Die Erfindung betrifft eine Lehre zum Montieren von Verriegelungsbeschlaggarnituren
für Schiebeflügel einer Tür, eines Fensters oder dergleichen, wobei
jede Verriegelungsbeschlaggarnitur einen Verriegelungsbeschlag mit einem Riegel
und ein mit dem Riegel im Verriegelungszustand zusammenwirkendes Schließstück
aufweist.
Es ist bekannt, zum Montieren einer Verriegelungsbeschlaggarnitur,
die einen Verriegelungsbeschlag mit einem Riegel und ein mit dem Riegel im Verriegelungszustand
zusammenwirkendes Schließstück aufweist, zunächst den Verriegelungsbeschlag
am Schiebeflügel zu montieren. Bei der Montage des Schließstücks
am Blendrahmen der zugehörigen Schiebetür, des zugehörigen Schiebefensters
oder dergleichen wird die Position des Schließstückes meist mittels eines
Meterstabs bestimmt, das heißt, der Monteur misst zunächst am Verriegelungsbeschlag
die Position des Riegels aus und wendet die Messergebnisse bei der Montage des Schließstücks
an, indem er die Vertikalposition und gegebenenfalls auch die Horizontalposition
des Schließstücks unter Zuhilfenahme des Meterstabs anreißt und dann
das Schließstück entsprechend montiert, insbesondere festschraubt. Oftmals
sind mehrere Justierungen und Einstellschritte erforderlich, bis ein zufriedenstellendes
Ergebnis vorliegt, bei dem der Riegel einwandfrei in das Schließstück
einschnappt.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Montage von
Verriegelungsbeschlaggarnituren zu vereinfachen und zu beschleunigen.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst,
dass die Lehre ein entsprechend dem Riegel oder einem Bereich des Riegels ausgebildetes,
am Verriegelungsbeschlag anstelle des Riegels oder eines Bereichs des Riegels entsprechend
anordenbares erstes Ende aufweist und dass die Lehre ein zweites Ende aufweist,
das mit dem Schließstück anstelle des Riegels entsprechend zusammenwirken
kann, wobei die beiden Enden aufgrund eines Lehrenzwischenstücks einen Montageabstand
voneinander aufweisen. Aufgrund der erfindungsgemäßen Lehre ist die Verwendung
eines Meterstabs nicht mehr erforderlich. Vielmehr ist mittels der erfindungsgemäßen
Lehre eine sehr einfache, schnelle und passgenaue Montage der Verriegelungsbeschlaggarnitur,
insbesondere von dem Schließstück geschaffen. Die passgenaue Zuordnung
der genannten Teile lässt sich in nur einem kurzen Arbeitsgang realisieren.
Die Lehre weist ein erstes Ende auf, das an die Stelle des Riegels oder eines Bereichs
des Riegels tritt. Bei der Montage des Verriegelungsbeschlags wird der Riegel entfernt,
um den Beschlag in eine in der Schiebeflügelebene liegende Öffnung einschieben
zu können. Der Schiebeflügel weist eine falzseitige Öffnung auf,
aus der - im fertig montierten Zustand - der Riegel herausragt. Da - wie erwähnt
- die Montage des Verriegelungsbeschlags zunächst ohne Riegel erfolgt, ist
von der Falzseite des Schiebeflügels durch die Öffnung die Riegelaufnahme
eines Riegelträgers des Verriegelungsbeschlags zugänglich. Bei der Riegelaufnahme
handelt es sich vorzugsweise um ein Schlitz im Riegelträger, in den der Riegel
mit einem Befestigungsende eingeschoben und dann mittels mindestens einer Madenschraube
oder dergleichen seitlich zur Fixierung beaufschlagt wird. Solange der Riegel noch
nicht eingebaut ist, wird - im Zuge des erfindungsgemäßen Vorgehens -
in die erwähnte Riegelaufnahme das erste Ende der Lehre eingeschoben, wodurch
diese lage- und stellungsrichtig entsprechend der späteren Position des Riegels
fixiert wird. Nunmehr kann dem zweiten Ende der Lehre das Schließstück
derart zugeordnet werden, dass es seine Einbauposition aufweist. Diese Einbauposition
kann der Monteur am Blendrahmen anreißen oder nutzen, um das Schließstück
pass- und positionsgenau zu befestigen, insbesondere zu verschrauben. Das Anreißen
beziehungsweise Anschrauben kann problemlos dadurch erfolgen, dass zwischen den
beiden Enden der Lehre aufgrund ihres Längenmaßes ein Montageabstand besteht.
