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Dokumentenidentifikation DE19524262B4 15.11.2007
Titel Verfahren zur Verringerung der Öldurchlässigkeit von Siliconkautschuk, mit Fluorsilicon überzogenes Substrat, härtbare Fluorsilicon-Zusammensetzung und damit überzogener Gegenstand
Anmelder General Electric Co., Schenectady, N.Y., US
Erfinder Eckberg, Richard Paul, Saratoga Springs, N.Y., US;
Evans, Edwin Robert, Clifton Park, N.Y., US;
Toub, Melvin Richard, Clifton, N.Y., US
Vertreter TBK-Patent, 80336 München
DE-Anmeldedatum 04.07.1995
DE-Aktenzeichen 19524262
Offenlegungstag 18.01.1996
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 15.11.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 15.11.2007
IPC-Hauptklasse B05D 7/02(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B05D 5/00(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE  

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Verringerung der Öldurchlässigkeit von Siliconkautschuk, auf ein mit Fluorsilicon überzogenes Substrat sowie auf eine härtbare Fluorsilicon-Zusammensetzung und einen mit der härtbaren Fluorsilicon-Zusammensetzung überzogenen Gegenstand.

Hintergrund der Erfindung

Während der vergangenen zehn Jahre wurde geformter Silicon-Kautschuk in verschiedenen Dichtungsanwendungen in Automobilen eingesetzt, wie als Überzüge bzw. Abdeckungen von Ventilhebeln bzw. -stösseln und Dichtungen von Ölwannen. Der Grund für diese Entwicklung findet sich in den hervorragenden Eigenschaften der Silicone. Wie bekannt, haben Silicone Stabilität bei hoher Temperatur und Flexibilität bei geringer Temperatur in Verbindung mit geringer Spannungsrelaxation und leichter Herstellung. Hitzegehärtete Silicon-Kautschukmassen haben sich bei Abdichtungsanwendungen in Triebwerken bzw. Maschinen als erfolgreich erwiesen, und sie haben die Langlebigkeit des Gebrauches gezeigt, die von den Automobil-Herstellern bzw. Benutzern verlangt werden.

Kürzlich haben Automobil-Hersteller einige Probleme bei der Öldurchlässigkeit gehabt, die als "Sickern" bzw. "Tropfen" bekannt sind. Dichtungen aus Silicon-Kautschuk haben eine Neigung, Motoröl durch den Kautschuk dringen zu lassen, was zu einer Ansammlung von Öl auf der äußeren Oberfläche der Maschine bzw. des Motors führt. Obwohl dies nicht zu einem starken Lecken führt, verursacht es unansehnliche Ölflecken, die eine bedeutsame Komponente der Kosten bei der Gewährleistung für den Motor wurde.

Ein bekanntes Herangehen zum mäßigen Verringern des Leckens in Methylvinylsilicon-Massen ist das Einarbeiten relativ großer Mengen streckender Füllstoffe. Unglücklicherweise beeinträchtigt dies die physikalischen Eigenschaften und macht Dichtungen, die aus diesen Materialien geformt sind, ungeeignet zum Einsatz bei Dichtungsanwendungen für Nockenabdeckungen, die Kunststoffverbund-Abdeckungen benutzen, weil eine unannehmbare Zunahme im Kompressionsmodul auftritt, die ein Reißen der Abdeckungen unter Belastung verursacht. Darüber hinaus wird das Hindurchdringen nur teilweise verringert, was das Problem nicht befriedigend löst.

Ein anderes Herangehen bestand darin, Dichtungen aus Fluorsilicon-Elastomeren herzustellen. Es wurde durch die Hauptlieferanten von Siliconen und die Dichtungs-Hersteller gezeigt, daß Fluorsilicon-Elastomere als eine spezielle Kategorie von Siliconen kein Öl durchdringen lassen. Dichtungen aus Fluorsilicon-Elastomeren sind jedoch teurer herzustellen als Dichtungen aus normalen Siliconen. Da Fluorsilicone außerdem halogenhaltige Elastomere sind, kann das Entsorgen der Fluorsilicon-Dichtungen Anlaß zu Bedenken hinsichtlich der Umgebung führen. Es gibt daher einen Bedarf an Automobil-Dichtungen, die den Fluorsilicongehalt minimieren, aber eine beträchtliche Verringerung des Hindurchdringens von Öl bieten.

