Die Erfindung betrifft ein Verfahren für die Herstellung von
Wasserstoffperoxid nach dem Anthrachinon-Kreisprozess, welches eine Arbeitslösungs-Regenerierungsstufe
einschließt. Gemäß der Erfindung wird die Arbeitslösung regeneriert,
indem sie mit einer wässrigen Lösung in Kontakt gebracht wird, welche
ein Alkylanthrahydrochinon und/oder ein Alkyltetrahydroanthrahydrochinon in deprotonierter
Form enthält. Die in der Regenerierungsstufe regenerierte Arbeitslösung
wird in den Anthrachinon-Kreisprozess zurückgeführt.
Stand der Technik
In dem so genannten Anthrachinon-Kreisprozess für die Herstellung
von Wasserstoffperoxid werden ein oder mehrere Alkylanthrachinone und/oder Alkyltetrahydroanthrachinone
als die Reaktionsträger verwendet, aus welchen Wasserstoffperoxid in dem Kreisprozess
gebildet wird. Die Reaktionsträger werden in der Form einer Lösung in
einem Lösemittelsystem verwendet, das aus einem oder mehreren mit Wasser unvermischbaren
Lösungsmitteln besteht. Diese Lösung der Reaktionsträger ist als
die Arbeitslösung bekannt.
In dem Anthrachinon-Kreisprozess wird die Arbeitslösung mit Wasserstoff
oder einem wasserstoffhaltigen Gas in einer ersten Stufe in Gegenwart eines Hydrierkatalysators
hydriert, wobei die in der Arbeitslösung enthaltenen Chinone zumindest teilweise
in die Hydrochinon-Form umgewandelt werden. In einer zweiten Stufe wird die Arbeitslösung
mit einem sauerstoffhaltigen Gas, z. B. Luft, umgesetzt, wobei die in der Arbeitslösung
enthaltenen Hydrochinone mit Sauerstoff reagieren unter Bildung von Wasserstoffperoxid
bei einer Reformation von Chinonen. In der sich anschließenden dritten Stufe
wird das in der Arbeitslösung gelöste Wasserstoffperoxid mit Wasser in
der Form einer wässrigen Wasserstoffperoxidlösung extrahiert. Die extrahierte,
oxidierte Arbeitslösung, welche praktisch kein Wasserstoffperoxid mehr enthält,
wird zu der ersten Hydrierungsstufe zurückgeführt.
Während des Kreisprozesses werden kleine Mengen an Nebenprodukten
aus den Reaktionsträgern gebildet, aus welchen sich im Verlauf des Kreisprozesses
kein Wasserstoffperoxid mehr bildet. Im Falle von Arbeitslösungen, welche Alkyltetrahydroanthrachinone
enthalten, werden z. B. Alkyltetrahydroanthrachinonepoxide als die wichtigsten Nebenprodukte
hinsichtlich der Menge erzeugt. Um die Verluste an Reaktionsträger durch die
Nebenproduktbildung zu minimieren, wird der Anthrachinon-Kreisprozess daher mit
einer zusätzlichen Regenerierungsstufe durchgeführt, in welcher die Arbeitslösung
einer periodischen oder kontinuierlichen Regenerierungsbehandlung unterzogen wird,
mittels welcher die Nebenprodukte ganz oder teilweise in aktive Reaktionsträger
rückumgewandelt werden.
Eine Regenerierung der Arbeitslösung kann durch eine Behandlung
mit alkalisierenden Feststoffen erreicht werden. Geeignete alkalisierende Feststoffe
sind: Al2O3 und MgO, die aus der US
2 739 875 bekannt sind, CaO und Ca(OH)2, die aus der
GB 838 939 bekannt sind, Natriumaluminiumsilikate,
die aus der US 3 055 838 bekannt sind, und
mit Alkali behandelte Feststoffe, die aus der FR
1 305 640 bekannt sind. DE 1 273 499
zeigt, dass die Regenerierung mit einem basischen Feststoff mit einer hydrierten
Arbeitslösung wirksamer ist als mit einer oxidierten Arbeitslösung. Alle
Regenerierungsprozesse mit einem festen Regenerierungsmittel haben den Nachteil,
dass die in der Arbeitslösung enthaltenen Säureabbauprodukte dazu führen,
dass die Aktivität des Regenerierungsmittels innerhalb einer kurzen Zeit abnimmt.
Der Anthrachinon-Kreisprozess kann daher nicht gleichmäßig mit einer konstanten
Regenerierungswirkung durchgeführt werden, wenn ein festes Regenerierungsmittel
verwendet wird. Das verwendete Regenerierungsmittel muss in häufigen Intervallen
durch ein frisches Regenerierungsmittel ersetzt werden und in einer Prozedur entsorgt
werden, die sowohl schwerfällig als auch sehr kostspielig ist.
Es ist aus der DE-A 1 138 743
bekannt, dass eine oxidierte und extrahierte Arbeitslösung durch Behandlung
mit Sauerstoff oder einem anderen Oxidationsmittel, wie H2O2,
in Gegenwart einer wässrigen Lösung einer Base regeneriert werden kann.
Die DE-A-1 203 237
beschreibt, wie oxidierte und extrahierte Arbeitslösung auch in Abwesenheit
eines Oxidationsmittels durch Behandlung mit einem Alkalihydroxid regeneriert werden
kann, wobei eine wässrige Alkalilauge ebenfalls geeignet ist. In Spalte 3,
Zeile 29 wird explizit darauf hingewiesen, dass die Rückführlösung
nach einer vollständigen Oxidation behandelt werden sollte, um die Auflösung
der Hydrochinone in der wässrigen Phase zu verhindern.
