Die Erfindung bezieht sich auf eine Kautschukzusammensetzung, eine
vulkanisierbare Kautschukzusammensetzung und ein dämpfendes Kautschukvulkanisat.
Im Besonderen bezieht sich die Erfindung auf ein dämpfendes Kautschukvulkanisat
mit ausreichender Härte und hervorragenden Dämpfungseigenschaften über
einen weiten Bereich von einer niedrigen Temperatur zu einer hohen Temperatur und
eine Kautschukzusammensetzung und eine vulkanisierbare Kautschukzusammensetzung,
die zur Herstellung des Kautschukvulkanisats geeignet sind.
STAND DER TECHNIK
Verschiedene dämpfende Kautschukvulkanisate sind herkömmlicherweise
bekannt. Ein dämpfendes Kautschukvulkanisat absorbiert Stoß- bzw. Schlagenergie
und besitzt die Eigenschaften, Stöße bzw. Schläge und Lärm in
Fahrzeugen, Maschinen und Vorrichtungen ebenso wie Bodenstöße bzw. -schläge
etc. zu reduzieren (solche Eigenschaften sind im Folgenden als „Dämpfungseigenschaften"
bezeichnet), und wird als Stoßenergie- bzw. Schlagenergieabsorber in vibrationsfreien
stoßvorbeugenden oder Erschütterungen-absorbierenden Vorrichtungen verwendet.
Als dämpfendes Kautschukvulkanisat unter Verwendung von konjugiertem
Dienkautschuk als dem Ausgangsmaterial ist eine Zusammensetzung, die durch Zugabe
von hydriertem Isoprenkautschuk und einem thermoplastischen Harz zu natürlichem
Kautschuk hergestellt wird, bekannt und offengelegt in, z.B., der Offenlegung zur
japanischen Patentanmeldung 11-117993. Jedoch kann ein solches dämpfendes Kautschukvulkanisat
nicht beide der zwei Anforderungen, hervorragende Härte und hervorragende Dämpfungseigenschaften,
über einen weiten Temperaturbereich adäquat erfüllen und kann daher
zunehmend anspruchsvolle Anforderungen nicht erfüllen. Aus diesem Grund ist
ein Material mit hervorragenden Dämpfungseigenschaften in einem spezifischen
Temperaturbereich oder ein Material mit einem bestimmten Maß an Dämpfungseigenschaften
im weiteren Temperaturzielbereich ausgewählt worden aus Materialien mit hervorragender
Kautschukhärte.
Die Offenlegung zur japanischen Patentanmeldung Nr. 54-63144 offenbart
eine Kautschukzusammensetzung, die 100 Gewichtsteile konjugierten Dienkautschuk
und 0,1–5 Gewichtsteile zyklisiertes Polybutadien umfasst. Die Offenlegung
zur japanischen Patentanmeldung Nr. 55-152733 offenbart eine Kautschukzusammensetzung,
die 100 Gewichtsteile konjugierten Dienkautschuk und 4–40 Gewichtsteile zyklisierten
konjugierten Dienkautschuk umfasst. Jedoch sind die Dämpfungseigenschaften
der Kautschukvulkanisate, die in diesen Patentschriften spezifisch offenbart werden,
nicht zufriedenstellend.
Die GB2358022 offenbart eine
Kautschukzusammensetzung, die einen Dienkautschuk und ein zyklisiertes Polyisopren
mit einem Zyklisierungsgrad von 25–90% umfasst. Das Mw/Mn-Verhältnis
des zyklisierten Polyisoprens wird nicht offenbart.
Die US4678841 offenbart ein
Verfahren zur Herstellung eines zyklisierten Polyisoprens mit einem Zyklisierungsgrad
von 40–75% und einem Mw/Mn-Verhältnis von nicht mehr als 2,0. Eine Kautschukzusammensetzung,
die einen Dienkautschuk und das zyklisierte Polyisopren umfasst, wird nicht offenbart.
Die Erfindung wurde angesichts dieser Situation fertiggestellt und
hat das Ziel ein dämpfendes Kautschukvulkanisat mit exzellenten Dämpfungseigenschaften
über einen weiten Bereich von einer niedrigen zu einer hohen Temperatur und
eine Kautschukzusammensetzung sowie eine vulkanisierbare Kautschukzusammensetzung,
die zur Herstellung des Kautschukvulkanisats geeignet sind, bereitzustellen.
OFFENBARUNG DER ERFINDUNG
Als ein Ergebnis ausgiebiger Studien von Kautschukzusammensetzungen,
die konjugierten Dienkautschuk und ein zyklisiertes konjugiertes Dienpolymer umfassen,
um die oben erwähnte Aufgabe zu erfüllen, hat der Erfinder herausgefunden,
dass ein Kautschukvulkanisat mit genügender Kautschukhärte und exzellenten
Dämpfungseigenschaften über einen weiten Bereich von einer niedrigen zu
einer hohen Temperatur mittels Kontrollieren des Mischungsverhältnisses von
konjugiertem Dienkautschuk und zyklisiertem konjugierten Dienpolymer in einem spezifischen
Bereich und Kontrollieren des Zyklisierungsgrads und der Molekulargewichtsverteilung
des zyklisierten konjugierten Dienpolymers in einem spezifischen Bereich erhalten
werden kann. Diese Erkenntnis hat zur Fertigstellung der Erfindung
geführt.
