Die Erfindung betrifft Folien oder dünne Bänder einer Dicke
unterhalb 200 &mgr;m und vorzugsweise unterhalb 50 &mgr;m aus einer Aluminiumlegierung
mit Eisen und Silizium, im Wesentlichen ohne Mangan, sowie ein Verfahren zur Herstellung
solcher Folien oder Bänder. Diese Bänder sind durch halbkontinuierliches
Gießen herkömmlicher Platten oder durch kontinuierliches Gießen,
z.B. durch kontinuierliches Gießen zwischen Riemen ("Doppelriemen-Gießen")
oder zwischen Zylindern ("Doppelwalzen-Gießen"), erhältlich.
Stand der Technik
Die Markttendenzen für dünne Folien aus Aluminiumlegierungen
sind auf eine konstante Verringerung der für eine gegebene Anwendung angewandten
Dickenwerte bei gleichzeitig geforderten erhöhten mechanischen Eigenschaften
und einer guten Formbarkeit gerichtet.
Man verwendet oft für dünne Folien Legierungen mit sehr
geringem Gehalt an Mangan, wie z.B. die Legierung 8111 der bei der Aluminium Association
registrierten Zusammensetzung (in Gew.-%):
Si: 0,30–1,1; Fe: 0,40–1,0; Cu: < 0,10; Mn: < 0,10.
Durch die Abwesenheit von Mangan wird die Umkristallisation in der
Endausglühstufe erleichtert, die Bruchbeständigkeit Rm bleibt
aber für Dickenwerte unterhalb 100 &mgr;m ungenügend.
Es ist daher notwendig, neue Legierungen zu entwickeln und/oder die
Umwandlungsbereiche zu optimieren, um den Markterfordernissen zu entsprechen.
Zur Steigerung der mechanischen Beständigkeit wird gewöhnlich
Mangan, wie z.B. in der Legierung 8006, zugegeben, deren bei der Aluminium Association
registrierte Zusammensetzung die folgende ist (in Gew.-%):
Si: < 0,40; Fe: 1,2–2,0; Cu: < 0,30; Mn: 0,30–1,0; Mg: <
0,10.
Die Zugabe von Mangan hat den Effekt, dass das Material härter
wird. Im Fall der US 6,517,646 der Anmelderin
ergeben die mechanischen Eigenschaften, die mit einer Legierung der Zusammensetzung
von Si = 0,23%, Fe = 1,26%, Cu = 0,017%, Mn = 0,37%, Mg = 0,0032%, Ti = 0,008% in
Kombination mit einem günstigen Umwandlungsbereich einen Rm-Wert
von 103 MPa für eine Dicke von 6,6 &mgr;m.
Man kann auch die mechanischen Eigenschaften durch Zugabe von Mangan
in geringer Menge in mit Eisen beaufschlagten Legierungen der Serie 8000 verbessern.
In WO 02/64 848 (Alcan International) ist die Herstellung durch kontinuierliches
Gießen dünner Bänder aus einer AlFeSi-Legierung, enthaltend 1,2 bis
1,7% Fe und 0,35 bis 0,8% Si, beschrieben. Man erhält eine erhöhte mechanische
Beständigkeit durch Zugabe von 0,07 bis 0,20% Mangan zur Legierung. Diese Manganzugabe
wird als notwendig zum Erhalt einer geringen Korngröße nach der Endausglühstufe
erachtet.
Das Mangan erscheint daher als ein Element, mit dem die mechanischen
Eigenschaften der Legierungen 8000 gesteigert werden. Allerdings kann das Mangan
in fester Lösung oder in Form feiner Ausfällungen die Umkristallisation
im Laufe der Endglühstufe blockieren oder verzögern. Es ist daher notwendig,
ganz genau die Ausfällung Mangan enthaltender Phasen im Laufe jeder Stufenabfolge
zu steuern, was sich oft als heikel erweist. Jede Drift im Umwandlungsbereich hat
nicht vernachlässigbare Konsequenzen auf die Wirksamkeit der Endglühstufe.
