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Dokumentenidentifikation DE102006021659A1 15.11.2007
Titel Offenend-Spinnvorrichtung
Anmelder Rieter Ingolstadt Spinnereimaschinenbau AG, 85055 Ingolstadt, DE
Erfinder Burchert, Mathias, 73760 Ostfildern, DE;
Kübler, Markus, 73312 Geislingen, DE
Vertreter Bergmeier, W., Dipl.-Ing.Univ., Pat.-Anw., 85055 Ingolstadt
DE-Anmeldedatum 10.05.2006
DE-Aktenzeichen 102006021659
Offenlegungstag 15.11.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 15.11.2007
IPC-Hauptklasse D01H 4/12(2006.01)A, F, I, 20060510, B, H, DE
Zusammenfassung Eine Offenend-Spinnvorrichtung enthält einen einen Rotorschaft aufweisenden Spinnrotor und ein unter Unterdruck stehendes Rotorgehäuse. Der Spinnrotor ist an seinem Rotorschaft durch einen Tangentialriemen antreibbar. Das Rotorgehäuse ist über einen Unterdruckkanal mit einer Unterdruckquelle verbindbar. Es ist eine an einer Schwinge befestigte Andruckrolle zum Andrücken des Tangentialriemens an den Rotorschaft vorgesehen, wobei die Schwinge schwenkbar auf einer in der Offenend-Spinnvorrichtung befestigten Achse gelagert ist. Es ist vorgesehen, dass ein Teil des Unterdruckkanals im Innern der Achse verläuft, auf der die Schwinge für die Andruckrolle gelagert ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Offenend-Spinnvorrichtung mit einem einen Rotorschaft aufweisenden Spinnrotor, der an seinem Rotorschaft durch einen Tangentialriemen antreibbar ist, mit einem unter Unterdruck stehenden Rotorgehäuse, das über einen Unterdruckkanal mit einer Unterdruckquelle verbindbar ist, und mit einer an einer Schwinge befestigten Andruckrolle zum Andrücken des Tangentialriemens an den Rotorschaft, wobei die Schwinge schwenkbar auf einer in der Offenend-Spinnvorrichtung befestigten Achse gelagert ist.

Eine Offenend-Spinnvorrichtung mit einer an einer Schwinge befestigten Andruckrolle ist durch die DE 36 30 256 A1 Stand der Technik. In dieser Offenlegungsschrift ist nur ein Teil einer Offenend-Spinnvorrichtung dargestellt, da es um Antrieb und Lagerung des Spinnrotors geht. Es ist nicht explizit erwähnt, dass auch ein unter Unterdruck stehendes Rotorgehäuse, das über einen Unterdruckkanal mit einer Unterdruckquelle verbindbar ist, vorhanden ist. Es ist jedoch selbstverständlich, dass für den Betrieb der gezeigten Vorrichtung ein solches Rotorgehäuse vorgesehen werden muss. Wie ein solches Rotorgehäuse aussehen kann, ist beispielsweise sehr schön in der 1 der DE 198 41 406 A1 zu erkennen.

Bei der bekannten Ausführung ist nachteilig, dass für die Unterbringung des Unterdruckkanals neben der schwenkbaren Schwinge sehr viel Bauraum in der Offenend-Spinnvorrichtung benötigt wird.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, die Bauraum-Ausnutzung in der Offenend-Spinnvorrichtung zu optimieren.

Die Aufgabe wird dadurch gelöst, dass ein Teil des Unterdruckkanals im Innern der Achse verläuft, auf der die Schwinge für die Andruckrolle gelagert ist.

Durch einen im Innern der Achse verlaufenden Unterdruckkanal kann der vorher zusätzlich durch die Offenend-Spinnvorrichtung verlaufende Unterdruckkanal entfallen und es wird insgesamt Bauraum eingespart. Es ist zwar vorteilhaft, den Durchmesser der Achse zu vergrößern, um im Innern genügend freien Querschnitt für einen Unterdruckkanal zu schaffen, trotzdem wird in der Summe aber noch Bauraum eingespart. Die gesamte Offenend-Spinnvorrichtung wird in ihrem Gesamtaufbau durch diese Doppelfunktion der Achse wesentlich vereinfacht. Es sind insgesamt weniger Bauteile mit Ecken und Kanten vorhanden, an denen sich überall Schmutz und Staub anlagern kann. Neben der geringeren Verschmutzung ist diese Offenend-Spinnvorrichtung auch einfacher zu reinigen.

