HINTERGRUND DER ERFINDUNG
(a) Gebiet der Erfindung
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf einen Reaktor zum Züchten
von Mikroorganismen, der zum Behandeln von Schmutz- und Abwasser eingesetzt wird,
und insbesondere auf einen Bioreaktor zur Schmutz- und Abwasserbehandlung, wobei
der Bioreaktor fähig ist, gleichzeitig zu rühren und Sauerstoff zuzuführen.
(b) Beschreibung des verwandten Stands der Technik
Verfahren zum Behandeln von Abwasser umfassen im Allgemeinen ein physikalisch-chemisches
Verfahren und ein biologisches Verfahren. Die Nachteile des physikalisch-chemischen
Verfahrens inkludieren die hohen Kosten und den Bedarf an einer erneuten Behandlung
der Produkte, während das biologische Verfahren eine relativ geringe Menge
an Produkt nach der Behandlung hervorbringt, wobei eine große Menge an Grundbestandteilen
eines Organismus in zu stabilisierendes Kohlendioxid aufgespalten wird oder im Abwasser
enthaltene organische Substanzen unter Bildung von Methangas entfernt werden.
Beim biologischen Behandlungsverfahren können Schmutzstoffe im
Abwasser aufgespalten, entgiftet und abgetrennt werden, wobei hauptsächlich
Mikroorganismen verwendet werden. Folglich wird das Verfahren zum Behandeln von
Industrieabwasser, das organische Materie und daraus erzeugten Schlamm enthält,
und zum sekundären Behandeln von Haushaltsabwasser angewandt. Wegen der relativ
geringen Kosten und der Schwankungen im Arbeitsfortschritt wird das biologische
Verfahren weltweit am häufigsten eingesetzt.
Mikroorganismen, die bei der biologischen Behandlung eine zentrale
Rolle spielen, sind Mischkulturen, einschließlich verschiedener Mikroorganismuspopulationen
wie z.B. Bakterien, Pilze, Protozoen und Metazoen, die in einem Bioreaktor gezüchtet
und vermehrt werden. Solche Mikroorganismen reinigen Schmutz- und Abwasser, indem
sie organische Schmutzstoffe, welche die Mikroorganismen ernähren, aufspalten
und entfernen, während sich die Mikroorganismen unter Verwendung des im Abwasser
gelösten Sauerstoffs vermehren.
Der Bioreaktor ist ein Gerät, das Bedingungen bereitstellt, die
jenen ähneln, die in der Natur vorgefunden werden, um eine effiziente Züchtung
beliebiger Mikroorganismen zu ermöglichen. Der Bioreaktor leitet eine Kulturlösung,
organische und anorganische Medien und Luft in das Innere des Bioreaktors und kultiviert
und vermehrt die Mikroorganismen.
Da der Bioreaktor mit der Züchtung und Vermehrung von Mikroorganismen
in direktem Zusammenhang steht, hängt die Effizienz der Schmutz- und Abwasserbehandlung
oder der Aktivierungszustand der Mikroorganismen vom Bioreaktor ab.
Als Stand-der-Technik-Verfahren zum Steigern der Effizienz einer Schmutz-
und Abwasserbehandlung unter Verwendung eines Bioreaktors offenbart die veröffentlichte
PCT-Anmeldung WO 96/15992 ein Verfahren zum Behandeln von Schmutzwasser, wobei vier
Arten von aeroben und anaeroben Mikroorganismen ohne Entweichung unangenehmer Gerüche,
schädlicher Gase und giftiger Substanzen in ein Belebungsbecken injiziert werden.
Das obenstehend beschriebene Verfahren wird jedoch nicht zum Vermehren
von Mikroorganismen im Belebungsbecken eingesetzt, sondern wird stattdessen angewandt,
um schädliche Gase etc. zu entfernen, indem spezielle, von der Natur erhaltene
Mikroorganismen auf den Abwasserschlamm aufgebracht werden. Ein Nachteil des Verfahrens
ist, dass die injizierten Mikroorganismen für das Behandeln des Schlamms viel
Zeit benötigen.
