Diese Erfindung betrifft mesoporöse Makrostrukturen, die aus
mikroporösem anorganischen Material zusammengesetzt sind, welche Makrostrukturen
kontrollierte Größe, Form und/oder Porosität aufweisen können,
und ein Verfahren zur Herstellung solcher Makrostrukturen.
2. Beschreibung des Standes der Technik
Sowohl mesoporöses anorganisches Material als auch mikroporöses
anorganisches Material sind durch eine große spezifische Oberfläche in
den Poren gekennzeichnet und werden in einer großen Anzahl von Anwendungen
von beträchtlicher kommerzieller Bedeutung verwendet. Die Begriffe "poröses
anorganisches Material" und "poröses Material", wie hierin verwendet, schließen
mesoporöses anorganisches Material, mikroporöses anorganisches Material
und Mischungen oder Kombinationen davon ein.
In den meisten Anwendungen, die poröses anorganisches Material
verwenden, kann die Tatsache, dass die Phasengrenze zwischen dem festen porösen
Material und dem Medium (Flüssigkeit oder Gas), in dem die Anwendung erfolgt,
groß ist, sehr wichtig sein. Katalysatoren mit heterogener Phase, die in Raffinierverfahren,
petrochemischen Umwandlungsverfahren und verschiedenen umweltbezogenen Anwendungen
eingesetzt werden, umfassen oft eine Verwendung von porösem anorganischen Material,
insbesondere mikroporösem Material. Adsorbenzien für die selektive Adsorption
in der Gas- oder Flüssigphase oder für die selektive Trennung von ionischen
Verbindungen sind oft poröses anorganisches Material. Zusätzlich zu diesen
Anwendungen sind poröse anorganische Materialien kürzlich in einer Reihe
von technisch weiter fortgeschrittenen Gebieten zunehmend eingesetzt worden. Beispiele
für solche Verwendungen schließen die Verwendung in chemischen Sensoren,
in Brennstoffzellen und Batterien, in Membranen zur Trennung oder für katalytische
Zwecke, während Chromatographie für präparative oder analytische
Zwecke, in der Elektronik und Optik und in der Herstellung von verschiedenen Typen
von Verbundmaterialien ein.
Obwohl eine große Phasengrenzfläche oft ein fundamentales
Erfordernis für die Verwendung von porösen Materialien in verschiedenen
Anwendungen ist, müssen diese Materialien einer Reihe von zusätzlichen
Erfordernissen in Bezug auf das spezielle Anwendungsgebiet genügen. Zum Beispiel
muss die in den Poren des porösen anorganischen Materials zur Verfügung
stehende große Phasengrenzfläche zugänglich und verwendbar sein.
Daher sind die Porosität, Porengröße und Porengrößenverteilung
in großen Poren (Meso- und Makroporen) oft von großer Bedeutung, insbesondere
wenn der Massentransport die Leistungsfähigkeit des Verfahrens beeinflusste.
Die Oberflächeneigenschaften des porösen Materials können ebenfalls
für die Leistung des Materials in einer bestimmten Anwendung wichtig sein.
In diesem Zusammenhang ist die Reinheit des Materials, das die Makrostruktur umfasst,
ebenfalls von Bedeutung.
In den meisten Anwendungen sind die Größe und Form der porösen
Makrostrukturen, die das poröse anorganische Material enthält, und das
Ausmaß der Variation dieser Eigenschaften sehr wichtig. Während der Verwendung
können die Größe und Form der porösen Makrostrukturen Eigenschaften
wie den Massentransport innerhalb der porösen Strukturen, den Druckabfall über
einem Bett aus Teilchen aus dem Makrostrukturmaterial und die mechanische und thermische
Festigkeit des Makrostrukturmaterials beeinflussen. Die Faktoren, die am wichtigsten
sind, variieren in Abhängigkeit von der Anwendung, in der die Makrostrukturen
eingesetzt werden, sowie von der Konfiguration des Verfahrens, in dem die Anwendung
erfolgt. Techniken, die die Produktion von Makrostrukturmaterialien mit erhöhter
spezifischer Oberfläche, verbesserter Porenstruktur (Porengröße/Porengrößenverteilung),
verbesserter chemischer Zusammensetzung, verbesserter mechanischer und thermischer
Festigkeit sowie verbesserter und einheitlicher Größe und Form erlauben,
sind demnach erforderlich, um poröse anorganische Makrostrukturen im Hinblick
auf verschiedene Anwendungen maßzuschneidern.
Mesoporöse anorganische Materialien schließen amorphe Metalloxidmaterialien
(nicht kristallin) ein, die eine mesoporöse und gegebenenfalls teilweise mikroporöse
Struktur aufweisen. Die Porengröße des mesoporösen anorganischen
Materials liegt gewöhnlich im Bereich von etwa 20 Å bis etwa 500 Å.
Mikroporöse anorganische Materialien schließen kristalline
Molekularsiebe ein. Molekularsiebe sind durch die Tatsache gekennzeichnet, dass
sie mikroporöse Materialien mit Poren einer wohl definierten Größe sind,
die diskret von etwa 2 Å bis etwa 20 Å reichen. Die meisten Moleküle,
ob in der Gas- oder flüssigen Phase, und sowohl anorganische als auch organische
weisen Abmessungen auf, die bei Raumtemperatur in diesen Bereich fallen. Das Auswählen
einer Molekularsiebzusammensetzung mit einer geeigneten und diskreten Porengröße
erlaubt daher die Trennung von spezifischen Molekülen aus einer Mischung mit
anderen Molekülen von unterschiedlicher Größe durch selektive Adsorption,
daher der Name "Molekularsieb". Abgesehen von der selektiven Adsorption und selektiven
Trennung der nicht geladenen Molekularsiebteilchen, erlaubt das wohl definierte
und diskrete Porensystem eines Molekularsiebs den selektiven Ionenaustausch von
geladenen Teilchen und selektive Katalyse. In dem letzteren der beiden Fälle
schließen signifikante Eigenschaften außer der Mikrostruktur z.B. die
Ionenaustauschkapazität, die spezifische Oberfläche und Azidität
ein.
Molekularsiebe können über ihre chemische Zusammensetzung
und ihre strukturellen Eigenschaften in verschiedene Kategorien klassifiziert werden.
Eine Gruppe von Molekularsieben von kommerziellem Interesse ist die Gruppe, die
die Zeolithe umfasst, die als kristalline Aluminiumsilikate definiert werden. Eine
andere Gruppe ist die der Metallsilikate, strukturell analog zu Zeolithen, mit Ausnahme
der Tatsache, dass sie im Wesentlichen frei von Aluminium sind (oder nur sehr geringe
Mengen davon enthalten). Noch eine andere Gruppe von Molekularsieben sind Molekularsiebe
auf AlPO-Basis, die ein Netzwerk auf tetraedrischen Einheiten aus Aluminiumoxid
(AlO2) und Phosphoroxid (PO2) und gegebenenfalls Siliciumdioxid
(SiO2) enthalten. Beispiele für solche Molekularsiebe schließen
SAPO, ALPO, MeAPO, MeAPSO, ELAPO und ELAPSO ein.
Eine Zusammenfassung des Standes der Technik im Bezug auf die Herstellung,
Modifikation und Charakterisierung von Molekularsieben ist in dem Buch "Molecular
Sieves – Principles of Synthesis and Identification", (R. Szostak, Blackie
Academic & Professional, London, 1998,2. Ausgabe) beschrieben. Zusätzlich zu
Molekularsieben sind amorphe Materialien, hauptsächlich Siliciumdioxid, Aluminiumsilikat
und Aluminiumoxid als Adsorbenzien und Katalysatorträger verwendet worden.
Eine Anzahl von lange bekannten Techniken, wie Sprühtrocknung, Sprühkristallisation,
Pelletieren und Extrusion sind verwendet worden und werden verwendet, um Makrostrukturen
in Form von, z.B., kugelförmigen bzw. kugelähnlichen Teilchen, Extrudaten,
Pellets und Tabletten von sowohl Materialien mit Mikroporen als auch anderen Typen
von porösen Materialien zur Verwendung in Katalyse, Adsorption und Ionenaustausch
herzustellen. Eine Zusammenfassung dieser Techniken ist in "Catalyst Manufacture",
A.B. Stiles und T.A. Koch, Marcel Dekker, New York, 1995 beschrieben.
Aufgrund der begrenzten Möglichkeiten, mit den bekannten Techniken
Makrostrukturen von amorphen und/oder Molekularsiebtypzusammensetzungen herzustellen,
sind beträchtliche Investitionen getätigt worden, um neue Wege zur Herstellung
von Makrostrukturen solcher porösen anorganischen Materialien zu finden, mit
einem gewissen Schwerpunkt auf denjenigen in Form von Schichten mit einer kontrollierbaren
Porenstruktur zusammen mit der erforderlichen mechanischen Festigkeit der Makrostruktur.
Die WO-A-94/25151 beinhaltet die Herstellung von Schichten aus Molekularsieben
mittels eines Verfahrens, bei dem Impfkristalle von Molekularsieben auf einer Substratoberfläche
abgeschieden werden, und dann veranlasst werden, in eine kontinuierliche Schicht
zusammenzuwachsen. Die WO-A-94/25152 beinhaltet die Herstellung von Schichten aus
Molekularsieben mittels der Einbringung eines Substrats in eine Syntheselösung,
die für die Zeolithkristallisation eingestellt ist, und Kristallisation mit
einer graduellen Zunahme der Synthesetemperatur. Die WO-A-94/05597 beinhaltet die
Produktion von kolloidalen Suspensionen von identischen Mikroteilchen aus Molekularsieben
mit einer durchschnittlichen Größe von unterhalb 200 nm. Die WO-A-90/09235
beinhaltet ein Verfahren zur Herstellung eines Adsorbenzmaterials in Form eines
Monoliths durch Imprägnierung einer monolithischen Zellstruktur mit hydrophobem
Molekularsieb und anschließendem teilweisen Sintern des Molekularsiebs mit
dem Material, aus dem die Zellstruktur aufgebaut ist.
Obwohl für die Herstellung von porösen anorganischen Makrostrukturen
mit der gewünschten Größe und Form eine Reihe von verschiedenen Techniken
existieren, weisen diese Techniken eine Reihe von Beschränkungen auf, die die
Eigenschaften und Leistung der Makrostrukturen während ihrer Verwendung beeinträchtigen
können. Die meisten dieser Techniken erfordern die Verwendung eines amorphen
Bindemittels, um der Makrostruktur akzeptable mechanische Festigkeit zu verleihen.
Die Gegenwart eines solches amorphen Bindemittels kann bestimmte gewünschte
Eigenschaften nachteilig beeinflussen, wie hohe spezifische Oberfläche und
einheitliche chemische Zusammensetzung. Ferner schränken die meisten der bestehenden
Bindetechniken die Möglichkeit, die Makrostruktur in Bezug auf Größe
und Form maßzuschneidern, innerhalb enger Grenzen ein. Falls eine wohl definierte
Größe, bei enger Teilchengrößenverteilung, gewünscht ist,
ist es vielfach notwendig, und meistens erforderlich, erwünschte und unerwünschte
Makrostrukturen zu trennen, was während der Herstellung zu beträchtlichem
Abfall führen kann.
