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Dokumentenidentifikation DE202007010598U1 08.11.2007
Titel Rollende Gehhilfe
Anmelder Funk, Heinz, 29646 Bispingen, DE
Vertreter Richter, Werdermann, Gerbaulet & Hofmann, 20354 Hamburg
DE-Aktenzeichen 202007010598
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 08.11.2007
Registration date 04.10.2007
Application date from patent application 27.07.2007
IPC-Hauptklasse A61H 3/04(2006.01)A, F, I, 20070727, B, H, DE

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Gehhilfe nach dem Oberbegriff des Anspruches 1.

Offenbar müssen heute fast alle Menschen dieser Erde in zunehmendem Alter mit mehr oder weniger gravierenden Gehbehinderungen rechnen, nachdem mit der Einführung des senkrechten Ganges die Menschheit – anders als die Tierwelt – zur Fortbewegung ausschließlich auf die Muskelkraft der Beine und das Funktionieren der Gleichgewichtsorgane angewiesen ist. Beides aber läßt mit dem Altwerden rapide nach.

Abgesehen von schweren Erkrankungen, in denen die Beine vollkommen versagen und der Mensch nur noch getragen oder gefahren werden kann, hat in allen Fällen von Gehbehinderung bei älteren Menschen die Unsicherheit und die Angst vor dem Stürzen einen wesentlichen Anteil, der nur durch Liegen, Sitzen oder – in der aufrechten Körper-Stellung- mit einem „Festhalten" überwunden werden kann.

Im Unterbewusstsein und aus Erfahrung weiß und spürt der Mensch dass der Übergang vom Stehen zum Stürzen zunächst mit ganz geringem Kraftaufwand – mit einer Fingerspitze am Tischrand, einem leichten Stock o.ä. verhindert werden kann. Solange irgendwie eine mechanische Verbindung des Oberkörpers zum Fußboden besteht, die man zum Erhalt der „Balance" einsetzen kann, fühlt man sich sicherer.

Auf diesem Prinzip beruht auch die Verwendung eines Gehstocks, obwohl hier beim Gehen nur gelegentlich, einmal pro Schrittlänge und meist nur für den Bruchteil einer Sekunde eine Verbindung zum Boden hergestellt wird. Das Bewusstsein sich, wenn erforderlich, abstützen zu können, vermittelt hier schon weitgehendes Sicherheits-Empfinden.

An Hilfsmitteln steht alternativ zu dieser einfachen, äußerst populären „Gehhilfe" mittels eines Gehstocks im Sanitärbereich offenbar lediglich der Gehwagen – auch bezeichnet als ROLLATOR – zur Verfügung. Er ist offenbar weit über die oben beschriebenen Forderungen an einen Gehstock hinaus äußerst robust konstruiert mit der Voraussetzung, das volle Gewicht eines Menschen ohne anteilige Hilfe der Beinmuskulatur aufnehmen zu können – d.h. dass man darauf auch sitzen kann, oder mittels der Armmuskulatur das volle Gewicht auf den Fußboden übertragen kann. Dahingegen aber ist seine Handhabung besonders in der Wohnung oder anderen Räumen für den älteren, behinderten Menschen äußerst problematisch, zunächst wegen des Gewichtes, dann aber auch weil das Manövrieren mittels der zwei feststehenden hinteren Rollen in den Räumen und durch die Türen für ältere Menschen zu erheblichen Problemen führt und schließlich weil der Transport und das damit verbundene Zusammenlegen dieses Gefährts für diese kaum zumutbar ist.

Der nachstehend beschriebene „rollende Gehstock" soll eine Lücke füllen zwischen dem Rollator in seiner robusten Ausführung, und einem einfachen Gehstock, wie dieser zur Unterstützung des Gleichgewichts zur Entlastung schmerzhafter Gehbewegung bei älteren Menschen fast selbstverständlich geworden ist.

Seine Vorteile : geringes Gewicht, -volle, auch seitliche Beweglichkeit, zusammenklappbar wie ein Regenschirm mit einer Handbewegung, ständige, Sicherheit vermittelnde Verbindung des Oberkörpers zum Fußboden.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Gehhilfe zu schaffen, der sehr einfach handzuhaben und leicht transportierbar ist, wobei zumindest in geschlossenen und ebenen Räumen ein sicheres und bequemes Fortbewegen einer gehbehinderten Menschen erzielt werden soll.

