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Dokumentenidentifikation DE102006021048A1 15.11.2007
Titel Verfahren, Vorrichtung und System zur konfigurationsabhängigen Steuerung der Informationsbereitstellung
Anmelder Siemens AG, 80333 München, DE
Erfinder Ebert, Rüdiger, 91325 Adelsdorf, DE
DE-Anmeldedatum 05.05.2006
DE-Aktenzeichen 102006021048
Offenlegungstag 15.11.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 15.11.2007
IPC-Hauptklasse G05B 23/02(2006.01)A, F, I, 20060505, B, H, DE
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Verfahren, eine Vorrichtung, ein System und ein Produkt zum Steuern der Bereitstellung von technischen Datensätzen im Rahmen der Durchführung von Maintenance-Prozessen bei technischen Anlagen (A), die eine Vielzahl von jeweils dynamisch konfigurierbaren Komponenten (K) umfassen, wobei unmittelbar nach dem Erfassen einer Konfigurationsänderung einer Komponente (K) eine Meldung von einer Konfigurationsdatenbank (KDB) an ein zentrales Managementsystem (MS) gesendet wird, um jeweils die aktuelle Version der technischen Datensätze in Bezug auf die Konfigurationsänderung anzufordern und in einem lokalen Dokumenten-Server (DS) abzulegen.

Beschreibung[de]

Die Erfindung liegt auf dem Gebiet der Wartung, Inbetriebnahme beziehungsweise Überwachung und Instandhaltung von technischen Großanlagen, wie medizintechnischen und flugzeugtechnischen Anlagen, prozesstechnischen Anlagen oder sonstigen Anlagen, die üblicherweise aus einer Vielzahl von dynamisch konfigurierbaren Komponenten bestehen und einer ständigen Revision unterliegen.

Die Erfindung betrifft insbesondere ein Verfahren zur Steuerung einer Bereitstellung von technischen Datensätzen zur Durchführung von Maintenance-Prozessen bei technischen Großanlagen, die eine Vielzahl von dynamisch konfigurierbaren Komponenten umfassen.

Beim Betreib von großtechnischen Anlagen, wie insbesondere medizintechnischen und flugzeugtechnischen Einrichtungen ist eine technische Dokumentation zur Durchführung von Maintenance-Aufgaben notwendig. Maintenance-Aufgaben umfassen unter anderem die ständige Überwachung, Installationprozesse, Wartungsprozesse, Up-Dates von einzelnen Komponenten und sonstige Revisisonsmaßnahmen. Dies stellt eine komplexe Aufgabe dar, insbesondere deshalb, da die Anlage aus mehreren Komponenten besteht, die einer ständigen Erweiterung und Änderung unterliegen. Sobald an einer einzelnen Komponente der Gesamtanlage eine Änderung erfolgt, wirkt sich dies auf die Maintenance der Gesamtanlage aus. Wird zum Beispiel eine einzelne Komponente einer solchen Anlage lediglich geringfügig anderes konfiguriert, so ist es bereits notwendig, dass andere technische Datensätze zur Durchführung der Maintenance-Aufgabe notwendig sind. Je nach Größe der Anlage können die technischen Datensätze somit sehr umfangreich werden und müssen ständig aktualisiert werden.

Ein Problem bei der Durchführung solcher Maintenance-Aufgaben besteht nun darin, dass es notwendig ist, die jeweils aktuellsten technischen Datensätze zur Durchführung der Maintenance-Aufgabe zu verwenden (bei der Verwendung von veralteten Datensätzen kann es zu schwerwiegenden Fehlern kommen oder es besteht das Risiko, dass die Durchführung der Maintenance-Aufgabe grundsätzlich fehlschlägt). Zum anderen existiert eine Vielzahl von technischen Datensätzen, die bei der Durchführung dieser Maintenance-Prozesse relevant sind. Eine Steuerung der korrekten Zuordnung der jeweiligen technischen Datensätze zu einer entsprechend konfigurierten Anlage birgt mitunter hohe Anforderung in sich.