Die Verwendung von verschiedenen Typen von Bindemitteln kann ebenfalls
die Porenstruktur der Makrostrukturen beeinträchtigen, und
es ist oft notwendig, einen Kompromiss zwischen mechanischen Eigenschaften und Porengröße
zu finden. Oft ist es wünschenswert, eine bimodale Porengrößenverteilung
in den Makrostrukturen des porösen Materials zu haben, in der die Mikroporen
eine große spezifische Phasengrenzfläche beibehalten, während die
größeren Poren, die in der Makrostruktur im Meso- oder Makroporenbereich
existieren, den Transport von Molekülen zu diesen Mikroporenflächen erlauben
und auf diese Weise Diffusionsbeschränkungen vermeiden. Während der Herstellung
von Makrostrukturen unter Verwendung der zuvor bekannten Techniken kann ein zweites
System von Poren innerhalb des Meso- und/oder Makroporenbereichs erzeugt werden,
indem teilchenförmiges organisches Material mit organischem Material (z.B.
Cellulosefasern) gemischt wird, das später durch Calcinieren entfernt wird.
Diese Techniken erzeugen jedoch oft einen nachteiligen Effekt in Bezug auf die Eigenschaften
des resultierenden Makrostrukturmaterials.
ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
Die vorliegende Erfindung stellt ein Verfahren für die Herstellung
von Makrostrukturen aus porösen anorganischen Materialien mit kontrollierter
Größe, Form und Porosität zur Verfügung, bei dem es möglich
ist, die oben beschriebenen Probleme zu lösen oder zumindest abzuschwächen.
Ein erfindungsgemäßes Ziel ist es, die Nachteile bei den
bekannten Verfahren zur Herstellung von Makrostrukturen durch ein neues Verfahren
zu verringern oder zu beseitigen, das die Herstellung dieser Makrostrukturen ohne
Zusatz von Bindemitteln zur Erzeugung einer einheitlichen Makrostrukturendzusammensetzung
erlaubt. Ein weiteres erfindungsgemäßes Ziel ist es, ein Verfahren bereitzustellen,
gemäß dem die Endform, -größe- und -größenverteilung
der aus Molekularsiebteilchen zusammengesetzten Makrostrukturen gesteuert werden
kann. Ein weiteres erfindungsgemäßes Ziel ist es, ein Verfahren bereitzustellen,
gemäß dem sowohl die Porenstruktur der Molekularsiebteilchen, die die
Makrostruktur bilden, als auch eines zweiten Systems aus größeren Poren
innerhalb der Makrostruktur gesteuert werden kann. Ein weiteres erfindungsgemäßes
Ziel ist es, ein Verfahren zur Herstellung von Makrostrukturen aus porösem
Material mit guter mechanischer und thermischer Stabilität bereitzustellen.
Gemäß der vorliegenden Erfindung wird ein Verfahren zur
Herstellung von Makrostrukturen wie in Anspruch 1 definiert bereitgestellt.
Dementsprechend stellt das erfindungsgemäße Herstellungsverfahren
zunächst ein Verbundmaterial zur Verfügung, das porösen organischen
Ionenaustauscher und eine kontinuierliche dreidimensionale Matrix aus porösem
anorganischen Material umfasst, die innerhalb der dreidimensionalen Porenstruktur
aus dem porösen organischen Ionenaustauscher vorliegt. Die Entfernung des porösen
organischen Ionenaustauschers aus dem Verbundmaterial führt zu Makrostrukturen
mit guter mechanischer Festigkeit und Stabilität. Die Entfernung des organischen
Ionenaustauschermaterials aus dem Verbundmaterial kann durchgeführt werden,
bevor oder nachdem das poröse anorganische Material desselben hydrothermal
mit einem Struktursteuerungsmittel behandelt wird, um es in kristallinen Zeolithen
und/oder Molekularsiebmaterial umzuwandeln.
Diese Erfindung stellt ein Verfahren zum Herstellen von Makrostrukturen
aus porösem anorganischem Material mit kontrollierter Größe, Form
und Porosität zur Verfügung. Das Verfahren beinhaltet zunächst die
Herstellung von Verbundmaterial aus einer Mischung, die porösen organischen
Ionenaustauscher und eine Synthesemischung enthält, die in der Lage ist, mesoporöses
anorganisches Material zu bilden. In einer Ausführungsform dieses Verfahrens
kann die Synthesemischung von einer solchen Zusammensetzung sein, dass sie bei hydrothermaler
Behandlung vor oder nach Entfernung des organischen Ionenaustauschers in ein amorphes
Metalloxid umgewandelt wird, und dass sie sich bei einer weiteren hydrothermalen
Behandlung in Gegenwart von Struktursteuerungsmittel dann in eine Zeolith- und/oder
Molekularsiebzusammensetzung umwandelt. Nach Bildung des Verbundmaterials wird der
organische Ionenaustauscher aus dem Verbundmaterial entfernt, um die Makrostrukturen
zu erhalten.
Erfindungsgemäß hergestellte Makrostrukturen finden bei
der Umwandlung von Kohlenwasserstoffeinsatzmaterial Anwendung, das einen Katalysator
verwendet, der aus porösen Makrostrukturen aus porösem anorganischen Material
zusammengesetzt ist, die kontrollierte Größe, Form und Porosität
aufweisen können und ein dreidimensionales Netzwerk aus Teilchen aus porösem
anorganischen Material umfassen.
Beispiele für spezifische Kohlenwasserstoffumwandlungsverfahren,
in denen der Katalysator Anwendung findet, schließen katalytisches Cracken,
Alkylierung, Dealkylierung, Dehydrierung, Disproportionierung, Transalkylierung,
Hydrocracken, Isomerisierung, Entparaffinierung, Oligomerisierung und Reformierverfahren
ein.
Das erfindungsgemäße Herstellungsverfahren stellt Makrostrukturen
aus porösem anorganischen Material bereit, die kontrollierte Größe,
Form und Porosität aufweisen können und ein dreidimensionales Netzwerk
aus Teilchen aus porösem anorganischen Material umfassen.
KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
1 stellt eine schematische Beschreibung des erfindungsgemäßen
Verfahrens dar, die die verschiedenen Stufen bei der Herstellung von kugelförmigen
bzw. kugelähnlichen Teilchen oder dünnen Schichten aus amorphem Metalloxidverbundmaterial
zeigt, das entweder vor oder nach Entfernung des organischen Ionenaustauschers dann
durch hydrothermale Behandlung in Gegenwart von Struktursteuerungsmittel in eine
Makrostruktur umgewandelt wird, die aus Teilchen aus einer Zeolith- und/oder Molekularsiebzusammensetzung
zusammengesetzt ist.
2 zeigt SEM-Mikroaufnahmen der erfindungsgemäß
hergestellten calcinierten Produkte.
3 zeigt XRD-Muster der erfindungsgemäß hergestellten
calcinierten Produkte.
4 zeigt das XRD-Muster des gemäß Beispiel
3 hergestellten calcinierten Produkts.
DETAILLIERTE BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
Der poröse organische Ionenaustauscher kann durch Verwendung
von Fachleuten bekannten Techniken entfernt werden. Beispiele für solche Techniken
schließen Oxidationsverfahren wie Calcinierung und chemische Entfernung wie
durch chemische Zerstörung oder chemische Auflösung ein. Gewöhnlich
führt die Entfernung des porösen organischen Ionenaustauschers zu Makrostrukturen,
deren mesoporöse Struktur eine Größe und Form aufweist, die durch
den verwendeten organischen Ionenaustauscher diktiert wird. Die Makrostruktur ist
aus Teilchen des anorganischen Materials zusammengesetzt, deren Mikroporen eine
Funktion der Synthesemischung sind, die zum Imprägnieren des organischen Ionenaustauschers
verwendet wird, und der hydrothermalen Behandlungsbedingungen, die für die
Umwandlung der Synthesemischung verwendet werden, während sie sich in dem Porenvolumen
des organischen Ionenaustauschers befindet.
Wie die Erfahrung bislang gezeigt hat, ist die Erfindung in Bezug
auf die hergestellte Makrostruktur und/oder das Verfahren zu ihrer Herstellung mit
jeder beliebigen Synthetesezusammensetzung durchführbar, die bislang für
die Herstellung von amorphen meso- und/oder makroporösen Teilchen oder für
die Herstellung von mikroporösen Teilchen offenbart worden sind, welche Teilchen
wiederum die erfindungsgemäßen Makrostrukturen ausmachen. Dies ist in
Bezug auf die Handhabungs/Verwendungseigenschaften einer aus Makrostrukturen zusammengesetzten
Zusammensetzung vorteilhaft, wenn die chemischen Eigenschaften derselben hauptsächlich
durch die Charakteristika von Mikrokristallen, aus denen die Makrostrukturen zusammengesetzt
sind, bestimmt werden.
Makrostrukturen bezeichnet Strukturen mit einer Größe, die
0,01 mm in mindestens einer Abmessung überschreitet, vorzugsweise 0,1 mm und
insbesondere 1,0 mm. Beispiele für Makrostrukturen sind kugelförmige bzw.
kugelähnliche Teilchen, zylindrische Extrudate, Pellets, Fasern, dünne,
auf verschiedene Formen von Substraten aufgebrachte Schichten und andere Verbundmaterialien,
in denen das poröse Material mit anderen Materialtypen kombiniert wird.
Der Begriff "durchschnittliche Teilchengröße" wie hierin
verwendet bedeutet das arithmetische Mittel der Durchmesserverteilung der Teilchen
auf Volumenbasis.
Die Makrostruktur ist porös und umfasst eine dreidimensionale
Matrix aus Teilchen aus porösem anorganischen Oxid. Gewöhnlich besetzen
die Teilchen weniger als 75 % des Volumens der Makrostrukturen. Vorzugsweise weisen
die anorganischen Oxidteilchen eine durchschnittliche Teilchengröße von
weniger als 500 nm auf. Die Teilchen sind miteinander verbunden und können
sogar miteinander verwachsen sein. Insbesondere weisen die Teilchen eine durchschnittliche
Teilchengröße von weniger als 200 nm, z.B. 100 nm, auf und besetzen weniger
als 50 % des gesamten Volumens der Makrostruktur.
Die erfindungsgemäß hergestellten porösen anorganischen
Materialien sind kristalline Molekularsiebe. Beispiele für mesoporöses
Material, das in dem Herstellungsprozess verwendet wird, schließen amorphes
Siliciumdioxid, amorphes Aluminiumoxid und amorphe Aluminiumsilikate ein. Für
einige Anwendungen ist es bevorzugt, dass die Porengröße des mesoporösen
anorganischen Materials im Bereich von etwa 20 Å bis etwa 50
Å liegt.
Wenn das Verbundmaterial (organische Ionenaustauscher imprägniert
mit nicht-umgewandelter oder umgewandelter Synthesemischung) und/oder die Makrostruktur
(d.h. die Struktur, die nach Entfernung des organischen Ionenaustauschers verbleibt)
aus einer Synthesemischung hergestellt wird, die bei hydrothermaler Umwandlung ein
mesoporöses anorganisches Material ergibt – wie ein amorphes Siliciumdioxid
und/oder Aluminiumsilikat – wird das anorganische Material des Verbundmaterials
und/oder der Makrostruktur durch hydrothermale Umwandlung in Gegenwart eines Struktursteuerungsmittels
in eine Zeolith- und/oder Molekularsiebzusammensetzung umgewandelt.