In Ausgestaltung der Erfindung ist es vorteilhaft, wenn wenigstens eine durch Wegschwenken der Andruckrolle von dem Tangentialriemen öffenbare Öffnung in dem Unterdruckkanal enthalten ist, durch die zusätzliche Luft in den Unterdruckkanal einsaugbar ist. Wenn der Spinnvorgang unterbrochen ist, und die Andruckrolle vom Tangentialriemen abgehoben ist, bewirkt dieser zusätzliche Luftstrom eine Verringerung des Unterdruckes im Rotorgehäuse, so dass ein das Rotorgehäuse verschließendes Deckelelement leichter geöffnet werden kann. Vorzugsweise ist über die Öffnung im Unterdruckkanal ein weiterer Kanal mit Unterdruck beaufschlagbar, der mit seiner Mündung einer zu reinigenden Stelle der Offenend-Spinnvorrichtung zugeordnet ist. Der zusätzliche Luftstrom kann so zum Reinigen von verschmutzten Bereichen der Offenend-Spinnvorrichtung benutzt werden. Diese Stelle kann beispielsweise der Bereich des Axiallagers des Spinnrotors sein.

Eine Vergrößerung des Außendurchmessers der Achse hat den Vorteil, dass die Lagerung der Schwinge verbessert wird. Die Achsen in den bekannten Offenend-Spinnvorrichtungen waren üblicherweise als Bolzen mit einem Durchmesser in der Größenordnung von 15 mm gestaltet. Es ist vorteilhaft, wenn die Achse einen Außendurchmesser von wenigstens 20 mm, insbesondere von etwa 25 mm, hat. Die in der Lagerung auftretenden Reibkräfte bewirken bei vergrößertem Außendurchmesser ein größeres Reibmoment auf die Schwinge. Dieses Reibmoment hat einen positiven Effekt bei Schwingungsbewegungen der Andruckrolle, die durch den schnelllaufenden Tangentialriemen unweigerlich auftreten. Das vergrößerte Reibmoment wirkt dämpfend und führt zu einer Verringerung der Schwingungsamplitude der Andruckrolle.

In weiterer Ausgestaltung kann vorgesehen sein, die Dämpfung der Schwinge durch zusätzliche Elemente noch weiter zu erhöhen. Es kann vorgesehen sein, im Bereich der Lagerung der Schwinge zusätzliche definierte Reibkräfte aufzubringen, die eine Schwenkbewegung der Schwinge bremsen und dadurch dämpfend wirken. Dies könnte durch federbelastete Reibelemente erfolgen, oder auch durch Fluide mit einer sehr hohen Viskosität, welche direkt im Spalt zwischen Schwinge und Achse wirken.

Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich durch die nachfolgende Beschreibung eines Ausführungsbeispieles.

Es zeigen:

1 eine teilweise geschnittene Seitenansicht einer erfindungsgemäßen Offenend-Spinnvorrichtung,

2 eine entlang der Schnittfläche II-II geschnittene Ansicht der Offenend-Spinnvorrichtung nach 1.

Die in den 1 und 2 dargestellten Offenend-Spinnvorrichtung 1 enthält einen Spinnrotor 2, der aus einem Rotorschaft 3 und einem Rotorteller 4 besteht. Der Rotorteller 4 ist drehfest auf dem Rotorschaft 3 befestigt. Bei Betrieb läuft der Rotorteller 4 in einer Unterdruckkammer 5 eines Rotorgehäuses 6 um. Das Rotorgehäuse 6 ist über einen Unterdruckkanal 7 mit einer nicht dargestellten Unterdruckquelle verbunden, die den Unterdruck in der Unterdruckkammer 5 erzeugt.