Da jede Anlage sich durch die Anzahl, Art und/oder Konfiguration, sowie durch sonstige Parameter ihrer jeweiligen Komponenten betreffend definiert, ist diese Zuordnungsaufgabe sehr fehleranfällig.

Im Stand der Technik wurden bei bisherigen Verfahren die technischen Datensätze zur Durchführung solcher Maintenance-Prozesse in Papierform oder auch auf elektronischen Medien zur Verfügung gestellt. Bei einer – wenn auch noch so geringfügigen – Änderung in Bezug auf die Anlage oder ihrer Komponenten, war es notwendig, dass die gesamten technischen Datensätze beziehungsweise Teile davon ausgetauscht werden mussten, oder es wurden vollständig neue elektronische Medien (zum Beispiel in Form eines mobilen Datenträgers wie einer CD etc.) erzeugt und verteilt. Das bisherige manuelle Vorgehen basierte auch auf einer manuellen Zuordnung von technischen Datensätzen in Bezug auf die jeweilige Konfiguration der Anlage. Nachteiliger Weise ist damit ein erheblicher logistischer und finanzieller Aufwand verbunden. Darüber hinaus birgt dieses manuelle Vorgehen – wie bereits erwähnt – ein relativ hohes Fehlerpotential, wenn zum Beispiel nicht mehr gültige technische Datensätze verwendet werden.

Aus der WO 02/077732 ist insbesondere ein Managementsystem für Dokumente in Bezug auf unterschiedliche Geräte in einem Automatisierungssystem bekannt. Dieses Verfahren betrifft jedoch nicht die Bereitstellung von technischen Datensätzen zur Durchführung Maintenance Aufgaben und löst nicht die Probleme bei dynamisch konfigurierbaren Komponenten.

Die vorliegende Erfindung hat sich deshalb zur Aufgabe gestellt, das bisher aus dem Stand der Technik bekannte manuelle Vorgehen zu verbessern, insbesondere zu automatisieren während das Fehlerrisiko gesenkt werden soll.

Die Aufgabe wir durch die beiliegenden Hauptansprüche gelöst, insbesondere durch ein Verfahren zur Steuerung einer Bereitstellung von technischen Datensätzen zur Durchführung von Maintenance-Prozessen bei technischen Großanlagen, sowie durch ein entsprechendes System und durch ein entsprechendes Produkt.

Das vorstehend erwähnte Verfahren umfasst bei einer Anlage, die aus mehreren dynamisch konfigurierbaren Komponenten besteht, unter anderem folgende Verfahrensschritte:

  • – Bereitstellen eines zentralen Managementsystems, auf dem alle technischen Datensätze für alle Konfigurationen der Anlage und/oder die zur Durchführung von Maintenance-Prozessen notwendig sind, hinterlegt sind.
  • – Bereitstellen eines lokalen Dokumenten-Servers in der Anlage, auf dem alle zugehörigen technischen Datensätze in Bezug auf die entsprechende Konfiguration der Anlage abgerufen werden können
  • – Bereitstellen einer lokalen Konfigurationsdatenbank, in der alle Komponenten der Anlage erfasst sind und in der für alle Komponenten jeweils einer Komponente alle für die Steuerung der Bereitstellung der technischen Datensätze notwendigen Attribute zugeordnet werden, wobei bei einer Änderung in Bezug auf mindestens eine Komponente der Anlage von der Konfigurations-Datenbank eine Meldung an das zentrale Managementsystem gesendet wird, um eine Aktualisierung von technischen Datensätzen zur Durchführung der Maintenance-Aufgabe anzufordern, und wobei zumindest ein im Managementsystem hinterlegter Regelsatz in Bezug auf die Meldung abgearbeitet wird, um automatisch die aktuelle Version des technischen Datensatzes zu erfassen und diesen an den lokalen Dokumenten-Server weiterzuleiten.

