Rückverweisung auf verwandte Anmeldungen
Die vorliegende Anmeldung ist verwandt mit drei Anmeldungen der in
der vorliegenden Anmeldung benannten Erfinder, und zwar mit den Titeln "System for
Automatically Routing Calls To Call Center Agents in an Agent Surplus Condition
Based on Delay Probabilities", "System for Automatically Routing Calls To Call Center
Agents in an Agent Surplus Condition Based on Service Levels", "System for Automatically
Routing Calls To Call Center Agents in an Agent Surplus Condition Based on Agent
Occupancy", die zum gleichen Datum wie die vorliegende Anmeldung eingereicht worden
sind.
Gebiet der Erfindung
Die vorliegende Erfindung betrifft Systeme zur automatischen Anrufverteilung
(ACD – Automatic Call Distribution), welche auch als Anrufzentralen oder
"Callcenter" bezeichnet werden, sowie ein Verfahren zum Lenken von Anrufen, bei
welchem eingehende Anrufe in einer Weise an einen Ziel-Callcenter-Agenten geleitet
werden, die für den eingehenden Anruf und das Fähigkeitsniveau des Agenten
geeignet ist.
Problem
Bei Kundendienstleistungsszenarien wie etwa einem Callcenter besteht
ein Problem darin, dass diese Systeme in solcher Weise aufgebaut sind, dass die
Kosten für das Bereitstellen der angebotenen Dienstleistungen entsprechend
einem vorgegebenen Niveau der Reaktion auf Anfragen von Kunden minimiert werden.
In Callcenter-Systemen steht typischerweise eine Gruppe oder ein Pool von Kundendienstbeauftragten
(die vorliegend als "Agenten" bezeichnet werden) zur Verfügung, die verschiedene
Fähigkeitsniveaus aufweisen, um dem Kunden eine im Wesentlichen angemessene
Antwort auf seine Anfrage (die vorliegend auch als "Kontakt" bezeichnet wird) zu
liefern. Die Agenten werden von einem Callcenter-Administrator verwaltet, der manuell
Metriken generiert, welche repräsentativ für verschiedene Verhaltensfaktoren
der Agenten sind, darunter, aber nicht ausschließlich: Geschwindigkeit der
Bearbeitung der Anfrage, Kompetenz bei der Bereitstellung geeigneter Daten für
den Kunden, Wissen im entsprechenden Sachgebiet und dergleichen. Die Anruflenkungssysteme
von Callcentern nutzen diese Metriken, um einen Kunden mit einem verfügbaren
Agenten zu verbinden, für den festgestellt ist, dass er die Fähigkeiten
zum effektivsten Bearbeiten des Kontakts besitzt. Die Definition dieser Metriken
und der Effizienzgrad sind hochgradig subjektiv, und mit diesen ist es typischerweise
nicht möglich, viele andere Faktoren, die für die Bearbeitung eines eingehenden
Kontakts relevant sind, zu erkennen.
Außerdem konzentrieren sich die meisten Agentenverwaltungssysteme
von Callcentern auf Anrufüberschusszustände, bei denen mehr eingehende
Anrufe vorhanden sind als Agenten zur Verfügung stehen, um die eingehenden
Anrufe zu bearbeiten. Das Callcenter unterhält eine oder mehrere Anrufwarteschlangen,
um die empfangenen eingehenden Anrufe in einem aktiven Zustand aufrechtzuerhalten,
bis ein Agent mit der nötigen Fähigkeit verfügbar wird, um den eingehenden
Anruf zu bearbeiten. Wenn bei bestehenden Callcentern ein Agent verfügbar wird,
werden die Fähigkeiten des Agenten bestimmt und der am längsten wartende
Anruf mit der höchsten Priorität, welcher mit der Fähigkeit des Agenten
mit der höchsten Priorität übereinstimmt, wird zu diesem Agenten
geleitet. Einige dieser Fähigkeiten werden von vielen Agenten bereitgestellt,
während andere Fähigkeiten von sehr wenigen Agenten bereitgestellt werden.
Die Erwartung besteht darin, dass Agenten mit mehreren Fähigkeiten den größten
Teil ihrer Zeit mit dem Abwickeln von Anrufen in den kleineren Gruppen mit spezialisierter
Fähigkeit verbringen, wobei sie zugleich eine Reserve für die größeren
Gruppen mit allgemeinen Fähigkeiten bieten. Ein Problem bei diesem Protokoll
besteht jedoch darin, dass die Anrufer, für die ein Agent mit den allgemeinen
Fähigkeiten benötigt wird, aufgrund der Tatsache, dass statistisch die
Anzahl der Agenten in einer Fähigkeitsgruppe das Niveau der bereitgestellten
Dienstleistung bestimmt, eine Dienstleistung auf höherem Niveau erhalten. Eine
Methode zum Beheben dieses Problems besteht darin, die kleineren Fähigkeitsgruppen
personell überzubesetzen, um das Niveau der gebotenen Dienstleistung auszugleichen,
aber dies ist teuer und ineffizient, weil dadurch hoch ausgebildete und hoch bezahlte
Agenten für zu lange Zeit frei sind. Die derzeit verfügbaren Agentenverwaltungssysteme
sind nicht in der Lage, eine anpassbare und automatische Agentenzuweisungsfunktion
für den Callcenter-Administrator für den Fall zur Verfügung zu stellen,
dass eine Reihe von Agenten mehrere Fähigkeiten aufweisen. Ein System, welches
sich diesem Problem zuwendet, ist in der US-Patentanmeldung 08/992,837 mit dem Titel
"Arrangement for Equalizing Levels of Service Among Skills", welche der europäischen
Patentanmeldung EP 0 926 872 A2
entspricht, offenbart, wobei die Agentenauswahl auf einer Feststellung dahingehend
basiert, welche Abwicklung des eingehenden Anrufs durch einen verfügbaren Agenten
die geringste Abweichung von ausgewählten Soll-Leistungskriterien ergibt. Insbesondere
wird festgestellt, ob die eine Fähigkeit betreffende Arbeitszeit des Anrufbearbeiters
eine die Fähigkeit betreffende Soll-Arbeitszeit für die Fähigkeit,
welche für den eingehenden Anruf benötigt wird, übersteigt. Ist dies
der Fall, so wird der Anruf für einen anderen Agenten warten gelassen und der
Agent bleibt frei, um einen weiteren eingehenden Anruf zu empfangen.
