Die vorliegende Erfindung betrifft ein Bohrwerkzeuggerät, insbesondere
Bohrhammer, mit einem Gehäusekörper und einer hiervon vorstehenden Antriebsspindel
und einem an der Antriebsspindel montierbaren und abnehmbaren Werkzeugfutter mit
einem manuell bedienbaren Verriegelungs- und Freigabemechanismus, um das Werkzeugfutter
axial formschlüssig an der Antriebsspindel zu montieren bzw. freizugeben, und
mit einer Kupplungseinrichtung zur Herbeiführung einer Drehkopplung zwischen
der Antriebsspindel und einer Komponente des Werkzeugfutters, wobei die Kupplungseinrichtung
zur Begrenzung eines ruckartig auftretenden Rückdrehmoments als Überlastkupplung
ausgebildet ist.
Ein derartiges Bohrwerkzeuggerät ist in der nicht vorveröffentlichten
deutschen Patentanmeldung 10 2006 015 274 der Anmelderin beschrieben.
Ein nicht gattungsgemäßes Bohrwerkzeuggerät ist aus
DE 197 17 465 B4 vorbekannt, bei
dem sämtliche Komponenten der Kupplungseinrichtung innerhalb des Gehäusekörpers
des Bohrwerkzeuggeräts aufgenommen und damit schwer zugänglich sind.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Kupplungseinrichtung
gut zugänglich, jedoch gleichwohl einfach und betriebssicher, auszubilden.
Die Aufgabe wird durch ein Bohrwerkzeuggerät mit den Merkmalen
des Anspruchs 1 gelöst.
Durch die Verwendung von Rastenscheiben zur Bildung der Kupplungseinrichtung
können Kräfte im Wesentlichen flächenhaft übertragen werden.
Dieser Ausführungsform zur Drehmomentübertragung ist beispielsweise der
Vorzug zu geben vor einer Drehmomentübertragung mittels ein- und ausrückbarer
Rastkörper, bei denen meist nur eine punktuelle oder lineare Kraftübertragung
stattfindet, die zu hoher Abnutzung und Störungsanfälligkeit führen
kann. Außerdem sind derartige Konstruktionen naturgemäß schwerer
zugänglich. Es hat sich auch in der Praxis als nicht unbedingt vorteilhaft
erwiesen, einzelne oder alle Komponenten der Kupplungseinrichtung in das Werkzeugfutter
zu integrieren, da solchenfalls Komponenten, die zur Drehkopplung zusammenwirken,
ständig voneinander getrennt bzw. wieder miteinander verbunden werden, was
die Komponenten insgesamt störungsanfälliger macht. Nach der vorliegenden
Erfindung werden die kraftübertragenden Rastenscheiben dauerhaft an der Antriebsspindel
angeordnet. Sie sind somit bei abgenommenem Werkzeugfutter gut zugänglich.
Die auf diese Weise aus nur wenigen Komponenten geschaffene Kupplungseinrichtung
ist auf besonders wirtschaftliche Weise herstellbar und zeichnet sich überdies
aufgrund ihrer Einfachheit durch eine sehr hohe Betriebssicherheit aus. Wie bereits
erwähnt, ist sie extremst verschleißunempfindlich.
Nach einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Bohrwerkzeuggeräts
steht die zweite Rastenscheibe bei formschlüssig montiertem Werkzeugfutter
in Drehmitnahme mit einem Werkzeughalter des Werkzeugfutters, also mit derjenigen
Komponente des Werkzeugfutters, die unmittelbar den Bohrer, Bohrmeißel oder
Meißel aufnimmt und hält. Obschon grundsätzlich im Zuge der Drehkopplung
innerhalb des Werkzeugfutters mehrere Komponenten vorgesehen werden könnten,
die eine Drehmomentübertragung bewirken, erweist es sich im Hinblick auf Verschleiß
und eine unmittelbare Kraftübertragung als vorteilhaft, wenn die zweite Rastenscheibe
direkt mit dem Werkzeughalter zusammenwirkt. Die axiale Verschieblichkeit zwischen
zweiter Rastenscheibe und der betreffenden Komponente des Werkzeugfutters zum Abziehen
bzw. Aufstecken des Werkzeugfutters kann in vorteilhafter Weise mittels einer Umfangsverzahnung
oder mittels eines sonstigen in radialer Richtung vorstehenden Drehkopplungsmittels
erfolgen, welches dann vorzugsweise unmittelbar mit einer Abtriebskomponente des
Werkzeugfutters zusammenwirkt.
