Die Erfindung betrifft ein Bauteil, wobei in zumindest einem Teilbereich
der Gefügematrix des Bauteils Nanopartikel eingelagert sind.
Ein Bauteil der eingangs genannten Art ist beispielsweise aus der
DE 101 37 460 A1 bekannt, wobei
dieses Bauteil eine Beschichtung aufweist und die Nanopartikel in die Schicht eingebracht
sind, d. h., dass die Schicht den Teilbereich der Gefügematrix des Bauteils
bildet, der zur Einbringung der Nanopartikel bestimmt ist. Die so erzeugte Schicht
wird als Nanobeschichtung bezeichnet. Durch die Einbringung der Nanoteilchen können
Schichteigenschaften erreicht werden, die bei einer Verwendung dieser Schicht gemäß
der DE 101 37 460 A1 als Schutzschicht
eines Displays sowohl die Widerstandsfähigkeit der Schicht gegen Zerkratzen,
als auch ihre chemische Beständigkeit erhöht. Mit der Verwendung von nanoskaligen
Schichtbestandteilen können diese also mit verbesserten Schichteigenschaften
ausgestattet werden, was die Eigenschaften des gesamten Bauteils beeinflusst.
Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, ein Bauteil mit in zumindest
einem Teilbereich der Gefügematrix eingelagerten Nanopartikeln anzugeben, mit
der sich die Eigenschaften des Bauteils weiter verbessern lassen.
Diese Aufgabe wird mit dem eingangs genannten Bauteil erfindungsgemäß
dadurch gelöst, dass die Nanopartikel einen hartmagnetischen Werkstoff enthalten.
Dieser hartmagnetische Werkstoff erzeugt in vorteilhafter Weise ein Magnetfeld,
welches sich durch bekannte Messinstrumente nachweisen lässt. Dabei werden
die Eigenschaften des Bauteils, insbesondere die mechanischen Eigenschaften, aufgrund
der Nanoskaligkeit der eingebrachten Partikel nicht oder nur in geringer Weise beeinflusst,
so dass die Funktionalität des Bauteils hinsichtlich des gewünschten Einsatzzweckes
vorteilhaft nicht gefährdet wird.
Das Magnetfeld kann vorteilhaft für eine Temperaturüberwachung
des Bauteils genutzt werden. Hierbei wird der Effekt genutzt, dass ein hartmagnetischer
Werkstoff durch Erwärmung oberhalb der Curie-Temperatur seine Magnetisierung
verliert und damit das Magnetfeld zusammenbricht. Durch Messung des Magnetfeldes
kann daher indirekt ein Aufschluss erhalten werden, welche thermischen Belastungen
das Bauteil während seiner Betriebszeit ertragen muss.
Durch Messung der magnetischen Feldstärke sind neben qualitativen
Aussagen des Überschreitens der Curie-Temperatur auch quantitative Aussagen
über Art und Dauer der thermischen Belastung möglich. Beispielsweise können
die Nanopartikel unterschiedliche hartmagnetische Werkstoffe mit verschiedenen Curie-Temperaturen
enthalten, so dass das Magnetfeld bei fortschreitender thermischer Überbeanspruchung
des Bauteils stufenweise abnimmt. Eine andere Möglichkeit besteht darin, die
Nanopartikel in einem bestimmten Tiefenbereich bezogen auf die Oberfläche des
Bauteils zu verteilen. Bei einer kurzzeitigen thermischen Überbeanspruchung
würden dann nur die oberflächennahen Nanopartikel ihre Magnetisierung
verlieren, während die oberflächenferneren Nanopartikel ihre Magnetisierung
behielten. Dadurch würde das Magnetfeld bei kurzzeitigen thermischen Überbeanspruchungen
lediglich geschwächt und würde noch nicht vollständig zusammenbrechen.