Das U.S.-Patent Nr. 5,376,275 offenbart ein Verfahren zur Behandlung
von Belebtschlamm, wobei eine Abwasserschlammkomponente für einen Zeitraum
von mindestens 15 Tagen fermentiert wird, um lösliche kohlenstoffhaltige Substrate
zu bilden, die fermentierte Schlammkomponente mit zufließendem Schmutzwasser
in Kontakt gebracht wird, um ein konditioniertes Schmutzwasser zu bilden, und das
konditionierte Schmutzwasser der Belebtschlammanlage zugeführt wird.
Das obenstehend beschriebene Verfahren wird jedoch nicht zur Vermehrung
von Mikroorganismen in der Fermentationsanlage angewandt, sondern wird stattdessen
zur Entphosphorung und Denitrifizierung des Schlamms unter Verwendung von Mikroorganismen
eingesetzt. Auch dieses Verfahren hat den Nachteil, dass viel Zeit, z.B. 15 bis
60 Tage, nötig ist, um den Schlamm zu behandeln.
KURZFASSUNG DER ERFINDUNG
Eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht in der Bereitstellung
eines Bioreaktors zur Schmutz- und Abwasserbehandlung, der fähig ist, gleichzeitig
zu rühren und Sauerstoff zuzuführen.
Wiederum eine weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht in
der Bereitstellung eines Bioreaktors zur Schmutz- und Abwasserbehandlung, der fähig
ist, durch einen raschen Temperaturwechsel eine Desinfizierung
und Kultivierung zu bewirken.
Wiederum eine weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht in
der Bereitstellung eines Bioreaktors zur Schmutz- und Abwasserbehandlung, der fähig
ist, den Wärmeabfluss minimal zu halten.
Wiederum eine weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht in
der Bereitstellung eines Bioreaktors zur Schmutz- und Abwasserbehandlung, der fähig
ist, eine Belebungslösung einer externen Abwasserentsorgungsanlage in den Bioreaktor
einzubringen, um das Züchten von Mikroorganismen zu erleichtern.
Wiederum eine weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht in
der Bereitstellung eines Bioreaktors zur Schmutz- und Abwasserbehandlung, der fähig
ist, die Mikroorganismen mit Leichtigkeit zu aktivieren.
Diese Aufgaben werden mit einem Bioreaktor, der in Anspruch 1 definiert
ist, erfüllt. Weitere Ausführungsformen sind in den Ansprüchen 2
und 3 definiert.
Der erfindungsgemäße Bioreaktor umfasst ein Kulturgefäß,
in dem Mikroorganismen gezüchtet werden; einen Versorger zum Zuführen
einer Kulturlösung und organischer sowie anorganischer Medien zum Kulturgefäß;
sowie ein Rührwerk zum Umrühren der Kulturlösung, während Luft
in das Kulturgefäß geblasen wird.
Die vorliegende Erfindung umfasst weiters einen im Kulturgefäß
vorhandenen Thermostatregler, wobei der Thermostatregler zum Regulieren einer Temperatur
der Kulturlösung vorgesehen ist.
Der Versorger umfasst ein an einer oberen Seite des Kulturgefäßes
angeschlossenes Zuleitungsrohr und eine Pumpe zum Zuführen der Kulturlösung
zum Kulturgefäß, wobei die Pumpe am Zuleitungsrohr angeschlossen ist.
Der Versorger kann auch ein Ventil zum Öffnen und Schließen des Zuleitungsrohrs
und einen Druckmesser umfassen.
Das Rührwerk umfasst ein Luftgebläse für die Luftzufuhr,
ein im Kulturgefäß vorhandenes Einspritzrohr zum Einblasen der Luft, die
vom Luftgebläse zum Kulturgefäß geleitet wird, und eine Einspritzdüse,
die am Einspritzrohr in einer vorbestimmten Richtung angeordnet ist, um die Kulturlösung
im Kulturgefäß zirkulieren zu lassen.
Der Thermostatregler umfasst eine Tieftemperatur-Heizvorrichtung und
eine Hochtemperatur-Heizvorrichtung, die im Kulturgefäß vorgesehen sind,
sowie einen Heizregler.
KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
Eine vollständigere Einschätzung der Erfindung und viele
der dazugehörigen Vorteile werden rasch deutlich, während dies unter Bezugnahme
auf die nachfolgende detaillierte Beschreibung besser verständlich wird, wenn
diese in Verbindung mit den beigefügten Zeichnungen betrachtet wird, wobei:
1 eine schematische Ansicht eines Bioreaktors gemäß
einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist,
2 eine Draufsicht auf den Bioreaktor der
1 ist,
3 eine schematische Schnittansicht des Bioreaktors
der 1 ist.
DETAILLIERTE BESCHREIBUNG DER BEVORZUGTEN AUSFÜHRUNGSFORMEN
In der nachfolgenden detaillierten Beschreibung wird nur die bevorzugte
Ausführungsform der Erfindung gezeigt und beschrieben, und zwar einfach anhand
einer Darstellung der besten von den Erfindern erdachten Betriebsart zur Durchführung
der Erfindung.
1 ist eine schematische Ansicht eines Bioreaktors gemäß
einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung, 2
ist eine Draufsicht auf den Bioreaktor, und 3 ist eine
schematische Schnittansicht des Bioreaktors.
Unter Bezugnahme auf die 1 bis
3 umfasst ein Bioreaktor gemäß einer bevorzugten
Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ein Kulturgefäß
20, das auf einem Grundrahmen 10 in Form eines Zylinders in vertikaler
Richtung vorgesehen ist, ein an einer oberen Seite des Kulturgefäßes angeschlossenes
Zuleitungsrohr 30 zum Einspritzen einer Kulturlösung in das Kulturgefäß
20, eine am Grundrahmen 10 vorhandene und am Zuleitungsrohr
30 angeschlossene Pumpe 31 zum Übertragen der Kulturlösung
durch das Zuleitungsrohr 30, ein am Grundrahmen 10 vorgesehenes
Luftgebläse 40 für die Luftzufuhr, einen Luftzufuhrschlauch
41, der am Luftgebläse 40 angeschlossen ist, um Luft durch
diesen zu übertragen, Einspritzrohre 60 und 61, die in einem
vertikal festgelegten Abstand im Inneren des Kulturgefäßes 20
mit dem Luftzufuhrschlauch 41 verbunden sind, wobei das Einspritzrohr
60 eine Ringform aufweist, Einspritzdüsen 62 und
63, die entlang der Außenumfänge der Einspritzrohre
60 und 61 in einem Winkel eines festgelegten Winkels angeordnet
sind, und zwar zum Umrühren der Kulturlösung, eine im Inneren des Kulturgefäßes
20 vorgesehene Tieftemperatur-Heizvorrichtung 50 zum Erwärmen
der Kulturlösung, eine im Inneren des Kulturgefäßes 20
vorgesehene Hochtemperatur-Heizvorrichtung 51 zum Desinfizieren
des Inneren des Kulturgefäßes 20 bei hoher Temperatur nach dem
Ausstoßen der Kulturlösung, sowie einen Heizregler 52.
Ein Hitzeschildmaterial 25, wie z.B. Polyurethan, ist an
der gesamten Außenfläche des Kulturgefäßes 20 angebracht.
Das Kulturgefäß 20 ist an seiner Oberseite mit einem Einlass
21 zum Zuführen von Kulturmedien etc. versehen, und der Einlass
21 ist mit einem Deckel 22 zum Verschließen des Einlasses
21 ausgestattet.
An der Außenseite des Kulturgefäßes 20 ist
ein Füllstandsmesser 23 vorgesehen. Der Füllstandsmesser
23 ist ein transparentes Rohr, das vertikal angeordnet ist, um eine visuelle
Überprüfung des Wasserstands im Kulturgefäß 20 zu ermöglichen.
An einer Seite des Kulturgefäßes 20 ist ein (nicht dargestelltes)
Thermometer vorgesehen, um die Temperatur der Kulturlösung zu beobachten, und
ein Abflussrohr 24 ist am Boden des Kulturgefäßes 20
vorgesehen, um die Kulturlösung, die gezüchtet wurde, abzuführen.