Diese Aufgabe wird durch eine Gehhilfe mit den Merkmalen des Anspruches 1 gelöst.

Die erfindungsgemäße Gehhilfe bietet in diesem Bereich eine optimale Kombination eines konventionellen Gehwagens und eines einfachen Gehstocks. In der Gebrauchsstellung bieten drei Stützpunkte auf dem Boden ausreichende Stabilität, wobei seine Manövrierfähigkeit aufgrund seiner pyramidenartigen Struktur verbessert wird. Die erfindungsgemäße Gehhilfe erreicht eine gute Beweglichkeit. Durch die ständige Bodenberührung in der Gebrauchsstellung schafft die Gehhilfe eine Erhaltung des Gleichgewichts durch Sicherheit vermittelnde Verbindung des Oberkörpers des Menschen zum Fußboden. In der Transportstellung ist die Gehhilfe nahezu so kompakt wie ein einfacher Gehstock, wodurch eine Mitnahme in Kraftfahrzeugen, Zügen und Flugzeugen vereinfacht wird. Die Gehhilfe ist praktisch zusammenklappbar, wie ein Regenschirm, mit einer einzigen Handbewegung. Durch die erfindungsgemäße Ausgestaltung der Gehhilfe ist ihr Gewicht auch relativ gering.

Im Vergleich zu üblichen Gehwagen oder auch Gehstöcken wird die erfindungsgemäße Gehhilfe als erhebliche Erleichterung empfunden. Diese ist hauptsächlich für den Gebrauch in der Wohnung, im Warenhaus, in der Kirche und ähnliches gedacht und ist sogar auch auf Rolltreppen mitzunehmen, da sie leicht und schnell zu einer kompakten Einheit zusammengeklappt werden kann, wobei die drei Stützbeine eng aneinander liegen.

In einer vorteilhaften Weiterbildung der erfindungsgemäßen Roll-Gehhilfe ist vorgesehen, dass jede Rolle als allseitig drehbare Schwenkrolle ausgebildet ist. Dadurch erreicht die Gehhilfe ihre volle, auch seitliche Beweglichkeit. Die Gehhilfe lässt sich bequem auch an engen Stellen führen. Indem alle drei Beine in allseitig leicht schwenkbaren – insbesondere kugelgelagerten -Rollen enden, kann die Gehhilfe sehr leicht, also sogar zum Beispiel mit nur zwei Fingern, praktisch wie ein Gehstock in alle Richtungen bewegt werden ohne dass die Gefahr des Umkippens besteht. Außerdem entfallen komplizierte Lenkmanöver, die zum Beispiel beim Durchfahren einer Tür ansonsten erforderlich wären.

Bei einer weiteren vorteilhaften Ausführung der Erfindung ist eines der Beine als vorderes und mittleres Bein aufgeführt und die anderen beiden Beine als seitliche und nach hinten ragende Beine ausgeführt, wobei die hinteren Beine an dem vorderen Bein schwenkbar gelagert sind und in der Transportstellung eng am mittleren Bein anliegen. Zweckmäßigerweise ist jedes der hinteren Beine mit dem vorderen Bein über eine seitliche Querstrebe arretierbar ausgeführt. Dies hat den Vorteil, dass beim Gehen eine relativ große Beinfreiheit besteht, also keines der Beine sich störend auf die Gehbewegung auswirkt. Dabei sind nur sehr wenige Teile erforderlich, um eine hohe Stabilität zu erreichen. Durch nur zwei Querstreben werden die seitlichen Stützbeine in der Gebrauchsstellung ausreichend fixiert. Das Zusammenklappen in die Transportstellung ist hierbei ohne großen Kraftaufwand möglich.

