Die Erfindung betrifft eine Waschmaschine, welche zur Aufbereitung
von Warmwasser ausgebildet ist.
Zum Durchführen eines Waschprozesses ist es bei einer bekannten
Waschmaschine erforderlich, dass das in eine Trommel der Waschmaschine eingeleitete
Wasser aufgewärmt wird. Dies erfolgt jedoch erst dann, wenn ein Waschprozess
aktiviert ist und ein Nutzer die Waschmaschine zum Durchführen eines Waschvorgangs
betätigt. Dabei steht jedoch der zeitliche Aspekt des Nutzers im Vordergrund,
da eine Waschmaschine nur dann aktiviert werden kann, wenn sie von dem Nutzer eingeschaltet
wird. Dabei wird in der Regel keine Rücksicht darauf genommen, und es ist dem
Nutzer der Waschmaschine auch meist gar nicht bekannt, dass die zum Betreiben der
Waschmaschine erforderliche Energie an Energiebörsen zu tageszeitlich sehr
unterschiedlichen Preisen gehandelt wird. Daher ist es sehr wahrscheinlich, dass
ein Waschvorgang beispielsweise gerade zu einem derartigen Zeitpunkt von einem Nutzer
gestartet wird, bei dem die Energiekosten zum Betreiben der Waschmaschine relativ
hoch sind.
Daher ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Waschmaschine
zu schaffen, bei welcher die Aufbereitung von Warmwasser in effektiver und effizienter
Weise durchgeführt werden kann.
Diese Aufgabe wird durch eine Waschmaschine, welche die Merkmale nach
Patentanspruch 1 aufweist, gelöst.
Eine erfindungsgemäße Waschmaschine ist zur Aufbereitung
von Warmwasser ausgebildet und weist einen Wasserspeicher auf. Dieser Wasserspeicher
zur Speicherung von Warmwasser ist mit einer externen Wasserzuführung verbunden.
Des Weiteren umfasst die Waschmaschine eine Steuer- und Kommunikationseinheit, welche
zur Steuerung eines Aufbereitungsprozesses von Warmwasser und zur Kommunikation
mit einer externen Einheit ausgebildet ist. Die externe Einheit wiederum ist zur
Bereitstellung von Informationen über Energiekosten, insbesondere an einer
per Internet kontaktierbaren Energiebörse, für den Betrieb der Waschmaschine
ausgebildet. Die Steuer- und Kommunikationseinheit der Waschmaschine ist darüber
hinaus derart ausgebildet, dass der Aufbereitungsprozess von Warmwasser in dem Wasserspeicher
abhängig von den von der externen Einheit bereitgestellten Informationen aktivierbar
ist. Durch die erfindungsgemäße Waschmaschine kann somit eine effektive
und effiziente Aufbereitung von Warmwasser durchgeführt werden, welche im Hinblick
auf die tageszeitlich unterschiedlichen Energiekosten optimiert werden kann. Unter
einer Aufbereitung von Warmwasser wird insbesondere das Aufheizen von in dem Wasserspeicher
enthaltenen oder eingeförderten Wasser verstanden.
In vorteilhafter Weise ist die Steuer- und Kommunikationseinheit derart
ausgebildet, dass der Aufbereitungsprozess von Warmwasser unabhängig von einem
Waschprozess aktivierbar ist. Dadurch kann erreicht werden, dass das Aufbereiten
von Warmwasser einerseits und das Durchführen eines Waschprozesses andererseits
als separate Vorgänge durchgeführt werden können, welche individuell
gestartet werden können.
Die Steuer- und Kommunikationseinheit kann als eine einzige Einheit
ausgebildet sein. Es kann jedoch auch vorgesehen sein, dass sowohl eine Steuereinheit
als auch eine Kommunikationseinheit als separate Einheiten ausgebildet sind, welche
zum Austausch von Informationen und Daten miteinander verbunden sind. Diese Verbindung
kann drahtgebunden oder aber auch drahtlos ausgebildet sein. Die Steuer- und Kommunikationseinheit
ermöglicht somit in einfacher und aufwandsarmer Weise das Einleiten und Aktivieren
sowie das Kontrollieren eines Aufbereitungsprozesses von Warmwasser. Dies kann unabhängig
von einem Nutzer der Waschmaschine erfolgen und durch die Steuer- und Kommunikationseinheit
in automatischer Weise zu jeder beliebigen Tageszeit durchgeführt werden.