Die „technischen Datensätze" liegen in der Regel in Form von separaten Dokumenten in konfigurierbaren Formaten vor. Inhaltlich betreffen sie anlagenspezifische und/oder komponentespezifische Datensätze, die zur Durchführung von Maintenance-Prozessen notwendig sind. Wesentlich ist es, dass ein solches Dokument beziehungsweise ein solcher technischer Datensatz konfigurationsabhängige Daten enthält und diese einer ständigen Aktualisierung unterliegen. Der Umfang, die Größe, das Format und/oder der Inhalt dieses Dokumentes sind variabel. In der Regel handelt es sich um ein XML-Dokument in anderen Ausführungsformen liegen die technischen Datensätze in einem WORD-Format, in einem PDF-Format oder sonstigen Formaten vor.

Eine Maintenance-Aufgabe beziehungsweise ein Maintenance-Prozess umfasst zumindest eine Task, die im Rahmen einer Überwachung, Steuerung, und/oder Wartung beim Betrieb einer technischen Großanlage notwendig ist. Erfindungsgemäß werden jegliche Konfigurationsänderungen unmittelbar umgesetzt und somit bei der Maintenance-Aufgabe berücksichtigt.

Das Managementsystem ist vorzugsweise als zentraler Server ausgebildet, der nicht notwendigerweise am gleichen Standort wie die technische Anlage und/oder einzelne Komponenten der Anlage bereitgestellt sein muss. Er kann über eine entsprechende Kommunikationsverbindung in Datenaustausch mit der Anlage stehen und wird üblicherweise im Headquarter zur Steuerung der Anlage bereitgestellt sein. Dafür kann eine aus dem Stand der Technik bekannte Asset- oder Konfigurationsmanagementdatenbank verwendet werden.

Der Dokumenten-Server ist lokal auf der jeweiligen Anlage zur Verfügung gestellt oder steht mit im Datenaustausch. Auf dem Dokumenten-Server sind die technischen Datensätze abgelegt, die für die jeweilige Anlage, insbesondere für deren Komponenten, relevant sind. Der Dokumenten-Server ist somit anlagenspezifisch und/oder komponentenspezifisch.

Bei der Konfigurationsdatenbank kann ebenfalls eine Asset- oder Konfigurationsmanagement-Datenbank eingesetzt werden, die ebenfalls lokal bereitgestellt ist. In dieser Datenbank sind alle Komponenten der jeweiligen Anlage erfasst. Darüber hinaus ist eine Zuordnung zwischen den jeweiligen Komponenten und den Informationen, Datensätzen und/oder Attributen abgelegt, die zur Steuerung notwendig sind.

Grundsätzlich stehen alle Komponenten der Anlage, der lokale Daten-Server und/oder die Konfigurationsdatenbank der Anlage in Datenaustausch.

Der Datenaustausch zwischen der Anlage und dem zentralen Managementsystem erfolgt über eine Kommunikationsverbindung, wie zum Beispiel über das Internet, eine Standleitung, eine Funkverbindung oder dergleichen.

Ein wesentlicher Vorteil der vorliegenden Lösung ist darin zu sehen, dass der Aufwand zur Bereitstellung und Aktualisierung der technischen Datensätze in Abhängigkeit von der jeweiligen Anlagenkonfiguration deutlich reduziert werden kann.

Darüber hinaus können wesentlich schneller eine Dokumentation und/oder die sonstigen Datensätze bereitgestellt werden, da keinerlei manuelle Tätigkeiten mehr notwendig sind. Vorzugsweise erfolgen alle Schritte des vorstehend beschriebenen Verfahrens automatisch. Es ist jedoch in einer alternativen Ausführungsformen der Erfindung ebenso möglich, zumindest einzelne Schritte des Verfahrens halbautomatisch auszuführen, so dass der Anwender hier noch mehr Einflussmöglichkeiten erhält.

