Die Erfindung bezieht sich auf das Gebiet der Chemie und betrifft ein Verfahren, mit dem Produkte hergestellt werden, die beispielsweise als Dichtungen, Schläuche, Membranen und Walzenbezüge angewandt werden können. Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Vulkanisation von Nitrolkautschuk durch Elektronenbestrahlung bei erhöhten Temperaturen anzugeben, mit dem eine verfahrenstechnische Kopplung von Kautschuk-Profilextrusion und Strahlenvernetzung zu einem kontinuierlichen drucklosen Elektronenstrahl-Vulkannisationsverfahren realisiert wird. Gelöst wird die Aufgabe durch ein Verfahren zur Vulkanisation von Nitrilkautschuk durch Elektronenbestrahlung bei erhöhten Temperaturen, wobei der zu vulkanisierende Nitrilkautschuk auf eine Temperatur im Bereich von 30°C bis 250°C erwärmt und bei dieser Temperatur einer Elektronenbestrahlung mit Elektronenenergien im Bereich von 0,06 MeV bis 10 MeV ausgesetzt wird, und der Nitrilkautschuk Strahlendosen von 1,0 kGy bis 1,0 MGy aufnimmt.
Beschreibung[de]
Die Erfindung bezieht sich auf das Gebiet der Chemie und betrifft
ein Verfahren zur Vulkanisation von Nitrilkautschuk durch Elektronenbestrahlung
bei erhöhten Temperaturen, mit dem Produkte hergestellt werden, die beispielsweise
als Dichtungen, Schläuche, Membranen und Walzenbezüge angewandt werden
können.
Die physikalischen und chemischen Eigenschaften von Kautschuk und
Elastomeren hängen vom chemischen Aufbau der Polymerkette, von der Struktur
der Kettensegmente – Konstitution, Konfiguration, Seitengruppen –
und insbesondere auch von der Struktur des Netzwerks ab.
Der chemische Aufbau der Hauptkette des Kautschuks und des Netzwerks
bestimmen die thermische, oxidative und chemische Stabilität sowie die Beständigkeit
gegen die Einwirkung von Medien. Copolymere Hauptketten aus Butadien und Acrylnitril
ergeben, je nach der Zusammensetzung der statistischen Copolymere, verschiedene
fett-, öl- und kraftstoffbeständige Nitrilkautschuke (NBR):
NBR-Wiederholungseinheit
Die Erzeugung der für die Werkstoffeigenschaften wesentlichen
kovalenten Bindungen/Vernetzungen zwischen den Makromolekülen wird Vulkanisation
genannt und muss nach der Formgebung des noch unvernetzen Copolymeren erfolgen.
NBR-Typen werden üblicherweise mit Schwefel-Beschleuniger-Systemen oder Peroxiden
vernetzt.
Vernetzungsreaktionen zur Umwandlung von Kautschuk in Gummi, das heißt
zur Erzeugung elastomerer Polymerwerksfoffe, können auch durch Einwirkung energiereicher
Strahlen (UV-, Elektronen-, Röntgen- oder Gamma-Strahlen) auf Kautschuke ausgelöst
werden. Während photochemische Reaktionen die Anwesenheit von Photoinitiatoren
erfordern, kann mit Elektronen-, Röntgen- oder Gamma-Strahlen die Vernetzungsreaktion
auch ohne den Zusatz von Vernetzungshilfsmittel und bereits bei Raumtemperatur erfolgen.
Energiereiche Strahlen werden seit 1960 beispielsweise für die kontinuierliche
drucklose Vernetzung von Gummi-Kabelisolationen von elektrischen Leitern eingesetzt
(Röthemeyer, F.: Kautschuktechnologie. München, Wien, Hanser 2001).
