höhere Anforderungen an Stabilität und Schwingungsverhalten der Produkte zu stellen.

Auf dem deutschsprachigen Markt ist eine große Typenreihe an Dekupiersägen vorhanden. Folgende Produzenten und Vertriebsorganisationen bzw. Anbieter seien genannt:

  • • Rexon Europe GmbH Hilden
  • • Proxxon GmbH Niersbach/Einhell
  • • Hegner Nürnberg
  • • Miksch GmbH Göppingen
  • • Atika
  • • Scheppach
  • • Westfalia
  • • Conrad Electronic SE
  • • teliad Internetmarketing GmbH (Osalo)

Analysiert man die auf dem Markt befindlichen Dekupiersägen, so lassen sich als Charakteristika u. a. ableiten:

Die Produkt-Herstellungszeit beim Dekupiersägen ist relativ groß. Wesentliche Ursache ist, dass durch das realisierte Grundprinzip des Sägens ein ständiges Ein- und Ausspannen der Sägeblätter und damit „Zeit" erforderlich ist, die die Produktivität jedoch begrenzt. Um die relativ große Herstellungszeit beim Dekupiersägen zu minimieren, wird in den Produkten ein Sägeblattschnellverschluss verwendet. Oft ist ein Schnellspannhebel vorhanden, wobei das genannte grundsätzliche Problem nicht gelöst wird. In der Verkürzung dieser „Zeit" liegt offensichtlich der entscheidende Ansatzpunkt für eine prinzipielle Weiterentwicklung des Dekupierens mit den bisherigen Vorrichtungen.

Das Grundprinzip des Sägens erfordert auch einen entsprechenden Sägeblatt-Hub sowie eine Hubgeschwindigkeit, die aber vor allem aus dynamischen Gründen begrenzt ist. Als mittlere Werte werden bei den Produkten aufgeführt: Hub des Sägeblatts etwa 15 mm, Hubgeschwindigkeit: 400–1600 min–1. Um eine entsprechende Herstellungsqualität zu erreichen, ist ein vibrationsarmes Arbeiten hierbei erforderlich. Somit ist auch ein stabiles Gestell (meist aus Grauguss bestehend) Voraussetzung. Dadurch erhöht sich auch das Produkt-Gewicht, welches bei den auf dem Markt befindlichen „Heimwerker-Produkten" mit etwa 16 kg relativ hoch liegt.

Ebenso sind die beim klassischen Dekupiersägen notwendigen Geräteleistungen im Heimwerkerbereich mit durchschnittlich 100 W relativ hoch, Geräteleistungen größer 120 W können Profi-Erzeugnissen zugeordnet werden.

Nachteilig sind weiterhin die beim Dekupiersägen auftretenden langen Produkt-Herstellungszeiten – bedingt durch das ständige Ein- und Ausspannen der Sägeblätter während des Produkt-Herstellungsprozesses. Weiterhin ist die Hubzahl und damit die Vorschubgeschwindigkeit relativ gering.

Aus EP 1 344 617 B1 und DE 202 03 998 U1 sind Einrichtungen zum konturennahen Ausschneiden oder Fräsen aus einem plattenförmigen Werkstück bekannt, bei welchen der Fräser über dem Werkstück angeordnet ist und die einen großen aufwendigen Aufbau aufweisen und für den Heimwerkerbedarf und kleinere Handwerksbetriebe nicht geeignet sind.

Aus DE 44 28 28 U ist eine Tischfräse bekannt, die als Ober- und Unterfräse eingesetzt werden kann und die ebenfalls einen hohen Bauraum benötigt und ein großes Gewicht aufweist.

Eine Unterfräse mit Stützlager, die insbesondere für den Bastel- und Hobbybereich nutzbar ist, beschreibt DE 103 14 611 A1. Bei dieser wird ein herkömmlicher Schaftfräser eingesetzt, dessen Schaft als Lagerzapfen zur radialen Führung des Werkzeuges genutzt wird. Gestalterische Arbeiten können am Computer entworfen und auf selbstklebenden Folien gedruckt werden. Die Folien werden auf das plattenförmige Werkstück geklebt und anschließend ausgearbeitet. Diese Lösung bildet eine einfache und praktikable Möglichkeit für den Heimwerkerbereich. Nachteil dabei ist, dass der Schaftfräser immer über den Arbeitstisch ragt und dadurch ein hohes Verletzungsrisiko gegeben ist. Weiterhin kann die Anfangsbohrung nicht exakt positioniert werden.