Es ist daher äußerst interessant, eine Legierung zu entwickeln, die kein
Mangan enthält, aber dennoch erhöhte mechanische Eigenschaften aufweist.
In US 5,503,689 (Reynolds
Metals) ist ein Verfahren zur Herstellung eines dünnen Bandes aus einer Legierung,
enthaltend 0,30 bis 1,1% Si und 0,40 bis 1,0% Fe, weniger als 0,25% Cu und weniger
als 0,1% Mn, durch kontinuierliches Gießen und Laminieren im Kalten ohne Zwischenglühstufe
beschrieben. Die bevorzugten Gehaltsmengen an Eisen und Silizium machen 0,6 bis
0,75% aus.
In US 5,725,695 (Reynolds
Metals) ist für das gleiche Zusammensetzungsgebiet ein Bereich mit einer Zwischenglühstufe
von 400 bis 440°C (750 bis 825°F) und einer Endglühstufe zur Umkristallisation
bei 288°C (550°F) beschrieben. Das Verhältnis der Gehaltsmengen Si/Fe
liegt bei 1 oder darüber. In den Beispielen betragen die erhaltene maximale
Bruchbeständigkeit 90 MPa (13,13 ksi), die maximale Elastizitätsgrenze
39,1 MPa (5,68 ksi) und die Dehnung 11,37% für Dickenwerte
von 46 &mgr;m (0,00185'). Diese mechanischen Eigenschaften bleiben immer noch
für bestimmte Anwendungen geringwertig.
Für durch kontinuierliches Gießen erhaltene Legierungen
ist es oft notwendig, eine Wärmebehandlung bei hoher Temperatur zur Verringerung
der Schädlichkeit von Segregationen durchzuführen, indem Ausfällungshaufen
resorbiert und die Dickenstruktur homogenisiert werden. Der Effekt einer Homogenisierung
bei 600°C wird für die durch Gießen zwischen Zylindern erhaltene
Legierung 8011 (der Zusammensetzung: 0,71% Fe; 0,77% Si; 0,038% Cu; 0,006% Mn; 98,45%
Al) im Artikel von Y. Birol "Centerline Segregation in a Twin-Roll Cast AA8011 Alloy",
Aluminium, 74, 1998, S. 318–321, beschrieben. Man erhält eine Modifikation
der Fällungsphasen und eine Verringerung der Heterogenitäten. Durch Verminderung
der Zentralsegregation werden infolgedessen die Porosität sehr dünner
Folien begrenzt und deren Formbarkeit verbessert.
Aus wirtschaftlichen Gründen ist es interessant, die Temperatur
der Wärmebehandlung zu begrenzen. Für eine Legierung 8111 der Zusammensetzung
mit 0,7% Fe, 0,7% Si, Mn < 0,02, Zn < 0,02, Cu < 0,02 beobachtet man einen
Umwandlungsbeginn der Phasen und eine Gesamtumkristallisation ab 460°C, sogar
wenn eine Glühstufe bei 550 bis 580°C notwendig ist, um eine vollständigere
Umwandlung zu erhalten (siehe M. Slamova et al. "Response of AA8006 and AA8111 Strip-Cast
Rolled Allogs to High Temperature Annealing", ICAA-6, 1998). Eine Homogenisierung
bei tiefer Temperatur ist daher für Legierungen ohne Mangan in Betracht zu
ziehen.
Im Übrigen ist es bei der Umwandlung im Anschluss an die Homogenisierung
bis zu geringen Dickenwerten üblich, eine Zwischenglühstufe durchzuführen,
um das Metall zu erweichen. Für Legierungen mit Mangan ist zur Steuerung der
Zwischenglühstufe im Allgemeinen eine Wärmebehandlung bei hoher Temperatur
(oberhalb 400°C) durchzuführen, um eine Umkristallisation zu ergeben.
Für die Legierungen vom Typ 8000 ohne Mangan kann eine Wärmebehandlung
bei einer tieferen Temperatur als für die Legierungen vom Typ 8006 durchgeführt
werden.