Zusammenfassung der Erfindung

Die vorliegende Erfindung beruht auf der Feststellung, dass ein dünner Überzug von Fluorsilicon-Elastomer auf einem Substrat die Öldurchlässigkeit des Substrates beträchtlich verringern kann.

Gemäß der vorliegenden Erfindung wird ein Verfahren zur Verringerung der Öldurchlässigkeit von Siliconkautschuk durch Aufbringen eines härtbaren Fluorsilicon-Überzugs auf ein Siliconkautschuksubstrat und Härten des Fluorsilicon-Überzugs mittels einer katalytischen Menge eines Hydrosilylierungs-Katalysators der Platingruppe und einer katalytischen Menge eines Peroxid-Katalysators bereitgestellt. Ferner betrifft die vorliegende Erfindung ein mit Fluorsilicon überzogenes Substrat nach Anspruch 18, eine härtbare Fluorsilicon-Zusammensetzung nach Anspruch 21 und einen mit dieser Zusammensetzung überzogenen Gegenstand nach Anspruch 29. Bevorzugte Ausführungsformen sind in den Unteransprüchen sowie der nachfolgenden Beschreibung dargelegt.

Beschreibung der bevorzugten Ausführungsform

Der Fluorsilicon-Überzug der vorliegenden Erfindung umfasst eine vinylhaltige Fluorsilicon-Zusammensetzung, wasserstoffhaltiges Siloxan und eine katalytische Menge eines Hydrosilylierungs-Katalysators der Platingruppe. Die vinylhaltigen Fluorsilicon-Zusammensetzungen können entweder Fluorsilicon-Homopolymere oder Fluorsilicon-Copolymere sein, deren Fluorsilicon-Gehalte mindestens 80 Mol% betragen, um die erwünschte hohe Beständigkeit gegen Öldurchdringung zu zeigen, bevorzugter sind es mehr als 95 Mol% und am bevorzugtesten 99 Mol%.

Ein wasserstoffhaltiges Siloxan ist eine Komponente des Fluorsilicon-Überzuges. Das wasserstoffhaltige Siloxan kann irgeneines der derzeit bekannten Organohydrogenpolysiloxane mit im Mittel mindestens zwei, vorzugsweise drei an Silicium gebundenen Wasserstoffatomen in jedem Molekül sein, und es wirkt als Vernetzer für die Fluorsilicon-Zusammensetzung.

Um einen härtbaren Kautschuk zu bilden, werden zusätzliche Härtungs-Katalysatoren hinzugegeben. Die Katalysatoren schließen alle der gut bekannten Hydrosilylierungs-Katalysatoren der Platingruppe ein, die im wesentlichen frei von hemmenden Wirkungen und wirksam zum Katalysieren der Umsetzung von an Silicium gebundenen Wasserstoffatomen mit an Silicium gebundenen Alkenylresten oder Hydroxylresten sind. Ein besonders brauchbarer Platinkatalysator ist der Platin-Siloxan-Katalysator, der im wesentlichen frei von hemmenden Verunreinigungen und nachweisbarem anorganischem Halogen ist, der von Ashby et al in der US-PS 4,288,345 offenbart ist (im folgenden "das Ashby-Platin"), wobei die genannte PS durch Bezugnahme hier aufgenommen wird.