Auf Grund des hohen Automatisierungsgrades, insbesondere auf Grund der automatischen Zuordnung der relevanten technischen Datensätze zu der jeweiligen Anlagenkonfiguration, können die Fehler sicher ausgeschlossen werden, die aufgrund einer fehlerhaften Zuordnung entstehen. Darüber hinaus kann die Qualität der Maintenance-Prozesse deutlich verbessert werden, indem erfindungsgemäß stets und unmittelbar die jeweils aktuellste Version der technischen Datensätze zur Verfügung steht und damit die Anlagenverfügbarkeit (die Up-Time) erhöht.

Darüber hinaus wird auch bei einer Installation einer Anlage die technische Dokumentation automatisch an die jeweils aktuelle Version beziehungsweise an den aktuellen Stand der Installation angepasst, so dass automatisch die für die Inbetriebnahme notwendigen technischen Datensätze auf dem lokalen Server zur Verfügung gestellt werden. Die technischen Datensätze wachsen erfindungsgemäß mit der Lebenszeit der Anlage automatisch an.

Ein weiterer Vorteil ist in Hinblick auf mögliche Änderungen, in Bezug auf die technischen Datensätze, die Anlage, deren Komponenten/oder deren Konfigurationen zu sehen, indem diese Änderungen erfindungsgemäß automatisch und zum frühest möglichen Zeitpunkt berücksichtigt werden. Vorteilhafter Weise wirken sich diese Änderungen bei der erfindungsgemäßen Lösung nur bei den Komponenten der Anlage aus, die von den Änderungen betroffen sind. Die anderen Komponenten, auf die die Änderung keinen Einfluss hat, bleiben unverändert. Ein unnötiges Übertragen von unveränderten Datensätzen kann damit vorteilhafter Weise vermieden werden.

Die Änderungen, die in Bezug auf eine Komponente der Anlage nötig sind, umfassen eine Hinzufügung von Komponenten, ein Ändern und/oder ein Ersetzen von bisherigen Komponenten, sowie Änderungen, die die Konfiguration derselben Komponente betreffen.

In der bevorzugten Ausführungsform ist jedem technischen Datensatz und/oder jeder Version eines technischen Datensatzes auf – im mathematischen Sinne – eineindeutige Weise ein Identifizierungs-Signal zugeordnet. Über das Identifizierungs-Signal ist somit jede einzelne Version eines technischen Datensatzes separat abrufbar.

In der Konfigurationsdatenbank werden in der bevorzugten Ausführungsform Attribute abgelegt, die einer jeweiligen Komponente zugeordnet sind und zum Beispiel eine Sachnummer, die jeweilige Revision, eine mögliche Variante der hinzugefügten und/oder Komponente betreffen.

Sobald eine die Anlage betreffende Änderung erfasst worden ist, wird eine Meldung an das zentrale Managementsystem veranlasst, die zur Aktualisierung der technischen Datensätze auffordert. Dazu ist im Managementsystem ein Regelwerk hinterlegt, das dazu dient, möglichst schnell und optimiert den relevanten Datensatz zu finden. In einer vorteilhaften Weiterbildung umfasst das Regelwerk zusätzlich eine weitere Funktionalität, die zum Beispiel darauf ausgerichtet sein kann, eine Authorisierung, einen Zeitstempel und/oder sonstige Bedingungen zu überprüfen. Das Regelwerk wird unter Berücksichtigung des Inhalts der jeweiligen Meldung abgearbeitet, so dass der jeweils relevante technische Datensatz gefunden und unmittelbar an den lokalen Dokumenten-Server weitergeleitet wird.

Das Weiterleiten kann teilweise entweder vom lokalen Dokumenten-Server oder vom Managementsystem ausgelöst werden. Im ersten Fall fordert der lokale Dokumenten-Server den technischen Datensatz an, und das Managementsystem reagiert passiv darauf, während im zweiten Fall das Managementsystem aktiv das Versenden des technischen Datensatzes an den lokalen Dokumentenserver auslöst.