Zur Herbeiführung der Vorspannung der miteinander zusammenwirkenden
Rastenscheiben hat es sich als vorteilhaft erwiesen, wenn hierfür eine Druckfeder
verwendet wird, die gegen eine vordere Stirnseite der zweiten Rastenscheibe anliegt.
Die Druckfeder ist vorteilhafterweise einenends an der Antriebsspindel festgelegt
und gegenüber der Antriebsspindel axial abgestützt, beispielsweise an
einem Ringbund der Antriebswelle, oder es könnte hierfür ein nach radial
innen vorgespannter Sprengring oder ein anderes geeignetes Mittel verwendet werden.
Insbesondere hat sich die Ausbildung der Druckfeder als Tellerfederpaket als vorteilhaft
erwiesen, da solchenfalls eine axiale Vorspannung gleichmäßig in die zweite
Rastenscheibe eingeleitet werden kann.
Vorteilhafterweise ist die Anordnung der Rastenscheiben derart, dass
die erste Rastenscheibe dem Gehäusekörper zugewandt und die zweite Rastenscheibe
vom Gehäusekörper abgewandt angeordnet ist.
Die drehfeste Anordnung der ersten Rastenscheibe mit der Antriebsspindel
kann in an sich beliebiger Weise herbeigeführt werden. Es erweist sich herstellungstechnisch
als vorteilhaft, wenn die erste Rastenscheibe auf die Werkzeugspindel aufgepresst
ist, wobei aber auch eine andere zweckmäßige Fixierung denkbar wäre.
Es erweist sich hier insbesondere als vorteilhaft, wenn die Kupplungseinrichtung
an einer axialen Abstufung der Antriebsspindel angeordnet ist. Solchenfalls lässt
sich auch eine definierte Montagestellung zum Anbringen der ersten Rastenscheibe
ohne weiteres realisieren.
Das erfindungsgemäße Bohrwerkzeuggerät erweist sich
auch als vorteilhaft, da die Kupplungseinrichtung außerhalb des Gehäusekörpers
an gut zugänglicher Stelle an der Antriebsspindel angeordnet ist. Dies ermöglicht
eine leichte Montierbarkeit der Kupplungseinrichtung, und in einem etwaigen Schadens-
oder Reparaturfall können Komponenten der Kupplungseinrichtung ausgetauscht
werden, ohne dass Gehäusekomponenten des Bohrwerkzeuggeräts aufwendig
demontiert werden müssten.
Insofern erweist es sich als besonders vorteilhaft, wenn die Kupplungseinrichtung
zwar axial außerhalb des Gehäusekörpers angeordnet ist, jedoch radial
außen von einer hülsenförmigen Komponente des Werkzeugfutters umgeben
ist. Auf diese Weise ist sie im Betrieb des Bohrwerkzeuggeräts geschützt
angeordnet. Beispielsweise kann die hülsenförmige Komponente des Werkzeugfutters
direkt von dem Werkzeughalter gebildet sein, wobei aber auch insbesondere zusätzlich
weitere Komponenten des Werkzeugfutters sich radial außen erstrecken können,
beispielsweise eine manuell bedienbare Entriegelungshülse für den Verriegelungs-
und Freigabemechanismus des Werkzeugfutters.
Der von der Drehkupplungseinrichtung vorzugsweise unabhängige
manuell bedienbare Verriegelungs- und Freigabemechanismus für das Werkzeugfutter
kann nach einer Ausführungsform des Bohrwerkzeuggeräts Eingriffskörper
umfassen, die von radial außen in Ausnehmungen in der Antriebsspindel einrastbar
bzw. ausrückbar sind.
Bei Ausbildung des Bohrwerkzeuggeräts als Bohrhammer kann die
Antriebsspindel eine in Längsrichtung durchgehende Öffnung aufweisen,
in der ein Schlagwerk zur axialen Impulsbeaufschlagung eines im Werkzeugfutter aufgenommenen
Werkzeugs vorgesehen ist.
Das Schlagwerk kann solchenfalls einen Schläger und einen Döpper
umfassen, welch letzterer direkt auf eine axiale Stirnseite des Werkzeugs einwirkt.