Unter Beachtung der Hysterese, die bei hartmagnetischen Werkstoffen
verhältnismäßig groß ausfällt, kann durch Anlegen eines
genügend starken Magnetfeldes an das Bauteil eine Magnetisierung der Nanopartikel
erneut erfolgen, wenn das Bauteil nach Überschreiten der Curie-Temperatur in
der Gefügematrix noch verwendbar ist. Ein derartiger Magnetisierungsvorgang
kann auch Verwendung finden, um die Magnetisierung der Nanopartikel in der Gefügematrix
zueinander auszurichten. Dies vergrößert vorteilhaft die magnetische Feldstärke
des außerhalb des Bauteils messbaren Magnetfeldes.
Werden bereits magnetisierte Nanopartikel in die Gefügematrix
des Bauteils eingebracht, so beeinflussen sich diese untereinander auch derart,
dass eine selbstständige Ausrichtung unter Erzeugung des Magnetfeldes erfolgt
(self assembling). Daher ist die Erzeugung eines Magnetfeldes durch in die Gefügematrix
eingebrachte, bereits magnetisierte, hartmagnetische Nanopartikel auch möglich,
ohne anschließend eine Magnetisierung vorzunehmen.
Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist
vorgesehen, dass die Nanopartikel neben dem hartmagnetischen Werkstoff auch einen
weichmagnetischen Werkstoff enthalten. Hierdurch kann die magnetische Wirkung der
Nanopartikel vergrößert werden, da sich der weichmagnetische Werkstoff
unter Einfluss des hartmagnetischen Werkstoffes magnetisieren lässt und das
Magnetfeld auf diese Weise verstärkt. Die Ausführungsform mit einem hartmagnetischen
und einem weichmagnetischen Werkstoff verbessert vorteilhaft auch die Möglichkeit,
die Nanopartikel für Aussagen hinsichtlich der thermischen Beanspruchung des
Bauteils über die gesamte vorgesehene Betriebsdauer zu verwenden. Hierbei wird
die Neigung von Legierungsbestandteilen in einem Gefüge ausgenutzt, sich untereinander
zu vermischen. Dabei diffundieren Legierungsbestandteile vom Ort höherer Konzentration
zu Orten geringerer Konzentration im Gefüge, wobei diese Neigung
bei zunehmender thermischer Beanspruchung von Bauteilen verstärkt wird. Im
Falle der Nanopartikel mit einem hartmagnetischen Werkstoff oder einem hartmagnetischen
und einem weichmagnetischen Werkstoff bedeutet die Änderung der Legierungszusammensetzung
dieser Werkstoffe jedoch auch eine Veränderung der magnetischen Eigenschaften,
die sich in einer Veränderung der Feldstärke des Magnetfeldes auswirken
können. Im Extremfall verlieren die Nanopartikel ihre magnetische Wirkung vollständig.
Beispielsweise ist von Edelstahllegierungen bekannt, dass die ferromagnetischen
Eigenschaften des Eisens als Legierungsbestandteil des Edelstahls ab einen bestimmten
Anteil von Chrom verloren gehen. Ist also die Gefügematrix des Bauteils chromhaltig,
so würde das aufgrund einer thermischen Beanspruchung des Bauteils in die Nanopartikel
eindiffundierende Chrom einen weichmagnetischen Anteil der Nanopartikel aus Eisen
mit der Zeit unwirksam machen.
Gemäß einer anderen Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen,
dass der weichmagnetische Werkstoff eine geringere Curie-Temperatur aufweist, als
der hartmagnetische Werkstoff. Hierdurch lässt sich erreichen, dass die Feldstärke
des durch die Nanopartikel erzeugten Magnetfeldes beim Überschreiten der Curie-Temperatur
des weichmagnetischen Werkstoffes abnimmt, wodurch das Überschreiten dieser
Temperatur nachgewiesen werden kann. Sofern die thermische Beanspruchung jedoch
nicht oberhalb der Curie-Temperatur des hartmagnetischen Werkstoffes erfolgt, bleibt
die Magnetisierung des hartmagnetischen Anteils der Nanopartikel erhalten. Sinkt
die Temperatur des Bauteils unterhalb der Curie-Temperatur des weichmagnetischen
Werkstoffes, so können die weichmagnetischen Anteile der Nanopartikel aufgrund
des Einflusses des Magnetfeldes der hartmagnetischen Anteile der Nanopartikel wieder
magnetisiert werden. Insofern ist der Vorgang des Entmagnetisierens reversibel,
wobei ein Überschreiten der Curie-Temperatur des weichmagnetischen Anteils
der Nanopartikel nur nachgewiesen werden kann, solange der thermische Überlastfall
besteht.
