Technisches Gebiet
Die Erfindung betrifft eine Vorspinnmaschine mit Flügeln und
mit Antrieb durch mindestens einen Elektromotor.
Stand der Technik
An der Vorspinnmaschine (Flyer) sind zum Stillstand mit den Flügeln
mehrere Stellungen anzufahren, die für die ordnungsgemäße Bedienung
der Maschine im Stillstand erforderlich sind. So sollte beim Beheben eines Vorgarnbruches
in der Regel der das Vorgarn führende Flügel nach vorn weisen. Da die
Flügel in den beiden Flügelreihen einer zweireihigen Vorspinnmaschine
gegensätzlich, um 180° gedreht, stehen, unterscheiden sich die beiden
angestrebten Stillstandsstellungen. Auch beim Spulenwechsel, sei es von Hand oder
mittels einer selbsttätigen Spulenwechselvorrichtung, sollte eine bestimmte,
andere Flügelstellung gegeben sein.
Bisher ist es üblich, die Vorspinnmaschine mittels eingebauten
sogenannten Tippbetriebes von Hand langsam in die vorgesehene (Flügel-)Stellung
zu bewegen. Dies ist jedoch zeitraubend und erfordert Aufmerksamkeit und Übung.
Die Erfindung hatte sich die Aufgabe gestellt, diesen Bedienungsschritt
zu vereinfachen oder ganz überflüssig zu machen. Sie löst diese Aufgabe
durch die im Kennzeichen des Hauptanspruches genannten Merkmale.
Allgemeine Beschreibung der Erfindung
Mit einem Drehwinkel-Absolutwertgeber in Form eines Resolvers kann
die Stellung der Flügel einer Vorspinnmaschine drehwinkelgenau erfasst und
dem Elektromotor als Drehsignal aufgegeben werden, so dass dieser diese Winkelstellung
ebenso drehwinkelgenau anfährt. Dabei kann eine Vergleichsvorrichtung vorgesehen
sein, der das Winkelstellungs-Istsignal des Resolvers zusammen mit einem Winkelstellungs-Sollsignal
einer manuellen Eingabevorrichtung aufgegeben wird und die den Elektromotor der
Vorspinnmaschine derart steuert, dass die Sollwinkelstellung selbsttätig direkt
und genau angefahren wird.
Die Sollwinkelstellung kann der Vergleichsvorrichtung winkelmäßig
vorgegeben werden. Es ist aber auch möglich, eine angefahrene Winkelstellung
der Flügel als „Teach-In" der Vergleichsvorrichtung aufzugeben.
Mittels dieser Vorrichtung kann die Vorspinnmaschine eine bestimmte
Winkelstellung mit hoher Geschwindigkeit anfahren und die Maschine winkelgenau zum
Stillstand gebracht werden. Ein Eingreifen der Bedienung und einlangsamer und zeitraubender
Tippbetrieb sind nicht mehr erforderlich.
Wenn ein Stillsetzen der Vorspinnmaschine infolge eines Vorgarnbruches
erforderlich wird, können je nach dem, ob der Vorgarnbruch in der vorderen
oder in der hinteren Reihe aufgetreten ist, unterschiedliche Winkelstellungen der
Flügel erwünscht sein. Um dies zu erreichen, können gesonderte Anfahrstellungen
für die Flügel der hinteren und der vorderen Flügelreihe vorgesehen
werden, durch die je nach Ort des Vorgarnbruches die Vorspinnmaschine in unterschiedlichen
Stellungen stillgesetzt wird.
Hierzu ist es erforderlich, die Vorspinnmaschine mit Fadenbruch-Abstellvorrichtungen
auszustatten, durch die Fadenbrüche in den beiden Reihen von Flügeln getrennt
erfassbar sind.
Spiezielle Beschreibung der Erfindung
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung schematisch
wiedergegeben. Sie zeigt die Seitenansicht des Flügelbereichs einer Vorspinnmaschine.
In einer Flügelbank 1 sind zwei Reihen von Flügeln
2 drehbar gelagert. Den Flügeln wird durch ein Streckwerk
3 verzogenes Vorgarn 4 zugeführt.
Der Antrieb der Flügel 2 erfolgt über Getriebe
5 durch einen oder mehrere, über die Länge der Flügelbank
1 verteilte Elektromotoren 6. Falls die Vorspinnmaschine weitere
Antriebsmotoren aufweist, versteht es sich, dass auch diese entsprechend mit Speisespannung
zu beaufschlagen sind. Diesen Motoren wird aus dem Netz über eine Drehzahl-Regelvorrichtung
vorzugsweise in Form eines Frequenzumformers 7 elektrische Energie zugeführt.
Mittels dieses Frequenzumformers kann nicht nur die Drehzahl, sondern auch die Drehbewegung
bis herab zum Stillstand exakt gesteuert oder geregelt werden.
Die Vorspinnmaschine ist mit einer Fadenbruchabstellvorrichtung versehen,
die in aller Regel als Lichtschranke 8 ausgebildet ist und beim Hindurchfallen
eines gebrochenen Vorgarnes 4 über eine Leitung 9,
10 die Drehzahl-Regelvorrichtung zum Stillsetzen der Vorspinnmaschine veranlasst.
