Die vorliegende Erfindung betrifft eine Kühlvorrichtung zum Temperieren
von Räumen mit wenigstens einem Luftkanal, der ein Phasenübergangsmaterial
enthält und ein oberes Einlaßende und ein unteres Auslaßende aufweist,
und einem Ventilator, um zu temperierende Raumluft unter Abgabe von Wärmeenergie
an das Phasenübergangsmaterial durch den Luftkanal zu transportieren.
Vorrichtungen dieser Art sind beispielsweise aus der DE
299 22 798 U1 der Anmelderin bekannt und werden insbesondere in großen
Gebäuden eingesetzt, um Büroräume etc. zu kühlen. Die bekannten
Kühlvorrichtungen besitzen einen Luftkanal, durch welchen eine zu kühlende
Raumluft durch Konvektion oder zwangsgeführt mittels eines Ventilators an einem
Phasenübergangsmaterial (PCM = Phase Change Material) vorbeigeführt wird,
um die Raumluft unter Abgabe von Wärmeenergie an das PCM abzukühlen. Diesen
Kühlvorrichtungen liegt die Überlegung zugrunde, die latente Wärme
der sogenannten Phasenübergangsmaterialien an ihrem Phasenübergang zu
nutzen. Aufgrund der latenten wärme des Phasenübergangs beim Übergang
fest←→flüssig sind diese Materialien in der Lage, große
Wärmemengen bei vergleichsweise niedrigem Temperaturhub zu speichern und später
beinahe zu konstanter Temperatur wieder abzugeben.
Der Einsatz von PCM erfordert Regenerierungsphasen, in welchen das
Material die aufgenommene Energie wieder abgeben kann. Um diese Regenerierungsphasen
zu beschleunigen, weist die in der DE 299
22 798 U1 beschriebene Vorrichtung ein aktives Kühlsystem auf. Konkret
ist ein Kühlwasserkreislauf vorgesehen, durch welchen eine aktive Kühlung
des PCM über einen Wasserkreislauf erfolgt, der wiederum luftgekühlt ist.
Die bekannten Temperaturvorrichtungen haben sich in der Praxis zwar
durchaus bewährt. Die Bestrebungen gehen jedoch dahin, die Vorrichtungen universeller
einsetzen zu können.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, eine Kühlvorrichtung
zum Temperieren von Räumen der eingangs genannten Art bereitzustellen, die
eine effektive Klimatisierung gewährleistet und außerdem wirtschaftlich
ist.
Diese Aufgabe ist bei der Kühlvorrichtung der eingangs genannten
Art erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß parallel zu dem Luftkanal
ein Luftschacht mit einem oberen Einlaßende und einem unteren Auslaßende
vorgesehen ist, daß der Luftkanal und der Luftschacht einlaßseitig an
den Kühlluftauslaß eines Luftkühlers angeschlossen sind und daß
dem Luftkanal und dem Luftschaft Absperrmittel zugeordnet sind, die betätigbar
sind, um ein Durchströmen des Luftkanals und/oder des Luftschachts wahlweise
zu erlauben oder zu verhindern.
Bei der erfindungsgemäßen Kühlvorrichtung kann im Kühlbetrieb
die zu kühlende Luft in an sich bekannter Weise durch den Luftkanal geführt
werden, um Wärme an das PCM abzugeben. Dabei findet bei der Speicherung der
Wärme in dem PCM ein Phasenübergang in einer Richtung, beispielsweise
ein Schmelzen eines festen Salzes zu einer Flüssigkeit statt. Die gespeicherte
Energie steckt dann in der latenten Schmelzwärme, führt also nicht zu
einer Temperaturerhöhung des PCM. Alternativ ist es möglich, eine Kühlung
über den Luftkühler vorzunehmen, wobei dann die gekühlte Luft aufgrund
von Gravitation durch den Luftschacht fällt und an dessen unterem Ende wieder
in den zu kühlenden Raum austritt. Die Kühlung über den Luftkühler
ermöglicht eine hohe Kühlleistung. Zudem kann der Luftkühler auch
eingesetzt werden, um in den Regenerierungsphasen, die insbesondere im Nachtbetrieb
stattfinden können, kühle Luft durch den Luftkanal zu führen und
auf diese Weise dem PCM Wärmeenergie zu entziehen, wobei es rekristallisiert.
Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung ist entsprechend
vorgesehen, daß der Ventilator, der Luftkühler und die Absperrmittel an
eine Steuervorrichtung angeschlossen sind. Die Steuervorrichtung kann dann in einem
Aufladebetriebsmodus den Luftkühler und den Ventilator einschalten und die
Absperrmittel betätigen, um den Luftkanal zu öffnen und den Luftschacht
zu schließen, so daß aus dem Luftkühler austretende, gekühlte
Luft den Luftkanal durchströmt, wobei dem Phasenübergangsmaterial unter
Übergang in den kristallinen Zustand Wärme entzogen wird.
In einem ersten Kühlbetriebsmodus wird die Steuervorrichtung
den Ventilator einschalten und den Luftkühler ausschalten sowie die Absperrmittel
betätigen, um den Luftkanal zu öffnen und den Luftschacht zu schließen,
so daß zu temperierende Raumluft unter Abgabe von Wärmeenergie an das
Phasenübergangsmaterial durch den Luftkanal transportiert wird.
In einem zweiten Kühlbetriebsmodus wird die Steuervorrichtung
den Ventilator ausschalten und den Luftkühler einschalten sowie die Absperrmittel
betätigen, um den Luftkanal zu schließen und den Luftschacht zu öffnen,
so daß zu temperierende Luft in dem Luftkühler gekühlt wird, durch
den Luftschacht fällt und aus dem Luftschacht an dessen unterem Auslaßende
austritt.
Der Ventilator kann auch so angeordnet sein, daß der geeignet
ist, Luft sowohl durch den Luftkanal, als auch durch den Luftschacht zu fördern.
In diesem Fall kann in dem zweiten Kühlbetriebsmodus der Ventilator
auch eingeschaltet sein.
Es ist auch möglich, die Kühlvorrichtung in einem Kühl/Auflade-Betriebsmodus
laufen zu lassen. In diesem Fall wird die Steuervorrichtung den Ventilator und den
Luftkühler einschaltet sowie die Absperrmittel betätigen, um den Luftkanal
und den Luftschacht zu öffnen, so daß zu temperierende Luft in dem Luftkühler
gekühlt wird und die gekühlte Luft dann parallel einerseits durch den
Luftschacht fällt und aus dem Luftschacht an dessen unterem Auslaßende
auftritt, und andererseits den Luftkanal durchströmt, wobei dem Phasenübergangsmaterial
unter Übergang in den kristallinen Zustand Wärme entzogen wird.
Bei dieser Ausführungsform wird somit der den Luftschacht durchströmende
Teil der gekühlten Luft direkt zur Raumkühlung verwendet, während
der den Luftkanal durchströmende Teil zum Aufladen des PCM verwendet wird.
Sofern die Luft hierbei nicht zu viel Wärmeenergie aufnimmt, kann sie immer
noch im gekühlten Zustand zurück in den zu kühlenden Raum eintreten.
Hierbei kann der Steuervorrichtung ein Temperaturkühler zugeordnet
sein, so daß die Steuervorrichtung in Abhängigkeit von einer durch den
Temperaturfühler ermittelten Lufttemperatur die Kühlvorrichtung in dem
einen oder dem anderen Kühlbetriebsmodus arbeiten läßt. Es hat sich
gezeigt, daß der Kühlbetrieb über das PCM bis zu Raumtemperaturen
von ca. 23°C bis 25°C sehr wirkungsvoll ist, bei höheren Temperaturen
jedoch eine höhere Kühlleistung erforderlich ist, die über den Luftkühler
erreicht werden kann. Das Umschalten zwischen den Kühlbetriebsmodi kann natürlich
auch von anderen Parametern, beispielsweise der Temperatur der aus dem Luftkanal
bzw. Luftschacht austretenden Luft, der Außentemperatur etc. erfolgen.
Schließlich kann vorgesehen sein, dass mehreren Luftschachten
und/oder mehreren Luftkanälen ein gemeinsamer Luftkühler zugeordnet ist,
um die Luftschächte und/oder die Luftkanäle parallel mit gekühlter
Luft zu versorgen. Dabei kann der Luftkühler als dezentrales Flach- oder Unterflurgerät
ausgebildet sein.
Hinsichtlich weiterer vorteilhafter Ausgestaltungen der Erfindungen
wird auf die Unteransprüche sowie die nachfolgende Beschreibung eines Ausführungsbeispiels
unter Bezugnahme auf die beiliegende Zeichnung verwiesen. In der Zeichnung zeigt:
1 in schematischer Darstellung eine Kühlvorrichtung
zum Temperieren von Räumen gemäß der vorliegenden Erfindung im Aufladebetrieb;
2 die Kühlvorrichtung aus 1
in einem ersten Kühlbetriebsmodus,
3 die Kühlvorrichtung aus 1
in einem zweiten Kühlbetriebsmodus, und
4 eine alternative Kühlvorrichtung in einem Kühl/Auflade-Betriebsmodus.
