Die vorliegende Erfindung betrifft ein Papiermacher-Trockensiebgewebe,
das darauf ausgelegt ist, auf einer Oberfläche eine Papierbahn zu tragen, und
aus Fäden besteht, die in Maschinenrichtung (MD) und Querrichtung (CMD) verwebt
sind und sich so kreuzen, dass sie sowohl im Innengefüge des Gewebes als auch
an den Gewebeoberflächen ein Hohlraumvolumen ergeben.
Allgemein bestehen Papiermaschinen aus bis zu drei Abschnitten, nämlich
aus der Siebpartie, der Pressenpartie und der Trockenpartie. Wenn die Papierbahn
aus der Pressenpartie in die Trockenpartie einläuft, ist die Papierbahn bereits
zu fünfzig Prozent entwässert. Das verbleibende Wasser wird in der Trockenpartie
entzogen. Hier wird die Papierbahn auf Trockensieben geführt, die die Papierbahn
nacheinander an die Trockenflächen rotierender Stahlzylinder führen, die
entlang der Maschine angeordnet sind und mit heißem Hochdruckdampf beaufschlagt
werden.
Die bisherigen bekannten Papiermacher-Trockensiebe für die Papierherstellung
haben den Nachteil, dass Verunreinigungen aus dem Papierherstellungsprozess sich
im Siebgefüge einlagern. Dadurch wird sowohl die Durchlässigkeit als auch
die Wirksamkeit des Trockensiebes eingeschränkt. Durch den verminderten Wärmedurchgang
durch das Sieb auf die Papierbahn wird sowohl das Laufverhalten als auch die Einführung
der Bahnspitze nachteilig beeinflusst. Infolge der durch die eingeschlossenen Verunreinigungen
entstehenden unebenen Oberfläche des Trockensiebes wird die Trocknungsleistung
und Gleichförmigkeit der Trocknung beeinträchtigt bzw. wird durch die
verminderte Durchlässigkeit die Belüftung und die Abführung von Luft/Wasserdampf
während des Trocknungsprozesses vermindert.
Die Verunreinigungen können mit Hochdruckwasser herausgelöst
und mit dem abfließenden Wasserstrom in eine Sammelrinne gespült bzw.
in einem entsprechenden Bereich abgesaugt werden. Bei Verschmutzung des Trockensiebes
kann der Papiermacher den Wasserdruck erhöhen.
Wird jedoch zu viel Wasser für die Reinigung des Trockensiebs
eingesetzt, sind ungleichmäßige Feuchteprofile und nasse Streifen im Papier
die Folge. Die Abführung des Wassers und die Beseitigung der Verunreinigungen
werden außerdem dadurch erschwert, dass das Wasser und die Verunreinigungen
in den Hohlräumen des Gewebegefüges eingelagert sind.
Deshalb besteht ein Gegenstand der vorliegenden Erfindung in der Bereitstellung
eines Papiermacher-Trockensiebes, bei dem kein überschüssiges Wasser und
keine Schwebeteilchen mehr in den Hohlräumen innerhalb des Trockensiebes eingeschlossen
werden und die Verunreinigungen verstärkt offen zur Oberfläche des Trockensiebes
liegen, damit so die Reinigung vereinfacht wird. Die Gesamtverunreinigung des Trockensiebes
soll so erheblich vermindert werden.
Erfindungsgemäß wird dieser Gegenstand dadurch erreicht,
dass die in Maschinenrichtung verlaufenden Fäden (MD-Fäden) und die quer
zur Maschine verlaufenden Fäden (CMD-Fäden) so verwebt sind, dass faktisch
das gesamte Hohlraumvolumen offen zur bahntragenden Oberfläche und nicht bahntragenden
Oberfläche des Trockensiebes liegt.
