Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Durchführung eines zumindest
teilweise automatisierten Reinigungsvorgangs in einem elektrischen Haushaltsgerät,
insbesondere in einem Haushaltsgarofens, bei dem der Bediener des elektrischen Haushaltsgeräts
über eine mit einer Maschinensteuerung in Verbindung stehende Eingabevorrichtung
den zumindest teilweise automatisierten Reinigungsvorgang startet, wobei über
die Maschinensteuerung zumindest eine Information ausgegeben und an einer Anzeigevorrichtung
angezeigt wird. Des weiteren betrifft die Erfindung ein elektrisches Haushaltsgerät.
Das Garen, Braten oder Backen in einem Haushaltsgarofen hat zur Folge,
dass sich durch diesen Vorgang allmählich Partikel im Inneren des Garraums
absondern. Dies erfolgt, indem sich im Laufe der Zeit durch das sich im Garraum
befindliche Gut Flüssigkeiten, Fett usw. an den Wandungen des Garraums ablagern.
Die Verschmutzung des Garraums hat zur Folge, dass der Gar-, Back- oder Bratbetrieb
erschwert wird. Ist der Verschmutzungsgrad des Garraums groß, ist es erforderlich
den Garraum zu reinigen.
Haushaltsgaröfen sind daher oftmals mit automatischen Reinigungsvorrichtungen
ausgestattet, um den Garraum bei Bedarf in einfacher und effizienter Weise reinigen
zu können. Bei hochwertigen Öfen kommt dabei häufig eine automatisch
durchgeführte Selbstpyrolyse zum Einsatz. Dabei werden während des Reinigungsvorganges
die Wandungen des Garraums auf Temperaturen von ca. 500°C und mehr erwärmt,
so dass an der Wandung anhaftende Ablagerungen verschwelt werden.
Aus der DE 299 13 049 U1
ist das Problem bekannt, dass mitunter nicht hitzestabiles Zubehör im Garraum
versehentlich vergessen wird, so dass dieses während des Pyrolysevorgangs beschädigt
werden kann. Deshalb ist dort vorgesehen, dass beim Start des Reinigungsprogramms
mittels Pyrolyse ein Signalgenerator aktiviert wird, der nach jedem Auswählen
der Pyrolyse-Reinigungsfunktion über die Eingabeeinrichtung des Geräts
und vor dem Inbetriebsetzen der pyrolytischen Reinigung optische bzw. akustische
Signale erzeugt, um den Bediener darauf hinzuweisen, dass alle nicht hitzestabilen
Teile aus dem Garraum entnommen werden müssen. Um den Reinigungsvorgang in
der richtigen Weise durchzuführen, wird dabei der Bediener gegebenenfalls durch
eine Anzeige auf einem Display auf eine spezifische Stelle in der Gebrauchsanweisung
hingewiesen.
Aus der EP 1 146 290 A2
ist es bekannt, beim Reinigen des Garraums diesen unter Verwendung eines einzubringenden
chemischen Reinigungsmittels programmgesteuert auf eine Solltemperatur aufzuheizen,
wonach bei erreichter Solltemperatur ein akustisches bzw. optisches Signal ausgegeben
wird, das die Möglichkeit des Einbringens des Reinigungsmittels anzeigt. Der
Start des Reinigungsverfahrens kann durch Betätigung eines Wahlschalters ausgelöst
werden.
Aus der DE 100 15 760 A1
ist ein Verfahren zum Betrieb eines Haushaltsgarofens bekannt, wobei bei jedem Betrieb
des Ofens als Betriebsparameter die Betriebszeit der Heizeinrichtung und die Temperatur
erfasst werden. Den Parametern wird ein spezifischer Kennwert zugewiesen, wobei
die Kennwerte zur Ermittlung eines Gesamtwertes rechnerisch miteinander verknüpft
werden. Dann, wenn der Gesamtwert einen vorgegebenen Grenzwert überschreitet,
wird ein optisches oder akustisches Signal ausgegeben, das den Zeitpunkt einer durchzuführenden
Ofenreinigung anzeigt.