Die Pumpe 31 ist am Grundrahmen 10 starr befestigt
vorgesehen und durch das Zuleitungsrohr 30 mit einem Belebungsbecken einer
Abwasserbehandlungsanlage, das sich außerhalb des Kulturgefäßes
20 befindet, verbunden. Die Pumpe 31 zieht eine Belebungslösung
etc. aus der Abwasserbehandlungsanlage und spritzt die Belebungslösung etc.
durch das an der oberen Seite des Kulturgefäßes 20 angeschlossene
Zuleitungsrohr 30 in das Kulturgefäß 20. An einer Seite
des Zuleitungsrohrs 30 ist außerdem ein Druckmesser 32 vorgesehen.
Das Luftgebläse 40 ist an einer Seite des Grundrahmens
10 starr befestigt vorgesehen. Der am Luftgebläse 40 angeschlossene
Luftzufuhrschlauch 41 umfasst an einem Ende einen Luftfilter
42. Der Luftfilter 42 filtert die in der Luft enthaltenen Verunreinigungen
heraus und leitet dann die Frischluft, die als Bedingung für eine Kultivierung
erforderlich ist, zur Kulturlösung. Ein Magnetventil 39 ist am Luftzufuhrschlauch
41 vorgesehen, wobei sich das Magnetventil 39 vor und hinter dem
Luftfilter 42 befindet.
Der Luftzufuhrschlauch 41 ist entlang der Seitenwand des
Kulturgefäßes 20 vertikal angebracht, und Abzweigleitungen
43 und 44 erstrecken sich vom unteren Ende bzw. vom Teil über
dem unteren Ende des Luftzufuhrschlauchs 41 durch die Seitenwand des Kulturgefäßes
20 in das Innere des Kulturgefäßes 20. Die Einspritzrohre
60 und 61, die eine Ringform aufweisen, sind jeweils an den Enden
der Abzweigleitungen 43 und 44 vorgesehen.
Die Einspritzrohre 60 und 61 befinden sich im Zentrum
des Kulturgefäßes 20 in einem festgelegten Abstand von der Innenwand
des Kulturgefäßes 20 und werden durch Verbindung eines ihrer
Enden mit dem Ende der Abzweigleitungen 43 und 44 gehalten. Alternativ
können die Einspritzrohre 60 und 61 gehalten werden, indem
ein das Zentrum der Einspritzrohre 60 und 61 durchquerendes Verbindungsrohr
bereitgestellt wird und indem das Verbindungsrohr mit den Abzweigleitungen
60 und 61 verbunden wird, welche in das Kulturgefäß
20 eingeführt und in der Mitte des Kulturgefäßes
20 nach unten gebogen sind. In diesem Fall würde die Luft über
den Luftzufuhrschlauch 41 und die Abzweigleitungen 43 und
44 durch das Verbindungsrohr zu den Einspritzrohren 60 und
61 transportiert werden.
An den Abzweigleitungen 43 und 44, die sich vom
Luftzufuhrschlauch 41 erstrecken, ist jeweils ein Magnetventil
45 vorgesehen. Die Magnetventile 45 öffnen und schließen
jede der Abzweigleitungen 43 und 44.
Die Tieftemperatur-Heizvorrichtung 50 wird verwendet, um
eine optimale Temperatur der Kulturlösung, eine Veränderung der physikalischen
Eigenschaften der Kulturlösung und die Nutzbedingungen der Kulturlösung
sicherzustellen. Die Oberflächentemperatur der Tieftemperatur-Heizvorrichtung
50 wird auf weniger als etwa 60°C angehoben. Die Hochtemperatur-Heizvorrichtung
51 wird zur Desinfektion eingesetzt. Die Oberflächentemperatur der
Hochtemperatur-Heizvorrichtung 51 wird auf mehr als etwa 60°C angehoben.
Die beiden obenstehenden Heizvorrichtungen 50 und
51 sind im Kulturgefäß 20 in einem festgelegten Abstand
vorgesehen und werden durch den an der Außenfläche des Kulturgefäßes
20 vorhandenen Heizregler 52 mit elektrischer Energie versorgt.