Dies führt dazu, dass das Wasser und die Schwebstoffe sich im
Hohlraumvolumen der Sieboberfläche befinden, was die Abführung in eine
Sammelrinne bzw. die Absaugung vereinfacht. Ferner werden das Überschusswasser
und die Schwebverunreinigungen nicht mehr im inneren Hohlraumvolumen des Siebgefüges
eingeschlossen, was zu einem höheren Trockengrad des Trockensiebes und damit
auch zu einem höheren Trockengrad der Papierbahn führt.
In einer ersten bevorzugten Ausführungsform liegt bei Einsatz
eines MD-Fadens mit einer Breite von 0,67 mm das unter mindestens einer MD-Fadenlage
und innerhalb des Gefüges liegende innere Hohlraumvolumen in einem Wertebereich
von 0 bis 0,9 mm3, vorzugsweise von 0,25 bis 0,5 mm3 und besonder bevorzugt
von 0 bis 0,05 mm3 und/oder von 0 bis 3.000 mm3/100 mm2
und vorzugsweise von 0 bis 250 mm3/100 mm2. Das Hohlraumvolumen
im Gefüge des Trockensiebs bestimmt sich per defitionem als Hohlraum zwischen
Fäden in Maschinenrichtung (MD-Fäden), Fäden in Querrichtung (CMD-Fäden)
bzw. Fäden in Maschinen- und Querrichtung (MD/CMD-Fäden), wo es zwischen
zwei oder mehreren Flächen einen Leerraum gibt. Diese Hohlräume können
von einer oder mehreren Flächen bzw. Ebenen vollständig umschlossen sein
oder zwischen diesen Flächen eine Öffnung aufweisen, die schmaler ist
als die Länge der kürzesten Fläche im Hohlraum.
In einer zweiten bevorzugten Ausführungsform liegt das Hohlraumvolumen
an den Oberflächen des Trockensiebgewebes in einem Wertebereich von 0 bis 10.000
mm3/100 mm2 und vorzugsweise in einem Bereich von 2.500 bis
10.000 mm3/100 mm2. Das Hohlraumvolumen an den Gewebeoberflächen
bestimmt sich per definitionem als gefügefremder Hohlraum zwischen MD-Fäden,
CMD-Fäden bzw. MD/CMD-Fäden, wo es zwischen zwei oder mehreren Flächen
einen Leerraum gibt. Diese Hohlräume weisen zwischen diesen Flächen eine
Öffnung auf, die breiter ist als die längste Fläche
des Hohlraums.
Darüber hinaus liegt das Gesamt-Hohlraumvolumen, das als Summe
des gefügeinneren Hohlraumvolumens und des oberflächlichen Hohlraumvolumens
definiert ist, vorzugsweise in einem Wertebereich von 100 mm3/100 mm2
bis 3.500 mm3/100 mm2.
Ferner wird in einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der
vorliegenden Erfindung mindestens ein Bindungsmuster von MD-Kettfäden mit minimalen
Flottierungslängen Seite an Seite gewebt.
Die CMD-Fäden bilden vorzugsweise mindestens eine Leinwandbindung
mit einem einzelnen Schussfaden im gleichen Webfach.
Alternativ dazu bilden die CMD-Fäden mindestens eine Leinwandbindung
mit mehreren Schussfäden im gleichen Webfach. Das gefügeinnere Hohlraumvolumen
des Trockensiebgewebes kann dadurch in einem Wertebereich von 0 bis 0,9 mm3,
vorzugsweise von 0 bis 0,5 mm3 und besonders bevorzugt von 0 bis 0,15
mm3 für einen Kettfadenweg bzw. ein Kettfadenstapelsegment und/oder
das Hohlraumvolumen an den Gewebeoberflächen kann dadurch in einem Wertebereich
von 0,5 bis 1,5 mm3 und vorzugsweise von 0,75 bis 1,0 mm3
liegen. Insgesamt ist das Verhältnis des an den Oberflächen des Siebgewebes
befindlichen Hohlraumvolumens zu dem im Gefüge des Siebgewebes befindlichen
Hohlraumvolumen zwischen 1:1 und 30:1 und vorzugsweise zwischen 4:1 und 25:1.