Insbesondere liefert die Erfindung an erster Stelle eine Kautschukzusammensetzung
umfassend 100 Gewichtsteile von konjugiertem Dienkautschuk und 5–100 Gewichtsteile
eines zyklisierten konjugierten Dienpolymers mit einem Zyklisierungsgrad von 25–90%
und einem Verhältnis (Mw/Mn) des Polystyrol-reduzierten gewichtsmittleren Molekulargewichts
(Mw) zum Polystyrol-reduzierten zahlenmittleren Molekulargewicht (Mn), jedes bestimmt
durch Gelpermeationschromatographie, von 2 oder weniger.
An zweiter Stelle liefert die Erfindung eine vulkanisierbare Kautschukzusammensetzung,
die die obige Kautschukzusammensetzung und ein Vulkanisiermittel umfasst.
An dritter Stelle liefert die Erfindung ein dämpfendes Kautschukvulkanisat,
das durch Vulkanisieren der obigen vulkanisierbaren Kautschukzusammensetzung erhalten
wird. Die Kautschukzusammensetzung, vulkanisierbare Kautschukzusammensetzung und
das dämpfende Kautschukvulkanisat der Erfindung wird im Folgenden in Einzelheiten
beschrieben.
(Kautschukzusammensetzung)
Die Kautschukzusammensetzung der Erfindung umfasst 100 Gewichtsteile
von konjugiertem Dienkautschuk und 5–100 Gewichtsteile eines zyklisierten
konjugierten Dienpolymers mit einem Zyklisierungsgrad von 25–90% und einem
Verhältnis (Mw/Mn) des Polystyrol-reduzierten gewichtsmittleren Molekulargewichts
(Mw) zum Polystyrol-reduzierten zahlenmittleren Molekulargewicht (Mn), jedes bestimmt
durch Gelpermeationschromatographie, von 2 oder weniger.
Der in der Erfindung verwendete konjugierte Dienkautschuk ist ein
Kautschukpolymer welches ein konjugiertes Dienmonomer als Hauptpolymerkomponente
enthält. Die Menge an konjugiertem Dienmonomer im konjugierten Dienkautschuk
beträgt vorzugsweise 50 Gew.-% oder mehr, stärker bevorzugt 70 Gew.-%
oder mehr und besonders bevorzugt 95 Gew.-% oder mehr.
Der konjugierte Dienkautschuk kann entweder natürlicher oder
synthetischer Kautschuk sein, der durch (Co)Polymerisation eines konjugierten Dienmonomers
und gegebenenfalls anderer polymerisierbarer Monomere durch ein bekanntes Polymerisationsverfahren,
wie zum Beispiel einem Emulsionpolymerisationsverfahren oder einem Lösungspolymerisationsverfahren,
hergestellt wird.
Als konjugiertes Dienmonomer können für einen 1,3-Butadien,
Isopren, 2,3-Dimethyl-1,3-butadien, 2-Chlor-1,3-butadien, 1,3-Pentadien und dergleichen
ohne besondere Einschränkungen verwendet werden. Diese konjugierten Dienmonomere
können entweder einzeln oder in Kombination von zwei oder mehr verwendet werden.
Von diesen werden 1,3-Butadien und Isopren bevorzugt, wobei Isopren besonders bevorzugt
wird.
Als andere polymerisierbare Monomere können aromatische Vinylverbindungen,
wie zum Beispiel Styrol, o-Methylstyrol, p-Methylstyrol, m-Methylstyrol, 2,4-Dimethylstyrol,
Ethylstyrol, p-tert-Butylstyrol, &agr;-Methylstyrol, &agr;-Methyl-p-methylstyrol,
o-Chlorstyrol, m-Chlorstyrol, p-Chlorstyrol, p-Bromstyrol, 2-Methyl-1,4-dichlorstyrol,
2,4-Dibromstyrol und Vinylnaphthalin; Acrylsäurederivate oder Methacrylsäurederivate
wie zum Beispiel Methylacrylat, Ethylacrylat, n-Propylacrylat, n-Butylacrylat, Methylmethacrylat,
Ethylmethacrylat, n-Propylmethacrylat und n-Butylmethacrylat; &agr;,&bgr;-ethylenisch
ungesättigte Nitrilverbindungen, wie zum Beispiel Acrylnitril und Methacrylnitril;
und dergleichen verwendet werden. Diese Monomere können entweder einzeln oder
in Kombination von zwei oder mehr verwendet werden.
Als bevorzugte spezifische Beispiele des konjugierten Dienkautschuks
seien natürlicher Kautschuk, Isoprenkautschuk, Butadienkautschuk, Styrol-Butadienkautschuk,
Chloroprenkautschuk, Acrylnitril-Butadienkautschuk und Kombinationen von zwei oder
mehr dieser Kautschuke angeführt. Von diesen sind natürlicher Kautschuk,
Isoprenkautschuk, Butadienkautschuk und Styrol-Butadienkautschuk stärker bevorzugt,
wobei natürlicher Kautschuk besonders bevorzugt wird.