Der Heizregler 52 liefert elektrische Energie zu einem Heizdraht
der Tieftemperatur-Heizvorrichtung 50, um den wirksamen Kulturbedingungen
der Kulturlösung zu genügen, und kann die Temperatur der Kulturlösung
auf einem optimalen Niveau halten.
Die an den Einspritzrohren 60 bzw. 61 vorhandenen
Einspritzdüsen 62 und 63 mischen die Kulturlösung, indem
sie der Kulturlösung Luft zuführen und die Richtung der eingeblasenen
Luft kontrollieren. Wie in 3 gezeigt wird, befindet
sich eine Mehrzahl von Einspritzdüsen 62 an der Außenfläche
des oberen Einspritzrohrs 60. Die Einspritzdüsen 62 verlaufen
entlang des Außenumfangs des ringförmigen Einspritzrohrs 60 von
der Außenrichtung hin zur Abwärtsrichtung. An der Außenfläche
des unteren Einspritzrohrs 61 befindet sich ebenso eine Mehrzahl von Einspritzdüsen
63. Die Einspritzdüsen 63 verlaufen entlang des Außenumfangs
des ringförmigen Einspritzrohrs 61 von der Innenrichtung hin zur Aufwärtsrichtung.
Da die am oberen und am unteren Einspritzrohr 60 und
61 vorhandenen Einspritzdüsen 62 und 63 jeweils
in einem festgelegten Winkel zueinander gebildet sind, wird die Kulturlösung
an der Innenseite der Einspritzrohre 60 und 61 angehoben und an
der Außenseite der Einspritzrohre 60 und 61 abgesenkt und
somit durch die von den Einspritzdüsen 62 und 63 eingeblasene
Luft in Umlauf gesetzt. Während des obenstehenden Vorgangs kann die Kulturlösung
ausreichend vermischt werden.
Nun wird eine Arbeitsweise der vorliegenden Erfindung beschrieben.
Eine Lösung, die zum Züchten bestimmte Mikroorganismen einschließt,
wird von der Pumpe 31 durch das Zuleitungsrohr 30 zum Kulturgefäß
20 übertragen. Die Menge der zugeführten Kulturlösung kann
durch Beobachtung des an der Seitenwand des Kulturgefäßes 20
vorgesehenen Füllstandsmessers 23 festgestellt werden.
Sobald die optimale Menge an Kulturlösung im Kulturgefäß
20 erreicht wurde, wird der Betrieb der Pumpe 31 unterbrochen
und die Kulturlösung auf eine vorbestimmte Temperatur erhitzt, indem der Tieftemperatur-Heizvorrichtung
50 elektrische Energie zugeführt wird.
Da die Tieftemperatur-Heizvorrichtung 50 im Inneren des Kulturgefäßes
20 vorgesehen und somit in der Kulturlösung eingetaucht ist, kann
die von der Heizvorrichtung 50 erzeugte Wärme direkt auf die Kulturlösung
übertragen werden, um die Kulturlösung auf eine optimale Temperatur zu
erhitzen.
Die Tieftemperatur-Heizvorrichtung 50 kann die Kulturlösung
auf einer vorbestimmten Temperatur (etwa 25±5°C) halten, während
die Oberflächentemperatur der Heizvorrichtung 50 durch den Heizregler
52 auf einem festgelegten Niveau (üblicherweise 30±10°C)
gehalten wird.
Kulturmedien werden zusammen mit der Kulturlösung durch den an
der Oberseite des Kulturgefäßes 20 vorgesehenen Einlass
21 in das Kulturgefäß 20 geleitet, um die Kultivierung
zu aktivieren.
Die Kulturlösung wird mit den Kulturmedien vermischt, und die
Mischung versorgt den kultivierten Mikroorganismus mit Sauerstoff. Als Folge kann
die Kultivierung aktiviert werden.
Das Luftgebläse 40 versorgt jede der Abzweigleitungen
43 und 44 durch den Luftzufuhrschlauch 41 mit Luft. Die
zugeführte Luft wird zu den mit den Abzweigleitungen 43 bzw.
