GEBIET
Die Erfindung betrifft eine Prüfeinrichtung für Funknetz-Datenverbindungen,
ein Verfahren zum Prüfen von Funknetz-Datenverbindungen und ein Computerprogramm-Produkt.
HINTERGRUND
Vermittlungen haben einen Bedarf, die Kapazität von Datenübertragung
in einem Funknetz zu ermitteln. Überprüfungen dieser Art können auf
verschiedene Arten durchgeführt werden, wie zum Beispiel durch Überprüfen
der internen Belastung in einem Funknetz, indem die Kapazität mit der von Funknetzen
von Wettbewerbern verglichen wird oder indem verschiedene unterstützte Datenübertragungsverfahren
untereinander entweder in dem gleichen Funknetz oder zwischen verschiedenen Funknetzen
geprüft werden. Verschiedene Datenübertragungsverfahren können zum
Beispiel in Bezug auf ihre Kapazität oder die Übergabe zwischen verschiedenen
Datenübertragungsverfahren überprüft werden.
Funknetz-Endgeräte, die durch einen "Hostrechner" gesteuert werden,
können bei der Überprüfung verwendet werden. Somit kann die Prüfung
simultan an dem gleichen Ort durchgeführt werden, was wichtig ist, da die Belastung
und der Wirkungsgrad eines Funknetzes in Abhängigkeit von dem Standort des
Endgerätes und der Überprüfungszeit stark schwanken. Die Überprüfung
kann mit einem Prüfserver oder mit einem realen Server erfolgen, der zum Beispiel
über das Internet mit dem zu überprüfenden Netzwerk verbunden ist.
Heutzutage wird üblicherweise das Protokoll TCP/IP (Transmission Control Protocol/Internet
Protocol) bei der Datenübertragung verwendet.
Ein Problem, das bei der Überprüfung auftritt, besteht darin,
dass, wenn mehrere Wählverbindungen von einem Hostrechner zu Endgeräten
geöffnet werden, alle aufzubauenden „Socketverbindungen" entlang einer
Verbindung zwischen dem Hostrechner und dem Endgerät wandern, das heißt
dass alle Wählverbindungen über ein und das gleiche Endgerät und
nicht über verschiedene Endgeräte und ihre Schnittstellen geleitet werden.
Dieses Problem verzerrt die Prüfergebnisse und mach sie dadurch unbrauchbar.
Gemäß dem Stand der Technik ist dieses Problem gelöst
worden, indem ein Hostrechner für ein jedes Endgerät verwendet wurde.
Dies kann implementiert werden, indem entweder in der Tat ein vollständiger
Hostrechner (zum Beispiel ein Laptopcomputer) für ein jedes Endgerät bereitgestellt
wird oder indem ein Laptopcomputer mit einem Zubehörteil einschließlich
einer ausreichenden Anzahl von unabhängigen Hostrechnern bereitgestellt wird.
Diese Lösungen sind jedoch recht umständlich und aufwändig, da sie
zusätzliche Gerätetechnik erfordern. Die Struktur der Prüfsoftware
kann ebenfalls unnötig kompliziert sein.
Die Veröffentlichungen WO 00/38449, WO 02/05486, DE
19708793, US 5875397 und
EP 1489866 beschreiben allesamt verschiedene
Aspekte der Überprüfung von Kommunikationssystemen; jedoch erkennt keine
davon die oben genannten Probleme oder deren Lösung.
Insbesondere beschreibt WO-A-00 38449 eine Anordnung, wobei ein Cluster
von mobilen Einheiten über einen IP-Serverport mit einem IP-Netzwerk (welches
drahtlos sein kann) über Schnittstelle verbunden sind. Der IP-Serverport hat
seine eigene, eindeutige IP-Adresse, so dass er diejenigen Datenpakete handhabt,
die für mobile Einheiten in diesem konkreten Cluster bestimmt sind. Der IP-Serverport
hat eine externe Verbindung, um Datenpakete von dem IP-Netzwerk zu empfangen und
an das IP-Netzwerk zu senden, sowie einzelne Ports für eine jede der mobilen
Einheiten. Der IP-Serverport leitet einzelne Pakete, die von dem Cluster empfangen
werden, an benannte mobile Einheiten. Ein Überwachungs-/Steuercomputer gibt
Befehle (wie zum Beispiel Prüfbefehle) an die einzelnen mobilen Einheiten aus.
Ein von dem Computer erstelltes Datenpaket kann die IP-Adresse des Clusters, den
Befehl und ein Kennzeichen für eine einzelne mobile Einheit umfassen. Somit
wird der Cluster von mobilen Einheiten über eine einzelne Verbindung mit dem
Server (zum Beispiel einen Internetserver) über ein IP-Netzwerk (zum Beispiel
das Internet) mit dem (Prüf-)Computer verbunden.
KURZE BESCHREIBUNG
Das Ziel der Erfindung besteht in der Bereitstellung einer verbesserten
Prüfeinrichtung für Funknetzwerk-Datenverbindungen, eines verbesserten
Verfahrens der Überprüfung von Funknetzwerk-Datenverbindungen und eines
verbesserten Computerprogramm-Produktes.
Gemäß einem Aspekt der Erfindung wird eine Prüfeinrichtung
für Funknetz-Datenverbindungen bereitgestellt, wobei die Prüfeinrichtung
wenigstens zwei Funknetz-Endgeräte und einen Hostrechner umfasst, der konfiguriert
ist, um mittels der Endgeräte simultane Datenverbindungen gemäß dem
Protokoll Transmission Control Protocol/Internet Protocol TCP/IP beziehungsweise
gemäß dem Protokoll User Datagram Protocol/Internet Protocol UDP/IP zu
wenigstens einem Server aufzubauen, der mit dem Funknetz verbunden ist, und um eine
jede aufgebaute Datenverbindung separat zu messen. Der Hostrechner
ist konfiguriert, um eine jede Datenverbindung zu einer unterschiedlichen öffentlichen
Internet-Protocol-IP-Adresse des Servers aufzubauen und um dynamisch einen zweckgebundenen,
eindeutigen Leitweg für eine jede Datenverbindung aufzubauen, wobei die Datenverbindungen
zu unterschiedlichen IP-Adressen entlang unterschiedlicher Leitwege über verschiedene
Endgeräte und ihre Luftschnittstellen wandern.
