Die Erfindung betrifft ein Kommunikationsmodul für Briefkästen,
Briefkastenanlagen, Haussprechanlagen oder externe Sprechstellen, wie Stelen, das
drahtlos betrieben wird und flexibel in jegliche Telefonanlagen integriert werden
kann. Unter Briefkasten ist erfindungsgemäß auch lediglich ein fest montierter,
beispielsweise in einem Pfeiler eingebauter, Ein- oder Durchwurf zu verstehen. Unter
Telefonanlagen sind sowohl Tk-Anlagen (Telekommunikationsanlagen), als auch Nebenstellenanlagen,
so interne Kommunikationsanlagen zu verstehen.
Die drahtgebundene Verknüpfung einer herkömmlichen Türsprechanlage
mit einer Telefonanlage wurde schematisch bereit in der DE
195 24 553 A1 dargestellt. Aus der DE
197 39 392 A1, der DE 44 08 972
C1 und der DE 196 31 259 A1
sind Türsprechanlagen bekannt, bei denen ein Mobilteil einer DECT-Telefonanlage
als Kommunikationsmodul fungiert. In der DE 198
11 064 ist eine Türsprechanlage beschrieben, bei der das Kommunikationsmodul
unter anderem durch die Basisstation einer DECT-Telefonanlage gebildet wird. Bei
den beschriebenen Lösungen fungiert jedoch stets ein Mobilteil oder die Basisstation
als Kommunikationsmodul bzw. externe Sprechstelle.
Ferner sind aus den Schriften DE
100 45 091 A1, DE 200 02 331 U1
und DE 603 00 239 T2 Kommunikationssysteme
bekannt, die entweder mehrere Sender einer Türstation und mindestens jeweils
zu den Sendern zwei Funk-Empfänger aufweisen (DE
603 00 239 T2) oder die eine Kommunikation mit mehreren Teilnehmern dadurch
ermöglichen, dass mindestens ein Sender, der mit einem Sprachmodul verbunden
ist, über Funk mit zumindestens einem Funk-Haustelefon oder einer Funk-Telefonanlage
kommuniziert (DE 100 45 091 A1
und DE 200 02 331 U1). Dabei ist
der in allen in diesem Absatz genannten Schriften technische Kern bereits in der
ältesten Schrift, der DE 200 02 331
U1 dargestellt. In diesen wird jeweils eine Funktelefonanlage oder zumindest
ein Funktelefon verlangt. In dem Zusammenhang ist jedoch der Sender stets nur ein
Mobilteil zumindest einer jeweiligen Funk-Basisstation.
Dies hat zur Folge, dass stets zumindest ein drahtloses Telefon, eine
drahtlose Telefonanlage bzw. eine DECT-Telefonanlage notwendig sind, um die externe
Sprechstelle bzw. das Kommunikationsmodul der Türsprechanlage in die Anlage
einzubinden. Die Einbeziehung herkömmlicher drahtgebundener Telefonanlagen
ist nicht möglich.
Ferner ist es zur Gewährleistung einer Kommunikation mit mehreren
Stellen jeweils notwendig, für jede interne Sprechstelle einen Funk-Empfänger
vorzusehen (DE 200 02 331 U1).
Die DE 603 00 239 T2 verlangt sogar
mehrere Funk-Sender. Dies ist sehr kostenintensiv und daher unwirtschaftlich.
Zudem ist die Anzahl der möglichen Teilnehmer begrenzt, da drahtlose
digitale Telefonanlagen nur über eine relativ eng begrenzte Anzahl von Mobilfunkgeräten
verfügen. Wird bereits ein Mobilfunkgerät als Kommunikationsmodul bzw.