Zwischen den beiden Enden weist die Lehre also ein Lehrenzwischenstück auf,
das insbesondere einstückig mit den übrigen Teilen der Lehre ausgebildet
ist. Demzufolge ist der Montageort des Schließstückes aufgrund der Verwendung
der Lehre zugänglich. Ohne Verwendung der Lehre wäre diese Zugänglichkeit
nicht gegeben, weil die Zuordnung des Schließstücks zum tatsächlichen
Riegel und die notwendige Zuordnung des Schließstückes zum Blendrahmen
nur bei geschlossenem Schiebeflügel bewerkstelligt werden kann, sodass das
Schließstück im Falz vom Schiebeflügel abgedeckt ist und daher dessen
Position nicht ermittelt werden kann. Die erfindungsgemäße Lehre bildet
mit dem ersten Ende ein Befestigungsende zur Befestigung an dem Verriegelungsbeschlag,
wobei das Befestigungsende dem Befestigungsende des tatsächlichen Riegels entspricht.
Das zweite Ende der Lehre bildet ein Verriegelungsende, wobei dieses Verriegelungsende
der Lehre dem tatsächlichen Verriegelungsende des Riegels entspricht. Hierbei
sind selbstverständlich gewisse Abweichungen denkbar, das heißt, das Befestigungsende
der Lehre muss nicht hundertprozentig dem Befestigungsende des Riegels entsprechen
und das Verriegelungsende der Lehre muss nicht völlig identisch sein mit dem
Verriegelungsende des Riegels, da es für das erfindungsgemäße Vorgehen
ausreicht, wenn Entsprechungen vorhanden sind, die es ermöglichen, das Schließstück
aufgrund der positionsgenau ausgerichteten Lehre in der für eine einwandfreie
Funktion der Verriegelungsbeschlaggarnitur notwendigen Stellung anzuordnen und aufgrund
einer Zugänglichkeit diese Positionierung auch nutzen zu können, um das
Schließstück in der aufgefundenen Stellung zu befestigen.
Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen,
dass das erste Ende ein erstes Fixierende ist. Dies bedeutet, dass der Riegel mit
seinem ersten Ende am Verriegelungsbeschlag fixierbar ist, dass er sich dort vorzugsweise
(aber nicht zwingend) selbsthaltend anordnen lässt.
Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen,
dass das zweite Ende ein zweites Fixierende ist. Dies bedeutet, dass an dem zweiten
Ende das Schließstück vorzugsweise (aber nicht zwingend) selbsthaltend
angeordnet werden kann.
Ferner ist es vorteilhaft, wenn das erste Ende ein Riegel-Befestigungsende,
insbesondere ein Hakenriegel-Befestigungsende, ist. Dies bedeutet, dass das erste
Ende der Lehre derart ausgebildet ist, dass es einer entsprechenden Ausgestaltung
des Riegels entspricht, also dass - ebenso wie der Riegel mit seinem Befestigungsende
- auch die Lehre mit ihrem Riegel-Befestigungsende am Beschlag, insbesondere in
der Riegelaufnahme des Riegelträgers befestigt werden kann. Für das Befestigen
ist ein einfaches Einstecken ausreichend.
Ferner ist es vorteilhaft, wenn das zweite Ende ein Riegel-Verriegelungsende,
insbesondere ein Hakenriegel-Verriegelungsende ist. Hieraus folgt, dass das zweite
Ende der Lehre ebenso oder entsprechend ausgestaltet ist, wie das quasi ersetzte
Ende des Riegels. Bei Verwendung eines Hakenriegels weist demzufolge der Hakenriegel
ein Befestigungsende auf, das in entsprechender Weise auch bei der Lehre realisiert
ist. Das zweite Ende der Lehre ist bei einem Hakenriegel ebenfalls hakenförmig
ausgebildet und stellt demzufolge ein Hakenriegel-Verriegelungselement dar.