Erfindungsgemäß hergestellte Molekularsiebe schließen
Silikate, Metallsilikate wie Aluminiumsilikate und Galliumsilikate und ALPO-basierte
Molekularsiebe wie Aluminiumphosphate (ALPO), Siliciumaluminiumphosphate (SAPO),
Metallaluminiumphosphate (MeAPO) und Metallaluminiumphosphosilikate (MeAPSO) ein.
Einige dieser Molekularsiebe, obwohl sie keine wahren Zeolithe sind, werden in der
Literatur häufig als solche bezeichnet, und dieser Begriff wird nachstehend
breit verwendet.
Molekularsiebe/Zeolithe, die erfindungsgemäß hergestellt
werden können, schließen jegliche der natürlich auftretenden oder
synthetischen kristallinen Molekularsiebe ein. Beispiele für diese Zeolithe
schließen großporige Zeolithe, Zeolithe mit mittlerer Porengröße
und Zeolithe mit kleinen Poren ein. Diese Zeolithe und ihre Isotypen sind in "Atlas
of Zeolite Structure Types", Hrsg. W.H. Meier, D.H. Olson und Ch. Baerlocher, Elsevier,
4. Ausgabe, 1996 beschrieben, auf das hier vollständig Bezug genommen wird.
Ein großporiger Zeolith weist im Allgemeinen eine Porengröße von
mindestens etwa 7 Å auf und schließt Zeolithe vom Strukturtyp LTL, VFI,
MAZ, MEI, FAU, EMT, OFF, *BEA und MOR (IUPAC Kommission zur Zeolith-Nomenklatur)
ein. Beispiele für großporige Zeolithe schließen Mazzit, Offretit,
Zeolith L, VPI-5, Zeolith Y, Zeolith X, Omega, Beta, ZSM-3, ZSM-4, ZSM-18, ZSM-20,
SAPO-37 und MCM-22 ein. Ein Zeolith mittlerer Porengröße weist im Allgemeinen
eine Porengröße von etwa 5 Å bis etwa 7 Å auf und schließt
z.B. Zeolithe vom Strukturtyp MFI, MEL, MTW, EUO, MTT, MFS, AEL, AFO, HEU, FER und
TON (IUPAC Kommission zur Zeolith-Nomenklatur) ein. Beispiele für Zeolithe
mit mittlerer Porengröße schließen ZSM-5, ZSM-11, ZSM-12, ZSM-22,
ZSM-23, ZSM-34, ZSM-35, ZSM-48, ZSM-50, ZSM-57, Silicalit 1 und Silicalit 2 ein.
Ein Zeolith mit kleiner Porengröße weist eine Porengröße von
etwa 3 Å bis etwa 5,0 Å auf und schließt z.B. Zeolithe vom Strukturtyp
CHA, ERI, KFI, LEV, SOD und LTA (IUPAC Kommission zur Zeolith-Nomenklatur) ein.
Beispiele für Zeolithe mit kleinen Poren schließen ZK-4, ZSM-2, SAPO-34,
SAPO-35, ZK-14, SAPO-42, ZK-21, ZK-22, ZK-5, ZK-20, Zeolith A, Hydroxysodalit, Erionit,
Chabazit, Zeolith T, Gemlinit, ALPO-17 und Clinoptilolit ein.
Das bevorzugte erfindungsgemäß hergestellte Molekularsieb
bzw. der bevorzugte erfindungsgemäß hergestellte Zeolith hängen von
ihrer Verwendung ab. Es gibt viele bekannte Wege, die Eigenschaften der Molekularsiebe
maßzuschneidern, z.B. Strukturtyp, chemische Zusammensetzung, Ionenaustausch
und Aktivierungsverfahren. Makrostrukturen, die aus Molekularsiebteilchen zusammengesetzt
sind, erfordern nicht die Anwesenheit von signifikanten Mengen amorpher Materialien,
um die Molekularsiebteilchen zusammen zu binden. Somit können die aus den Molekularsiebteilchen
zusammengesetzten Makrostrukturen weniger als 10 Gew.-%, bezogen auf das Gewicht
der Makrostrukturen, amorphes Bindemittelmaterial enthalten. Für viele Anwendungen
enthalten diese Makrostrukturen sogar geringere Mengen an amorphem Bindemittel,
z.B. 5 Gew.-% oder sogar weniger, z.B. können die Makrostrukturen im Wesentlichen
frei von amorphem Bindemittel sein.
Wenn das hergestellte Molekularsieb ein Metallsilikat ist, kann die
chemische Formel eines solchen wasserfreien kristallinen Metallsilikats ausgedrückt
als Mole durch die Formel:
M2/nO:W2O3:ZSiO2
wiedergegeben werden, in der M ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus
Wasserstoff, Wasserstoffvorläufern, einwertigen, zweiwertigen und dreiwertigen
Kationen und Mischungen davon. n ist die Wertigkeit des Kations und Z ist eine Zahl
von mindestens 2, vorzugsweise mindestens 3, wobei dieser Wert von dem speziellen
Typ Molekularsieb abhängig ist, und W ist ein Metall in der anionischen Netzwerkstruktur
des Molekularsiebs wie Aluminium, Gallium, Bor oder Eisen.
Wenn das hergestellt e. Molekularsieb eine mittlere Porengröße
aufweist, umfasst das Molekularsieb vorzugsweise eine Zusammensetzung mit der folgenden
molaren Beziehung:
X2O3:(n)YO2,
in der X ein dreiwertiges Element wie Aluminium, Gallium, Zink, Eisen und/oder
Bor ist, Y ein vierwertiges Element wie Silicium, Zinn und/oder Germanium ist, und
n einen Wert größer als 10 aufweist, gewöhnlich von etwa 20 bis weniger
als 20 000, insbesondere von 50 bis 2000, wobei dieser Wert von dem speziellen Typ
Molekularsieb und dem in dem Molekularsieb vorliegenden dreiwertigen Element abhängig
ist.
Wenn das hergestellte Molekularsieb ein Galliumsilikatmolekularsieb
mit mittlerer Porengröße ist, umfasst das Molekularsieb vorzugsweise eine
Zusammensetzung mit der folgenden molaren Beziehung:
Ga2O3:ySiO2,
in der y zwischen etwa 20 und etwa 500, typischerweise von 20 bis 200 ist. Das
Molekularsiebnetzwerk kann nur Gallium und Siliciumatome enthalten oder kann ferner
eine Kombination aus Gallium, Aluminium und Silicium enthalten.
Die Zusammensetzung der Synthesemischung variiert gemäß
dem herzustellenden porösen anorganischen Material. Zum Beispiel enthält
die wässrige Synthesemischung bei der Herstellung von Silicalit 1 oder Silicalit
2 eine Quelle für Silicium und enthält gewöhnlich ein Struktursteuerungsmittel.
Wenn ein Aluminiumsilikatzeolith hergestellt wird, enthält die wässrige
Synthesemischung Quellen für Siliciumdioxid und Aluminiumoxid und enthält
gewöhnlich ein Struktursteuerungsmittel. Wenn das herzustellende poröse
anorganische Material ein Molekularsieb auf ALPO-Basis ist, enthält die wässrige
Synthesemischung Quellen für Aluminium und Phosphor, gegebenenfalls Silicium,
und enthält gewöhnlich ein Struktursteuerungsmittel.
Für die Herstellung von Zeolith vom Strukturtyp MFI, insbesondere
ZSM-5 oder Silicalit 1, ist die Synthesemischung vorteilhafterweise von einer molaren
Zusammensetzung, berechnet in Bezug auf Oxide, innerhalb der folgenden Bereiche:
M2O:SiO20 bis 0,7 : 1, vorzugsweise 0,016 bis 0,350 : 1SiO2:Al2O312 bis unendlich :1(TPA)2O:SiO20 bis 0,2 : 1, vorzugsweise 0 bis 0,075 : 1H2O:SiO27 bis 1000 : 1, vorzugsweise 0 bis 300 : 1
wobei TPA Tetrapropylammonium bedeutet und M ein Alkalimetall, vorzugsweise Natrium
oder Kalium, ferner Li, Cs und Ammonium ist. Andere Template können in diesen
Verhältnissen verwendet werden.
Die organischen Ionenaustauscher, die erfindungsgemäß verwendet
werden, beziehen sich auf organische poröse Materialien mit einer Oberflächenladung
und einer Ionenaustauschkapazität für Anionen oder Kationen. Vorzugsweise
sind die organischen Ionenaustauscher polymerbasiert, welche organischen Ionenaustauscher
manchmal als Ionenaustauscherharze bezeichnet werden. Polymerbasierte Ionenaustauscher
sind kommerziell erhältlich oder können leicht aus Harzen, die kommerziell
erhältlich sind, hergestellt werden. Beispiele solcher Harze schließen
Harze ein, die von Rohm und Haas Company unter der eingetragenen Marke Amberlyst
verkauft werden, und Harze, die von der Dow Chemical Company unter der eingetragenen
Marke Dowex verkauft werden. Diese Austauscher decken ein breites Spektrum von verschiedenen
Kationen- und Anionenaustauschern mit variierender Ionenaustauschkapazität,
Porosität, Porengröße und Teilchengröße ab. Ionenaustauscher
mit einer scheinbaren Anionenaustauschkapazität von typischerweise größer
als 1 meq/g Gramm trockener Anionenaustauscher sind erfindungsgemäß von
besonderem Interesse. Makroretikulare organische Ionenaustauscher sind bei der Durchführung
der vorliegenden Erfindung besonders bevorzugt. Mit "makroretikular", wie der Begriff
häufig auf dem Gebiet der Harze verwendet wird, ist im Allgemeinen gemeint,
dass die Poren, Öffnungen oder Netzwerköffnungen im Wesentlichen im Bereich
von etwa 200 bis etwa 2000 Å liegen. Makroretikulare Harze werden auch als
makroporöse Harze bezeichnet.
Eine bevorzugte Gruppe von Ionenaustauschern, die für die Verwendung
in dem erfindungsgemäßen Verfahren geeignet sind, sind Anionenaustauscherharze,
die wasserunlösliche polymere Harze mit einer daran gebundenen Vielzahl von
aktiven anionischen Austauschstellen umfassen. Das Harz enthält im Allgemeinen
eine ausreichende Zahl von solchen aktiven Ionenaustauschgruppen, um ihm eine Konzentration
von Ionenaustauschplätzen im Bereich von etwa 0,5 bis etwa 12 meq/g trockenes
Harz, typischerweise größer als 1 meq/g und in einigen Fällen vorzugsweise
von etwa 4 bis etwa 5,5 meq/g trockenes Harz zu verleihen.