Zur Aufnahme des Werkzeugs kann das Werkzeugfutter so ausgebildet
sein, dass der Werkzeughalter in dem Bereich, in dem er ein eingesetztes Werkzeug
umgibt, radiale Öffnungen zum Fixieren des Werkzeugs aufweist, wobei durch
diese radialen Öffnungen hindurch von radial außen Eingriffskörper
in komplementäre Ausnehmungen des Werkzeugs einragen. Die erwähnten Öffnungen
können nach einer Ausführungsform des Bohrwerkzeuggeräts schlitzförmig
sein. Auf diese Weise lässt sich eine axiale Bewegbarkeit eines Hammerwerkzeugs
erreichen.
Weitere Merkmale, Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben
sich aus den beigefügten Patentansprüchen und aus der zeichnerischen Darstellung
und nachfolgenden Beschreibung einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Bohrwerkzeuggeräts. In der Zeichnung zeigt:
1 eine teilweise Längsschnittansicht eines erfindungsgemäßen
Bohrwerkzeuggeräts;
2 eine Schnittansicht mit Schnittebene B-B in
1 und
3 eine Schnittansicht mit Schnittebene C-C in
1.
Die Figuren zeigen ein insgesamt mit dem Bezugszeichen 2
bezeichnetes Bohrwerkzeuggerät in Form eines Bohrhammers, mit einem Gehäusekörper
4 und einer von dem Gehäusekörper 4 vorstehenden Antriebsspindel
6 und einem Werkzeugfutter 8, welches an der Antriebsspindel
6 montierbar und abnehmbar ist. Hierfür ist ein manuell und werkzeuglos
bedienbarer Verriegelungs- und Freigabemechanismus 10 vorgesehen, der im
beispielhaften Fall zwei als Kugeln ausgebildete Eingriffskörper
12 umfasst, die von diametral gegenüberliegenden Seiten in eine Umfangsnut
14 der Antriebsspindel 6 eingreifen, um das Werkzeugfutter
8 formschlüssig an der Antriebsspindel 6 zu halten. Zum axialen
Lösen des Werkzeugfutters 8 von der Antriebsspindel 6 ist
ein in Verriegelungsrichtung federvorgespannter Stellring 16 mit einem
scheibenförmigen Stellkörper 18 vorgesehen, der bei Verdrehen
entgegen der Federvorspannung den Eingriffskörpern 12 einen radial
äußeren Aufnahmeraum in dem scheibenförmigen Stellkörper bietet,
in welchen die Eingriffskörper 12 dann beim axialen Abziehen des Werkzeugfutters
8 von der Antriebsspindel 6 verdrängbar sind, so dass die
axiale formschlüssige Kopplung zwischen Eingriffskörpern 12 und
Umfangsnut 14 der Antriebsspindel 6 gelöst wird.
Das Werkzeugfutter 8 umfasst einen hülsenförmigen
Werkzeughalter 20, in den ein nicht dargestelltes Werkzeug, beispielsweise
mit SDS-Einsteckende, einsteckbar ist. Der Werkzeughalter 20 erstreckt
sich konzentrisch zur Längsachse 22 des Bohrwerkzeuggeräts und
mehrfach abgestuft in Richtung auf den Gehäusekörper 4 und umgibt
einen vorderen aus dem Gehäusekörper 4 vorstehenden Abschnitt
der Antriebsspindel 6 radial außen konzentrisch. Daher weist der Werkzeughalter
20 im Bereich des Verriegelungs- und Freigabemechanismus 10 radiale
Durchgangsöffnungen 24 für die Eingriffskörper
12
auf. Für eine drehfeste Kopplung zwischen Werkzeugfutter
8 und Antriebsspindel 6 ist eine insgesamt mit dem Bezugszeichen
26 bezeichnete Kupplungseinrichtung vorgesehen. Die Kupplungseinrichtung
26 umfasst eine erste Rastenscheibe 28, die drehfest an einer
axialen Abstufung 30 der Antriebsspindel 6, beispielsweise durch
Aufpressen, fixiert ist. Weiter umfasst die Kupplungseinrichtung 26 eine
zweite Rastenscheibe 32, die über eine Druckfeder 34 in Form
eines Tellerfederpakets 36 gegen die erste Rastenscheibe 28 unter
Vorspannung anliegt. Die Rastenscheiben 28, 32 sowie die Druckfeder
34 umgeben die Antriebsspindel 6 konzentrisch. Die Druckfeder
34 ist einenends über ein Sicherungsmittel 38 axial gegen
die Antriebsspindel 6 abgestützt. Die zweite Rastenscheibe
32 steht über radial äußere Drehkopplungsmittel
40, beispielsweise eine Außenverzahnung, in Drehmitnahme mit dem Werkzeughalter
20. Außerdem sind die zweite Rastenscheibe 32 und der Werkzeughalter
20 axial zueinander verschieblich, was das Abnehmen des Werkzeugfutters
8 gestattet. Dabei verbleibt die aus den beiden Rastenscheiben
28, 32 und der Druckfeder 34 gebildete Kupplungseinrichtung
26 an dem vom Gehäusekörper 4 vorstehenden Abschnitt
der Antriebsspindel 6 und ist so ohne weiteres zugänglich.