Die US 2 901 491 beschreibt,
wie die in einer hydrierten Arbeitslösung enthaltene Hydrochinone vollständig
mit Natriumhydroxidlösung extrahiert werden. Durch Oxidieren des wässrigen
Extrakts mit Luft können die extrahierten Hydrochinone in die Chinone rückumgewandelt
werden, welche sich dann absondern oder welche mit einem Lösungsmittel extrahiert
werden können. Die mit Natriumhydroxidlösung extrahierte Arbeitslösung
wird destilliert, um die darin enthaltenen Lösemittel rückzugewinnen.
Aus Spalte 2 Zeilen 6 bis 21 folgt, dass der Rest, der während der Destillation
der mit Natriumhydoxidlösung extrahierten Arbeitslösung zurückbleibt,
immer noch die regenerierbaren Bestandteile der Arbeitslösung enthält.
Die FR 1 342 577 beschreibt
die Regenerierung der Arbeitslösung mit einer hochalkalischen Dithionitlösung.
Die in der Arbeitslösung enthaltenen Reaktionsträger werden nahezu vollständig
aus der organischen Phase mit der alkalischen Dithionitlösung extrahiert. Nach
der Phasentrennung wird die organische Phase durch Destillation rückgewonnen.
Die während der Behandlung erhaltene wässrige Phase wird oxidiert, z.
B. durch Hindurchleiten von Luft, und als Folge davon sondern sich die Reaktionsträger
in der Form von Chinonen ab. Die Behandlung hat eine regenerative Wirkung, da nach
der Behandlung die Menge der erhaltenen Chinone größer war als die in
der verwendeten Arbeitslösung enthaltene Menge. Der Nachteil des Regenerationsverfahrens
ist jedoch, dass es große Mengen an Dithionit verbraucht und eine zusätzliche
Destillationsstufe erfordert.
Das Ziel der vorliegenden Erfindung ist die Bereitstellung eines verbesserten
Verfahrens für die Herstellung von Wasserstoffperoxid durch den Anthrachinon-Kreisprozess
mit einer Regenerierungsstufe, welche einfach und mit gleichmäßiger Wirkung
durchgeführt werden kann und welche auch für die Regenerierung von hydrierter
Arbeitslösung angewandt werden kann.
Gegenstand der Erfindung
Das Ziel wird durch ein Verfahren für die Herstellung von Wasserstoffperoxid
durch den Anthrachinon-Kreisprozess unter Verwendung einer Arbeitslösung, welche
als Reaktionsträger mindestens ein Alkylanthrachinon und/oder Alkyltetrahydroanthrachinon
enthält, erreicht, welches die folgenden Stufen umfasst:
- (i) katalytische Hydrierung der Arbeitslösung;
- (ii) Oxidation der in Stufe (i) erhaltenen hydrierten Arbeitslösung mit
einem Sauerstoff enthaltenden Gas;
- (iii) wässrige Extraktion des Wasserstoffperoxids aus der in der Stufe
(ii) erhaltenen oxidierten Arbeitslösung;
und Rückführung der in Stufe (iii) erhaltenen extrahierten Arbeitslösung
in Stufe (i), sowie eine periodisch oder kontinuierlich durchgeführten Regenerierungsstufe,
welche dadurch gekennzeichnet ist, dass in der Regenerierungsstufe Arbeitslösung
mit einer wässrigen Regenerierlösung L1, die mindestens ein Alkylanthrahydrochinon
und/oder Alkyltetrahydroanthrahydrochinon in deprotonierter Form enthält, in
Kontakt gebracht wird, anschließend eine Phasentrennung in eine Arbeitslösungsphase
P1 und eine wässrige Phase P2 durchgeführt wird und die Arbeitslösungsphase
P1 in den Anthrachinon-Kreisprozess zurückgeführt wird.
Auführliche Beschreibung der Erfindung
Das Verfahren gemäß der Erfindung für die Herstellung
von Wasserstoffperoxid durch den Anthrachinon-Kreisprozess umfasst die folgenden
Stufen in dem Kreisprozess:
- (i) katalytische Hydrierung der Arbeitslösung,
- (ii) Oxidation der in Stufe (i) erhaltenen hydrierten Arbeitslösung mit
einem Sauerstoff enthaltenden Gas, und
- (iii) wässrige Extraktion des Wasserstoffperoxids aus der in der Stufe
(ii) erhaltenen oxidierten Arbeitslösung
Der Kreislauf wird durch die Rückführung der in Stufe (iii)
erhaltenen extrahierten oxidierten Arbeitslösung in die Stufe (i) vollendet.
Die in dem Verfahren verwendete Arbeitslösung enthält als
Reaktionsträger ein oder mehrere Alkylanthrachinone und/oder Alkyltetrahydroanthrachinone,
die in einem aus einem oder mehreren mit Wasser unvermischbaren Lösungsmitteln
bestehenden Lösungsmittelsystem gelöst sind. Alle für den Anthrachinon-Kreisprozess
bekannten Alkylanthrachinone können als Reaktionsträger verwendet werden.
2-Alkylanthrachinone, wie z. B. 2-Methyl-, 2-Ethyl-, 2-n-Propyl-, 2-Isopropyl-,
2-n-Butyl-, 2-sec-Butyl-, 2-tert-Butyl-, 2-iso-sec-Amyl-, 2-n-tert-Amyl-, 2-Neopentyl-
oder 2-(4-Methylpentyl)anthrachinon sind bevorzugt. Mischungen von Reaktionsträgern,
welche Alkylanthrachinone und Alkyltetrahydroanthrachinone Seite an Seite enthalten,
werden besonders bevorzugt verwendet.
