Die vorliegende Erfindung betrifft ein Polyolefin-Masterbatch, das
zur Herstellung von Polyolefinzusammensetzungen verwendet werden kann, welche wiederum
zur Spritzgießen von verhältnismäßig großen Gegenständen
geeignet sind. Insbesondere können die Polyolefinzusammensetzungen durch Spritzgießen
zu großen Gegenständen verarbeitet werden, die verbesserte Oberflächeneigenschaften
aufweisen, besonders in Hinblick auf die Bildung von Fließstreifen und Stippen.
Polypropylen und thermoplastische Polyolefine finden breite gewerbliche
Verwendung, und zwar aufgrund ihres hervorragenden Preis/Leistungs-Verhältnisses.
Aufgrund ihrer guten Witterungsbeständigkeit finden diese Polymere zum Beispiel
dort Anwendung, wo Farbstoffe der Fließmischung zugesetzt werden.
Polypropylen und thermoplastische Polyolefine werden im Allgemeinen
durch Spritzgießen zu den gewünschten Gegenständen verarbeitet. Bei
verhältnismäßig großen Teilen, wie etwa KFZ-Stoßfängern
und Armaturenbrettern, treten Probleme wie etwa Kaltfließen sowie Bildung von
Fließstreifen und Stippen auf, die eine besondere Herausforderung darstellen.
Zum "Kaltfließen" kommt es, wenn das geschmolzene Polymer, das in die Spritzgusskammer
gelangt, beginnt abzukühlen und sich zu verfestigen, bevor die Kammer vollständig
mit dem Polymer gefüllt ist. Als "Fließstreifen" werden Farb- und Glanzschwankungen
auf der Oberfläche eines im Spritzgießverfahren hergestellten Gegenstandes
bezeichnet, die aufgrund von instabilen Formfülleigenschaften des geschmolzenen
Polymers beim Einspritzen in die Spritzgusskammer und bei der Bildung der gewünschten
Gegenstandsform auftreten. Als "Stippen" werden kleine Punkte bezeichnet, die sich
auf der Oberfläche der fertigen Formteile zeigen und auf eine verhältnismäßig
schlechte Verteilung eines oder mehrerer Polymerbestandteile zurückzuführen
sind. Derartige Stippen, wie auch Fließstreifen, bewirken eine Verschlechterung
des Oberflächenerscheinungsbildes des fertigen Formteils.
Ein Vorteil der Verwendung einer Masterbatch-Zusammensetzung besteht
darin, dass diese vielen verschiedenartigen Polyolefinen zugesetzt werden kann,
um eine gebrauchsfertige Polyolefinzusammensetzung zum Spritzgießen von großen
Gegenständen wie etwa KFZ-Stoßfängern herzustellen. Es besteht also
ein ständiger Bedarf an Masterbatch-Zusammensetzungen, die, wenn sie verschiedenartigen
Polyolefinwerkstoffen zugesetzt werden, zur Bildung von gebrauchsfertigen Zusammensetzungen
führen können, welche ein gutes Gleichgewicht zwischen physikalischen
Eigenschaften und Oberflächeneigenschaften aufweisen.
In der US-Patentschrift Nr. 5,519,090 ist beschrieben, dass ein gutes
Schmelzfließverhalten sowie gute mechanische Eigenschaften, insbesondere eine
hohe Steifigkeit, erzielt werden können, indem zwei Polypropylene mit verschiedenem
Schmelzflussindex sowie ein Propylen/Ethylen-Copolymer miteinander vermischt werden.
Gemäß WO 02/28958 kann ein besonders gutes Gleichgewicht
zwischen dem Schmelzfließverhalten, den mechanischen Eigenschaften und den
Oberflächeneigenschaften, insbesondere bezüglich der Verringerung der
Fließstreifenbildung, erzielt werden, indem einer Polyolefinmatrix eine Masterbatch-Zusammensetzung
zugesetzt wird, die folgende Bestandteile (in Gewichtsprozent) umfasst:
A) 20 % bis 90 % eines kristallinen Polypropylenbestandteils, welcher zwischen
25 und 75 % einer Fraktion AI mit einem Schmelzflussindex MFRI
zwischen 0,5 und 10 g/10 min. sowie 75 bis 25% einer Fraktion AII mit
einem Schmelzflussindex MFRII enthält, wobei das Verhältnis
MFRII/MFRI zwischen 30 und 2000 liegt; wobei die Fraktionen
AI und AII unabhängig voneinander aus der Gruppe gewählt
werden, die aus einem Propylenhomopolymer, einem statistischen Copolymer von Propylen
mit bis zu 8 % Ethylen sowie einem statistischen Copolymer von Propylen mit bis
zu 8 % mindestens eines C4-C10-&agr;-Olefins besteht; und
B) 10 % bis 80 % eines Copolymerbestandteils auf Basis von Ethylen und mindestens
einem C3-C10-&agr;-Olefin, wobei das Copolymer zwischen
10 und 70 % Ethylen sowie wahlweise geringe Mengen eines Diens enthält, bei
Raumtemperatur in Xylol löslich ist und eine intrinsische Viskosität [&eegr;]
zwischen 4 und 9 dl/g aufweist.
Es ist jetzt gefunden worden, dass durch geeignete Auswahl der Schmelzflussindex-Werte
der Polypropylenbestandteile, in Kombination mit anderen Eigenschaftsmerkmalen welche
die Zusammensetzung selbst sowie die mengenmäßigen Anteile der verschiedenen
Bestandteile betreffen, eine Masterbatch-Zusammensetzung erhalten werden kann, die
sich durch besonders hochwertige physikalische und mechanische Eigenschaftsdaten
auszeichnet und sich insbesondere zur Herstellung von gebrauchsfertigen Polyolefinzusammensetzungen
eignet, die aufgrund der Verringerung der Fließstreifenbildung und der Abwesenheit
von Stippen ein hervorragendes Oberflächenerscheinungsbild aufweisen.
