Die Erfindung betrifft ein Belüftungssystem zum Austauschen der
Luft in einem Raum mit Außenluft, wobei das System einen Feindrahtwärmetauscher
mit einem ersten Kanal und einem zweiten Kanal umfasst, wobei die Kanäle in
einer Wärmeaustauschverbindung miteinander stehen, und wobei der erste Kanal
einen mit der Außenluft verbundenen Einlass und einen mit der Luft in dem Raum
verbundenen Auslass aufweist, und wobei der zweite Kanal einen mit der Luft in dem
Raum verbundenen Einlass und einen mit der Außenluft verbundenen Auslass aufweist.
Ein derartiges Belüftungssystem ist beispielsweise aus der US-A-5
832 992 bekannt.
Heutzutage sind neue und renovierte Gebäude derart gut isoliert
und luftdicht, dass der natürliche Luftaustausch nahe Null liegt. Da Menschen
Wasserdampf und Kohlendioxid ausatmen, muss eine künstliche Belüftung
eingerichtet werden mit dem Ziel, Wasser davon abzuhalten, in die Isolierung zu
kondensieren, und die Konzentration von CO2 und anderen Gasen, die von
den Baumaterialien ausgestrahlt werden, auf einem sicheren Niveau zu halten. Die
Gebäude sind derart gut isoliert, dass der Wärmeverlust, der mit dieser
notwendigen Belüftung einhergeht, der größte Wärmeverlust von
dem Gebäude ist, wenn es draußen kalt ist. Daher sollte eine Wärmerückgewinnung
eingerichtet werden.
Die meisten Belüftungssysteme haben heute einen Wärmetauscher,
der die Wärme zwischen der hereinkommenden Frischluft und der herausgehenden
abgestandenen Luft austauscht. Der Wärmetauscher ist zentral installiert, zumeist
im Dachgeschoss oder in der obersten Etage. Die abgestandene Luft aus Küchen,
Toiletten und Nassräumen wird durch Leitungen herausgeführt und die Frischluft
wird zu Schlafzimmern und Wohnzimmern oder Bürozimmern im Gebäude verteilt.
Diese Systeme haben mehrere Nachteile. Die Kosten für die Leitungen, durch
die die Luft zu den verschiedenen Räumen hin und aus ihnen heraus geführt
wird, sind hoch. Die Leitungen benötigen Raum im Gebäude, was allgemein
dazu führt, dass die Geschosshöhe sich vergrößert. Alle Fenster
eines Gebäudes mit einem derartigen Zentralsystem müssen geschlossen bleiben,
da ein Öffnen den Ein- und Ausfluss aus dem Gleichgewicht bringt, was sich
negativ auf den Wirkungsgrad auswirkt.
Aus EP-A-1 153 250 ist ein Belüftungssystem bekannt, das in Türen
und Fensterpfosten installiert werden kann.
Bekannte Belüftungssysteme verwenden platten- oder wabenartige
Wärmetauscher, wobei die beiden Luftflüsse entweder im Kreuzfluss oder
im Gegenstromfluss zu beiden Seiten einer dünnen Papier- oder Plastikfolie
sind, durch die die Wärme fließt. Diese Anordnung, zusammen mit der Luftgeschwindigkeit,
bestimmt die für den Wärmeaustausch erforderliche Energie, da der Wirkungsgrad
und Druckabfall durch physikalische Gleichungen miteinander gekoppelt ist, so dass
die wirtschaftlich beste Gestaltung es verlangt, dass für lokale Systeme der
Elektrizitätsverbrauch gegen die Wärmeeinsparung abgewogen wird. Im zentral
eingebauten Fall übersteigt der Elektrizitätsverbrauch die Wärmeeinsparung
wegen des zusätzlichen Druckabfalls in den Leitungen bei Weitem.