In den Figuren ist eine Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Kühlvorrichtung K zum Temperieren von Räumen gemäß der vorliegenden
Erfindung dargestellt. Diese Kühlvorrichtung K besitzt einen sich in vertikaler
Richtung erstreckenden Luftkanal 1, der ein Phasenübergangsmaterial
2 (PCM) enthält und ein oberes Einlaßende 3 und ein
unteren Auslaßende 4 aufweist. Am Einlaßende 3 ist in
dem Luftkanal 1 ein Absperrmittel 5 in Form einer Absperrklappe
vorgesehen, und am unteren Auslaßende 4 des Luftkanals 1
ist ein Ventilator 6 angeordnet, um zu temperierende Raumluft unter Abgabe
von Wärmeenergie an das PCM 2 durch den Luftkanal 1 zu transportieren.
Parallel zu dem Luftkanal 1 ist ein Luftschacht
7 mit einem oberen Einlaßende 8 und einem unteren Auslaßende
9 vorgesehen. Am Einlaßende 8 ist in dem Luftschacht
7 ein Absperrmittel 10 ebenfalls in Form einer Absperrklappe angeordnet,
die es erlaubt, den Luftschacht 7 zu öffnen oder zu schließen.
Das Auslaßende 9 des Luftschachtes 7 endet unterhalb des
Auslaßendes 4 des Luftkanals 1.
Die Kühlvorrichtung K besitzt des weiteren einen Luftkühler
11, der an der Kopfseite des Luftkanals 1 sowie des Luftschachtes
7 plaziert ist und mit deren Einlaßenden 3, 8 über
einen gemeinsamen Verbindungskanal 12 verbunden ist. Nicht dargestellt
ist, daß der Ventilator 6, der Luftkühler 11 und die
Absperrmittel 5, 10 an eine Steuervorrichtung angeschlossen sind
und über diese betätigt werden können.
In den 1 bis 3
sind drei Betriebsarten der Kühlvorrichtung K dargestellt. Die 1
zeigt die Kühlvorrichtung K in einem Auflademodus, welcher dazu dient, insbesondere
im Nachtbetrieb dem in dem Luftkanal 1 enthaltenen PCM 2 Wärmeenergie
zu entziehen und das PCM 2 auf diese Weise aufzuladen. In diesem Aufladebetriebsmodus
schaltet die Steuervorrichtung den Luftkühler 11 und den Ventilator
6 ein und betätigt die Absperrmittel 5, 10, um den
Luftkanal 1 zu öffnen und den Luftschacht 7 zu schließen.
Über den Ventilator 6 wird dann Raumluft in Richtung des Pfeils R
in den Luftkühler 11 gesaugt, dort gekühlt, und die aus dem Luftkühler
11 austretende gekühlte Luft tritt dann – wie durch den Pfeil
Z angedeutet – in den Luftkanal 1 ein, durchströmt diesen,
wobei sie dem PCM 2 Wärmeenergie entzieht, so daß das PCM
2 rekristallisiert, und tritt am Auslaßende
4 aus dem Luftkanal 1 wieder aus. Neben der Regenerierung des
PCM 2 wird in dem Aufladebetrieb zusätzlich eine Kühlung der
Raumluft erreicht, da die aus dem Luftkanal 1 austretende Luft in der Regel
kühler ist als die in den Luftkühler 11 gesaugte Raumluft.
In der 2 ist ein erster Kühlbetriebsmodus
der Kühlvorrichtung K dargestellt. In diesem Kühlbetriebsmodus schaltet
die Steuervorrichtung den Ventilator 6 ein und den Luftkühler
11 aus und betätigt die Absperrmittel 5, 10, um
den Luftkanal 1 zu öffnen und den Luftschacht 7 zu schließen.
Dieser Kühlbetriebsmodus entspricht somit dem Auflademodus mit der Maßgabe,
daß der Luftkühler 11 ausgeschaltet ist. In der Folge wird Raumluft
R durch den Betrieb des Ventilators 6 in den Luftkühler
11 gesaugt und tritt ungekühlt in den Luftkanal 1 ein mit
der Folge, daß die Luft unter Abgabe von Wärmeenergie an das PCM
2 durch den Luftkanal 1 transportiert wird und gekühlt am
Auslaßende 4 in den Raum austritt.