Die traditionellen Vernetzungsmethoden benötigen häufig
lange Vernetzungszeiten, was einen hohen Energieverbrauch, die Bildung flüchtiger
Produkte in den Vulkanisaten sowie die Erzeugung bleibender Spannungen in den Materialien
zur Folge haben kann. Die Elektronenstrahlvernetzung von Kautschuk ist dagegen ein
sehr schneller und nichtthermischer Prozess, die ein hohes Potential an Vorteilen
für die Fließbandproduktion einer Vielzahl von Komponenten in Flugzeug-,
Automobilund Verbraucheranwendungen liefert, und bei dem hochbeschleunigte Elektronen
in Polymeren verschiedene chemische Reaktionen auslösen können, beispielsweise
Vernetzungen in Kautschukmischungen. Dies kann zur Bildung besonderer dreidimensionaler
Netzwerkstrukturen führen, die vorteilhafte Werkstoffeigenschaften nach sich
ziehen (z.B. Elastizitätsmodul, Druckverformungsrest, Reißdehnung und-
spannung). Die Vulkanisation von NBR's mittels Elektronenbestrahlung ist aus wissenschaftlichen
Arbeiten bekannt (A.K.Bhowmick, u.a., Eds., Rubber Products Manufacturing Technology,
Marcel Dekker Inc., NewYork (1994); R.Clough, Encyclopaedia of Polymer Science and
Technology, Wiley, New York, Vol. 15, (1989); I.Banik, u.a. Polym. Degrad. Stab.
63, 413 (1999); I.Banik, u.a., Angew. Makromol. Chem. 263, 5 (1999); V. Vijayabaskar:
Thesis submitted to Indian Institute of Technology, Kharagpur, Kharagpur- 721302,
India, July 2005). Die Elektronenbestrahlung konnte hierbei aber immer nur diskontinuierlich
und mittels Mehrfachbestrahlungen so durchgeführt werden, dass das Bestrahlungsgut
während der Bestrahlung nahe der Raumtemperatur verblieb. Außerdem wurde
ausschließlich monoenergetische Elektronenstrahlung verwendet.
Ziel der vorliegenden Erfindung ist es, die Elektronenstrahl-Vulkanisation
von NBR's bei erhöhten Temperaturen durchzuführen, um dadurch im Vergleich
zu einer Rautemperaturbestrahlung verbesserte Netzwerkstrukturen und Werkstoffeigenschaften
zu erzeugen. Ziel ist es weiterhin, die erforderliche Bestrahlungsdosis in einem
einzigen Prozessschritt aufzubringen. Ziel der vorliegenden Erfindung ist es auch,
durch eine kombinierte Bestrahlung mit Elektronen unterschiedlicher Energien Gradienten-Netzwerke
zu erzeugen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Vulkanisation
von Nitrilkautschuk durch Elektronenbestrahlung bei erhöhten Temperaturen anzugeben,
mit dem eine verfahrenstechnische Kopplung von Kautschuk-Profilextrusion und Strahlenvernetzung
zu einem kontinuierlichen, drucklosen Elektronenstrahl-Vulkanisationsverfahren realisiert
wird.
Die Aufgabe wird durch die in den Ansprüchen angegebene Erfindung
gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind Gegenstand der Unteransprüche.
Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren zur Vulkanisation von
Nitrilkautschuk durch Elektronenbestrahlung bei erhöhten Temperaturen wird
der zu vulkanisierende Nitrilkautschuk auf eine Temperatur im Bereich
von 30°C bis 250°C erwärmt und bei dieser Temperatur einer Elektronenbestrahlung
mit Elektronenenergien im Bereich von 0,06 MeV bis 10 MeV ausgesetzt, und der Nitrilkautschuk
nimmt Strahlendosen von 1,0 kGy bis 1,0 MGy auf.
Vorteilhafterweise werden Nitrilkautschuke mit Monomerverhältnissen
Butadien/Acrylnitril zwischen 15/85 und 50/50 eingesetzt.
Ebenfalls wird der Nitrilkautschuk auf eine Temperatur im Bereich
im Bereich von 50°C bis 200°C erwärmt.
Weiterhin vorteilhafterweise wird eine Elektronenbestrahlung mit Elektronenenergien
im Bereich von 0,1 MeV bis 9,0 MeV durchgeführt.
Von Vorteil ist es auch, wenn der Nitrilkautschuk einer Elektronenstrahlung
ausgesetzt wird, durch die er Strahlendosen im Bereich von 10 kGy bis 0,7 MGy aufnimmt.
Auch von Vorteil ist es, wenn der Nitrilkautschuk während der
Erwärmung und vor der Bestrahlung einer Formgebung unterzogen wird.
Weiterhin von Vorteil ist es, wenn die Elektronenbestrahlung zwei-
oder mehrmals hintereinander durchgeführt wird.
Vorteilhafterweise werden die nachfolgenden Elektronenbestrahlungen
jeweils mit einer geringeren Elektronenenergie durchgeführt werden.
Durch die erfindungsgemäße Lösung werden die beiden
bisher bekannten Vulkanisierungsverfahren für Nitrilkautschuk teilweise kombiniert.