Falls bei einer Änderung ein neuer technischer Datensatz in den lokalen Dokumenten-Server eingepflegt wird, so wird diesem in der bevorzugten Ausführungsform ein Identifikator zugeordnet, der es ermöglicht, dass der jeweilige neue technische Datensatz vom Maintenance Personal direkt zugreifbar ist. Anstelle der Verwendung des Identifikators ist es in einer alternativen Ausführungsform ebenso möglich, eine Referenz in dem lokalen Dokumenten-Server auszubilden, der auf den neuen technischen Datensatz verweist.

Bei den bisher beschriebenen Aspekten der Erfindung wurde das Aktualisieren der Maintenance Daten durch eine Änderung an der Anlage oder an einer sie betreffenden Komponente ausgelöst. Das heißt, die Änderung erfolgte lokal, vor Ort, an der Anlage und daraufhin wurden die zugehörigen Maintenance Daten im zentralen Managementsystem aktualisiert bzw. angepasst. Erfindungsgemäß ist es jedoch auch vorgesehen, dass das Aktualisieren der Maintenance Daten auch durch eine zentrale Änderung an den Daten selbst ausgelöst werden kann. In diesem Fall wird beispielsweise bei einer Revisionsänderung die Dokumentation in Bezug auf eine Anlage oder eine Komponente zentral (z.B. im Headquarter) geändert und die so geänderten Daten werden erfindungsgemäß automatisch nur am die relevanten, nämlich an die von der Änderung betroffenen, Anlagen oder Komponenten verteilt. Vorteilhafterweise werden die geänderten Daten nicht an solche Komponenten der Anlage verteilt, die von der Änderung nicht betroffen sind und von daher nicht relevant sind. Ein Update einer relevante Service Dokumentation kann somit erfindungsgemäß site- und/oder konfigurationsspezifisch erfolgen.

Die Merkmale, Vorteile und alternativen Ausführungsformen, die im Zusammenhang mit der vorstehenden Beschreibung der verfahrensgemäßen Lösung beschrieben worden sind, sind ebenso auf die anderen Lösungen der erfindungsgemäßen Aufgabe heranzuziehen, insbesondere auf das System und das Produkt, so dass auch die auf diese Gegenstände gerichteten Patentansprüche mit den Merkmalen zu dem Verfahren weitergebildet sein können.

Weitere Aufgabenlösungen bestehen in einem Produkt und in einem System gemäß den beiliegenden Hauptansprüchen. Die vorstehend erwähnten Vorteile, Merkmale und alternativen Ausführungsformen, die im Zusammenhang mit der Beschreibung des erfindungsgemäßen Verfahrens erwähnt worden sind, sind entsprechend auch auf diese Gegenstände anzuwenden.

Die vorstehend beschriebenen, erfindungsgemäßen Ausführungsformen des Verfahrens können auch als Computerprogrammprodukt ausgebildet sein, wobei der Computer zur Durchführung des oben beschriebenen, erfindungsgemäßen Verfahrens veranlasst wird und dessen Programmcode durch einen Prozessor ausgeführt wird.

Eine alternative Aufgabenlösung sieht ein Speichermedium vor, das zur Speicherung des vorstehend beschriebenen, computerimplementierten Verfahrens bestimmt ist und von einem Computer lesbar ist.

Darüber hinaus ist es möglich, dass einzelne Komponenten des vorstehend beschriebenen Verfahrens in einer verkaufsfähigen Einheit und die restlichen Komponenten in einer anderen verkaufsfähigen Einheit – sozusagen als verteiltes System – ausgeführt werden können.

In der folgenden detaillierten Figurenbeschreibung werden nicht einschränkend zu verstehende Ausführungsbeispiele mit deren Merkmalen und weiteren Vorteilen anhand der Zeichnung besprochen. In dieser zeigen:

1 Eine übersichtsartige Darstellung von Modulen und deren funktionales Zusammenspiel gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung.

Im Zusammenhang mit 1 sollen nachfolgend die wesentlichen Module gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung und deren funktionales Zusammenwirken erläutert werden.