Um ein Zusammenklappen in einfacher und bequemer Weise durchführen zu können, ist bevorzugterweise vorgesehen, dass jede der beiden Querstrebe an einem ihrer Enden mit einem der hinteren Beine drehbar verbunden ist und an ihrem anderem Ende über eine entlang des vorderen Beins verschiebbare Lagerhalterung mit dem vorderen Bein befestigt sind, so dass in der Gebrauchsstellung die Querstreben gemeinsam heruntergeschwenkt sind und in der Transportstellung jede Querstrebe in Wesentlichen parallel zu allen Beinen verläuft. Dadurch kann die Gehhilfe wie ein Regenschirm mit einer Hand auf- und wieder zugeklappt werden. Die querliegenden Stützstreben geben dem Gehwagen in der Gebrauchsstellung eine hohe Stabilität. In der Transportstellung liegen sie eng an den Beinen an, so dass ein sehr kompaktes und leicht transportierbares Gerät geschaffen wird.

Für eine zuverlässige Lastaufnahme an den Rollen ist es wichtig, dass die Lagerung der Beine am oberen Ende möglichst spielfrei erfolgt. Hierzu können Rollenlager oder Radialkugellager eingesetzt werden.

Um eine einfache Einhandbedienung zu ermöglichen, besteht die Lagerhalterung vorzugsweise aus einem Schlitten, an dem beide Querstreben befestigt sind, wobei der Schlitten an einer Führungsschiene – vorzugsweise einer kugelgelagerten Linearführung – verschiebbar gelagert ist und die Führungsschiene an dem vorderen Bein an der Innenseite befestigt ist. Durch Verschieben des Schlittens mit nur einer Hand werden beide seitliche Stützbeine gleichzeitig umgeklappt bzw. ausgeklappt. Die Lagerhalterung am Schlitten kann zum Beispiel mit zwei Kugellagern pro Querstrebe versehen sein. Auf der kugelgelagerten linearen Führung kann der Schlitten auf und ab bewegt werden. In der oberen Stellung des Schlittens kommen die Lagerpunkte der Streben am oberen und am unteren Ende etwa parallel zum Mittelbein zum Liegen, so dass die Streben und gleichzeitig daran gelagerten Beine am Mittelbein platzsparend angelegt sind. Beim Herunterbewegen des Schlittens werden über die Querstreben dann beide Beine gleichzeitig in den gewünschten Winkel abgespreizt.

Damit der Schlitten in der Gebrauchsstellung an der Führungsschiene festliegt, ist der Schlitten mit der Führungsschiene arretierbar, wobei der Führungsschlitten vorzugsweise einen federnd gelagerten Arretierungsstift oder einer gefederten Rastklinke mit einem Arretierungshandgriff umfasst, der in eine Arretierungsöffnung oder einer Rastkerbe greift, Der Schlitten wird in dieser Endstellung über zum Beispiel die federnde Rastklinge am Mittelteil bzw. Mittelholm festgerastet. Dazu greift bevorzugterweise der federnd gelagerter Handgriff mittels eines Zahnes oder dergleichen in eine Kerbe oder einen vergleichbaren Arretierungsansatz der Führungsschiene am Mittelteil ein, so dass an diesem Handgriff gleichzeitig mit einer Handbewegung der Schlitten entrastet und aufwärts geschoben werden kann.

Der Arretierungshandgriff des Gleitschlittens, mit dem das Öffnen und Schließen der Gehhilfe, wie bei einem Regenschirm, bewirkt wird, ist in der eingerasteten Transportstellung bzw. der Ruhestellung vorzugsweise etwa im Schwerpunkt der Gehhilfe angeordnet, so dass man an diesem Griff sogar die Gehhilfe mit einer Hand und ohne Behinderungen ringsum tragen und verstauen kann.

Beim Öffnen des Gehwagens gleiten die Querstreben, die für die Öffnung und das Abspreizen der Beine verantwortlich sind, gleichzeitig aus ihrer senkrechten Position in der kugelgelagerten Liniearführung in die horizontale Position und rasten zur Sicherung mittels der gefederten Rastklinke, wie bei einem Regenschirm, ein.

Ein hohe Stabilität bei geringem Gewicht ergibt sich, wenn eines der Beine als Mittelholm mit einem im Verhältnis zu den hinteren Beinen größeren Querschnitt ausgeführt ist sowie die Handgriffe an einer Lenkstange angeordnet sind, die mit dem Mittelholm an seinem oberen Ende verbunden ist. Diese Ausführungsform braucht auch nur wenige Teile, was auch geringe Herstellungskosten verursacht. Der stabilere Mittelholm bildet dabei das Hauptteil, an dem praktisch alle Teile befestigt sind.