Sprechstelle genutzt, so verringert sich die Anzahl der Gegenstellen. Bei der vorab
dargestellten Einbindung eines Senders in eine oder mehrere Funk-Basisstationen
(DE 200 02 331 U1), die ein oder
mehrere Mobilteile bedienen können, ist zwar theoretisch eine hohe Teilnehmerzahl
gegeben. Praktisch ist dies aber nur sehr geringfügig gewährleistet, da
der Sender als Mobilteil sich beispielsweise bei der Gigaset-Baureihe des Marktführers
Siemens nur an bis zu drei Basisstationen anmelden kann. Das Gerät wählt
sich dann aber immer nur in eine Basisstation ein, nämlich in die, mit der
der beste Funkkontakt besteht.
Auch bei dem Modell MWE Doorlink 300, Ritto Wohntelefon und Siemens
Home Control kann nur eine sehr geringe Anzahl an Teilnehmern die Anlage nutzen.
Aus dem Stand der Technik sind zwei bis maximal vier Teilnehmer bekannt. Zudem fungiert
dort – wie schon vorab dargestellt – ein Mobilteil der Telefonanlage
als Kommunikationsmodul.
Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, ein Kommunikationsmodul für
Briefkästen oder Briefkastenanlagen mit mindestens einem Klingeltaster und
einer Gegensprechanlage bereitzustellen, ohne dass das Kommunikationsmodul ein Mobilteil
oder eine Basisstation einer Telefonanlage ist. Es soll ein höherer Grad an
Flexibilität erreicht werden, sodass das Kommunikationsmodul in jegliche vorhandenen
Telefonanlagen, die auch drahtgebunden arbeiten, leicht integrierbar ist. Zudem
ist ein Kommunikationsmodul mit hoher Sprachqualität für eine größere
Anzahl von Teilnehmern als bisher sicherzustellen.
Die Aufgaben werden durch ein Kommunikationsmodul gemäß
Anspruch 1 gelöst. Bevorzugte und vorteilhafte Ausgestaltungen sind in den
Unteransprüchen angegeben.
Hiernach wird die Erfindung durch ein Kommunikationsmodul für
Briefkästen oder Briefkastenanlagen bestehend aus jeweils mindestens einem
Sender, mindestens einem Sprachmodul mit mindestens einem Klingeltaster und mindestens
einem Empfänger, wobei der Sender mit dem Sprachmodul gekoppelt ist und der
Empfänger an eine Telefonanlage angeschlossen ist und als ein internes Endgerät
fungiert, gelöst. Ein internes Endgerät ist beispielsweise ein Endgerät,
das an einem internen Bus oder sonstigen internen Anschlüssen angebracht ist.
Es kann auch ein Nebenstellenanschluss sein.
Das Sprachmodul weist beispielhaft in einer erfindungsgemäßen
Gestaltung eine Montagegrundplatte mit Lautsprecher, Mikrofon, Elektronikbaugruppe
mit mindestens einem Klingeltaster und mindestens einem Anschluss, beispielhaft
einen a/b-Anschluss, für die Anbindung an den Sender auf. Bei drahtgebundener
Nutzung des Sprachmoduls kann dieser Anschluss direkt mit einem korrespondierenden
Anschluss der Telefonanlage, so einem weiteren a/b-Anschluss verbunden werden. Sender
und Empfänger arbeiten vorzugsweise nach dem DECT-Standard, wobei auch andere
mindestens gleichwertige Standards in Betracht kommen.
Ein oder mehrere Klingeltaster sind mit jeweils einer internen Rufnummer
der Telefonanlage belegt. Die interne Rufnummer ist ein internes Identifikationsmerkmal
einer Telefonanlage. Dies muss nicht zwingend in einer wählbaren Nummer verkörpert
sein. Als Klingeltaster ist im Sinne der Erfindung auch jedes Bauteil zu verstehen,
das dem Menschen ermöglicht, Informationen in Signale zur elektronischen Verarbeitung
umzuwandeln, so Sensoren jeglicher Art, zum Beispiel druckempfindliche Sensoren,
optische oder akustische Sensoren. Sprachmodul im Sinne der Erfindung kann auch
ein Spracherkennungsmodul sein, das bei Aussprache des Bewohners einer Wohnung oder
bei Aussprache einer Hausnummer reagiert und ein bestimmtes Signal zur Weiterleitung
an einen bestimmten Telefonapparat über den Sender generiert.