Das automatische Reservieren eines Agenten dient dazu, die freien Zeiten von Agenten
in den kleineren Fähigkeitsgruppen zu erhöhen, wodurch tendenziell das
Dienstleistungsniveau, das für die kleineren Fähigkeitsgruppen gegeben
ist, in Bezug auf die größeren Fähigkeitsgruppen ausgeglichen wird.
Dies stellt eine radikale Abkehr von früheren Callcenter-Prozeduren dar, bei
denen keine Agenten frei waren, wenn in der Warteschlange für eingehende Anrufe
ein Anruf vorhanden war.
Bestehende Callcenter sind jedoch nicht in der Lage, die Zuweisung
von Agentenressourcen auf die eingehenden Anrufe, die in dem Callcenter empfangen
werden, effizient und automatisch fein abzustimmen, wenn die Agenten mehrere Fähigkeiten
besitzen. Zudem sind bestehende Callcenter nicht in der Lage, eine Mehrzahl von
Agentenzuweisungsmodellen bereitzustellen, um dadurch den Callcenter-Administrator
in die Lage zu versetzen, den Betrieb des Callcenters auf variierende Charakteristiken
der eingehenden Anrufe und Charakteristiken der Agentenfähigkeiten anzupassen.
Lösung
Die vorstehend beschriebenen Probleme werden gelöst und ein technischer
Fortschritt wird erreicht durch das vorliegende System zum automatischen Leiten
von Anrufen an Callcenter-Agenten bei einem Agentenüberschusszustand basierend
auf Fähigkeitsniveaus der Agenten, wobei es ein Maß für die Kompetenz
eines jeweiligen Agenten bezüglich einer bestimmten Fähigkeit gibt. Dem
Administrator des Callcenters wird ein Modell zur automatischen Agentenzuweisung
zur Verfügung gestellt, welches derart funktioniert, dass sich automatisch
die Effizienz der Zuweisung von Agenten mit mehreren Fähigkeiten für Kontakte
erhöht. Durch Vorliegen eines Agentenüberschusszustands bietet das vorliegende
System eine Mehrzahl von Wahlmöglichkeiten bei der Zuordnung des Agenten zur
Bearbeitung eines momentan empfangenen Kontakts. Da die Agenten, welche das Personal
des Callcenters darstellen, Agenten mit mehreren Fähigkeiten einschließen,
muss das System nicht nur feststellen, welcher der verfügbaren Agenten am besten
ausgestattet ist, um den momentanen Kontakt zu behandeln, sondern auch, wie diese
Zuordnung die Effizienz von darauffolgenden Zuordnungen von Agenten an als nächstes
empfangene Kontakte statistisch beeinflusst, und zwar basierend auf dem vorangegangenen
Leistungsverhalten der Agenten und des Callcenters. Da die an dem Callcenter ankommende
Verkehrslast tendenziell stark variiert und deren Inhalt schwer vorherzusagen ist,
stellt das vorliegende System optional mehrere Modelle zur automatischen Agentenzuweisung
zur Verfügung, die jeweils einen statistisch unterschiedlichen Einfluss auf
das Funktionsverhalten des Callcenters haben, und zwar basierend auf der Qualität
und der Quantität der eingehenden Anrufe.
Ein erster dieser Prozesse ist ein Prozess mit dynamischer Fähigkeitszuordnung,
welcher die Nutzung der mathematischen Berechnungen, die für die voraussichtliche
Wartezeit und ein Dienstleistungsziel für alle Anrufüberschusszustände
entwickelt wurden, auf Agentenüberschusszustände erweitert. Der Prozess
mit dynamischer Fähigkeitszuordnung ordnet den Agenten auf einer Basis pro
Anruf Fähigkeitsniveaus zu, anstatt dass er auf eine festgelegte Anzahl von
manuell zugeordneten Fähigkeitsniveaus begrenzt ist. Der Prozess mit dynamischer
Fähigkeitszuordnung erzeugt eine gewichtete Vorlaufzeit (voraussichtliche Wartezeit)
und eine gewichtete Wahrscheinlichkeit der Verzögerung für jede Agentenfähigkeit
und jede standardmäßige Wartenschlangenpriorität. Die gewichtete
Verzögerungswahrscheinlichkeit für jede Fähigkeit und standardmäßige
Warteschlangenpriorität wird mit Hilfe eines exponentiell gleitenden Durchschnitts
berechnet, welcher immer dann aktualisiert wird, wenn ein eingehender Anruf für
eine Fähigkeit bei einer gegebenen Warteschlangenpriorität angeboten wird.
Der Wert, der für den exponentiell gleitenden Durchschnitt weitergegeben wird,
ist Eins, wenn der Anruf in die Warteschlange gestellt wird, weil kein Agent verfügbar
ist, und ist Null, wenn der Anruf nicht in eine Warteschlange eingereiht wird, da
ein Agent verfügbar ist.
Ein zweiter Prozess ist der Prozess mit Fähigkeiten-Sollniveau,
welcher das existierende Merkmal der prozentualen Zuweisung nutzt, um jede Kombination
Agent/Fähigkeit derart zuzuweisen, dass für alle Anruftypen vordefinierte
Dienstleistungsziele erfüllt werden. Dieser Prozess erfordert ein Soll-Dienstleistungsniveau
und eine Beschreibung der Agenten, die zum Abwickeln von Anrufen zur Verfügung
stehen. Alle Fähigkeiten eines Agenten werden anfangs gleich behandelt, wobei
die prozentuale Zuweisung für jede von n Agentenfähigkeiten 100% ÷
n beträgt. Ein gewichtetes Dienstleistungsniveau für jede Fähigkeit
wird mit Hilfe eines exponentiell gleitenden Durchschnitts berechnet und kann ereignisbestimmt
sein oder auf der voraussichtlichen Wartezeit basieren. Periodisch bestimmt das
System diejenige Fähigkeit, die am meisten über ihrem Soll-Dienstleistungsniveau
liegt, sowie diejenige Fähigkeit, die am meisten unter ihrem Soll-Dienstleistungsniveau
liegt. Wenn irgendwelchen Agenten beide Fähigkeiten zugeordnet sind, erfolgt
eine Verringerung der Zuweisung für diejenige Fähigkeit, die über
ihrem Soll-Dienstleistungsniveau liegt, und eine Erhöhung der Zuweisung für
die Fähigkeit, die unter ihrem Soll-Dienstleistungsniveau liegt, für jeden
dieser Agenten. Die Verarbeitung kann Offline in einem Simulationsmodus ausgeführt
werden, bei dem die Verarbeitung iterativ fortgesetzt wird, wobei der Fähigkeiten-Sollniveau-Prozess
den Betrag verringert, um den die Zuweisungen erhöht und verringert
werden. Der Fähigkeiten-Sollniveau-Prozess wird mehrmals wiederholt, und die
Ergebnisse werden bei der Agentenzuweisung genutzt. Alternativ erfolgt die Verarbeitung
in einem Echtzeitsystem ereignisbestimmt.