In einer weiteren Alternative sind die MD-Fäden vertikal in mindestens
zwei Systeme gestapelt.
Außerdem verwendet das Trockensieb zur Ausfüllung des gefügeinneren
Hohlraumvolumens vorzugsweise zusätzliche Fäden mit einem Fadendurchmesser
zwischen 0,10 und 0,40 mm.
Darüber hinaus besitzen die Fäden vorzugsweise einen hohen
Kräuselungsgrad (Crimp), der bis doppelt so hoch ist wie die vertikale Abmessung
des Kettfadens.
Die Fäden können auch eine hohe Kettdichte aufweisen, soweit
die Kette nicht vertikal gestapelt ist, indem die Kettfüllung auf über
120% erhöht wird. Die Kettfüllung würde dann für zwei Lagen
240 % betragen, während sie für drei Lagen bei 360 % liegt. Die Kettfüllung
ist definiert als Gesamt-Kettfadenzahl (Webenden) über die gegebene Breite
multipliziert mit der Querschnittsbreite der Kettfäden, ausgedrückt in
Prozent der maximal erreichbaren theoretischen Kettfüllung.
Mit dem Ziel einer verstärkten Kräuselungsverschiebung zwischen
Kette und Schuss zur Erzeugung eines dichteren Gewebes besitzen die Fäden vorzugsweise
eine hohe Fadenspannung infolge der durch die Thermofixiermaschine bewirkten Kräuselungsverschiebung
in Höhe von über 5 kg/cm.
Ferner liegt der Schmelzpunkt der Fäden vorzugsweise unter dem
Schmelzpunkt des in einem vergleichbaren Ausgangsgewebe eingesetzten Materials.
Das niedriger schmelzende Material fließt in die Zwischenräume des Gewebegefüges
und reduziert so das gefügeinnere Hohlraumvolumen des Siebgewebes. Der Schmelzpunkt
der Fäden liegt vorzugsweise zwischen 90 und 240°C. Dieser Bereich liegt
zwischen der niedrigsten Betriebstemperatur des Trockensiebs in der Papiermaschine
und dem Schmelzpunkt von Polyester.
Die Fäden können auch einzeln oder zu mehreren profiliert
sein, um das Hohlraumvolumen im Gefüge des Trockensiebes auszufüllen.
Schließlich können vorgeformte tiefgerippte Schussfäden
verwendet werden, um die Innenform der Webbindung auszufüllen.
Zum besseren Verständnis der vorliegenden Erfindung werden nun
unter Bezugnahme auf die Begleitzeichnungen verschiedene bevorzugte Ausführungsformen
des erfindungsgemäßen Papiermacher-Trockensiebgefüges beschrieben:
1 ist ein Foto mit Queransicht eines ersten Trockensiebgewebes
nach dem Stand der Technik;
2 ist eine mCT-Aufnahme des ersten Trockensiebgewebes
aus 1;
3 ist eine Segmentierung zweier gestapelter MD-Kettfäden
und Segmentierung des oberflächlichen und gefügeinneren Hohlraumvolumens
des ersten Trockensiebgewebes aus 1;
4 ist ein Foto mit der Queransicht eines zweiten Trockensiebgewebes
nach dem Stand der Technik;
5 ist eine mCT-Aufnahme des zweiten Trockensiebgewebes
aus 4;
6 ist eine Segmentierung eines MD-Kettfadens und Segmentierung
des oberflächlichen und gefügeinneren Hohlraumvolumens des zweiten Trockensiebgewebes
aus 4;
7 ist eine Bestimmung des Hohlraumvolumens im Gefüge
des Gewebes und des Hohlraumvolumens an den Gewebeflächen;
8 ist ein Foto mit der Queransicht eines ersten
erfindungsgemäßen Gewebes;
9 ist eine mCT-Aufnahme des ersten erfindungsgemäßen
Gewebes;
10 ist eine Segmentierung eines MD-Kettfadens des ersten
erfindungsgemäßen Gewebes;
11 ist ein Foto mit der Queransicht eines zweiten erfindungsgemäßen
Gewebes;
12 ist eine Skizze mit der Queransicht eines dritten
erfindungsgemäßen Gewebes;
13 ist eine Skizze und zeigt einen vorgeformten tiefgerippten
erfindungsgemäßen CMD-Schussfaden;
und
14 ist eine Skizze und zeigt einen profilierten erfindungsgemäßen
CMD-Schussfaden.