Eine zusätzliche Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass
die Nanopartikel mit einer Ummantelung ausgestattet sind. Diese kann vorteilhaft
keramisch sein, beispielsweise aus amorphen Aluminiumoxid bestehen. Die Ummantelung
vermindert vorteilhaft die Diffusionsgeschwindigkeit von Legierungsbestandteilen
aus den Nanopartikeln in die Gefügematrix bzw. aus der Gefügematrix in
die Nanopartikel. Die Folge ist, dass die gemantelten Nanopartikel eine höhere
Langzeitstabilität hinsichtlich ihrer magnetischen Eigenschaften aufweisen.
Die Verwendung von mehreren Hüllen aus geeigneten Materialien können die
unterschiedlichen Wärmeausdehnungskoeffizienten der metallischen und keramischen
Materialien ausgleichen und so die Lebensdauer der Partikel weiter erhalten.
Besonders vorteilhaft ist es, wenn der Teilbereich der Gefügematrix,
in den die Nanopartikel eingelagert sind, eine Beschichtung des Bauteils ist. Im
Sinne der Erfindung ist die Beschichtung insofern als Teil des Bauteils zu betrachten.
Die Nanopartikel können vorteilhaft in eine Beschichtung besonders einfach
eingebracht werden. Nanopartikel lassen sich beispielsweise durch elektrochemisches
Abscheiden in eine Beschichtungsmatrix einbauen. Eine andere Möglichkeit besteht
in der Vornahme der Beschichtung mittels Kaltgasspritzen oder durch thermisches
Flammspritzen (HVOF).
Werden die magnetischen Nanopartikel in einer oberflächennahen
Beschichtung oder einer die Oberfläche bildenden Beschichtung des Bauteils
vorgenommen, so werden diese vorteilhaft bei einer thermischen Beanspruchung sofort
erwärmt, da sich das Bauteil unter Ausbildung eines Temperaturgradienten außen
schneller als innern erwärmt. Das Überschreiten bestimmter Prozesstemperaturen
mit der Folge einer thermischen Beanspruchung des Bauteils lässt sich daher
vorteilhaft sehr zeitnah feststellen.
Gemäß einer Ausgestaltung der Erfindung kann das Bauteil
durch eine Turbinenschaufel einer Strömungsmaschine gebildet sein. Insbesondere
die Turbinenschaufeln von Gasturbinen werden einer starken thermischen Beanspruchung
ausgesetzt, so dass bei derartigen Bauteilen eine Temperaturüberwachung besonders
vorteilhaft ist. Eine Temperaturüberwachung ermöglicht nämlich den
Betrieb der Turbinenschaufel im Grenzbereich zur thermischen Überbeanspruchung,
da für den Fall, dass dieser Grenzbereich überschritten wird, sofort Maßnahmen
zum Schutz der Turbinenschaufel eingeleitet werden können.
Für diese Verwendung ist es vorteilhaft, wenn der Teilbereich
der Gefügematrix, in dem die Nanopartikel eingelagert sind, denjenigen Schaufelabschnitt
der Turbinenschaufel beinhaltet, der der größten thermischen Belastung
bei Betrieb der Turbinenschaufel ausgesetzt ist. In diesen Teilbereichen der Turbinenschaufel
ist eine thermische Überbeanspruchung am ehesten zu erwarten. Beschränkt
sich die Verwendung der magnetischen Nanopartikel auf diesen Teilbereich, so wird
das erzeugte Magnetfeld durch ein Überschreiten der Curie-Temperatur der Nanopartikel
verhältnismäßig stark verringert, so dass die Empfindlichkeit des
Messverfahrens zur Feststellung der thermischen Überbeanspruchung vorteilhaft
gesteigert werden kann.