Daher betrifft die vorliegende Erfindung eine Masterbatch-Zusammensetzung,
die folgende Bestandteile (in Gewichtsprozent) umfasst:
A) 50 % bis 90 %, vorzugsweise 55 bis 80 % eines kristallinen Polypropylenbestandteils,
der folgendes umfasst:
AI) zwischen 25 % und 75 %, vorzugsweise zwischen 30 und 70 % einer Fraktion
mit einem Schmelzflussindex MFRI zwischen 0,1 und 10 g/10 min., vorzugsweise
zwischen 0,1 und 5 g/10 min., und insbesondere zwischen 0, 1 und 3 g/10 min.; und
AII) zwischen 25 % und 75 %, vorzugsweise zwischen 30 % und 70 % einer
Fraktion mit einem Schmelzflussindex MFRII von kleiner/gleich 100 g/10
min., besonders zwischen 5 und 100 g/10 min., vorzugsweise zwischen 10 und 100 g/10
min.; und besonders bevorzugt zwischen 10 und 68 g/10 min.;
wobei das Verhältnis MFRII/MFRI (d.h. der Wert der Verhältnisses
des MFR-Wertes von (AII) bezogen auf den MFR-Wert von (AI))
zwischen 5 und 60, vorzugsweise zwischen 10 und 55, liegt und die Fraktionen (AI)
und (AII) unabhängig voneinander aus einer Gruppe gewählt werden,
die aus einem Propylenhomopolymer, einem statistischen Copolymer von Propylen mit
bis zu 3 % Ethylen sowie einem statistischen Copolymer von Propylen mit bis zu 6
% mindestens eines C4-C10-&agr;-Olefins besteht; und
B) 10 % bis 50 %, vorzugsweise 20 bis 45 %, eines Copolymerbestandteils auf
Basis von Ethylen und mindestens einem C3-C10-&agr;-Olefin,
wobei das Copolymer zwischen 15 % und 50 %, vorzugsweise zwischen 20 % und 48 %,
und insbesondere zwischen 25 % und 38 % an Ethylen sowie ggf. geringe Mengen eines
Diens enthält;
wobei in der Masterbatch-Zusammensetzung diejenige Fraktion, die bei Raumtemperatur
(ungefähr 25 °C) in Xylol löslich ist, einen intrinsischen Viskositätswert
[n] von größer oder gleich 3,5 dl/g, besonders zwischen 3,5 und 9 dl/g,
und vorzugsweise zwischen 4 und 8 dl/g aufweist.
Die MFR-Werte werden gemäß ASTM-D 1238, Bedingung L (230
°C, mit einer Last von 2,16 kg) gemessen.
Der Schmelzflussindex der Masterbatch-Zusammensetzung kann vorzugsweise
im Bereich von 0,1 bis 10 g/10 min, insbesondere in Bereich von 0,1 bis 5 g/10 min.
liegen.
Zu den erläuternden Beispielen für C4-C10-&agr;-Olefine,
die in (AI) und/oder (AII) enthalten sein können, gehören
1-Buten, 1-Penten, 1-Hexen, 4-Methyl-1-penten und 1-Octen, wobei 1-Buten einen besonderen
Vorzug genießt.
Vorzugsweise handelt es sich sowohl bei (AI) als auch bei
(AII) um Propylenhomopolymere.
Hinsichtlich der C3-C10-&agr;-Olefine im Copolymerbestandteil
(B) wird Propylen bevorzugt.
Die Masterbatch-Zusammensetzungen der vorliegenden Erfindung weisen
vorzugsweise folgende weitere Eigenschaftsmerkmale auf:
– einen P.I. (Polydispersitätsindex), der für (A) zwischen
4 und 7 beträgt;
– Mw/Mn-Werte, die sowohl für (AI) als auch für
(AII) größer als 4, insbesondere größer als 4,5 und
mit besonderem Vorzug größer als 5 sind (gemessen mittels Gelpermeationschromatographie
in Trichlorbenzol bei 135 °C);
– einen gewichtsmäßigen Anteil der Fraktion, die bei Raumtemperatur
in Xylol löslich ist, von weniger als 35 %.
Die Masterbatch-Zusammensetzungen der vorliegenden Erfindung können
durch schrittweise Polymerisation mit mindestens drei aufeinander folgenden Schritten
hergestellt werden, wobei die Bestandteile (A) und (B) in getrennten, aufeinander
folgenden Schritten hergestellt werden und sämtliche Schritte, mit Ausnahme
des ersten Schrittes, in Gegenwart des Polymers und des Katalysators, die im vorhergehenden
Schritt gebildet bzw. verwendet wurden, durchgeführt werden. Der Katalysator
wird ausschließlich im ersten Schritt zugesetzt, wobei seine Aktivität
aber derart ist, dass sie in sämtlichen nachfolgenden Schritten erhalten bleibt.
Insbesondere sind für den Bestandteil (A) zwei aufeinander folgende
Schritte erforderlich, einer zur Herstellung der Fraktion (AI) und ein
weiterer zur Herstellung der Fraktion (AII).
Vorzugsweise wird der Bestandteil (A) vor dem Bestandteil (B) hergestellt.
Die Reihenfolge, in welcher die Fraktionen (AI) und (AII)
hergestellt werden, ist nicht wesentlich.
Die Polymerisation, welche kontinuierlich und chargenweise erfolgen
kann, wird gemäß bekannter Techniken entweder in flüssiger Phase,
wobei ein inertes Verdünnungsmittel zugegen sein kann oder nicht, oder in der
Gasphase oder mit Hilfe von flüssig/gasförmig-Mischtechniken durchgeführt.