1 ist ein Foto mit der Queransicht eines ersten Trockensiebgewebes
A nach dem Stand der Technik. Dieses Gewebe A ist darauf ausgelegt, auf einer seiner
Flächen eine nicht dargestellte Papierbahn zu tragen, und wird aus MD-Fäden
1 und CMD-Fäden 2 gewebt, wobei sich die Fäden
1, 2 kreuzen und dabei sowohl im Gefüge T des Gewebes A als
auch an den Oberflächen U.1, U.2 des Gewebes A das Hohlraumvolumen V.T, V.U1,
V.U2 ausbilden.
2 ist eine Mikro-Computer-Tomographie-Aufnahme des
ersten Trockensiebgewebes A aus 1. Die Tomographie
dieser Probe erfolgt mit einem mCT-Apparat und die Untersuchung der Objekte mit
einer Software wie VGStudioMax zur Segmentierung des Wegs eines MD-Fadens
1 bzw. gestapelter MD-Fäden in Beziehung zu den CMD-Fäden
2. Das Gesamt-Hohlraumvolumen aus den Gefügehohlräumen
3 und Oberflächenhohlräumen 4.1, 4.2 wird daraufhin
vom Materialbereich getrennt. Gemessen wird das Hohlraumvolumen V.T, V.U1, V.U2
eines jeden im Gefüge T des Gewebes A befindlichen Hohlraums 3 und
eines jeden an den Oberflächen U.1, U.2 des Gewebes A befindlichen Hohlraums
4.1, 4.2.
3 ist eine Segmentierung zweier gestapelter MD-Kettfäden
1 des ersten Trockensiebgewebes A aus 1. Diese
Segmentierung ergibt ein berechnetes Hohlraumvolumen V.T im Gefüge T des Gewebes
A in Höhe von 0,903 mm3 und das Hohlraumvolumen V.U1, V.U2 an den
Flächen U.1, U.2 des Gewebes A wird mit 1,504 mm3 berechnet. Ferner
weist das Hohlraumvolumen V.U1, V.U2 der Flächen U.1, U.2 des Gewebes A zum
Hohlraumvolumen V.T im Gefüge T des Gewebes A ein Verhältnis von 1,67:1
auf. In diesem Beispiel hat das Gewebe A 3.468 Segmente in einer Fläche von
100 × 100 mm, so dass das Hohlraumvolumen V.T im Gefüge T des Gewebes
A einen Wert von 5.216 mm3/100 mm2 und das Hohlraumvolumen
V.U1, V.U2 an den Oberflächen U.1, U.2 des Gewebes A einen Wert von 3.132 mm3/100
mm2 aufweist.
4 ist ein Foto mit der Queransicht eines zweiten Trockensiebgewebes
B nach dem Stand der Technik. Auch dieses Gewebe B ist darauf ausgelegt, auf einer
seiner Flächen eine nicht dargestellte Papierbahn zu tragen, und wird aus MD-Fäden
1 und CMD-Fäden 2 gewebt, wobei sich die Fäden
1, 2 kreuzen und dabei sowohl im Gefüge T des Gewebes B als
auch an den Oberflächen U.1, U.2 des Gewebes B das Hohlraumvolumen V.T, V.U1,
V.U2 ausbilden.