In WO 99/23 269 (Nippon Light Metal und Alcan International) ist ein
Verfahren beschrieben, das bei AlFeSi-Legierungen anwendbar ist, die 0,2 bis 1%
Si und 0,3 bis 1,2% Fe mit einem Si/Fe-Verhältnis von 0,4 bis 1,2 enthalten,
wobei die Zwischenglühstufe in 2 Stufen, die erste von 350 bis 450°C und
die zweite 200 bis 330°C, durchgeführt wird. Ziel dieses Verfahren ist
es, die Oberflächenfehler der Folie zu verringern. Über die mechanischen
Eigenschaften ist nichts ausgesagt.
Ziel der Erfindung ist es, Folien oder dünne Bänder aus
einer AlFeSi-Legierung ohne Manganzugabe zu erhalten, die eine erhöhte mechanische
Beständigkeit unter Beibehaltung einer guten Formbarkeit im Rahmen einer Herstellung
im industriellen Maßstab so wirtschaftlich wie möglich zu erhalten.
Gegenstand der Erfindung
Gegenstand der Erfindung ist eine dünne Folie oder ein dünnes
Band mit einer Dicke von 6 bis 200 &mgr;m und vorzugsweise von 6 bis 50 &mgr;m
aus einer Legierung der Zusammensetzung (in Gew.-%) von Si: 1,0–1,5, Fe:
1,0–1,5, Cu: < 0,2, Mn: < 0,1, weitere Elemente: jeweils < 0,05
und insgesamt < 0,15 und dem Rest aus Al mit bevorzugt einem Si/Fe-Verhältnis
≥ 95, welche im ausgeglühten Zustand eine Bruchbeständigkeit Rm
> 110 MPa für Dickenwerte > 9 &mgr;m und > 100 MPa für Dickenwerte
von 6 bis 9 &mgr;m aufweisen. Die dünne Folie weist bevorzugt eine Elastizitätsgrenze
R0,2 (gemessen an durchschnittenen Proben) > 70 MPa auf. Die Bruchdehnung
steigt mit höheren Werten der Foliendicke an:
Die Legierung weist bevorzugt einen Siliziumgehalt von 1,1 bis 1,3%
und einen Eisengehalt von 1,0 bis 1,2% auf.
Gegenstand der Erfindung ist auch ein Verfahren zur Herstellung dünner
Binder einer Dicke unterhalb 200 &mgr;m aus einer Al-Fe-Si-Legierung der Zusammensetzung
(in Gew.-%) von Si: 1,0–1,5, Fe: 1,0–1,5, Cu: < 0,2, Mn: < 0,1,
weiteren Elementen jeweils < 0,05 und insgesamt < 0,15 und dem Rest aus Al
mit vorzugsweise einem SiFe-Verhältnis ≥ 0,95, wobei man ein erstes
Band entweder durch senkrechtes halbkontinuierliches Gießen einer Platte und
Laminieren in der Wärme oder durch kontinuierliches Gießen und gegebenenfalls
anschließendes Laminieren in der Wärme, durch Kaltlaminieren des ersten
Bandes bis zur endgültigen Dicke gegebenenfalls mit einer Zwischenglühstufe
von 2 bis 20 h bei einer Temperatur von 250 bis 350 und vorzugsweise von 280 bis
340°C und durch eine Endglühstufe bei einer Temperatur von 200 bis 370°C
herstellt.
Beschreibung der Erfindung
Die Folien oder dünnen Bänder gemäß der Erfindung
werden aus Legierungen 8000 AlSiFe, praktisch ohne Mangan, mit einem typischen Gehalt
von weniger als 0,1% Mn hergestellt. Die Gehaltsmengen an Eisen und Silizium sind
signifikant mehr erhöht als in den Legierungen 8011 und 8111, die AlSiFe-Legierungen
für derzeit am häufigsten verwendete dünne Folien ohne Mangan darstellen.