Der Nitrilkautschuk wird höheren Temperaturen ausgesetzt, wie es bisher aus
der Vulkanisation derartiger Nitrilkautschuke unter Ausnutzung chemischer Reaktionen
und mit Einsatz eines Reaktionsbeschleunigers bekannt ist. Gleichzeitig wird der
erwärmte Nitrilkautschuk einer Elektronenbestrahlung ausgesetzt. Bekannt war
bisher die Vulkanisation von Nitrilkautschuk mittels Elektronenbestrahlung bei Raumtemperatur.
Durch das erfindungsgemäße Verfahren kann auf den Einsatz von zusätzlichen
Additiven zur Reaktionsbeschleunigung verzichtet und gleichzeitig die in der Praxis
üblichen Verfahrensbedingungen ausgenutzt werden. Eine Integration des erfindungsgemäßen
Verfahrens in bekannte Technologien ist problemlos möglich.
Im Rahmen dieser Erfindung sollen unter Kautschuken noch unvernetzte
Materialien verstanden werden. Die vernetzten Kautschuke sind dann Gummis oder Elastomere.
Gleichzeitig sind mit dem erfindungsgemäßen Verfahren Nitrilkautschuke
mit verbesserten Eigenschaften herstellbar. Aufgrund der Bestrahlung bei höheren
Temperaturen erfolgen eine intensivere Vernetzung des Kautschuks und eine Verdichtung
der Netzwerkstruktur, wodurch das entstandene Elastomer verbesserte mechanische
Eigenschaften aufweist.
Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung des erfindungsgemäßen
Verfahrens besteht in der mehrmaligen Bestrahlung von Nitrilkautschuk bei erhöhten
Temperaturen. Die Bestrahlungstemperaturen, -dosen und -energien können bei
den mehrmaligen Bestrahlungen unterschiedlich sein. Durch eine solche sequentielle
Hochtemperatur-Elektronenstrahlvernetzung können kontinuierlich und in einem
verfahrenstechnischen Zug Elastomerprofile mit Gradienten-Netzwerkstruktur erzeugt
werden, in denen vorteilhafte Volumeneigenschaften, wie z.B. dynamischer Schubmodul,
mit sehr guten Oberflächeneigenschaften, wie z.B. Verschleißrate, inhärent
kombiniert sind.
Die Erfindung wird nachstehend an einigen Ausführungsbeispielen
näher erläutert.
Dabei zeigen:
1 die Gelanteile in elektronenbestrahlten NBR-Proben
bei Raumtemperatur und bei erhöhten Temperaturen,
2 den Schub-Speichermodul G' (f = 1Hz) als Funktion
der Probentemperatur,
3 den mechanischen Verlustwinkel tan &dgr; als Funktion
der Temperatur [A5-200-RT: 5phr m-Phenylen-Bismaleimid, D = 200 kGy, RT = Raumtemperatur]
4 das Bruchverhalten und 100%Modulus aus Spannungs-Dehnungs-Messungen
Beispiel 1:
Jeweils eine durch in üblicher Art und Weise mittels Kalandrierung
(5 min, 120°C) und Pressen (3 min, 150°C, 100 kN) hergestellte NBR-Probenplatte
(Acrylnitrilgehalt: 18%; keine Vernetzungsadditive; Abmessungen: 60 mm × 60
mm × 1 mm) wurde auf einer strahlenresistenten Temperiervorrichtung platziert
und dort innerhalb von weniger als 5 Minuten auf konstante Temperaturen von entweder
25°C oder von 150°C erwärmt und bei diesen gehalten. Die strahlenresistente
Temperiervorrichtung mit jeweils einer NBR-Probenplatte wurde dann auf einem Transportsystem
durch den aufgescannten Elektronenstrahl eines Elektronenbeschleunigers (Typ ELV-2,
Budker-Institut für Kernphysik der Russischen Akademie der Wissenschaften,
Nowosibirsk) so hindurch gefahren, dass in einem Durchgang in den NBR-Probenplatten
Bestrahlungsdosen von 50 kGy und 200 kGy absorbiert wurden. Unmittelbar nach der
Elektronenbestrahlung wurden die bestrahlten NBR-Probenplatten von der Temperiereinrichtung
entnommen und auf Raumtemperatur abgekühlt. Der Grad der strahleninduzierten
Vernetzung kann anhand des unlöslichen Anteils im Bestrahlungsgut (Gelfraktion)
bestimmt werden. Zur Bestimmung der Gelfraktion wurde Probenmaterial bei Raumtemperatur
für 48 Stunden in Methylethylketon extrahiert und anschließend getrocknet.