5 ist eine Mikro-Computer-Tomographie-Aufnahme des
zweiten Trockensiebgewebes B aus 4. Die Tomographie
dieser Probe erfolgt ebenfalls mit einem mCT-Apparat und die Untersuchung der Objekte
mit einer Software wie VGStudioMax zur Segmentierung des Wegs eines MD-Fadens
1 bzw. gestapelter MD-Fäden in Beziehung zu den CMD-Fäden
2. Das Gesamt-Hohlraumvolumen aus den Gefügehohlräumen
3 und Oberflächenhohlräumen 4.1, 4.2 wird daraufhin
von dem Materialbereich getrennt. Gemessen wird das Hohlraumvolumen V.T, V.U1, V.U2
eines jeden im Gefüge T des Gewebes B befindlichen Hohlraums 3 und
eines jeden an den Oberflächen U.1, U.2 des Gewebes B befindlichen Hohlraums
4.1, 4.2.
6 ist eine Segmentierung eines MD-Kettfadens
1 des zweiten Trockensiebgewebes B aus 4.
Die Segmentierung betrifft das Hohlraumvolumen V.T im Gefüge T des Gewebes
B zwischen den MD-Fäden 1 und CMD-Fäden 2. Diese Hohlräume
3 sind dem Gefüge zuzurechnen, da sie zwischen ihren Flächen
eine Öffnung aufweisen, die schmaler ist als die Länge der kürzesten
Fläche in Hohlraum 3. Die Segmentierung betrifft auch das Hohlraumvolumen
V.U1, V.U2 an den Flächen U.1, U.2 des Gewebes B.
7 ist eine Bestimmung des im Gefüge T des Gewebes
B befindlichen Hohlraumvolumens V.T und des an den Flächen U.1, U.2 des Gewebes
B befindlichen Hohlraumvolumens V.U1, V.U2. Dargestellt ist die Segmentierung des
Hohlraumvolumens V.T im Gefüge T des Gewebes B zwischen den MD-Fäden
1 und den CMD-Fäden 2. Diese Hohlräume 3 sind
dem Gefüge zuzurechnen, da sie zwischen diesen Flächen eine Öffnung
aufweisen, die schmaler ist als die Länge der kürzesten Fläche in
Hohlraum 3. Ferner ist die Segmentierung des Hohlraumvolumens V.U1, V.U2
an den Oberflächen U.1, U.2 des Gewebes B, C dargestellt.
Die folgenden 8 bis 14
zeigen erfindungsgemäße Trockensiebgewebe. Die Gemeinsamkeit all dieser
Gewebe besteht darin, dass die MD-Fäden und die CMD-Fäden dieser Gewebe
so miteinander verwebt sind, dass faktisch das gesamte Hohlraumvolumen zu der bahntragenden
Oberfläche und zu der nicht bahntragenden Oberfläche offen liegt.
8 ist ein Foto mit der Queransicht eines ersten erfindungsgemäßen
Gewebes C. Die CMD-Fäden 2 bilden mindestens eine Leinwandbindung
5 mit mehreren Schussfäden 6.1, 6.2 im gleichen
Webfach 7. Das Hohlraumvolumen V.U1, V.U2 an den Oberflächen U.1,
U.2 des Gewebes C ist erheblich groß im Vergleich zum Hohlraumvolumen V.T im
Gefüge T des Gewebes C.
9 ist eine Mikro-Computer-Tomographie-Aufnahme des
ersten erfindungsgemäßen Gewebes C aus 8.
Die Tomographie dieser Probe erfolgt wiederum mit einem mCT-Apparat und die Untersuchung
der Objekte erneut mit einer Software wie VGStudioMax zur Segmentierung des Wegs
eines MD-Fadens 1 bzw. gestapelter MD-Fäden in Beziehung zu den CMD-Fäden
2. Das Gesamt-Hohlraumvolumen aus den gefügeinneren Hohlräumen
3 und den oberflächlichen Hohlräumen 4.1,
4.2 wird wiederum von dem Materialbereich getrennt. Gemessen wird erneut
das Hohlraumvolumen V.T, V.U1, V.U2 eines jeden im Gefüge T des Gewebes C befindlichen
Hohlraums 3 und eines jeden an den Oberflächen U.1, U.2 des Gewebes
C befindlichen Hohlraums 4.1, 4.2.