Ein dritter Prozess ist der Prozess mit Verringerung der Agentenbelegung,
bei welchem die Belegung für eine gewisse Gruppe der Agentenpopulation ohne
wesentlichen Aufwand an manueller Administration verringert wird. Die Identität
jedes Agenten und die Fähigkeiten, die jedem Agenten zugeordnet sind, werden
aufgezeichnet, und das Dienstleistungsniveau-Soll für jede Fähigkeit wird
eingegeben. Der Prozess mit Reduzierung der Agentenbelegung analysiert den eingehenden
Verkehr, der für jede Fähigkeit angeboten wird, indem ein gewichtetes
Dienstleistungsniveau für jede Fähigkeit berechnet wird, und zwar mit
Hilfe eines exponentiell gleitenden Durchschnitts, basierend auf der voraussichtlichen
Wartezeit für diese Fähigkeit. Das gewichtete Dienstleistungsniveau für
jede Fähigkeit wird periodisch aktualisiert, und die voraussichtliche Wartezeit
basiert auf der Anzahl von Agenten, die zur Entgegennahme eines Anrufs für
die Fähigkeit ausgewählt werden können, der Anzahl der für diese
Fähigkeit in der Warteschlange stehenden Anrufe und der gewichteten Vorlaufzeit
für diese Fähigkeit. Ein Agent kann ausgewählt werden, um einen in
der Warteschlange eingereihten Anruf für eine Fähigkeit entgegenzunehmen,
wenn dieser Agent verfügbar ist und nicht automatisch für diese Fähigkeit
reserviert ist. Der Wert, der für den exponentiell gleitenden Durchschnitt
weitergegeben wird, basiert auf dem Verhältnis von voraussichtlicher Wartezeit
zu dem administrativ festgelegten akzeptablen Dienstleistungsniveau.
Ein vierter Prozess ist der Prozess zur Agentenbelegung, welcher sich
der Notwendigkeit zuwendet, dass der Administrator des Callcenters die Belegung
aller Agenten in dem Callcenter ungeachtet der Fähigkeiten derselben ausgleicht.
Bei bestehenden Systemen wird bei einem Agentenüberschusszustand der am wenigsten
belegte Agent genutzt, aber nur, wenn mehr als ein Agent verfügbar ist und
ein Anruf eintrifft. Der Administrator des Callcenters verfügt nicht über
die Möglichkeit, die Belegung von Agenten relativ zu anderen zu variieren.
Die Abschätzung der Agentenbelegung erfolgt durch Berechnung der gewichteten
Anrufabwicklungszeit mit Hilfe eines exponentiell gleitenden Durchschnitts, der
auf Grundlage eines abgeschlossenen Anrufs aktualisiert wird. Die gewichtete Anrufzwischenzeit
wird mit Hilfe eines exponentiell gleitenden Durchschnitts berechnet, der aktualisiert
wird, wenn ein Anruf einem Agenten angeboten wird. Die Belegung des Agenten wird
berechnet, indem das Verhältnis aus der gewichteten Anrufabwicklungszeit und
der Summe aus der gewichteten Anrufabwicklungszeit und der gewichteten Anrufzwischenzeit
herangezogen wird. Die Fähigkeitsauswahl bei einem Anrufüberschusszustand
betrifft die Fähigkeit, für welche die aktiven Agenten die höchste
mittlere Belegung in Bezug auf die mittlere administrativ festgelegte Sollbelegung
für diese Agenten aufweisen. Wenn sich für zwei Fähigkeiten das gleiche
ergibt, wird diejenige Fähigkeit ausgewählt, für welche Anrufe am
längsten warten. Die Agentenauswahl bei einem Agentenüberschusszustand
wählt denjenigen Agenten, dessen Belegung am niedrigsten in Bezug auf die administrativ
festgelegte Sollbelegung für diesen Agenten ist.
Somit bietet das vorliegende System zum automatischen Weiterleiten
von Anrufen an Agenten eines Callcenters bei einem Agentenüberschusszustand
dem Callcenter-Administrator ein Modell für eine automatische Agentenzuweisung,
welches derart funktioniert, dass die Effizienz der Zuweisung von Agenten mit mehreren
Fähigkeiten zu Kontakten automatisch erhöht wird.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
1 stellt in Form eines Blockdiagramms ein Callcenter
dar, welches das vorliegende System zum automatischen Weiterleiten von Anrufen an
Agenten des Callcenters umfasst; und die
2–5 stellen in Form von Ablaufdiagrammen
die Funktionsweise des Callcenters aus 1 bei der Bearbeitung
einer typischen Rufverbindung mit Hilfe des vorliegenden Systems zum automatischen
Weiterleiten von Anrufen an Callcenter-Agenten dar.
Detaillierte Beschreibung
Callcenter-Philosophie
Die Abwicklung eines eingehenden Anrufs bis zum Abschluss in Callcentern
kann in drei identifizierbare Funktionen unterteilt werden. Die erste Funktion stellt
die Segmentierungsphase dar, bei welcher das Callcenter Kunden identifiziert und
eine für diesen Kunden bereitzustellende Dienstleistungsqualität bestimmt.