Obwohl es keine besonderen Beschränkungen gibt, soll das zahlenmittlere
Molekulargewicht des in der Erfindung verwendeten konjugierten Dienkautschuks bevorzugt
10.000–3.000.000, stärker bevorzugt 50.000–2.000.000 und besonders
bevorzugt 100.000–1.000.000 betragen. Kautschuk mit einem zu geringen zahlenmittleren
Molekulargewicht ist flüssiger Kautschuk, der nur unter Schwierigkeiten gehandhabt
werden kann. Kautschuk mit zu hohem Molekulargewicht hat andererseits eine hohe
Viskosität und daher eine schlechtere Verarbeitbarkeit beim Herstellen einer
Kautschukzusammensetzung oder Bilden des Kautschuks.
Die Mooney-Viskosität (ML1+4, 100°C) des konjugierten
Dienkautschuks beträgt gewöhnlich 10–100 und vorzugsweise 20–80.
Die Mooney-Viskosität kann gemäß JIS K6300 gemessen werden.
Das in der Erfindung verwendete zyklisierte konjugierte Dienpolymer
hat einen Zyklisierungsgrad von 25–90% und ein Verhältnis (Mw/Mn) des
Polystyrol-reduzierten gewichtsmittleren Molekulargewichts (Mw) zum Polystyrol-reduzierten
zahlenmittleren Molekulargewicht (Mn), jedes bestimmt durch Gelpermeationschromatographie,
von 2 oder weniger.
Der Zyklisierungsgrad des zyklisierten konjugierten Dienpolymers beträgt
25–90%, vorzugsweise 40–87% und stärker bevorzugt 55–85%.
Ist der Zyklisierungsgrad niedrig so zeigt das Kautschukvulkanisat der Erfindung
nur schlechte Dämpfungseigenschaften. Im Gegensatz dazu resultiert ein hoher
Zyklisierungsgrad in einer schlechteren Produktionseffizienz des zyklisierten konjugierten
Dienpolymers.
Der Zyklisierungsgrad (%) des zyklisierten konjugierten Dienpolymers
bezieht sich auf das Verhältnis der nach der Zyklisierungsreaktion verbleibenden
Anzahl an Doppelbindungen, die die konjugierte Dienmonomereinheit besitzt, zur Anzahl
an Doppelbindungen, die die konjugierte Dienmonomereinheit im konjugierten Dienpolymer,
vorhanden vor der Zyklisierungsreaktion, besitzt.
Die Zyklisierungsrate kann durch Bestimmen der Anzahl an Doppelbindungen
der konjugierten Dienmonomereinheit in einem konjugierten Dienpolymer und der Anzahl
an Doppelbindungen der konjugierten Dienmonomereinheit in einem zyklisierten konjugierten
Dienpolymer durch Protonen-NMR gemäß einer zum Beispiel in Manfred Gordon
et al., Industrial and Engineering Chemistry, 43 (2), 386 (1951) oder Yasuyuki Tanaka
et al., J. Polymer Science: Polymer Chemical Edition, 17, 3027 (1979) beschriebenen
Methode ermittelt werden.
Das Verhältnis (Mw/Mn) des Polystyrol-reduzierten gewichtsmittleren
Molekulargewichts (Mw) zum Polystyrol-reduzierten zahlenmittleren Molekulargewicht
(Mn), bestimmt durch Gelpermeationschromatographie (GPC) des zyklisierten konjugierten
Dienpolymers beträgt 2 oder weniger, vorzugsweise 1,1–1,8, stärker
bevorzugt 1,1–1,6 und besonders bevorzugt 1,1–1,4.
Ist dieses Verhältnis zu groß, so besitzt das Kautschukvulkanisat
der Erfindung schlechte Dämpfungseigenschaften. Ist dieses Verhältnis
zu gering, so ist es schwierig das zyklisierte, konjugierte Dienpolymer herzustellen.
Das Polystyrol-reduzierte gewichtsmittlere Molekulargewicht (Mw) des
zyklisierten konjugierten Dienpolymers, bestimmt durch Gelpermeationschromatographie
(GPC), ist vorzugsweise 7.000–500.000, stärker bevorzugt 20.000–350.000
und besonders bevorzugt 35.000–250.000. Ist das gewichtsmittlere Molekulargewicht
zu gering, so neigt das Kautschukvulkanisat dazu nur eine schlechte mechanische
Festigkeit aufzuweisen. Ein hohes gewichtsmittleres Molekulargewicht neigt andererseits
dazu, dass sich schlechte Dämpfungseigenschaften des Kautschukvulkanisats ergeben.
Das zyklisierte konjugierte Dienpolymer kann durch Zyklisierung des
konjugierten Dienpolymers erhalten werden.
Das konjugierte Dienpolymer ist ein Polymer, welches eine konjugierte
Dienmonomereinheit als Hauptpolymerkomponente enthält. Die Menge des konjugierten
Dienmonomers im konjugierten Dienpolymer beträgt vorzugsweise 70 Gew.-% oder
mehr, stärker bevorzugt 80 Gew.-% oder mehr und besonders bevorzugt 95 Gew.-%
oder mehr. Als Beispiele für das konjugierte Dienmonomer seien 1,3-Butadien,
Isopren, 2,3-Dimethyl-1,3-butadien, 2-Phenyl-1,3-butadien, 1,3-Pentadien, 2-Methyl-1,3-pentadien,
1,3-Hexadien, 4,5-Diethyl-1,3-octadien, 3-Butyl-1,3-octadien und Chloropren angeführt.