Anionenaustauscherharze werden als entweder stark basische oder schwach
basische Anionenaustauscherharze charakterisiert, in Abhängigkeit von den aktiven
Ionenaustauschstellen des Harzes. Stark basische Anionenaustauscherharze bestehen
aus Polymeren mit mobilen einwertigen Anionen wie Hydroxid und der gleichen daran
gebunden, z.B., mit kovalent gebundenem quartären Ammonium, Phosphonium oder
Arsonium als funktionellen Gruppen oder tertiärem Sulfonium als funktionellen
Gruppen. Diese funktionellen Gruppen sind als aktive Stellen bekannt und sind über
die Oberfläche des Harzteilchens verteilt. Stark basische Anionenaustauscherharze
sind in der Lage, unabhängig von dem pH-Wert des Mediums durch ihren intrinsisch
ionischen Charakter Ionenaustausch einzugehen. Makroretikulare stark basische Anionenaustauscherharze
in Hydroxidform sind bei der Durchführung der vorliegenden Erfindung besonders
bevorzugt.
Die Harzmatrix von schwach basischen Anionenaustauscherharzen enthält
chemisch gebunden daran eine basische, nichtionische funktionelle
Gruppe. Die funktionellen Gruppen schließen primäre, sekundäre oder
tertiäre Amingruppen ein. Diese können aliphatische, aromatische, heterocyclische
oder Cycloalkanamingruppen sein. Sie können ebenfalls Diamin-, Triamin- oder
Alkanolamingruppen sein. Die Amine können beispielsweise alpha-, alpha'-Dipyridyl-,
Guanidin- und Dicyanodiamidingruppen einschließen. Andere Stickstoff enthaltende
basische, nichtionische funktionelle Gruppen schließen Nitril-, Cyanat-, Isocyanat-,
Thiocyanat-, Isothiocyanat- und Isocyanidgruppen ein. Pyridingruppen können
ebenfalls verwendet werden.
Es ist gefunden worden, dass Ionenaustauscher des stark basischen
Typs, die quartäre Ammoniumgruppen enthalten, besonders geeignet zur Verwendung
in der vorliegenden Erfindung sind. Kommerziell erhältliche Ionenaustauscher
liegen allgemein in Form von kugelförmigen bzw. kugelähnlichen Teilchen
mit einer relativ engen Teilchengrößenverteilung vor. Organische Ionenaustauscher
mit einer Größe und Form, die von der kugelförmigen bzw. kugelähnlichen
verschieden ist, z.B. Fasern oder Flocken können jedoch gemäß bekannten
Techniken hergestellt werden. Es ist ebenfalls bekannt, dass Schichten aus organischen
Ionenaustauschern auf verschiedenen Formen von Substraten abgeschieden werden können.
Der Begriff "Impfkristalle" bezieht sich auf Teilchen, z.B. Kristallite,
aus porösem anorganischen Material, z.B. Molekularsiebe, die in der Lage sind,
die Kristallisation des gewünschten porösen anorganischen Materials zu
initiieren. Die Impfkristalle können in der Synthesemischung vor ihrer Synthese
vorliegen, z.B. können Impfkristalle zu der Synthesemischung gegeben werden,
oder sie können in situ üblicherweise in dem frühen Stadium der Synthese
des porösen anorganischen Materials gebildet werden. Durch die Behandlung der
Synthesemischung mit einer geeigneten Konzentration und unter geeigneten Bedingungen,
können die Impfkristalle zum Wachsen gebracht werden und eine kontinuierliche
Struktur in dem Porensystem des Ionenaustauschers bilden. Beispiele für solche
Impfkristalle schließen Silikatimpfkristalle, Metallsilikatimpfkristalle wie
Aluminiumsilikat-, Borsilikat-, Galliumsilikat- und Eisensilikatimpfkristalle, SAPO-Impfkristalle
und ALPO-Impfkristalle ein. Bevorzugte Impfkristalle schließen oligomere Anionen
von Silikaten und Metallsilikaten ein. Der Begriff "Impfkristalle" schließt
ferner Mikrokristalle aus porösem anorganischen Material ein, z.B. Kristalle
aus Molekularsieben mit einer Größe unterhalb von 500 nm, z.B. 200 nm,
deren Kristallstruktur mittels Röntgenbeugung bestimmt werden kann. Mikrokristalle
aus Molekularsieben, die für die Verwendung in dem erfindungsgemäßen
Verfahren geeignet sind, werden in der US-A-5 863 516 offenbart.
Obwohl die Erfindung durch keine Theorie über ihre Wirkungsweise
begrenzt sein soll, wird angenommen, dass einer der Vorteile der vorliegenden Erfindung
darin besteht, dass die Oberfläche des porösen organischen Ionenaustauschers
die Nukleierung der Synthesemischung erleichtert, was zu der Bildung von Impfkristallen
führt, die anschließend in eine poröse anorganische Matrix wachsen
können. Im Einklang mit dieser Theorie wird angenommen, dass die Oberflächenladung
des porösen organischen Ionenaustauschers Impfkristalle oder Impfkristalle
bildendes Material auf die Oberfläche des porösen ionischen Austauschers
anziehen kann. Zum Beispiel können Anionenaustauscherharze, die eine positive
Ladung aufweisen, negativ geladene Impfkristalle wie Silikatimpfkristalle, Metallsilikatimpfkristalle
und Aluminiumsilikatimpfkristalle anziehen.
In einer zweiten Phase bei der Herstellung von erfindungsgemäßen
porösen Makrostrukturen werden solche auf der Oberfläche in dem organischen
Ionenaustauscher gebildeten oder daran gebundenen Impfkristalle zum Wachsen veranlasst,
wie durch hydrothermale Behandlung in einer geeigneten Syntheselösung. Durch
dieses Wachstum wird ein kontinuierliches dreidimensionales Netzwerk aus mesoporösem
organischen Material innerhalb der Porenstruktur der verwendeten organischen Ionenaustauscherstruktur
gebildet. Nach dieser Stufe ist das Produkt ein Verbundmaterial, das zwei kontinuierliche
dreidimensionale Netzwerke umfasst, wobei eines die Polymerstruktur des organischen
Ionenaustauschers umfasst und das zweite das gebildete anorganische mesoporöse
Material umfasst. Die Einbringung von Impfkristallen kann physikalisch in einer
getrennten Stufe durchgeführt werden, mit einer anschließenden Wachstumsstufe
unter geeigneten Bedingungen in einer Syntheselösung. Es ist jedoch auch möglich
und oft vorteilhaft, diese Stufen nicht zu trennen, sondern stattdessen das Ionenaustauschermaterial
direkt in eine Syntheselösung einzubringen und dieses hydrothermalen Bedingungen
auszusetzen, währenddessen Impfkristalle in dem Ionenaustauscher gebildet werden
oder in diesen aus der Syntheselösung ionenausgetauscht werden, um dann das
Material in eine kontinuierliche Struktur zu wachsen.
Molekularsiebe werden im Allgemeinen durch hydrothermale Behandlung
einer Silikatlösung mit Synthesemischung hergestellt. Hydrothermale Behandlung
bezieht sich auf eine Behandlung in wässriger Lösung oder in wässriger
Suspension, bei einer Temperatur, die 50 °C überschreitet, vorzugsweise
80 °C überschreitet und in den meisten Fällen 95 °C überschreitet.
In einigen Fällen ist es bevorzugt, die hydrothermale Behandlung zunächst
bei einer niedrigeren Temperatur und dann bei einer höheren Temperatur durchzuführen.
Bei der Synthese von einigen der mikroporösen Molekularsiebe, z.B. Silicalit
1, kann die Kristallinität erhöht werden, wenn die hydrothermale
Behandlung in zwei Stufen erfolgt. In der anfänglichen Stufe ist die Temperatur
niedriger, z.B. 90 bis 110 °C, dann die zweite Stufe bei z.B. 150 bis 165 °C.
Die Zusammensetzung der Synthesemischung und die Syntheseparameter
wie Temperatur, Zeit und Druck können sowohl das erhaltene Produkt als auch
die Größe und Form der gebildeten Kristalle beeinflussen. Dies gilt sowohl
bei Synthesen, bei denen das Endprodukt als Kristalle in der porösen Struktur
eines organischen Ionenaustauschers abgeschieden wird, als auch bei herkömmlichen
Synthesen, bei denen die Endkristallgröße meistens viel größer
ist. Das in dem Porensystem des organischen Ionenaustauschers abgeschiedene Material
ist daher abhängig von der Zusammensetzung der Synthesemischung und den Synthesebedingungen.
Während der Kristallisation der Makrostrukturen eines bestimmten erfindungsgemäßen
Molekularsiebs ist es manchmal erwünscht, Synthesemischungen zu verwenden,
die in Abwesenheit von Ionenaustauschermaterial zu kolloidalen Suspensionen des
gewünschten Molekularsiebs führen. In einigen Fällen kann das organische
Ionenaustauschermaterial die Ergebnisse der Synthese beeinflussen.
Die Entfernung des organischen Ionenaustauschers aus dem Verbundmaterial
kann nach der Bildung des porösen anorganischen Material erfolgen, was lediglich
das poröse anorganische Material mit einem zweiten Porensystem mit einer Porosität
und Porengröße, die durch die Struktur des verwendeten organischen Ionenaustauschers
verursacht ist, zurücklässt. Die Entfernung des organischen Ionenaustauschers
erfolgt vorzugsweise durch Calcinieren bei einer Temperatur, die 400 °C überschreitet.
Die Calcinierung kann in Gegenwart von Säure erfolgen, in der dieses Material
überwiegend zu Kohlendioxid und Wasser verbrennt. Als Alternative kann das
organische Material durch selektive Auflösung mit einem Lösungsmittel,
das den Ionenaustauscher auflöst, jedoch nicht das anorganische Material, oder
mittels selektiver Zersetzung des organischen Materials mittels einer chemischen
Reaktion mit Ausnahme einer Oxidationsreaktion entfernt werden.
Nach Entfernung des organischen Ionenaustauschers ist die resultierende
anorganische Makrostruktur in Größe und Form gewöhnlich eine Replik
des organischen Ionenaustauschers, der in der Mischung vorliegt. Dies bedeutet,
dass die Möglichkeiten zum Steuern der Größe, Form und Meso/Makroporosität
in dem anorganischen porösen Material größtenteils durch die Möglichkeiten
der strukturellen Manipulation der Eigenschaften des organischen Ionenaustauschers
bestimmt sind. Die sekundäre Porenstruktur der Makrostruktur zeigt sich nach
der Entfernung des organischen Ionenaustauschermaterials. Die Makrostruktur kann
jedoch nach Entfernung des organischen Ionenaustauschermaterials weiter behandelt
werden. In einem Fall, wenn das verbleibende anorganische Material der Makrostruktur
ein amorphes Siliciumdioxid und/oder Aluminiumsilikat ist, wird diese Makrostruktur
einer weiteren hydrothermalen Behandlung in einer Lösung mit einer geeigneten
Zusammensetzung unterworfen, um das amorphe anorganische Material in einen Zeolithen
und/oder Molekularsiebmaterial umzuwandeln. Die nach Entfernung des organischen
Ionenaustauschers verbliebene Makrostruktur kann behandelt werden, um eine Abscheidung
von porösen anorganischen Materialien darauf zu verursachen, z.B. Molekularsieben
wie Silicalit 1 und Silicalit 2. Bei Abscheidung des anorganischen Materials kann
die sekundäre Porenstruktur mehr oder weniger verschlossen werden und, im Extremfall,
ein homogenes poröses Material (ohne Porosität im Meso/Makroporenbereich)
hinterlassen. Dies kann z.B. bei der Herstellung von dünnen Schichten aus porösen
Strukturen zur Verwendung in Anwendungen wie Membranen für Katalysatoren oder
Trennzwecke oder in chemischen Sensoren von Interesse sein. Es ist auch möglich
gemäß einer bekannten Technik die Oberfläche der Makrostrukturen
eines bestimmten Typs von porösem anorganischen Material, das erfindungsgemäß
hergestellt worden ist, mit einer dünnen Schicht aus einem anderen Typ von
Material zu beschichten, etwas dass in einem katalytischen Zusammenhang oder während
der Verwendung von Makrostrukturen zur kontrollierten Dosierung von Medikamenten
oder Pestiziden von Interesse sein kann.