Alle für den Anthrachinon-Kreisprozess bekannten Lösemittel
und Lösemittelkombinationen können für die Arbeitslösung verwendet
werden. Das Lösemittelsystem für die Arbeitslösung schliesst vorzugsweise
ein nicht-polares Lösemittel, wie z. B. ein aromatisches Benzin, welches polyalkylierte
Benzole umfasst, und ein polares Lösemittel, welches vorzugsweise gewählt
ist aus der Reihe von sekundären Alkoholen, wie z. B. Diisobutylcarbinol, Estern,
wie z. B. Methylcyclohexylacetat, Phosphorsäureestern, wie z. B. Tris-2-ethylhexyl)phosphat,
tri- und tetrasubstituierte Harnstoffen, wie z. B. Tetrabutylharnstoff, Pyrrolidonen,
Carbamaten und N-Alkylcaprolactamen, wie z. B. N-Octylcaprolactam, ein.
In der Hydrierungsstufe (i) des Verfahrens wird die Arbeitslösung
mit einem wasserstoffhaltigen Gas, vorzugsweise reinem Wasserstoff, in Gegenwart
eines heterogenen Hydrierungskatalysators umgesetzt. Während der Reaktion wird/werden
der/die Reaktionsträger vollständig oder zum Teil aus der Chinon-Form
in die Hydrochinon-Form umgewandelt.
Alle Hydrierungskatalysatoren, die für den Anthrachinon-Kreisprozess
bekannt sind, können als Katalysatoren in der Hydrierungsstufe verwendet werden.
Edelmetallkatalysatoren, welche ein oder mehrere Edelmetalle aus der Reihe Pd, Pt,
Ir, Rh und Ru enthalten, werden bevorzugt verwendet. Edelmetallkatalysatoren, welche
Palladium als Hauptkomponente enthalten, sind besonders bevorzugt. Die Katalysatoren
können in der. Form von Festbettkatalysatoren oder in der Form von suspendierten
Katalysatoren verwendet werden, wobei suspendierte Katalysatoren sowohl in der Form
eines nicht-geträgerten Katalysators z. B. Palladiumschwarz oder Raney-Nickel,
als auch in der Form eines geträgerten suspendierten Katalysators verwendet
werden können. SiO2, TiO2, Al2O3
und Mischoxide davon sowie Zeolithe, BaSO4 oder Polysiloxane werden vorzugsweise
als Trägermaterialien für Festbettkatalysatoren oder geträgerte suspendierte
Katalysatoren verwendet. Alternativ können Katalysatoren in der Form monolithischer
oder honigwabenförmiger Formen, deren Oberfläche mit dem Edelmetall beschichtet
ist, ebenfalls verwendet werden.
Die Hydrierung wird vorzugsweise kontinuierlich durchgeführt,
wobei alle herkömmlichen Hydrierungsreaktoren, wie z. B. Rührtankreaktoren,
Rohrflussreaktoren, Festbettreaktoren, Schleifenreaktoren oder Airlift- bzw. Druckluftpumpreaktoren
zum Einsatz kommen können. Die Reaktoren können, falls erforderlich, mit
Verteilungsvorrichtungen, wie z. B. statischen Mischern oder Einspritzdüsen,
ausgerüstet sein, um den Wasserstoff in der Arbeitslösung zu verteilen.
Die Hydrierung wird vorzugsweise bei einer Temperatur im Bereich von
20 bis 100°C, besonders bevorzugt von 45 bis 75°C durchgeführt. Der
Druck liegt vorzugsweise im Bereich von 0,1 MPa bis 1 MPa (absolut), besonders bevorzugt
im Bereich von 0,2 MPa bis 0,5 MPa (absolut). Die Hydrierung wird vorzugsweise in
einer solchen Weise durchgeführt, dass der in den Hydrierungsreaktor eingeführte
Wasserstoff praktisch vollständig in der Hydrierungsstufe aufgebraucht wird.
Die Menge an Wasserstoff ist vorzugsweise so gewählt, dass zwischen 30 und
80 % der Gesamtmenge des Reaktionsträgers von der Chinon-Form in die Hydrochinon-Form
umgewandelt werden. Wenn eine Mischung von Alkylanthrachinonen und Alkyltetrahydroanthrachinonen
als Reaktionsträger verwendet wird, wird die Menge des Wasserstoffs vorzugsweise
so gewählt, dass in der Hydrierungsstufe nur die Alkyltetrahydroanthrachinone
in die Hydrochinon-Form umgewandelt werden und die Alkylanthrachinone in der Chinon-Form
verbleiben.
In der Oxidationsstufe (ii) des Verfahrens wird die hydrierte Arbeitslösung
von Stufe (i) mit einem Sauerstoff enthaltenden Gas, vorzugsweise mit Luft oder
mit sauerstoffangereicherter bzw. oxygenierter Luft, umgesetzt. Es können alle
für den Anthrachinon-Kreisprozess bekannten Oxidationsreaktoren für die
Oxidation eingesetzt werden. Blasenreaktoren, durch welche das sauerstoffhaltige
Gas und die Arbeitslösung im Gleichstrom oder im Gegenstrom geschickt werden,
werden bevorzugt verwendet. Die Blasenreaktoren können frei von internen Einrichtungen
sein, oder können vorzugsweise interne Einrichtungen in der Form von Sperr-
oder Siebplatten enthalten. Die Oxidation wird vorzugsweise bei einer Temperatur
im Bereich von 30 bis 70°C, besonders bevorzugt 40 bis 60°C durchgeführt.