10 ist eine Segmentierung eines MD-Kettfadens
1 des ersten erfindungsgemäßen Gewebes C aus 8.
Die Segmentierung betrifft das Hohlraumvolumen V.T im Gefüge T des Gewebes
C zwischen MD-Fäden 1 und CMD-Fäden 2. Diese Hohlräume
3 sind der Oberfläche zuzurechnen, da sie zwischen ihren Flächen
eine Öffnung aufweisen, die breiter ist als die Länge der kürzesten
Fläche in Hohlraum 3. Die Segmentierung betrifft auch das Hohlraumvolumen
V.U1, V.U2 an den Oberflächen des Gewebes C.
Das Hohlraumvolumen V.T im Gefüge T des Gewebes C liegt im Bereich
von 0 bis 0,9 mm3, vorzugsweise 0 bis 0,5 mm3 und besonders
bevorzugt 0 bis 0,15 mm3 für einen Kettfadenweg bzw. ein Kettfadenstapelsegment
und/oder das Hohlraumvolumen V.U1, V.U2 an den Oberflächen des Gewebes C liegt
in einem Bereich von 0,5 bis 1,5 mm3 und vorzugsweise 0,75 bis 1,0 mm3.
Die berechneten Werte für das dargestellte Gewebe C sind: das berechnete Hohlraumvolumen
V.T im Gefüge T des Gewebes C beträgt 0,023 mm3 und das berechnete
Hohlraumvolumen V.U1, V.U2 an den Oberflächen des Gewebes C beträgt 0,927
mm3.
Ferner liegt das Verhältnis des an den Oberflächen des Gewebes
C liegenden Hohlraumvolumens V.U1, V.U2 zu dem im Gefüge T des Gewebes C liegenden
Hohlraumvolumen V.T in einem Bereich zwischen 1:1 und 30:1 und vorzugsweise zwischen
4:1 und 25:1. Das für das dargestellte Gewebe C berechnete Verhältnis
beträgt 4,03:1.
Im dargestellten Beispiel weist das Gewebe C auf einer Fläche
von 100 × 100 mm 8,100 Segmente auf, so dass das Hohlraumvolumen V.T im Gefüge
T des Gewebes C 186,3 mm3/100 mm2 und das Hohlraumvolumen
V.U1, V.U2 an den Oberflächen des Gewebes C 7,508 mm3/100 mm2
beträgt.
11 ist ein Foto mit der Queransicht eines zweiten erfindungsgemäßen
Gewebes D. Die CMD-Fäden 2 bilden mindestens eine Leinwandbindung
8 mit einem einzelnen Schussfaden 9 im gleichen Webfach
10. Das Hohlraumvolumen V.U1, V.U2 an den Oberflächen U.1, U.2 des
Gewebes D ist erheblich groß im Vergleich zum Hohlraumvolumen V.T im Gefüge
T des Gewebes D.
12 ist eine Skizze mit der Queransicht eines dritten
erfindungsgemäßen Gewebes E. Die MD-Fäden 1 sind vertikal
in mindestens zwei Systeme, vorliegend in vier Systeme 11 bis
14, gestapelt. Auch hier ist das Hohlraumvolumen V.U1, V.U2 an den Oberflächen
U.1, U.2 des Gewebes E erheblich groß im Vergleich zum Hohlraumvolumen V.T
im Gefüge T des Gewebes E.