Das erfindungsgemäß hergestellte poröse anorganische
Material kann behandelt werden, um eine stärker saure Form zu liefern oder
zumindest teilweise die ursprünglich in den Materialien vorhandenen Metalle
mit einem anderen Kation zu ersetzen, z.B. einem Metall aus Gruppe IB bis VIII des
Periodensystems wie Nickel, Kupfer, Zink, Palladium, Platin, Calcium oder Seltenerdmetall.
Danach können diese Materialien als Katalysator in Kohlenwasserstoffumwandlungsverfahren
verwendet werden.
Die Kohlenwasserstoffumwandlungsverfahren werden zum Verarbeiten von
Kohlenwasserstoffeinsatzmaterialien verwendet. Kohlenwasserstoffeinsatzmaterialien
enthalten Kohlenstoffverbindungen und können aus verschiedenen Quellen stammen
wie jungfräulichen Erdölfraktionen wiedergewonnenen Erdölfraktionen,
Teersandöl, und können im Allgemeinen eine beliebige Kohlenstoff enthaltende
Flüssigkeit sein, die zeolithisch katalysierten Reaktionen zugänglich
ist. In Abhängigkeit von dem Typ der Verarbeitung, der das Kohlenwasserstoffeinsatzmaterial
unterworfen werden soll, kann das Einsatzmaterial Metall enthalten oder kann frei
von Metallen sein. Ferner kann das Einsatzmaterial einen hohen oder niedrigen Gehalt
an Stickstoff- oder Schwefel-Verunreinigungen aufweisen.
Die Umwandlung von Kohlenwasserstoffeinsatzmaterialien kann auf beliebige
geeignete Weise stattfinden, z.B. in Reaktoren mit Wirbelbett, Bewegtbett oder Festbett,
in Abhängigkeit von den gewünschten Prozesstypen.
Beispiele für solche Kohlenwasserstoffverbindungsumwandlungsverfahren,
die bei dem erfindungsgemäßen Verfahren Anwendung finden, schließen
als nicht-begrenzende Beispiele die Folgenden ein:
(A) Das katalytische Cracken von Naphthaeinsatzmaterial zur Herstellung von
leichten Olefinen. Typische Reaktionsbedingungen schließen von 500 °C
bis 750 °C, Drücke von subatmosphärisch oder atmosphärisch,
im Allgemeinen im Bereich von 1,01 MPag (10 atm Überdruck) und Verweilzeiten
(Volumen Katalysator/Zufuhrgeschwindigkeit) von 10 ms bis 10 s ein.
(B) Das katalytische Cracken von Kohlenwasserstoffen mit hohem Molekulargewicht
zu Kohlenwasserstoffen mit niedrigerem Molekulargewicht. Typische Reaktionsbedingungen
für das katalytische Cracken schließen Temperaturen von 400 °C bis
700 °C, Drücke von 10,1 kPa bis 3,03 MPa (0,1 atm (bar) bis. 30 atm) und
stündliche Massendurchsätze von 0,1 bis 100 h–1 ein.
(C) Die Transalkylierung von aromatischen Verbindungen in Gegenwart von polyalkylaromatischen
Kohlenwasserstoffen. Typische Reaktionsbedingungen schließen eine Temperatur
von 200 °C bis 500 °C, ein Druck von atmosphärisch bis 20,2 MPa (200
atm), einen stündlichen Massendurchsatz von 1 bis 100 h–1
und ein Molverhältnis von aromatischem Kohlenwasserstoff zu polyalkylaromatischem
Kohlenwasserstoff von 0,5 : 1 bis 16 : 1 ein.
(D) Die Isomerisierung von aromatischen Einsatzmaterialkomponenten (z.B. Xylol).
Typische Reaktionsbedingungen für eine solche Reaktion schließen eine
Temperatur von 230 °C bis 510 °C, einen Druck von 50,1 kPa bis 5,05 MPa
(0,5 atm bis 50 atm), einen stündlichen Massendurchsatz von 0,1 bis 200 h–1
und ein Molverhältnis von Wasserstoff zu Kohlenwasserstoff von 0 bis 100 ein.
(E) Das Entparaffinieren von Kohlenwasserstoffen durch selektives Entfernen
von geradkettigen Paraffinen. Die Reaktionsbedingungen sind größtenteils
von dem verwendeten Einsatzmaterial und von dem gewünschten Stockpunkt abhängig.
Typische Reaktionsbedingungen schließen eine Temperatur zwischen 200 °C
und 450 °C, einen Druck von bis zu 20,7 MPag (3000 psig) und einen stündlichen
Massendurchsatz von 0,1 bis 20 hr–1 ein.
(F) Die Alkylierung von aromatischen Kohlenwasserstoffen, z.B. Benzol und Alkylbenzolen,
in Gegenwart eines Alkylierungsmittels, z.B. Olefinen, Formaldehyd, Alkylhalogeniden
und Alkoholen mit 1 bis etwa 20 Kohlenstoffatomen. Typische Reaktionsbedingungen
schließen eine Temperatur von 100 °C bis 500 °C, einen Druck von
atmosphärisch bis 20,2 MPa (200 atm), einen stündlichen Massendurchsatz
von 1 h–1 bis 100 h–1 und ein Molverhältnis
von Kohlenwasserstoff zu Alkylierungsmittel von 1 : 1 bis 20 : 1 ein.
(G) Die Alkylierung von aromatischen Kohlenwasserstoffen, z.B. Benzol, mit langkettigen
Olefinen, z.B. C14-Olefin. Typische Reaktionsbedingungen schließen
eine Temperatur von 50 °C bis 200 °C, einen Druck von atmosphärisch
bis 20,2 MPa (200 atm), einen stündlichen Massendurchsatz von 2 h–1
bis 2000 h–1 und ein molares Verhältnis von aromatischem
Kohlenwasserstoff zu Olefin von 1 : 1 bis 20 : 1 ein. Die aus der Reaktion resultierenden
Produkte sind Aromaten mit langkettigem Alkyl, die, wenn sie anschließend sulfoniert
werden, besondere Anwendung als synthetische Detergenzien finden.
(H) Die Alkylierung von aromatischen Kohlenwasserstoffen mit leichten Olefinen,
um aromatische Verbindungen mit kurzkettigem Alkyl zu liefern, z.B. die Alkylierung
von Benzol mit Propylen zur Lieferung von Cumol. Typische Reaktionsbedingungen schließen
eine Temperatur von 10 °C bis 200 °C, einen Druck von 101,3 kPa bis 3,04
MPa (1 bis 30 atm) und einen stündlichen Massendurchsatz (WHSV) von aromatischem
Kohlenwasserstoff von 1 h–1 bis etwa 50 h–1
ein.
(I) Das Hydrocracken von schweren Erdöleinsatzmaterialien, cyclischen Einsatzmaterialien
und anderen hydrogecrackten Einsatzmaterialien. Das Zeolithkatalysatorsystem enthält
eine wirksame Menge von mindestens einer Hydrierkomponente des Typs, der in Hydrocrackingkatalysatoren
verwendet wird.
(J) Die Alkylierung eines Reformats, das wesentliche Mengen an Benzol und Toluol
enthält, mit Brennstoffgas, das kurzkettige Olefine (z.B. Ethylen und Propylen)
enthält, um Mono- und Dialkylate zu erzeugen. Bevorzugte Reaktionsbedingungen
schließen Temperaturen von 100 °C bis 250 °C, einen Druck von 689
kPag bis 5,5 MPag (100 bis 800 psig), einen WHSV von Olefin von 0,4 h–1
bis 0,8 h–1, ein WHSV von Reformat von 1 h–1
bis 2 h–1 und gegebenenfalls eine Gasrückführung von
1,5 bis 2,5 Vol./Vol. Brennstoffgaseinsatzmaterial ein.
(K) Die Alkylierung von aromatischen Kohlenwasserstoffen, z.B. Benzol, Toluol,
Xylol und Naphthalin, mit langkettigen Olefinen, z.B. C14-Olefin, um
alkylierte aromatische Schmierstoffbasismaterialien herzustellen. Typische Reaktionsbedingungen
schließen Temperaturen von 160 °C bis 260 °C und Drücke von
2,4 bis 3,1 MPag (350 bis 450 psig) ein.
(L) Die Alkylierung von Phenolen mit Olefinen oder äquivalenten Alkoholen,
um langkettige Alkylphenole zu erzeugen. Typische Reaktionsbedingungen
schließen Temperaturen von 100 °C bis 250 °C, Drücke von 6,9
kPag bis 2,07 MPag (1 bis 300 psig) und einen Gesamt-WHSV von 2 h–1
bis 10 h–1 ein.
(M) Die Umwandlung von leichten Paraffinen in Olefine und/oder Aromaten. Typische
Reaktionsbedingungen schließen Temperaturen von 425 °C bis 760 °C
und Drücke von 6,9 kPag bis 13,8 MPag (10 bis 2000 psig) ein. Verfahren zur
Herstellung von aromatischen Verbindungen aus leichten Paraffinen sind in der US-A-5
258 563 beschrieben.
(N) Die Umwandlung von leichten Olefinen zu Kohlenwasserstoffen im Benzin-,
Destillat- und Schmierstoffbereich. Typische Reaktionsbedingungen schließen
Temperaturen von 175 °C bis 375 °C und einen Druck von 690 kPag bis 13,8
MPag (100 bis 2000 psig) ein.
(O) Zweistufiges Hydrocracken zum Veredeln von Kohlenwasserstoffströmen
mit anfänglichen Siedepunkten oberhalb von etwa 200 °C zu Premiumprodukten
im Destillat- und Benzinsiedebereich oder als Einsatzmaterial oder als Einsatzmaterial
für weitere Brennstoffe oder Chemikalien. In einer ersten Stufe werden der
Katalysator, der eine oder mehrere katalytisch aktive Substanzen umfasst, z.B. ein
Metall aus Gruppe VIII, und der Ausfluss aus der ersten Stufe in einer zweiten Stufe
unter Verwendung eines zweiten Katalysators umgesetzt, der eine oder mehrere katalytisch
aktive Substanzen als Katalysator umfasst, z.B. ein Metall aus Gruppe VIII. Typische
Reaktionsbedingungen schließen Temperaturen von 215 °C bis 455 °C,
einen Druck von 2,7 bis 17,2 MPag (400 bis 2500 psig), eine Wasserstoffkreisströmung
von 178 bis 1780 m3 H2/m3 (1000 bis 10 000 SCF/bbl)
und einen stündlichen Flüssigkeitsdurchsatz (LHSV) von 0,1 bis 10 h–1
ein.