Die Kundenidentität wird typischerweise über automatische Zahlenkenndaten
festgestellt, die von der Telefonzentrale erhalten werden, welche den Kunden bedient,
und/oder mit Hilfe eines interaktiven Sprachausgabesystems, um Daten von dem Kunden
zu erfassen. Das Callcenter kann auch die Kundenidentität nutzen, um einen
Nutzzeitwert für den Kunden zu berechnen, welcher eine Angabe zu dem Wert dieses
Kunden für den Betreiber des Callcenters darstellt. Die zweite Funktion umfasst
die Ressourcenauswahl, bei welcher das Callcenter einen Agenten aus dem Pool von
Agenten auswählt, und zwar unter Nutzung von Daten aus einer Reihe von Quellen,
um die von dem Kunden benötigte Dienstleistung festzustellen,
beispielsweise Daten, welche die gewählte Nummer anzeigen (wenn das Callcenter
eine Mehrzahl von gelisteten Rufnummern für jede der verschiedenen bereitgestellten
Dienstleistungen unterhält), Daten von dem interaktiven Sprachausgabesystem,
welche die Auswahl einer gewünschten Bestimmungsstelle oder einer gewünschten
Dienstleistung durch den Kunden angeben, und/oder Daten von Datenbanken, die in
dem Callcenter unterhalten werden, welche frühere Interaktionen des Kunden
mit dem Callcenter angeben, wobei diese Daten genutzt werden können, um die
Geschichte des Kunden zu extrapolieren, um die momentan geforderte Dienstleistung
vorherzusagen. Die festgestellte Dienstleistungsanforderung wird auf einen ausgewählten
Agenten in dem Pool von Agenten abgebildet, und zwar in Funktion des Fähigkeitsniveaus
des Agenten, der Verfügbarkeit des Agenten, des Wertes des Kunden und verschiedener
anderer Faktoren. Schließlich umfasst die dritte Funktion eine Vollzugsphase,
in welcher der Kunde mit einem ausgewählten Agenten verbunden wird, der die
geforderte Funktion ausführt, und zwar mit Hilfe der erworbenen und/oder weiterentwickelten
Fähigkeiten des Agenten. Die Ausführung der letztendlichen Funktion schließt
die Erfassung von Daten bezüglich des Leistungsverhaltens des Agenten ein,
wobei diese Daten genutzt werden, um das Fähigkeitsniveau des Agenten automatisch
zu aktualisieren. Diese Datenerfassung schließt das Erkennen von Trends im
Leistungsverhalten des Agenten wie auch die Extrapolation der erkannten Trends ein.
Callcenter-Architektur
1 stellt in Form eines Blockdiagramms ein Callcenter
dar, welches das vorliegende System zum automatischen Weiterleiten von Anrufen an
Agenten des Callcenters umfasst. Das Callcenter 101 umfasst eine Mehrzahl
von Telefonleitungen und/oder Amtsleitungen 100, die über das Callcenter
101 selektiv mit einer Mehrzahl von Agentenpositionen 102–104
verbunden werden. Jede Agentenposition 102–104 umfasst
ein Sprach- und Datenendgerät 105 zur Nutzung durch einen entsprechenden
Agenten 106–108 bei der Abwicklung eingehender Anrufe.
Die Datenendgeräte 105 sind mit dem Callcenter 101 über
ein Sprach- und Datenmedium 109 verbunden. Außerdem umfasst das Callcenter
101 ein herkömmliches Basis-Anrufverwaltungssystem (BCMS –
Basic Call Management System) 110B und mit dem Callcenter 101
ist ein herkömmliches Anrufverwaltungssystem (CMS – Call Management
System) 110A verbunden, welches Anrufdatensätze und Statistiken des
Callcenters zur Nutzung bei der Verwaltung des Callcenters und bei der Erzeugung
von Berichten für das Callcenter erfasst. Der einfacheren Beschreibung halber
werden das herkömmliche Basis-Anrufverwaltungssystem (BCMS) 110B und
das herkömmliche Anrufverwaltungssystem (CMS) 110A vorliegend insgesamt
als Anrufverwaltungssystem 110 des Callcenters bezeichnet.
Das Callcenter 101 stellt ein auf einem existierenden Telefonvermittlungssystem,
beispielsweise der Nebenstellenanlage (PBX) Definity® der Lucent
Technologies, basierendes Callcenter dar. Dieses Callcenter stellt ein speicherprogrammgesteuertes
System dar, welches Schnittstellen zu externen Kommunikationsleitungen, ein Kommunikationskoppelnetz,
Dienstschaltungen, Speicher zum Speichern von Steuerprogrammen und Daten sowie einen
Prozessor zum Ausführen der gespeicherten Steuerprogramme zum Steuern der Schnittstellen
und des Koppelnetzes und zum Bereitstellen der Funktionalität des Callcenters
umfasst. Mit der Verwendung dieses Callcenter-Systems in der vorliegenden Beschreibung
wird jedoch nicht beabsichtigt, die Anwendbarkeit des vorliegenden Systems auf die
automatische Weiterleitung von Anrufen an Agenten eines Callcenters auf andere Callcenter
und andere Kommunikationssysteme zu begrenzen, da die Anwendbarkeit der vorliegend
offenbarten Konzepte nicht auf die im Vorliegenden offenbarte spezielle Anwendung
begrenzt ist.
Die in dem Callcenter 101 gespeicherten Daten umfassen eine
Gruppe von Anrufwarteschlangen 120 und eine Gruppe von Agentenwarteschlangen
130. Jede Anrufwarteschlange 121–129 entspricht
einer unterschiedlichen Agentenfähigkeit, ebenso wie jede Agentenwarteschlange
131–139. Herkömmlicherweise wird Anrufen eine Priorität
zugeordnet, und diese werden in einzelnen Anrufwarteschlangen 121–129
in der Reihenfolge ihrer Priorität eingereiht oder werden in unterschiedlichen
einer Mehrzahl von Anrufwarteschlangen 121–129, die einer
Fähigkeit entsprechen, eingereiht, wobei jede Anrufwarteschlange einer anderen
Anrufabwicklungspriorität entspricht. Gleichfalls wird allen Fähigkeiten
eines Agenten eine Priorität entsprechend dem Niveau des Expertenwissens bezüglich
dieser Fähigkeit des Agenten zugeordnet, und die Agenten werden in einzelne
Agentenwarteschlangen eingereiht, wobei der Veranschaulichung halber 9 von diesen
(131–139) in 1 gezeigt sind,
wobei eine jede einer Fähigkeit entspricht. Wie in 1
gezeigt, kann der Agent A die Fähigkeiten 1, 2 aufweisen, während der
Agent Z die Fähigkeiten 1, 2, 3, 9 aufweisen kann. Zudem kann mit Hilfe einer
vordefinierten Skala, welche die Tüchtigkeit des Agenten bezüglich der
Fähigkeit angibt, die Tüchtigkeit eines Agenten bezüglich der diesem
zugeordneten Fähigkeiten definiert werden.