Das erfindungsgemäße Verfahren kann auch auf solche Anlagen A angewandt werden, die aus einer Vielzahl von unterschiedlichen und jeweils separat, dynamisch konfigurierbaren Komponenten K bestehen. Änderungen in der Konfiguration einer Komponente K können sich beispielsweise durch ein geändertes Hardware-Modul, den Ersatz eines Hardware-Moduls, Anlagenerweiterungen oder Software-Updates ergeben. Erfindungsgemäß werden diese Änderungen automatisch bei der Durchführung eines Maintenance Prozesses berücksichtigt.

Hierzu umfasst jede Anlage A einen lokalen Dokumenten-Server DS und eine Konfigurationsdatenbank KDB.

Auf dem lokalen Dokumentenserver DS sind die technischen Datensätze abgelegt, die für die jeweilige Anlage A in der jeweiligen Konfiguration relevant sind. Erfindungsgemäß wird über einen geschlossenen Prozesskreislauf sichergestellt, dass die technischen Datensätze beziehungsweise die technische Dokumentation auf den lokalen Dokumentenserver DS stets in der aktuellsten Version vorliegt und somit der spezifischen Anlagenkonfiguration entspricht. Dies wird erreicht, in dem alle in der Anlage A vorhandenen Komponenten K in der Konfigurationsdatenbank KDB erfasst und mit den zur Dokumentensteuerung notwendigen Attributen versehen werden. Die Konfigurationsdatenbank KDB wird in der bevorzugten Ausführungsform aus einer lokalen Konfigurationsmanagement- oder Assetdatenbank gebildet. Attribute können in diesem Zusammenhang beispielsweise neben der Sachnummer, die Revision und/oder eine Variante zur aktuellen Konfigurationsänderung sein.

Falls sich nun an einer Komponente K Änderungen ergeben, beispielsweise durch eine Konfigurationsänderung oder durch eine Neuhinzufügung einer Komponente, wird von der Konfigurationsmanagementdatenbank beziehungsweise von der Assetdatenbank KDB eine Meldung an ein zentrales Dokumentenmanagementsystem MS gesendet, um eine Aktualisierung des technischen Datensatzes in Bezug auf die jeweilige Anlage A anzufordern.

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, wie die Meldung ausgebildet ist. Zum Einen kann es sich um eine beliebige Nachricht in einem beliebig konfigurierbaren Format handeln, zum Anderen kann es ein einzelnes Signal sein, das an das Managementsystem MS gesendet wird. Die Meldung beinhaltet grundsätzlich alle zur automatischen Dokumentensteuerung notwendigen Daten, und wird nach Regeln, die in dem Managementsystem MS abgelegt sind, so ausgewertet, dass automatisch der für die jeweilige Konfigurationsänderung relevante technische Datensatz vom Managementsystem MS an den lokalen Dokumentenserver DS weitergeleitet wird.

In einer vorteilhaften Weiterbildung ist jede Anlage A mit einer Benutzeroberfläche ausgebildet, so dass Maintenance Personal über diese Benutzeroberfläche direkt Einblick erhalten kann, welche technische Datensätze in Bezug auf eine bestimmte Konfiguration der Anlage A in derselben bereitgestellt werden können. Darüber hinaus ist es möglich, ein Tracing von unterschiedlichen Versionen technischer Datensätze bereitzustellen, so dass das Personal nach verfolgen kann, welche Versionen bereits verwendet worden sind. Somit ist es erfindungsgemäß möglich, unmittelbar an der Anlage A selbst einen direkten Zugriff auf die erforderlichen technischen Dokumente erhalten zu können. Dabei werden jedoch die unterschiedlichen Versionen der technischen Datensätze in Bezug auf die jeweiligen Konfigurationen zentral im Managementsystem MS abgelegt und gegebenenfalls für eine bestimmte Zeitdauer gespeichert, so dass hier eine zentrale Verwaltung von Revisionsständen aller Anlagen A in einen beliebigen geographischen Umfeld betreut werden können.