Es wird bevorzugt, die Polymerisation in der Gasphase durchzuführen.
Die Reaktionszeit sowie die Druck- und Temperaturbedingungen bei den
Polymerisationsschritten sind nicht wesentlich, wobei indes die Temperatur am besten
zwischen 50 und 100 °C liegt. Der Druck kann dem Atmosphärendruck entsprechen
oder höher sein.
Die Einstellung des Molekulargewichts erfolgt unter Verwendung bekannter
Regulatoren, insbesondere von Wasserstoff.
Die Masterbatch-Zusammensetzungen der vorliegenden Erfindung können
ebenfalls mittels eines Gasphasenpolymerisationverfahrens hergestellt werden, welches
in mindestens zwei miteinander verbundenen Polymerisationsbereichen durchgeführt
wird. Diese Art von Verfahren ist in der Europäischen Patentanmeldung 782 587
erläutert.
Im Einzelnen umfasst das oben genannte Verfahren das Einspeisen eines
oder mehrerer Monomere in die Polymerisationsbereiche, wobei ein Katalysator zugegen
ist und Reaktionsbedingungen vorherrschen, sowie Entnehmen des Polymerproduktes
aus den Polymerisationsbereichen. In dem Verfahren fließen die entstehenden
Polymerpartikel unter schnellen Fluidisierungsbedingungen aufwärts durch den
ersten der Polymerisationsbereiche (den Steigbereich), verlassen den Steigbereich
und gelangen einen zweiten Polymerisationsbereich (Sinkbereich), welchen sie, in
verdichteter Form unten der Einwirkung der Schwerkraft nach unten durchfließen,
um anschließend den Sinkbereich zu verlassen und erneut dem Steigbereich zugeführt
zu werden, sodass das Polymer eine Kreislaufbewegung zwischen dem Steigbereich und
dem Sinkbereich vollführt.
Im Sinkbereich erreicht der Feststoff hohe Dichtewerte, welche der
Schüttdichte des Polymers nahe kommen. Daher kann in Fließrichtung ein
deutlicher Druckanstieg erzielt werden, welcher es ermöglicht, dass das Polymer
ohne Zuhilfenahme mechanischer Mittel erneut dem Steigbereich zugeführt werden
kann. Auf diese Weise entsteht eine schleifenförmige Kreisbewegung in dem Sinne,
dass ein Druckgleichgewicht zwischen den beiden Polymerisationsbereichen herrscht
und der Gefällverlust dem System zugeführt wird.
Im Allgemeinen werden die schnellen Fluidisierungsbedingungen im Steigbereich
hergestellt, indem ein Gasgemisch, welches die betreffenden Monomere umfasst, in
den Steigbereich eingespeist wird. Vorzugsweise wird das Gasgemisch unterhalb der
Stelle, an welcher das Polymer erneut dem Steigbereich zugeführt wird, eingespeist,
und zwar gegebenenfalls mit Hilfe eines Gasverteilungsmittels. Die Geschwindigkeit,
mit welcher das Gas dem Steigbereich zugeführt wird, ist höher als die
Transportgeschwindigkeit unter Betriebsbedingungen, vorzugsweise beträgt sie
2 bis 15 m/s.
Im Allgemeinen werden das Polymer und das gasförmige Gemisch
nach dem Verlassen des Steigbereichs einem Feststoff/Gas-Trennungsbereich zugeführt.
Die Trennung zwischen Feststoff und Gas kann unter Verwendung herkömmlicher
Abtrennungsmittel durchgeführt werden. Aus dem Trennungsbereich gelangt das
Polymer in den Sinkbereich. Das gasförmige Gemisch, welches aus dem Trennungsbereich
stammt, wird komprimiert, abgekühlt und dem Steigbereich zugeführt, und
zwar gegebenenfalls unter Zusatz von weiterem Monomer und/oder Molekulargewichtsregulatoren.
Das Überführen kann mittels einer Kreislaufleitung, die für das gasförmige
Gemisch bestimmt ist, erfolgen.
Die Steuerung des Polymerkreislaufes zwischen den beiden Polymerisationsbereichen
kann erfolgen, indem die Polymermenge, welche den Sinkbereich verlässt, unter
Verwendung von Mitteln, die für die Steuerung von Feststoffströmen geeignet
sind, wie etwa von mechanischen Ventilen, gemessen wird.
Die Betriebskennzahlen, wie etwa die Temperatur, entsprechen den Bedingungen
die für Verfahren zur Polymerisation von Olefinen in der Gasphase üblich
sind, und liegen beispielsweise zwischen 50 und 120°C.
Das Verfahren kann unter einem Betriebsdruck, der zwischen 0,5 und
10 MPa, vorzugsweise zwischen 1,5 und 6 MPa liegt, durchgeführt werden.
Vorteilhafterweise verbleiben ein oder mehrere Inertgase in den Polymerisationsbereichen,
und zwar in solchen Mengen, dass die Summe der Partialdrücke der Inertgase
vorzugsweise zwischen 5 und 80 % des Gesamtgasdrucks beträgt. Bei dem Inertgas
kann es sich zum Beispiel um Stickstoff oder Propan handeln.
Die verschiedenen Katalysatoren werden dem Steigbereich an einer beliebigen
Stelle innerhalb desselben zugeführt. Sie können indes auch an einer beliebigen
Stelle des Sinkbereiches zugeführt werden. Der Katalysator kann einen beliebigen
Aggregatzustand aufweisen, es können also entweder feste oder flüssige
Katalysatoren zum Einsatz kommen.