Es ist vorteilhaft, wenn das zweite Ende mindestens zwei
Formenden für das wahlweise Zusammenwirken mit mindestens zwei verschiedenen
Schließstücken aufweist. Da für den Blendrahmen eines Schiebeflügels
oftmals verschiedene Profilformen zur Verfügung stehen, ist es erforderlich,
entsprechende Schließstücke einzusetzen. Demzufolge kann es erforderlich
sein, unterschiedliche Schließstücke - je nach Anwendungsfall - einzusetzen.
Um unterschiedliche Schließstücke dem zweiten Ende der Lehre zuordnen
zu können, weist dieses entsprechende, formangepasste Ausbildungen für
die unterschiedlichen Schließstücke auf. So kann eine Lehre an seinem
zweiten Ende mindestens zwei Formenden aufweisen, wobei ein Formende für ein
erstes Schließstück und ein anderes Formende für ein weiteres, abweichend
gestaltetes Schließstück geeignet ist. Insbesondere liegen die beiden
Formenden einander diametral gegenüber, sodass durch eine 180°-Drehung
der Lehre, insbesondere um die Längsachse der Lehre, die Auswahl des einen
oder des anderen Formendes - je nach Anwendungsfall - ermöglicht.
Das erste Ende einer derartigen Lehre ist hinsichtlich
der Wendemöglichkeit identisch ausgebildet, sodass sowohl in der einen als
auch in der anderen Stellung stets eine einwandfreie Zuordnung zur Riegelaufnahme
gegeben ist.
Ferner ist es von Vorteil, wenn vom Lehrenzwischenstück
mindestens ein Querschenkel ausgeht, der als Werkzeug, insbesondere Demontagewerkzeug
für den Verriegelungsbeschlag, ausgebildet ist. Vorzugsweise weist die Lehre
eine T-förmige Gestalt auf, wobei der Querstrich des T's an einem Ende das
erste Ende und an dem anderen Ende das zweite Ende ausbildet und wobei der Abstrich
des T's den Querschenkel bildet, der als Werkzeug Verwendung finden kann. Im Falle
eines Demontagewerkzeuges bildet der Querschenkel mit seinem Ende ein Druckbeaufschlagungsende,
mit dem der Verriegelungsbeschlag kratzfrei und sicher, insbesondere auch abrutschsicher,
mit Druck beaufschlagt werden kann, um ihn im Falle einer Demontage aus der Öffnung
des Schiebeflügels herausnehmen zu können. Vorzugsweise wird der Verriegelungsbeschlag
durch Federkraft, Rastsitz usw. gehalten, sodass es für die Demontage erforderlich
ist, zunächst eine geringfügige Verlagerung des Verriegelungsbeschlags
mittels des Demontagewerkzeugs vorzunehmen und dann den Beschlag abzuziehen. Zusätzlich
oder alternativ kann vorgesehen sein, dass das Werkzeug als Schraubendreher (insbesondere
Schlitz- oder Kreuzschlitzschraubendreher) oder Innenmehrkantschlüssel (insbesondere
Innensechskantschlüssel) ausgebildet ist. Es ist auch möglich, dass zusätzlich
oder alternativ das Werkzeug eine Wechselaufnahme, insbesondere eine Bitaufnahme
aufweist, sodass am Querschenkel entsprechende Bits oder dergleichen befestigt werden
können.
Schließlich betrifft die Erfindung ein Verfahren zum
Montieren einer Verriegelungsbeschlaggarnitur für Schiebeflügel einer
Tür, eines Fensters oder dergleichen, mit Hilfe einer Lehre, die insbesondere
wie vorstehend beschrieben ausgebildet ist und mindestens zwei beabstandet zueinander
liegende Enden aufweist, wobei die Verriegelungsbeschlaggarnitur einen Verriegelungsbeschlag
mit einem Riegel und ein mit dem Riegel im Verriegelungszustand zusammenwirkendes
Schließstück aufweist, mit den Schritten: Einbau des Verriegelungsbeschlags
bei entnommenem Riegel, Einsetzen eines ersten Endes der Lehre in den Verriegelungsbeschlag
anstelle des Riegels, Zuziehen des Schiebeflügels derart weit, dass der Montageort
des Schließstücks zugänglich bleibt, wobei mit Hilfe eines zweiten,
dem Schließstück zugeordneten Endes der Lehre die Montageposition des
Schließstücks ermittelt wird, Montage des Schließstücks in der
ermittelten Montageposition, Entfernen der Lehre und Einbau des Riegels in den Verriegelungsbeschlag.