In Gegenden mit kaltem Klima, wie beispielsweise in Kanada und Skandinavien,
in denen die Verwendung von Wärmerückgewinnungsbelüftungssystemen
besonders angezeigt ist, tritt bei plattenartigen Wärmetauschern das Problem
des Einfrierens auf. Die warme und feuchte Brauchluft wird unter den Taupunkt gekühlt,
und, immer noch im Plattenstapel, unter den Gefrierpunkt. Das entstehende Eis blockiert
die Kanäle, so dass ein beständiges Abtauen erforderlich ist. Aus diesem
Grund können diese Belüftungssysteme bei kaltem Wetter nicht zuverlässig
verwendet werden. Es können diese Belüftungssysteme paradoxerweise also
gerade dort nicht ohne weiteres verwendet werden, wo der Bedarf am größten
ist.
Ein Ziel der Erfindung besteht darin, ein Belüftungssystem vorzustellen,
das einen angemessenen Wirkungsgrad aufweist, wobei die beschriebenen Probleme ausgeräumt
oder zumindest vermindert sind.
Im Hinblick darauf ist das erfindungsgemäße Belüftungssystem
gekennzeichnet durch Ausgleichsmittel zum Ausgleichen der Luftströme in den
beiden Kanälen derart, dass die Wärmeübertragung maximiert ist.
Darüber hinaus ist aus der NL
9391439 ein Feindrahtwärmetauscher an sich bekannt. Ein derartiger
Feindrahtwärmetauscher hat einen sehr hohen Wirkungsgrad.
Überraschenderweise hat sich herausgestellt, dass das Belüftungssystem
diese tief greifenden Nachteile insbesondere in Gegenden mit kaltem Klima nicht
aufweist, wenn ein Feindrahtwärmetauscher für das Belüftungssystem
verwendet wird. Im Vorfeld durchgeführte Versuche zeigen, dass ein erfindungsgemäßes
Belüftungssystem erst nach langer Zeit einfriert, während konventionelle
Belüftungssysteme mit plattenartigen Wärmetauschern innerhalb weniger
Minuten einfrieren.
In einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Belüftungssystems umfassen die Ausgleichsmittel:
- – einen Ventilator, der in dem ersten Kanal angeordnet ist;
- – einen Ventilator, der in dem zweiten Kanal angeordnet ist;
- – zumindest vier Temperatursensoren, die in den Einlässen und Auslässen
des ersten und zweiten Kanals angeordnet sind;
- – eine Steuereinheit zum Vergleichen von ausgelesenen Werten der Temperatursensoren
und zum Kontrollieren der Ventilatoren in dem ersten und zweiten Kanal derart, dass
der Temperaturunterschied zwischen dem Einlass und Auslass des ersten Kanals dem
Temperaturunterschied zwischen dem Einlass und Auslass des zweiten Kanals entspricht.
Diese Ausgleichsmittel sorgen für ein preisgünstiges System,
das den Wirkungsgrad des Feindrahtwärmetauschers und dadurch die Wärmerückgewinnung
maximiert.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Belüftungssystems umfassen die Ausgleichsmittel:
- – einen ersten doppelt wirkenden Zylinder, bei dem ein Kolben eine erste
Kammer und eine zweite Kammer begrenzt;
- – einen zweiten doppelt wirkenden Zylinder, bei dem der Kolben eine dritte
Kammer und eine vierte Kammer begrenzt, wobei der Kolben des ersten Zylinders mit
dem Kolben des zweiten Zylinders derart verbunden ist, dass, wenn die erste Kammer
durch Verschiebung der Kolben vergrößert wird, die dritte Kammer ebenfalls
vergrößert wird;
- – einen Ausgleichsmittel-Auslass und einen Ausgleichsmittel-Einlass;
und
- – Steuermittel zum wechselweisen Verbinden des Ausgleichsmittel-Auslasses
mit entweder der ersten Kammer oder der vierten Kammer, des Ausgleichsmittel-Einlasses
mit entweder der zweiten Kammer oder der dritten Kammer, des ersten Kanals mit entweder
der vierten Kammer oder der ersten Kammer, und des zweiten Kanals mit entweder der
dritten Kammer oder der zweiten Kammer.
Dieses Ausgleichssystem ist besonders geeignet für Umgebungen,
in denen ein starker Druckabfall zwischen der Außenluft und der Luft im Raum
besteht. Ein derartiger Druckabfall kann beispielsweise entstehen durch windiges
Wetter, beispielsweise an der See oder im Gebirge, oder durch hoch aufragende Gebäuden.