Wird eine erfindungsgemäß mit Nanopartikeln ausgestattete
Turbinenschaufel in eine Strömungsmaschine eingebaut, so ergibt
sich eine vorteilhafte Ausgestaltung der Strömungsmaschine (insbesondere einer
Gasturbine) mit einem Gehäuse, in dem ein Turbinenläufer mit Turbinenschaufeln
gelagert ist, wobei zumindest ein Teil dieser Turbinenschaufeln in der beschriebenen
Weise mit Nanopartikeln ausgestattet ist und in dem diesen Teil der Turbinenschaufeln
umgebenden Gehäuse mindestens eine elektrische Induktionsschleife verlegt ist.
Die Induktionsschleife ist vorteilhaft dazu geeignet, ein Maß für die
Feldstärke des durch die Turbinenschaufeln erzeugten Magnetfeldes während
des Betriebes durch Erzeugung eines Induktionsstromes zur Verfügung zu stellen.
Dabei wird das durch die Gesamtheit der Nanopartikel in den betreffenden Turbinenschaufeln
erzeugte umlaufende Magnetfeld unter Ausnutzung des Dynamo-Effektes verwendet, um
in der Induktionsschleife einen Wechselstrom zu erzeugen. Zu diesem Zweck muss das
Magnetfeld in geeigneter Weise ausgerichtet sein. Eine Verringerung des Magnetfeldes
aufgrund thermischer Überbeanspruchung oder auch diffusionsbedingter Prozesse,
die ein Hinweis auf das Erreichen des Endes der Gesamtbetriebszeit der Turbinenschaufeln
liefern, lassen sich durch eine Verringerung des gemessenen Induktionsstromes in
der Induktionsschleife nachweisen.
Weiterhin bezieht sich die Erfindung auf ein Verfahren zur Erzeugung
eines Bauteils mit zumindest in einem Teilbereich der Gefügematrix eingelagerten
Nanopartikeln. Ein solches Verfahren ist aus der eingangs erläuterten
DE 101 37 460 A1 ebenfalls bekannt.
Die Aufgabe der Erfindung besteht demnach des Weiteren darin, ein
Verfahren zur Erzeugung eines Bauteils mit Nanopartikeln in der Gefügematrix
anzugeben, mit dem sich die Bauteileigenschaften weiter verbessern lassen.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß mit dem oben angegebenen
Verfahren dadurch gelöst, dass Nanopartikel verwendet werden, die einen hartmagnetischen
Werkstoff enthalten, wobei die Nanopartikel während der Erzeugung des Bauteils
in die Gefügematrix eingelagert werden. Dadurch, dass die Nanopartikel in einem
gesonderten Prozess gefertigt werden können und anschließend in die Gefügematrix
eingelagert werden, können die Nanopartikel mit den für den vorgesehenen
Anwendungsfall bestimmten magnetischen Eigenschaften ausgestattet werden. Ihre Eigenschaften
werden durch den Erzeugungsprozess des Bauteils nicht oder nur wenig beeinflusst,
so dass das thermische Verhalten der Nanopartikel während des Betriebs des
Bauteils vorhersagbar ist. Beispielsweise können die Nanopartikel in einen
Spritzgießprozess für ein Kunststoffbauteil eingebracht werden.
Gemäß einer besonderen Ausgestaltung des Verfahrens ist
vorgesehen, dass die Nanopartikel zusammen mit einer Beschichtung abgeschieden werden,
die den Teilbereich der Gefügematrix des Bauteils mit den Nanopartikeln bildet.
Hierbei können besonders vorteilhaft Schichtbildungsprozesse verwendet werden,
die eine geringe Belastung der Nanopartikel bewirken. Beispiele für derartige
Schichtprozesse (elektrochemisches Abscheiden, Kaltgasspritzen) sind bereits genannt
worden.