Die Steuer- und Kommunikationseinheit ist in vorteilhafter Weise derart
ausgebildet, dass der Aufbereitungsprozess von Warmwasser dann aktivierbar ist,
wenn die Energiekosten für eine über eine Energiebörse bezogene und
gekaufte Energie für den Betrieb der Waschmaschine am niedrigsten sind. Dadurch
kann erreicht werden, dass unabhängig von einem nachfolgend durchzuführenden
Waschprozess die Aufbereitung von Warmwasser zu jeder beliebigen Tageszeit dann
erfolgen kann, wenn die Energiekosten am günstigsten sind. Die Kosten für
einen Waschprozess können dadurch deutlich reduziert werden.
In besonders vorteilhafter Weise ist die Steuer- und Kommunikationseinheit
zur Kommunikation über das Internet ausgebildet. Dies ermöglicht in einfacher
Weise die stetige Möglichkeit Informationen von der externen Einheit abzurufen
und „online" mit dieser externen Einheit zu kommunizieren.
Es kann vorgesehen sein, dass die Steuer- und Kommunikationseinheit
programmierbar ist. Dabei kann unter anderem festgelegt werden oder sein, wie viel
Energie jeweils abgerufen werden soll. Es kann auch vorgesehen sein, dass die Steuer-
und Kommunikationseinheit zur Steuerung des Wassereinlasses in den Wasserspeicher
ausgebildet ist. Dabei kann vorgesehen sein, dass entweder ein bestimmtes Wasservolumen,
beispielsweise eine maximal benötigte Wassermenge, in den
Wasserspeicher eingelassen und auf eine vorgegebene Temperatur erwärmt wird,
oder bei bereits erfolgter und vorliegender Befüllung der Waschmaschine mit
Wäsche, ermittelt in bekannter Weise durch eine Beladungsmessung, und einen
eingestellten Waschprozess eine optimale Wassermenge bereitgestellt, erwärmt
und genutzt wird.
Die Steuer- und Kommunikationseinheit kann zur drahtlosen oder aber
auch zur drahtgebundenen Kommunikation mit der externen Einheit ausgebildet sein.
Vorgesehen sein können hier beispielsweise LAN- oder WLAN (wireless local area
network)-Kommunikationsnetze. Prinzipiell sind jedoch auch alle anderen geeigneten
Kommunikationsnetze möglich.
Es kann auch vorgesehen sein, dass dann, wenn die Steuer- und Kommunikationseinheit
nicht zur internetfähigen Kommunikation ausgebildet ist, eine externe Steuereinheit
in der Hausinstallation vorgesehen ist, welche mit der Steuer- und Kommunikationseinheit
elektrisch verbunden ist (drahtlos oder drahtgebunden), wobei diese externe Steuereinheit
dann zur Kommunikation mit der externen Einheit der Energiebörse ausgebildet
ist. Diese Kommunikation geschieht insbesondere über das Internet, wobei die
externe Steuereinheit ggf. auch für andere zugeordnete Hausgeräte eine
Kommunikationsfunktion erfüllt. Dabei kann vorgesehen sein, dass diese externe
Steuereinheit in der Hausinstallation zum Starten eines Aufbereitungsprozesses für
Warmwasser ausgebildet ist.
In bevorzugter Weise weist der Wasserspeicher eine Heizvorrichtung
und/oder eine Temperaturregelvorrichtung auf. Dadurch kann das Aufheizen des in
dem Wasserspeicher befindlichen Wassers in optimaler Weise durchgeführt und
überwacht werden.
Darüber hinaus kann durch eine derartige Anordnung erreicht werden,
dass eine Heizungstasche an einem Laugenbehälter der Waschmaschine nicht mehr
erforderlich ist, wodurch ein geringerer Wasserverbrauch erreicht werden kann. Ferner
kann dadurch auch erreicht werden, dass eine Verkalkung der Heizvorrichtung verhindert
werden kann, da die Heizvorrichtung außerhalb des Laugenbehälters der
Waschmaschine angeordnet ist.
In bevorzugter Weise ist der Wasserspeicher wärmeisoliert ausgebildet.
Dadurch kann erreicht werden, dass das in dem Wasserspeicher durch einen Aufbereitungsprozess
aufgewärmte Wasser über einen langen Zeitraum mit relativ hoher Temperatur
gespeichert und bereitgestellt werden kann. Es wird dadurch ermöglicht, dass
dann, wenn ein Aufwärmen des in dem Wasserspeicher befindlichen Wassers in
Nachtzeiten durchgeführt wird, auch noch zur Tageszeit ein entsprechend warmes
Wasser für einen durchzuführenden Waschprozess zur Verfügung steht.