Gemäß einem Aspekt der Erfindung wird ein Verfahren zur
Überprüfung von Funknetz-Datenverbindungen bereitgestellt, das umfasst:
den Aufbau simultaner Datenverbindungen mittels Funknetz-Endgeräten gemäß
dem Protokoll Transmission Control Protocol/Internet Protocol TCP/IP beziehungsweise
gemäß dem Protokoll User Datagram Protocol/Internet Protocol UDP/IP von
dem Hostrechner zu wenigstens einem Server, der mit dem Funknetz verbunden ist;
und separates Messen einer jeden aufgebauten Datenverbindung. Das Verfahren umfasst
weiterhin: den Aufbau einer jeden Datenverbindung von dem Hostrechner zu einer unterschiedlichen
öffentlichen Internet-Protocol-IP-Adresse und den dynamischen Aufbau eines
zweckgebundenen, eindeutigen Leitweges für eine jede Datenverbindung, wobei
die Datenverbindungen zu unterschiedlichen IP-Adressen entlang unterschiedlicher
Leitwege über unterschiedliche Endgeräte und ihre Luftschnittstellen wandern.
Gemäß einem Aspekt der Erfindung wird ein Computerprogramm-Produkt
bereitgestellt, das eine Computersoftware verschlüsselt, die, wenn sie auf
einem Hostrechner installiert ist, dem Hostrechner Hostrechner-Einrichtungen zum
Aufbau von simultanen Datenverbindungen unter Nutzung von Funknetz-Endgeräten
gemäß dem Protokoll Transmission Control Protocol/Internet Protocol TCP/IP
beziehungsweise gemäß dem Protokoll User Datagram Protocol/Internet Protocol
UDP/IP zu wenigstens einem Server, der mit dem Datennetz verbunden ist, sowie zum
separaten Messen einer jeden aufgebauten Datenverbindung bereitstellt. Die Hostrechner-Einrichtungen
bauen eine jede Datenverbindung zu einer unterschiedlichen öffentlichen Internet-Protocol-IP-Adresse
des Servers auf und bauen dynamisch einen zweckgebundenen, eindeutigen Leitweg für
eine jede Datenverbindung auf, wobei Datenverbindungen zu unterschiedlichen IP-Adressen
entlang unterschiedlicher Leitwege über unterschiedliche Funkeinrichtungen
und ihre Schnittstellen wandern.
Die Erfindung bietet mehrere Vorteile. Die Lösung gemäß
der Erfindung erfordert lediglich einen Hostrechner. Die Erfindung stellt zuverlässige
Messergebnisse in unterschiedlichen Prüfsituationen bereit. Die Lösung
ermöglich flexible Prüfung von Funknetzen. Die Größe der erfindungsgemäßen
Prüfeinrichtung ist moderat, und somit ist es möglich, sie problemlos
in einem Fahrzeug oder sogar zu Fuß zu transportieren. Die Lösung ermöglicht
das Prüfen von Mehrkanal-Datenübertragung von einem Hostrechner aus.
LISTE DER FIGUREN
Die Erfindung wird nunmehr anhand von bevorzugten Ausführungsbeispielen
und unter Bezugnahme auf die anhängenden Zeichnungen ausführlicher beschrieben
werden.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen:
1 veranschaulicht ein Ausführungsbeispiel einer
Prüfeinrichtung für Funknetz-Datenverbindungen und Verbindungen der Prüfeinrichtung
mit den zu überprüfenden Funknetzen.
2 veranschaulicht Ausführungsbeispiele von Netzschnittstellen
der bei der Prüfung verwendeten Server.
3 veranschaulicht ein Ausführungsbeispiel der
Prüfeinrichtung.
4 veranschaulicht den Aufbau eines TCP/IP-Protokollstapelspeichers.
5 veranschaulicht ein Ausführungsbeispiel der
Prüfeinrichtung.
6 ist en Fließbild und veranschaulicht ein Ausführungsbeispiel
eines Verfahrens der Prüfung von Funknetz-Datenverbindungen, und
7 veranschaulicht den Aufbau von Leitwegen.
BESCHREIBUNG VON AUSFÜHRUNGSBEISPIELEN
Unter Bezugnahme auf 1 wird der Aufbau
einer Prüfeinrichtung 100 für Funknetz-Datenverbindungen und
Verbindungen der Prüfeinrichtung 100 mit den zu prüfenden Netzen
134, 136, 138 beschrieben. Die Funknetze 134,
136, 138 können zum Beispiel öffentliche Landfunknetze
(PLMN) der 2. Generation, der 2,5. Generation oder der 3. Generation sein. Beispiele
solcher öffentlicher Mobilnetze sind unter anderem das GSM (General System
for Mobile Communications), das GPRS (General Packet Radio Service, GPRS-Protokoll,
paketbasierte Datenübertragung), das UMTS (Universal Mobile Communications
System, der UMTS-Mobilfunk) und das TETRA (Terrestrial Trunked Radio).
Das Funknetz kann gleichzeitig mehr als ein unterschiedliches Datenübertragungsverfahren
unterstützen; in 1 unterstützt das Funknetz
138
zwei verschiedene Datenübertragungsverfahren 140,
142. Das Datenübertragungsverfahren kann ein Paketübertragungsverfahren
oder ein vermitteltes Übertragungsverfahren sein. In diesem Zusammenhang bezieht
sich Datenübertragungsverfahren zum Beispiel auf verschiedene Mehrzweckverfahren
und Modulationsverfahren. Beispiele von Datenübertragungsverfahren sind EDGE
(Enhanced Data Rates for Global Evolution), CSD (Circuit-Switched Data, leitungsvermitteltes
Datennetz), HSCSD (High-Speed CSD, HSCSD-Protokoll), CDMA (Code Division Multiple
Access, CDMA-Verfahren), WCDMA (Wideband Code Division Multiple Access, Breitband-CDMA-Verfahren)
und TDMA (Time Division Multiple Access (TDMA-Verfahren).
Das Funknetz 134, 136, 138 kann ein anderes
Netz oder Netzwerk als ein Mobilkommunikationsnetz sein. Ein Beispiel einer anderen
Art von Funknetz ist ein drahtloses lokales Netzwerk (WLAN). Ein Beispiel eines
WLAN ist das drahtlose lokale Netzwerk, das in der Normenreihe 802.11 von IEEE (The
Institute of Electrical and Electronics Engineers, Inc.) definiert wird.
Die Prüfeinrichtung 100 umfasst wenigstens zwei Funknetz-Endgeräte.