Aufgabe der Erfindung ist es, eine Vorrichtung zum Fräsen eines Bauteils aus einem plattenförmigen Werkstück zu entwickeln, die einen einfachen und sicheren Aufbau aufweist und die Bearbeitungszeiten reduziert.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß mit den kennzeichnenden Merkmalen des ersten und zweiten Schutzanspruchs gelöst. Vorteilhafte Ausführungen ergeben sich aus den Unteransprüchen.

Die Vorrichtung zum Fräsen eines Bauteils aus einem plattenförmigen Werkstück besteht dabei erfindungsgemäß aus einem Arbeitstisch, einem unter dem Arbeitstisch angeordneten Fräser, einer Austrittsöffnung für den Fräser im Arbeitstisch, einer Betätigungseinrichtung für den Fräser sowie

  • – einer über dem Bearbeitungstisch angeordneten Laserstrahl-Positionierung zur Kennzeichnung der Austrittsstelle des Fräsers
und/oder
  • – einer Hubeinrichtung für den Fräser, um diesen aus einer abgesenkten Position in Nichtgebrauchsstellung in eine den Arbeitstisch überragende Arbeitsposition zu bewegen.

Damit wird erstmalig eine Einrichtung zu einem neuartigen „Dekupierfräsen" geschaffen, mit welcher ein einfaches, sicheres und schnelles Fräsen von Ausschnitten aus einer Platte gewährleistet wird.

Bevorzugt wird zum Dekupierfräsen als Fräser ein Stiftfräser in Form eines Hochgeschwindigkeitsfräsers eingesetzt. Der insbesondere verwendete Bohrfräser weist einen Durchmesser von 0,5 bis 10 mm bei einer Bearbeitungsgeschwindigkeit bis etwa 40 000 min–1 auf.

Die Betätigung des Fräsers erfolgt mittels eines Getriebes und einer Betätigungseinrichtung in Form eines Trettasters.

Bevorzugt erfolgt die Befestigung der Laserstrahlpositionierung mittels eines Laser-Haltearmes an dem Arbeitstisch. Dazu ist die Laserstrahl-Positionierung in einem Haltekopf des Laser-Haltearmes so positionierbar, dass der sichtbare Laser-Strahl von oben genau auf den aus Austrittsöffnung der Arbeitsplatte austretenden Stiftfräser einstellbar ist. Dadurch ist es möglich, mittels des Laser-Strahls den Fräseraustrittspunkt exakt mit einem Punkt der herzustellenden Werkstück-Kontur in Übereinstimmung zu bringen. Die Vorrichtung weist weiterhin eine Staubabsaugung auf, die unter der Arbeitsplatte anbindet.

Vorteilhafter Weise ist die Arbeitsplatte modular gestaltbar und an das Werkstück anpassbar.

Zur Gewährleistung des Arbeitsschutzes ist die Hubeinrichtung mit der Betätigungseinrichtung so gekoppelt, dass bei Einschalten des Fräsers dieser automatisch mittels der Hubeinrichtung aus der abgesenkten Position in die den Arbeitstisch überragende Arbeitsposition und bei Ausschalten des Fräsers dieser automatisch aus der Arbeitsposition in die abgesenkten Position bewegbar ist.

Dazu ist der Fräser mit einer Aufnahmeeinrichtung schwenkbar in Bezug auf die Arbeitsplatte befestigt, so dass der Fräser mittels einer Schwenkbewegung der Aufnahmeeinrichtung aus der abgesenkten in die Arbeitsposition und umgekehrt bringbar ist.

Vorteilhafter Weise können mit der Vorrichtung weitere Vorrichtungs-Zusatzvorrichtungen kombiniert werden, die z.B. auf die Arbeitsplatte aufspannbar sind. Mit den Vorrichtungs-Zusatzvorrichtungen können beispielsweise Radien als Tellerform oder geradlinige Strukturen hergestellt werden, wobei das Werkstück auch entlang dieser Vorrichtungs-Zusatzvorrichtungen führbar sein kann. Es ist ebenfalls möglich, einen Schwingschleifer und/oder eine biegsame Welle mit Bohrfutter für Schleifarbeiten in die Vorrichtung zu integrieren.