Der Sender ist mit dem Sprachmodul über den Anschluss verbunden.
Als Anschluss kommt neben einem bereits erwähnten a/b-Anschluss auch ein USB-Anschluss,
ein Westernsteckeranschluss oder ein anderer funktionsgerechter Anschluss in Betracht.
Der Empfänger ist vorzugsweise über einen a/b-Anschluss
der Telefonanlage an diese angeschlossen. Es kommt aber auch ein anderer Anschluss,
wie ein USB-Anschluss, ein So-Bus oder eine sonstige drahtgebundene systemspezifische
Schnittstelle, seriell etc. in Betracht.
Die Energieversorgung des Sprachmoduls erfolgt beispielsweise über
den Sender, der seinerseits von einer Energiequelle mit Energie versorgt wird. Die
Energiequelle besteht beispielhaft aus mindestens einer Solarzelle, vorzugsweise
einem Solargenerator und mindestens einem Akkumulator mit Laderegler oder mindestens
einem hoch kapazitiven Kondensator. Als hoch kapazitiver Kondensator kommen ein
oder mehrere Goldcap-Kondensatoren (Goldcap-Register) in Frage. Sofern alternativ
zum Akkumulator Goldcap-Kondensatoren zum Einsatz kommen, kann der Laderegler entfallen.
Die Energieversorgung des Empfängers erfolgt über die Telefonanlage.
Alternativ kann das Sprachmodul ebenfalls mit einem Türöffner
gekoppelt werden. Die Energiequelle ist sodann dem zusätzlichen Bedarf anzupassen.
Durch die Erfindung wird ein Kommunikationsmodul zur Verfügung
gestellt, das ohne drahtgebundene Übertragung der Kommunikationsdaten des Sprachmoduls
bei hoher Sprachqualität – des DECT-Standards oder eines qualitativ
mindestens gleichwertigen Standards wegen – funktionssicher arbeitet und
sehr flexibel einsetzbar ist. So kann der Empfänger leicht als Nebenstelle
bzw. internes Endgerät einer bekannten drahtgebundenen Telefonanlage eingebunden
werden. Dadurch ist ein hoher Grad an Einsatzflexibilität gewährleistet,
der bisher nicht bekannt war.
Die Kopplung des Senders mit dem erfindungsgemäßen Sprachmodul
ermöglicht zudem die Einbindung von bis zu 12 Teilnehmern. Das ist beispielhaft
dann der Fall, wenn als Sprachmodul ein ET420a/b von Keil zum Einsatz kommt.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels
unter Bezugnahme auf die Figuren näher erläutert. Dabei ergeben sich weitere
Vorteile, Merkmale und Ausgestaltungen der Erfindung aus der nachfolgenden Beschreibung.
Die in dem Ausführungsbeispiel und der Zeichnung sowie den Ansprüchen
dargestellten Merkmale sind für sich einzeln oder in Kombination für die
Erfindung wesentlich.
1 zeigt eine beispielhafte Einbindung des Kommunikationsmoduls
in eine Briefkastenanlage.
2 zeigt ein Blockschaltbild des erfindungsgemäßen
Kommunikationsmoduls.
In 1 ist ein Kommunikationsmodul (1)
in eine Briefkastenanlage (2) integriert. Auf dem Dach der Briefkastenanlage
(2) sind Solarzellen (8) als Solarmodul angebracht. Das Kommunikationsmodul
(1) weist neben dem sichtbaren Teil des Sprachmoduls (12) drei
Klingeltaster (13) auf.
2 veranschaulicht schematisch den Aufbau und die Wirkungsweise
des Ausführungsbeispiels.