(P) Eine Kombination aus einem Hydrocracking/Entparaffinierungsverfahren in
Gegenwart des Zeolithkatalysators, der eine Hydrierkomponente und einen Zeolith
wie Zeolith &bgr; umfasst. Typische Reaktionsbedingungen schließen Temperaturen
von 350 °C bis 400 °C, Drücke von 9,6 bis 10,4 MPag (1400 bis 1500
psig), LHSVs von 0,4 bis 0,6 h–1 und eine Wasserstoffkreisströmung
von 534 bis 890 m3 H2/m3 (3000 bis 5000 SCF/bbl)
ein.
(Q) Die Umsetzung von Alkoholen mit Olefinen zur Herstellung von gemischten
Ethern, z.B. die Reaktion von Methanol mit Isobuten und/oder Isopenten, um Methyl-tert.-butylether
(MTBE) und/oder tert.-Amylmethylether (TAME) herzustellen. Typische Umwandlungsbedingungen
schließen Temperaturen von 20 °C bis 200 °C, Drücke von 202
kPa bis 20,2 MPa (2 bis 200 atm), einen WHSV (Gramm Olefin pro Stunde Gramm Zeolith)
von 0,1 h–1 bis 200 h–1 und ein molares Verhältnis
im Einsatzmaterial von Alkohol zu Olefin von 0,1 : 1 bis 5 : 1 ein.
(R) Die Disproportionierung von Aromaten, z.B. die Disproportionierung von Toluol
zur Herstellung von Benzol und p-Xylol. Typische Reaktionsbedingungen schließen
eine Temperatur von 200 °C bis 760 °C, einen Druck von atmosphärisch
bis 6,08 MPa (60 atm) (bar) und einen WHSV von 0,1 h–1 bis 30
h–1 ein.
(S) Die Umwandlung von Naphtha (z.B. C6 bis C10) und ähnlichen
Mischungen in hocharomatische Mischungen. Somit können geradkettige und leicht
verzweigte Kohlenwasserstoffe, die vorzugsweise einen Siedebereich von oberhalb
40 °C und weniger als 200 °C aufweisen, in Produkte umgewandelt werden,
die einen wesentlich höheren Gehalt an Octan-Aromaten aufweisen, indem das
Kohlenwasserstoffeinsatzmaterial mit dem Zeolithen bei einer Temperatur im Bereich
von 400 °C bis 600 °C, vorzugsweise 480 °C bis 550 °C, bei Drücken
im Bereich von atmosphärisch bis 3,88 MPa (40 bar) und stündlichen Massendurchsätzen
(LHSV) im Bereich von 0,1 bis 15 h–1 umgesetzt wird.
(T) Die Adsorption von alkylaromatischen Verbindungen für die Zwecke der
Trennung der verschiedenen Isomere der Verbindungen.
(U) Die Umwandlung von Oxygenaten, z.B. Alkoholen wie Methanol oder Ethern wie
Dimethylether oder Mischungen davon zu Kohlenwasserstoffen, die Olefine und Aromaten
einschließen, bei Reaktionsbedingungen, die eine Temperatur von 275 °C
bis 600 °C, einen Druck von 50 kPa bis 5,1 MPa (0,5 atm bis 50 atm) und einen
stündlichen Flüssigkeitsdurchsatz von etwa 0,1 bis etwa 100 h–1
einschließen.
(V) Die Oligomerisation von geradkettigen und verzweigten Olefinen mit etwa
2 bis etwa 5 Kohlenstoffatomen. Die Oligomere, die die Produkte des Verfahrens sind,
sind mittlere bis schwere Olefine, die sowohl für Kraftstoffe, z.B. Benzin
oder ein gemischtes Benzineinsatzmaterial, als auch Chemikalien brauchbar sind.
Das Oligomerisationsverfahren wird im Allgemeinen durchgeführt, indem das Olefineinsatzmaterial
in einer Phase im gasförmigen Zustand mit einem Zeolithkatalysator bei einer
Temperatur im Bereich von 250 °C bis 800 °C, einem LHSV von 0,2 bis 50
h–1 und einem Kohlenwasserstoffpartialdruck von 101 kPa bis 5,05
MPa (0,1 bis 50 atm) kontaktiert wird. Temperaturen unterhalb von 250 °C können
zur Oligomerisation des Einsatzmaterials verwendet werden, wenn das Einsatzmaterial
in flüssiger Phase vorliegt, wenn es mit dem Zeolithkatalysator kontaktiert
wird. Somit können, wenn das Olefineinsatzmaterial den Katalysator in flüssiger
Phase kontaktiert, Temperaturen von 10 °C bis 250 °C verwendet werden.
(W) Die Umwandlung von ungesättigten C2-Kohlenstoffen (Ethylen
und/oder Acetylen) in aliphatische C6- bis C12-Aldehyde und
die Umwandlung der Aldehyde in die entsprechenden C6- bis C12-Alkohole,
Säuren oder Ester.
Im Allgemeinen schließen die katalytischen Umwandlungsbedingungen
eine Temperatur von 100 °C bis 760 °C, einen Druck von 10,1 kPa bis 20,2
MPa (0,1 atm (bar) bis 200 atm (bar)), einen stündlichen Massendurchsatz von
0,08 h–1 bis 2000 h–1 ein.
Die erfindungsgemäß hergestellten Makrostrukturen finden
in der Dampfphasendisproportionierung von Toluol Anwendung. Eine solche Dampfphasendisproportionierung
umfasst das Kontaktieren von Toluol unter Disproportionierungsbedingungen mit den
Makrostrukturen, die Zeolithe mit großen oder mittleren Porengrößen
umfassen, so dass sich eine Produktmischung ergibt, die eine Mischung aus nicht-umgesetztem
(nicht-umgewandeltem) Toluol und Benzol und Xylol umfasst. In einer bevorzugten
Ausführungsform wird der Katalysator vor der Verwendung in dem Disproportionierungsverfahren
zunächst selektiv gemacht. Verfahren zum Selektivmachen des Katalysators sind
Fachleuten bekannt. Zum Beispiel kann die Selektivierung bewirkt werden, indem der
Katalysator in einem Reaktorbett einer thermisch zersetzbaren organischen Verbindung,
z.B. Toluol, bei einer Temperatur oberhalb der Zersetzungstemperatur der Verbindung,
z.B. 480 °C bis 650 °C, insbesondere 540 °C bis 650 °C, bei
einem WHSV im Bereich von etwa 0,1 bis 20 Einsatzmaterial/Katalysator pro Stunde,
einem Druck im Bereich von 101 kPa bis 10,1 MPa (1 bis 100 atm) und in Gegenwart
von 0 bis etwa 2 Molen Wasserstoff, insbesondere von etwa 0,1 bis etwa 2 Molen Wasserstoff
pro Mol organischer Verbindung und gegebenenfalls in der Gegenwart von 0 bis 10
Molen Stickstoff oder einem anderen inerten Gas pro Mol organischer Verbindung ausgesetzt
wird. Dieses Verfahren wird für eine Zeit durchgeführt, bis sich eine
ausreichende Menge Koks auf der Katalysatoroberfläche abgeschieden hat, im
Allgemeinen mindestens etwa 2 Gew.-% und insbesondere von etwa 8 bis etwa 40 Gew.-%
Koks. In einer bevorzugten Ausführungsform wird ein solches Selektivierungsverfahren
in Gegenwart von Wasserstoff durchgeführt, um übermäßige Bildung
von Koks auf dem Katalysator zu vermeiden.
Die Selektivierung des Katalysators kann ebenfalls bewirkt werden,
indem der Katalysator mit einem Selektivierungsmittel wie einer Organosiliciumverbindung
behandelt wird. Die Siliciumverbindungen können Polysiloxanverbindungen einschließlich
Silikon und Siloxanen einschließen und ein Silan schließt Disilane und
Alkoxysilane ein.
Silikonverbindungen, die insbesondere Anwendung finden, können
durch die folgende Formel wiedergegeben werden:
in der R1 Wasserstoff, Fluorid, Hydroxyl, Alkyl, Aralkyl, Alkaryl oder
Fluoralkyl ist. Die Kohlenwasserstoffsubstituenten enthalten im Allgemeinen von
1 bis etwa 10 Kohlenstoffatome, vorzugsweise Methyl- oder Ethylgruppen. R2
ist ausgewählt aus der gleichen Gruppe wie R1 und n ist eine ganze
Zahl von mindestens 2 und im Allgemeinen im Bereich von 2 bis 1000. Das Molekulargewicht
der eingesetzten Silikonverbindung beträgt im Allgemeinen etwa 80 bis etwa
20 000 und vorzugsweise etwa 150 bis etwa 10 000. Repräsentative Silikonverbindungen
schließen Dimethylsilikon, Diethylsilikon, Phenylmethylsilikon, Methylwasserstoffsilikon,
Ethylwasserstoffsilikon, Phenylwasserstoffsilikon, Methylethylsilikon, Phenylethylsilikon,
Diphenylsilikon, Methyltrifluorpropylsilikon, Ethyltrifluorpropylsilikon, Tetrachlorphenylmethylsilikon,
Tetrachlorphenylethylsilikon, Tetrachlorphenylwasserstoffsilikon, Tetrachlorphenylphenylsilikon,
Methylvinylsilikon und Ethylvinylsilikon ein. Die Silikonverbindungen müssen
nicht linear sein, sondern können cyclisch sein wie beispielsweise Hexamethylcyclotrisiloxan,
Octamethylcyclotetrasiloxan, Hexaphenylcyclotrisiloxan und Octaphenylcyclotetrasiloxan.
Mischungen dieser Verbindungen sowie Silikone mit anderen funktionellen Gruppen
können ebenfalls verwendet werden.
Brauchbare Siloxane oder Polysiloxane schließen als nicht-begrenzende
Beispiele Hexamethylcyclotrisiloxan, Octamethylcyclotetrasiloxan, Decamethylcyclopentasiloxan,
Hexamethyldisiloxan, Octamethyltrisiloxan, Decamethyltetrasiloxan, Hexaethylcyclotrisiloxan,
Octaethylcyclotetrasiloxan, Hexaphenylcyclotrisiloxan und Octaphenylcyclotetrasiloxan
ein.
Brauchbare Silane, Disilane oder Alkoxysilane schließen organisch
substituierte Silane mit der folgenden Formel ein:
in der R eine reaktive Gruppe wie Wasserstoff, Alkoxy, Halogen, Carboxy, Amino,
Acetamid, Trialkylsilyloxy ist, R1, R2 und R3 können
gleich R sein oder können ein organischer Rest sein, der Alkyl mit 1 bis 40
Kohlenstoffatomen, Alkyl- oder Arylcarbonsäure einschließt, wobei der
organische Anteil des Alkyls 1 bis 30 Kohlenstoffatome enthält und die Arylgruppe
6 bis 24 Kohlenstoffatome enthält, die weiter substituiert sein können,
Alkaryl- und Arylalkylgruppen, die 7 bis 30 Kohlenstoffatome enthalten. Vorzugsweise
weist die Alkylgruppe für ein Alkylsilan eine Kettenlänge von zwischen
1 und 4 Kohlenstoffatomen auf.