Zur Gewährleistung eines einfachen Transports ist die Vorrichtung in eine Transportbox integrierbar. Dabei bildet bei der aufgebauten Vorrichtung eine Seitenwand der Transportbox den Arbeitstisch. In die Vorrichtung bzw. in deren Transportbox sollte ebenfalls eine Werkzeug-Fräser-Box vorgesehen werden, um die Variabilität der Vorrichtung weiter zu erhöhen.

Zum Fräsen des Bauteils aus dem plattenförmigen Werkstück ist es möglich, Papierschablonen auf das plattenförmige Werkstück zu kleben, auf welche die Kontur des Bauteils abgebildet ist.

Zur Erhöhung der Hubgeschwindigkeit wird bei der erfindungsgemäßen Lösung somit anstelle des bisher bekannten Dekupiersägens ein neuartiges „Dekupierfräsen" realisiert. Hierfür werden, wie vorgenannt bereits beschrieben, als Werkzeuge Stiftfräser, speziell herkömmliche „Bohrfräser" mit je nach zu bearbeitendem Problem von ca. 0,8 bis 8 mm ϕ (z. B. von HAWERA Präzisionswerkzeuge GmbH Ravensburg oder Hartmetallwerkzeugfabrik Maier GmbH + CO. KG Schwendi-Hörenhausen), verwendet. Dadurch können Bearbeitungsgeschwindigkeiten bis zu etwa 40 000 min–1 erreicht werden, was eine Voraussetzung für noch höhere Fertigungsqualität und Effektivität des neuartigen Dekupierfräsens im Vergleich zum herkömmlichen Dekupiersägen ist.

Prinzipbedingt sind beim Dekupiersägen die Anforderungen an ein vibrationsarmes Arbeiten sehr hoch. Bei dem erfindungsgemäßen Dekupier-Fräsen entfällt der eigentliche Ausleger und damit eine mögliche Schwingungseinkopplung, es reduziert sich konstruktionsbedingt auch das Gewicht der Vorrichtung.

Als Baugruppen einer „Dekupierfräse" lassen sich erfindungsgemäß definieren

  • • Fräserbaugruppe: (handelsüblicher) Dremel (Oberfräse) mit Getriebemotor
  • • normaler, einfacher Fußschalter (Trettaster), zum Ein- und Ausschalten des Fräsers,
  • • elektrisch betriebene Hebevorrichtung für Anheben des Dremels (Oberfräse) einschließlich Netzteil,
  • • (handelsüblicher) Punktlaser,
  • • (handelsüblicher) Heimwerker-Staubsauger,
  • • Arbeitsplatte,
  • • Produktgehäuse.

Durch Betätigen des Trettasters werden der Staubsauger sowie der „Dremel" eingeschaltet. Der problemangepasste Stiftfräser wird durch eine Öffnung in der Arbeitsplatte mittels Hebevorrichtung elektrisch nach oben aktiviert, so dass er ca. 6 mm aus einer Arbeitsplatte herausragt. Ist der Fräser voll ausgefahren, schaltet der Laser automatisch ab, um mögliche Blendwirkungen zu vermeiden. Die genaue Austrittsstelle im zu bearbeitenden Werkstoff wird erfindungsgemäß durch den dem Stiftfräser genau fluchtend entgegenstehenden einfachen Punktlaser (rotleuchtend) gekennzeichnet, wofür eine zusätzliche Feinpositionierung des Laser-Haltekopfes möglich ist.

Das Dekupierfräsen ermöglicht erfindungsgemäß den Einsatz einer bedruckten und selbstklebenden Papierschablone, die die Form des herzustellenden Produktes abbildet. Vor Austritt des Fräsers durch das Betätigen des Trettasters kann hierbei die Schablone/Werkstück durch den Laser-Punkt auf einen beliebigen Punkt der Schablonen-Kontur genau fixiert werden. Nachfolgend bohrt sich der Fräser durch das Werkstück nach oben. Durch Bewegen des Werkstückes entlang dieser Linie kann die gesamte Kontur bearbeitet werden. Ein schnelles Wechseln in den nächsten Durchbruch des Werkstückes ist ohne Fräserwechsel möglich. Letzterer wäre nur notwendig, falls feinere oder auch gröbere Strukturen zu bearbeiten sind. Durch Loslassen des Fußschalters fährt der Fräser zurück, der Laser schaltet sich wieder ein und der Vorgang kann von Neuem beginnen, d. h. der nächste Durchbruch ist möglich.