Bei der Verwendung von Ventilatoren wird viel elektrische Energie allein deswegen
benötigt, um diesen Druckabfall zu überwinden.
Die beiden doppelt wirkenden Zylinder stellen ein vollständig
mechanisches Ausgleichssystem dar, das nur in minimalem Umfang elektrische Energie
verbraucht. Das System kann nahezu ohne Wartung betrieben werden.
In einer anderen Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Systems umfassen die Ausgleichsmittel zumindest einen Ventilator, der in dem Ausgleichsmittel-Einlass,
dem Ausgleichsmittel-Auslass, dem ersten Kanal oder dem zweiten Kanal angeordnet
ist.
Der Ventilator stellt Energie zum Überwinden der Reibung zur
Verfügung und stellt sicher, dass die mechanischen Ausgleichsmittel immer reversibel
arbeiten.
Durch den Ventilator wird es auch möglich, das mechanische Ausgleichssystem
zu betreiben, wenn es an einer Druckdifferenz zwischen der Außenluft und der
Innenluft fehlt. Der Ventilator stellt immer einen Überdruck zur Verfügung,
der die doppelt wirkenden Zylinder antreibt.
Anstatt eines Ventilators kann der Doppelkolben auch direkt angetrieben
sein, beispielsweise von einem Linearmotor.
In noch einer weiteren Ausführungsform sind die Hauptabmessungen
des Wärmetauschers an die Innenabmessungen eines Geschirrspülers angepasst.
Auf diese Weise wird es dem Benutzer ermöglicht, das Belüftungssystem
zu zerlegen und den Wärmeaustauscher einfach dadurch zu reinigen, dass er in
einen Geschirrspüler gelegt wird.
Im Allgemeinen haben standardmäßige Geschirrspülmaschinen
innere Hauptabmessungen von etwas weniger als 0,6 m. Die Hauptabmessungen des Wärmetauschers
sind daher vorzugsweise kleiner als 0,55 m.
Die Erfindung betrifft auch die Kombination einer Fassade, eines Raums
an der Innenseite der und in der Nähe der Fassade und einem erfindungsgemäßen
Belüftungssystem, wobei der Einlass des ersten Kanals des Systems mit Außenluft
an der Außenseite der Fassade verbunden ist und der Auslass mit der Luft in
dem Raum verbunden ist und wobei der Einlass des zweiten Kanals mit der Luft in
dem Raum verbunden ist und der Auslass mit der Außenluft verbunden ist.
Wegen seines hohen Wirkungsgrads und seines geringen Energieverbrauchs
ist das erfindungsgemäße Belüftungssystem sehr geeignet, um in einzelnen
Räumen verwendet zu werden. Dadurch sind lange Leitungen nicht mehr erforderlich
und dem Benutzer wird es ermöglicht zu entscheiden, ob er das Fenster öffnen
möchte oder nicht. Das Gleichgewicht anderer Belüftungssysteme in anderen
Räumen wird dadurch nicht beeinflusst.
In einer bevorzugten Ausführungsform ist das Belüftungssystem
im Wesentlichen in der Fassade angeordnet. Auf diese Weise benötigt es nicht
viel Raum und keine zusätzlichen Leitungen.
Diese und weitere Merkmale der Erfindung werden im Zusammenhang mit
den beigefügten Zeichnungen beschrieben.
1 zeigt eine Ansicht im Querschnitt einer ersten Ausführungsform
eines erfindungsgemäßen Belüftungssystems, das in einer Fassade angeordnet
ist.
2 zeigt eine Querschnittsansicht des Wärmetauschers
des Belüftungssystems der 1.
Die 3A und 3B
zeigen schematische Ansichten einer zweiten Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Belüftungssystems.
1 zeigt ein Belüftungssystem 1, das in
einer Fassade angeordnet ist, die aus einer Wand 2 und einem Fensterrahmen
3 besteht.
Das Belüftungssystem 1 umfasst einen Feindrahtwärmetauscher
4. In 2 ist ein Querschnitt dieses Wärmetauschers
4 gezeigt. Der Wärmetauscher 4 hat erste Kanäle
5 und zweite Kanäle 6. Die Wärme wird zwischen den ersten
Kanälen 5 und den zweiten Kanälen 6 durch feine Drähte
7 ausgetauscht.