Die Steuerprogramme in dem Callcenter 101 umfassen ein Anrufvektorprogramm
140, welches eingehende Anrufe den unterschiedlichen Anrufwarteschlangen
121–129 zuweist, und zwar basierend auf der Agentenfähigkeit,
die für die richtige Behandlung dieses Anrufs erforderlich ist. Außerdem
weist ein Agenten- und Anrufauswahlprogramm 150 verfügbare
Agenten 106–108 den Agentenwarteschlangen 131–139
zu, und zwar basierend auf den Fähigkeiten, welche diese besitzen. Da Agenten
möglicherweise mehrere Fähigkeiten besitzen und in jeder dieser Fähigkeiten
unterschiedliche Niveaus an Expertenwissen, weist das Agenten- und Anrufauswahlprogramm
150 die Agenten 106–108 unterschiedlichen Agentenwarteschlangen
131–139 mit unterschiedlichen Expertenniveaus zu. Die Steuerprogramme
in dem Callcenter 101 umfassen außerdem das Agenten- und Anrufauswahlprogramm
150, welches Zuordnungen zwischen eingehenden Anrufen und verfügbaren
Agenten in solcher Weise ausführt, dass die Geschäftsziele des Callcenters,
typischerweise der Ausgleich des Niveaus der Dienstleistung für alle Fähigkeiten,
erfüllt werden.
System zum automatischen Weiterleiten von Anrufen an Callcenter-Rgenten
Die 2–5 stellen
in Form von Flussdiagrammen die Funktionsweise des Callcenters aus 1
bei der Abwicklung einer typischen Anrufverbindung mit Hilfe des vorliegenden Systems
160 zum automatischen Weiterleiten von Anrufen an Callcenter-Agenten dar,
welches in Verbindung mit dem Anrufvektorprogramm 140 und dem Agenten-
und Anrufauswahlprogramm 150 arbeiten kann, um dem Administrator des Callcenters
ein Modell zur automatischen Agentenzuweisung bereitzustellen, das die Funktion
hat, die Effizienz der Zuweisung von Agenten mit mehreren Fähigkeiten zu Kontakten
automatisch zu erhöhen. Die in den 2–5
veranschaulichten Prozesse werden als verschiedene Möglichkeiten zum Erreichen
dieser automatischen Weiterleitung von Anrufen an Agenten des Callcenters bei einem
Agentenüberschusszustand beschrieben, wobei jeder einzelne oder eine Mehrzahl
derselben in dem Callcenter 101 eingerichtet werden können. Der Administrator
des Callcenters kann einen ausgewählten dieser Prozesse aktivieren, je nachdem
wie die Dienstleistungsbedürfnisse und der Verkehr zu dem Callcenter
101 dies diktiert, um die Dienstleistungsziele des Callcenters
101 zu erreichen, und die von dem ausgewählten Prozess generierten
Metriken werden von dem Anrufvektorprogramm 140 und dem Agenten- und Anrufauswahlprogramm
150 genutzt, um Zuweisungen zwischen eingehenden Anrufen und verfügbaren
Agenten in solcher Weise auszuführen, dass das Niveau der Dienstleistung für
jede Fähigkeit ausgeglichen wird.
Jeder der Prozesse zur automatischen Agentenzuweisung liefert dem
Callcenter-Administrator eine andere Ausrichtung bei der Berechnung einer der Agentenmerkmale,
beispielsweise: Fähigkeitsniveau, Soll-Fähigkeitsniveau, Reduzierung der
Agentenbelegung, Ausgleich der Agentenbelegung. Durch die richtige Auswahl des Agentenauswahlprozesses
kann der Administrator des Callcenters ein verbessertes Niveau der Dienstleistung
für die von dem Callcenter bedienten Kunden bereitstellen. Da diese Agentenzuweisungsprozesse
automatisch funktionieren, reduzieren sie die Notwendigkeit des Eingriffs in den
Agentenverwaltungsprozess für den Administrator des Callcenters. Beispielsweise
besteht eine Möglichkeit des Ausgleichs des Dienstleistungsniveaus, das für
verschiedene Fähigkeiten gegeben ist, darin, die freie Zeit für Agenten
zu erhöhen, welche die kleineren Fähigkeitsgruppen bedienen. Anstatt diese
kleineren Fähigkeitsgruppen personell überauszustatten, um eine längere
freie Zeit für Agenten zu erreichen, können die Agenten automatisch in
Reserve gehalten werden, wenn deren Leistungsverhalten einem vorgegebenen Soll entspricht.
In dieser Situation können ein oder mehrere Agenten frei sein, selbst wenn
Anrufe in einer oder mehreren Fähigkeiten-Warteschlangen, die von diesen Agenten
bedient werden, warten. Ein weiterer Aspekt ist die automatische und dynamische
Zuordnung von Fähigkeitsniveaus zu den Agenten, welche auf einer Basis pro
Anruf implementiert werden kann, um dadurch exakter den momentanen Zustand des Callcenters
und seiner Agenten zu repräsentieren, als es manuell durch den Administrator
des Callcenters erfolgen kann.
Da alle Arten von Medien akzeptiert werden können, stellt das
Callcenter 101 das Wesen des Dateninhalts und das Datenformat in dem eingehenden
Anruf fest: E-Mail, Sprache, Webverbindung, interaktive Textdaten, Faxübertragung
und dergleichen. Das Callcenter 101 überprüft den Status der
verfügbaren Ressourcen, darunter: menschliche Agenten, Ports der Sprachabfrageeinheit,
Faxgeräte, Server, automatisierte Agenten und dergleichen. Um die vorliegende
Beschreibung zu vereinfachen, konzentriert sich die folgende Beschreibung jedoch
auf Sprache, obgleich offensichtlich ist, dass Kontakte mit dem Callcenter
101 über andere Medien erfolgen können, darunter das Internet,
private Netzwerke, zelluläre Kommunikationssysteme und dergleichen. Bei einem
eingehenden Anruf werden also die Identität des Kunden, die Daten der Kundenabfrage,
die von dem Kunden eingegeben wurden, und dergleichen an das Agenten- und Anrufauswahlprogramm
150 übermittelt, welches den Agentenauswahlprozess ausführt,
wenn ein Anruf, für den festgestellt wird, dass für seine Behandlung eine
Fähigkeit x erforderlich ist, am Kopf der Warteschlange für die Fähigkeit
x in den Anrufwarteschlangen 120 ankommt. Das Agenten- und Anrufauswahlprogramm
150 wählt den besten Agenten mit der Fähigkeit x aus, um den
Anruf zu behandeln, und zwar mit Hilfe eines der Prozesse, wie sie nachstehend beschrieben
werden.