13 ist eine Skizze mit Darstellung eines vorgeformten
tiefgerippten CMD-Schussfadens 15 eines weiteren erfindungsgemäßen
Gewebes F. Der gezeigte Schussfaden 15 wird zur Ausfüllung der Innenform
der von den MD-Kettfäden 1 und dem vorgeformten tiefgerippten CMD-Schussfaden
15 gebildeten Bindung verwendet.
14 ist eine Skizze mit Darstellung eines profilierten
CMD-Schussfadens 16 eines weiteren erfindungsgemäßen Gewebes
G. Dieser dargestellte Schussfaden 16 würde in eine entsprechende
Querschnittsform extrudiert werden, um das im Gefüge T des Gewebes G befindliche
Hohlraumvolumen V.T im Gewebe G auszufüllen.
Die erfinderischen Gewebe C bis G haben weiterhin gemein, dass das
unter mindestens einer Lage von MD-Kettfäden 1 und im Gefüge
T des Gewebes C bis G befindliche innere Hohlraumvolumen V.T im Wertebereich von
0 bis 0,9 mm3, vorzugsweise von 0,25 bis 0,5 mm3 und höchstvorzugsweise
von 0 bis 0,05 mm3 liegt und/oder dass das im Gefüge T des Gewebes
C bis G befindliche Hohlraumvolumen V.T zwischen Werten von 0 bis 3.000 mm3/100
mm2 und vorzugsweise 0 bis 250 mm3/100 mm2 liegt.
Das Hohlraumvolumen V.U1, V.U2 an den Oberflächen U.1, U.2
des Gewebes C bis G liegt in einem Bereich von 0 bis 10.000 mm3/100 mm2
und vorzugsweise von 2.500 bis 10.000 mm3/100 mm2.
Die zusätzlichen Schussfäden 2 haben einen Fadendurchmesser
zwischen 0,10 bis 0,40 mm, um das Hohlraumvolumen V.T im Gefüge T des Gewebes
C bis G auszufüllen, und weisen einen hohen Kräuselungsgrad auf, der bis
doppelt so hoch wie die vertikale Abmessung des Kettfadens 1 sein kann.
Des weiteren besitzen die Fäden 1, soweit keine vertikale Stapelung
der Kette vorliegt, durch die erhöhte Kettfüllung von über 120 eine
hohe Kettdichte sowie auch eine hohe Spannung infolge der durch die Thermofixiermaschine
bewirkten Kräuselungsverschiebung in Höhe von über 5 kg/cm. Die Fäden
haben einen Schmelzpunkt, der unter dem Schmelzpunkt des in einem vergleichbaren
Ausgangsgewebe verwendeten Materials liegt und einen Wert zwischen 90 und 240°C
annimmt.
- 1
- MD-Faden
- 2
- CMD-Faden
- 3
- Gefüge-Hohlraum
- 4.1
- Oberflächen-Hohlraum
- 4.2
- Oberflächen-Hohlraum
- 5
- Bindung
- 6.1
- Schuss
- 6.2
- Schuss
- 7
- Webfach
- 8
- Bindung
- 9
- Schuss
- 10
- Webfach
- 11
- System
- 12
- System
- 13
- System
- 14
- System
- 15
- tiefgerippter CMD-Schussfaden
- 16
- profilierter CMD-Schussfaden
- A
- erstes Trockensiebgewebe (Stand der Technik)
- B
- zweites Trockensiebgewebe (Stand der Technik)
- C
- erstes Trockensiebgewebe (erfindungsgemäß)
- D
- zweites Trockensiebgewebe (erfindungsgemäß)
- E
- drittes Trockensiebgewebe (erfindungsgemäß)
- F
- viertes Trockensiebgewebe (erfindungsgemäß)
- G
- fünftes Trockensiebgewebe (erfindungsgemäß)
- T
- Gefüge
- U.1
- Oberfläche
- U.2
- Oberfläche
- V.T
- Hohlraumvolumen
- V.U1
- Hohlraumvolumen
- V.U2
- Hohlraumvolumen