Die Polymerisationsreaktionen werden vorzugsweise in Gegenwart eines
stereospezifischen Ziegler-Natta-Katalysators durchgeführt. Einen wesentlichen
Bestandteil der Katalysatoren stellt ein fester Katalysatorbestandteil dar, welcher
eine Titanverbindung mit mindestens einer Titan-Halogen-Bindung umfasst, sowie eine
Elektronendonorverbindung, wobei sich beide auf einem Trägermaterial aus aktivem
Magnesiumhalogenid befinden. Ein weiterer wesentlicher Bestandteil (Cokatalysator)
ist eine Organoaluminiumverbindung wie etwa eine Aluminiumalkylverbindung.
Wahlweise wird ein externer Donor zugesetzt.
Mit Hilfe der Katalysatoren, welche im Allgemeinen in dem Verfahren
der Erfindung eingesetzt werden, kann Polypropylen mit einem Isotaktizitätsindex
von über 90 %, vorzugsweise von mehr als 95 % hergestellt werden. Katalysatoren,
welche die oben genannten kennzeichnenden Eigenschaften aufweisen, sind in der Patentliteratur
wohlbekannt; besonders vorteilhaft sind die Katalysatoren, die in der US-Patentschrift
4,399,054 sowie in der Europäischen Patentschrift 45977 beschrieben werden.
Die festen Katalysatorbestandteile, die in den Katalysatoren zum Einsatz
kommen, umfassen als Elektronendonoren (interne Donoren) Verbindungen, welche aus
der Gruppe gewählt werden, die aus Ethern, Ketonen, Lactonen, Verbindungen,
welche N-, P- und/oder S-Atome enthalten, sowie Mono- und Dicarbonsäureestern
besteht.
Als Elektronendonorverbindungen sind Phthalsäureester wie etwa
Diisobutyl-, Dioctyl-, Diphenyl- und Benzylbutylphthalat besonders geeignet.
Weiterhin sind 1,3-Diether nach der folgenden Formel als Elektronendonoren
besonders geeignet:
wobei RI und RII, die gleich- oder verschiedenartig sind,
für C1-C18-Alkyl- C3-C18-Cycloalkyl-
oder C7-C18-Arylradikale stehen; RIII und RIV,
die gleich- oder verschiedenartig sind, für C1-C4-Alkylradikale
stehen; oder es sich um 1,3-Diether handelt, bei welchen das Kohlenstoffatom in
Position 2 zu einer zyklischen oder polyzyklischen Struktur gehört, welche
aus 5, 6 oder 7 Kohlenstoffatomen besteht und zwei- oder dreifach ungesättigt
ist.
Derartige Ether sind in den veröffentlichen Europäischen
Patentanmeldungen 361493 und 728769 beschrieben.
Beispiele für Vertreter dieser Art von Diethern sind 2-Methyl-2-isopropyl-1,3-dimethoxypropane,
2,2-Diisobutyl-1,3-dimethoxypropane, 2-Isopropyl-2-cyclopentyl-1,3-dimethoxypropane,
2-Isopropyl-2-isoamyl-1,3-dimethoxypropane, 9,9-bis(Methoxymethyl) fluoren.
Die Herstellung der oben erwähnten Katalysatorbestandteile wird
nach verschiedenen Verfahren durchgeführt.
Zum Beispiel wird ein MgCl2 nROH-Addukt (insbesondere in
Form von kugelförmigen Partikeln), wobei n im Allgemeinen Werte von 1 bis 3
annimmt und es sich bei ROH um Ethanol, Butanol oder Isobutanol handelt, mit einem
Überschuss an TiCl4, welches eine Elektronendonorverbindung enthält,
umgesetzt. Die Reaktionstemperatur beträgt im Allgemeinen zwischen 80 und 120
°C. Anschließend. wird der Feststoff isoliert und ein weiteres Mal mit
TiCl4 umgesetzt, wobei die Elektronendonorverbindung zugegen sein kann
oder nicht, woraufhin der Feststoff abgetrennt und mit einer ausreichenden Menge
an Kohlenwasserstoff gewaschen wird, bis sämtliche Chlorionen verschwunden
sind.
Im festen Katalysatorbestandteil beträgt der gewichtsmäßige
Anteil der Titanverbindung, ausgedrückt als Ti, im Allgemeinen zwischen 0,5
und 10 %. Der Anteil der Elektronendonorverbindung, welche auf dem festen
Katalysatorbestandteil dauerhaft fixiert ist, beträgt im Allgemeinen 5 bis
20 Mol%, bezogen auf das Magnesiumdihalogenid.
Bei den Titanverbindungen, die zur Herstellung des festen Katalysatorbestandteils
verwendet werden können, handelt es sich um Halogenide und Alkoholate des Titans.
Titantetrachlorid ist die bevorzugte Verbindung.
Die oben beschriebenen Reaktionen führen zur Bildung eines Maqnesiumhalogenids
in aktiver Form. Aus der Literatur sind weitere Reaktionen zur Bildung von aktivem
Magnesiumhalogenid bekannt, welche von Magnesiumverbindungen ausgehen, die keine
Halogenide, sondern Magnesiumcarboxylate sind.
Die Al-Alkylverbindungen, die als Cokatalysator verwendet werden,
umfassen Al-Trialkyle wie etwa Al-Triethyl, Al-Triisobutyl und Al-Tri-n-butyl sowie
geradkettige oder zyklische Al-Alkylverbindungen, die zwei oder mehr Al-Atome enthalten,
die über O- oder N-Atome oder aber über SO4- oder SO3-Gruppen
miteinander verbunden sind.
Die Al-Alkylverbindung wird im Allgemeinen in solchen Mengen eingesetzt,
dass das Al/Ti-Verhältnis zwischen 1 und 1000 beträgt.
Zu den Elektronendonorverbindungen, die als externe Donoren verwendet
werden können, gehören die Ester aromatischer Säuren wie etwa die
Alkylbenzoate sowie insbesondere Siliziumverbindungen, die mindestens eine Si-OR-Bindung
enthalten, wobei R für ein Kohlenwasserstoffradikal steht.