In dem Ausführungsbeispiel aus 1 gibt es sechs
Endgeräte 118, 120, 122, 124,
126, 128. Das Endgerät kann zum Beispiel ein gewöhnliches
Teilnehmer-Endgerät, eine Mobilstation, eine drahtlose Netzwerkkarte oder ein
Endgerät sein, das von dem Produzenten speziell für die Prüfanwendung
entworfen und hergestellt wurde. Das Endgerät 128 ist dahingehend
etwas Besonderes, dass es zwei unterschiedliche Datenübertragungsverfahren
130, 132 unterstützt. Das Endgerät 128 kann
zum Beispiel ein Dualbandtelefon (oder sogar ein Tribandtelefon) sein, oder es kann
Luftschnittstellen der 2. Generation, der 2,5. Generation oder der 3. Generation
unterstützen. Das Endgerät 128 kann zum Beispiel zur Überprüfung
der Funktionsfähigkeit von Basisstationswechseln oder Handovers bei dem Umschalten
von einem Datenübertragungsverfahren zu einem anderen verwendet werden. Das
Endgerät 128 kann auch die gleichzeitige Nutzung beider Datenübertragungsverfahren
130, 132 unterstützen.
Die Prüfeinrichtung umfasst einen Hostrechner 102. Der
Hostrechner 102 kann zum Beispiel ein gewöhnlicher Laptopcomputer
sein.
Der Hostrechner 102 ist konfiguriert, um unter Verwendung
der Endgeräte 118, 120, 122, 124,
126, 128 simultane Datenverbindungen 106, 108,
110, 112, 114, 116 gemäß dem Protokoll
TCP/IP (Transmission Control Protocol/Internet Protocol) beziehungsweise gemäß
dem Protokoll UDP/IP (User Datagram Protocol/Internet Protocol) mit wenigstens einem
Server 148, 150, der mit dem Funknetz 134,
136, 138 verbunden ist, aufzubauen.
Der Hostrechner 102 kann ein elektronisch-digitaler Computer
sein, der die folgenden Hauptkomponenten umfasst: eine Zentraleinheit (CPU), einen
Arbeitsspeicher und einen Systemtakt. Zusätzlich können verschiedene Peripheriegeräte,
wie zum Beispiel eine Anzeige, eine Tastatur, eine Audiokarte und Lautsprecher,
mit dem Computer verbunden sein. Die Zentraleinheit (CPU) umfasst drei Hauptkomponenten:
Register, eine arithmetisch-logische Einheit (ALU) und eine Steuereinheit. Die Datenstrukturen
und die Software, die zur Programmierung benötigt werden, können durch
eine Programmiersprache implementiert werden. Der Hostrechner 102 kann
durch Programmieren konfiguriert werden, das heißt durch Erstellen von Software
und Datenstrukturen, die die benötigte Funktionalität beinhalten. Auch
reine Hardware-Implementierungen sind möglich, wie zum Beispiel eine Schaltung,
die aus separaten Logikkomponenten besteht, oder ein oder mehrere anwenderspezifische
integrierte Schaltkreise (ASIC). Ein Hybrid aus diesen Implementierungen ist ebenfalls
denkbar. Bei der Auswahl der Implementierung wird der Durchschnittsfachmann zum
Beispiel auf die Anforderungen achten, die bezüglich der Größe und
des Stromverbrauches der Geräte bestehen, sowie auf die erforderliche Verarbeitungsleistung,
die Herstellungskosten und die Produktionslosgröße.
Der Hostrechner 102 ist konfiguriert, um eine jede Datenverbindung
106, 108, 110, 112, 114,
116 mit einer unterschiedlichen öffentlichen Internetprotokoll-Adresse
(IP-Protokoll-Adresse) des Servers 148, 150 aufzubauen und um
dynamisch einen zweckgebundenen, eindeutigen Leitweg für eine jede Datenverbindung
106, 108, 110, 112, 114,
116 aufzubauen, wobei die Datenverbindungen 106, 108,
110, 112, 114, 116 zu unterschiedlichen IP-Adressen
entlang verschiedener Leitwege über verschiedene Endgeräte 118,
120, 122, 124, 126, 128 und ihre Luftschnittstellen
wandern. Der Hostrechner 102 kann konfiguriert sein, um die Datenverbindungen
106, 108, 110, 112, 114,
116 als Wählverbindungen aufzubauen.
Weiterhin ist der Hostrechner 102 konfiguriert, um eine jede
aufgebaute Datenverbindung 106, 108, 110, 112,
114, 116 separat zu messen.
Der Server 148, 150 kann zum Beispiel ein gewöhnlicher
Serverrechner sein. Der Server 148, 150 kann zum Beispiel ein
WWW-Server (World-Wide-Web-Server) oder ein Server sein, der ein anderes Protokoll
als das HTTP-Protokoll (das Hypertextübertragungsprotokoll) verwendet, wie
zum Beispiel ein FTP-Server (Dateiübertragungsprotokoll-Server). Der Server
148, 150 kann ein herkömmlicher Server sein, der in der Produktion
eingesetzt wird, oder ein Server, der insbesondere für Prüfanwendungen
vorgesehen ist. Der Server 148, 150 kann über
das Internet mit dem Funknetz 134, 136, 138 verbunden
sein, jedoch sind andere Lösungen möglich; zum Beispiel kann der Server
Bestandteil des Funknetzes sein, oder der Server kann über andere Einrichtungen
als das Datenübertragungsnetz mit dem Funknetz verbunden sein.
2 veranschaulicht Ausführungsbeispiele der Netzwerkschnittstellen
der Server 148, 150. Der Server 148 ist durch drei verschiedene
Netzwerkschnittstellen 200, 202, 204, von denen eine
jede eine zweckgebundene öffentliche IP-Adresse hat, mit dem Internet
146 verbunden. Der zweite Server 150 ist nur durch eine Netzwerkschnittstelle
206, die eine öffentliche IP-Adresse hat, mit dem Internet verbunden.
Dem Router 208 des Internet-Dienstanbieters sind zwei "Pseudonyme" dieser
einen öffentlichen IP-Adresse zugeordnet worden, in welchem Fall praktisch
drei öffentliche IP-Adressen außerhalb des Servers angezeigt werden.
Die Prüfeinrichtung 102 kann verschiedene Messungen
und Prüfungen durchführen. Indem die Endgeräte 118 und
120 genutzt werden, können zum Beispiel Datenverbindungen
106, 108, die durch ein Datenübertragungsverfahren implementiert
werden, innerhalb des Funknetzes 134 eines Betreibers geprüft werden.