Die Oxidation wird bevorzugt mit einem Überschuss an Sauerstoff durchgeführt,
sodass vorzugsweise mehr als 90 %, besonders bevorzugt mehr als 95 % der Alkylanthrahydrochinone
und Alkyltetrahydroanthrahydrochinone, die in der Arbeitslösung in Hydrochinon-Form
enthalten sind, zu der Chinon-Form umgewandelt werden.
In der Extraktionsstufe (iii) des Verfahrens wird die oxidierte Arbeitslösung
von Stufe (ii), welche Wasserstoffperoxid in gelöster Form enthält, mit
einer wässrigen Lösung extrahiert, um eine wässrige Wasserstoffperoxidlösung
sowie eine extrahierte oxidierte Arbeitslösung vorzusehen, welche praktisch
kein Wasserstoffperoxid mehr enthält. Entionisiertes Wasser, welches gegebenenfalls
ebenfalls Additive zur Stabilisierung von Wasserstoffperoxid enthält, zur Einstellung
des pH-Wertes und/oder zum Korrosionsschutz, wird vorzugsweise als Extraktionsmittel
verwendet, um das Wasserstoffperoxid zu extrahieren. Die Extraktion wird in einem
an sich bekannten Extraktor, vorzugsweise im Gegenstrom in einer kontinuierlichen
Extraktionssäule durchgeführt, wobei Siebplattensäulen bevorzugt
eingesetzt werden.
Das Verfahren gemäß der Erfindung schliesst auch eine periodisch
oder kontinuierlich durchgeführte Regenerierungsstufe ein, in welcher Arbeitslösung
mit einer wässrigen Regenerierungslösung L1 in Kontakt gebracht wird,
welche mindestens ein Alkylanthrahydrochinon und/oder Alkyltetrahydroanthrahydrochinon
in deprotonierter Form enthält. Danach wird eine Phasentrennung durchgeführt,
in der eine regenerierte Arbeitslösungsphase P1 und eine wässrige Phase
P2 des verwendeten Regenerierungsmittels erhalten werden. Die regenerierte Arbeitslösungsphase
P1 wird in den Anthrachinon-Kreisprozess zurückgeführt.
Sowohl hydrierte Arbeitslösung von der Stufe (i) des Anthrachinon-Kreisprozesses
als auch extrahierte oxidierte Arbeitslösung von der Stufe (iii) des Anthrachinon-Kreisprozesses
können in der Regenerierungsstufe gemäß der Erfindung regeneriert
werden. Mischungen von hydrierter Arbeitslösung von Stufe (i) und extrahierter
oxidierter Arbeitslösung von Stufe (iii) können ebenfalls in der Regenerierungsstufe
gemäß der Erfindung regeneriert werden.
Arbeitslösung wird vorzugsweise aus dem Anthrachinon-Kreisprozess
zwischen der Stufe (i) und der Stufe (ii) entnommen und in die Regenerierungsstufe
zugeführt und danach wird die regenerierte Arbeitslösungsphase P1 in den
Anthrachinon-Kreisprozess erneut zwischen der Stufe (i) und der Stufe (ii) zurückgeführt.
In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird Arbeitslösung
kontinuierlich aus dem Anthrachinon-Kreisprozess in einer Menge im Bereich von 1
bis 50 % des Rückführstroms, besonders bevorzugt von 2 bis 20 % des Rückführstroms
entnommen, und die entnommene Arbeitslösung wird kontinuierlich in die Regenerierungsstufe
zugeführt. Der Rückführstrom bezieht sich auf die Menge an Arbeitslösung,
welche nach dem Passieren der Stufen (i), (ii) und (iii) in die Stufe (i) rückgeführt
wird.
Die Regenerierungslösung L1, die in dem Verfahren gemäß
der Erfindung verwendet wird, kann durch Lösen von einem oder mehreren Alkylanthrahydrochinonen
und/oder Alkyltetrahydroanthrahydrochinonen oder Mischungen davon in einer wässrigen
alkalisierenden Lösung gebildet werden. Die regenerierende Lösung L1 wird
vorzugsweise hergestellt, indem man eine hydrierte Arbeitslösung mit einer
alkalisierenden wässrigen Lösung in Kontakt bringt und die darin in Hydrochinon-Form
enthaltenen Reaktionsträger ganz oder teilweise in die wässrige Regenerierungslösung
extrahiert. Lösungen von Alkalihydroxiden oder Alkalicarbonaten werden vorzugsweise
als alkalisierende wässrige Lösungen verwendet, besonders bevorzugt Natriumhydroxidlösung.
Die Regenerierungslösung L1 enthält vorzugsweise die deprotonierten Alkylanthrahydrochinone
und/oder Alkyltetrahydroanthrahydrochinone in einer Gesamtkonzentration von mindestens
0,004 mol/l. Wenn die Gesamtkonzentration geringer ist, geht die Regenerierung langsamer
vonstatten. Die Maximalkonzentration von deprotonierten Alkylanthrahydrochinonen
und/oder Alkyltetrahydroanthrahydrochinonen kann bis zu der Sättigungskonzentration
dieser Verbindung in der Regenerierungslösung L1 betragen.
Die Arbeitslösung und die Regenerierungslösung L1 werden
vorzugsweise zur Regenerierung in einem Volumenverhältnis im Bereich von 100:1
bis 1:5 und besonders bevorzugt im Bereich von 20:1 bis 1:1 miteinander in Kontakt
gebracht. Die Regenerierung wird vorzugsweise bei einer Temperatur im Bereich von
20 bis 150°C, besonders bevorzugt im Bereich von 50 bis 90 °C durchgeführt.