Die Zeichnungen veranschaulichen die Erfindung anhand eines
Ausführungsbeispiels, und zwar zeigt:
- Figur 1
- eine schematische Ansicht einer zwischen einem Verriegelungsbeschlag und einem
Schließstück angeordneten Lehre,
- Figur 2
- die Anordnung der Figur 1 in perspektivischer Ansicht mit Darstellung eines
Bereichs eines Schiebeflügels und eines Bereichs eines Blendrahmens,
- Figur 3
- die Anordnung der Figur 2 nach einem weiteren Ausführungsbeispiel in Bezug
auf die Ausgestaltung des Schließstücks und
- Figur 4
- die Anordnung der Figur 2 mit nicht eingesetzter Lehre.
Die Figur 1 zeigt in schematischer Darstellung eine Verriegelungsbeschlaggarnitur
1, die einen Verriegelungsbeschlag 2 und ein Schließstück 3 aufweist.
Der Verriegelungsbeschlag 2 weist einen Riegel 4 auf, der - in einem aus der Figur
1 nicht hervorgehenden Verriegelungszustand - mit dem Schließteil 3 verriegelnd
zusammenwirkt. Der Verriegelungsbeschlag 2 ist in eine Öffnung eines Schiebeflügels
einer Tür (Schiebetür) eingebaut, wobei der Schiebeflügel der Einfachheit
halber in der Figur 1 nicht dargestellt ist. Das Schließteil 3 ist in einen
Blendrahmen der Tür eingebaut, wobei der Blendrahmen ebenfalls in der Figur
1 nicht dargestellt ist. Der Riegel 4 weist ein Befestigungsende 5 und ein Verriegelungsende
6 auf, wobei das Befestigungsende 5 in einer als Schlitz ausgebildeten Riegelaufnahme
7 eines Riegelträgers 8 befestigt ist. Hierzu ist das Befestigungsende 5 in
die Riegelaufnahme 7 eingeschoben und seitlich mittels mindestens einer nicht dargestellten
Madenschraube beaufschlagt. Es ist auch möglich, dass anstelle einer Madenschraube
eine Durchgangsschraube verwendet wird, die eine Durchgangsbohrung des Befestigungsende
5 durchgreift. Das Verriegelungsende 6 ist als Hakenende 9 ausgebildet, wobei eine
am Hakenende 9 vorhandene Rückhaltkante 10 im aus der Figur 1 nicht hervorgehenden
Verriegelungszustand hinter eine Gegenrückhaltkante 11 des Schließstücks
3 treten kann. Hierzu laufen Riegel 4 und Schließstück 3 mit Auflaufschrägen
12, 13 aufeinander, wodurch der gegen Federkraft verschieblich am Verriegelungsbeschlag
2 gelagerte Riegelträger 8 in Richtung des Pfeiles 14 verlagert wird und hierdurch
der Hintergriff zwischen Rückhaltkante 10 und Gegenrückhaltkante 11 geschaffen
wird. Aus alledem wird deutlich, dass die Einbaupositionen von Verriegelungsbeschlag
2 und Schließstück 3 derart aufeinander abgestimmt sein müssen, dass
eine einwandfreie Hintergriffposition zwischen Riegel 4 und Schließstück
3 realisiert werden kann. Auch beim Entriegeln, das durch manuelle Verlagerung des
Riegelträgers 8 in Richtung des Pfeils 14 erfolgt, muss der Hintergriff ohne
eine Schwergängigekit oder dergleichen sauber aufgehoben werden, damit der
Schiebeflügel problemlos geöffnet werden kann. Die manuelle Verlagerung
des Riegelträgers 8 erfolgt mittels einer von außen zugänglichen
Betätigungshandhabe.