Dementsprechend können die Endgeräte 124 und 126 Datenverbindungen
prüfen, die durch verschiedene Datenübertragungsverfahren 140,
142 innerhalb des Funknetzes 138 eines Betreibers implementiert
werden. Es ist ebenfalls möglich, Datenverbindungen, wie zum Beispiel
106, 110, 112, die durch die gleichen Datenübertragungsverfahren
innerhalb der Funknetze 134, 136 verschiedener Betreiber implementiert
werden, zu vergleichen. Weitehin können Datenverbindungen, wie zum Beispiel
106, 110 und 112, die durch verschiedene Datenübertragungsverfahren
implementiert werden, innerhalb unterschiedlicher Funknetze 134,
136, 138 verschiedener Betreiber miteinander verglichen werden.
Die Datenübertragungsverbindung zwischen dem Hostrechner
102 und dem Endgerät 118, 120, 122,
124, 126, 128 kann durch festgeschaltete oder drahtlose
Verbindungen nach dem Stand der Technik, wie zum Beispiel Bluetooth®
oder ein anderer Nahbereichsempfänger, wie zum Beispiel IrDA-Sender/Empfänger
(The Infrared Data Association), über USB (Universal Serial Bus), über
einen RS-232-Port oder über einen PCMCIA-Steckplatz (Personal Computer Memory
Card International Association) implementiert werden.
Wie in 3 veranschaulicht wird, können
die Endgeräte 118, 120, 122, 124 in einem
speziellen Gestell 302 angeordnet werden. Das Gestell 302 kann
einen Kommunikationsport umfassen, durch den die Datenübertragungsverbindung
300 zum Beispiel unter Nutzung von USB implementiert wird. Die Endgeräte
118, 120, 122, 124 können mechanisch mit
dem Gestell 302 verbunden werden, um Transport zu ermöglichen. Die
Datenübertragungsverbindung 300 kann zwischen den Endgeräten
118, 120, 122, 124 in dem Gestell zum Beispiel
mittels Kabel 304, 306, 308, 310 aufgeteilt
werden.
Die Prüfeinrichtung 100 kann weiterhin einen Positioner
104 umfassen, der in dem Ausführungsbeispiel aus 3
ein GPS-Empfänger (Global-Positioning-System-Empfänger) ist. Der Positioner
104 kann auch auf einem anderen Stellverfahren nach dem Stand der Technik
beruhen, wie zum Beispiel Positionieren durch das Endgerät 118 und/oder
das Funknetz 134. Unter Verwendung des Positioners 104 können
die durch die Prüfeinrichtung 100 erhaltenen Messergebnisse einer
genauen Zeit und einem genauen Ort zugeordnet werden.
Die durch die Prüfeinrichtung 100 durchgeführte
Prüfung kann simultane Datenübertragungen umfassen, und die Übertragungsergebnisse
können direkt und/oder statistisch miteinander verglichen werden. Mehrere Prüfreihen
können unter Verwendung verschiedener Internetprotokolle (FTP, HTTP, SMTP etc.)
durchgeführt werden. Bei den Prüfungen können unter Verwendung der
oben genannten Protokolle Socketverbindungen mit dem Server 148,
150 geöffnet werden, der festgeschaltet oder halbfestgeschaltet mit
dem Internet 146 ist, und weiterhin mit dem Funknetz 134,
136, 138. Andere Prüfungen, wie zum Beispiel Sprachrufe,
können somit parallel zu der Datenübertragungsprüfung durchgeführt
werden, jedoch werden an dieser Stelle nur Datenverbindungen besprochen, da die
Funktion der Lösung nicht von dem Vorliegen anderer Arten abhängig ist.
Bei der Prüfung können vorgegebene Prüfdateien, deren
Größe und Packungsdichte (Redundanz) bekannt sind, von dem Server
148, 150 übertragen werden, jedoch kann die Prüfung
auch durchgeführt werden, indem in dem Internet gefundener schwankender Content,
wie zum Beispiel WWW-Seiten oder Sende-Audio-/Videodaten (Datenströme), übertragen
werden. Die Endgeräte 118, 120, 122, 124,
126, 128, die eine öffentliche IP-Adresse aufweisen, ermöglichen
ebenfalls die Übertragung von Prüfdaten (wie zum Beispiel Audiodaten,
Bilddaten, Videodaten, Dateien) zwischen zwei Endgeräten.
Die Prüfungen können an einem geographischen Standort durchgeführt
werden. Erforderlichenfalls kann die Prüfeinrichtung 100 auch zwischen
den Prüfungen oder während der Prüfungen umgesetzt werden. Die Prüfung
kann zum Beispiel in Form von Prüffahrten in einer Stadt, in einem Vorort oder
auf der Straße durchgeführt werden. Prüffahrten werden normalerweise
durchgeführt, indem die Prüfeinrichtung 100 in einem Personenkraftwagen
platziert wird, jedoch kann sie auch in öffentlichen Transportmitteln,
Lastkraftwagen etc. platziert werden.
Die Prüfeinrichtung 100 kann automatisch arbeiten. Die
Prüfeinrichtung 100 kann auch ein halbautomatisches System sein, das
zentral ferngesteuert wird (über das Funknetz oder über ein anderes drahtloses
Netzwerk) und in ein Fahrzeug oder in einen ortsfesten Standort integriert werden.
Die Prüfeinrichtung 100 kann auch im Inneren verwendet werden. Erforderlichenfalls
kann die Prüfeinrichtung 100 zum Beispiel zu Fuß um ein Gebäude
herum transportiert werden.
Die Prüfung kann durchgeführt werden, um einen von Kunden
gemeldeten Fehler festzustellen, um die Kapazität statistisch zu vergleichen
oder um statistische Zeitvergleiche durchzuführen, indem die gleichen Prüfungen
stets zu der gleichen Zeit (die gleiche Uhrzeit, oder der gleiche Wochentag etc.)
durchgeführt werden. Die Prüfeinrichtung 100 besteht aus Endgeräten
118, 120, 122, 124, 126,
128, die mit einem Hostrechner 102 verbunden sind, um zentrale
Steuerung von verschiedenen Datenübertragungen durch ein Programm, gleichzeitige
Einleitung von Übertragungen, möglichst problemlosen Transport der Prüfeinrichtung
sowie Prüfung verschiedener Netze/Verfahren zur gleichen Zeit zu ermöglichen,
da die Netzbelastung in Abhängigkeit von Zeit und Ort beachtlich schwankt.