Der Spinnrotor 2 ist mit seinem Rotorschaft 3 in dem Zwickel 8 von zwei Stützscheibenpaaren 9 gelagert und kann durch einen in Pfeilrichtung A durch die Spinnmaschine laufenden Tangentialriemen 11 angetrieben werden. Jedes Stützscheibenpaar 9 enthält dabei in bekannter Weise drehbar gelagerte Stützscheiben 10. Bei Betrieb wird der Tangentialriemen 11 durch eine Andruckrolle 12 an den Rotorschaft 3 des Spinnrotors 2 angedrückt, so dass dieser angetrieben wird. Bei Betriebsunterbrechungen kann die Andruckrolle 12 vom Tangentialriemen 11 abgehoben werden. Die Andruckrolle 12 ist frei drehbar an einer Schwinge 13 befestigt. Die Schwinge 13 ist in Schwenkrichtung B schwenkbar auf einer in der Offenend-Spinnvorrichtung 1 stationär befestigten Achse 14 gelagert. Die Achse 14 ist in ihrem Innern hohl und enthält dort einen Teil 15 des Unterdruckkanals 7.

Die Achse 14 ist stationär an einem Rahmen 16 der Offenend-Spinnvorrichtung 1 befestigt. Dies kann beispielsweise durch Einpressen oder Verschrauben geschehen. In nicht dargestellter aber an sich bekannter Weise kann der Achse 14 an der Befestigungsstelle am Rahmen 16 eine Taumeleinrichtung zugeordnet sein, die eine Ausrichtung der Achse 14 in Bezug auf den laufenden Tangentialriemen 11 ermöglicht. Für die Lagerung der Schwinge 13 auf der Achse 14 brauchen keine besonders reibungsarmen Lager vorgesehen werden, da eine hohe Lagerreibung in positiver Weise ein großes Reibmoment auf die Schwinge 13 bewirkt, das während des Betriebs auftretende Schwingungen dämpft. Ein hohes Reibmoment wird durch einen Außendurchmesser D der Achse 14 von wenigstens 20 mm erreicht. Vorteilhaft ist ein Außendurchmesser von etwa 25 mm.

Das Rotorgehäuse 6 weist eine vordere Öffnung 17 auf, die bei Betrieb mit einem zu Wartungszwecken um eine Schwenkachse 18 abschwenkbaren Deckelelement 19 verschlossen ist. An dem Deckelelement 19 ist eine Faserbandauflöseeinrichtung 20 für ein Faserband angebracht, die das Faserband durch eine nicht dargestellte Auflösewalze auflöst. Mit Hilfe des im Rotorgehäuse 6 installierten Unterdruckes werden bei Betrieb durch die Faserbandauflöseeinrichtung 20 bereitgestellten Fasern über einen Faserzuführkanal 21 in das Innere des Spinnrotors 2 transportiert. Die in den Spinnrotor 2 gespeisten Fasern sammeln sich in einer Fasersammelrille 22 des Spinnrotors 2 zu einem Faserring. Der in der Fasersammelrille 22 gebildete Faden 23 wird in bekannter Weise über einen Fadenabzugskanal 24 abgezogen und in Abzugsrichtung C einer nicht dargestellten Aufspuleinrichtung zugeführt. Zum Abdichten der Unterdruckkammer 5 kann zwischen dem Rotorgehäuse 6 und dem Deckelement 19 eine Ringdichtung 25 vorgesehen sein.

Die Schwinge 13 mit der Andruckrolle 12 ist bei Betrieb federnd belastet, um den Tangentialriemen 11 an den Rotorschaft 3 anzudrücken. Die Belastung der Schwinge 13 kann in an sich beliebiger Weise erfolgen, bevorzugt jedoch durch eine nicht dargestellte Blatt- oder Schraubenfeder. Die Feder kann beispielsweise an dem Ende 26 der Schwinge 13 angreifen. Die Feder drückt die Schwinge 13 entgegen der Schwenkrichtung B gegen den Tangentialriemen 11. Zum Abheben der Andruckrolle 12 vom Tangentialriemen 11 kann ein ebenfalls nicht dargestellter Hebelmechanismus dienen, der ebenfalls an dem Ende 26 der Schwinge 13 angebracht sein kann. Durch die Hebel kann die Schwinge 13 in Schwenkrichtung B entgegen der Federkraft verschwenkt und dadurch die Andruckrolle 12 vom Tangentialriemen 11 abgehoben werden. Das Betätigen der Hebel kann manuell oder durch einen entlang der Maschine verfahrbaren Wartungswagen erfolgen.