Ein Kommunikationsmodul (1) weist einen Sender (3)
als DECT-Sender auf, der mit einem Sprachmodul (12) gekoppelt ist. Das
Sprachmodul (12) ist ein Einbautürlautsprecher des Fabrikats ET410a/b
mit Montagegrundplatte (10) mit Lautsprecher (11), Mikrofon (14),
Elektronikbaugruppe (15) mit drei Klingeltastern (13)
und mindestens einem Anschluss (16), hier ein a/b-Anschluss, für die
Installation in Telefonanlagen. Der Sender (3) ist mit dem Sprachmodul
(12) über den Anschluss (16) verbunden. Er ist ein Sendemodul
einer Telefondose, die modifiziert wurde. Das Gehäuse und die Platine zur Spannungsaufbereitung
wurden entfernt. Der Empfänger (4) ist im Ausführungsbeispiel
ein handelsübliches DECT-Modul, das über einen beliebigen internen Anschluss,
hier einen a/b-Anschluss einer Telefonanlage (5) an diese angeschlossen
ist. Eine Energieversorgung des Sprach-moduls (12) erfolgt über den
Sender (3), der seinerseits von einer Energiequelle (7) mit Energie
versorgt wird. Die Energiequelle (7) besteht aus einer Solarzelle (8)
als Solarmodul und einem Akkumulator (9) mit Laderegler (6). Die
Energieversorgung des Empfängers (4) erfolgt über die Telefonanlage
(5).
Die Klingeltaster (13) sind mit jeweils einer internen Rufnummer
der Telefonanlage (5) belegt. Der Programmiervorgang läuft wie folgt
ab. Über ein Telefon der Telefonanlage (5) wird das Sprachmodul (12)
angewählt. Nach Aufbau einer Verbindung wird durch Eingabe eines Codes ein
Programmiermodus gestartet. So lassen sich die Klingeltaster (13) jeweils
separat mit einer internen Rufnummer der Telefonanlage (5) belegen. Die
Zuweisung der einzelnen internen Rufnummern zu den einzelnen Klingeltastern (13)
ist ebenfalls über ein Computerprogramm realisierbar. In dem Fall ist ein Computer
über eine Schnittstelle, beispielsweise über eine serielle oder eine USB-Schnittstelle
mit der Telefonanlage verbunden.
Der Sender (3) ist mit dem Sprachmodul (12) gekoppelt,
sodass bei Bedienung eines der Klingeltaster (13) ein Impuls über
die Elektronikbaugruppe (15) an den Sender (3) geleitet wird,
der in Korrespondenz mit dem Empfänger (4) steht, welcher den Impuls
wiederum aufgrund seiner Funktion als internes Endgerät einer Telefonanlage
(5) an diese weiterleitet. Da der oder die jeweiligen Klingeltaster (13)
mit je einer internen Telefonnummer der Telefonanlage (5) programmiert
sind, ordnet die Telefonanlage den jeweiligen von einem Klingeltaster (13)
ausgehenden Impuls einem bestimmten internen Endgerät, vorzugsweise einem Telefon,
das an der Telefonanlage (5) angeschlossen ist, zu, das dadurch einen Betriebsvorgang,
so beispielhaft ein akustisches und/oder optisches Signal, auslöst. Bei sachgerechter
Bedienung kann sodann eine Kommunikation über das Sprachmodul (12)
geführt werden.
- 1
- Kommunikationsmodul
- 2
- Briefkastenanlage
- 3
- Sender
- 4
- Empfänger
- 5
- Telefonanlage
- 6
- Laderegler
- 7
- Energiequelle
- 8
- Solarzelle
- 9
- Akkumulator
- 10
- Montagegrundplatte
- 11
- Lautsprecher
- 12
- Sprachmodul
- 13
- Klingeltaster
- 14
- Mikrofon
- 15
- Elektronikbaugruppe
- 16
- Anschluss (des Sprachmoduls)