Abschließend sei darauf hingewiesen, dass die Beschreibung der Erfindung und die Ausführungsbeispiele grundsätzlich nicht einschränkend in Hinblick auf eine bestimmte physikalische Realisierung der Erfindung zu verstehen sind. Für einen einschlägigen Fachmann ist es insbesondere offensichtlich, dass die Erfindung teilweise oder vollständig in Soft- und/oder Hardware und/oder auf mehrere physikalische Produkte – dabei insbesondere auch Computerprogrammprodukte – verteilt realisiert werden kann.


Anspruch[de]
Verfahren zum Steuern einer Bereitstellung von technischen Datensätzen zur Durchführung von Maintenance Prozessen bei technischen Anlagen (A), umfassend eine Vielzahl von dynamisch konfigurierbaren Komponenten (K), mit folgenden Verfahrensschritten:

• Bereitstellen eines zentralen Managementsystems (MS), auf dem alle technischen Datensätze zur Durchführung der Maintenance Prozesse hinterlegt sind,

• Bereitstellen eines lokalen Dokumenten-Servers (DS) in der Anlage (A), auf dem alle technischen Datensätze in Bezug auf die jeweilige Anlage (A) in einer beliebigen Konfiguration abgerufen werden können und

• Bereitstellen einer lokalen Konfigurationsdatenbank (KDB), in der alle Komponenten (K) der Anlage (A) erfasst sind und in der für alle Komponenten (K) jeweils einer Komponente (Ki) alle für die Steuerung notwendigen Attribute zugeordnet werden,

• wobei bei einer Änderung in Bezug auf zumindest eine Komponente (K) der Anlage (A) oder in Bezug auf die Datensätze selbst von der Konfigurationsdatenbank (KDB) eine Meldung an das zentrale Managementsystem (MS) gesendet wird, um eine Aktualisierung der technischen Datensätze in Bezug auf die Änderung anzufordern und

• wobei ein im Managementsystem (MS) hinterlegter Regelsatz in Bezug auf die Meldung abgearbeitet wird, um automatisch eine aktuellste Version des technischen Datensatzes zu bestimmen und diesen an den lokalen Dokumenten-Server (DS) weiter zu leiten.
Verfahren nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass eine Änderung hinsichtlich einer Komponente (K) ein Hinzufügen, ein Ändern und/oder ein Ersetzen von Komponenten (K) umfasst, sowie eine Konfigurationsänderung der Komponente (K). Verfahren nach zumindest einem der vorstehenden Patentansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Anlage (A), insbesondere der lokale Dokumenten-Server (DS) und/oder die Konfigurationsdatenbank (KDB) über eine Kommunikationsverbindung in Datenaustausch stehen, über die insbesondere die Meldung und die aktuelle Version des technischen Datensatzes übertragen werden. Verfahren nach zumindest einem der vorstehenden Patentansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass jedem technischen Datensatz und/oder jeder Version eines technischen Datensatzes eindeutig ein Identifikationssignal zugeordnet ist. Verfahren nach zumindest einem der vorhergehenden Patentansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Attribute, die einer jeweiligen Komponente (K) zugeordnet sind und in der Konfigurationsdatenbank (KDB) abgelegt sind bei einer Aktualisierung eines technischen Datensatzes zumindest eine Referenz auf den aktualisierten Datensatz umfassen oder ein Identifikationssignal, das eineindeutig auf eine Version des technischen Datensatzes hinweist. Verfahren nach zumindest einem der vorhergehenden Patentansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass alle oder ausgewählte Verfahrensschritte automatisch erfolgen. Verfahren nach zumindest einem der vorhergehenden Patentansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Weiterleiten der aktuellen Version des technischen Datensatzes seitens des Managementsystems (MS) oder seitens des lokalen Daten-Servers (DS) ausgelöst wird. Verfahren nach zumindest einem der vorhergehenden Patentansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die jeweils aktuelle Version des technischen Datensatzes in Abhängigkeit von der aktuellen Konfiguration der Anlage (A) generiert wird, insbesondere durch die aktuelle Konfiguration einer Komponente (K) der Anlage (A). Verfahren nach zumindest einem der vorhergehenden Patentansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass bei einer zentralen Änderung zumindest eines Teils des technischen Datensatzes der geänderte Datensatz an die von der Änderung betroffenen Anlagen (A) und/oder deren Komponenten (K) weitergeleitet wird. Steuerungssystem zur Bereitstellung von technischen Datensätzen zur Durchführung eines Maintenance Prozesses einer technischen Anlage (A), umfassend eine Vielzahl von dynamisch konfigurierbaren Komponenten (K) mit:

