Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung für das tantrische Liebensleben
zweier Partner in einander zugewandter aufrechter Sitzstellung.
Es ist eine Reihe von unterschiedlichen Positionen für den Körperkontakt
zweier Personen bekannt, sowie eine Reihe von Vorrichtungen, die einige davon unterstützen.
Bei einer beliebten Stellung in den meditativen Sexualpraktiken des Ostens, die
zunehmend auch im europäischen Kulturkreis praktiziert wird, sitzen die Partner
einander gegenüber, wobei die Frau, von den Oberschenkeln des Mannes gestützt,
mit den Beinen die Hüften des Mannes umfasst. In dieser Position kann das Paar
auf bequeme Weise die sexuellen Energien fließen lassen.
Problematisch wird dies, wenn die Position über längere
Zeit eingehalten wird, da dies einerseits die Beweglichkeit des die Frau abstützenden
Mannes stark beeinträchtigen und/oder andererseits diesen durch die starke
Gewichtsbelastung Schmerzen oder körperliche Unannehmlichkeiten bereiten kann,
was dem angestrebten Fluss der sexuellen Energie abträglich ist. Problematisch
wird dies in gleicher Weise für die Frau, die sich mit Kraftanstrengung an
dem Mann festhalten muss.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung für
meditative Sexualpraktiken der vorangehend beschriebenen Art vorzuschlagen, die
durch eine Abstützung einen Körperkontakt der Partner ohne große
Kraftaufwendung und ohne körperliche Unannehmlichkeiten für die Partner
ermöglicht.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Vorrichtung
mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen
sind den Unteransprüchen zu entnehmen.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung weist ein Grundgestell
auf, vor dem der männliche der beiden Partner zu Sitzen kommen kann und das
die Körperlast des anderen, weiblichen Partners bei der Herstellung eines Körperkontaktes
zwischen den Partnern trägt. Das Grundgestell weist eine bezüglich des
männlichen Partners bewegbare Sitzfläche für den weiblichen Partner
auf, die bei Körperkontakt zwischen und/oder oberhalb der Oberschenkel des
männlichen Partners angeordnet ist.
Der Kürze halber werden fortan der männliche sowie der weibliche
Partner auch als Mann bzw. Frau bezeichnet. Die Sitzfläche ist zur Herstellung
des Körperkontaktes von einer von dem Mann entfernten Position in eine diesem
nahe Mediationsstellung derart bewegbar, dass das Becken der Frau nahe dem Becken
des Mannes über dessen Oberschenkel positioniert wird. Die Sitzposition der
Frau ist dabei „frei schwebend" gegenüber dem Mann, so dass die Oberschenkel
des Mannes, die sich unter dem Becken der Frau befinden, nicht belastet werden.
So kann die Frau mit ihren Beinen die Hüften des Mannes umschlingen und den
Körperkontakt herstellen, ohne den Mann in seiner Beweglichkeit wesentlich
einzuschränken und ohne ihn durch ihr Körpergewicht stark zu belasten.
Die Erfindung unterstützt weiterhin auch die körperliche
Vereinigung des Paares dadurch, dass sie die Beweglichkeit der Frau gegenüber
dem Mann erhöht und dem Mann ermöglicht, auf die Vereinigung in sitzender
Körperhaltung aktiv, ohne großen Kraftaufwand, Einfluss zu nehmen. Zu
dem „frei schwebenden" weiblichen Partner wird durch die erfindungsgemäße
Vorrichtung eine hohe Zugängigkeit erreicht, verbunden mit einer hohen Bewegungsfreiheit
für den männlichen Partner. Dabei kann der Körperkontakt ohne körperliche
Beeinträchtigung der Beine des Paares, wie z. B. Druckschmerzen oder Durchblutungsstörungen,
hergestellt werden. Besondere Vorteile der erfindungsgemäßen Vorrichtung
sind auch, dass sich die Partner körperlich sehr nahe sind und sich in aufrechter
Sitzhaltung mit gerader Wirbelsäule gegenüber sitzen. Dabei sitzt die
Frau ohne Kraftaufwand „auf" bzw. über dem Mann, der das Gewicht der
Frau nicht tragen und/oder halten muss, so dass das Paar diese Körperstellung
auf längere Zeit völlig entspannt beibehalten kann, ohne zu ermüden.