Nachteilig ist es, dass bei bekannten Lösungen zwar eine effiziente
Reinigung des Garraums durch die genannten verfügbaren Mittel erfolgen kann,
dass jedoch – da dies relativ selten erfolgt – die Bedienungsanleitung
ein wesentliches Mittel für den Bediener ist, um den Reinigungsvorgang fachgerecht
durchführen zu können.
Dabei sind aus der Bedienungsanleitung beispielsweise folgende Informationen
ersichtlich, die wichtig sind, um ein fachgerechtes Reinigen vornehmen zu können:
Das Entfernen gröberen Schmutzes aus dem Garraum; das Entnehmen von nicht hitzestabilen
Zubehörteilen, wie Gitter, Bleche und Auszugssysteme, aus dem Garraum vor dem
Start insbesondere der Pyrolyse; bei Dampfgargeräten das Verwenden von Essigwasser
zur Reinigung.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur
Durchführung eines zumindest teilweise automatisierten Reinigungsvorgangs in
einem elektrischen Haushaltsgerät, insbesondere in einem Haushaltsgarofens,
vorzuschlagen, bei dem die Zuhilfenahme einer Bedienungsanleitung entbehrlich wird,
wobei dennoch dem Bediener hinreichende Informationen gegeben werden, um den Reinigungsvorgang
fachgerecht durchführen zu können. Weiterhin soll ein entsprechendes elektrisches
Haushaltsgerät zur Verfügung gestellt werden.
Die Lösung dieser Aufgabe durch die Erfindung ist dadurch gekennzeichnet,
dass das Verfahren die Schritte umfasst:
- a) Durch den Bediener mittels der Eingabevorrichtung vorgenommenes oder automatisches
Starten einer Assistenzfunktion für die Durchführung des Reinigungsvorgangs,
sobald der Bediener den zumindest teilweise automatisierten Reinigungsvorgangs mittels
der Eingabevorrichtung startet;
- b) Starten eines Dialogbetriebs durch die Maschinensteuerung, in dem alle für
die Durchführung des Reinigungsvorgangs erforderlichen Informationen an der
Anzeigevorrichtung anzeigt werden und in dem der Bediener zur Eingabe von Informationen
und/oder zur Bestätigung vorgeschlagener Maßnahmen über die Eingabevorrichtung
auffordert wird;
- c) Starten des Reinigungsvorgangs in dem elektrischen Haushaltsgeräts nach
Eingabe aller erforderlichen Informationen durch den Bediener.
Mit dieser Vorgehensweise wird die Hinzuziehung der Bedienungsanleitung
des Haushaltsgeräts absolut entbehrlich, da alle benötigten Informationen
in die Assistenzfunktion einbezogen werden können.
Eine Weiterbildung des Verfahrens sieht vor, dass die Anzeige aller
für die Durchführung des Reinigungsvorgangs erforderlichen Informationen
die Darstellung und Erläuterung der vom Bediener durchzuführenden Maßnahmen
als Fließtext bzw. Klartext umfasst.
Der Reinigungsvorgang kann eine Pyrolyse, eine Katalyse oder eine
Dampfreinigung in einem Haushaltsgarofen sein. Genauso kommt beispielsweise das
Verfahren zum Einsatz, wenn der Reinigungsvorgang eine Dampfreinigung in einem Dampfgarer
ist.
Das vorgeschlagene elektrisches Haushaltsgerät, insbesondere
der Haushaltsgarofen, in dem ein zumindest teilweise automatisierter Reinigungsvorgang
durchgeführt werden kann, mit einer mit einer Eingabevorrichtung in Verbindung
stehenden Maschinensteuerung und einer Anzeigevorrichtung, zeichnet sich erfindungsgemäß
dadurch aus, dass in der Maschinensteuerung Mittel implementiert sind, mit denen
der Bediener des Haushaltsgeräts eine Assistenzfunktion für die Durchführung
des Reinigungsvorgangs über die Eingabevorrichtung auswählen und aktivieren
kann oder Mittel implementiert sind, die beim Start des zumindest teilweise automatisierten
Reinigungsvorgangs die Assistenzfunktion für die Durchführung des Reinigungsvorgangs
starten, wobei die Mittel ausgelegt sind, um bei aktivierter Assistenzfunktion einen
Dialogbetrieb starten zu können, bei dem alle für die Durchführung
des Reinigungsvorgangs erforderlichen Informationen an der Anzeigevorrichtung anzeigt
und vom Bediener einzugebende Informationen und/oder mindestens eine Bestätigung
angefordert werden.