Es kann vorgesehen sein, dass das in dem Wasserspeicher gespeicherte
Warmwasser in einem nachfolgenden Waschprozess zumindest teilweise verfügbar
ist und in eine Trommel der Waschmaschine förderbar ist. Es kann des Weiteren
ein Pumpsystem in der Waschmaschine vorgesehen sein, welches zur Rückführung
von Wasser in eine Trommel der Waschmaschine während eines Waschprozesses ausgebildet
ist. Bei aktivem Programmstart zum Durchführen eines individuellen Waschprozesses
kann die vorgeheizte Wassermenge in dem Wasserspeicher über eine Einspülschale
der Waschmaschine in die Trommel gepumpt werden und um ein Abkühlen des Wassers
bei langer Heizphase zu vermeiden, Teilwassermengen durch das Pumpensystem wieder
im Wasserspeicher kurzzeitig erwärmt werden. Der Wasserspeicher kann als zusätzlicher
separater Wasserspeicher in der Waschmaschine ausgebildet sein.
Durch die erfindungsgemäße Waschmaschine kann erreicht werden,
dass ein Waschprozess mit minimierten Energiekosten durchgeführt werden kann,
da eine marktnahe Energiebereitstellung durchgeführt und ausgenutzt werden
kann. Darüber hinaus kann durch eine zeitgenaue Energieabrechnung eine gute
Übersicht über die verbrauchte Energie erreicht werden.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend anhand
einer schematischen Zeichnung näher erläutert. Die einzige 1
zeigt eine Waschmaschine 1, welche zur Aufbereitung von Warmwasser unabhängig
von einem Waschprozess ausgebildet ist. Die Waschmaschine 1 umfasst Betätigungselemente
11a und 11b, durch welche unterschiedliche Waschprogramme eingestellt
werden können und ein Waschprozess gestartet werden kann. Durch diese Betätigungselemente
11a und/oder 11b kann auch ein Befüllungsvorgang eines Wasserspeichers
13 mit Wasser und/oder ein Aufbereitungsvorgang, insbesondere ein Aufheizvorgang,
des Wassers in dem Wasserspeicher 13 durch einen Nutzer der Waschmaschine
1 gezielt gestartet werden.
Die Waschmaschine 1 weist eine Steuer- und Kommunikationseinheit
12 auf, welche im Ausführungsbeispiel als eine einzige Einheit ausgebildet
ist. Es kann auch vorgesehen sein, dass die Waschmaschine 1 sowohl eine
interne Steuereinheit als auch eine separate interne Kommunikationseinheit aufweist,
welche zum Austausch von Informationen und Daten ausgebildet sind.
Darüber hinaus weist die Waschmaschine 1
den wärmeisolierten Wasserspeicher 13 auf, welcher
zum Speichern von Warmwasser bzw. erwärmten Wasser ausgebildet ist. Wie aus
der Darstellung in 1 zu erkennen ist, ist die Steuer-
und Kommunikationseinheit 12 zur Steuerung eines Aufbereitungsprozesses
von Warmwasser in dem Wasserspeicher 13 und zur Kommunikation mit einer
externen Einheit 2 ausgebildet. Die Kommunikation zwischen der Steuer-
und Kommunikationseinheit 12 und der externen Einheit 2 kann drahtlos
aber auch drahtgebunden durchgeführt werden. Im Ausführungsbeispiel ist
die Kommunikation zwischen diesen beiden Einheiten 12 und 2 durch
die Signalverbindung 2a gekennzeichnet.
Im Ausführungsbeispiel ist die Steuer- und Kommunikationseinheit
12 zur Kommunikation über das Internet ausgebildet, so dass die von
der externen Einheit 2 bereitgestellten Informationen online durch die
Steuer- und Kommunikationseinheit 12 abgerufen werden können. Die
externe Einheit 2 ist zur Bereitstellung von Informationen über Energiekosten
einer Energiebörse ausgebildet.
Des Weiteren ist die Waschmaschine 1 mit einer Wasserzuführung
3 verbunden. Einerseits ist dabei eine elektrische Signalverbindung
3a zwischen der Steuer- und Kommunikationseinheit 12 und einer
in der Wasserzuführung 3 angeordneten Steuereinheit (nicht dargestellt)
ausgebildet. Darüber hinaus weist die Wasserzuführung 3auch eine
mechanische Verbindung 3b mit der Waschmaschine 1 und insbesondere
mit dem Wasserspeicher 13 auf. Diese ist beispielweise durch einen felxiblen
Schlauch, durch den das Wasser fließen kann, realisiert.