Vorteilhafterweise ist die Sitzfläche Teil eines im Wesentlichen
horizontal beweglich geführten Schlittens, der eine permanente Kraft in Richtung
des dem Mann zugeordneten, vorderen Endes des Grundgestells erfährt. Der Schlitten
nimmt damit selbstständig, ohne Unterstützung von einem oder beiden Partnern,
die Meditationsstellung ein und/oder verbleibt in dieser Stellung. Dabei kann er
sich vollkommen horizontal oder unter Absenkung zum vorderen Ende des Grundgestells
und somit zum Mann hin bewegen. Abhängig von der Ausführungsart kann der
Schlitten dabei durch Federkraft, durch Gewichtskraft oder durch Kombination der
beiden Kräfte bewegt werden, wobei die permanente Kraft durch die Auswahl eines
geeigneten Federelementes und/oder durch den Neigungswinkel der Schlittenführungen
bzw. durch die Neigung der Laufbahn für den Schlitten beeinflussbar ist.
So kann die Frau sich, gestützt von der Sitzfläche des Schlittens,
ohne Kraftaufwendung dem Mann nähern und in der Meditationsstellung verharren.
Die Entfernung vom Mann zur Aufhebung des Körperkontaktes erfordert eine entsprechende
Gegenkraft, die von dem Mann und/oder von der Frau aufzubringen ist und die größer
ist als die permanente Kraft und entgegengesetzt zu ihr gerichtet.
In einer bevorzugten Ausführungsform ist mit einer Bewegung der
Sitzfläche hin zu dem vorderen Ende des Grundgestells, d.h. zum Mann hin, eine
Absenkung der Sitzfläche gekoppelt. Mit der Sitzfläche wird die Frau zu
dem Mann hin abgesenkt. Dementsprechend erfolgt bei der Bewegung der Sitzfläche
in entgegengesetzter Richtung eine Anhebung der Sitzfläche und damit der Frau.
Dazu ist die Sitzfläche beispielsweise auf einem Schlitten montiert, der sich
mit Rollen auf einer zum vorderen Ende des Grundgestells geneigten Bahn bewegt.
Dies ermöglicht dem Mann oder der Frau, die Position des Schlittens jederzeit
mit geringem Kraftaufwand zu verändern, so dass die Frau mit Leichtigkeit bezüglich
dem Mann bewegbar ist, und zwar auf und ab sowie zu und fort gegenüber dem
Mann, der vor der Frau sitzt. Damit kann der Körperkontakt, mit oder ohne körperliche
Vereinigung, frei und unbeschwert von Muskelkraft, flexibel und rhythmisch variiert
werden, wobei sich die Partner zur Steigerung und Optimierung des sexuellen Erlebens
optimaler Bewegungsfreiheit erfreuen können.
In einer Ausgestaltung der Erfindung ist die Höhe der Sitzfläche
bezüglich dem Grundgestell, insbesondere gegenüber dem Schlitten, einstellbar.
Damit kann die Sitzhöhe der Frau an die Beckenhöhe des sitzenden Mannes
angepasst werden und zwar unabhängig davon, ob der Mann direkt auf dem Boden
oder etwas erhöht, beispielsweise auf einem Meditationskissen sitzt. Außerdem
können damit auch unterschiedliche Staturen der Partner ausgeglichen werden.
Um einen für den Körperkontakt angenehmen Abstand zwischen den Oberschenkeln
des Mannes und dem Becken der Frau einzustellen, soll die Sitzflächenbefestigung
als variable, in der Höhe einstellbare Steck- oder Schraubverbindung ausgeführt
sein.
Bevorzugt wird außerdem eine Ausführungsform der Vorrichtung,
bei der die Sitzfläche über das vordere Ende des Grundgestells hinaus
verschiebbar ist, so dass diese in der Meditationsstellung in Längsrichtung
über das Grundgestell vorsteht. Dies bewirkt, dass das Grundgestell und/oder
der Schlitten. welche die Sitzfläche tragen, die außerdem über das
vordere Ende des Schlittens vorsteht, beim Körperkontakt nicht stört.
Damit nimmt die erfindungsgemäße Vorrichtung nicht oder nur unwesentlich
Einfluss auf die Sitzhaltung oder Bewegungsfreiheit der Partner, wenn die Sitzfläche
zwischen bzw. über den geöffneten Oberschenkeln des Mannes positioniert
wird.