Beispiele für Siliziumverbindungen sind (tert-Butyl)2Si(OCH3)2,
(Cyclohexyl) (methyl)Si(OCH3)2, Pheyl)2Si(OCH3)2,
und (cyclopentyl)2Si(OCH3)2. Weiterhin können
1,3-Diether mit den oben beschriebenen Formeln vorteilhaft verwendet werden. Wenn
es sich bei dem internen Donor um einen dieser Diether handelt, sind die externen
Donoren entbehrlich.
Weiterhin können metallocenartige Katalysatoren, wie sie in der
US-Patentschrift 5,324,800 und in EP-A-0 129 368 beschrieben sind, im Verfahren
gemäß der vorliegenden Erfindung verwendet werden; besonders vorteilhaft
sind bis-Indenyl-Metallocene mit Brücke, wie sie beispielsweise in der US-Patentschrift
5,145,819 und in EP-A-0 485 823 beschrieben sind. Eine weitere Klasse geeigneter
Katalysatoren sind die so genannten "constrained geometry" Katalysatoren mit eingeschränkter
Geometrie, welche in EP-A-0 416 815 (Dow), EP-A-0 420 436 (Exxon), EP-A-0 671 404,
EP-A-0 643 066 und WO 91/04257 beschrieben sind. Diese Metallocenverbindungen können
insbesondere zur Herstellung des Bestandteils (B) verwendet werden.
Die Katalysatoren können zuvor mit geringen Mengen der Olefine
in Kontakt gebracht werden (Vorpolymerisation).
Die Masterbatch-Zusammensetzung der vorliegenden Erfindung kann darüber
hinaus Zusatzstoffe enthalten, die innerhalb des Fachgebietes gemeinhin Anwendung
finden, wie etwa Antioxidantien, Lichtstabilisatoren, Wärmestabilisatoren,
Farbstoffe und Füllstoffe.
Wie bereits erwähnt wurde, kann die Masterbatch-Zusammensetzung
der vorliegenden Erfindung vorteilhaft mit zusätzlichen Polyolefinen, insbesondere
mit Propylenpolymeren wie etwa Propylenhomopolymeren oder statistischen Copolymeren
sowie mit thermoplastischen elastomerartigen Polyolefinzusammensetzungen vermischt
werden. Dementsprechend betrifft eine zweite Ausführungsform eine thermoplastische
Polyolefinzusammensetzung, die für das Spritzgießen geeignet ist und die
Masterbatch-Zusammensetzungen gemäß der obigen Begriffsbestimmung enthält.
Vorzugsweise umfasst die thermoplastische Polyolefinzusammensetzung bis zu 30 Gewichts%,
typischerweise zwischen 5 und 20 Gewichts, der Masterbatch-Zusammensetzung gemäß
der vorliegenden Erfindung.
Praktische Beispiele für Polyolefine, denen das Masterbatch zugesetzt
wird (d.h. diejenigen Polyolefine, die nicht im Masterbatch enthalten sind) sind
die folgenden Polymere:
1) Kristalline Propylenhomopolymere, insbesondere isotaktische oder hauptsächlich
isotaktische Homopolymere;
2) Kristalline Propylencopolymere mit Ethylen und/oder einem C4-C10-&agr;-Olefin,
wobei der Gesamtmonomergehalt im Bereich von 0,05 bis 20 Gewichts%, bezogen auf
das Gewicht des Copolymers, liegt und wobei von den &agr;-Olefinen 1-Buten, 1-Hexen,
4-Methyl-1-penten und 1-Octen bevorzugt sind;
3) Kristalline Ethylenhomopolymere und -copolymere mit Propylen und/oder einem
C4-C10-&agr;-Olefin wie etwa HDPE;
4) Elastomerartige Copolymere von Ethylen mit Propylen und/oder einem C4-C10-&agr;-Olefin,
welche ggf. geringe Mengen eines Diens wie etwa Butadien 1,4-Hexadien, 1,5-Hexadien
und Ethyliden-1-norbornen enthalten, wobei der Dien-Gehalt typischerweise zwischen
1 und 10 Gewichts% liegt;
5) Eine thermoplastische elastomerartige Zusammensetzung, die ein oder mehrere
Propylenhomopolymere und/oder die Copolymere gemäß Punkt 2) umfasst, sowie
eine elastomerartige Teil, die wiederum ein oder mehrere der Copolymere gemäß
Punkt 4) umfasst, wobei die Herstellung typischerweise gemäß bekannten
Verfahren durch Mischen der Bestandteile in geschmolzenem Zustand oder durch schrittweise
Polymerisation erfolgt und die elastomerartige Teil im Allgemeinen in Mengen zwischen
5 und 80 Gewichts% enthalten ist.
Die Polyolefinzusammensetzung kann hergestellt werden, indem die Masterbatch-Zusammensetzung
unter Anwendung bekannter Techniken und Vorrichtungen mit den zusätzlichen
Polyolefinen vermischt, die Mischung extrudiert und die erhaltene Zusammensetzung
zu Granulat geformt wird.
Die Polyolefinzusammensetzung kann darüber hinaus herkömmliche
Zusatzstoffe wie etwa mineralische Füllstoffe, Farbstoffe, und Stabilisatoren
enthalten. Zu den mineralischen Füllstoffen, die enthalten sein können,
gehören Talk, CaCO3, oxidische Siliziumverbindungen wie etwa Wollastonit
(CaSiO3), Tone, Kieselgur, Titanoxid und Zeolithe. Typischerweise haben
die mineralischen Füllstoffe in Partikelform einen durchschnittlichen Durchmesser
im Bereich von 0,1 bis 5 Mikrometer.
Die vorliegende Erfindung schafft darüber hinaus gebrauchsfertige
Gegenstände wie etwa Stoßfänger und Armaturenbretter, die aus den
Polyolefinzusammensetzungen hergestellt sind.