Durch die Steuer- und Kommunikationseinheit 12 wird somit
im Ausführungsbeispiel stetig die von der externen Einheit 2 bereit
gestellte Information im Hinblick auf die Energiekosten abgerufen. Ein Aufbereitungsprozess
zum Erwärmen von Wasser in dem Wasserspeicher 13 wird durch die Steuer-
und Kommunikationseinheit 12 dann aktiviert, wenn die Energiekosten an
der Energiebörse an niedrigsten sind. Dies kann zu jeder beliebigen Tageszeit
gegeben sein, wodurch auch zu jeder beliebigen Tageszeit die Aktivierung eines Aufbereitungsprozesses
durch die Steuer- und Kommunikationseinheit automatisch eingeleitet werden kann.
Wird festgestellt, dass die Energiekosten an der Energiebörse
so niedrig sind, dass ein Aufbereitungsprozess gestartet werden soll, so wird durch
die Steuer- und Kommunikationseinheit über die Signalverbindung 3a
ein Signal übertragen, durch welches ein Ventil (nicht dargestllt) in der Wasserzuführung
3 geöffnet wird und Wasser über die mechanische Verbindung
3b von der Wasserzuführung 3 in den Wasserspeicher
13 fließen kann. Dabei kann sowohl die Wassermenge, welche in diesem
Wasserspeicher 13 einlaufen soll, als auch die Zeit, wie lange ein Aufbereitungsprozess
des in dem Wasserspeicher 13 enthaltenen Wassers erfolgen soll, durch die
Steuer- und Kommunikationseinheit 12 gesteuert werden. In vorteilhafter
Weise werden in die Steuer- und Kommunikationseinheit 12 Schwellwerte einprogrammiert,
um diese Parameter entsprechend einstellen zu können. Es kann dabei vorgesehen
sein, dass durch einen Nutzer ein Energiekosten-Schwellwert einprogrammiert wird,
wobei dann durch die Steuer- und Kommunikationseinheit 12 ein Aktivieren
eines Aufbereitungsprozesses von Warmwasser dann erfolgt, wenn die über die
externe Einheit 2 bereitgestellten Informationen über die Energiekosten
der Energiebörse Energiekostenwerte aufzeigen, welcher kleiner oder gleich
diesem Energiekosten-Schwellwert sind.
Darüber hinaus kann auch die Zeitdauer für einen Aufbereitungsprozess
von Warmwasser als auch die in den Wasserspeicher 13 einzufüllende
Menge bei einem Aufbereitungsprozess einprogrammiert werden.
Es kann jedoch auch vorgesehen sein, dass eine Programmierung dahingehend
durchgeführt wird, dass ein Aufbereitungsprozess von Warmwasser mengen- und
zeitmäßig so lange erfolgt, bis die Energiekosten an der Energiebörse
den Energiekosten-Schwellwert wieder übersteigen. Selbstverständlich erfolgt
ein Aufheizen des in dem Wasserspeicher 13 befindlichenden Wassers stets
maximal nur so lange, bis eine vorgebbare Temperatur erreicht wird. Dazu weist im
Ausführungsbeispiel der Wasserspeicher 13 eine Heizvorrichtung und
eine Temperaturregelvorrichtung (nicht dargestellt) auf.
Durch die Steuer- und Kommunikationseinheit 12 kann somit
entweder ein bestimmtes Wasservolumen, was beispielsweise einer maximal benötigten
Wassermenge entspricht, in den Wasserspeicher 13 eingelassen und erwärmt
werden oder bei bereits erfolgter Befüllung des Wasserspeichers 13
und eingestelltem Waschprogramm durch eine Beladungsmessung eine optimierte Wassermenge
für den Waschprozess benutzt werden und aufgeheizt werden.
Bei einem aktiven Starten eines Waschprozesses kann die vorgeheizte
und in dem Wasserspeicher 13 gespeicherte Wassermenge über eine nicht
dargestellte Einspülschale in eine nicht dargestellte Trommel der Waschmaschine
1 gepumpt und um ein Abkühlen des Wassers bei langer Heizphase zu
vermeiden, Teilwassermengen durch ein Pumpensystem wieder in den Wasserspeicher
13 kurzzeitig zurückgepumpt und erwärmt werden. Der Wasserspeicher
13 kann auch als zusätzlicher Extrawasserbehälter ausgebildet
sein und somit quasi bspw. als zweiter oder dritter Wasserbehälter in der Waschmaschine
1 angeordnet sein.