Arbeitslösung und Regenerierungslösung werden vorzugsweise miteinander
für die Regenerierung während eines Zeitraums von 0,5 bis 100 Minuten,
besonders bevorzugt von 2 bis 30 Minuten in Kontakt gebracht. Die Arbeitslösung
und die Regenerierungslösung werden vorzugsweise zusammen intensiv während
der Regenerierung gemischt, z. B. in einem Rührtank oder mittels einer Pumpe
und einer Reaktionsschleife, welche gegebenenfalls auch interne Mischvorrichtungen,
wie z. B. statischer Mischer, enthält. Die Arbeitslösung und die Regenerierungslösung
L1 werden vorzugsweise in Abwesenheit von Oxidationsmitteln in Kontakt gebracht,
insbesondere unter Ausschluss von Luft, um die Oxidation der Alkylanthrahydrochinone
und/oder Alkyltetrahydroanthrahydrochinone, die in der Regenerierungslösung
in deprotonierter Form vorliegen, zu vermeiden.
Nachdem die Arbeitslösung und die Regenerierungslösung miteinander
in Kontakt gebracht wurden, wird eine Phasentrennung in die Arbeitslösungsphase
P1 der regenerierten Arbeitslösung und der wässrigen Phase P2 der verwendeten
Regenerierungslösung durchgeführt. Die Phasentrennung kann durch ein beliebiges
bekanntes Verfahren zum Trennen oder Entnehmen von zwei flüssigen Phasen durchgeführt
werden. Ein Koaleszer, welcher ein koaleszenzförderndes faserförmiges
Material enthält, wird vorzugsweise für die Phasentrennung verwendet.
Ein Material, welches durch Wasser benetzt wird und gegenüber wässrigen
alkalischen Lösungen beständig ist, wird vorzugsweise als Koaleszenz förderndes
Material verwendet. Metallfaserbetten, insbesondere Betten aus rostfreien Stahlfasern,
werden besonders bevorzugt als koaleszenzförderndes faserförmiges Material
verwendet. Die Metallfaserbetten werden als nicht gewebte Gewebe bzw. Nonwovens,
gewebte Gewebe bzw. Wovens oder Gewirke konstruiert, wobei bindemittelfreie gewalzte
oder gesinnterte nicht gewebte Gewebe besonders bevorzugt sind. Das koaleszenzfördernde
faserförmige Material weist vorzugsweise Fasern mit einem Durchmesser von 1
bis 100 &mgr;m, besonders bevorzugt von 1 bis 80 &mgr;m und insbesondere von
2 bis 50 &mgr;m auf. Die Koaleszer sind vorzugsweise so aufgebaut, dass nach einem
Passieren durch ein Bett, das aus dem koaleszenzfördernden faserförmigen
Material besteht, die zweiphasige Mischung ebenfalls durch ein gewebtes Gewebe,
das aus einem hydrophoben Polymer besteht, geleitet wird. Geeignete hydrophobe Polymere
für diesen Zweck sind Polyolefine, wie z. B. Polyethylen oder Polypropylen,
und Fluorpolymere, wie z. B. Polytetrafluorethylen oder Polyvinylidenfluorid. In
einer besonders bevorzugten Ausführungsform umfasst der Koaleszer zylindrische
Elemente, durch welche die Mischung von innen nach außen geleitet wird und
welche einen inneren Trägerkern, ein äußeres Trägergewebe aus
einem hydrophoben Polymer und ein zwischen diesen angeordnetes Metallfaserbett umfassen.
Die Phase P2 der verwendeten Regenerierungslösung, die in der
Regenerierungsstufe im Anschluss an die Phasentrennung erhalten wird, wird ganz
oder teilweise vorzugsweise zu der Regenerierungsstufe zurückgeführt und
für die Regenerierung von Arbeitslösung verwendet. Durch das Rückführen von
Regenerierungslösung werden die Verluste von Reaktionsträgern, die sich
aus der Extraktion von Reaktionsträgern in die Regenerierungslösung ergeben,
hauptsächlich während der Regenerierung von hydrierter Arbeitslösung,
auf ein Minimum beschränkt.
Mit dem Rückführen der Regenerierungslösung wird ein
Teil der Regenerierungslösung vorzugsweise periodisch oder kontinuierlich aus
dem Prozess ausgeschleust, um Säureabbauprodukte aus dem Anthrachinon-Kreisprozess
auszuschleusen, welche sich in der Regenerierungslösung lösen. Wenn die
Regenerierung mit hydrierter Arbeitslösung durchgeführt wird, wird eine
alkalisierende wässrige Lösung, insbesondere eine Alkalilösung mit
einer Konzentration von Alkalihydroxid im Bereich von 0,025 bis 5 mol/l vorzugsweise
in die Regenerierungsstufe anstelle der ausgeschleusten Regenerierungslösung
zugeführt. Natriumhydroxidlösung mit einer Konzentration im Bereich von
0,1 bis 2 mol/l wird besonders bevorzugt verwendet, um ausgeschleuste Regenerierungslösung
zu ersetzen. Der Anteil an Regenerierungslösung, welche periodisch oder kontinuierlich
ausgeschleust wird und nicht in die Regenerierungsstufe zurückgeführt
wird, beträgt vorzugsweise im Durchschnitt 1 bis 60 5, besonders bevorzugt
1 bis 10 % der wässrigen Phase P2 der im Anschluss an die Phasentrennung erhaltenen
Regenerierungslösung.