Zusätzlich kann ein Initiator freier Radikale aus organischem Peroxid oder ein Härtungsmittel hinzugegeben werden, um den Härtungszustand zu verbessern. Die bevorzugter Peroxid-Härtungsmittel sind thermisch zersetzbare organische Peroxide, die geeigneterweise zum Härten von Silicon-Elastomeren eingesetzt werden. Beispiele geeigneter Initiatoren freier Radikale aus organischem Peroxid zum Einsatz in der vorliegenden Erfindung sind, z. B., in der US-PS 4,537,357 von Bobear offenbart, die durch Bezugnahme hier aufgenommen wird. Geeignete Peroxid-Katalysatoren schließen Dialkylperoxid, wie Di-tertiär-Butylperoxid, tertiär-Butyltriethylmethyl-Peroxid, Di-tertiär-Butyl-tertiär-Triphenylperoxid, t-Butylperbenzoat und ein Di-tertiär-Alkylperoxid, wie Dicumylperoxid, ein. Ein besonders brauchbarer Peroxid-Katalysator sind Diacylperoxide, wie Benzoylperoxid und 2,4-Dichlorbenzoylperoxid. Der Peroxyd-Katalysator wird in einer katalytischen Menge eingesetzt, die typischerweise im Bereich von etwa 0,8 bis 4,0, vorzugsweise von etwa 0,9 bis etwa 3,0 und am bevorzugtesten von etwa 2,0 bis etwa 3,0 Gew.-Teile auf 100 Teile der Fluorsilicon-Zusammensetzung liegt.

Der Fluorsilicon-Überzug umfaßt typischerweise, aber nicht notwendigerweise, weiter eine geeignete Menge eines Lösungsmittels oder einer Kombination von Lösungsmitteln, um für eine geringere Viskosität und somit ein leichteres Aufbringen der Zusammensetzung auf verschiedene Substrate zu sorgen. Die Menge des Lösungsmittels ist nicht kritisch, doch wird nur eine genügende Menge zum Erleichtern der Herstellung, Handhabung und des Aufbringens der Zusammensetzung empfohlen. Das Lösuungsmittel kann irgendeine Flüssigkeit sein, die die Fluorsilicon-Zusammensetzung und andere Komponenten löst, ohne in nachteiliger Weise damit zu reagieren. Bevorzugte Lösungsmittel schließen halogenierte Lösungsmittel, wie Chlorfluorkohlenstoffe, Ester, wie Ethylacetat, Ketone, wie Methylethylketon, Ether, wie Dibutylether ein. Zusätzlich kann ein Lösungsmittel oder eine Kombination von Lösungsmitteln benutzt werden, um das Fluorsilicon zu verdünnen, um es sprühbar zu machen.

Die Zusammensetzungen dieser Erfindung können weiter Füllstoffe, z. B. verstärkenden Füllstoff, wie pyrogenes oder gefälltes Siliciumdioxid und/oder streckende Füllstoffe, wie Zinkoxid, Titanoxid, Diatomeenerde, kristallines Siliciumdioxid und ähnliche, umfassen. Ein besonders brauchbarer Füllstoff für die Zusammensetzung und das Verfahren hier ist ein Siliciumdioxid-Füllstoff, vorzugsweise pyrogenes Siliciumdioxid.

Der Fluorsilicon-Überzug dieser Erfindung kann auf irgendeine im Stand der Technik bekannte geeignete Weise auf ein Substrat aufgebracht werden, z. B. durch Eintauchen des Substrates in die Fluorsilicon-Zusammensetzung oder durch Sprühen des Fluorsilicon-Überzuges auf das Substrat. Der Fluorsilicon-Überzug hat eine Dicke von etwa 0,0025 bis 0,25 mm (0,1 bis 10 mil) und bevorzugter von etwa 0,013 bis etwa 0,075 mm (0,5-3,0 mil).

Die Fluorsilicon-Überzüge der vorliegenden Erfindung können auf irgendeine im Stand der Technik bekannte Weise gehärtet werden. So kann das Härten der Überzüge z. B. durch Erhitzen des überzogenen Substrates auf Temperaturen von etwa 177 bis etwa 232°C (350-450°F) für 5-10 Minuten erfolgen. Gewisse Derivate der Zusammensetzungen können auch durch UV-Licht oder Elektronenstrahlen gehärtet werden. So wurden, z. B. UV-härtbare, epoxy-funktionelle Fluorsilicone durch Eckberg et al in der US-PS 5,178,959 offenbart, die durch Bezugnahme hier aufgenommen wird.

Um dem Fachmann das Ausführen der vorliegenden Erfindung zu erleichtern, werden die folgenden Beispiele zur Veranschaulichung, nicht aber zur Einschränkung, angegeben. Alle Viskositäten wurden bei 25°C gemessen. Sofern nichts anderes angegeben, beziehen sich alle Teile auf das Gewicht.