Der Quotient aus der unlöslichen Probenmasse nach dem Trocknen (W2)
und der Ausgangsmasse (W1) wird als Gelgehalt bezeichnet. Die angegebenen
Gelwerte sind Mittelwerte aus jeweils drei Proben. Die bei 150°C bestrahlte
NBR-Probenplatte zeigt für beide Bestrahlungsdosen höhere Gelgehalte (1),
als bei einer Raumtemperaturbestrahlung, was auf eine deutlich erhöhte Vernetzungsdichte
schließen lässt. Zur direkten Bestimmung des Vernetzungszustands wurde
an diesen Proben deren entropieelastisches Verhalten mittels Dynamisch-Mechanischer
Analyse (DMA) untersucht (2). Die G' = f(T) –
Verläufe der Plateauphasen (T > 0°C) in 2
beweisen, dass bei gleicher Bestrahlungsdosis in den bei 150°C bestrahlten
NBR-Probenplatten dichtere Netzwerke entstehen als in den bei 50°C bestrahlten
NBR-Probenplatten.
Beispiel 2:
In den NBR-Kautschuk aus Beispiel 1 wurden auf einem Laborkalander
(Collin-Zweiwalzengerüst, 10 min, 120°C) zusätzlich 5 phr m-Phenylen-Bismaleimid
als Vernetzungshilfsmittel eingearbeitet und diese Mischung zu Probenplatten, wie
in Beispiel 1 angegeben, gepresst. Jeweils eine dieser NBR-Probenplatten wurden
auf einer strahlenresistenten Temperiervorrichtung platziert und dort innerhalb
von weniger als 5 Minuten auf Raumtemperatur gebracht oder auf 150°C temperiert
und bei dieser Temperatur gehalten. Die strahlenresistente Temperiervorrichtung
mit jeweils einer NBR-Probenplatte wurde dann auf einem Transportsystem durch den
aufgescannten Elektronenstrahl eines Elektronenbeschleunigers (Typ ELV-2, Budker-Institut
für Kernphysik der Russischen Akademie der Wissenschaften, Nowosibirsk) einmal
so hindurch gefahren, dass in einem Durchgang in der NBR-Probenplatte eine Bestrahlungsdosis
von entweder 50 kGy oder von 200 kGy absorbiert wurde. Unmittelbar nach der Elektronenbestrahlung
wurden die bestrahlten NBR-Probenplatten von der Temperiereinrichtung entnommen
und auf Raumtemperatur abgekühlt. Die DMA-Analyse der Temperaturabhängigkeit
des mechanischen Verlustwinkels tan &dgr; zeigt, dass sich im Ergebnis einer Elektronenbestrahlung
bei 150°C das mechanische Verlustspektrum tan &dgr; = f(T) drastisch verändert
und die Glasübergangstemperatur um 3 bis 4K zu höheren Temperaturen verschoben
worden ist (3). Beide Effekte weisen auf eine deutlich
veränderte und ausgeprägte Netzwerkstruktur mit höherer Vernetzungsdichte
hin. Im Spannungs-Dehnungs-Diagramm gemäß 4
zeigte die bei einer Temperatur von 150°C mit 50 kGy und Vernetzungsadditiv
elektronenbestrahlte Probe eine erhebliche Zunahme der Zugfestigkeit (tensile strength),
eine leichte Steigerung des Spannungswertes bei 100% Dehnung (so genannter Modulus
100) und eine Abnahme der Bruchdehnung (elongation at break) im Vergleich zu der
bei Raumtemperatur bestrahlten Probe.