In der verwendeten Regenerierungslösung P2 gelöste Reaktionsträger,
die aus der Regenerierungsstufe ausgeschleust wurden, werden vorzugsweise aus dieser
ganz oder teilweise rückgewonnen und in den Anthrachinon-Kreisprozess zurückgeführt.
Dies kann z. B. durch Oxidation der ausgeschleusten Regenerierungslösung mit
Luft oder einem anderen Oxidationsmittel, gefolgt von einer Filtration oder Extraktion
mit einem Lösemittel, erfolgen, wobei die Oxidation und Extraktion auch gleichzeitig
erfolgen können. In einer weiteren Ausführungsform wird die ausgeschleuste
Regenerierungslösung mit einer Säure neutralisiert und mit einem Lösemittel
extrahiert.
In einer bevorzugten Ausführungsform wird die aus P2 ausgeschleuste
Regenerierungslösung mit einer extrahierten oxidierten Arbeitslösung extrahiert,
um Reaktionsträger rückzugewinnen, und diese Arbeitslösung wird danach
in den Anthrachinon-Kreisprozess zurückgeführt. Die Extraktion von ausgeschleuster
Regenerierungslösung mit extrahierter oxidierter Arbeitslösung wird vorzugsweise
in Abwesenheit von Luft durchgeführt. Die ausgeschleuste Regenerierungslösung
und die extrahierte oxidierte Arbeitslösung werden vorzugsweise miteinander
in Kontakt gebracht in einem Volumenverhältnis von 1:2 bis 1:100, besonders
bevorzugt von 1:5 bis 1:20, um die Reaktionsträger aus der Regenerierungslösung
zurückzugewinnen. Überraschend können die in der ausgeschleusten
Regenerierungslösung enthaltenen Reaktionsträger selektiv mit der extrahierten
oxidierten Arbeitslösung extrahiert werden, ohne die Zugabe eines Oxidationsmittels
oder einer Säure, während Säureabbauprodukte aus dem Anthrachinon-Kreisprozess
hauptsächlich in der wässrigen Regenerierungslösung zurückbleiben
und aus dem Prozess ausgeschleust werden können. Die Arbeitslösung, die
zur Rückgewinnung von Reaktionsträgern aus der ausgeschleusten Regenerierungslösung
verwendet wird, kann direkt in den Anthrachinon-Kreisprozess zurückgeführt
werden. In einer bevorzugten Ausführungsform dagegen wird diese mit der Arbeitslösungsphase
P1, die in der Regenerierungsstufe erhalten wird und gegebenenfalls anderen Regenerierungsstufen
unterzogen wird, bevor sie in den Anthrachinon-Kreisprozess zurückgeführt
wird, kombiniert.
Die Arbeitslösung P1 der in der Regenerierungsstufe erhaltenen
Arbeitslösung im Anschluss an die Phasentrennung kann direkt in den Anthrachinon-Kreisprozess
ohne weitere Behandlung zurückgeführt werden. Jedoch wird die Arbeitslösungsphase
P1 vorzugsweise mit einer sauer wirkenden wässrigen Lösung gewaschen,
um zu verhindern, dass basische Substanzen aus der Regenerierungsstufe in den Anthrachinon-Kreisprozess
gelangen und zu Störungen in dem Kreisprozess führen. Verdünnte Mineralsäurelösungen,
z. B. verdünnte Salpetersäure oder verdünnte Phosphorsäure,
werden vorzugsweise als sauer wirkende wässrige Lösungen für diese
Waschstufe verwendet. Im Anschluss an das Waschen mit einer sauer wirkenden wässrigen
Lösung kann gegebenenfalls eine weitere Waschung mit Wasser ebenfalls durchgeführt
werden. Um in der Lage zu sein, eine unerwünschte Mitführung von Regenerierungslösung
mit der Arbeitslösungsphase P1 zu detektieren, kann der pH-Wert in der Säurewaschung
und/oder in einer nachfolgenden Waschung mit Wasser überwacht werden. Sowohl
in der Säurewaschung als auch in einer nachfolgenden Waschung mit Wasser können
Koaleszer zur Trennung der Arbeitslösungsphase von der wässrigen Phase
verwendet werden.
Die folgenden Merkmale werden in der besten Ausführungsform kombiniert.
Die zu regenerierende Arbeitslösung wird zwischen der Stufe (i)
und (ii) entnommen; diese Arbeitslösung wird mit einer Regenerierungslösung
im Verhältnis 20:1 bis 1:1 in Kontakt gebracht; 1 bis 10 werden aus der wässrigen
Phase P2 ausgeschleust und mit extrahierter oxidierter Arbeitslösung behandelt,
um Reaktionsträger aus der wässrigen Phase, die aus dem Prozess ausgeschleust
werden, zurückzugewinnen.
Zusätzlich zu der Regenerierungsstufe gemäß der Erfindung
kann das Verfahren gemäß der Erfindung für die Herstellung von Wasserstoffperoxid
auch eine weitere Behandlungsstufe beinhalten, in welcher ein Teil der Arbeitslösung
periodisch oder kontinuierlich mit Aluminiumoxid durch bekannte Methoden in Kontakt
gebracht wird. Der Kontakt wird vorzugsweise erreicht, indem man Arbeitslösung
durch ein Aluminiumoxid-Festbett leitet, vorzugsweise bei einer Temperatur im Bereich
von 30 bis 90°C. Die Behandlung mit Aluminiumoxid kann gegebenenfalls mit oxidierter
extrahierter Arbeitslösung, die aus dem Kreisprozess zwischen der Stufe (iii)
und der Stufe (i) entnommen wurde, oder mit hydrierter Arbeitslösung, die dem
Kreisprozess zwischen der Stufe (i) und der Stufe (ii) entnommen wurde, durchgeführt
werden. Die Behandlung mit Aluminiumoxid kann unabhängig von der Regenerierungsstufe
gemäß der Erfindung erfolgen, d. h. Arbeitslösung wird aus dem Anthrachinon-Kreisprozess
entnommen, mit Aluminiumoxid regeneriert und in den Anthrachinon-Kreisprozess zurückgeführt.