Von diesen sind 1,3-Butadien und Isopren bevorzugt, wobei Isopren stärker bevorzugt
wird.
Bis zu einem Ausmaß bei dem das Resultat der Erfindung nicht
wesentlich eingeschränkt wird, kann ein Copolymer des konjugierten Dienmonomers
und eines anderen Monomers, das mit dem konjugierten Dienmonomer copolymerisierbar
ist, als konjugiertes Dienpolymer verwendet werden.
Als Beispiele für das andere copolymerisierbare Monomer seien
aromatische Vinylverbindungen, wie zum Beispiel Styrol, &agr;-Methylstyrol, 4-Isopropylstyrol,
4-Phenylstyrol, 4-Methoxystyrol, 4-Methoxymethylstyrol, 4-tert-Butoxystyrol, 2-Chlor-4-methylstyrol,
2-Fluorstyrol, 3-Fluorstyrol, Pentafluorstyrol, Vinyltoluol, Vinylnaphthalin, Vinylanthracen
und N-Vinylpyrrolidon; Olefinverbindungen, wie zum Beispiel Ethylen, Propylen und
Isobutylen; Vinylverbindungen außer aromatischen Vinylverbindungen
und Olefinverbindungen, wie zum Beispiel Vinylchlorid und Vinylacetat; sowie ungesättigte
Dihalogenide, wie zum Beispiel Vinylidenchlorid und 1,2-Dichlorethylen, angeführt.
Von diesen sind aromatische Vinylverbindungen, insbesondere Styrol und &agr;-Methylstyrol
bevorzugt.
Als bevorzugte spezifische Beispiele für das konjugierte Dienpolymer
seien natürlicher Kautschuk, Isoprenpolymer, Butadienpolymer, Styrol-Butadiencopolymer,
Chloroprenpolymer, Acrylnitril-Butadiencopolymer und Kombinationen von zwei oder
mehr dieser Polymere angeführt. Von diesen sind Isoprenpolymer, Butadienpolymer
und Styrol-Butadienpolymer bevorzugt, wobei Isoprenpolymer besonders bevorzugt wird.
Das Polystyrol-reduzierte gewichtsmittlere Molekulargewicht (Mw) des
konjugierten Dienpolymers, bestimmt durch Gelpermeationschromatographie (GPC), beträgt
vorzugsweise 10.000–800.000, stärker bevorzugt 30.000–500.000
und besonders bevorzugt 50.000–350.000. Ist das gewichtsmittlere Molekulargewicht
niedrig, so kann das Kautschukvulkanisat nur schlechte mechanische Festigkeit aufweisen.
Ein hohes gewichtsmittleres Molekulargewicht kann andererseits schlechtere Dämpfungseigenschaften
zur Folge haben.
Das Verhältnis (Mw/Mn) des Polystyrol-reduzierten gewichtsmittleren
Molekulargewichts (Mw) zum Polystyrol-reduzierten zahlenmittleren Molekulargewicht
(Mn), bestimmt durch Gelpermeationschromatographie (GPC) des konjugierten Dienpolymers
beträgt vorzugsweise 1,8 oder weniger, stärker bevorzugt 1,4 oder weniger
und noch stärker bevorzugt 1,2 oder weniger. Wird ein konjugiertes Dienpolymer
mit einem großen Mw/Mn-Verhältnis verwendet, so hat das resultierende
zyklisierte konjugierte Dienpolymer ein hohes Mw/Mn-Verhältnis.
Als konjugiertes Dienpolymer mit einem geringen Mw/Mn-Verhältnis
kann ein Polymer, das durch anionische lebende Polymerisation des konjugierten Dienmonomers
und einem anderen mit dem konjugierten Dienmonomer copolymerisierbaren Monomer erhalten
wird, vorzugsweise verwendet werden.
Um das konjugierte Dienpolymer zu zyklisieren, lässt man das
in einem inerten Lösungsmittel gelöste Dienpolymer, zum Beispiel unter
Zugabe eines Zyklisierungskatalysators reagieren. Alternative wird zur Zyklisierung
des konjugierten Dienpolymers eine Polymerisationsreaktionslösung des konjugierten
Dienpolymers unter Zugabe eines Zyklisierungskatalysators reagieren gelassen.
Als Zyklisierungskatalysator werden organische Sulfonsäureverbindungen,
wie zum Beispiel Methansulfonsäure, Fluormethansulfonsäure, Difluormethansulfonsäure
und p-Toluolsulfonsäure, und Schwefelsäure bevorzugt, wobei organische
Sulfonsäureverbindungen stärker bevorzugt werden, und unter anderem wird
p-Toluolsulfonsäure besonders bevorzugt.