44 verbundenen Einspritzrohren 60 und 61 transportiert
und schließlich durch die entlang des Außenumfangs der Einspritzrohre
60 bzw. 61 angeordneten Einspritzdüsen 62 und
63 auf die Kulturlösung geblasen.
Die Luft, die durch die am oberen Einspritzrohr 60 vorgesehene
Einspritzdüse 62 strömt, wird in Richtungen geblasen, die von
der Abwärts- bis zur Außenrichtung des ringförmigen Einspritzrohrs
60 reichen, so dass die Kulturlösung mit der geblasenen Luft nach
unten strömt.
Andererseits wird die Luft, die durch die am unteren Einspritzrohr
61 vorgesehene Einspritzdüse 63 strömt, in Richtungen
geblasen, die von der Aufwärts- bis zur Innenrichtung des ringförmigen
Einspritzrohrs 61 reichen, so dass die Kulturlösung nach oben strömt
und dabei mit der geblasenen Luft das Zentrum des Einspritzrohrs 61 passiert.
Die Kulturlösung strömt daher zwischen dem oberen Einspritzrohr
60 und der Innenwand des Kulturgefäßes 20 nach unten,
strömt dann nach oben und passiert dabei mit Hilfe der Einspritzdüsen
62 und 63 das Zentrum des unteren Einspritzrohrs 61,
und somit kann die Kulturlösung zirkulieren. Während des obenstehenden
Vorgangs werden die Kulturlösung und die Kulturmedien gleichmäßig
vermischt, und der zugeführte Sauerstoff kann gleichmäßig zu den
Mikroorganismen transportiert werden.
Demgemäß ist ein erfindungsgemäßer Bioreaktor
fähig, die Kulturlösung umzurühren und ihr gleichzeitig ohne Verwendung
eines zusätzlichen Rührwerks durch die eingeblasene Luft Sauerstoff zuzuführen.
Nach Beendigung der Kultivierung wird die Kulturlösung durch
eine Öffnung des am Boden des Kulturgefäßes 20 vorgesehenen
Abflussrohrs 24 ausgestoßen, und das Innere des Kulturgefäßes
20 wird durch den Betrieb der Hochtemperatur-Heizvorrichtung
51 unter Hochtemperaturbedingungen desinfiziert. Das Innere des Kulturgefäßes
20 wird rasch erhitzt und bei einer für diesen Arbeitsvorgang verwendeten
Temperatur (etwa 95±5°C) durch den Betrieb der Hochtemperatur-Heizvorrichtung
51 desinfiziert.
Nachstehend wird der Fall beschrieben, in dem ein erfindungsgemäßer
Bioreaktor bei der Abwasserbehandlung praktische Anwendung findet.
Die Belebungslösung eines Belebungsbeckens wird durch das Zuleitungsrohr
30 direkt in das Kulturgefäß 20 eingebracht und danach
werden die Mikroorganismen unter denselben Bedingungen wie oben mit der Belebungslösung
vermischt.
Solche Mikroorganismen werden durch die Einspritzdüsen
62 und 63 der Einspritzrohre 60 und 61
dem Abwasser zugeführt. Die Mikroorganismen reinigen das Schmutz- und Abwasser,
indem sie organische Schmutzstoffe, welche die Mikroorganismen ernähren, aufspalten
und entfernen, während die Mikroorganismen unter Verwendung des im Abwasser
gelösten Sauerstoffs vermehrt werden.
Der Bioreaktor gemäß der bevorzugten Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung kann die Mikroorganismen leicht kultivieren, indem die
für das Kultivieren bestimmte Lösung von außen eingebracht wird.
Weiters kann der Bioreaktor gemäß der bevorzugten Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung die Effizienz einer Abwasserbehandlung erhöhen,
indem die Belebungslösung des Belebungsbeckens direkt kultiviert wird.
Der Bioreaktor gemäß der bevorzugten Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung kann die Struktur auch vereinfachen, indem die Kulturlösung
durch den in das Kulturgefäß eingeleiteten Sauerstoff ohne Verwendung
eines zusätzlichen Rührwerks bewegt wird.