Es kann vorteilhaft sein, dass die Achse 14 eine Öffnung 27 enthält, die mit der Schwinge 13 und einer darin angeordneten zweiten Öffnung 28 zusammenwirken kann. Die Öffnung 27 sollte während des normalen Spinnbetriebes geschlossen sein, da der gesamte Unterdruck des Unterdruckkanals 7 im Rotorgehäuse 6 für den Spinnvorgang benötigt wird. Die Öffnung 28 in der Schwinge 13 ist derart angeordnet, dass sie beim Schwenken der Schwinge 13 in Schwenkrichtung B in eine Flucht mit der Öffnung 27 in der Achse 14 gebracht werden kann. Wenn die Öffnung 28 mit der Öffnung 27 fluchtet, wird durch die Öffnung 27 zusätzliche Luft in den Unterdruckkanal 7 eingesaugt. Die Schwinge 13 wirkt also praktisch als Ventil für die Öffnung 27 im Unterdruckkanal 7, das durch die Schwenkbewegung geschaltet wird. Wird nun bei einer Betriebsunterbrechung die Andruckrolle 12 abgehoben und der Spinnrotor 2 abgebremst, dann strömt durch die beispielsweise mit der freien Atmosphäre verbundenen Öffnungen 27 und 28 zusätzliche Luft in den Unterdruckkanal 7, wodurch der Unterdruck in der Unterdruckkammer 5 absinkt. Der Kraftaufwand für ein Öffnen des Deckelelementes 19 wird dadurch verringert.

Es kann jedoch auch vorgesehen sein, die Öffnung 28 in der Schwinge 13 mit einem weiteren Kanal 29 zu verbinden. Dieser Kanal 29 wird im abgehobenen Zustand der Andruckrolle 12 durch die Öffnung 27 mit dem Unterdruckkanal 7 verbunden und dadurch mit Unterdruck beaufschlagt. Der Kanal 29 ist mit wenigstens einer Mündung 30 versehen, die einer zu reinigenden Stelle der Offenend-Spinnvorrichtung 1 zugeordnet ist. Die Mündung 30 kann beispielsweise im Bereich eines Axiallagers 31 des Spinnrotors 2 angeordnet sein, um von dort abgelagerte Fasern und Schmutz abzusaugen. Der im Betriebszustand zum Spinnen verwendete Unterdruck kann also durch die Schwenkbewegung der Schwinge 13 bei Betriebsunterbrechungen zusätzlich zu Reinigungszwecken eingesetzt werden.


Anspruch[de]
Offenend-Spinnvorrichtung (1) mit einem einen Rotorschaft (3) aufweisenden Spinnrotor (2), der an seinem Rotorschaft (3) durch einen Tangentialriemen (11) antreibbar ist, mit einem unter Unterdruck stehenden Rotorgehäuse (6), das über einen Unterdruckkanal (7) mit einer Unterdruckquelle verbindbar ist, und mit einer an einer Schwinge (13) befestigten Andruckrolle (12) zum Andrücken des Tangentialriemens (11) an den Rotorschaft (3), wobei die Schwinge (13) schwenkbar auf einer in der Offenend-Spinnvorrichtung (1) befestigten Achse (14) gelagert ist, dadurch gekennzeichnet, dass ein Teil (15) des Unterdruckkanals (7) im Innern der Achse (14) verläuft, auf der die Schwinge (13) für die Andruckrolle (12) gelagert ist. Offenend-Spinnvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine durch eine Schwenkbewegung (B) der Schwinge (13) öffenbare Öffnung (27) in dem Unterdruckkanal (7) enthalten ist, durch die zusätzliche Luft in den Unterdruckkanal (7) einsaugbar ist. Offenend-Spinnvorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass über die Öffnung (27) im Unterdruckkanal (7) ein Kanal (29) mit Unterdruck beaufschlagbar ist, der einer zu reinigenden Stelle (31) der Offenend-Spinnvorrichtung (1) zugeordnet ist. Offenend-Spinnvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Achse (14) einen Außendurchmesser (D) von wenigstens 20 mm, insbesondere von etwa 25 mm, hat.






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