Beispiel 3:
Eine praxisübliche NBR-Kautschukmischung (Produktionsmischung
für Dichtungsmaterialien) mit der Zusammensetzung: 100 phr NBR, 5 phr Zinkweiß,
1 phr Stearinsäure, 45 phr Flammruß, 30 phr Ruß N550 (ASTM-Klassifikation),
1,5 phr Licht- und Ozonschutzwachs, 1,5 phr Diaryl-p-phenylene-diamine, 1,5 phr
2,2,4-trimethyl-1,2-dihydroquinoline, 0,5 phr Schwefel, 2,5 phr Tetrabenzylthiuram
disulfide, 3 phr Dibenzothiazyl-disulfide, wird auf einem Gummi-Profilextruder kontinuierlich
zu einem Dichtprofil (Breite: 8 mm bis 20 mm, Höhe: 7 mm bis 50 mm) extrudiert,
auf einem umlaufendem Siebband abgelegt, sofort anschließend im noch heißen
Zustand (150°C) durch das Strahlenfeld eines Elektronenbeschleunigers (Elektronenenergie
EB: 1,5 MeV) transportiert, wobei die Probe bei diesem einmaligen Durchgang
mit einer Dosis von 150 kGy absorbiert. Das endlose nun strahlenvernetzte Gummi-Dichtprofil
wird abschließend für die weitere Anwendung abgelegt/aufgewickelt. Der
Vernetzungsgrad VG (Gelwert) der derartig kontinuierlich strahlenmodifizierten NBR-Kautschukmischung
beträgt im Mittel über die Profildicke 97 Prozent.
Beispiel 4:
Eine NBR-Kautschukmischung der Zusammensetzung 100 phr HNBR, 25 phr
Zinkdimethacrylat als Koaktivator, 15 phr Ruß N339 (ASTM-Klassifikation), 5
phr aromatischer Weichmacheröl, 10 phr Zinkoxid, 2 phr 2-Mercaptobenzimidazol,
5 phr Peroxid und 15 phr modifizierte Organoclays, wird analog zur Verfahrensweise
in Beispiel 3 zunächst zu einem durchvernetzten Gummi-Dichtprofil verarbeitet
(Elektronenenergie EB: 1,5 MeV, Bestrahlungsdosis: 100 kGy, Gelgehalt:
90%). Unmittelbar an diese erste Elektronenbestrahlung wird eine zweite angeschlossen,
bei der die Bestrahlungsdosis 50 kGy und die Energie EB der Elektronen
0.3 MeV beträgt. Infolge der bekannten Tiefendosisverteilung von Elektronen
in Materie wird bei dieser Verfahrensweise im bereits durchvernetzten Gummi-Dichtprofil
noch eine zusätzliche Oberflächen-Vulkanisation erzeugt, wodurch in dieser
ca. 100 &mgr;m dicken Oberflächenschicht ein finaler Vernetzungsgrad von
98% erzeugt wird. Durch eine derartige sequentielle Hochtemperatur-Elektronenstrahlvernetzung
können kontinuierlich und in einem verfahrenstechnischen Zug
Elastomerprofile mit Gradienten-Netzwerkstruktur erzeugt werden, in denen vorteilhafte
Volumeneigenschaften, wie z.B. dynamischer Schubmodul, mit sehr guten Oberflächeneigenschaften,
wie z.B. Verschleißrate, inhärent kombiniert sind.
Anspruch[de]
Verfahren zur Vulkanisation von Nitrilkautschuk durch Elektronenbestrahlung
bei erhöhten Temperaturen, wobei der zu vulkanisierende Nitrilkautschuk auf
eine Temperatur im Bereich von 30°C bis 250°C erwärmt und bei dieser
Temperatur einer Elektronenbestrahlung mit Elektronenenergien im Bereich von 0,06
MeV bis 10 MeV ausgesetzt wird, und der Nitrilkautschuk Strahlendosen von 1,0 kGy
bis 1,0 MGy aufnimmt.Verfahren nach Anspruch 1, bei dem Nitrilkautschuke mit Monomerverhältnissen
Butadien/Acrylnitril zwischen 15/85 und 50/50 eingesetzt werden.Verfahren nach Anspruch 1, bei dem der Nitrilkautschuk auf eine Temperatur
im Bereich im Bereich von 50°C bis 200°C erwärmt wird.Verfahren nach Anspruch 1, bei dem eine Elektronenbestrahlung mit Elektronenenergien
im Bereich von 0,1 MeV bis 9,0 MeV durchgeführt wird.Verfahren nach Anspruch 1, bei dem der Nitrilkautschuk einer Elektronenstrahlung
ausgesetzt wird, durch die er Strahlendosen im Bereich von 10 kGy bis 0,7 MGy aufnimmt.Verfahren nach Anspruch 1, bei dem der Nitrilkautschuk während
der Erwärmung und vor der Bestrahlung einer Formgebung unterzogen wird.Verfahren nach Anspruch 1, bei dem die Elektronenbestrahlung zwei- oder
mehrmals hintereinander durchgeführt wird.Verfahren nach Anspruch 7, bei dem die nachfolgenden Elektronenbestrahlungen
jeweils mit einer geringeren Elektronenenergie durchgeführt werden.