Es gibt zahlreiche veröffentlichte Dokumente, welche Callcenter-Systeme
und Agentenzuweisungsprozesse offenbaren. Diese bekannten Quellen
schließen das US-Patent 5,206,903 ein, welches ein auf Fähigkeiten basierendes
automatisches Anrufverteilungssystem offenbart. Das US-Patent 5,506,898 beschreibt
eine auf die voraussichtliche Wartezeit bezogene Funktion, die in einem solchen
System genutzt wird, während das US-Patent 5,721,770 eine Implementierung einer
Agentenvektorisierung offenbart.
Prozess mit dynamischer Fähigkeitszuordnung
Bestehende Callcenter-Systeme nutzen sowohl die voraussichtliche Wartezeit
als auch das Dienstleistungsziel als Dienstleistungs-Messmetriken für die Zuweisung
eines Agenten zur Abwicklung eines eingehenden Anrufs. Diese Metriken werden nur
genutzt, wenn ein Anrufüberschusszustand besteht, und sie beeinflussen Weiterleitungsentscheidungen
für Agenten mit mehreren Fähigkeiten nur, wenn für mehr als eine
der Fähigkeiten, die den Agenten mit mehreren Fähigkeiten zugeordnet sind,
eingehende Anrufe in Warteschlangen eingereiht sind. Somit kann die Nutzung dieser
Metriken für die Zuweisung eines Agenten zur Abwicklung eines eingehenden Anrufs
nur einen minimalen Einfluss auf Messwerte für die Leistungsfähigkeit
bestehender Callcenter haben, beispielsweise die mittlere Geschwindigkeit der Beantwortung
oder einen Prozentsatz des Dienstleistungsniveaus.
Ein erster der zuvor erwähnten Prozesse zur automatischen Agentenzuweisung,
die von dem vorliegenden System 160 zur automatischen Weiterleitung von
Anrufen an Callcenter-Agenten genutzt werden, ist der Prozess mit dynamischer Fähigkeitszuordnung,
welcher die Nutzung der mathematischen Berechnungen, die für Anrufüberschusszustände
entwickelt worden sind, um die Metriken für die voraussichtliche Wartezeit
und das Dienstleistungsziel zu bestimmen, auf Agentenüberschusszustände
erweitert. Der Prozess mit dynamischer Fähigkeitszuordnung ordnet Agenten auf
anrufweiser Basis Fähigkeitsniveaus zu, anstatt dass er auf eine festgelegte
Anzahl von manuell zugeordneten Fähigkeitsniveaus beschränkt ist. Das
Callcenter 101 erzeugt eine gewichtete Vorlaufzeit (die auch als voraussichtliche
Wartezeit bezeichnet wird) und eine gewichtete Verzögerungswahrscheinlichkeit
für sowohl jede Agentenfähigkeit als auch jede standardmäßige
Warteschlangenpriorität. Die gewichtete Verzögerungswahrscheinlichkeit
für jede Fähigkeit für einen Agenten mit mehreren Fähigkeiten
und für die standardmäßige Warteschlangenpriorität werden typischerweise
mit Hilfe eines exponentiell gleitenden Durchschnitts berechnet, der immer dann
aktualisiert wird, wenn ein eingehender Anruf für eine Fähigkeit an einer
Warteschlange mit einer gegebenen Priorität angeboten wird. Der Wert, der für
den exponentiell gleitenden Durchschnitt weitergegeben wird, ist beispielsweise
Eins, wenn der Anruf in die Warteschlange eingereiht wird, weil kein Agent verfügbar
ist, und ist Null, wenn der Anruf nicht eingereiht wird, da ein Agent verfügbar
ist.
Fähigkeitsauswahl: der Prozess mit dynamischer Fähigkeitszuordnung
generiert in Schritt 201 die Metrik für dynamisch zugeordnetes Fähigkeitsniveau
durch Multiplizieren der gewichteten Vorlaufzeit mit der gewichteten Verzögerungswahrscheinlichkeit.
In Schritt 202 ersetzt der Prozess zur dynamischen Fähigkeitszuordnung
das Maß für die voraussichtliche Wartezeit (die momentan in der Warteschlange
verbrachte Zeit plus der gewichteten Vorlaufzeit), das von dem Callcenter
101 generiert worden ist, durch das dynamisch zugeordnete Fähigkeitsniveau.
Wenn alle anderen Faktoren (Fähigkeitsniveau, Warteschlangenpriorität)
gleich sind, wählt das System 160 zum automatischen Weiterleiten von
Anrufen an Callcenter-Agenten in Schritt 203 die Fähigkeit mit dem
größten dynamisch zugeordneten Fähigkeitsniveau aus.
Algorithmus zur Reduzierung der Belegung für ausgewählte
Agenten: in Schritt 204 bestimmt der Prozess zur dynamischen Fähigkeitszuordnung
die Verfügbarkeit eines Agenten zur Bedienung des Anrufs. Dies wird erreicht,
indem festgestellt wird, ob der Mittelwert des dynamisch zugeordneten Fähigkeitsniveaus
für alle Fähigkeiten des Agenten mit mehreren Fähigkeiten, außer
für die momentan ausgewählte Fähigkeit, größer als das
dynamisch zugeordnete Fähigkeitsniveau für die momentan ausgewählte
Fähigkeit multipliziert mit einem vorgegebenen Wert ist. Ein Agent mit mehreren
Fähigkeiten wird absichtlich frei gehalten, und zwar in Schritt 205,
selbst wenn einer oder mehrere Anrufe in einer Warteschlange für eine oder
mehrere Fähigkeiten des Agenten vorhanden sind, wenn der Mittelwert des dynamisch
zugeordneten Fähigkeitsniveaus für alle Fähigkeiten des Agenten mit
mehreren Fähigkeiten, außer für die momentan ausgewählte Fähigkeit,
größer als das dynamisch zugeordnete Fähigkeitsniveau für die
momentan ausgewählte Fähigkeit multipliziert mit einem vorgegebenen Wert
ist. Ansonsten wählt das System 160 zum automatischen Weiterleiten
von Anrufen an Callcenter-Agenten in Schritt 206 denjenigen Agenten aus,
dessen Fähigkeiten als Ganzes den niedrigsten Mittelwert für das dynamisch
zugewiesene Fähigkeitsniveau ergeben.