Wird ein herkömmlicherweise bekannter Zyklisierungskatalysator
außer dem obigen Katalysator verwendet, ist die Bildung eines zyklisierten
konjugierten Dienpolymers mit einem großen Mw/Mn-Verhältnis wahrscheinlich,
selbst wenn ein konjugiertes Dienpolymer mit einem geringen Mw/Mn-Verhältnis
verwendet wird. Obwohl die Menge des verwendeten Katalysators je nach der Struktur
des konjugierten Dienpolymers, dem Zyklisierungskatalysatortyp, dem Zielzyklisierungsgrad,
den Reaktionsbedingungen der Zyklisierung und dergleichen sich unterscheidet, so
ist die Menge an Katalysator pro Mol konjugierter Dienmonomereinheit im konjugierten
Dienpolymer für gewöhnlich 0,001–10 Mol-% und bevorzugt 0,01–5
Mol-%.
Als das inerte Lösungsmittel sind aromatische Kohlenwasserstofflösungsmittel
wie zum Beispiel Benzol, Toluol, Xylol und Ethylbenzol; gesättigte Kohlenwasserstofflösungsmittel
wie zum Beispiel n-Pentan, n-Hexan, n-Heptan, n-Octan, n-Nonan und n-Decan; alicyclische
Kohlenwasserstofflösungsmittel wie zum Beispiel Cyclopentan, Cyclohexan, Cycloheptan
und Cyclooctan; und dergleichen verwendbar. Von diesen sind Kohlenwasserstofflösungsmittel
mit einem Siedepunkt von 70°C oder höher, wie zum Beispiel Benzol, Toluol,
Xylol, Ethylbenzol, n-Heptan, n-Octan, n-Nonan, n-Decan, Cyclohexan, Cycloheptan
und Cyclooctan bevorzugt.
Reaktionstemperatur, Reaktionszeit und dergleichen der Zyklisierungsreaktion
können entsprechend gemäß dem Zielzyklisierungsgrad ohne besondere
Beschränkungen bestimmt werden. Die Reaktionstemperatur beträgt üblicherweise
20–110°C, vorzugsweise 50–100°C und noch stärker bevorzugt
80–100°C. Die Reaktionszeit beträgt üblicherweise 1–20
Stunden, vorzugsweise 2–15 Stunden und noch stärker bevorzugt 3–10
Stunden.
Die Kautschukzusammensetzung der Erfindung umfasst 100 Gewichtsteile
konjugierten Dienkautschuk und 5–100 Gewichtsteile, vorzugsweise 5–90
Gewichtsteile und noch stärker bevorzugt 10–50 Gewichtsteile
zyklisiertes konjugiertes Dienpolymer. Ist der Gehalt an zyklisiertem konjugiertem
Dienpolymer zu gering, so zeigt das Kautschukvulkanisat nur schlechte Dämpfungseigenschaften;
ist der Gehalt zu hoch, so ist die mechanische Festigkeit schlecht. Zusätzlich
zu dem obigen konjugierten Dienkautschuk und dem zyklisierten konjugierten Dienpolymer
kann die Kautschukzusammensetzung der Erfindung verschiedene Additive für Kautschuke
wie einen Verstärkungsstoff, Weichmacher, Alterungshemmstoff und Wachs umfassen.
Der Verstärkungsstoff wird vorzugsweise zur Erhöhung der
Festigkeit des Kautschukvulkanisats zugegeben. Als Verstärkungsstoff können
Ruß, Siliciumdioxid, Ton, Calciumcarbonat und Magnesiumsilicat zum Beispiel
verwendet werden. Von diesen sind hinsichtlich der Haltbarkeit bzw. Beständigkeit
und Festigkeit Ruß und/oder Siliciumdioxid bevorzugt.
Obgleich nicht in besonderer Weise beschränkt, wird der Verstärkungsstoff
vorzugsweise in einer Menge von 5–100 Gewichtsteilen, stärker bevorzugt
5–90 Gewichtsteilen und besonders bevorzugt 10–80 Gewichtsteilen für
100 Gewichtsteile des konjugierten Dienkautschuks zugegeben.
Der Weichmacher verbessert die Verarbeitbarkeit der Kautschukzusammensetzung.
Als Weichmacher können Prozessöle, wie zum Beispiel aromatische Öle,
Naphthenöl und Paraffinöl, sowie Plastifizierungsmittel, wie zum Beispiel
Dioctylphthalat, verwendet werden. Von diesen sind Prozessöle, insbesondere
aromatische Öle und Naphthenöl bevorzugt.
Obgleich nicht in besonderer Weise beschränkt, wird der Weichmacher
üblicherweise in einer Menge von 100 Gewichtsteilen oder weniger, vorzugsweise
2,5–90 Gewichtsteilen und stärker bevorzugt 5–80 Gewichtsteilen
für 100 Gewichtsteile des konjugierten Diens zugegeben.
Als Alterungshemmstoff kann ein Amin-Alterungshemmstoff, Trimethyldihydrochinolin-Alterungshemmstoff,
und Phenol-Alterungshemmstoff zum Beispiel verwendet werden. Von diesen sind Amin-Alterungshemmstoffe,
wie zum Beispiel poly(2,2,4-Trimethyl-1,2-dihydrochinolin) und N-Isopropyl-N'-phenyl-p-phenylendiamin,
Phenol-Alterungshemmstoffe, wie zum Beispiel 2,2'-Methylen-bis (4-ethyl-6-t-butylphenol)
und dergleichen bevorzugt.
