Die Erfindung betrifft eine Inverted F-Antenne (IFA) mit einem streifenförmigen
Hauptstrahler und dazu senkrecht ausgerichteten streifenförmigen Signal- und
Masseverbindungen, wobei die Masseverbindung einem Ende des Hauptstrahlers zugeordnet
und die Signalverbindung dazu benachbart angeordnet ist.
Für den Betrieb tragbarer Telefon- und Navigationsgeräte
werden besonders kleine und kompakte Antennen benötigt, die in ihrer Empfangs-
und Sendeempfindlichkeit möglichst unbeeinflußt von Änderungen in
der Ausrichtung der Geräte sind und auf die benötigten Frequenzen gut
abstimmbar sind.
Die IFA ist bekannt als eine im Kurzschluß betriebene umgekehrte
L-Antenne mit offenem stabförmigem Hauptstrahler. Der Hauptstrahler wird parallel
zur Massebezugsfläche ausgerichtet. Über den L-Schenkel wird das Signal
durch die Massebezugsfläche isoliert hindurchgeführt. Der Hauptstrahler
wird über den abgehenden L-Schenkel hinaus verlängert und über einen
weiteren Schenkel im Kurzschluß mit der Massebezugsfläche verbunden. Die
gesamte Anordung gleicht damit einem umgekehrten F. Die Gesamtlänge L des Hauptstrahlers
ist auf die Sende-/Empfangsfrequenz abgestimmt. Der Abstand H des Hauptstrahlers
zur Massebezugsfläche und die Länge L bestimmen die Eingangsimpedanz der
Antenne. Über den Abstand S zwischen den beiden F-Schenkeln kann die Impedanz
abgestimmt werden.
Die Dimensionierung der IFA kann mit Hilfe bekannter Rechenprogramme
ermittelt werden. Für den Anwendungsbereich der üblichen Kommunikationsfrequenzen
von 824 bis 894 MHz und der zivilen GPS-Frequenz von 1575 MHz. Ergeben sich sehr
kompakte Abmessungen. Ein Nachteil der stabförmigen IFA ist ihre geringe Bandbreite.
Eine Steigerung der Bandbreite und der Strahlungseffektivität
wird durch eine planare Ausbildung des Hauptstrahlers parallel zur Massebezugsfläche
erreicht. Der Kurzschluß zur Massebezugsfläche wird über eine streifenförmige
Verbindung hergestellt. Die Signalleitung wird an einer geeigneten Stelle mit der
planaren Fläche verbunden. Die Größe und die Form der Antennenplatte,
ihr Abstand zur Massebezugsfläche, die Form und Anordnung der Masseverbindung
und die Lage des Signalverbindungspunktes haben wesentlichen Einfluß auf die
elektrischen Eigenschaften der planaren IFA. Ihre Dimensionierung und Konstruktion
ist daher wesentlich komplexer als bei der stabförmigen IFA.
Für Entwicklungsaufgaben ist eine IFA bekannt, die aus streifenförmigen
Leiterbahnen auf einem Epoxidharz-Trägermaterial besteht. Die Leiterbahren
liegen am Rand einer Platine neben der Massebezugsfläche. Die Grundfläche
der Antenne mit den elektronischen Elementen für die Signalbearbeitung ist
daher größer. Eine nachträgliche Abstimmung der geometrischen Einflußgrößen
ist nicht möglich.
Der Erfindung lag daher die Aufgabe zugrunde, eine einfach zu fertigende,
nachträglich abstimmbare IFA mit omnidirektional konstanter Sende-/Empfangsleistung
anzugeben, die platzsparend und ohne aufwändige Justierung mit der Massebezugsfläche
und der Signalleitung auf einer Platine verbunden werden kann. Die Anordnung der
IFA auf der Platine sollte eine Anpassung der Raumform an bestimmte Gehäuseformen
ermöglichen und insbesondere bei handgehaltenen Geräten unabhängig
von deren Ausrichtung eine weitgehend konstante Empfangsleistung sicherstellen.