Fähigkeiten-Sollniveau-Prozess
Bestehende Callcenter-Systeme nutzen bei allen Anrufüberschusszuständen
eine prozentuale Zuweisung als Agentenzuweisungsmetrik. Um dieses Konzept auf Agentenüberschusszustände
anzuwenden, muss für jede Agentenkonfiguration und Verkehrsvorhersage die korrekte
prozentuale Zuweisung, die jeder Kombination aus Agent mit mehreren Fähigkeiten
und Fähigkeit zugeordnet wird, bestimmt werden.
Daher besteht ein zweiter der zuvor erwähnten automatischen Agentenzuweisungsprozesse,
die von dem vorliegenden System 160 zur automatischen Weiterleitung von
Anrufen an Callcenter-Agenten genutzt werden, in dem Fähigkeiten-Sollniveau-Prozess,
welcher das in Callcentern existierende Merkmal der prozentualen Zuweisung nutzt,
um jede Kombination Agent/Fähigkeit derart zuzuweisen, dass für jeden
Anruftyp vordefinierte Dienstleistungsziele erreicht werden. Wie in 3
gezeigt ist, erfordert der Fähigkeiten-Sollniveau-Prozess eine Beschreibung
der Agenten, die zur Abwicklung von Anrufen verfügbar sind, sowie der erwarteten
angebotenen Last für jeden Anruftyp (jede Fähigkeit). Bei diesem Prozess
werden alle Fähigkeiten eines Agenten mit mehreren Fähigkeiten gleich
behandelt, wobei die prozentuale Zuweisung für jede von n Agentenfähigkeiten
anfänglich in Schritt 301 100% ÷ n beträgt. In Schritt
302 wird für jede Fähigkeit ein gewichtetes Dienstleistungsniveau
berechnet, typischerweise mit Hilfe eines exponentiell gleitenden Durchschnitts,
und dies kann ereignisbestimmt erfolgen oder auf der voraussichtlichen Wartezeit
basieren. Der Prozess mit Fähigkeiten-Sollniveau bestimmt in Schritt
303 zumindest eine Fähigkeit, die am stärksten über ihrem
Soll-Dienstleistungsniveau liegt, und bestimmt in Schritt 304 zumindest
eine Fähigkeit, die am stärksten unter ihrem Soll-Dienstleistungsniveau
liegt. Falls irgendwelchen Agenten mit mehreren Fähigkeiten diese beiden Fähigkeiten
zugeordnet sind, verringert der Fähigkeiten-Sollniveau-Prozess in Schritt
305 die Zuweisung für die zumindest eine Fähigkeit, die über
ihrem Soll-Dienstleistungsniveau liegt, und erhöht in Schritt 306
die Zuweisung für die zumindest eine Fähigkeit, die unterhalb ihres Soll-Dienstleistungsniveaus
liegt, für jeden dieser Agenten mit mehreren Fähigkeiten. Bei der weiteren
Abwicklung nutzt der Fähigkeiten-Sollniveau-Prozess die Ergebnisse in Schritt
307 bei der Agenten- und Fähigkeitsauswahl.
Prozess zur Reduzierung der Agentenbelegung
Das Erfüllen von beliebigen Dienstleistungsniveau-Solls (x %
der Anrufe innerhalb von y Sekunden bearbeitet) für alle Anrufarten in einem
Callcenter stellt ein Ziel der Callcenter-Verwaltung dar. Ungenaue Verkehrsvorhersagen,
sprunghafte Verkehrsbelastungen und Schwankungen in der Personalausstattung mit
Agenten beeinflussen dieses Ziel, und typischerweise wird eine chronische personelle
Überbelegung genutzt, um den Zielstellungen zu entsprechen.
Wie in 4 gezeigt ist, stellt ein dritter
der zuvor erwähnten Prozesse zur automatischen Agentenzuweisung, die von dem
vorliegenden System 160 zur automatischen Weiterleitung von Anrufen an
Callcenter-Agenten genutzt werden, den Prozess zur Reduzierung der Agentenbelegung
dar, mit welchem die Belegung für eine gewisse Gruppe der Agentenpopulation
reduziert wird, und zwar ohne wesentlichen Aufwand an manueller Administration.
Die Identität jedes Agenten und die Fähigkeiten, die jedem Agenten zugeordnet
sind, werden aufgezeichnet, und das Dienstleistungsniveau-Soll für jede Fähigkeit
wird von dem Callcenter-Administrator des Callcenters 101 eingegeben. Das
Callcenter 101 analysiert den eingehenden Verkehr, der für jede Fähigkeit
angeboten wird, indem ein gewichtetes Dienstleistungsniveau für jede Fähigkeit
mit Hilfe eines exponentiell gleitenden Durchschnitts basierend auf der voraussichtlichen
Wartezeit für diese Fähigkeit berechnet wird. Das gewichtete Dienstleistungsniveau
für jede Fähigkeit wird periodisch aktualisiert, und die voraussichtliche
Wartezeit basiert auf der Anzahl der Agenten, die zum Empfang eines Anrufs für
die Fähigkeit zur Auswahl stehen, auf der Anzahl der Anrufe, die für diese
Fähigkeit in einer Warteschlange eingereiht sind, und auf der gewichteten Vorlaufzeit
für diese Fähigkeit.
Ein Agent steht zur Auswahl, um einen eingereihten Anruf für
eine Fähigkeit entgegenzunehmen, wenn dieser Agent verfügbar ist, wie
in Schritt 401 festgestellt wird, und wenn er nicht automatisch für
diese Fähigkeit reserviert ist. Der Wert, der für den exponentiell gleitenden
Durchschnitt weitergegeben wird, basiert auf dem Verhältnis der voraussichtlichen
Wartezeit und dem administrativ festgelegten akzeptablen Dienstleistungsniveau.
Fähigkeitsauswahl: das System 160 zum automatischen
Weiterleiten von Anrufen an Callcenter-Agenten wählt in Schritt 402
die Fähigkeit mit dem geringsten gewichteten Dienstleistungsniveau in Bezug
auf das Soll-Dienstleistungsniveau aus.