Eine noch kompaktere Transportstellung ergibt sich, wenn die Lenkstange in zwei Hälften in eine vertikale Stellung für die Transportstellung schwenkbar ist, die dann eng am Mittelholm anliegt. Dadurch sind keine querstehenden Teile vorhanden, die beim Transport stören könnten.

Die Standfestigkeit wird weiterhin verbessert, wenn die auseinanderklappbaren Beine relativ nahe an einem oberen Ende eines als Mittelholm ausgeführten Beines gelagert sind, insbesondere an einem Lagerpunkt, der mindestens über 80% der Beinlänge des Mittelholms liegt. Insgesamt erfolgt eine Abstützung an einer gewünschten pyramidenartigen Konstruktion.

Um ein Gesamtgewicht von nur 2 bis 3 kg zu erreichen, sind die Beine in Leichtbauweise, insbesondere aus einem Aluminiumrohr oder aus einem Kohlefasermaterial, ausgeführt. Dieses sehr geringe Gewicht ist für ältere Menschen optimal.

Ein sicherer Stand wird auch dadurch geschaffen, dass eine Standfläche der Beine die Form eines gleichseitigen Dreiecks bildet, wobei der Gehwagen insgesamt die Form einer gleichschenkligen Pyramide bildet. Der Wagen kann weder leicht zu einer Seite noch nach vorne oder nach hinten kippen.

Ein optimaler Kompromiss zwischen Standfestigkeit und Manövrierfähigkeit in einem Raum entsteht, wenn eine Standfläche der Beine von 60 × 60 × 60 cm bis 80 × 80 × 80 cm, insbesondere von etwa 70 × 70 × 70cm beträgt. Insbesondere sind die Beine in der Gebrauchsstellung um einen Winkel von 25 bis 35°, insbesondere etwa 30° ausgeschwenkt.

Die zwei seitlichen Beine enthalten unten die Schwenkrollen und etwa in ihrer Mitte die Lagerung der Querstreben. Daher ist ein Vierkantprofil für diese Beine sehr geeignet. Dagegen hat der Mittelholm bevorzugterweise ein dreieckiges Profil. Damit kann nämlich die Lagerung der seitlichen Beine und gleichzeitig die Führung der Querstreben in der entsprechenden Ebene erfolgen. An der hinteren Stelle ist zudem eine Linear-Kugellagerung für den Schlitten in einfacher Weise möglich, so dass die entsprechende Befestigungsebene zur Verfügung steht.

Aus Gewichtsgründen kann in einer Serienausführung der Mittelholm aus Kohlefaser oder einem anderen Leichtmaterial ausgeführt werden. Dieser kann zum Beispiel aus drei, auf Gerung geschnittenen Streifen als hohles Dreikantrohr zusammengeklebt sein.

Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen gekennzeichnet.

Ein Ausführungsbeispiel wird anhand der Zeichnungen näher erläutert, wobei weitere vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung und Vorteile derselben beschrieben sind.

Es zeigen in rein schematischer Darstellung:

1 eine erste perspektivische Darstellung einer erfindungsgemäßen Gehhilfe in einer Gebrauchsstellung,

2 eine zweite perspektivische Darstellung der erfindungsgemäßen Gehhilfe in einer Transportstellung,

3 eine weitere perspektivische Darstellung der erfindungsgemäßen Gehhilfe in der Gebrauchsstellung, und

4 eine vergrößerte perspektivische Darstellung eines Arretierungsbereiches, der in 3 gezeigt ist.

In den Figuren sind gleiche Teile mit denselben Bezugszeichen versehen.

1 zeigt eine bevorzugte Ausführungsform eine erfindungsgemäßen Gehhilfe 1. Dieser umfasst ein mehrere Rollen 2, 3, 4 aufweisenden Gestell 5. An dem Gestell 5 sind zwei Handgriffe 6, 7 zum Abstützen einer gehbehinderten Person 8 befestigt.

Erfindungsgemäß umfasst das Gestell 5 drei auseinanderklappbaren Beine 10, 11, 12. Jedes Bein 10, 11, 12 trägt unten eine der Rollen 2, 3, 4. Sind die Beine 10, 11, 12 auseinandergespreizt entsteht die in 1 gezeigte Gebrauchstellung. Wie in 1 zu erkennen ist, kann sich die Person 8 an der Gehhilfe abstützen. Wenn die Beine 10, 11, 12 zusammengeklappt sind ergibt sich eine Transportstellung.