Die Anordnung ist vorzugsweise derart getroffen, dass der
Betätigungsbeschlag 2 an seinem Gehäuse 15 einen ersten Hintergriffsvorsprung
16 und einen zweiten Hintergriffsvorsprung 17 aufweist, sodass bei der Montage das
Gehäuse 15 in eine in der Ebene des Schiebeflügels liegende Öffnung
eingeklipst werden kann. Dies ist deshalb möglich, weil der erste Hintergriffsvorsprung
17 federbelastet auslenkbar ist, sodass er nach dem Einsetzen den Öffnungsrand
hintergreift. Der eingebaute Zustand des Verriegelungsbeschlags 2 geht aus der Figur
2 hervor, wobei eine Abdeckung 18 die Öffnung im Schiebeflügel 19 abdeckt.
Ein Vergleich der Figuren 1 und 2 zeigt, dass - zur Verdeutlichung - der Verriegelungsbeschlag
2 in der Figur 1 nicht in Einbauposition gemäß Figur 2 dargestellt ist,
sondern um seine Längsachse um 90° verdreht. Aus der Figur 1 wird die
bereits erwähnte Betätigungshandhabe 20 deutlich, mit der der Riegelträger
8 gegen die Kraft einer nicht dargestellten Feder verlagert werden kann.
Die Figur 2 zeigt den in der Figur 1 nicht dargestellten
Blendrahmen 21 der Tür, der mit einer Ausnehmung zur Aufnahme des Schließstücks
3 versehen ist, wobei unterhalb des Schließstücks 3 am Blendrahmen 21
eine Aufnahme 22 ausgebildet ist, in die das Hakenende 3 derart weit eintreten kann,
dass die Rückhaltkante 10 hinter die Gegenrückhaltkante 11 treten kann.
Zur Befestigung des Schließstücks 3 weist dieses eine Befestigungsbohrung
23 auf, in die eine Befestigungsschraube einsetzbar ist, deren Kopf in einer Kopfaufnahme
24 der Befestigungsbohrung 23 einliegen kann, das heißt, der Kopf ist von außen
her zugänglich, sofern sich die Tür nicht im Verriegelungszustand befindet.
In den Figuren 1 bis 4 ist eine Lehre 25 gezeigt, die bei
der Montage der Verriegelungsbeschlaggarnitur 1 verwendet wird, um die richtige
Position von Verriegelungsbeschlag 2 und Schließstück 3 relativ zueinander
auf einfache Weise bestimmen zu können. Mittels der Lehre 25 kann der Monteur
die Relativposition bestimmen und den Verriegelungsbeschlag 2 und/oder das Schießstück
3 am Schiebeflügel 19 beziehungsweise Blendrahmen 21 festlegen. Vorzugsweise
wird derart vorgegangen, dass zunächst der Verriegelungsbeschlag 2 eingebaut
wird und dass beim Einbau des Schließstücks 3 letzteres in seiner Position
relativ zum Verriegelungsbeschlag 2 mit Hilfe der Lehre 25 ausgerichtet wird. Das
Schließstück 3 muss eine derartige Position erhalten, dass der Riegel
4 einwandfrei mit dem Schließstück 3 zusammenwirken kann, also eine sichere
Verriegelungsstellung einnehmen kann und auch einwandfrei entriegelt.
Die Lehre 25 weist einen langgestreckten, leistenförmigen
Körper 26 auf, der ein erstes Ende 27 und ein zweites Ende 28 besitzt. Zwischen
dem ersten Ende 27 und dem zweiten Ende 28 ist ein Lehrenzwischenstück 29 ausgebildet,
sodass die beiden Enden 27 und 28 einen Montageabstand M voneinander aufweisen.