BEISPIEL 1 Herstellung von Fluorsilicon-Lösung A

10 g eines Fluorsilicon-Elastomers mit einer Durometer-Härte von 60 und einer etwaigen Zusammensetzung von 65% Fluorsilicon-Homopolymer, 4% Methylvinylsilicon-Polymer, 23% pyrogenem Siliciumdioxid, 6% Siloxan-Flüssigkeit und 2% 2,4-Dichlorbenzoylperoxid-Paste (50% aktiv) wurden in 90 g von Methylethylketon dispergiert. Die Mischung bildete eine stabile Dispersion mit einer Lösungsviskosität von 25 mm2/s (centistokes). Eine Probe von etwa 2,5 × 5 × 0,2 cm (1'' × 2'' × 0,75'') aus gehärtetem Methylvinylsilicon-Kautschuk mit einer Durometer-Härte von 45 wurde kurz in diese Lösung eingetaucht, herausgenommen und dann 5 Minuten lang an der Luft getrocknet. Die Probe wurde dann in einem Ofen für 15 Minuten bei etwa 81°C (177°F) angeordnet, aus dem Ofen herausgenommen und auf Raumtemperatur abgekühlt. Der Methylvinylsilicon-Kautschuk war gleichmäßg in einen Fluorsilicon-Überzug einer Dicke von etwa 0,013 bis 0,025 mm (0,5 bis 1,0 mil) eingekapselt. Der Überzug war teilgehärtet mit einer klebrigen Oberfläche, und er konnte mit mäßigem Druck abgerieben werden.

BEISPIEL 2 Herstellung von Fluorsilicon-Lösung B

10 g eines Fluorsilicon-Elastomers mit einer Durometer-Härte von 60 und einer etwaigen Zusammensetzung von 64% Fluorsilicon-Homopolymer, 4% Methylvinylsilicon-Polymer, 22% pyrogenem Siliciumdioxid, 6% Siloxan-Flüssigkeit, 4% Methylhydrogensiloxan-Flüssigkeit und 0,3% Ashby-Platinkatalysator-Lösung wurden in 90 g von Methylethylketon dispergiert. Die Mischung bildete eine stabile Dispersion mit einer Lösungsviskosität von 21 mm2/s (centistokes). Eine Probe von etwa 2,5 × 5 × 0,2 cm (1'' × 2'' × 0,75'') aus gehärtetem Methylvinylsilicon-Kautschuk mit einer Durometer-Härte von 45 wurde kurz in diese Lösung eingetaucht, herausgenommen und dann 5 Minuten lang an der Luft getrocknet. Der Fluorsilicon-Überzug war gleichmäßig, zusammenhängend und von ähnlicher Dicke wie in Beispiel 1 oben. Die Probe wurde dann in einem Ofen für 15 Minuten bei etwa 81°C (177°F) angeordnet, aus dem Ofen herausgenommen und auf Raumtemperatur abgekühlt. Der Überzug war fest gehärtet und wies sehr wenig Oberflächenklebrigkeit auf, konnte nicht abgerieben werden und haftete fest an der Oberfläche des Substrates aus Methylvinylsilicon-Kautschuk.

BEISPIEL 3 Herstellung von Fluorsilicon-Lösung C

10 g eines Fluorsilicon-Elastomers mit einer Durometer-Härte von 60 und einer etwaigen Zusammensetzung von 63% Fluorsilicon-Homopolymer, 4% Methylvinylsilicon-Polymer, 21% pyrogenem Siliciumdioxid, 6% Siloxan-Flüssigkeit, 4% Methylhydrogensiloxan-Flüssigkeit, 2% 2,4-Dichlorbenzoylperoxid-Paste und 0,3% Ashby-Platinkatalysator-Lösung wurden in 90 g von Methylethylketon dispergiert. Die Mischung bildete eine stabile Dispersion mit einer Lösungsviskosität von 21 mm2/s (centistokes). Eine Probe von etwa 2,5 × 5 × 0,2 cm (1'' × 2'' × 0,75'') aus gehärtetem Methylvinylsilicon-Kautschuk mit einer Durometer-Härte von 45 wurde kurz in diese Lösung eingetaucht, herausgenommen und dann 5 Minuten lang an der Luft getrocknet. Der Fluorsilixon-Überzug war gleichmäßig, zusammenhängend und von ähnlicher Dicke wie in Beispiel 1 oben. Die Probe wurde dann in einem Ofen für 15 Minuten bei etwa 81°C (177°F) angeordnet, aus dem Ofen herausgenommen und auf Raumtemperatur abgekühlt. Der Überzug war fest gehärtet und ohne Oberflächenklebrigkeit, hatte ein glänzendes Aussehen, konnte nicht abgerieben werden und haftete fest an der Oberfläche des Substrates aus Methylvinylsilicon-Kautschuk.