Jede Rolle 2, 3, 4 ist als allseitig drehbare Schwenkrolle ausgebildet, so dass eine Drehung der Rolle 2, 3, 4 um 360° möglich ist, wie durch den Doppelpfeil an der Rolle 4 veranschaulicht ist. Je nachdem in welche Richtung die Gehhilfe 1 gelenkt wird, orientieren sich die Rollen 2, 3, 4 automatisch in die gewünschte Richtung.

Wie weiterhin 1 veranschaulicht, ist eines der Beine 10 als vorderes bzw. mittleres Bein 10 aufgeführt. Dieses ist in der Gebrauchsstellung relativ weit beabstandet. Die anderen beiden Beine 11 und 12 sind als seitliche und nach hinten ragende Beine ausgeführt. Die hinteren Beine 11 und 12 stehen seitlich der Person ab, so dass eine Gehbewegung nicht durch die Beine 11 und 12 behindert wird. D.h., man kann nicht mit den Füßen an die Beine 11 und 12 anstoßen. Zwischen den Beinen 11 und 12 sind keine Querstreben oder dergleichen vorhanden, so dass man auch nicht mit den Knien in Berührung mit der Gehhilfe 1 kommen kann.

Das mittlere Bein 10 ist als Mittelholm mit einem im Verhältnis zu den hinteren Beinen größeren Querschnitt ausgeführt. Die Handgriffe 6, 7 sind an einer Lenkstange 14 angeordnet, wie 1 zeigt. Die Lenkstange 14 ist mit dem Mittelholm bzw. dem Bein 10 an seinem oberen Ende verbunden und in zwei Teilen je rechts und links an das Mittelbein anzuklappen.

Die auseinanderklappbaren Beine 11, 12 sind relativ nahe an dem oberen Ende des mittleren Beines 10 gelagert, und zwar an den Lagerpunkten 30, 31. Diese Lagerpunkte liegen mindestens über 80% der Beinlänge des mittleren Beines 10. Die Standfläche der Beine 10, 11, 12 bildet die Form eines gleichseitigen Dreiecks, wobei die Gehhilfe insgesamt die Form einer gleichschenkligen Pyramide bildet. Insbesondere ergibt sich eine Standfläche von etwa 70 × 70 × 70 cm. Die Beine 10, 11, 12 sind in der Gebrauchsstellung um einen Winkel von insbesondere etwa 30° ausgeschwenkt.

Damit ein Gesamtgewicht von nur 2–3 kg möglich ist, sind alle Beine 10, 11, 12 in Leichtbauweise, insbesondere aus einem Aluminiumrohr oder einem Kohlefaserstoff, ausgeführt.

Das mittlere Bein 10 hat vorzugsweise ein dreieckiges Profil und besteht aus einem Dreikantrohr. Die hinteren bzw. seitlichen Beine 11, 12 bestehen dagegen aus einem Vierkantrohr.

Die hinteren Beine 11 und 12 sind an dem vorderen Bein 10 schwenkbar gelagert, wie Pfeil A in 1 zeigen soll. In der Transportstellung liegen die seitlichen Beine 11 und 12 eng am mittleren Bein 10 an.

2 zeigt die Transportstellung, die sich ergibt, wenn die seitlichen Beine 11 und 12 zusammengeklappt werden. Dort ist auch zu erkennen, dass eine die Handgriffe 6, 7 aufweisende Lenkstange 14 ebenfalls eingeklappt werden kann, und zwar um 90°. Vorzugsweise ist die Lenkstange 14 in der Gebrauchsstellung und/oder in der Transportstellung arretierbar. Die Lenkstange 14 ist in zwei Hälften abklappbar und so einer vertikalen Stellung bzw. Transportstellung überführbar bzw. schwenkbar.

Um die seitlichen Beine 11, 12 in der Transportstellung zusätzlich zu halten, ist der am mittleren Bein 10 gelagerte Schlitten in seiner oberen Transportstellung einrastbar so dass sich die Beine 11 und 12 nicht ungewollt aus der Transportstellung bewegen können.