Eine besondere Ausgestaltung des Verfahrens sieht vor, dass die Einlagerung
der Nanopartikel in einem von außen angelegten Magnetfeld erfolgt. Durch Anlegen
eines äußeren Magnetfeldes ist es möglich, die Ausrichtung der Nanopartikel
zu beeinflussen, so dass ein self assembling der Nanopartikel in der vom Konstrukteur
des Bauteils gewünschten Weise erfolgt. Eine anschließende Magnetisierung
der Nanopartikel ist dann nicht notwendig, wobei die Nanopartikel in bereits magnetisierter
Form in den Beschichtungsprozess eingebracht werden müssen. Nach Beendigung
des Erzeugungsverfahrens für das Bauteil kann das von außen angelegte
Magnetfeld deaktiviert werden. Die Nanopartikel erzeugen dann ein Magnetfeld, welches
hinsichtlich der Feldverteilung genau dem von außen angelegten Magnetfeld entspricht.
Weitere Einzelheiten der Erfindung werden im Folgenden anhand der
Zeichnung beschrieben. Gleiche oder sich entsprechende Zeichnungselemente sind in
den Figuren mit jeweils den gleichen Bezugszeichen versehen und werden nur insoweit
mehrfach erläutert, wie sich Unterschiede zwischen den einzelnen Figuren ergeben.
Es zeigen
1 schematisch einen Schnitt durch ein beschichtetes
Bauteil gemäß einem Ausführungsbeispiel der Erfindung, wobei nur
ein oberflächennaher Ausschnitt dargestellt ist,
2 und 3 Ausführungsbeispiele
für Nanopartikel, die erfindungsgemäß in dem Bauteil verwendet werden
können und
4 eine Gasturbine im schematischen Längsschnitt
mit als Ausführungsbeispiel für das Bauteil ausgeführten Turbinenschaufeln.
In 1 ist ein Bauteil 11 als
Ausschnitt dargestellt. Dieses ist aus einem Grundwerkstoff 12 gefertigt,
wobei das Bauteil beispielsweise den Grundkörper einer Turbinenschaufel darstellen
könnte (vgl. 4). Auf dem Grundwerkstoff ist eine
Beschichtung 13 aufgebracht, die im Falle einer Turbinenschaufel beispielsweise
eine MCrAlY-Schicht darstellen kann. Auf der Beschichtung 13 ist eine weitere
Schutzschicht 14 vorgesehen. Im Falle einer Turbinenschaufel kommt als
thermische Schutzschicht ein so genannter thermal barrier coating
(TBC) zum Einsatz.
Sowohl in den Grundwerkstoff 12 als auch in die Beschichtung
13 sind magnetische Nanopartikel 15a, 15b eingebracht.
Die Nanopartikel 15a bestehen vollständig aus einem hartmagnetischen
Werkstoff 16. Die Nanopartikel 15b haben einen Kern aus hartmagnetischen
Werkstoff 16 und eine Hülle 17 aus Aluminiumoxid, welche
eine Diffusion von Legierungsbestandteilen zwischen der Beschichtung 13
und dem hartmagnetischen Werkstoff vermindern sollen.
Die Nanopartikel 15a, 15b können bei einer
Turbinenschaufel beispielsweise dazu genutzt werden, eine Alterung der Turbinenschaufel
und somit das Erreichen ihres Standzeitendes dadurch anzuzeigen, dass diffusionsbedingt
die Nanopartikel 15a, 15b ihre magnetischen Eigenschaften verlieren.
Die Nanopartikel 15a sind aufgrund ihrer größeren Entfernung
zur Oberfläche 18 des Bauteils 11 einer geringeren thermischen
Beanspruchung ausgesetzt, weswegen auf einer Hülle zur Verminderung von Diffusionsprozessen
verzichtet wird. In der Beschichtung 13 ist die thermische Beanspruchung
wesentlich höher, weswegen die Diffusionsprozesse mittels der Hülle
17 der Nanopartikel 15b vermindert werden müssen.
Die 2 und 3
zeigen andere Ausführungsformen der Nanopartikel. In 2
ist allgemein ein Nanopartikel dargestellt, welches neben dem hartmagnetischen Werkstoff
16 auch einen weichmagnetischen Werkstoff 19 enthält. Dieses
Nanopartikel ist in der bereits beschriebenen Weise mit einer Umhüllung
17 versehen. Mögliche Herstellungsverfahren für solche Nanopartikel
werden beispielsweise von QinetiQ Nanomaterials Ltd. zur Verfügung gestellt
und unter dem Namen Tesimorph® als Nanopulver vertrieben.