Die Ergebnisse veranschaulichen, daß das System durch Peroxid allein nicht härtbar ist. Platin-katalysierte Systeme ergeben eine befriedigend feste Härtung. Wie in Beispiel 3 gezeigt, ergeben eine Härtung durch Peroxid und Platin-Anlagerung zusammen ein ausgezeichnetes Ergebnis.

BEISPIEL 4 Wirkung der Menge des Platingruppen-Katalysators auf den Grad der Härtung

Die Fluorsilicon-Überzüge in den Vergleichsbeispielen 2 und 3 sind fester gehärtet als in den Beispielen 2 und 3. Der Fluorsilicon-Überzug im Vergleichsbeispiel 3 ist der am besten gehärtete ohne Oberflächen-Klebrigkeit. Dieser Überzug konnte nicht abgekratzt werden. Dieses Ergebnis zeigt klar, daß eine größere Platinmenge für eine hervorragende Härtung erwünscht ist und das duale Katalysatorsystem (die Kombination von Platin und Peroxid) die endgültige Härtung optimiert.

BEISPIEL 5

Ein modifizierter Test nach ASTM D-814 zur Ermittlung der Dampfdurchlässigkeit von Kautschuk aus flüchtigen Flüssigkeiten wurde benutzt, um die Wirksamkeit des in Beispiel 3 beschriebenen Überzuges zu bestimmen, das Durchdringen durch Methylvinylsilicon-Elastomer zu verringern. Dieser Test mißt das Durchdringungsvermögen von Flüssigkeiten durch eine elastomere Membran und berichtet das Gewicht (in g) von Flüssigkeits-Tröpfchen, die sich auf der gegenüberliegenden Oberfläche einer elastomeren Dichtung bilden, die auf einer Seite der Testflüssigkeit ausgesetzt ist. Die Testvorrichtung besteht aus einem Hülsengefäß von etwa 0,236 l (0,5 pint), ausgerüstet mit einer Schraubkappe vom Kerr-Typ, das eine Scheibe des Dichtungsmaterials einschließt, das aus einer flachen Folie des Testelastomers geschnitten wurde. Das Gefäß wurde zuerst mit 100 ml der Testflüssigkeit gefüllt, die Dichtung an Ort und Stelle befestigt und die Testeinheit dann umgedreht, so daß die Testflüssigkeit mit der inneren Oberfläche der elastomeren Dichtung in Berührung steht. Das Gefäß wurde dann 70 Stunden lang in einem Ofen bei etwa 121°C (250°F) angeordnet, aus dem Ofen herausgenommen, aufrecht hingestellt und dann ließ man es zwei Stunden lang auf Raumtemperatur abkühlen. Die äußere Oberfläche der Dichtung wurde auf Anzeichen eines Durchdringens von Öl untersucht und die Beobachtungen aufgezeichnet. Um die Durchdringung zu quantifizieren, wurde das Gesamtgewicht der Einheit auf 0,005 g bestimmt. Die äußere Oberfläche der kreisförmigen Dichtung wurde dann mit einem Tuch sauber gewischt und das Gewicht nochmals bestimmt. Der Gewichtsunterschied war das durchgesickerte Öl, und dieses wurde in g aufgezeichnet.