Wie 3 veranschaulicht, ist jedes der hinteren Beine 11, 12 mit dem vorderen Bein 10 über eine seitliche Querstrebe 17, 18 arretierbar ausgeführt. Jede Querstrebe 17, 18 ist an einem ihrer Enden 20 mit einem der hinteren Beine 11, 12 drehbar verbunden. An ihrem anderem Ende 21 ist jede Querstrebe 17, 18 über eine entlang des vorderen Beins 10 verschiebbare Lagerhalterung 22 mit dem vorderen Bein 10 befestigt, wie 4 veranschaulicht. Die Befestigung der Querstreben 17, 18 mit der Lagerhalterung 22 erfolgt vorzugsweise über ein Drehlager.

In der Gebrauchsstellung wird jede Querstrebe 17, 18 gemeinsam heruntergeschwenkt, wie 1 oder 3 zeigen. In der Transportstellung verläuft jede Querstrebe 17, 18 im Wesentlichen parallel zu den Beinen 10, 11, 12, wie 2 zeigt.

Wie in den 3 und 4 weiterhin zu erkennen ist, besteht die Lagerhalterung 22 aus einem Schlitten 23, an dem beide Querstreben 17, 18 drehbar befestigt sind. Der Schlitten 23 ist an einer Führungsschiene 24 verschiebbar gelagert. Die Führungsschiene 24 kann eine Linearführung ähnlich einem kugelgelagerten Schubladenzug dergleichen sein. Diese ist mit dem vorderen Bein an einem inneren Bereich, d.h. einem der Person 8 zugewandten Bereich befestigt.

Der Schlitten 23 ist mit der Führungsschiene 24 arretierbar. Hierzu umfasst der Führungsschlitten 23 vorzugsweise einen nicht dargestellten federnd gelagerten Arretierungsstift oder eine gefederte Rastklinke. Dieses Arretierungsmittel ist mit einem Arretierungsgriff 25 versehen, der zum Beispiel die Form einer Kugel oder Möbelgriffs haben kann, wie in 4 dargestellt ist. Beim Ziehen des Handgriffess entgegen einer Federkraft wird die Arretierung aufgehoben. Beim Loslassen greift das Arretierungsmittel in den entsprechenden Arretierungsansatz der Führungsschiene 24.

Wie in 2 weiterhin zu erkennen ist, sind die Drehpunkte 33, 34 an den Querstreben 17, 18 jeweils so gegenläufig gegenüber dem vorderen Bein 10 versetzt angeordnet, so dass beim Herunterschieben des Schlittens aus der Ruhestellung auch anfänglich bereits ein genügend großes Drehmoment in Richtung Öffnen entsteht. Damit wird das Ausklappen der Beine 11, 12 aus der Transportstellung bzw. Ruhestellung erleichtert.

1
Gehhilfe
2, 3, 4
Rollen
5
Gestell
6, 7
Handgriffe
8
Person
9
10
vorderes mittleres Bein
11, 12
seitliche Beine
13
14
Lenkstange
15
16
Haltebügel
17, 18
Querstreben
19
20
erstes Ende der Querstrebe
21
zweites Ende der Querstrebe
22
Lagerhalterung
23
Führungsschlitten
24
Führungsschiene
25
Arretierungshandgriff
26
Arretierungsöffnungen
30, 31
Lagerpunkte
33, 34
Drehpunkte