Luft AI aus dem Inneren des Raums, die benachbart der Fassade angeordnet
ist, tritt durch die Öffnung 8 in den ersten Kanal 5 ein.
In dieser Öffnung 8 ist ein Ventilator 9 angeordnet, der
die Luft AI ansaugt. Die Luft AI wird dann durch den Wärmetauscher
4 geleitet und verlässt das Belüftungssystem durch die Öffnung
10.
Frische Außenluft AO tritt durch die Öffnung 11
in die zweiten Kanäle 6 des Wärmetauschers ein, in denen sie
die Wärme von der Innenluft AI aufnimmt. Die erwärmte Frischluft AO wird
dann mittels eines Ventilators 12 aus dem Belüftungssystem
1 geblasen.
Um die Flüsse von Innenluft AI und Außenluft AO im Gleichgewicht
zu halten, sind die Ventilatoren 8, 12 gesteuert. Die Temperatur
der Innenluft, die in den Wärmetauscher eintritt, wird gemessen genauso wie
die Temperatur, wenn die Luft den Wärmetauscher 4 verlässt. Ebenfalls
gemessen wird die Temperatur der Außenluft AO, die in den Wärmetauscher
4 eintritt, und die Temperatur der Außenluft AO, wenn sie den Wärmetauscher
verlässt. Der Temperaturabfall der Innenluft AI sollte genauso groß sein
wie der Temperaturanstieg der Außenluft AO. Wenn dieser Zustand erreicht ist,
hat der Feindrahtwärmetauscher 4 seinen höchsten Wirkungsgrad.
Dieser Zustand kann erreicht werden, indem beide Ventilatoren 8 und
12 gesteuert werden.
Die 3A und 3B
zeigen eine zweite Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Belüftungssystems
20. Das Belüftungssystem 20 umfasst einen ersten doppelt
wirkenden Zylinder 21 mit einem Kolben 22. Der Kolben trennt den
Zylinder 21 in eine erste Kammer 23 und eine zweite Kammer
24.
Das Belüftungssystem 20 weist weiterhin einen zweiten
doppelt wirkenden Zylinder 25 mit einem Kolben 26 auf. Dieser
Kolben trennt den Zylinder 25 in eine dritte Kammer 27 und eine
vierte Kammer 28. Beide Kolben 22 und 26 sind miteinander
verbunden. Die vier Kammern 23, 24, 27, 28 sind
miteinander verbunden durch eine Reihe von Rohren 29, 30, in denen
drei Ventile 31, 32, 33 angeordnet sind. In
3A sind die drei Ventile 31, 32,
33 in einer ersten Stellung.
Innenluft AI wird vom Ventilator 34 angezogen. Außenluft
AO fließt durch den Wärmetauscher 35 und tritt in die erste Kammer
23 ein. Wegen der Antriebskraft des Ventilators und dem Druckunterschied
zwischen der Außenluft AO und der Innenluft AI bewegen sich beide Kolben
22, 26 nach rechts. Aufgrund dieser Bewegung wird Luft aus der
vierten Kammer 28 durch die Öffnung 36 in einen Raum herausgedrückt.
Luft aus der zweiten Kammer 24 wird durch den Wärmetauscher
35 nach draußen gezwungen. Wenn die Kolben 22,
26 ihre äußere rechte Position erreichen, werden die Ventile
31, 32, 33 in ihre zweite, in 3B
gezeigte Stellung gebracht. Innenluft AI wird nun in den zweiten Raum
24 gezwungen und Außenluft AO wird in den vierten Raum 28
gezogen. Wiederum aufgrund des Druckunterschieds bewegen sich die Kolben
22, 26 nun nach links. Die Innenluft AI, die in der dritten Kammer
27 gespeichert war, wird nun durch den Wärmetauscher 35 gezwungen.
Die Außenluft AO, die in dem ersten Raum 23 gespeichert war, wird
nun durch die Öffnung 36 zur Innenseite gedrückt.
Dieser Mechanismus stellt sicher, dass die beiden Luftflüsse
im Gleichgewicht sind.