Die praktische Durchführung sowie die Vorteile der vorliegenden
Erfindung werden in den folgenden Beispielen offenbart. Diese Beispiele dienen lediglich
der Erläuterung und sollen den Geltungsbereich der Erfindung in keinerlei Weise
einschränken.
Die folgenden Messverfahren werden eingesetzt, um die Polymerzusammensetzungen
zu charakterisieren.
Schmelzflussindex: ASTM-D 1238, Bedingung L.
[&eegr;] Intrinsische Viskosität: bestimmt in Tetrahydronaphthalin bei 135
°C
Ethylengehalt: IR- Spektroskopie
Biegemodul: ISO 178
Zugfestigkeit: ISO 527
Reißfestigkeit: ISO 527
Streckdehnung und Reißdehnung: ISO 527
IZOD-Kerbschlagzähigkeit: ISO 180/1A
Polydispersitätsindex (P.I.)
Diese Eigenschaft steht mit der Molekulargewichtsverteilung des untersuchten
Polymers in enger Verbindung. Insbesondere ist sie umgekehrt proportional zur Kriechfestigkeit
des Polymers in geschmolzenem Zustand. Diese Festigkeitsgröße, die bei
geringen Modulwerten (500 Pa) als Modulspreizung bezeichnet wird, wurde bei einer
Temperatur von 200 °C unter Verwendung eines Rheometers mit parallelen Platten
(Modell RMS-800, vertrieben von RHEOMETRICS (USA)) bestimmt, welches mit einer Schwingungsfrequenz
betrieben wurden, die von 0,1 rad/s auf 100 rad/s erhöht wurde. Aus dem Modulspreizungswert
kann der P.I. mittels folgender Gleichung abgeleitet werden:
P.I. = 59,6·(Modulspreizung)–1.76
wobei der Modulspreizungswert folgendermaßen definiert ist:
Modulspreizung = Frequenz bei G' = 500 Pa/Frequenz bei G'' = 500 Pa
wobei G' das Speichermodul ist und G'' das Verlustmodul ist.
Xylollösliche und -unlösliche Fraktionen
2,5 g an Polymer und 250 cm3 Xylol werden in einen Glaskolben
mit Kühlvorrichtung und Magnetrührer gegeben. Innerhalb von 30 Minuten
wird die Temperatur bis zum Siedepunkt des Lösemittels erhöht. Die auf
diese Weise erhaltene klare Lösung wird dann weitere 30 Minuten unter Rückfluss
gerührt. Anschließend wird der geschlossene Kolben für 30 Minuten
in ein Eiswasserbad gestellt und dann, ebenfalls für 30 Minuten, in ein Wasserbad,
das auf 25 °C thermostatisiert war. Der auf diese Weise gebildete Feststoff
wird über ein Schnellfilterpapier abfiltriert. 100 cm3 der filtrierten
Flüssigkeit werden in ein zuvor gewogenes Aluminiumgefäß gegeben,
welches auf einer Heizplatte unter einem Stickstoffstrom erwärmt wird, um das
Lösemittel durch Verdampfen zu entfernen. Anschließend wird das Gefäß
bei 80 °C unter Vakuum in einem Ofen verwahrt, bis eine Gewichtskonstanz erreicht
wird. Anschließend wird der gewichtsmäßige Prozentanteil des Polymers,
das bei Raumtemperatur in Xylol löslich ist, berechnet.
Der gewichtsmäßige Prozentanteil des Polymers, das bei Raumtemperatur
in Xylol unlöslich ist, wird als Isotaktizitätsindex des Polymers betrachtet.
Dieser Wert entspricht im Wesentlichen dem Isotaktizitätsindex, welcher, gemäß
der Begriffsbestimmung des Isotaktizitätsindex von Polypropylen, durch Extraktion.
mit siedendem n-Heptan bestimmt wird.
Bewertung der gegossenen Folien
Die Zusammensetzungen aus den Beispielen wurden unter Benutzung eines
folienbildenden Kunststoffverarbeitungsgeräts des Typs MKII zu Folien mit einer
Dicke von 100 &mgr;m gegossen.
Der Extruder verfügt über eine Schnecke, deren Durchmesser
und Länge 19 bzw. 400 mm betragen.
Die Düse ist 80 mm breit mit einem Düsenspalt von 0,2 mm.
Die Temperaturen des Extruders und der Düse liegen bei 270 °C.
Die Zusammensetzungen werden als "gut" eingestuft, wenn der durchschnittliche
Durchmesser der Stippen auf den Folienprobestücken geringer als 1,5 mm ist,
und als "nicht gut" wenn die Stippen auftreten, deren durchschnittlicher Durchmesser
größer oder gleich diesem Wert ist.
Fließstreifen in der Mischung
Um die Fließstreifenbildung zu bewerten, wurden die folgenden
Mischungen mit Zusammensetzungen aus den Beispielen (die nachstehend in der Tabelle
2 ausgeführt sind) hergestellt.
Mischungen für die Bewertung der Fließstreifenbildung
Anmerkungen (sämtliche Prozentangaben nach Gewicht):
HECO = heterophasisches Copolymer, das mit Hilfe eines Ziegler-Natta-Katalysators
hergestellt wird und zu 44 % aus Propylenhomopolymer mit einem MFR L von 90 g/10
min. und zu 56 aus Propylen/Ethylen-Bipolymer mit einem Ethylenanteil von 49 % und
einem Gesamt-MFR L von 2,5 g/10 min. besteht;
EPR = Ethylen/Propylen-Gummistoff, der mit Hilfe eines Ziegler-Natta-Katalysators
hergestellt wird, 60 % Ethylen enthält und einen Gesamt-MFR L von 1,5 g/10
min. aufweist;
HOMO 1 = Propylenhomopolymer, das mit Hilfe eines Ziegler-Natta-Katalysators
hergestellt wird und einem MFR L von 2000 g/10 min. aufweist;
HOMO 2 = Propylenhomopolymer, das mit Hilfe eines Ziegler-Natta-Katalysators
hergestellt wird und einem MFR L von 400 g/10 min. aufweist;
EPDM = Ethylen/Propylen/Dien-Gummistoff, der mit Hilfe eines Katalysators auf
V-Basis hergestellt wird und 66 % Ethylen sowie 4,5 % Ethyliden-Norbornen-1 enthält
und einem MFR L von 0,6 g/10 min. aufweist;
Neotalc Natural = natürlicher Talk.