Bei dem in 3 dargestellten zweiten Kühlbetriebsmodus
schaltet die Steuervorrichtung den Ventilator 6 aus und den Luftkühler
11 ein und betätigt die Absperrmittel 5, 10, um
den Luftkanal 1 zu schließen und den Luftschacht 7 zu öffnen.
Die zu temperierende Raumluft tritt dann in den Luftkühler 11 wie
durch den Pfeil R angedeutet ein und wird dort gekühlt. Aus dem Luftkühler
11 austretende gekühlte Luft strömt dann, wie durch den Pfeil
Z angedeutet, in den Luftschacht 7 und fällt in diesem aufgrund von
Gravitation zum Auslaßende 9, wo sie wieder in den Raum austritt.
Das Umschalten zwischen den einzelnen Steuerungsarten kann auf unterschiedliche
Weise erfolgen. Der in 1 dargestellte Auflademodus
wird bevorzugt im Nachtbetrieb stattfinden und kann entsprechend beispielsweise
über eine Zeitschaltung aktiviert und deaktiviert werden. Die Schaltung zwischen
dem ersten und dem zweiten Kühlbetriebsmodus erfolgt zweckmäßigerweise
in Abhängigkeit von der zur Verfügung zu stellenden Kühlleistung
und entsprechend in Abhängigkeit von der Raumtemperatur. Da durch die Kühlung
über das PCM 2 nur eine beschränkte Kühlleistung zur Verfügung
gestellt werden kann, wird der in 2 dargestellte erste
Kühlbetriebsmodus nur bis zu Raumtemperaturen von etwa 23 bis 25°C eingesetzt,
bei darüber liegenden Temperaturen wird die Steuervorrichtung die Kühlvorrichtung
K in den zweiten Kühlbetriebsmodus schalten, in dem eine Kühlung über
den Luftkühler 11 erfolgt (siehe 3).
Wie in der 4 gezeigt ist, kann der Ventilator
6 auch derart angeordnet sein, daß er den Transport von Luft sowohl
durch den Luftkanal 1, als auch durch den Luftschacht 7 unterstützt.
In diesem Fall kann der Ventilator 6 im oben beschriebenen zweiten Kühlbetriebsmodus
auch eingeschaltet bleiben. Des weiteren ist es möglich, die Kühlvorrichtung
in einem kombinierten Kühl/Auflade-Betriebsmodus arbeiten zu lassen. In diesem
Betriebsmodus schaltet die Steuervorrichtung den Ventilator 6 und den Luftkühler
11 ein und betätigt die Absperrmittel 5, 10, um
den Luftkanal 1 und den Luftschacht 7 zu öffnen. Die zu temperierende
Raumluft tritt dann in den Luftkühler 11 ein und wird durchgekühlt.
Aus dem Luftkühler 11 austretende gekühlte Luft strömt dann
einerseits durch den Luftschacht 7 zu dessen Auslaßende
9, wo sie wieder in den Raum austritt, und andererseits parallel dazu in
den Luftkanal 1, wo sie dem PCM 2 Wärmeenergie entzieht,
so daß das PCM 2 rekristallisiert und aufgeladen wird. In diesem Fall
trägt im wesentlichen der den Luftschacht 7 durchströmende Teil
der gekühlten Luft zur Raumkühlung bei, während die durch den Luftkanal
1 einströmende Luft erwärmt wird und somit nicht oder weniger
zur Raumkühlung beitragen kann.
Es hat sich gezeigt, daß mit der erfindungsgemäßen
Kühlvorrichtung eine effektive Raumkühlung bei unterschiedlichen Temperaturen
erfolgen kann. Dabei kann der Luftkühler sowohl zum Aufladen des PCM, als auch
zum Kühlen der Raumluft im zweiten Kühlbetriebsmodus eingesetzt werden,
so daß synergetische Effekte eintreten, durch welche die erfindungsgemäße
Kühlvorrichtung K preiswert wird.
Es versteht sich, daß der Ventilator 6 und auch der
Luftkühler 11 in unterschiedlichen Kapazitätsstufen laufen können,
so daß über die Kühlleistung einerseits und über die Luftmenge
andererseits die Kühllufttemperatur insbesondere in Abhängigkeit von der
vorherrschenden Raumtemperatur eingestellt werden kann.