Proben von gehärteten Folien aus Methylvinylsilicon-Kautschuk einer Durometer-Härte von 45, die aus einer kommerziellen Dichtungsmasse durch Kompression geformt waren, wurden mit einem etwa 0,013 bis 0,025 mm (0,5-1,0 mil) dicken gehärteten Überzug aus Fluorsilicon gemäß der Lehre von Beispiel 3 eingekapselt und mit nicht überzogenen Proben des gleichen Methylvinylsilicon-Kautschukes verglichen, wobei man das oben beschriebene Sicker-Testverfahren benutzte. Die Dicke der geformten Folie aus Methylvinylsilicon betrug etwa 1,88 bis 2 mm (75-80 mil) und die Testflüssigkeit war von Ford in der Fabrik eingefülltes Motoröl 5W-30. Zusätzlich wurde dieser Test auch an etwa 1,88 bis 2 mm (75-80 mil) dicken geformten Folien aus festem Fluorsilicon-Elastomer und an etwa 1,88 bis 2 mm (75-80 mil) dicken geformten Folien aus stark gefülltem Methylvinylsilicon-Elastomer einer Durometer-Härte von 65 und hohem spezifischem Gewicht mit den folgenden Ergebnissen ausgeführt:

Die Ergebnisse zeigen, daß ein Fluorsilicon-Überzug Methylvinylsilicon-Substraten eine Beständigkeit gegen Durchsickern verleiht, die im wesentlichen äquivalent der des festen Fluorsilicon-Elastomers ist. Nach dem Aussetzen gegenüber Öl haftete der Fluorsilicon-Überzug weiter fest an dem Substrat aus Methylvinylsilicon ohne Anzeichen einer Delaminierung oder Beeinträchtigung.

Zusätzlich zeigen die Ergebnisse, daß bei nicht überzogenen Methylvinylsilicon-Massen das Durchsickern als eine Funktion der Füllstoffbeladung und des spezifischen Gewichtes abnimmt, doch ist es noch immer sichtbar und merklich größer als für die mit Fluorsilicon überzogenen Methylvinylsilicon-Substrate. Während stark gefüllte, ein hohes spezifisches Gewicht aufweisende Silicon-Kautschuk-Massen relativ schlechte physikalische Eigenschaften bei mäßigem Durchsickern aufweisen, zeigen mit Fluorsilicon überzogene Methylvinylsilicon-Massen ein vernachlässigbares Durchsickern ohne nachteilige Auswirkungen hoher Füllstoffbeladungen auf die physikalischen Eigenschaften.

BEISPIEL 6 Wirkung des Fluorsilicon-Überzuges auf die physikalischen Eigenschaften von Silicon-Kautschuk

Die Ergebnisse zeigen klar, daß der Fluorsilicon-Überzug eine vernachlässsigbare Wirkung auf die grundlegenden physikalischen Eigenschaften des Substrates auf Methylvinylsilicon-Elastomer hat.

Obwohl spezifische Beispiele der Erfindung beschrieben wurden, ist es nicht beabsichtigt, die Erfindung nur darauf zu beschränken, sondern es sollen alle Variationen und Modikationen eingeschlossen sein, die in den Umfang der beigefügten Ansprüche fallen.