In einer weiteren Ausführungsform wird die Behandlung mit Aluminiumoxid mit
der Regenerierung gemäß der Erfindung kombiniert durch Zuführen der
in der Regenerierungsstufe gemäß der Erfindung erhaltenen Arbeitslösungsphase
P1 für die Behandlung mit Aluminiumoxid, gegebenenfalls nach der Säurewaschung.
In einer kombinierten Anwendung des Verfahrens gemäß der Erfindung mit
einer Behandlung mit Aluminiumoxid kann unabhängig davon, ob die regenerierte
Arbeitslösungsphase P1 in den Rückführstrom des Anthrachinon-Kreisprozesses
oder in die Behandlungsstufe mit Aluminiumoxid zurückgeführt wird, das
Aluminiumoxid für einen längeren Zeitraum verwendet werden, bevor es durch
frisches Aluminiumoxid ersetzt werden muss, als dies bei Verfahren der Fall ist,
welche nicht die Regenerierungsstufe gemäß der Erfindung einschließen.
Beispiel 1:
In einer Versuchsanlage für die Herstellung von Wasserstoffperoxid
durch den Anthrachinon-Kreisprozess wurde eine Arbeitslösung, bestehend aus
0,26 mol/l 2-Ethylanthrachinon und 0,42 mol/l 2-Ethyltetrahydroanthrachinon in einer
Lösemittelmischung, bestehend aus 71 Vol.-% aromatischem Benzin (Mischung von
C9/C10-Alkylaromaten), 20 Vol.-% Tetrabutylharnstoff und 9
Vol.-% Tris-(2-ethylhexyl)phosphat kontinuierlich durch die Hydrierungs-, die Oxidations-
und Extraktionsverfahrensstufen im Kreis geführt, wobei die durchschnittliche
Länge eines Kreislaufs 3 h beträgt. In der Hydrierungsstufe wurden 0,31
mol/l 2-Ethyltetrahydroanthrachinon zu 2-Ethyltetrahydroanthrahydrochinon umgewandelt.
Im Anschluss an die Hydrierungsstufe wurden 12 % des Rückführstroms
von dem Arbeitslösungskreislauf abgezweigt und in die Regenerierungsstufe eingespeist.
Die Arbeitslösung wurde mit einer Regenerierungslösung L1, die bereits
mehrmals rückgeführt worden war, in einem Volumenverhältnis von 7:1
gemischt und in einem Schleifenreaktor bei 70°C bei einer durchschnittlichen
Verweilzeit von 10 min regeneriert. Die Zweiphasenmischung, die erhalten wurde,
wurde kontinuierlich aus dem Schleifenreaktor abgeführt und mittels eines Koaleszers
in eine Arbeitslösungsphase P1 und eine wässrige Phase P2 aufgetrennt.
Die wässrige Phase P1 wurde kontinuierlich dem Schleifenreaktor mittels eines
Pufferbehälters zugeführt. In zweistündigen Intervallen wurden 0,94
% der Regenerierungslösung aus dem Pufferbehälter ausgeschleust und durch
0,25 N Natriumhydroxidlösung ersetzt. Dies entsprach einer durchschnittlichen
Ausschleussungsrate von 1,56 ml Regenerierungslösung pro Liter regenerierter
Arbeitslösung.
Die Arbeitslösungsphase P1 wurde mit einer wässrigen Phosphorsäurelösung
mit einem pH-Wert zwischen 1 und 2 und danach mit entionisiertem Wasser gewaschen,
wobei eine Phasentrennung mittels Koaleszern nach jeder Waschung durchgeführt
wurde. Die gewaschene regenerierte Arbeitslösung wurde in den Anthrachinon-Kreisprozess
vor der Oxidationsstufe zurückgeführt. Nachdem ein stabiler Zustand für
den Betrieb erreicht war, wurde der Gehalt des wichtigsten Nebenprodukts 2-Ethyltetrahydroanthrachinonepoxid
analysiert. Die in die Regenerierungsstufe zugeführte Arbeitslösung enthielt
4,0 g/l des Epoxids. Die in den Kreisprozess zurückgeführte regenerierte
Arbeitslösung von der Regenerierungsstufe enthielt 3,0 g/l Epoxid, d. h. 25
des Epoxidgehalts wurden zu 2-Ethyltetrahydroanthrachinon in einem einzigen Durchlauf
durch die Regenerierungsstufe regeneriert.
Beispiel 2:
Beispiel 1 wurde mit den folgenden Veränderungen wiederholt:
Die Größe des Schleifenreaktors wurde verringert, so dass die mittlere
Verweildauer in der Regenerierungsstufe auf 7,3 min verkürzt wurde. Die Ausschleusung
von Regenerierungslösung erfolgte in Intervallen von 30 Minuten bei einer durchschnittlichen
Ausschleusungsrate von 4,6 ml Regenerierungslösung pro Liter regenerierte Arbeitslösung.