Diese Aufgabe wird bei einer Antenne der eingangs genannten Art erfindungsgemäß
dadurch gelöst, daß die Antenne als einteiliges Element aus einem flachen
Metallblech-Streifen gefertigt ist. Die Fußpunkte der Signal und Masseverbindungen
sind zweckmäßigerweise mit nasenförmigen Vorsprüngen zum Einsetzen
in Lötaugen einer Platine versehen. Die Anordnung der Antenne auf einer Platine
mit Massebezugsfläche und elektronischen Elementen zur Signalbearbeitung erfolgt
in der Weise, daß die Fläche des Hauptstrahlers senkrecht zur Massebezugsfläche
ausgerichtet ist. In besonders vorteilhafter Weise werden zwei im Winkel zueinander
stehende Antennen vorgesehen, deren Signalverbindungen im Verhältnis zur Resonanzwellenlänge
der Antenne nahe beieinander stehen und mit einem Signalvereiniger verbunden sind.
Der Winkel beträgt vorzugsweise 90°. Die Fläche des Hauptstrahlers
kann in Längsrichtung auch gebogen sein.
Die Fertigung des Antennenelementes als einteiliges Element ermöglicht
ein geschlossenes geometrisches Design unter Anwendung bekannter Simulations-Rechenprogramme.
Die geometrischen Daten können direkt in eine CAD-gesteuerte Fertigungsanlage
übertragen werden. Ein flacher Metallblech-Streifen kann sowohl mit Hilfe einer
Laserschneidmaschine in der gewünschten Form ausgeschnitten oder die Form in
einer Ätzanlage hergestellt werden. Für die Massenherstellung sind auch
Stanzverfahren möglich. Die Wahl des Metalles kann den verschiedenen Herstellverfahren
angepaßt werden.
Das fertige Antennenelement hat eine für die Handhabung zum Einbau
und beim Betrieb günstige Steifigkeit. Da die Betriebsparameter von den geometrischen
Dimensionen des Antennenelements abhängen, können diese nachträglich
z.B. durch Schleifen, Fräsen, Feilen oder ähnliches nachgearbeitet werden.
Die nasenförmigen Vorsprünge an den Fußpunkten können zur Montage
in dafür vorgesehene Lötaugen in einer Platine eingesetzt werden. Dafür
können sowohl Bestückungsroboter als auch ungeübte Hilfskräfte
eingesetzt werden.
Die einstückige Form des Antennenelements mit den Einsetznasen
ist der vorgesehenen Betriebsweise der Antenne mit Ausrichtung ihrer Fläche
senkrecht zur Massebezugsfläche angepaßt. Diese Lösung steht im Gegensatz
zu den bekannten Erfahrungen, nach denen die Fläche des Hauptstrahlers parallel
zur Massebezugsfläche auszurichten ist, wenn eine Leistungssteigerung erreicht
werden soll. In überraschender Weise hat sich jedoch gezeigt, daß insbesondere
bei handgehaltenen Geräten mit wechselnder Ausrichtung des Gerätes und
damit der Antenne im Raum eine weitgehend konstante Empfangsleistung erreicht werden
kann.
Dieser Effekt kann damit erklärt werden, daß für im
wesentlichen im Zenit stehende Sender bei waagerechter Ausrichtung des Empfangsgerätes
die Dicke des Antennenstreifens wie eine herkömmliche stabförmige IFA
wirkt. Bei zunehmender Neigung des Gerätes vergrößert sich die zum
Zenit ausgerichtete effektive Dicke, so daß die erfindungsgemäße
Antenne wie eine IFA mit kontinuierlich veränderbarem Stabdurchmesser arbeitet.
Für im wesentlichen im Horizont stehende Sender und waagerechte
Ausrichtung des Gerätes ist die Breite des Antennenstreifens für die Empfangsleistung
bestimmend. Da in diesem Fall der effektive Stabdurchmesser einer äquivalenten
stabförmigen IFA bei zunehmender Neigung des Gerätes abnimmt, ergibt sich
eine bevorzugte Anwendung der erfindungsgemäßen Antennenanordnung für
den GPS-Empfang.