Anspruch[de]
Verfahren zur Verringerung der Öldurchlässigkeit von Siliconkautschuk durch Aufbringen eines härtbaren Fluorsilicon-Überzugs auf ein Siliconkautschuksubstrat und Härten des Fluorsilicon-Überzugs mittels einer katalytischen Menge eines Hydrosilylierungs-Katalysators der Platingruppe und einer katalytischen Menge eines Peroxid-Katalysators. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Fluorsilicon-Überzug ein vinylhaltiges Fluorsilicon und ein wasserstoffhaltiges Siloxan aufweist. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als Peroxid-Katalysator Benzoylperoxid eingesetzt wird. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass als Peroxid-Katalysator 2,4-Dichlorbenzoylperoxid eingesetzt wird. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein Fluorsilicon-Überzug mit einem Gehalt von mehr als 80 Mol% Fluorsilicon aufgebracht wird. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass ein Fluorsilicon-Überzug mit einem Gehalt von mehr als 95 Mol% Fluorsilicon aufgebracht wird. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass ein Fluorsilicon-Überzug mit einem Gehalt von mehr als 99 Mol% Fluorsilicon aufgebracht wird. Verfahren nach Anspruch 1, worin der Fluorsilicon-Überzug des Weiteren ein nicht reaktionsfähiges Lösungsmittel umfasst. Verfahren nach Anspruch 8, worin das nicht reaktionsfähige Lösungsmittel ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus halogenierten Lösungsmitteln, Estern, Ketonen und Ethern sowie deren Mischungen. Verfahren nach Anspruch 1, wobei das Substrat in den Fluorsilicon-Überzug eingetaucht wird. Verfahren nach Anspruch 1, wobei der Fluorsilicon-Überzug auf das Substrat gesprüht wird. Verfahren nach Anspruch 1, wobei der Fluorsilicon-Überzug durch Hitze gehärtet wird. Verfahren nach Anspruch 1, wobei der Fluorsilicon-Überzug durch UV-Licht gehärtet wird. Verfahren nach Anspruch 1, wobei der Fluorsilicon-Überzug durch Elektronenstrahl gehärtet wird. Verfahren nach Anspruch 1, worin der Fluorsilicon-Überzug eine Dicke von 0,0025 bis 0,25 mm hat. Verfahren nach Anspruch 15, worin der Fluorsilicon-Überzug eine Dicke von 0,013 bis 0,075 mm hat. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Fluorsilicon-Überzug ferner einen Füllstoff enthält. Mit Fluorsilicon überzogenes Substrat, umfassend ein Silicon-Substrat, einen auf mindestens einer Oberfläche des Substrates aufgebrachten gehärteten Überzug aus Fluorsilicon-Elastomer, wobei der Überzug mittels einer katalytischen Menge eines Hydrosilylierungs-Katalysators und einer katalytischen Menge eines Peroxid-Katalysators gehärtet ist, wodurch die Öldurchlässigkeit des Substrates beträchtlich verringert ist. Mit Fluorsilicon überzogenes Substrat nach Anspruch 18, worin der Fluorsilicon-Überzug eine Dicke von 0,0025 bis 0,25 mm hat. Mit Fluorsilicon überzogenes Substrat nach Anspruch 19, worin der Fluorsilicon-Überzug eine Dicke von 0,013 bis 0,075 mm hat. Härtbare Fluorsilicon-Zusammensetzung, umfassend vinylhaltiges Fluorsilicon, wasserstoffhaltiges Siloxan, eine katalytische Menge eines Hydrosilylierungs-Katalysators aus der Platingruppe und eine katalytische Menge von Peroxid-Katalysator, worin der Fluorsilicon-Überzug mehr als 80 Mol% Gehalt an Fluorsilicon aufweist. Zusammensetzung nach Anspruch 21, worin der Peroxid-Katalysator Benzoylperoxid ist. Zusammensetzung nach Anspruch 22, worin der Peroxid-Katalysator 2,4-Dichlorbenzoylperoxid ist. Zusammensetzung nach Anspruch 21, worin der Fluorsilicon-Überzug mehr als 95 Mol% Gehalt an Fluorsilicon aufweist. Zusammensetzung nach Anspruch 24, worin der Fluorsilicon-Überzug mehr als 99 Mol% Gehalt an Fluorsilicon aufweist. Zusammensetzung nach Anspruch 21, worin der Fluorsilicon-Überzug weiter eine wirksame Menge eines nicht reaktionsfähigen Lösungsmittels umfaßt. Zusammensetzung nach Anspruch 26, worin das nicht reaktionsfähige Lösungsmittel ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus halogenierten Lösungsmitteln, Estern, Ketonen und Ethern sowie deren Mischungen. Zusammensetzung nach Anspruch 21, worin zusätzlich ein Füllstoff vorhanden ist. Mit der gehärteten Zusammensetzung nach Anspruch 21 überzogener Gegenstand. Gegenstand nach Anspruch 29, worin der Fluorsilicon-Überzug eine Dicke von 0,0025 bis 0,25 mm hat. Gegenstand nach Anspruch 30, worin der Fluorsilicon-Überzug eine Dicke von 0,013 bis 0,075 mm hat.






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