Ein bevorzugter Zusammensetzungsbereich betrifft eine Legierung mit 1,1 bis 1,3%
Silizium und 1,0 bis 1,2% Eisen.
Die Legierungen gemäß der Erfindung müssen vorzugsweise
eine solche Zusammensetzung aufweisen, dass das Si/Fe-Verhältnis der jeweiligen
Gehaltsmengen an Silizium und Eisen ≥ 0,95 ist. Sie weisen im ausgeglühten
Zustand (Zustand O) eine für Legierungen dieser Zusammensetzung ungewöhnlich
gute mechanische Beständigkeit mit einer Bruchbeständigkeit Rm
> 110 MPa, und zwar von 115 MPa für Dickenwerte > 9 &mgr;m und >
100 MPa für Dickenwerte von 6 bis 9 &mgr;m, sowie eine herkömmliche
Elastizitätsgrenze bei 0,2% R0,2 > 70 MPa auf. Diese erhöhte mechanische Beständigkeit
wird nicht auf Kosten der Formbarkeit erzielt, denn, bezogen auf die Legierungen
8011 oder 8111, sind die Dehnungswerte mindestens gleich und die Werte für
den Spaltungsdruck erhöht.
Diese erhöhten mechanischen Eigenschaften werden sowohl für
Bänder, die aus Platten erzeugt werden, die durch herkömmliches senkrechtes
halbkontinuierliches Gießen und Laminieren in der Wärme erzeugt werden,
als auch für Bänder erzielt, die durch kontinuierliches Gießen entweder
zwischen Riemen ("Riemen-Gießen") oder zwischen Zylindern ("Walzen-Gießen")
erzeugt werden. Auf das kontinuierliche Gießen zwischen Riemen folgt ebenfalls
eine Laminierung in der Wärme.
Die in der Wärme laminierten Bänder oder die im Fall des
kontinuierlichen Gießens zwischen Zylindern roh gegossenen Bänder werden
gegebenenfalls bei niedrigeren Temperaturen (von 450 bis 500°C) homogenisiert,
um die Zentralsegregation zu verringern, die eine Herabsetzung der Formbarkeit beim
endgültigen Dickenwert verursachen kann. Diese Wärmebehandlung bei niedrigerer
Temperatur reicht hin, eventuelle Zentralsegregationen in diesen Legierungen ohne
Mangan zu resorbieren. Die Bänder werden dann im erkalteten Zustand entweder
bis zur Enddicke oder bis zu einer Zwischendicke von 0,5 bis 5 mm laminiert, bei
der sie einer Zwischenglühstufe unterzogen werden. Im Gegensatz zu den Legierungen
mit Mangan ist es möglich, eine Zwischenglühstufe bei relativ niedrigen
Temperaturen von 250 bis 350 und vorzugsweise von 280 bis 340°C über eine
Dauer von mehr als 2 h durchzuführen. Ein solcher Temperaturbereich, sei er
auch in der Literatur und insbesondere in der weiter oben bereits genannten WO 02/064
848 beschrieben, liegt unterhalb des üblichen Bereichs, der oberhalb 400°C
liegt.
Die Anmelderin hat festgestellt, dass die Durchführung von Wärmebehandlungen
bei niedrigereren Temperaturen gegebenenfalls ohne die Zwischenglühstufe an
einer AlFeSi-Legierung und ganz besonders an einer solchen Zusammensetzung, worin
Si/Fe ≥ 0,95 gilt, zu einer deutlich verbesserten mechanischen Beständigkeit
um mindestens 50% führt, bezogen auf die üblichen Zwischenglühstufen.
Diese überlegene mechanische Beständigkeit wird bei gleichzeitiger Verbesserung
der Formbarkeit gemäß Messung des Spaltungsdrucks oder der Kuppenhöhe
gemäß der ISO-Norm 2758 erzielt.