Reduzierung der Agentenbelegung: das System 160 zum automatischen
Weiterleiten von Anrufen an Callcenter-Agenten stellt fest, ob das gewichtete Dienstleistungsniveau
für irgendwelche Fähigkeiten des Agenten mit Ausnahme der momentan ausgewählten
Fähigkeit geringer als das Soll-Dienstleistungsniveau für diese Fähigkeit
ist, und zwar in Schritt 403. Das System 160 zum automatischen
Weiterleiten von Anrufen an Callcenter-Agenten hält in Schritt 404
einen Agenten absichtlich frei, selbst wenn ein oder mehrere Anrufe für eine
oder mehrere der Fähigkeiten des Agenten in einer Warteschlange eingereiht
sind, wenn das gewichtete Dienstleistungsniveau für irgendeine der Fähigkeiten
des Agenten mit der Ausnahme der momentan ausgewählten Fähigkeit geringer
als das Soll-Dienstleistungsniveau für diese Fähigkeit ist, wie in Schritt
403 festgestellt worden ist. Ansonsten wählt das System
160 zum automatischen Weiterleiten von Anrufen an Callcenter-Agenten in
Schritt 405 denjenigen Agenten aus, dessen Fähigkeiten
insgesamt das beste mittlere gewichtete Dienstleistungsniveau in Bezug auf das Soll-Dienstleistungsniveau
ergeben.
Prozess zum Ausgleich der Agentenbelegung
Eine Absicht der Callcenter-Verwaltung besteht darin, die Belegung
aller Agenten in dem Callcenter, ungeachtet ihrer Fähigkeiten, auszugleichen.
Bestehende Systeme nutzen bei einem Agentenüberschusszustand den am wenigsten
belegten Agenten, aber nur, wenn mehr als ein Agent verfügbar ist und ein Anruf
ankommt. Für den Callcenter-Verwalter besteht keine Möglichkeit, die Belegung
von Agenten relativ zu anderen zu variieren.
Wie in 5 gezeigt ist, stellt ein vierter
der zuvor erwähnten automatischen Agentenzuweisungsprozesse, die von dem vorliegenden
System 160 zur automatischen Weiterleitung von Anrufen an Callcenter-Agenten
genutzt werden, einen Prozess zum Ausgleich der Agentenbelegung dar, welcher sich
dem Bedürfnis eines Administrators des Callcenters zuwendet, die Belegung aller
Agenten in dem Callcenter, ungeachtet ihrer Fähigkeiten, auszugleichen. Die
Abschätzung der Agentenbelegung erfolgt durch Berechnung der gewichteten Anrufabwicklungszeit
mit Hilfe eines exponentiell gleitenden Durchschnitts, der auf Basis abgeschlossener
Anrufe aktualisiert wird. Die gewichtete Zeit zwischen Anrufen wird mit Hilfe eines
exponentiell gleitenden Durchschnitts berechnet, der aktualisiert wird, wenn einem
Agenten ein Anruf angeboten wird. Die Belegung eines Agenten wird in Schritt
501 berechnet, indem das Verhältnis der gewichteten Anrufabwicklungszeit
zu der Summe aus der gewichteten Anrufabwicklungszeit und der gewichteten Zeit zwischen
Anrufen herangezogen wird.
Fähigkeitsauswahl: das System 160 zum automatischen
Weiterleiten von Anrufen an Callcenter-Agenten wählt in Schritt 502
diejenige Fähigkeit aus, für welche die aktiven Agenten die höchste
mittlere Belegung in Bezug auf die mittlere administrativ festgelegte Sollbelegung
für diese Agenten aufweisen. Wenn dies für zwei Fähigkeiten gleich
ist, wird in Schritt 503 diejenige Fähigkeit ausgewählt, für
welche ein Anruf am längsten wartet.
Reduzierung der Belegung: das System 160 zum automatischen
Weiterleiten von Anrufen an Callcenter-Agenten bestimmt in Schritt 504
die Belegung des Agenten, und wenn die Belegung des Agenten größer als
die administrativ festgelegte Sollbelegung für diesen Agenten ist, wird ein
Agent in Schritt 505 absichtlich frei gehalten, selbst wenn ein oder mehrere
Anrufe in der Warteschlange für eine oder mehrere der Fähigkeiten des
Agenten vorhanden sind.
Agentenauswahl: das System 160 zum automatischen Weiterleiten
von Anrufen an Callcenter-Agenten wählt in Schritt 506 den Agenten
aus, dessen Belegung in Bezug auf die administrativ festgelegte Sollbelegung für
diesen Agenten am niedrigsten ist.
Die Belegung aller Agenten in einem Callcenter kann ungeachtet der
Anzahl der Fähigkeiten, die jedem Agenten zugeordnet sind, und ungeachtet der
relativen Anzahl von Anrufen, die bei einem Agentenüberschuss- oder Anrufüberschusszustand
in dem Callcenter angeboten werden, ausgeglichen werden. Die Belegung ausgewählter
Agenten kann außerdem in Bezug auf andere Agenten erhöht oder vermindert
werden, indem diesen Agenten entsprechende Soll-Belegungen zugeordnet werden.
Zusammenfassung
Das vorliegende System zum automatischen Weiterleiten von Anrufen
an Callcenter-Agenten stellt für den Administrator eines Callcenters ein Modell
der automatischen Agentenzuweisung bereit, welches derart funktioniert, dass automatisch
die Effizienz der Zuweisung von Agenten mit mehreren Fähigkeiten zu Kontakten
erhöht wird. Das Vorliegen eines Agentenüberschusszustands bietet für
das vorliegende System eine Mehrzahl von Auswahlmöglichkeiten bei der Zuweisung
des Agenten zur Bearbeitung eines momentan empfangenen Kontakts. Da die Agenten,
welche Personal des Callcenters sind, Agenten mit mehreren Fähigkeiten einschließen,
muss das System nicht nur feststellen, welcher der verfügbaren Agenten der
am besten ausgestattete ist, um den momentanen Kontakt zu behandeln, sondern auch,
wie diese Zuweisung die Effizienz der darauffolgenden Zuweisungen von Agenten an
Kontakte, die als nächstes empfangen werden, statistisch beeinflusst, und zwar
basierend auf dem vorangegangenen Leistungsverhalten der Agenten und des Callcenters.