Die Arbeitsplatte besitzt die Aufgabe, das Werkstück (das zu bearbeitende Holz oder weitere Werkstoffe) bequem aufzunehmen. Sie kann erfindungsgemäß modular gestaltet werden und so auch der Größe des bekannten Dekupiersägentisches entsprechen.

Sollen Radien als Tellerform oder geradlinige Strukturen hergestellt werden, ist es erfindungsgemäß zweckmäßig, entsprechende Zusatzvorrichtungen zu verwenden. Diese werden auf die Arbeitsplatte aufgespannt, der Trettaster wird betätigt, der Fräser fährt nach oben und der Laser schaltet sich danach aus, das Werkstück wird entlang dieser Zusatzvorrichtungen geführt und bearbeitet.

Eine Nachbearbeitung des mittels Dekupierfräsen hergestellten Werkstückes erfolgt erfindungsgemäß analog zum Dekupiersägen und zur Laubsäge: Schleifen mittels Schwingschleifer oder Sandpapier bzw. über biegsame Welle mit Bohrfutter für Schleifarbeiten.

Die Erfindung soll anhand von Ausführungsbeispielen und von Figuren näher erläutert werden. Hierbei zeigen:

1a und 1b: die charakteristischen Baugruppen einer Dekupierfräse,

2a und 2b: Schritte des Dekupierprozesses mittels bedruckter und selbstklebender Papierschablonen sowie

3: ein dekupiergefrästes komplexeres Teil einer erzgebirgischen Pyramide als Produktbeispiel.

Die 1a und b zeigen die charakteristischen Baugruppen der Vorrichtung „Dekupierfräse" mit Fräserbaugruppe 1 in Form eines Fräswerkzeuges 1.1 und eines Getriebemotors 1.2 sowie einen in das Fräswerkzeug eingespannten Fräser 2 in Form eines Stiftfräsers einschließlich Punktlaser 4 mit Laser-Haltearm 3 und Laserstrahl-Positionierung, Trettaster 5, Arbeitsplatte 6 und Staubabsaugung 7. In 1a wird die Vorrichtung aus Richtung der Arbeitsplatte 6 und in 1b aus Richtung des nach unten geschwenkten Fräsers 2 gezeigt. Der Fräser 2 ist dabei gem. 1a an einer Aufnahmeeinrichtung 8 in Form einer Platte befestigt, die schwenkbar an der Unterseite der Arbeitsplatte 6 angeordnet ist. In der Arbeitsplatte 6 befindet sich ein Durchbruch 6.1 für den Fräser 2. Der Getriebemotor 1.2 ist über Leitungen L1 mit einer nicht dargestellten Spannungsquelle und dem Fräswerkzeug 1.1 verbunden.

Gem. 1a ist der an dem Laser-Haltearm 3 befestigte Punktlaser 4 so einstellbar, dass er den Austrittspunkt des Fräsers 2 aus den Durchbruch 6.1 kennzeichnet.

Aus 1bist erkennbar, dass an die Aufnahmeeinrichtung 8 in Form der schwenkbaren Platte ein Stift 9 gekoppelt ist, der in Richtung zur Arbeitsplatte 6 mittels einer Elektronikbaugruppe 10 verstellbar ist. Im ausgeschalteten Zustand ist der Abstand zwischen der Aufnahmeeinrichtung 8 und der Arbeitsplatte 6 so eingestellt, dass der Fräser 2 sich in einer abgesenkten Position befindet und nicht durch den Durchbruch 6.1 über die Oberseite der Arbeitsplatte 6 ragt. Wird mittels des Trettasters 5 (s. 1a) das Fräswerkzeug 1.1 eingeschaltet, wird über die Elektronikbaugruppe 10 ein Signal ausgelöst und der Stift 9 über einen nicht näher dargestellten Antrieb so bewegt, dass die Aufnahmeeinrichtung 8 in Richtung zur Arbeitsplatte 6 geschwenkt und somit das Fräswerkzeug 1.1 mit dem eingespannten Fräser 2 in Richtung zur Arbeitsplatte 6 angehoben werden bis der Fräser 2 soweit durch den Durchbruch 6.1 ragt, dass die erforderliche Schnitttiefe erzielt wird. Dazu ist die Elektronikbaugruppe 10 über eine Leitung L3 mit der Fräserbaugruppe 1 gekoppelt.