Das erste Ende 27 ist als erstes Fixierende 30, insbesondere
als Riegel-Befestigungsende 31 ausgebildet. Der Name "Riegel-Befestigungsende" bedeutet
nicht, dass daran der Riegel befestigt wird, sondern dass das erste Ende 27 derart
ausgebildet ist, das es dem Befestigungsende des Riegels 4 entspricht, sodass also
anstelle des Riegels 4 das erste Ende der Lehre 25 am Riegelträger 8 des Verriegelungsbeschlags
2 fixiert werden kann. Das Fixieren kann insbesondere durch einfaches Einstecken
in die Riegelaufnahme 7 erfolgen. Wenn gewünscht, kann auch ein Festklemmen
mittels der bereits erwähnten Madenschraube oder ein Durchgreifen eines Durchgangsloches
41 des ersten Endes 27 der Lehre 25 (Figur 4) mittels einer am Riegelträger
8 vorgesehenen Gewindeschraube erfolgen, die normalerweise den Riegel 4 hält,
jedoch im Falle der Verwendung der Lehre 25 die Funktion des Haltens der Lehre 25
übernimmt.
Das zweite Ende 28 der Lehre 25 ist als zweites Fixierende
32, insbesondere Riegel-Verriegelungsende 33 ausgebildet. Der Begriff "Riegel-Verriegelungsende"
bedeutet nicht, dass hieran ein Riegel verriegelt wird, sondern dass das zweite
Ende 28 entsprechend dem Verriegelungsende des Riegels 4 ausgebildet ist, dass also
das zweite Ende 28 der Lehre 25 eine entsprechende Funktion auf das Schließstück
3 ausüben kann, wie es der Riegel 4 tun würde. Hierzu weist die Lehre
25 ein Formende 34 auf, das - entsprechend dem hakenförmigen Verriegelungsende
6 des Riegels 4 - mit einer Rückhaltekante 35 hinter die Gegenrückhaltekante
11 des Schließstücks 3 greifen kann und demzufolge das Schließstück
3 insgesamt entsprechend positioniert.
Aus dem Vorstehenden wird deutlich, dass die Lehre 25 quasi
die Funktion des Riegels 4 übernimmt, wobei jedoch aufgrund des Montageabstands
M zwischen dem ersten Ende 27 und dem zweiten Ende 28 der Lehre 25 bei der Montage
der Schiebeflügel 19 (wie insbesondere aus den Figuren 2 und 3 ersichtlich)
in Teiloffenstellung verbleibt, die einen Zugang sowohl zum Verriegelungsbeschlag
2 als auch zum Schließstück 3 gewährleistet. Diese Situation läge
nicht vor, wenn anstelle der Lehre 25 der Riegel 4 eingesetzt wird, da der Riegel
4 wesentlich kürzer als die Länge des Körpers 26 ist und demzufolge
die Falzseite des Schiebeflügels 19 direkt auf die Falzseite des Blendrahmens
21 tritt und keiner der erwähnten Teile der Verriegelungsbeschlaggarnitur 1
zugänglich ist.
Insbesondere wird bei der Montage derart vorgegangen, dass
zunächst der Verriegelungsbeschlag 2 in den Schiebeflügel 19 eingebaut
wird. Dies erfolgt ohne Riegel 4, das heißt dieser wird zuvor aus dem Riegelträger
8 entfernt. Anschließend wird die Lehre 25 anstelle des Riegels 4 mit ihrem
ersten Ende 27 in die Riegelaufnahme 7 des Riegelträgers 8 eingeschoben und
dort gegebenenfalls befestigt. Nunmehr ragt die Lehre 25 mit dem zweiten Ende 28
voran aus dem Falzbereich des Schiebeflügels 19 hervor. Der Monteur schließt
nunmehr den Schiebeflügel 19 derart weit, dass die Situation gemäß
der Figuren 2 und 3 vorliegt, wobei er das zweite Ende 28 der Lehre 25 mit dem Schließstück
3 in Eingriff bringt. Das Schließstück 3 befindet sich innerhalb seines
Sitzes am Blendrahmen 21, ist dort jedoch nicht festgelegt, sondern kann innerhalb
eines bestimmten Bereiches in der Position verändert werden. Aufgrund der Lehre
25 wird dem Schließstück 3 jedoch die Position vorgegeben, die notwendig
ist, um einwandfrei mit dem später verwendeten Riegel 4 zusammenarbeiten zu
können. Da aufgrund des Montageabstands M der Lehre 25 eine Zugänglichkeit
zum Schließstück 3 besteht, kann der Monteur nunmehr das Schließstück
3 durch Einschrauben einer Befestigungsschraube in die Befestigungsbohrung 23 positionsgenau
festlegen. Anschließend öffnet der Monteur den Schiebeflügel 19 wieder
und entnimmt die Lehre 25 sowohl aus dem Schließstück 3 als auch aus der
Riegelaufnahme 7 des Riegelträgers 8. Anschließend wird der Riegel 4 montiert.