Dabei ist bevorzugt vorgesehen, dass die Anzeige zur Ausgabe von Fließtext
ausgebildet ist.
Mit der vorgeschlagenen Vorgehensweise und dem zugehörigen Haushaltsgerät
wird es möglich, ohne Hinzuziehen der Bedienungsanleitung, die ohnehin mitunter
nur schwer greifbar ist, den Reinigungsprozess im Haushaltsgerät ordnungsgemäß
und fachgerecht durchführen zu können, wobei der Bediener durch die erfindungsgemäß
vorgesehene Angabe aller für die Reinigung benötigter Informationen auch
eine hinreichende Sicherheit hat, den Reinigungsvorgang richtig durchzuführen.
Das baut gegebenenfalls vorhandene Hemmnisse zur Durchführung der Reinigung
ab, die bei Unsicherheit bestehen können. Somit kann die vorhandene Reinigungsmöglichkeit
besser und öfter genutzt werden, was im Ergebnis bessere Garergebnisse hervorbringt.
Die Unwissenheit des Bedieners über den genauen Ablauf und die
erforderlichen Maßnahmen vor und bei der Reinigung des Geräts wird also
erfindungsgemäß verhindert, so dass bessere und jedenfalls in einfacherer
Weise gute Reinigungsergebnisse erreicht werden.
Dies gilt insbesondere für die pyrolytische Reinigung eines Haushaltsgarofens,
jedoch auch für beliebige andere elektrische Haushaltsgeräte, die mit
anderen Reinigungsmöglichkeiten ausgestattet sind. Zu nennen ist exemplarisch
eine Reinigung mittels Katalyse, eine Dampfreinigung oder eine Reinigung, die eine
Reinigungswirkung an der Emailschicht ausnutzt, beispielsweise eine unter der Bezeichnung
„CleanEmail" bekannte Reinigungsmethode, oder eine Reinigung mitels chemischer
Reinigungsmittel oder mittels Reinigungsspray („Backspray"), wobei bei nur
warm wirkenden Reinigungssprays der Garofen vorab aufzuheizen ist und dann mit dem
Reinigungsspray zu besprühen ist und bei kalt anzuwendenden Sprays gleich ohne
Vorwärmen zu besprühen ist, oder eine beliebige Kombination von zwei oder
mehr dieser Reinigungsverfahren.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt.
Es zeigen:
1 schematisch einen Haushaltsgarofen in der Vorderansicht,
2a die Eingabe- und Anzeigevorrichtung des Haushaltsgeräts
während eines ersten Schritts des Reinigungsverfahrens,
2b die Eingabe- und Anzeigevorrichtung des Haushaltsgeräts
während eines zweiten Schritts des Reinigungsverfahrens,
2c die Eingabe- und Anzeigevorrichtung des Haushaltsgeräts
während eines dritten Schritts des Reinigungsverfahrens und
2d die Eingabe- und Anzeigevorrichtung des Haushaltsgeräts
während eines vierten Schritts des Reinigungsverfahrens.
1 zeigt einen Haushaltsgarofen 1 in bekannter
Ausgestaltung. Im oberen Bereich sind eine Eingabevorrichtung 3 sowie eine
Anzeigevorrichtung 5 (Display) vorhanden. Beide stehen mit einer nur sehr
schematisch mit gestrichelten Linien dargestellten Maschinensteuerung
2 in Verbindung (zumeist sind Eingabevorrichtung 3, Anzeigevorrichtung
5 und Maschinensteuerung 2 als Modul ausgebildet).