Da das TCP/IP-Protokoll in dem Gebiet der Erfindung sehr gut bekannt
ist, wird es an dieser Stelle nicht ausführlicher beschrieben werden; anstelle
dessen wird dem Leser gegebenenfalls nahe gelegt, sich selbst mit den Spezifikationen
des genannten Protokolls sowie mit den verschiedenen Lehrbüchern, in denen
es beschrieben wird, vertraut zu machen. 4 veranschaulicht
jedoch den TCP/TP-Protokollstapelspeicher auf der allgemeinen Ebene und vergleicht
ihn mit dem siebenschichtigen Protokollstapelspeicher des OSI-Modells (Open Systems
Interconnection). Eine Netzwerk-Schnittstellenschicht 400 entspricht den
Schichten 1 und 2 in dem OSI-Modell. Die Netzwerk-Schnittstellenschicht
400 umfasst physische Netzwerkverfahren und Protokolle, wie zum Beispiel
Ethernet, ATM (Asynchronous Transfer Mode, asynchroner Übertragungsmodus),
Token Ring und Frame Relay. Eine Internetschicht 402 entspricht der Schicht
3 des OSI-Modells und umfasst niedere Protokolle, wie zum Beispiel IP, ARP und ICMP.
Eine Host-Host-Transportschicht 404 entspricht den Schichten 4 und 5 des
OSI-Modells und umfasst TCP und UDP. Eine Anwendungsschicht 406 entspricht
der Schicht 6 des OSI-Modells und umfasst höhere Protokolle, wie zum Beispiel
FTP, HTTP, SMTO, POP3 und so weiter. Der TCP/IP-Protokollstapelspeicher hat kein
Gegenstück zu der Schicht 7 des OSI-Modells. Die in Verbindung mit dem TCP(IP-Protokoll
verwendeten Protokolle sind unter anderem die folgenden (RFC = „Request for
Comments" = Dokumente, bei denen die Arbeitsgruppen Internet Engineering Task Force
(IETF) und Internet Engineering Steering Group (EISG) die betreffenden Protokolle
festlegen):
- ARP
- – Address Resolution Protocol [RFC 826];
- BOOTP
- – Boot Protocol;
- CHARGEN
- – Character Generator Protocol [RFC 864];
- DAYTIME
- – Daytime Protocol [RFC 867];
- DHCP
- – Dynamic Host Configuration Protocol [RFC 2131, 1534];
- DISCARD
- – Discard Protocol [RFC 863];
- DNS
- – Domain Name System [RFC 1065, 1035, 1123, 1886, 2136, 2181];
- ECHO
- – Echo Protocol [RFC 862];
- FTP
- – File Transfer Protocol (Datenübertragungsprotokoll) [RFC 959];
- HTTP
- – Hypertext Transfer Protocol (Hypertextübertragungsprotokoll);
- ICMP
- -Internet Control Message Protocol [RFC 792];
- IP
- – Internet Protocol (Internet-Protokoll) [RFC 791, 894, 919, 922, 1042,
1828, 1852; 2401, 2402, 2406]
- NetBIOS
- – NetBIOS Service Protocols [RFC 1001, 1002],
- POP3
- – Post Office Protocol, Version 3;
- QUOTE
- – Quote of the Day Protocol [RFC 865];
- SMTP
- – Simple Mail Transfer Protocol;
- SNMP
- – Simple Network Management Protocol (einfaches Netzführungsprotokoll)
[RFC 1157];
- TCP
- – Transmission Control Protocol [RFC 793, 1144, 1323, 2018, 2581];
- TFTP
- – Trivial File Transfer Protocol [RFC 783];
- TELNET
- – Telnet Protocol [RFC 854];
- UDP
- – User Datagram Protocol (User-Datagramm-Protokoll) [RFC 768];
- VOIP
- – Voice Over IP Protocol.
Weiterhin werden die folgenden Kurzbeschreibungen der verwendeten
Begriffe bereitgestellt:
- Datenverbindung: Siehe Socket.
- Dynamische IP-Adresse: eine IP-Adresse, die der Computer bei Verwendung des
DHCP-Protokolls oder des BOOTP-Protokolls erhält und die sich normalerweise
(jedoch nicht mit Notwendigkeit) ändert, wenn der Computer gestartet wird.
- Nichtöffentliche IP-Adresse: eine IP-Adresse, die in dem Internet nicht
angezeigt wird, die nur intern in einem lokalen Netzwerk festgelegt wird.
- IP-Adresse: eine 32-Bit-Netzwerkadresse gemäß dem IP-Protokoll.
- Hostrechner: ein Laptopcomputer, ein Tischcomputer oder ein
integrierter Computer [RFC1 122, 1123] mit TCP/IP-Unterstützung und wenigstens
einem aktiven Socket.
- Öffentliche IP-Adresse: eine IP-Adresse, die allen mit dem Internet verbundenen
Computern angezeigt wird.
- Server: ein beliebiger Computer, der wenigstens eine öffentliche IP-Adresse
aufweist und TCP/IP-Dienste an das Internet über wenigstens einen Port bereitstellt.
- Port: ein Port nach TCP/IP-Protokoll (1-65535), zu dem eine Socketverbindung
aufgebaut wird.
- Endgerät: ein Funknetz-Endgerät, das für Datenverbindung fähig
ist, einem Computer als Socket angezeigt wird.
- Leitwegtabelle: eine Sammlung von Leitwegen zum Leiten von IP-Verkehr zu verschiedenen
Netzwerkschnittstellen.
- Statische IP-Adresse: eine IP-Adresse, die dauerhaft für einen Computer
festgelegt wird und die sich nicht ändert, insofern sie nicht geändert
wird.
- Computer: ein Laptopcomputer, ein Tischcomputer oder ein integrierter Computer,
der Mobilstationen und PDA-Computer (elektronische Assistenten) sowie sonstige Geräte
umfasst und mit einem Mikroprozessor und Programmen ausgerüstet ist. Netzwerkschnittstelle
– eine Netzwerkkarte, eine Mobilstation, eine drahtlose Netzwerkkarte, ein
Modem oder ein beliebiges anderes Gerät, das eine TCP/IP-Verbindung von und
zu einem Hostrechner ermöglicht.
- Netzwerkmaske: eine 32-Bit-Maske einer IP-Adresse, zum Beispiel zum Festlegen
von Unternetzwerken; wird auch bei der Wegewahl genutzt, um nach dem besten Leitweg
zu der Zieladresse zu suchen.