Anspruch[de]
Gehhilfe (1) mit einem mehrere Rollen (2, 3, 4) aufweisenden Gestell (5) und an dem Gestell (5) befestigten Handriffen (6, 7) zum Abstützen einer gehbehinderten Person (8), dadurch gekennzeichnet, dass das Gestell (5) drei auseinanderklappbare Beine (10, 11, 12) mit jeweils einer der Rollen (2, 3, 4) umfasst, sowie eine Gebrauchsstellung aufweist, wenn die Beine (10, 11, 12) auseinandergespreizt sind, und eine Transportstellung aufweist, wenn die Beine (10, 11, 12) zusammengeklappt sind. Gehhilfe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass jede Rolle (2, 3, 4) als allseitig drehbare Schwenkrolle ausgebildet ist. Gehhilfe nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass eines der Beine (10) als vorderes und mittleres Bein ausgeführt ist und die anderen beiden Beine (11, 12) als seitliche und nach hinten ragende Beine ausgeführt sind, wobei die hinteren Beine (11, 12) an dem vorderen Bein (10) schwenkbar gelagert sind und in der Transportstellung eng am mittleren Bein (10) anliegen. Gehhilfe nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass jedes der hinteren Beine (11, 12) mit dem vorderen Bein (10) über eine seitliche Querstrebe (17, 18) arretierbar ausgeführt sind. Gehhilfe nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass jede Querstrebe (17, 18) an einem ihrer Enden (20) mit einem der hinteren Beine drehbar verbunden ist und an ihrem anderem Ende (21) über eine entlang des vorderen Beins (10) verschiebbare Lagerhalterung (22) mit dem vorderen Bein (10) befestigt sind, so dass in der Gebrauchstellung jede Querstrebe (17, 18) heruntergeschwenkt ist und in der Transportstellung jede Querstrebe (17, 18) im Wesentlichen parallel zu allen Beinen verläuft. Gehhilfe nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Lagerhalterung (22) aus einem Schlitten (23) besteht, an dem beide Querstreben (17, 18) befestigt sind, wobei der Schlitten (23) an einer Führungsschiene (24) – vorzugsweise einer kugelgelagerten Linear-Führung – verschiebbar gelagert ist und die Führungsschiene (24) mit dem vorderen Bein (10) an der Innenseite befestigt ist. Gehhilfe nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Schlitten (23) mit der Führungsschiene (24) arretierbar ist, wobei der Führungsschlitten (23) vorzugsweise einen federnd gelagerten Arretierungsstift oder eine gefederte Rastklinke mit einem Arretierungsgriff (25) umfasst, der in eine Arretierungsöffnung (26) oder einer Rastkerbe greift. Gehhilfe nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass zur Arretierung ein federnder Arretierungshandgriff (25) am Schlitten (23) angeordnet ist. Gehhilfe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eines der Beine (10) als Mittelholm mit einem im Verhältnis zu den hinteren Beinen größeren Querschnitt ausgeführt ist sowie die Handgriffe (6, 7) an einer Lenkstange (14) angeordnet sind, die mit dem Mittelholm an seinem oberen Ende verbunden ist und zum Transport in 2 Hälften abgeklappt am Mittelholm anliegt, wobei die Arretierung in dieser Transportstellung über eine Zugfeder erfolgt, so dass die beiden Lenkstangen-Hälften am Mittelteil fest anliegen, während die Zugfeder in der Gebrauchsstellung die waagerechte Normalstellung der Lenkstangen-Hälften unterstützt, und zusätzlich wird die Normalstellung der Lenkstangen-Hälften durch einrastende Sperrklinken gesichert. Gehhilfe nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Lenkstange (14) in einer vertikalen Stellung für die Transportstellung schwenkbar ist. Gehhilfe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die auseinanderklappbaren Beine (10, 11, 12) relativ nahe an einem oberen Ende eines als Mittelholm ausgeführten Beines (10) gelagert sind, insbesondere an einem Lagerpunkt, der mindestens über 80% der Beinlänge des Mittelholms liegt. Gehhilfe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Beine (10, 11, 12) in Leichtbauweise, insbesondere aus einem Aluminiumrohr oder Kohlefasermaterial, ausgeführt sind. Gehhilfe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein mittleres Bein (10) ein dreieckiges Profil aufweist, insbesondere aus einem Dreikantrohr besteht. Gehhilfe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die hinteren, seitlichen Beine (11, 12) als Vierkantrohr ausgeführt sind. Gehhilfe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine Standfläche der Beine, die die Form eines gleichseitigen Dreiecks bildet, wobei der Gehwagen (1) insgesamt die Form einer gleichschenkligen Pyramide bildet. Gehhilfe nach Anspruch 15, gekennzeichnet durch eine Standfläche der Beine von 60 × 60 × 60 cm bis 80 × 80 × 80 cm, insbesondere von etwa 70 × 70 × 70 cm. Gehhilfe nach Anspruch 15 oder 16, dadurch gekennzeichnet, dass die Beine (10, 11, 12) in der Gebrauchstellung um einen Winkel von 25° bis 35°, insbesondere etwa 30° ausgeschwenkt sind.






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