Bei handgehaltenen Geräten mit waagerecht liegenden stabförmigen
Antennen ist zu beobachten, daß die Empfangsleistung bei einer Drehung um die
zur waagerechten Ausrichtung senkrechte Achse mit zunehmender Abkehr vom Ort des
Senders abnimmt. Bei der Anwendung der erfindungsgemäßen Antennenform
hat sich in überraschender Weise herausgestellt, daß zwei gleiche Antennen
im Winkel zueinander auf der Platine aufgestellt werden können, wenn darauf
geachtet wird, daß ihre Signalverbindungen im Verhältnis zur Resonanzwellenlänge
der Antennen nahe beieinander stehen. Da der Abstand zwischen dem Massekurzschluß
und der Signaleinspeisung bei einer IFA üblicherweise wesentlich kleiner als
die Länge des Hauptstrahlers ist, wird die vorgenannte Bedingung ohne weiteres
erfüllt, wenn die freien Enden des Hauptstrahlers die Schenkel des Winkels
zwischen den beiden Antennen bilden. Bei dieser Anordnung hat sich ergeben, daß
die beiden Antennen sich wie eine einzige Antenne verhalten, wenn ihre Signalverbindungen
über einen Signalvereiniger verbunden werden. Die bei einer Drehung entstehende
Verringerung der Empfangsleistung der einen Antenne wird durch eine entsprechende
Steigerung der Empfangsleistung der anderen Antenne ergänzt. Die üblicherweise
bei der Zusammenschaltung von Antennen auftretenden Interferenzen der Signale durch
Phasenverschiebungen sind nicht zur beobachten.
Die Rundumwirkung der neuen Antennen kann noch dadurch verbessert
werden, daß die Flächen des Hauptstrahlers in Längsrichtung gebogen
werden. Dies ermöglicht zusätzlich eine Anpassung der Antennenanordnung
an zylindrische Gehäusedeckel, wie sie z.B. bei Empfangsgeräten zur Montage
auf Fahrzeugen verwendet werden.
Ausführungsbeispiele der erfindungsgemäßen Antenne
und der Anordnung auf einer Platine sind in der Zeichnung schematisch dargestellt
und werden nachfolgend beschrieben. Dabei zeigen
1 eine Ansicht der Antenne und
2 eine Anordnung von zwei im Winkel zueinander stehenden
Antennen auf einer Platine.
1 zeigt in einer Ansicht eine aus einem flachen Metallblech-Streifen
einstückig gefertigte IFA mit Hauptstrahler 1, Signalverbindung
2 und Masseverbindung 3. An den Fußpunkten der Signalverbindung
2 und der Masseverbindung 3 sind nasenförmige Vorsprünge
4, 4' vorgesehen. Die üblichen geometrischen Einflußgrößen
L, H und S sind angegeben. Die Höhe H ist auf eine Massebezugsfläche
5 bezogen. Die Länge L entspricht einem Viertel der Resonanzwellenlänge
der Antenne.
2 zeigt die Anordnung von zwei im rechten Winkel zueinander
und senkrecht auf einer Platine 6 mit Massebezugsfläche
5 stehende Antennen 1, 1'. Die Signalverbindungen
2, 2' stehen nahe beieinander und werden über Leiterbahnen
an einen Signalvereiniger 7 geführt. Anstelle der gestreckten Ausrichtung
der Hauptstrahler 1, 1' können diese auch in Längsrichtung
gebogen sein.
- 1,1'
- Hauptstrahler
- 2,2'
- Signalverbindung
- 3, 3'
- Masseverbindung
- 4, 4'
- nasenförmige Vorsprünge
- 5
- Massebezugsfläche
- 6
- Platine
- 7
- Signalvereiniger
- L
- Gesamtlänge Hauptstrahler
- H
- Abstand des Hauptstrahlers zur Massebezugsfläche
- S
- Abstand Signalverbindung und Masseverbindung