- Socket: eine Socketverbindung, die durch ein TCP- oder ein UDP-Protokoll von
dem Computer zu einem anderen Computer aufgebaut wird; besteht aus einer IP-Adresse
und einer Portnummer.
- Gateway: ein Ziel, an das ein Paket gesendet wird; das Gateway führt wiederholten
Leitwegvergleich durch und führt die Übertragung des Paketes fort.
5 veranschaulicht ein Ausführungsbeispiel der
Prüfeinrichtung 100. Das eigentliche Prüfprogramm 500
läuft auf dem Hostrechner 102. Das Prüfprogramm 500
baut TCP/IP-Datenübertragungsverbindungen unter Verwendung einer Protokollbibliothek
502 auf. Die Protokollbibliothek 502 nutzt den TCP/IP-Protokollstapelspeicher
zum Aufbau von Datenübertragungsverbindungen. Der TCP/IP-Protokollstapelspeicher
504 umfasst eine Leitwegtabelle 506 und eine Schnittstelle
508. Gemäß dem allgemeinen Funktionsprinzip des Protokollstapelspeichers
bauen gleichrangige Schichten Verbindungen untereinander auf, von denen
5 eine Internetverbindung 510, eine Socketverbindung
512 und eine Anwendungsverbindung 514 zwischen der Prüfeinrichtung
100 und dem Server 148 veranschaulicht.
Als nächstes wird der Aufbau von Leitwegen unter Bezugnahme auf
7 beschrieben werden.
Der Zweck besteht somit darin, zwei oder mehr Datenübertragungen
unter Verwendung der Prüfeinrichtung 100 miteinander zu vergleichen,
so dass die Übertragungen voneinander unabhängig sind. Eine Prüfdatei
wird über eine erste Verbindung übertragen. Unterpakete der Datei können
nicht über andere Verbindungen wandern, und um sicherzustellen, dass die Übertragungsgeschwindigkeit
und andere Parameter korrekt sind, können Pakete anderer Verbindungen nicht
über diese Verbindung wandern.
Wenn ein Socket geöffnet wird, baut das Betriebssystem des Hostrechners
102 einige Standardleitwege in der Leitwegtabelle auf, um eine Verbindung
zu dem Domainnamenserver (DNS) und zu den Servern 148, 150, die
mit dem Internet oder mit anderen Endgeräten verbunden sind, aufzubauen.
7 veranschaulicht ein Beispiel der Leitwegtabelle
700, wenn eine Datenverbindung geöffnet hat. Eine Zeile bezeichnet
einen Leitweg und ein jeder Leitweg besteht aus einer Ziel-IP-Adresse, einer Netzwerkmaske,
einem Gateway und einer Schnittstelle. Wenn ein auf dem Hostrechner 100
laufendes Programm mit einem Server 148, 150, der mit dem Funknetz
verbunden ist, in Kontakt tritt, geht das IP-System des Hostrechners 102
die Leitwege in der Leitwegtabelle 506 einzeln nacheinander durch, wählt
das beste Socket aus und platziert sein Paket in der Übertragungswarteschlange.
In dem Beispiel ist 10.105.136.163 die IP-Zieladresse des Sockets WAN (Weitverkehrsnetz),
die für das Netzwerk sichtbar ist, und 127.0.0.1 ist ein lokaler Hostrechner,
das heißt eine lokale Adresse, mittels derer Programme, die auf dem Hostrechner
102 laufen, Socketverbindungen untereinander aufbauen können.
In dem Leitwegvergleichsvorgang führt das System eine logische
UND-Verknüpfung zwischen der Leitweg-Netzwerkmaske und der Zieladresse des
abgehenden Paketes durch. Das Ergebnis dieser Operation wird mit der Leitweg-Zieladresse
verglichen, und die Operation wird an einem jeden Leitweg wiederholt. Der Leitweg,
der ausgewählt wird, ist derjenige, dessen Vergleich die beste Kongruenz ergibt,
wenn die Bits der maskierten Adresse und der Zieladresse von links nach rechts verglichen
werden. Wenn alle Leitwege gleich zu sein scheinen, wird das Paket an ein Standardgateway
gesendet. Nachdem der Leitweg ausgewählt worden ist, wird das Paket an die
abgehende Warteschlange des Leitweg-Sockets übertragen.
In 7 bezeichnet die Verweisziffer
702 ein Beispiel von Maskierung, wenn die Server-IP-Adresse 80.223.161.25
ist, wenn die Netzwerkmaske 255.255.224.0 ist (die Adresse wird links in Dezimalformat
und rechts in Binärformat gezeigt). Die resultierende Adresse
80.223.160.0 stellt eine Teilmenge von Internetadressen von der Adresse 80.223.160.0
bis zu der Adresse 80.223.191.255 dar (insgesamt 8192 Adressen). Je größer
die Anzahl gleicher Bits ist, die von Anfang an gefunden werden, umso kongruenter
ist die Paket-Zieladresse mit der Leitweg-Zieladresse.
Wenn danach weitere Verbindungen (eine paketvermittelte oder leitungsvermittelte
Wählverbindung oder ein anderes Socket) zu dem Internet geöffnet werden,
werden entsprechende Leitwege für sie in der Leitwegtabelle gebildet, wobei
jedoch als Ausnahme das Standardgateway gleich bleibt. In diesem Fall werden Vergleiche
auf die gleiche Art und Weise wie in dem Fall einer Verbindung an dem abgehenden
Paket durchgeführt, jedoch enthält die Tabelle zwei oder mehr gleichermaßen
gute Verbindungen, in welchem Fall das Standardgateway genutzt wird und alle Pakete
dorthin geleitet werden. Die Situation wäre auch dann die gleiche, wenn die
Ziele aus separaten Servern an unterschiedlichen IP-Adressen bestünden, da
ein jedes Socket überall in dem Internet Zugang bietet, das heißt die
Sockets sind gegenseitig gleich in Bezug auf die Wegewahl. Das Internet wurde als
fehlertolerant ausgelegt und mit automatischer Wegewahl versehen, und daher lässt
es die Festlegung von Leitwegen, entlang derer Pakete transportiert werden, nicht
zu.
Da der Zweck darin besteht, die Übertragungsgeschwindigkeit einer
jeden Verbindung (und andere Dienstqualitätsparameter) separat zu messen, das
heißt des über die Luftschnittstelle eines jeden Betreibers empfangenen
Bandes, sind die Ergebnisse vollkommen fehlerhaft.