Die Endglühstufe wird bei einer Temperatur von 200 bis 370°C
über eine Dauer von 1 bis 72 h durchgeführt. Die Dauer der Glühstufe
hängt von der Qualität der Entfettung der Folie ab. Man erhält nach
der Endglühstufe eine Feinkornstruktur mit einer mittleren Korngröße
unterhalb 3 &mgr;m gemäß Messung mit Rasterelektronenmikroskop-Bildanalyse.
Sowohl eine Homogenisierung bei tieferen Temperaturen oder ohne Homogenisierung
wie auch eine Zwischenglühstufe bei tieferen Temperaturen oder ohne eine solche
erweisen sich, zusätzlich zum wirtschaftlichen Vorteil, als günstig zur
Erzielung feiner Korngrößen. Die Korngröße wird um ca. 30% gegenüber
Wärmebehandlungen bei höheren Temperaturen verringert, was somit zu einer
Verbesserung der mechanischen Eigenschaften R0,2 und Rm führt, die für dünne Dickenwerte mit
der Zahl aggregierter Körner zusammenhängen. Dieser Gewinn entsteht nicht
auf Kosten der Dehnung, denn die Steigerung der Körnerzahl in der Dicke schränkt
auch das Beschädigungsrisiko ein, das in einem oder zwei einzigen Körnern
der Foliendicke steckt.
Die dünnen Folien gemäß der Erfindung eignen sich ganz
besonders für Anwendungen, für die gleichzeitig eine gute mechanische
Beständigkeit und eine verbesserte Formbarkeit erforderlich sind, wie z.B.
zur Herstellung komplexer Mehrfachschichten, insbesondere zur Verpackung von Frischprodukten
mit Foliendeckeln, für Abdichthauben oder für Aluminiumfolien für
den Hausgebrauch.
BeispieleBeispiel 1
Zur Darlegung der Effekte der Legierungszusammensetzung stellt man
durch kontinuierliches Gießen zwischen Zylindern zwei 6,1 mm dicke Bänder
aus Legierungen A gemäß der Erfindung und B des Typs 8111 her, deren Zusammensetzung
(in Gew.-%) in Tabelle 1 angegeben ist:
Tabelle 1
Die Bänder werden im Kalten bis zu einer Dicke von 2 mm laminiert
und dann einer Zwischenglühstufe über 5 h bei 320°C unterzogen. Die
Bänder werden dann im Kalten bis zu einer endgültigen Dicke von 38 &mgr;m
mehrfach laminiert. Sie werden dann einer Endglühstufe über 40 h bei 270°C
unterzogen.
In jedem Fall werden die mechanischen Eigenschaften gemessen: die
Bruchbeständigkeit Rm (in MPa), die herkömmliche Elastizitätsgrenze
bei 0,2% R0,2 und die Dehnung A (in %) gemäß der Norm NF-EN 546-2 sowie
den Spaltungsdruck an der Luft Pe (in kPa) gemäß der ISO-Norm 2758 und
die Kuppenhöhe Hd (in mm). Die Ergebnisse sind in Tabelle 2 angegeben:
Tabelle 2
Man stellt fest, dass, im Gegensatz zur Legierung B vom Typ 8111,
die Bruchbeständigkeit des Bandes aus der Legierung A deutlich über 110
MPa und die elastische Grenze über 70 MPa liegen. Außerdem sind der Spaltungsdruck
und die Dehnung ebenfalls überlegen, und zwar so, dass diese Legierung gleichzeitig
beständig und formbar ist.
Beispiel 2
Man gießt durch kontinuierliches Gießen zwischen Zylindern
ein Band aus der Legierung A des Beispiels 1 in einer Dicke von 6,1 mm. Das Band
wird dann im Kalten bis zu einer Dicke von 2 mm laminiert. Eine Partie des Bandes
ist einer üblichen Zwischenglühstufe für eine Legierung dieses Typs
über 5 h bei 500°C unterzogen worden. Die andere Partie des Bandes ist
der Zwischenglühstufe gemäß der Erfindung über 5 h bei 320°C
unterzogen worden. Die beiden Partien des Bandes sind dann im Kalten bis zu einer
Enddicke von 10,5 &mgr;m mehrfach laminiert worden. Sie sind dann einer Endglühstufe
über 40 h bei 270°C unterzogen worden.