Die Platten (mit einer Länge von 250 mm, einer Breite von 150
mm und mit einer Dicke von 3 mm), die für die Bewertung der Fließstreifenbildung
benutzt werden, werden in einer Spritzpressmaschine des Typs Negri Bossi (225 Tonnen
Schließkraft) unter folgenden Bedingungen geformt:
– Schneckendrehzahl:100 U/min– Schmelztemperatur:215 bis 220 °C– Temperatur der Form:55°C– Einspritzzeit:11 Sekunden– Haltedruck:20 bis 30 bar– Haltezeit:5 Sekunden– Abkühlzeit:40 Sekunden.
Anhand der Platten, die auf diese Weise erhalten wurden, wird die
Bewertung durchgeführt, und zwar indem der Abstand zwischen dem Einspritzpunkt
und den ersten Fließstreifen gemessen wird. Selbstverständlich ist der
untersuchte Werkstoff hinsichtlich der Fähigkeit, die Fließstreifenbildung
zu verringern, umso besser, je größer dieser Abstand ist.
Beispiele 1 bis 4 und Vergleichsbeispiel 1
Bei dem festen Katalysatorbestandteil, der bei der Polymerisation
zum Einsatz kommt, handelt es sich um einen hochgradig stereospezifischen Ziegler-Natta-Katalysatorbestandteil,
auf Magnesiumchlorid als Träger, wobei ungefähr 2,5 Gew.% an Titan sowie
Diisobutylphthalat als interner Donor enthalten sind und die Herstellung analog
zu den Verfahren erfolgt, die in den Beispielen der veröffentlichten Europäischen
Patentanmeldung 674991 beschrieben sind.
KATALYSATORSYSTEM UND VORPOLYMERISATIONSBEHANDLUNG
Bevor der feste oben beschriebene Katalysatorbestandteil in die Polymerisationsreaktoren
gegeben wird, wird er 5 Minuten lang bei –5 °C mit Aluminiumtriethyl
(TEAL) und Dicyclopentyldimethoxysilan (DCPMS) in Kontakt gebracht, wobei das TEAL/DCPMS-Gewichtsverhältnis
ungefähr gleich 15 ist und eine Menge eingesetzt wird, die einem TEAL/Ti-Molverhältnis
von 65 entspricht.
Anschließend wird das Katalysatorsystem einer Vorpolymerisation
unterzogen, indem es in flüssigem Propylen bei 20 °C ungefähr 20
Minuten lang in Suspension gehalten wird, um danach dem ersten Polymerisationsreaktor
zugeführt zu werden.
POLYMERISATION
In einem ersten Gasphasenpolymerisationsreaktor wird ein Polypropylenhomopolymer
(Fraktion (AII)) hergestellt, indem das vorpolymerisierte Katalysatorsystem
sowie Wasserstoff (der als Molekulargewichtsregulator dient) und gasförmiges
Propylen in einem kontinuierlichen und konstanten Stoffstrom eingespeist werden.
Die Polymerisationsbedingungen sind in Tabelle 1 aufgeführt.
Das Polypropylenhomopolymer, das im ersten Reaktor hergestellt wird,
wird in einem kontinuierlichen Stoffstrom entnommen und dann, nachdem es von den
nicht umgesetzten Monomeren befreit wurde, in einem kontinuierlichen Stoffstrom
einem zweiten Gasphasenreaktor zugeführt, und zwar gemeinsam mit mengenmäßig
konstanten Stoffströmen an Wasserstoff und gasförmigem Propylen.
In dem zweiten Reaktor wird ein Propylenhomopolymer (Fraktion (AI))
hergestellt. Die Polymerisationsbedingungen, das Molverhältnis der Edukte sowie
die Zusammensetzung der erhaltenen Copolymere sind in Tabelle 1 aufgeführt.
Das Polymer, das aus dem zweiten Reaktor stammt, wird in einem kontinuierlichen
Stoffstrom entnommen und dann, nachdem es von den nicht umgesetzten Monomeren befreit
wurde, in einem kontinuierlichen Stoffstrom einem dritten Gasphasenreaktor zugeführt,
und zwar gemeinsam mit mengenmäßig konstanten Stoffströmen an Wasserstoff
und gasförmigem Ethylen.
In dem dritten Reaktor wird ein Propylen/Ethylen-Copolymer (Bestandteil
(B)) hergestellt. Die Polymerisationsbedingungen, das Molverhältnis der Edukte
sowie die Zusammensetzung der erhaltenen Copolymere sind in Tabelle 1 aufgeführt.
Die Polymerpartikel, die dem dritten Reaktor entnommen werden, werden einer Dampfbehandlung
unterzogen, um reaktionsfähige Monomere und flüchtige Substanzen zu entfernen,
und anschließend getrocknet.
Dann werden die Polymerpartikel in eine sich drehende Trommel gegeben,
wo sie mit 0,05 Gewichts% an Paraffinöl ROL/OB 30 (mit einer Dichte von 0,842
kg/l gemäß ASTM D 1298 und einem Fließpunkt von –10 °C
gemäß ASTM D 97), 0,15 Gewichts% an Irganox® B 215 (hergestellt
aus 34 % Irganox® 1010 und 66 % Irgafos® 168) sowie
0,05 Gewichts an Calciumstearat gemischt werden.