An der Unterseite der Arbeitsplatte 6 sind Seitenwände 11 vorgesehen, die mit schwingungsdämpfenden Elementen 12 (bevorzugt in Form von Gummifüßen) bestückt sind.

Es ist ersichtlich, dass eine derartige Vorrichtung gegenüber denen beim Dekupiersägen prinzipbedingt zu neuen und einfacheren Lösungen sowie schwingungsmäßig zu beträchtlichen Verbesserungen führt. Insbesondere ist ersichtlich, dass durch eine Laserstrahl-Positionierung im Haltekopf der Laser-Strahl genau auf den Stiftfräser gerichtet werden kann. Dadurch ist der Fräseraustrittspunkt exakt bestimmbar.

Die Schritte des Dekupierprozesses mittels bedruckter und selbstklebender Papierschablonen beim Dekupierfräsen gehen aus den 2a und b hervor. Ersichtlich ist vor allem auch, dass ohne Ein- und Ausspannen sowie ohne Wechsel des Werkzeuges „Fräser" die gesamte Kontur, die auf der aufgeklebten Papierschablone abgebildet ist, herstellbar ist. Ein Entfernen der Schablonenreste ist durch einfaches Abziehen vom Werkstück möglich.

2a zeigt schematisch den Arbeitstisch 6 mit dem Durchbruch 6.1, auf welchen ein plattenförmiges Werkstück W aufgelegt ist vor Beginn des Fräsvorganges. Auf das Werkstück W wurde eine selbstklebende Papierschablone 20 geklebt, auf welcher das auszuschneidende Motiv 21 aufgedruckt ist. Der Fräser 2 ragt nicht über die Oberseite der Arbeitsplatte 6 hinaus. Der hier nicht dargestellte Laser wurde so positioniert, dass der schematisch mittels des gestrichelten Pfeils dargestellte Laserstrahl L genau auf den Fräser 2 trifft.

Gem. 2b wurde ein erstes Motivelement aus dem Motiv 21 ausgeschnitten, was durch den Schneidspalt S deutlich wird. Zum Herstellen einer Aussparung wird die Fräserbaugruppe ausgeschaltet, wodurch der Fräser (nicht dargestellt) abgesenkt wird und dann das Werkstück W unter Zuhilfenahme des Punktlasers so positioniert, dass der Laserstrahl L auf den gewünschten Austrittspunkt des Fräsers trifft. Nun kann die Fräserbaugruppe eingeschaltet werden, wodurch der Fräser angehoben wird und an der mittels des Laserstrahls L gekennzeichneten Position durch das Werkstück W tritt. Nun kann der gewünschte Ausschnitt ausgefräst werden.

Mit dem Ausschneiden weiterer Motivelemente wird analog verfahren, bis das vollständige Motiv hergestellt ist. Dies kann erstmalig ohne Auswechseln oder Umspannen des Werkzeuges erfolgen.

Ist die Austrittshöhe des Fräsers geringer als die Dicke des Werkstücks, ist es möglich anhand einer auf der Oberseite des Werkstückes aufgebrachten Kontur, Nuten in die Unterseite des Werkstücks zu fräsen. Durch anschließendes Umdrehen des Werkstückes kann das Motiv dann unter Zuhilfenahme der Nuten ausgeschnitten werden.

Die Austrittshöhe des Fräsers ist vorteilhafter Weise einstellbar.

3 zeigt am Beispiel einer Komponente einer erzgebirgischen Pyramide, dass auch relativ komplizierte Motive 21 durch Dekupierfräsen einfach und schnell herstellbar sind.

Gemäß einer nicht dargestellten Ausführungsvariante ist der Laser-Haltearm umklappbar oder demontierbar gestaltet, so dass die gesamte Einrichtung zum Transport und zur Lagerung kofferartig zusammenstellbar ist. Dabei bilden z.B. die Arbeitsplatte 6 und die Seitenwände 11 (s. 1b) vier Außenwände des Transportkoffers. Die anderen zwei Außenwände sind vorzugsweise abnehmbar gestaltet und können ein Griffelement aufweisen.

Mögliche Anwendungsgebiete der Erfindung liegen vor allem in der Heimwerkerbranche.