Um das Volumen der Regenerierungslösung konstant zu halten, wurden 8,4 ml 0,25
N Natriumhydroxidlösung pro Liter regenerierte Arbeitslösung in den Pufferbehälter
zugeführt. Eine Behandlung mit Aluminiumoxid wurde ebenfalls durch Entnehmen
von 12 % des Rückführstroms von Arbeitslösung aus dem Anthrachinon-Kreisprozess
nach der Hydrierungsstufe und Leiten über ein Festbett mit Aluminiumoxid bei
70°C durchgeführt. Beim Erreichen eines stabilen Betriebszustands enthielt
die in die Regenerierungsstufe gemäß der Erfindung zugeführte Arbeitslösung
3,2 g/l Epoxid und die in den Kreislauf zurückgeführte regenerierte Arbeitslösung
enthielt 2,3 g/l Epoxid, d. h. 28 % des Epoxidgehalts wurden in einem einzigen Durchlauf
durch die Regenerierungsstufe umgewandelt.
Beispiel 3:
Beispiel 1 wurde mit einer anderen Arbeitslösung wiederholt,
die aus 0,16 mol/l 2-Ethyl-anthrachinon, 0,20 mol/l 2-Ethyltetrahydroanthrachinon,
0,14 mol/l 2-Amylanthrachinon und 0,10 mol/l 2-Amyltetrahydroanthrachinon in einer
Lösemittelmischung, bestehend aus 75 Vol.-% aromatischem Benzin und 25 Vol.-%
Tris(2-ethylhexyl)phosphat, bestand. In der Hydrierungsstufe des Anthrachinon-Kreisprozesses
wurden 0,26 mol/l Chinone in Hydrochinone umgewandelt.
Wie in Beispiel 2 war die Verweilzeit in der Regenerierungsstufe 7,3
min und die Ausschleusung von Regenerierungslösung erfolgte in Intervallen
von 30 min. Die durchschnittliche Ausschleusungsrate für Regenerierungslösung
betrug 4,9 ml pro Liter regenerierte Arbeitslösung. Um das Volumen der Regenerierungslösung
konstant zu halten, wurden 6,1 ml 0,25 N Natriumhydroxidlösung pro Liter regenerierte
Arbeitslösung in den Pufferbehälter zugeführt. Über einen Zeitraum
von 30 Tagen wurde ein konstanter Gehalt von 2-Ethyltetrahydrochinonepoxid von 1,8
g/l und von 2-Amyltetrahydrochinonepoxid von 5,8 g/l in der Arbeitslösung hergestellt
und nahm dann nicht weiter zu, d. h. die Bildung von Epoxiden und ihre Umwandlung
durch Regenerierung hielten sich im Gleichgewicht.
Beispiel 4:
Das Beispiel 3 wurde unter Verwendung eines kontinuierlich betriebenen
Rührtankreaktors mit einer durchschnittlichen Verweilzeit von 28 min an Stelle
des Schleifenreaktors in der Regenerierungsstufe wiederholt. Arbeitslösung
und Regenerierungslösung wurden kontinuierlich in den Rührtankreaktor
in einem Volumenverhältnis von 5:1 zugeführt. Die bei der Regenerierung
verwendete hydrierte Arbeitslösung enthielt 0,26 Gew.-% 2-Ethyltetrahydroanthrachinoepoxid
und 0,88 Gew.-% 2-Amyltetrahydroanthrachinonepoxid. Nach dem Inkontaktbringen mit
der Regenerierungslösung betrug der Gehalt von 2-Ethyltetrahydroanthrachinonepoxid
0,17 Gew.-% und der Gehalt von 2-Amyltetrahydroanthrachinonepoxid betrug 0,82 Gew.-%.
Die Regenerierungslösung wurde kontinuierlich mit einer Rate von 7,5 ml pro
Liter regenerierte Arbeitslösung ausgeschleust. Ausgeschleuste Regenerierungslösung
wurde durch 0,325 N Natriumhydroxidlösung ersetzt.
Unter Ausschluss von Luft wurde die Regenerierungslösung, die
aus der Regenerierungsstufe aus der wässrigen Phase P2 ausgeschleust wurde,
kontinuierlich in einem Volumenverhältnis von 1:3,75 mit extrahierter oxidierter
Arbeitslösung in Kontakt gebracht, die aus dem Anthrachinon-Kreisprozess nach
der Extraktionsstufe entnommen wurde, und extrahiert. Im Anschluss an die Phasentrennung
wurde die Arbeitslösungsphase zu dem Anthrachinon-Kreisprozess vor der Hydrierungsstufe
zurückgeführt.
Vor der Extraktion mit der extrahierten oxidierten Arbeitslösung
enthielt die Regenerierungslösung 0,30 Gew.-% 2-Ethyltetrahydroanthrahydrochinon
in deprotonierter Form. Im Anschluss an die Extraktion mit der Arbeitslösung
betrug der Gehalt von 2-Ethyltetrahydroanthrahydrochinon in der von dem Prozess
ausgeschleusten wässrigen Regenerierungslösung 0,01 Gew.-%.
Die Beispiele 1 bis 3 zeigen, dass das Verfahren gemäß der
Erfindung vorteilhafter Weise mit einer Regenerierung von hydrierter Arbeitslösung
durchgeführt werden kann.
Das Beispiel 4 zeigt, dass der in deprotonierter Form in der aus dem
Prozess gemäß der Erfindung ausgeschleusten Regenerierungslösung
gelöste Reaktionsträger leicht aus dieser durch Extraktion mit extrahierter
oxidierter Arbeitslösung zurück gewonnen werden kann. Überraschend
kann diese selektive Extraktion auch in Abwesenheit von Säure oder von Oxidationsmitteln,
wie Sauerstoff oder Wasserstoffperoxid, durchgeführt werden.