Auf den beweglichen Schlitten wirkt durch das Körpergewicht der
Frau, die sich auf der Sitzfläche abstützt, ein Drehmoment ein. Damit
der Schlitten mit der Sitzfläche und mit der Frau nicht zum vorderen Ende des
Grundgestells und damit zum Mann hin abkippt, ist die Vorrichtung vorteilhafterweise
mit Mitteln zur Kompensation des auftretenden Kippmomentes in einer über das
Grundgestell vorstehenden Position der Sitzfläche ausgestattet.
Die Abstützung des Schlittens kann auf unterschiedliche Weise
erreicht werden. Bevorzugte Arten sind die Anordnung eines Gegengewichtes an dem
der Sitzfläche gegenüberliegenden Ende des Grundgestells bzw. des Schlittens,
eine Führung des Schlittens an dem Grundgestell, die ausschließlich eine
im Wesentlichen horizontale Bewegung des Schlittens mit der Sitzfläche zulässt,
oder auch eine Abstützung des Schlittens zur Raumdecke hin.
In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung
weist die Sitzfläche an einer dem vorderen Ende des Grundgestells zugewandten
Seite mindestens eine Aussparung auf, die bei der Herstellung des Körperkontaktes
zwischen den beiden Partnern einen freien Raum zum Becken des Mannes hin bildet.
Der freie Raum liegt zwischen den Genitalbereichen der beiden Partner und bietet
so dem Paar Zugang zu den Genitalien des jeweiligen anderen Partners. Er ermöglicht
insbesondere dem männlichen Partner sich mit dem weiblichen Partner körperlich
zu vereinigen.
Die Sitzfläche für die Frau kann verschieden geformt sein,
beispielsweise oval, dreieckig, rechteckig usw., und die Aussparung ebenso, wobei
eine anatomisch-ergonomische Form bevorzugt wird. Für eine komfortable Benutzung
ist es ferner günstig, wenn die Sitzfläche als Sitzpolster ausgebildet
ist. Das Material für die Polsterung soll nun einerseits der Frau eine gewisse
Unterstützung des Gesäßes bieten, aber andererseits auch eine gewisse
Nachgiebigkeit aufweisen. Als Polstermaterial kommen daher vor allem Schaumstoff,
textiles Vlies oder dgl. in Frage. Da das Sitzpolster im direkten Kontakt mit der
Haut der Partner tritt, ist als Bezug für das Sitzpolster zweckmäßigerweise
ein hautsympathisches, insbesondere wasch- bzw. abwaschbares Material vorgesehen.
Vorteilhaft ist es auch, die Sitzfläche und/oder den Schlitten
mit Haltegriffen für den männlichen und/oder den weiblichen zu versehen.
Dies ermöglicht einerseits, dem Mann den Schlitten auf bequeme Art in rhythmische
Bewegungen zu versetzen, die auf- und ab- bzw. vor- und zurückgerichtet sind,
und andererseits, der Frau und/oder dem Mann sich dabei mit den Händen an dem
Schlitten bzw. der Sitzfläche abzustützen.
Nachfolgend wird die Erfindung anhand eines in der Zeichnung dargestellten
Ausführungsbeispiels näher erläutert. Weitere vorteilhafte Merkmale
der Erfindung ergeben sich aus der folgenden Beschreibung des Ausführungsbeispieles
der Erfindung in Verbindung mit den Ansprüchen und der beigefügten
Zeichnung. Die einzelnen Merkmale können für sich allein oder zu mehreren
bei unterschiedlichen Ausführungsformen der Erfindung verwirklicht sein. Es
zeigen:
1 eine Darstellung der Körperkontaktstellung der
beiden Partner ohne die erfindungsgemäße Vorrichtung; und
2 eine perspektivische Darstellung der erfindungsgemäßen
Vorrichtung.
1 zeigt die beliebte Stellung für den Körperkontakt
gemäß den meditativen Sexualpraktiken des Ostens, die die erfindungsgemäße
Vorrichtung unterstützen soll. Dabei sitzen sich zwei Partner 1,
2, mit aufgerichtetem Oberkörper, in einer einander zugewandten Sitzstellung
gegenüber. Der Partner 1 (Mann) sitzt im Lotus-Sitz auf einem Boden
3. Der Partner 2 (Frau) sitzt auf den Oberschenkeln des Partners
1 und umfasst mit den Beinen die Hüften des Partners 1. Dabei
trägt der Mann das gesamte Körpergewicht der Frau.