Wenn sie für die Dampfphasendisproportionierung von Toluol verwendet
werden, umfassen die erfindungsgemäß hergestellten Makrostrukturen vorzugsweise
Aluminiumsilikatzeolith vom MFI-Typ, der ein Molverhältnis von Siliciumdioxid
zu Aluminiumoxid von etwa 20 bis etwa 200 : 1, vorzugsweise 25 : 1 bis etwa 120
: 1 aufweist.
Wenn der Katalysator auf das gewünschte Maß selektiviert
worden ist, werden die Reaktorbedingungen von Selektivierung auf Disproportionierungsbedingungen
geändert. Disproportionierungsbedingungen schließen eine Temperatur zwischen
etwa 375 °C und 550 °C, insbesondere zwischen etwa 400 °C und 485
°C, bei einem molaren Verhältnis von Wasserstoff zu Toluol von 0 bis etwa
10, vorzugsweise zwischen etwa 0,1 und 5 und insbesondere zwischen etwa 0,1 und
1, bei einem Druck zwischen 101 kPa und 10,1 MPa (1 atm und 100 atm) und Verwendung
eines WHSV zwischen etwa 0,5 und 50 h–1 ein.
Das Disproportionierungsverfahren kann im satzweisen, halbkontinuierlichen
oder kontinuierlichen Betrieb unter Verwendung eines im Reaktorbett abgeschiedenen
festen oder bewegten Betts aus Katalysatorsystem durchgeführt werden. Der Katalysator
kann nach Deaktivierung durch Koks regeneriert werden, indem der Koks in dem gewünschten
Ausmaß in einer sauerstoffhaltigen Atmosphäre bei erhöhten Temperaturen,
wie im Stand der Technik bekannt, abgebrannt wird.
Die erfindungsgemäß hergestellten Makrostrukturen finden
ferner Anwendung in einem Verfahren zum Isomerisieren von einem oder mehreren Xylolisomeren
in einem aromatischen C8-Einsatzmaterial, um ortho- meta- und para-Xylol
in einem verhältnis zu erhalten, das sich dem Gleichgewichtswert nähert.
Insbesondere wird die Isomerisierung von Xylol zusammen mit einem Trennverfahren
zur Herstellung von p-Xylol verwendet. Zum Beispiel kann ein Teil des p-Xylols in
einem gemischten aromatischen C8-Strom unter Verwendung von im Stand
der Technik bekannten Verfahren gewonnen werden, z.B. durch Kristallisation, Adsorption
etc. Der resultierende Strom wird dann unter Xylolisomerisierungsbedingungen umgesetzt,
um ortho-, meta- und para-Xylole nahe dem Gleichgewichtsverhältnis wieder herzustellen.
Ethylbenzol in dem Einsatzmaterial wird entweder aus dem Strom entfernt oder während
des Verfahrens in Xylole oder in Benzol umgewandelt, das leicht durch Destillation
abgetrennt werden kann. Das Isomerat wird mit frischem Einsatzmaterial gemischt
und der kombinierte Strom destilliert, um schwere und leichte Nebenprodukte zu entfernen.
Der resultierende Strom aus C8-Aromaten wird dann rückgeführt,
um den Zyklus zu wiederholen.
In der Dampfphase schließen geeignete Isomerisierungsbedingungen
eine Temperatur im Bereich von 250 bis 600 °C, vorzugsweise 300 °C bis
550 °C, einen Druck im Bereich vom 50,6 kPa bis 5,06 MPa (0,5 bis 50 atm) absolut,
vorzugsweise 1,01 bis 2,53 MPa (10 bis 25 atm) absolut und einen stündlichen
Massendurchsatz (WHSV) von 0,1 bis 100 hr–1, vorzugsweise 0,5
bis 50 hr–1 ein. Gegebenenfalls kann die Isomerisierung in der
Dampfphase in Gegenwart von 0,1 bis 30 molen Wasserstoff pro Mol Alkylbenzol durchgeführt
werden.
Wenn er zum Isomerisieren von Einsatzmaterialien, die Ethylbenzol
enthalten, verwendet wird, enthält der erfindungsgemäß hergestellte
katalytische Makrostrukturkatalysator vorzugsweise mindestens ein Hydriermetall.
Beispiele für solche Metalle schließen die Oxid-, Hydroxid-, Sulfid-,
oder freie Metallformen (d.h. nullwertig) von Metallen aus Gruppe VIII (d.h. Pt,
Pd, Ir, Rh, Os, Ru, Ni, Co und Fe), Metalle aus Gruppe IVB (d.h. Sn und Pb), Metalle
aus Gruppe VB (d.h. Sb und Bi) und Metalle aus Gruppe VIIA (d.h. Mn, Tc und Re)
ein. Edelmetalle (d.h. Pt, Pd, Ir, Rh, Os und Ru) sind bevorzugt. Kombinationen
von katalytischen Formen der Edelmetalle oder Nichtedelmetalle, wie Kombinationen
aus Pt mit Ni, können verwendet werden. Der Wertigkeitszustand des Metalls
ist vorzugsweise ein reduzierter Wertigkeitszustand, z.B. wenn diese Komponente
in Form eines Oxids oder Hydroxids vorliegt. Der reduzierte Wertigkeitszustand dieses
Metalls kann in situ während des Verlaufs einer Reaktion erhalten werden, wenn
ein Reduktionsmittel wie Wasserstoff in das Einsatzmaterial für
die Reaktion eingeschlossen wird.
Die Menge an in dem Zeolithkatalysator vorliegenden Metall ist eine
wirksame Menge, die im Allgemeinen von etwa 0,001 bis etwa 10 Gew.-% und vorzugsweise
0,05 bis 3,0 Gew.-% beträgt.
Die erfindungsgemäß hergestellten Makrostrukturen sind in
Verfahren zum Cracken von Naphthaeinsatzmaterial, z.B. C4+-Naphthaeinsatzmaterial, insbesondere C4- bis 290 °C-Naphthaeinsatzmaterial,
um niedermolekulargewichtige Olefine, z.B. C2- bis C4-Olefine,
insbesondere Ethylen und Propylen herzustellen. Solch ein Verfahren wird vorzugsweise
durchgeführt, indem das Naphthaeinsatzmaterial bei Temperaturen im Bereich
von 500 °C bis etwa 750 °C, insbesondere 550 °C bis 675 °C,
bei einem Druck von subatmosphärisch bis 1,01 kPa (10 atm), jedoch. vorzugsweise
von 101 bis 303 kPa (1 atm bis 3 atm) durchgeführt wird.
Die erfindungsgemäß hergestellten Makrostrukturen sind bei
der Transalkylierung von polyalkylaromatischen Kohlenwasserstoffen brauchbar. Beispiele
für geeignete polyalkylaromatische Kohlenwasserstoffe schließen di-, tri-
und tetraalkylaromatische Kohlenwasserstoffe ein wie Diethylbenzol, Triethylbenzol,
Diethylmethylbenzol (Diethyltoluol), Diisopropylbenzol, Triisopropylbenzol, Diisopropyltoluol,
Dibutylbenzol und dergleichen. Bevorzugte polyalkylaromatische Kohlenwasserstoffe
sind die Dialkylbenzole. Besonders bevorzugte polyalkylaromatische Kohlenwasserstoffe
sind Diisopropylbenzol und Diethylbenzol.
Das in dem Transalkylierungsverfahren verwendete Einsatzmaterial weist
vorzugsweise ein molares Verhältnis von aromatischem Kohlenwasserstoff zu polyalkylaromatischem
Kohlenwasserstoff von vorzugsweise etwa 0,5 : 1 bis etwa 50 : 1 und insbesondere
von etwa 2 : 1 bis etwa 20 : 1 auf. Die Reaktionstemperatur beträgt vorzugsweise
von etwa 340 °C bis 500 °C, um zumindest eine teilweise flüssige
Phase beizubehalten, und der Druck ist vorzugsweise im Bereich von 345 kPag bis
6,89 MPag (50 psig bis 1000 psig), vorzugsweise 2,07 bis 4,18 MPag (300 psig bis
600 psig). Der stündliche Massendurchsatz liegt im Bereich von etwa 0,1 bis
10.
Die erfindungsgemäß hergestellten Makrostrukturen sind ferner
für die Umwandlung von aromatischen Verbindungen aus Paraffinen brauchbar.
Beispiele für geeignete Paraffine schließen aliphatische Kohlenwasserstoffe
ein, die 2 bis 12 Kohlenstoffatome enthalten. Die Kohlenwasserstoffe können
geradkettig, offen oder cyclisch sein und können gesättigt oder ungesättigt
sein. Beispiele für Kohlenwasserstoffe schließen Propan, Propylen, n-Butan,
n-Butene, Isobutan, Isobuten und geradkettige und verzweigte und cyclische Pentane,
Pentene, Hexane und Hexene ein.
Die Bedingungen für die Aromatisierung schließen eine Temperatur
von etwa 200 °C bis etwa 700 °C, einen Druck von 10,1 kPa bis 6,08 MPa
(0,1 atm bis 60 atm), einen stündlichen Massendurchsatz (WHSV) von etwa 0,1
bis etwa 400 hr–1 und ein molares Verhältnis von Wasserstoff
zu Kohlenwasserstoff von etwa 0 bis etwa 20 ein.
Die in dem Aromatisierungsverfahren verwendete katalytische Makrostruktur
umfasst vorzugsweise große Kristalle eines Zeolithen mit mittlerer Porengröße
wie Zeolith vom MFI-Typ (Beispiel ZSM-5). Der Katalysator enthält vorzugsweise
Gallium. Gallium kann während der Synthese des Zeolithen eingebaut werden oder
es kann ausgetauscht oder imprägniert oder auf andere Weise in den Zeolithen
nach der Synthese eingebracht werden. Vorzugsweise sind 0,05 bis 10 und am meisten
bevorzugt 0,1 bis 2,0 Gew.-% Gallium mit dem Katalysator verbunden.
BEISPIELE
In den Beispielen wurden die resultierenden Produkte mittels eines
Raseterelektronenmikroskops (SEM), Röntgenbeugung (XRD), Spektroskopie und
durch Messungen der spezifischen Oberfläche und Porengröße mit Krypton-
oder Stickstoffadsorption bewertet.
Die Rasterelektronenmikroskopstudien wurden an Proben durchgeführt,
die mit Gold beschichtet waren (durch Sputtertechnik). Ein Rasterelektronenmikroskop
vom Typ Philips XL 30 mit einer Lanthanhexaborid-Emissionsquelle wurde in diesen
Studien verwendet.
Die Röntgenbeugungsstudien wurden mit einem Siemens D-5000 Pulverdiffraktometer
durchgeführt.
Die Stickstoffadsorptionsmessungen zur Bestimmung der spezifischen
Oberfläche und Teilchengrößenverteilung wurden mit einem ASAP 2010
von Micromeritics Instruments, Inc. durchgeführt.