Das Problem kann nicht umgangen werden, da ein jedes abgehendes Paket
von dem Prüfprogramm 500 letztendlich in dem TCP/IP-Protokollstapelspeicher
504 enden wird und somit als dem Rest der Pakete gleich erscheinen wird; mit anderen
Worten enthält das System nach dem Stand der Technik keinen Mechanismus, um
Pakete in korrekte Sockets zu sortieren.
Lösungen nach dem Stand der Technik basieren auf dem Umstand,
dass es in dem Fall eines Paketes keine Probleme gibt, da es nur ein Socket gibt,
zu dem die Pakete wandern können. Indem ein vollständiger Hostrechner
für ein jedes Endgerät eingerichtet wird, können mehrere Verbindungen
gleichzeitig und unabhängig voneinander geprüft werden. Eine Lösung
dieser Art kann auf der Verwendung mehrerer Laptopcomputer beruhen, von denen ein
jeder mit nur einem Datenverbindungs-Endgerät verbunden ist, oder aber die
Lösung kann ein Gerät sein, das mehrere integrierte Computer beinhaltet;
jedoch ist die grundlegende Topologie bei allen diesen Lösungen gleich: ein
Endgerät pro Hostrechner. Natürlich können die Computer über
ein lokales Netzwerk (LAN) (das heißt auch über das Ethernet oder über
ein anderes Sekundärsocket) lokal untereinander kommunizieren, was die Datenprüfung
nicht stört, da die Pakete nicht zu externen Verbindungen anderer Computer
wandern können, außer wenn ein Computer speziell als Router oder als Brücke
konfiguriert ist.
Die oben genannten Lösungen sind kostenintensiv und in der Nutzung
unbequem, da die gegenseitige Kontrolle und Steuerung von Messungen entweder die
Verwendung mehrerer Computer oder von speziellen Prüfprogrammen zur Steuerung
der Computer, die die eigentlichen Messungen durchführen, erfordert. Selbst
danach ist es schwierig, die Messergebnisse gleichzeitig auf dem gleichen Bildschirm
zum Zwecke des Vergleiches zu erhalten.
Diese Anwendung beschreibt eine Softwarelösung, die ein Leitwegsystem
auf eine solche Weise nutzt, dass die von dem System hinzugefügten Leitwege
aus der Leitwegtabelle entfernt und durch einen Leitweg für ein jedes Socket
ersetzt werden, wobei der Leitweg bis zu einer bestimmten Ziel-IP-Adresse eindeutig
ist.
Die Lösung umfasst eine zweckgebundene Ziel-IP-Adresse für
ein jedes Endgerät. Dies kann zum Beispiel implementiert werden, indem mehrere
Netzwerkkarten in dem Server 148 installiert werden und indem einer jeden
Karte eine zweckgebundene öffentliche IP-Adresse zugewiesen wird, wobei die
Adresse natürlich für eine jede Karte unterschiedlich ist. Alternativ
dazu legt der Internet-Dienstanbieter, in dessen Netzwerk sich der Server
150 befindet, öffentliche IP-Adressen-Pseudonyme für die öffentlichen
IP-Adressen des Servers in seinem Leitwegsystem fest. Die Pseudonyme werden nur
zu den öffentlichen Adressen des Servers 150 geleitet. Der Server
148, 150 weist somit in beiden Fällen mehrere öffentliche
IP-Adressen auf.
Die Prüfsoftware 500, die auf dem Hostrechner
102 läuft, wählt eine der öffentlichen Adressen des Servers
für ein jedes Endgerät aus. Wenn eine Verbindung öffnet, kann die
Prüfsoftware 500 die gemeinsamen Leitwege, die in der Leitwegtabelle
506 erscheinen, entfernen und einen Leitweg setzen, der festlegt, dass
die an die Zieladressen adressierten Pakete nur einen Leitweg aus dem Hostrechner
102 heraus haben. Dieser Leitweg ist insbesondere die Datenverbindung des
Endgerätes, mit dem die Ziel-IP-Adresse verbunden worden ist (diese Verbindung
kann softwareintern sein und muss keine starke Verbindung sein: nur eine Ziel-IP-Adresse
wird für ein Endgerät ausgewählt, so dass ein jedes eine separate
Zieladresse aufweist).
In 7 bezeichnet die Verweisziffer
704 ein Beispiel eines eindeutigen Leitweges (auch als Host-Leitweg
bekannt). Wenn eine öffentliche IP-Adresse des Servers 80.223.161.25 ist und
wenn eine Verbindung damit aufgebaut wird, ergibt das Maskieren das Ergebnis, das
mit der Verweisziffer 706 bezeichnet wird. Demzufolge erhält man genau
die gleiche Adresse wie vor dem Maskieren. Wenn die Zieladresse des Paketes mit
der Leitweg-Zieladresse nach dem Maskieren verglichen wird, wird festgestellt werden,
dass es sich dabei um genau die gleiche Adresse handelt, das heißt um eine
vollständig kongruente Adresse, und demzufolge ist der fragliche Leitweg der
bestmögliche. Nun wird die von dem Endgerät empfangene IP-Adresse als
das Leitweg-Gateway gesetzt, und die an diese IP-Adresse des Servers gesendeten
Pakete werden unweigerlich zu dem gleichen und nur zu einem Endgerät/Socket
geleitet.
Wenn weitere Verbindungen geöffnet werden und wenn an diesen
die gleiche Verfahrensweise durchgeführt wird, wird dies zu einer Leitwegtabelle
506 führen, in der die abgehenden Leitwege nur einen möglichen
Leitweg für eine jede IP-Adresse des Servers beinhalten, und demzufolge bleiben
alle Verbindungen über die Luftschnittstelle separat.
In 7 bezeichnet die Verweisziffer
708 ein Beispiel, bei dem zwei Verbindungen mit den IP-Adressen 10.105.136.163
und 10.105.146.249 geöffnet worden sind und eine unterschiedliche öffentliche
IP-Adresse des Servers für beide gesetzt worden ist. Die beiden öffentlichen
IP-Adressen des Servers sind 80.223.161.25 und 80.223.160.29.
Der Hostrechner 102 kann somit konfiguriert werden, um dynamisch
einen zweckgebundenen, eindeutigen Leitweg für eine jede Datenverbindung aufzubauen,
indem ein zweckgebundenes Socket, eine Netzwerkmaske und ein Gateway für jede
unterschiedliche IP-Adresse in der Leitwegtabelle festgelegt wird.