Durch die unter Vorspannung gegeneinander anliegenden Rastenscheiben
28, 32 ist eine Drehkopplung zwischen der Antriebsspindel
6 und dem Werkzeughalter 20 des Werkzeugfutters 8 erreicht.
Zugleich ist hierdurch eine Überlastkupplung 42 verwirklicht. Bei
Überschreiten eines vorgegebenen oder insbesondere vorgebbaren Drehmoments
zwischen der ersten und der zweiten Rastenscheibe 28, 32 wird
die zweite Rastenscheibe 32 in axialer Richtung in der 1
nach rechts bewegt, d. h. die Überlastkupplung 42 bewirkt eine Entkopplung
des Drehantriebs. Auf diese Weise kann verhindert werden, dass ein solches ruckartig
auftretendes Rückdrehmoment auf den Benutzer übertragen wird und gegebenenfalls
sogar zu Verletzungen führt. Solche Rückdrehmomente ergeben sich beispielsweise,
wenn ein Bohrmeißel in einer Metallarmierung verhakt.
Wenn vorausgehend angedeutet wurde, dass das Drehmoment für die
Überlastkupplung 42 verändert oder vorgegeben werden kann, so
kann dies beispielsweise bei dem erfindungsgemäßen Bohrwerkzeuggerät
auf besonders einfache Weise dadurch erfolgen, dass bei abgenommenem Werkzeugfutter
die Kupplungseinrichtung 26 zunächst gut zugänglich ist. Beispielsweise
können unterschiedlich starke Federn eingesetzt werden, oder es kann das Auslösedrehmoment
dadurch verändert werden, dass eine zusätzliche Ringscheibe bei der Feder
verwendet wird, was das Auslösedrehmoment erhöht.
Man ersieht weiter aus 1 und
3, dass die Kupplungseinrichtung 26 radial
außen von einem konzentrisch zur Längsrichtung 22 angeordneten
Abschnitt des Werkzeughalters 20 umgeben und dadurch vor äußerer
Einwirkung im Betrieb des Bohrwerkzeuggeräts, also bei aufgestecktem Werkzeugfutter
8, geschützt ist. Des Weiteren erkennt man, dass radial außerhalb
dieses Abschnitts des Werkzeughalters 20 eine Feder 44 vorgesehen
ist, die einenends mit dem Werkzeughalter 20 und anderenends mit dem scheibenförmigen
Stellkörper 18 verbunden ist und so den scheibenförmigen Stellkörper
18 und den Stellring 16 in einer Drehrichtung vorspannt. Des Weiteren
erkennt man radiale schlitzförmige Öffnungen 46 in dem Werkzeughalter
20, und zwar im Bereich eines Einsteckendes eines nicht dargestellten Werkzeugs.
Zur Sicherung des nicht dargestellten Werkzeugs in dem Werkzeughalter
20 greifen nicht dargestellte Eingriffskörper durch diese Öffnungen
46 hindurch und sichern das Werkzeug. Die Antriebsspindel 6 weist
eine in Längsrichtung 22 durchgehende Längsöffnung
48 auf, in der ein nicht dargestelltes Schlagwerk angeordnet ist. Das Schlagwerk
kann in vorteilhafter Weise einen Schläger und einen eine Stirnseite des Werkzeugs
beaufschlagenden Döpper umfassen. Die Antriebsspindel 6 weist außerdem
eine Umfangsverzahnung 50 in einem gehäuseseitigen Endabschnitt auf,
mit dem sie mit einer nicht dargestellten Getriebekomponente, beispielsweise ein
Ritzel, in kämmender Antriebsverbindung steht.