2 zeigt die erfindungsgemäße Vorrichtung
4 in einer perspektivischen Darstellung. Die dargestellte Vorrichtung
4 ist im Wesentlichen aus einem Holzwerkstoff hergestellt und zweckmäßigerweise
so ausgeführt, dass sie zerlegbar und somit auf kleinem Raum verstaubar ist.
Sie weist ein Grundgestell 5 auf, das auf dem Boden 3 steht, sowie
einen im Wesentlichen horizontal verschiebbaren Schlitten 6. Auf dem Schlitten
6 ist eine Sitzfläche 7 in Form eines Sitzpolsters angeordnet,
das zur Abstützung des in der 2 nicht dargestellten
weiblichen Partners 2 vorgesehen ist. Ein vorderes Ende 8 des
Schlittens 6, an dem das Sitzpolster 7 angeordnet ist, ist dem
in der 2 nicht dargestellten männlichen Partner
1 zugeordnet. Der Partner 1 kann, ähnlich wie in der
1 dargestellt, vor einem vorderen Ende 9 des
Grundgestells 5 auf den Boden 3, mit oder ohne Meditationskissen,
sitzen. Das vordere Ende 8 des Schlittens 6 ist über dem
vorderen Ende 9 des Grundgestells 5 angeordnet, wobei die Sitzfläche
7 mit einer dem Mann 1 zugewandten Seite 10 über
die vorderen Enden 8, 9 des Schlittens 6 bzw. des Grundgestells
5 vorsteht.
Der Schlitten 6 ist mittels Rollen 11 und Rollen
12 in Längsrichtung gegenüber dem Grundgestell 5 ohne
großen Kraftaufwand verschiebbar, wobei die Rollen 11 vorne unten
am Schlitten 6 und die Rollen 12 hinten oben am Grundgestell
5 angeordnet sind. Die Rollen 11, die unterhalb der Sitzfläche
7 befestigt sind, übertragen das Körpergewicht der Frau
2 vom Schlitten 6 auf das Grundgestell 5. Sie laufen
auf zum vorderen Ende 9 des Grundgestells 5 hin geneigten Bahnen
13. Damit ist an die Horizontalbewegung des Schlittens 6, der
Sitzfläche 7 trägt, eine Vertikalbewegung der Sitzfläche
7 gekoppelt. Beim Bewegen des Schlittens 6 zum vorderen Ende
9 des Grundgestells 5 hin, wird die Sitzfläche
7 gleichzeitig abgesenkt und bei Umkehrung der Bewegungsrichtung angehoben.
Die hinteren Rollen 12 führen den Schlitten
6 an einem der Sitzfläche 7 gegenüberliegenden Ende
14 und verhindern ein Kippen des Schlittens 6 nach vorne in Richtung
des vorderen Endes 9 des Grundgestells 5. Sie bilden die Mittel
15 zur Kompensation des durch das Körpergewicht des Partners
2 verursachten Kippmomentes. Dazu sind die Rollen 12 in einer
U-förmigen Konstruktion 16 angeordnet, die das hintere Ende
14 des Schlittens 6 verschiebbar führt und stützen das
hintere Ende 14 des Schlittens 6 nach oben und nach unten hin
ab. Sie ermöglichen eine im wesentlichen horizontale Verschiebung des Schlittens
6. Des Weiteren ist an dem der U-förmigen Konstruktion 16
zugeordneten hinteren Ende 17 des Grundgestells 5 eine Auflageplatte
18 für ein in der 2 nicht dargestelltes
Gegengewicht angeordnet, die das Grundgestell 5 an dem hinteren Ende
17 nach hinten überragt.
Die Sitzfläche 7 weist eine anatomisch-ergonomische
Form mit einer Polsterung auf. Insbesondere in einem vorderen Bereich
19 ist die Sitzbreite gegenüber einem hinteren Bereich 20
reduziert. Außerdem ist an der dem Schlitten 6 abgewandten Seite
10 des Sitzpolsters 7 eine halbovale Aussparung 21 vorgesehen,
für die Bildung eines freien Raumes in der dargestellten Meditationsstellung
zu dem nicht dargestellten Mann 1. Außerdem sind im hinteren Bereich
20 der Sitzfläche 7 Haltegriffe 22 zum Abstützen
am und zum Verschieben des Schlittens 6 vorgesehen.