Wenn die Prüfsoftware 500 Prüfdateien übertragen
möchte, um die Kapazität der Luftschnittstellen festzustellen, baut sie
zuerst eine TCP/IP-Verbindung zu der ersten Adresse und danach zu der zweiten Adresse
auf, und nachdem die Verbindungen offen sind, beginnt sie, eine Datei über
beide Verbindungen zu übertragen (dieses Beispiel behandelt das FTP-Protokoll,
jedoch funktionieren andere Protokolle auf die gleiche Art und Weise) (das heißt,
sie überträgt zwei Dateien, das heißt eine Datei über eine jede
Verbindung). Die gesetzten Leitwege leiten sodann die Pakete in beiden Richtungen
zu den richtigen Sockets.
Wenn zum Beispiel die Netzwerke des gleichen Betreibers, die das gleiche
Verfahren nutzen, durch zwei Endgeräte geprüft werden, vereinen sich die
Datenströme praktisch unmittelbar hinter der Luftschnittstelle (sie wandern
durch die gleichen Router oder durch eine andere ähnliche Netzwerk-Infrastruktur),
da die Situation danach jedoch für beide Verbindungen genau die gleiche ist,
wird der einzige Unterschied in der Luftschnittstelle erzeugt, deren Kapazität
von Anfang an zu messen war. Bei der Prüfung der Netzwerke verschiedener Betreiber
vereinen sich die Datenströme erst in dem Internet 146, jedoch weist
das Funknetz-Backbone verschiedener Betreiber eine so gute Kapazität auf, dass
die Datenströme keine der Verbindungen wesentlich beeinflussen, um die Zuverlässigkeit
der Messergebnisse zu verringern. Die Prüfeinrichtung 100 kann somit
mehrere simultane Datenverbindungen 106, 108, 110,
112, 114, 116 von dem gleichen Hostrechner
102 prüfen, ohne dass die Datenverbindungen einander stören und
ohne dass mehr als ein Server hierfür erforderlich ist (mehrere separate Server
können jedoch verwendet werden).
Im Folgenden wird ein Verfahren der Überprüfung von Funknetzverbindungen
unter Bezugnahme auf 6 beschrieben werden. Das Verfahren
beginnt in 600 mit dem Einschalten der notwendigen Gerätetechnik und
dem Beginn der Prüfung.
Zuerst werden in 602 simultane Datenverbindungen gemäß
dem TCP/IP-Protokoll beziehungsweise dem UDP/IP-Protokoll unter Verwendung der Funknetz-Endgeräte
von dem Hostrechner zu wenigstens einem Server, der mit dem Funknetz verbunden ist,
aufgebaut. Dies wird implementiert, indem in 604 eine jede Datenverbindung
von dem Hostrechner zu einer gegenseitig unterschiedlichen IP-Adresse des Servers
aufgebaut wird und indem ein zweckgebundener, eindeutiger Leitweg für eine
jede Datenverbindung in 606 dynamisch aufgebaut wird, wodurch die Datenverbindungen
zu unterschiedlichen IP-Adressen entlang unterschiedlicher Leitwege über unterschiedliche
Endgeräte und ihre Luftschnittstellen wandern. Danach kann in 608
eine jede aufgebaute Datenverbindung separat gemessen werden. Die Prüfung wird
fortgesetzt, bis eine Beendigung der Prüfung gewünscht wird oder bis vorgegebene
Prüfungen durchgeführt worden sind, wonach das Verfahren in
610 endet.
In einem Ausführungsbeispiel wird ein zweckgebundener, eindeutiger
Leitweg in 606 für eine jede Datenverbindung dynamisch aufgebaut,
indem ein zweckgebundenes Socket, eine Netzwerkmaske und ein Gateway für eine
jede unterschiedliche IP-Adresse in der Leitwegtabelle festgelegt werden.
In einem Ausführungsbeispiel werden die Datenverbindungen in
602 als Wählverbindungen aufgebaut.
In einem Ausführungsbeispiel umfassen die durch
das Endgerät aufzubauenden Datenverbindungen wenigstens eines der Folgenden:
Datenverbindungen eines Betreibers, die durch das gleiche Datenübertragungsverfahren
implementiert werden, Datenverbindungen eines Betreibers, die durch unterschiedliche
Datenübertragungsverfahren implementiert werden, Datenverbindungen unterschiedlicher
Betreiber, die durch die gleichen Datenübertragungsverfahren implementiert
werden, Datenverbindungen unterschiedlicher Betreiber, die durch unterschiedliche
Datenübertragungsverfahren implementiert werden.
Die oben beschriebene Prüfeinrichtung 100 kann zum Implementieren
des Verfahrens verwendet werden, jedoch können auch andere Arten von Geräten
und Einrichtungen geeignet sein, das Verfahren durchzuführen. Das Verfahren
kann auch abgeändert werden, indem die oben beschriebenen Ausführungsbeispiele
in Verbindung mit der Prüfeinrichtung 100 eingesetzt werden.
Das Verfahren kann als ein Computerprogramm-Produkt implementiert
werden, das auf einem Hostrechner installiert wird und das einen Computervorgang
zum Prüfen von Funknetz-Datenverbindungen verschlüsselt. Der betreffende
Computervorgang ist ähnlich dem oben beschriebenen Verfahren. Das Computerprogramm-Produkt
kann auf einem Computerprogramm-Verteilermedium gespeichert werden. Das Computerprogramm-Verteilermedium
kann von dem Hostrechner gelesen werden. Das Verteilermedium kann ein beliebiges
Medium des Standes der Technik zum Verteilen eines Computerprogramms von dem Hersteller/Verkäufer
an den Endverbraucher sein. Zum Beispiel kann das Verteilermedium ein Medium sein,
das von einem Datenverarbeitungsgerät gelesen werden kann, ein Programmspeichermedium
oder ein Speichermedium, ein Speicher, der von einem Datenverarbeitungsgerät
gelesen werden kann, oder ein Softwareverteilerpaket, oder aber ein Signal, das
von einem Datenverarbeitungsgerät ausgewertet werden kann, ein Telekommunikationssignal
oder ein komprimiertes Softwarepaket.
Wenngleich die Erfindung oben unter Bezugnahme auf das Beispiel gemäß
der anhängenden Zeichnungen beschrieben worden ist, ist deutlich geworden,
dass die Erfindung nicht hierauf beschränkt ist, sondern innerhalb des Erfindungsbereiches
der anhängenden Patentansprüche auf verschiedene Weise abgeändert
werden kann.