– einem zentralen Managementsystem (MS), auf dem alle technischen Datensätze zu allen Konfigurationen der Anlage (A) hinterlegt sind,

– einem lokalen Dokumenten-Server (DS), der in der Anlage (A) ausgebildet ist und auf dem alle technischen Datensätze in Bezug auf die jeweilige Konfiguration der Anlage (A) abgelegt sind und abgerufen werden können und mit

– einer lokalen Konfigurationsdatenbank (KDB), die ebenfalls in der Anlage (A) ausgebildet ist und in der alle Komponenten (K) der Anlage (A) erfasst sind und mit

– einem Zuordnungsmodul, das dazu bestimmt ist, alle für die Steuerung notwendigen Attribute einer Konfiguration einer Komponente (K) zuzuordnen,

– einer Meldeeinheit, die dazu bestimmt ist, eine Meldung an das zentrale Managementsystem (MS) zu senden, um eine Aktualisierung der technischen Datensätze in Bezug auf eine Änderung anzufordern, falls eine Änderung in Bezug auf zumindest eine Komponente (K) der Anlage (A) erfasst worden ist und

– einer Regeldatenbasis, die im Managementsystem (MS) abgelegt ist und mehrere Regelsätze enthält und dazu bestimmt ist, automatisch die aktuellste Version des technischen Datensatzes zu erfassen, wobei die Regeldatenbasis jeweils in Bezug auf die jeweilige Meldung abgearbeitet wird.
Produkt zum Bereitstellen von technischen Datensätzen zur Durchführung eines Maintenance-Prozesses einer technischen Anlage (A), umfassend eine Vielzahl von dynamisch konfigurierbaren Komponenten (K), mit:

– einem zentralen Managementsystem (MS), auf dem alle technischen Datensätze zu allen Konfigurationen der Anlage (A) hinterlegt sind,

– einem lokalen Dokumenten-Server (DS), der in der Anlage (A) ausgebildet ist und auf dem alle technischen Datensätze in Bezug auf die jeweilige Konfiguration der Anlage (A) abgelegt sind und abgerufen werden können und mit

– einer lokalen Konfigurationsdatenbank (KDB), die ebenfalls in der Anlage (A) ausgebildet ist und in der alle Komponenten (K) der Anlage (A) erfasst sind und mit

– einem Zuordnungsmodul, das dazu bestimmt ist, alle für die Steuerung notwendigen Attribute einer Konfiguration einer Komponente (K) zuzuordnen,

– einer Meldeeinheit, die dazu bestimmt ist, eine Meldung an das zentrale Managementsystem (MS) zu senden, um eine Aktualisierung der technischen Datensätze in Bezug auf eine Änderung anzufordern, falls eine Änderung in Bezug auf zumindest eine Komponente (K) der Anlage (A) erfasst worden ist und

– einer Regeldatenbasis, die im Managementsystem (MS) abgelegt ist und mehrere Regelsätze enthält und dazu bestimmt ist, automatisch die aktuellste Version des technischen Datensatzes zu erfassen, wobei die Regeldatenbasis jeweils in Bezug auf die jeweilige Meldung abgearbeitet wird.






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