Elementaranalyse betreffend Kohlenstoff, Stickstoff und Wasserstoff
wurde in Bezug auf bestimmte Proben mittels eines analytischen Instruments von LECO
Corporation (LECO CHN-600) durchgeführt. Die Teilchengröße und Teilchengrößenverteilung
für die kolloidalen Suspensionen aus diskreten Mikrokristallen der Molekularsiebe,
die als Ausgangsmaterial gemäß dem Verfahren verwendet wurden, wurden
mittels dynamischer Lichtstreuung bestimmt (ZetaPlus, Brookhaven Instruments).
Beispiel 1
30 g Natriumwasserglas (21,4 Gew.-% SiO2, 6,7 Gew.-% Na2O,
0,024 Gew.-% Al2O3, Akzo Nobel) wurden zu 3 g eines makroporösen,
stark basischen Ionenaustauscherharzes (Dowex MSA-1) in einen Polyethylenreaktor
gegeben. Der Reaktor wurde anschließend in ein auf 100 °C vorgewärmtes
Silikonölbad getaucht und 4 Stunden unter Rückfluss behandelt (anfänglich
schwammen die Harzkügelchen auf der Oberfläche des Wasserglases, die Behandlung
wurde unterbrochen, als alle Teilchen sanken). Danach wurden die Harzkügelchen
getrennt, in 0,1 M NH3-Lösung in einem Ultraschallbad 5 Minuten
behandelt, mehrere Male durch Suspendieren in destilliertem Wasser gewaschen und
für 2 Stunden bei 60 °C getrocknet.
1 g jedes der Harz-Natriumsilikatverbundmaterialien wie hergestellt
wurden in einem mit PTFE-ausgekleideten Autoklaven aus rostfreiem Stahl mit 20 g
einer wässrigen 2%igen bzw. 5%igen TPAOH-Lösung gemischt. Die Mischungen
wurden für 24 Stunden hydrothermal bei 170 °C behandelt. Nach der Behandlung
wurden die Kügelchen getrennt, in 0,1 M NH3-Lösung für
5 Minuten in einem Ultraschallbad behandelt, mehrere Male durch. Suspendieren in
destilliertem Wasser gewaschen und bei 60 °C getrocknet. Schließlich wurde
das organische Harz durch Calcinieren für 5 Stunden bei 600 °C entfernt,
nachdem auf diese Temperatur mit einer Heizrate von 1 °C/min geheizt worden
war.
2 zeigt SEM-Mikroaufnahmen der calcinierten Produkte,
die unter Verwendung von (a) 2 % TPAOH und (b) 5 % TPAOH hergestellt worden waren.
Die entsprechenden XRD-Muster sind in den 3a und b gezeigt. Die
BET-Oberflächenwerte für die calcinierten Teilchen, die mit 2 und 5 %
TPAOH-Lösungen hergestellt worden waren, betrugen 1112 bzw. 730 m2/g.
Bei Calcinierung schrumpften die Teilchen und diese Schrumpfung war
stärker ausgeprägt, wenn 5 % TPAOH-Lösungen verwendet wurden. Wie
aus den XRD-Mustern ersichtlich, bestanden die Produkte aus Silicalit 1 zusammen
mit einer bestimmten Menge an amorphem Material in beiden Proben, und diese Menge
war höher, wenn 2 % TPAOH-Lösung verwendet wurde. Die Anwesenheit von
amorphem Material wurde durch die sehr hohen BET-Oberflächenwerte bestätigt.
Beispiel 2
30 g Natriumwasserglas (21,4 Gew.-% SiO2, 6,7 Gew.-% Na2O,
0,024 Gew.-% Al2O3, Akzo Nobel) wurden zu 3 g eines makroporösen
stark basischen Ionenaustauscherharzes (Dowex MSA-1) in einen Polyethylenreaktor
gegeben. Der Reaktor wurde anschließend in ein auf 100 °C vorgewärmtes
Silikonölbad getaucht und für 4 Stunden unter Rückfluss behandelt
(anfänglich schwammen die Harzkügelchen auf der Oberfläche des Wasserglases,
die Behandlung wurde unterbrochen, als alle Teilchen sanken). Danach wurden die
Harzkügelchen getrennt, in 0,1 M NH3-Lösung in einem Ultraschallbad
5 Minuten behandelt, mehrere Male durch Suspendieren in destilliertem Wasser gewaschen
und für 2 Stunden bei 60 °C getrocknet.
Die Teilchen wie hergestellt wurden 5 Stunden bei 600 °C calciniert,
nachdem mit einer Heizrate von 1 °C/min auf diese Temperatur geheizt worden
war. Die Elementaranalyse nach dem Calcinieren zeigte, dass die Probe 95,6 Gew.-%
SiO2 und 1,03 Gew.-% Na2O enthielt. 1 g der calcinierten Teilchen
wurde hydrothermal bei 170 °C für 24 Stunden mit 10 g wässriger 5
TPAOH-Lösung behandelt. Nach der Behandlung wurden die Teilchen abgetrennt,
in 0,1 M NH3-Lösung in einem Ultraschallbad 5 Minuten behandelt,
mehrere Male durch Suspendieren in destilliertem Wasser gewaschen und bei 60 °C
2 Stunden getrocknet.
Die SEM-Aufnahmen der Teilchen, die nach der Behandlung in der TPAOH-haltigen
Lösung erhalten wurden, sind in 2c gezeigt und das entsprechende
XRD-Muster in 3c. Die BET-Oberfläche betrug 10 m2/g
(die TPA-Kationen waren in der Silicalit 1-Struktur anwesend).
Die Teilchen schrumpften bei Calcinierung beträchtlich. Mittels
XRD- und Stickstoffadsorptionsmessungen wurde kein amorphes Material gefunden.
Beispiel 3
30 g Natriumwasserglas (21,4 Gew.-% SiO2, 6,7 Gew.-% Na2O,
0,024 Gew.-% Al2O3, Akzo Nobel) wurden zu 3 g eines makroporösen
stark basischen Ionenaustauscherharzes (Dowex MSA-1) in einen Polyethylenreaktor
gegeben. Der Reaktor wurde anschließend in ein auf 100 °C vorgewärmtes
Silikonölbad getaucht und 4 Stunden unter Rückfluss behandelt (anfänglich
schwammen die Harzkügelchen auf der Oberfläche des Wasserglases, die Behandlung
wurde unterbrochen, als alle Teilchen sanken). Danach wurden die Harzkügelchen
getrennt, in 0,1 M NH3-Lösung in einem Ultraschallbad 5 Minuten
behandelt, mehrere Male durch Suspendieren in destilliertem Wasser gewaschen und
für 2 Stunden bei 60 °C getrocknet.
1 g der Teilchen wie hergestellt wurde hydrothermal bei 170 °C
für 24 Stunden mit 20 g 2- bzw. 5%iger TPABr-Lösung (Merck) behandelt.
Nach der Behandlung wurden die Teilchen abgetrennt, in 0,1 M NH3-Lösung
in einem Ultraschallbad für 5 Minuten behandelt, mehrere Male durch Suspendieren
in destilliertem Wasser gewaschen und 5 Stunden bei 60 °C getrocknet, nachdem
auf diese Temperatur mit einer Heizrate von 1 °C/min erwärmt worden war.
Die Teilchen schrumpften bei Calcinierung und waren denen ähnlich,
die in 3a gezeigt sind. Die XRD-Muster der calcinierten Proben,
die unter Verwendung von 2 % und 5 % TPABr-Lösungen hergestellt wurden, sind
in 4 gezeigt. Die Diffraktogramme zeigen, dass beide
Proben eine signifikante Menge an amorphem Material zusätzlich zu Silicalit
1 enthielten. Die BET-Oberflächen der 2 und 5 % Proben betrugen 1122 bzw. 1098
m2/g.
Anspruch[de]
Verfahren zum Herstellen von Makrostrukturen, die aus einer kristallinen
Molekularsiebzusammensetzung zusammengesetzt sind, bei dem in Stufen:
(a) ein Verbundmaterial gebildet wird, das aus (i) porösem organischen Ionenaustauscher
mit einer dreidimensionalen Porenstruktur und, innerhalb der dreidimensionalen Porenstruktur
des Ionenaustauschers, (ii) einer kontinuierlichen Matrix aus mesoporösem anorganischen
Material zusammengesetzt ist,
(b) der Ionenaustauscher aus dem Verbundmaterial entfernt wird,
(c) vor oder nach Entfernung des Ionenaustauschers die Matrix unter hydrothermalen
Bedingungen behandelt wird, so dass zumindest ein Teil des mesoporösen anorganischen
Materials in eine kristalline Molekularsiebzusammensetzung umgewandelt wird.Verfahren nach Anspruch 1, bei dem Stufe (c) in Gegenwart von Struktursteuerungsmittel
durchgeführt wird, so dass zumindest ein Teil des mesoporösen anorganischen
Materials in eine kristalline Molekularsiebzusammensetzung umgewandelt wird.Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, bei dem Stufe (c) vor Stufe (b) erfolgt.Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, bei dem Stufe (c) nach Stufe (b) erfolgt.Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem die
Makrostrukturen Größe und Form der dreidimensionalen Porenstruktur des
Ionenaustauschers aufweisen.Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Ionenaustauscher
anionisch ist.Verfahren nach Anspruch 6, wobei der anionische Ionenaustauscher eine
Ionenaustauschkapazität von größer als 1 meq/g Trockengewicht Ionenaustauscher
aufweist.Verfahren nach Anspruch 7, wobei der anionische Ionenaustauscher ein
stark basischer Anionenaustauscherharz ist, der quartäre Ammoniumgruppen aufweist.Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Ionenaustauscher
ein organischer Ionenaustauscher auf Polymerbasis ist.Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Ionenaustauscher
ein makroporöser Ionenaustauscher ist.Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Makrostrukturen
mindestens eine Abmessung aufweisen, die größer als
0,1 mm ist.Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Makrostrukturen
kugelförmig bzw. kugelähnlich oder zylindrisch sind.Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Molekularsieb
ein Aluminiumsilikatzeolith oder ein Metallsilikat ist, das im Wesentlichen frei
von Aluminium ist.Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Molekularsieb
ein Molekularsieb mit großer Porengröße oder ein Molekularsieb mit
intermediärer Porengröße ist.Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Molekularsieb
von einem Strukturtyp ist, der ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus
LTL, FAU, MOR, *BEA, MFI, MEL, MTW, MTT, MFS, FER und TON.Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Molekularsieb
ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus Zeolith A, Zeolith L, Zeolith X,
Zeolith Y, Mordenit, Zeolith &bgr;, ZSM-5, ZSM-11, ZSM-22, ZSM-35, Silicalit 1
und Silicalit 2.Verfahren nach Anspruch 16, wobei das Molekularsieb ein ZSM-5 oder Silicalit
1 ist.Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das mesoporöse
anorganische Material ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus Siliciumdioxid,
Aluminiumsilikat und Aluminiumoxid.Verfahren nach Anspruch 18, wobei das mesoporöse anorganische Material
amorphes Siliciumdioxid oder amorphes Siliciumdioxid-Aluminiumoxid ist, das eine
spezifische Oberfläche aufweist, die 200 m2/g überschreitet.Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Ionenaustauscher
entweder durch ein Oxidationsverfahren oder durch Auflösung entfernt wird.