Anspruch[de]
Vorrichtung zum Fräsen (Dekupierfräsen) eines Bauteils aus einem plattenförmigen Werkstück bestehend aus

– einem Arbeitstisch,

– einem unter dem Arbeitstisch angeordneten Fräser,

– einer Austrittsöffnung für den Fräser im Arbeitstisch,

– einer Betätigungseinrichtung für den Fräser sowie

– einer über dem Bearbeitungstisch angeordneten Laserstrahl-Positionierung zur Kennzeichnung der Austrittsstelle des Fräsers.
Vorrichtung zum Fräsen eines Bauteils aus einem plattenförmigen Werkstück bestehend aus

– einem Arbeitstisch,

– einem unter dem Arbeitstisch angeordneten Fräser,

– einer Austrittsöffnung für den Fräser im Arbeitstisch,

– einer Betätigungseinrichtung für den Fräser sowie

– einer Hubeinrichtung für den Fräser um diesen aus einer abgesenkten Position in Nichtgebrauchsstellung in eine den Arbeitstisch überragende Arbeitsposition zu bewegen.
Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Fräser ein Stiftfräser ist. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Fräser ein Hochgeschwindigkeitsfräser ist. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Fräser ein Bohrfräser mit 0,5 bis 10 mm ϕ ist und eine Bearbeitungsgeschwindigkeit bis 40 000 min–1 aufweist. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Betätigungseinrichtung für den Fräser ein Trettaster ist. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Laserstrahlpositionierung mittels eines Laser-Haltearmes an dem Arbeitstisch befestigt ist. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Laserstrahl-Positionierung in einem Haltekopf des Laser-Haltearmes so positionierbar ist, dass der sichtbare Laser-Strahl von oben genau auf den aus Austrittsöffnung der Arbeitsplatte austretenden Stiftfräser einstellbar ist. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass mit dem Laser-Strahl der Fräseraustrittspunkt exakt mit einem Punkt der herzustellenden Werkstück-Kontur in Übereinstimmung bringbar ist. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass sie eine Staubabsaugung aufweist. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Ansaugung der Staubabsaugung unter der Arbeitsplatte anbindet. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Arbeitsplatte modular gestaltbar und an das Werkstück anpassbar ist. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Hubeinrichtung mit der Betätigungseinrichtung gekoppelt ist. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass bei Einschalten des Fräsers mit der Betätigungseinrichtung der Fräser automatisch mittels der Hubeinrichtung aus der abgesenkten Position die den Arbeitstisch überragende Arbeitsposition bewegbar ist. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass bei Ausschalten des Fräsers mit der Betätigungseinrichtung der Fräser automatisch mittels der Hubeinrichtung aus der Arbeitsposition die abgesenkte Position bewegbar ist. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass der Fräser mit einer Aufnahmeeinrichtung schwenkbar in Bezug auf die Arbeitsplatte befestigt ist. Vorrichtung nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass der Fräser mittels einer Schwenkbewegung der Aufnahmeeinrichtung aus der abgesenkten in die Arbeitsposition und umgekehrt bringbar ist. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass mit ihr Vorrichtungs-Zusatzvorrichtungen kombinierbar sind. Vorrichtung nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtungs-Zusatzvorrichtungen auf die Arbeitsplatte aufspannbar sind. Vorrichtung nach Anspruch 18 oder 19, dadurch gekennzeichnet, dass mit den Vorrichtungs-Zusatzvorrichtungen Radien als Tellerform oder geradlinige Strukturen herstellbar sind und dass das Werkstück entlang dieser Vorrichtungs-Zusatzvorrichtungen führbar ist. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 18 bis 20, dadurch gekennzeichnet, dass ein Schwingschleifer und/oder biegsame Welle mit Bohrfutter für Schleifarbeiten in die Vorrichtung integrierbar ist. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 21, dadurch gekennzeichnet, dass sie in eine Transportbox integrierbar ist. Vorrichtung nach Anspruch 22, dadurch gekennzeichnet, dass eine Seitenwand der Transportbox den Arbeitstisch bildet. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 23, dadurch gekennzeichnet, dass eine Werkzeug-Fräser-Box in die Vorrichtung integrierbar ist. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 24, dadurch gekennzeichnet, dass zum Fräsen des Bauteils aus dem plattenförmigen Werkstück, die Kontur des Bauteils abbildende bedruckte und selbstklebende, Papierschablonen auf das plattenförmige Bauteil aufklebbar sind.






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