Der Garraum 6 des Haushaltsgarofens 1 ist in bekannter
Weise mit einer Tür 7 verschlossen. In Inneren des Garraums
6 kann – zwecks Durchführung einer pyrolytischen Reinigung
– eine Temperatur von über 500°C erzeugt werden.
In den 2a bis 2d
ist die Eingabe- und Anzeigevorrichtung 3, 5 des Haushaltsgarofens
1 während aufeinander folgenden Verfahrensschritten dargestellt. Die
Eingabe- und Anzeigevorrichtung 3, 5 ist dabei in an sich bekannter
Weise ausgestaltet.
Wird in bekannter Weise menügeführt das Reinigungsprogramm
angewählt, erscheint das in 2a dargestellte Bild
auf der Anzeigevorrichtung 5. Dabei wird die Information 4 optisch
hervorgehoben angezeigt, die auf den „Reinigungsassistenten" hinweist. Das
Symbol 8 zeigt an, dass sich das Gerät im Reinigungsmodus befindet.
Alle Daten, die zur entsprechenden Anzeige auf der Anzeigevorrichtung
5 benötigt werden, sind in der Maschinensteuerung 2 hinterlegt.
Durch Drücken der OK-Taste 9 kann im Dialog vom Bediener
der „Reinigungsassistent" aktiviert werden. Es erscheint dann die Anzeige,
wie sie aus 2b hervorgeht. Wesentlich ist, dass –
ohne, dass eine Bedienungsanleitung dafür erforderlich wäre – der
Benutzer über die Anzeigevorrichtung im Klartext mitgeteilt bekommt, welchen
Schritt er konkret nunmehr ausführen muss, um eine ordnungsgemäße
Reinigung vornehmen zu können. Im Ausführungsbeispiel erhält der
Bediener die Mitteilung:
„Bitte entfernen Sie grobe Schmutzreste aus dem Backofeninnenraum Weiter
mit OK"
Ist dies erfolgt und hat der Benutzer die OK-Taste gedrückt,
erscheint die in 2c dargestellte Anzeige. Hiernach
wird dem Benutzer mitgeteilt:
„Bitte entnehmen Sie alle Einschubteile aus dem Backofeninnenraum Weiter
mit OK"
Hat der Benutzer dies getan und die OK-Taste gedrückt, erscheint
im Ausführungsbeispiel gemäß 2d die
Information:
„Starten Sie jetzt den Reinigungsvorgang mit → OK"
Nach der Bestätigung mittels der OK-Taste beginnt die Reinigung.
Das Ausführungsbeispiel gibt in sehr einfacher Weise ein Beispiel
für das erfindungsgemäße Vorgehen. Maßgeblich ist, dass beliebig
umfangreiche Informationen über die Anzeigevorrichtung 5 dem Bediener
übermittelt werden können, so dass ein Nachlesen in der Bedienungsanleitung
absolut entbehrlich wird. Je nach der Art der Reinigung sind der Inhalt und die
Anzahl der vorgesehenen Informationsfenster unterschiedlich.
Es ist möglich, dass der „Reinigungsassistent" nur bei
entsprechendem Aufruf durch den Bediener optional gestartet wird, wobei es bei einem
Hinweis auf den Assistenten bleibt. Genauso kann aber auch vorgesehen werden, dass
der „Reinigungsassistent" automatisch startet, wenn der Reinigungsmodus des
Geräts angewählt wird.
Falls mehrere unterschiedliche Reinigungsmodi im Haushaltsgerät
verwirklicht sind, kann für jedes ein separater „Reinigungsassistent"
vorgesehen werden.
- 1
- elektrisches Haushaltsgerät (Haushaltsgarofen)
- 2
- Maschinensteuerung
- 3
- Eingabevorrichtung
- 4
- Information
- 5
- Anzeigevorrichtung
- 6
- Garraum
- 7
- Tür
- 8
- Symbol
- 9
- OK-Taste