Bei Irganox 1010 handelt es sich um 2,2-bis[3,5-bis(1,1-dimethylethyl)-4-hydroxyphenyl)-1-oxopropoxy]methyl]-1,3-propanediyl-3,5-bis(1,1-dimethylethyl)-4-hydroxybenzenepropanoat
und bei Irgafos 168 um tris(2,4-di-tert.-butylphenyl)phosphit.
Anschließend werden die Polymerpartikel einem Doppelschneckenextruder,
Modell Berstorff ZE 25, (Länge/Durchmesser-Verhältnis der Schnecken: 33)
zugeführt und unter Stickstoffatmosphäre sowie den folgenden Bedingungen
extrudiert:
Drehgeschwindigkeit:250 U/min.;Extruderdurchsatz:6 bis 20 kg/Stunde;Schmelztemperatur:200 bis 250 °C
Die Kenndaten für diese Polymerzusammensetzung, welche in Tabelle
2 aufgeführt sind, stammen aus Messungen, die an dem Polymer, das auf diese
Weise extrudiert wurde, durchgeführt wurden. Tabelle 1
Anmerkungen: C3- = Propylen; C2- = Ethylen; Split = Anteil des Polymers, das
in dem betreffenden Reaktor hergestellt wird.
Tabelle 2
Anmerkungen: XLIV = Intrinsische Viskosität des Xylollöslichen; N.B.
= kein Bruch
Anspruch[de]
Masterbatch-Zusammensetzung, die folgende Bestandteile (in Gewichtsprozent)
umfasst:
A) 50 % bis 90 % eines kristallinen Polypropylenbestandteils, der folgendes umfasst:
AI) zwischen 25 % und 75 % einer Fraktion mit einem Schmelzflussindex
MFRI zwischen 0,1 und 10 g/10 min.; und
AII) zwischen 25 % und 75 % einer Fraktion mit einem Schmelzflussindex
MFRII von 100 g/10 min. oder weniger;
wobei das Verhältnis MFRII/MFRI zwischen 5 und 60 liegt
und die Fraktionen (AI) und (AII) unabhängig voneinander
aus einer Gruppe ausgewählt werden, die aus einem Propylenhomopolymer, einem
statistischen Copolymer von Propylen mit bis zu 3 % Ethylen sowie einem statistischen
Copolymer von Propylen mit bis zu 6 mindestens eines C4-C10-&agr;-Olefins
besteht; und
B) 10 % bis 50 % eines Copolymerbestandteils auf Basis von Ethylen und mindestens
einem C3-C10-&agr;-Olefin, wobei das Copolymer zwischen
15 % und 50 % an Ethylen sowie ggf. geringe Mengen eines Diens enthält;
wobei in der Masterbatch-Zusammensetzung diejenige Fraktion, die bei Raumtemperatur
(ungefähr 25 °C) in Xylol löslich ist, einen intrinsischen Viskositätswert
[n] von größer oder gleich 3,5 dl/g aufweist.Masterbatch-Zusammensetzung gemäß Anspruch 1 mit einem MFR-Wert
zwischen 0,1 und 10 g/10 min.Thermoplastische Polyolefinzusammensetzung, welche die Masterbatch-Zusammensetzung
gemäß Anspruch 1 enthält.Thermoplastische Polyolefinzusammensetzung gemäß Anspruch
3, wobei der Gehalt an der Masterbatch-Zusammensetzung zwischen 5 und 20 Gewichts%
beträgt, bezogen auf das Gesamtgewicht der thermoplastischen Zusammensetzung.Thermoplastische Polyolefinzusammensetzung nach Anspruch 3, wobei die
Olefinpolymere, die nicht in der Masterbatch-Zusammensetzung enthalten sind, aus
der Gruppe gewählt werden, die aus folgenden Substanzklassen besteht:
1) Kristalline Propylenhomopolymere;
2) Kristalline Propylencopolymere mit Ethylen und/oder einem C4-C10-&agr;-Olefin,
wobei der Gesamtmonomergehalt im Bereich von 0,05 bis 20 Gewicht% liegt, bezogen
auf das Gewicht des Copolymers;
3) Kristalline Ethylenhomopolymere und -copolymere mit Propylen und/oder einem C4-C10-&agr;-Olefin;
4) Elastomere Copolymere von Ethylen mit Propylen und/oder einem C4-C10-&agr;-Olefin,
welche ggf. geringe Mengen eines Diens enthalten;
5) thermoplastische elastomerartige Zusammensetzung, die ein oder mehrere Propylenhomopolymere
und/oder die Copolymere gemäß Punkt 2) umfasst, sowie einen elastomeren
Anteil, die wiederum ein oder mehrere der Copolymere gemäß Punkt 4) umfasst,
wobei die elastomeren Anteil in Mengen zwischen 5 und 80 Gewichts enthalten ist;
6) Mischungen aus zweien oder mehreren der Polymere oder Zusammensetzungen gemäß
den Punkten 1) bis 5).Verfahren zur Herstellung der Masterbatch-Zusammensetzung gemäß
Anspruch 1 mittels einer schrittweisen Polymerisation mit mindestens drei aufeinander
folgenden Schritten, wobei die Bestandteile (A) und (B) in getrennten, aufeinander
folgenden Schritten hergestellt werden und sämtliche Schritte, mit Ausnahme
des ersten Schrittes, in Gegenwart des Polymers und des Katalysators, die im vorhergehenden
Schritt gebildet bzw. verwendet wurden, durchgeführt werden.Stoßfänger und Armaturenbrett, welche die Masterbatch-Zusammensetzung
gemäß Anspruch 1 enthalten.