Um erkennen zu können, dass die Befestigungsenden
5, 30 von Riegel 4 und Lehre 25 entsprechend gleich ausgestaltet sind, wurden in
der Figur 1 beide Bauteile (Riegel 4 und Lehre 25) übereinanderliegend dargestellt.
Aus der Figur 1 wird auch deutlich, dass die Länge des Körpers 26 der
Lehre 25 wesentlich größer ist als die Länge des Riegels 4, wodurch
sich die vorstehend erwähnte Zugänglichkeit bei der Montage ergibt. Diametral
gegenüberliegend zum Formende 34 weist die Lehre 25 ein weiteres Formende 36
auf, das abweichend zum Formende 34 ausgebildet ist und dazu dient, ein andersartig
gestaltetes Schließstück 3 aufzunehmen, um dieses montieren zu können.
Ein derartiges Schließstück 3 ist in der Figur 3 dargestellt. Ein Vergleich
der Schließstücke 3 der Figuren 2 und 3 verdeutlicht den Unterschied.
Das Schließstück 3 der Figur 3 wird bei einem andersartigen Profil des
Blendrahmens 21 gegenüber dem Profil des Blendrahmens 21 der Figur 2 verwendet.
Um das Zusammenwirken der Lehre 25 mit dem Schließstück 3 der Figur 3
bewerkstelligen zu können, muss die Lehre 25 um 180° um die Längsachse
des Körpers 26 gedreht werden. Da das erste Ende 27 zu der Längsachse
symmetrisch ausgebildet ist, ändert sich an der Befestigungsmöglichkeit
des ersten Endes 27 am Verriegelungsbeschlag 2 nichts.
Die Figuren 1 bis 4 zeigen, dass die Lehre 25 T-förmig
ausgebildet ist, wobei der Querstrich des T's vom Körper 26 mit seinen beiden
Enden 27 und 28 gebildet wird. Vom Körper 26 beziehungsweise dem Lehrenzwischenstück
29 geht quer ein Querschenkel 37 aus, der den Aufstrich des T's bildet. Der Querschenkel
37 dient als Demontagewerkzeug 38, da sein freies Ende 39 als Druckbeaufschlagungsende
40 entsprechend verrundet ausgebildet ist, sodass auf den Verriegelungsbeschlag
2 zur Demontage ein entsprechender, nicht kratzender Druck ausgeübt werden
kann, um die Rastverbindung aufzuheben und eine Entnahme aus der Öffnung des
Schiebeflügels 19 zu ermöglichen. Zusätzlich oder alternativ ist
es auch möglich, dass am freien Ende 39 ein Werkzeug in Form eines Schraubendrehers
oder Innensechskantschlüssels ausgebildet ist, oder dass sich dort eine Werkzeugwechselaufnahme
befindet, um beispielsweise Bits aufzunehmen. Aufgrund der T-Form lässt sich
problemlos ein Drehmoment bei der Handhabung durch den Monteur aufbringen.
Die Lehre 25 ist vorzugsweise aus Kunststoff, insbesondere
als Kunststoffspritzgussteil, hergestellt. Zusätzlich oder alternativ ist es
auch möglich, die Lehre 25 aus glasfaserverstärktem Kunststoff herzustellen.
Aufgrund der mehreren Verwendungsmöglichkeiten der Lehre 25 bildet diese ein
Kombinationswerkzeug, insbesondere auch aufgrund ihrer T-Form.
Zusätzlich oder alternativ kann vorgesehen sein, dass
das erste Ende 27 der Lehre 25 nicht nur anstelle des Riegels 4 in Aktion tritt,
sondern dort zusätzlich als Werkzeug ausgebildet ist, beispielsweise in Form
eines Schlitzschraubendrehers.