Um die Flügel 2 beim Stillsetzen der Vorspinnmaschine
selbsttätig in der vorgesehenen Stellung zum Stillstand zu bringen, ist an
der Welle des Läufers des Motors 6 ein Resolver 11angeordnet,
dessen Signal über eine Leitung 12 einer Vergleichsvorrichtung
13 zugeführt wird. Es versteht sich, dass der Resolver auch an einer
anderen, winkelsynchron mit den Flügeln verbundenen Welle oder mit den Wellen
der Flügel selbst verbunden sein kann.
Ferner wird der Vergleichsvorrichtung 13 über eine Leitung
14 ein Signal einer Eingabevorrichtung 15 zugeleitet. Die Eingabevorrichtung
weist zweckmäßiger Weise ein Display 16 und eine Eingabetastatur
17 auf. Mit ihrer Hilfe kann der Vergleichsvorrichtung 13 eine
bestimmte Winkelstellung der Flügel einer Flügelreihe vorgegeben werden.
Die Winkelstellung der Flügel 2 in den beiden Flügelreihen
sind in der Regel aus Gründen des Unwuchtausgleichs in dem Sinne entgegengesetzt,
als die die Pressfinger tragenden Flügelarme in den beiden Flügelreihen
wie dargestellt entgegengesetzt orientiert sind. Wenn die Vorspinnmaschine zum Beheben
eines Fadenbruches stillgesetzt wird, soll sie je nachdem, in welcher Flügelreihe
der Fadenbruch zu beheben ist, in unterschiedlichen Stellungen stillsetzbar sein.
Entsprechendes gilt für das Stillsetzen zum Spulenwechsel, bei dem die Flügel
beider Flügelreihen eine weitere Stellung einnehmen sollen.
Die angestrebte Winkelstellung der Flügel kann über die
Eingabevorrichtung 15 beispielsweise in Drehwinkelgraden aufgegeben werden.
Vorteilhafter Weise ist die Eingabevorrichtung mit einer sogenannten „Teach-In-Vorrichtung"
ausgestattet, mittels deren eine angestrebte Stillsetz-Stellung von Hand durch Schleichgang
genau angesteuert und zum wiederholten Aufruf gespeichert werden kann. Dies kann
für unterschiedliche Stillsetz-Stellungen durchgeführt werden.
Wenn die Vorspinnmaschine wie erwähnt mit nur einer Fadenbruch-Abstellvorrichtung
8 versehen ist, wird sie zunächst in zufälliger Stellung stillgesetzt.
Wenn dann die Bedienung über einen Taster 18 für „Fadenbruch
in hinterer Flügelreihe" bzw. 19 für „Fadenbruch in vorderer
Flügelreihe" der Vergleichsvorrichtung 13 die Flügelreihe aufgibt,
in der ein Fadenbruch aufgetreten ist, vergleicht diese das Signal des Resolvers
11 mit dem Signal des Eingabevorrichtung 15 für die zutreffende
Winkelstellung und für den gegebenen Fadenbruch und lässt den Motor
6 wieder anlaufen und die Flügel in die aufgegebene Winkelstellung
drehen.
Bevorzugt ist aber vorgesehen, dass die Vorspinnmaschine mit gesonderten
Fadenbruch-Abstellvorrichtungen für die vordere und die hintere Reihe von Flügeln
2 ausgestattet ist, beispielsweise einer Lichtschranke 8 für
die hintere und eine Lichtschranke 20 für die vordere Flügelreihe.
Die Fadenbruchsignale der beiden Lichtschranken werden über getrennte Leitungen
9 und 21 der Vergleichsvorrichtung 13 zugeführt.
Diese weiß also sofort, in welcher Reihe ein Fadenbruch aufgetreten ist und
kann den Motor 6 ohne zwischenzeitliches Abstellen sogleich in die richtige
Flügelstellung auslaufen lassen.
Ein in der hinteren Flügelreihe gebrochenes Vorgarn fällt
nur durch die Lichtschranke 8, die Lokalisierung des Fadenbruches ist also
eindeutig. Ein in der vorderen Reihe gebrochenes Vorgarn fällt durch beide
Lichtschranken 8 und 20. Die Verschaltung in der Vergleichsvorrichtung
13 ist so, dass ein Fadenbruchsignal der Lichtschranke 20 ein
gleichzeitig anliegendes Signal der Lichtschranke 8 dominiert –
der Fadenbruch ist also auch in diesem Fall eindeutig lokalisierbar.
Ein funktionsgerechtes Stillsetzen ist auch bei einem selbsttätig
eingeleiteten Spulenwechsel möglich, der der Vergleichsvorrichtung
13 durch ein über eine Leitung 22 von der Maschinensteuerung
zugeführtes Signal mitgeteilt wird, wenn dessen Winkelstellung in der Eingabevorrichtung
15 gespeichert ist.
Besonders herauszuheben ist, dass vor dem Doffen mit hoher Geschwindigkeit
die Flügel 2 positioniert werden können.
- 1
- Flügelbank
- 2
- Flügel
- 3
- Streckwerk
- 4
- Vorgarn
- 5
- Getriebe
- 6
- Motor
- 7
- Drehzahl-Regelvorrichtung
- 8
- Lichtschranke einer Fadenbruch-Abstellvorrichtung
- 9, 10
- Leitungen
- 11
- Absolutwertgber, Resolver
- 12
- Leitung
- 13
- Vergleichsvorrichtung
- 14
- Leitung
- 15
- Eingabevorrichtung
- 16
- Display
- 17
- Eingabetastatur
- 18, 19
- Taster
- 20
- Lichtschranke einer Fadenbruch-Abstellvorrichtung
- 21, 22
- Leitungen