Die gleichen Eigenschaften wie in Beispiel 1 wurden gemessen, deren
Werte in Tabelle 3 angegeben sind:
Tabelle 3
Man stellt fest, dass die Absenkung der Temperatur der Zwischenglühstufe
gleichzeitig zu einer Steigerung der mechanischen Beständigkeit, der Dehnung,
der Spaltungsbeständigkeit und der Formbarkeit führt.
Die mittlere Korngröße gemäß Messung mit Rasterelektronenmikroskop-Bildanalyse
beträgt 3,6 &mgr;m für die Glühstufe bei 470°C und 2,3 &mgr;m
für die Glühstufe bei 320°C. Die Verbesserung der mechanischen Eigenschaften
für die Glühstufe bei niedrigereren Temperaturen hängt somit mit
der Verringerung der nach der Endglühstufe erhaltenen Korngröße zusammen.
Anspruch[de]
Dünne Folie oder Band mit einer Dicke von 6 bis 200 &mgr;m und
vorzugsweise von 6 bis 50 &mgr;m aus einer Legierung der Zusammensetzung (in Gew.-%):
Si: 1,0–1,5; Fe: 1,0–1,5; Cu: < 0,2; Mn: < 0,1; weitere Elemente:
jeweils < 0,05 und insgesamt < 0,15; Rest: Al, welche im ausgeglühten
Zustand eine Bruchbeständigkeit Rm > 110 MPa für Dicken
> 9 &mgr;m und > 100 MPa für Dicken von 6 bis 9 &mgr;m aufweisen.Dünne Folie oder Band gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
dass sie im ausgeglühten Zustand eine Bruchbeständigkeit Rm
> 115 MPa für Dicken > 9 &mgr;m aufweisen.Dünne Folie oder Band gemäß Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, dass sie im ausgeglühten Zustand eine Elastizitätsgrenze
R0,2 > 70 MPa aufweisen.Dünne Folie oder Band gemäß einem der Ansprüche
1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass sie eine Bruchdehnung A als Funktion der Dicke
aufweisen, und zwar:
Dünne Folie oder Band gemäß einem der Ansprüche
1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Legierung eine Zusammensetzung von Si/Fe
≥ 0,95 aufweist.Dünne Folie oder Band gemäß einem der Ansprüche
1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Legierung einen Siliziumgehalt von 1,1
bis 1,3% und einen Eisengehalt von 1,0 bis 1,2% aufweist.Verfahren zur Herstellung dünner Bänder mit einer Dicke von
weniger als 200 &mgr;m aus einer Al-Fe-Si-Legierung der Zusammensetzung (in Gew.-%):
Si: 1,0–1,5; Fe: 1,0–1,5; Cu: < 0,2; Mn: < 0,1; weitere Elemente:
jeweils < 0,05 und insgesamt < 0,15; Rest: Al,
wobei man ein erstes Band entweder mit einem halbkontinuierlichen vertikalen Gießverfahren
einer Platte und einem Laminierverfahren in der Wärme oder mit einem kontinuierlichen
Gießverfahren und gegebenenfalls einem anschließenden Laminierverfahren
in der Wärme herstellt und man dieses erste Band zur Enddicke laminiert, wobei
gegebenenfalls eine Zwischenglühstufe bei einer Temperatur von 250 bis 350°C
und vorzugsweise von 280 bis 340°C und eine Endausglühstufe bei einer
Temperatur von 200 bis 370° vorgesehen sind.Verfahren gemäß Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die
Legierung eine Zusammensetzung von Si/Fe ≥ 0,95 aufweist.Verfahren gemäß Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet,
dass vor einer Kaltlaminierung das erste Band bei einer Temperatur von 450 bis 500°C
homogenisiert wird.Verfahren gemäß einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch
gekennzeichnet, dass das Band mit einem kontinuierlichen Gießverfahren zwischen
Zylindern hergestellt wird.