Obgleich nicht in besonderer Weise beschränkt, wird der Alterungshemmstoff
in einer Menge von üblicherweise 0,1–10 Gewichtsteilen, vorzugsweise
0,5–7 Gewichtsteilen und stärker bevorzugt 1–5 Gewichtsteilen
für 100 Gewichtsteile des konjugierten Dienkautschuks zugegeben.
Wachs kann ohne besondere Beschränkungen, sofern die Wirkung
der Erfindung nicht im Wesentlichen verhindert wird, zugegeben werden. Als das Wachs
seien Paraffinwachs, Carnaubawachs und dergleichen erwähnt.
Obgleich nicht in besonderer Weise beschränkt, wird das Wachs
gewöhnlich in einer Menge von 0,1–100 Gewichtsteilen und vorzugsweise
1–50 Gewichtsteilen für 100 Gewichtsteile des konjugierten Dienkautschuks
zugegeben.
Die Kautschukzusammensetzung der Erfindung kann durch Kneten des konjugierten
Dienkautschuks, des zyklisierten konjugierten Dienpolymers und gegebenenfalls verschiedenartiger
Additiven in vorgeschriebenen Verhältnissen hergestellt werden.
Zum Kneten des konjugierten Dienkautschuks, des zyklisierten konjugierten
Dienpolymers und der gegebenenfalls verwendeten verschiedenartigen Additive kann
ein zur Herstellung einer gewöhnlichen Kautschukzusammensetzung verwendetes
Knetverfahren ohne besondere Beschränkungen verwendet werden. Als Apparatur
zum Kneten kann ein chargenweiser Kneter, wie zum Beispiel eine Mühle mit offenem
Ende („open-end mill") und ein „Sealing-type"-Kneter; ein Kneter vom
kontinuierlichen Typ, wie zum Beispiel ein Schneckenkneter (ein einachsiger Schneckenextruder,
ein einachsiger Knetextruder, zweiachsiger Schneckenextruder, zweiachsiger Knetextruder
etc.), ein Kneter vom Rotor-Typ (ein einachsiger Kneter, zweiachsiger Kneter, etc.);
und dergleichen verwendet werden.
Ist die Viskosität des konjugierten Dienkautschuks hoch, so wird
die Mischung vorzugsweise vor dem Kneten peptisiert unter Verwendung eines Knetapparats,
wie zum Beispiel einer Mischwalze oder einem „Sealing-type"-Kneter, wahlweise
mit Zugabe eines Peptisiermittels mit dem Ziel der Erniedrigung der Viskosität
und der Erleichterung der Verarbeitung.
(Vulkanisierbare Kautschukzusammensetzung)
Die vulkanisierbare Kautschukzusammensetzung der Erfindung umfasst
die obige Kautschukzusammensetzung und ein Vulkanisiermittel. Die vulkanisierbare
Kautschukzusammensetzung kann durch Heizen vulkanisiert werden.
Als Vulkanisiermittel kann ein beliebiges Vulkanisiermittel ohne besondere
Beschränkungen verwendet werden, sofern ein solches Mittel den konjugierten
Dienkautschuk vulkanisieren kann.
Als Vulkanisiermittel können schwefelgebende Verbindungen („sulfur-donating
compounds"), wie zum Beispiel Schwefel und Tetramethylthiuramdisulfid; Peroxide,
wie zum Beispiel Dicumylperoxid und dergleichen verwendet werden. Von diesen wird
eine schwefelgebende Verbindung, die ein Vulkanisat mit hervorragender Beständigkeit
herstellen kann, bevorzugt, wobei Schwefel besonders bevorzugt wird. Schwefel ist
kostengünstig und industriell einfach zu handhaben. Als Beispiele für
den Schwefel seien gepulverter Schwefel, kolloidaler Schwefel und unlöslicher
Schwefel angegeben.
Das Vulkanisiermittel wird gewöhnlicherweise in einer Menge von
0,1–100 Gewichtsteilen, vorzugsweise 0,3–50 Gewichtsteilen, stärker
bevorzugt 0,8–30 Gewichtsteilen und besonders bevorzugt 1–20 Gewichtsteilen
für 100 Gewichtsteile des konjugierten Dienkautschuks zugegeben. Ist die zugefügte
Menge zu gering, so ist die Vulkanisierung unzureichend und das dämpfende Kautschukvulkanisat
kann unzureichende Festigkeit aufweisen. Ist die Menge des Vulkanisiermittels zu
hoch, so kann die Beständigkeit unzureichend sein.
Ein Vulkanisationsbeschleuniger kann vorzugsweise zur vulkanisierbaren
Kautschukzusammensetzung gegeben werden. Wird der Vulkanisationsbeschleuniger zugegeben,
so kann die Vulkanisierzeit verkürzt sein, die Vulkanisiertemperatur kann verringert
werden und die Menge an eingearbeitetem Vulkanisiermittel kann verringert werden.
Jeglicher Vulkanisationsbeschleuniger kann ohne besondere Beschränkung
verwendet werden, sofern ein solches Mittel die Vulkanisation des konjugierten Dienkautschuks
beschleunigen kann und die Funktion des Vulkanisiermittels nicht behindert. Als
Vulkanisationsbeschleuniger können, sofern Schwefel als Vulkanisiermittel verwendet
wird, ein Guanidin-Vulkanisationsbeschleuniger, ein Thiazol-Vulkanisationsbeschleuniger,
ein Sulfenamid-Vulkanisationsbeschleuniger, ein Thiuram-Vulkanisationsbeschleuniger,
ein Dithiosäuresalz-Vulkanisationsbeschleuniger und ein Thioharnstoff-Vulkanisationsbeschleuniger
zum Beispiel verwendet werden.