In 3 ist eine besonders günstige
Ausführungsform dargestellt, bei der der hartmagnetische Werkstoff
16 vom weichmagnetischen Werkstoff 19 umgeben ist. Dadurch stellt
der weichmagnetische Werkstoff 19 einen Schutz entsprechend der Umhüllung
17 für den hartmagnetischen Werkstoff 16 dar.
Zur Verarbeitung der Nanopartikel gemäß 2
und 3 kann, wie bereits erwähnt, ein Kaltgasspritzen
verwendet werden. Dabei werden in den Kaltgasstrahl neben dem partikulären
Schichtmaterial auch die magnetischen Nanopartikel eingebracht, wobei der Energieeintrag
bei dem Verfahren des Kaltgasspritzens so weit begrenzt ist, dass die Nanopartikel
in ihrer Legierungszusammensetzung nicht beeinflusst werden. Dies wird erreicht,
indem der Energieeintrag durch eine genügende Beschleunigung des Schichtmaterials
erfolgt, so dass die Haftung des Schichtmaterials durch Umwandlung der kinetischen
Energie beim Auftreffen der Partikel erfolgt. Die Verfahrensparameter müssen
so eingestellt werden, dass eine möglichst schonende Herstellung der Schicht
möglich wird.
Um einen möglichst effektiven Einbau der magnetischen Nanopartikel
in die Schicht zu erreichen, können diese vorteilhaft unter Berücksichtigung
ihrer äußerst geringen Masse auf das partikuläre Schichtmaterial
aufgebracht werden. Hierdurch kann insbesondere eine definierte Zusammensetzung
der Schicht erreicht werden, da alle Nanopartikel, die auf dem Schichtmaterial angelagert
sind, in die Schicht eingebaut werden. Die Verfahrensparameter des Kaltgasspritzens
können dabei optimal auf das verwendete Schichtmaterial eingestellt werden,
ohne dass berücksichtigt werden muss, dass einzelne Nanopartikel aus der Formgedächtnislegierung
eventuell unter anderen Beschichtungsbedingungen eingebaut werden müssten.
Des Weiteren kann die Einbringung der Nanopartikel als Dispersanten
im Brennstoff des Hochgeschwindigkeitsflammspritzens (HVOF), besonders vorteilhaft
in den flüssigen Treibstoffen wie Kerosin oder Benzin, erfolgen.
Bei der in 4 dargestellten Gasturbine
ist ein Anwendungsfall für mit magnetischen Nanopartikeln ausgestattete Bauteile
gezeigt. Es handelt sich hierbei um die erste Stufe 21 der Turbine, bestehend
aus einem Satz Leitschaufeln 22a und einem Satz Laufschaufeln
22b. Die bei dem ersten Satz Turbinenschaufeln der Turbine handelt es sich
um die am stärksten thermisch beanspruchten Bauteile, so dass in diesem Bereich
die kritischen Temperaturen auftreten, deren Temperaturüberwachung daher besonders
wichtig ist. Auf den Leit- und Laufschaufeln 22a, 22b sind die
Nanopartikel in den am stärksten beanspruchten Schaufelabschnitten
23 (schraffiert dargestellt) vorgesehen. In den angrenzenden Teilen eines
die Turbine aufnehmenden Gehäuses 24 und der Turbinenwelle
25 sind Induktionsschleifen 26a, 26b verlegt, mit denen
das durch die Nanopartikel erzeugte Magnetfeld gemessen werden kann.
Die thermische Beanspruchung der Turbinenschaufeln 22a,
22b entsteht dadurch, dass die durch einen Verdichter 27 angesaugte
Luft aus dem Gehäuse 24 in nicht dargestellter Weise in einem Brennraum
28 geführt wird und dort mit einem Brennstoff versetzt wird. Die heißen
Verbrennungsgase werden über eine Turbine 29 entspannt, wodurch die
in nicht näher dargestellten Lagern 30 gelagerte Turbinenwelle
25 in Drehung versetzt wird.