Obgleich nicht in besonderer Weise beschränkt, wird der Vulkanisationsbeschleuniger
gewöhnlicherweise in einer Menge von 0,01–10 Gewichtsteilen und vorzugsweise
0,1–5 Gewichtsteilen für 100 Gewichtsteile konjugierten Dienkautschuk
zugegeben.
Ein Vulkanisiermittel kann zur vulkanisierbaren Kautschukzusammensetzung
der Erfindung gegeben werden. Das Vulkanisationshilfsmittel erleichtert die Wirkung
des Vulkanisiermittels.
Als Vulkanisationshilfsmittel kann ein beliebiges Vulkanisationshilfsmittel
ohne besondere Einschränkungen verwendet werden, sofern die Zugabe eines solchen
Vulkanisationshilfsmittels nicht die Wirkung des Vulkanisiermittels stört.
Wird eine schwefelgebende Verbindung, wie zum Beispiel Zinkweiß (Zinkoxid),
Lithargit bzw. Bleioxid, Minium bzw. rotes Bleioxid, Löschkalk bzw. Calciumhydroxid,
Stearinsäure und Amine, als Vulkanisationshilfsmittel verwendet werden.
Obgleich nicht in besonderer Weise beschränkt, wird das Vulkanisationshilfsmittel
üblicherweise in einer Menge von 0,01–10 Gewichtsteilen und vorzugsweise
0,1–5 Gewichtsteilen für 100 Gewichtsteile des konjugierten Dienkautschuks
zugegeben.
Die vulkanisierbare Kautschukzusammensetzung wird gewöhnlich
durch Zugabe des Vulkanisiermittels und gegebenenfalls des Vulkanisationsbeschleunigers
und Vulkanisationshilfsmittels zu einer vorher eingestellten Kautschukzusammensetzung
und Kneten der Mischung bei einer Temperatur geringer als der Vulkanisationsstarttemperatur
hergestellt. Es ist möglich, alle Komponenten der vulkanisierbaren Kautschukzusammensetzung
zu mischen und die Mischung bei einer Temperatur niedriger als der Vulkanisationsstarttemperatur
zu kneten.
(Dämpfendes Kautschukvulkanisat)
Das dämpfende Kautschukvulkanisat der Erfindung wird durch Vulkanisieren
der obigen vulkanisierbaren Kautschukzusammensetzung erhalten. Um ein dämpfendes
Kautschukvulkanisat mit einer gewünschten Form zu erhalten kann die vulkanisierbare
Kautschukzusammensetzung entweder gleichzeitig geformt und vulkanisiert oder nach
dem Formen vulkanisiert werden.
Die vulkanisierbare Kautschukzusammensetzung kann unter Verwendung
einer bekannten Formmaschine, wie zum Beispiel einer Kalenderwalze, einem Walzenkopfextruder,
einer Extrusionsformmaschine, einer Transferformmaschine, einer Vakuumformmaschine
und einer Spritzgussmaschine geformt werden.
Das Verfahren zur Vulkanisation der vulkanisierbaren Kautschukzusammensetzung,
die Vulkanisationstemperatur, die Vulkanisationszeit und dergleichen sind in passender
Weise gemäß Typ, Form und dergleichen des Vulkanisats eingestellt.
Als Verfahren zum Erhitzen kann ein gewöhnliches bekanntes zur
Vulkanisation von Kautschuken verwendetes Heizverfahren, wie zum Beispiel Pressenheizverfahren
(„press heating method"), Dampfheizverfahren, Ofenheizverfahren und Heißluftheizverfahren
in passender Weise gewählt werden.
Als Vulkanisierapparat kann ein herkömmlicher Vulkanisierapparat
wie eine Vulkanisierpfanne („vulcanizing pan"), ein Heißluftvulkanisierapparat
(„hot air vulcanizing apparatus") und ein UHF-kontinuierlicher Vulkanisierapparat
(„UHF continuous vulcanizing apparatus") verwendet werden.
Die Vulkanisationstemperatur beträgt gewöhnlich 100–300°C,
bevorzugt 130–250°C und noch stärker bevorzugt 140–220°C.
Ist die Vulkanisationstemperatur zu niedrig, wird eine lange Vulkanisationszeit
benötigt, wodurch die Produktivität zurückgehen kann, oder das Vulkanisat
besitzt nur eine geringe Vulkanisationsdichte, wodurch das Vulkanisat möglicherweise
die gewünschten Eigenschaften nicht besitzt. Ist die Vulkanisationstemperatur
zu hoch, so läuft die Vulkanisation zu schnell ab, wodurch ein Fehlschlagen
des Formens auftreten kann.
Die Vulkanisationszeit beträgt gewöhnlicherweise zwischen
einigen Sekunden bis mehreren 10 Stunden, vorzugsweise jedoch von 30 Sekunden bis
5 Stunden vom Blickpunkt der Vulkanisationsdichte und Produktionseffizienz des Vulkanisats.
Das dämpfende Kautschukvulkanisat der Erfindung kann passenderweise
für Erschütterungsabsorber, für Baustrukturen wie ein Gebäude,
ein Haus und für Brücken, ein Stoßenergiefänger oder -absorber
für Autos, Maschinen und Ausrüstung und dergleichen entsprechend verwendet
werden.
BEISPIELE
Die Erfindung wird nun in Einzelheiten mittels Beispielen, die nicht
als die Erfindung limitierend aufgefasst werden sollen, beschrieben. In den nachfolgenden
Beispielen beziehen sich „Teile" und „%" auf das Gewicht, sofern nicht
anders angegeben.
Die Eigenschaften der Polymere und Kautschukvulkanisate wurden durch
die folgenden Verfahren bestimmt.
(1) Gewichtsmittleres Molekulargewicht (Mw) und Molekulargewichtsverteilung
(Mw/Mn) der Polymere
Das gewichtsmittlere Molekulargewicht der Polymere wurde als Standardpolystyrol-reduzierter
Wert gemäß der GPC-Methode berechnet. Der Wert für die Molekulargewichtsverteilung
(Mw/Mn) der Polymere wurde aus dem erhaltenen GPC-Diagramm berechnet.
(2) Zyklisierungsgrad
Der Zyklisierungsgrad wurde durch Messung von Protonen-NMR gemäß
der in den folgenden Druckschriften (i) und (ii) beschriebenen Methode bestimmt.
(i) M. A. Golub und J. Heller, Can. J. Chem., 41, 937 (1963).
(ii) Y. Tanaka und H. Sato, J. Polym. Sci: Poly. Chem. Ed., 17, 3027 (1979).
(3) Zugfestigkeit (Tb), 300% Zugbelastung (M300), Dehnung (Eb) und Härte
des Kautschukvulkanisats (HS)
Die vulkanisierbare Kautschukzusammensetzung wurde 15 Minuten bei
145°C gepresst und vulkanisiert, wobei ein Blatt Kautschukvulkanisat in einer
Größe von 150 mm × 150 mm × 2 mm gebildet wurde.
Aus dem erhaltenen Vulkanisatblatt wurden Testproben in der Form der
Dumbbell Nr. 3 ausgestanzt. Unter Verwendung dieser Testproben wurde die Zugfestigkeit
(Tb), die Zugbelastung bei einer Dehnung von 300% (M300) und die Bruchdehnung (Eb)
bei einer Zuggeschwindigkeit von 500 mm/min gemäß JIS K6251 gemessen und
die Härte (HS) wurde gemäß JIS K6253 bestimmt, wobei der Durometerhärtetyp
A angewendet wurde.
(4) Bestimmung des tan &dgr; und Elastizitätsmoduls (G')
Ein Blatt des Kautschukvulkanisats mit einer Dicke von 2 mm wurde
in schmale Streifen geschnitten, um den tan &dgr; bei 23°C und 60°C
(unter Verwendung eines dynamischen Viskoelastizitätsmessgerätes (RDA11,
hergestellt von Rheometric Scientific F. E.)) und das temperaturvariable Spektrum
des Elastizitätsmoduls G' zu bestimmen.
Das Verhältnis des G'-Werts bei –20°C zum G'-Wert
bei +60°C (G'(–20)/G'(+60)) wurde als Maßzahl für die Temperaturabhängigkeit
verwendet. Je näher der Wert zu 1, desto niedriger die Temperaturabhängigkeit
des Elastizitätsmoduls. Je höher der Wert des tan &dgr;, umso besser
die Dämpfungseigenschaften.
Herstellungsbeispiel 1
Ein Vierhalskolben, der mit einem Rührer, einem Thermometer,
einem Rückflusskühler und einem Stickstoffgaseinlassrohr ausgestattet
war, wurde mit 100 Teilen Polyisopren (cis-1,4-Isopreneinheit: 86%, trans-1,4-Isopreneinheit:
12%, 3,4-Isopreneinheit: 2%, gewichtsmittleres Molekulargewicht: 320.000, Molekulargewichtsverteilung:
1,13), in 10 mm × 10 mm × 10 mm große Würfel geschnitten, und
1.570 Teilen Toluol angefüllt. Nach Austausch der Atmosphäre im Kolben
durch Stickstoffgas wurde der Kolben auf 85°C in einem Ölbad erhitzt.
Die Mischung wurde gerührt, um das Polyisopren in Toluol vollständig aufzulösen,
wodurch eine Toluollösung erhalten wurde.
Nach Zugabe von 3,9 Teilen p-Toluolsulfonsäure zur Toluollösung
wurde die resultierende Lösung bei 85°C gerührt, um die Zyklisierungsreaktion
zu bewirken. Nach etwa 5 Stunden wurden 400 Teile Ionentauscher-Wasser zur Beendigung
der Reaktion zugegeben. Die Reaktionslösung wurde 30 Minuten stehen gelassen,
um eine Ölschicht von der Wasserschicht abzuscheiden. Die Ölschicht wurde
gesammelt. Die gesammelte Ölschicht wurde dreimal mit 400 Teilen Ionenaustauscher-Wasser
gewaschen, bei 300 U/min zentrifugiert, um Wasser zu entfernen, und unter Erhitzen
auf 130°C getrocknet, um das rohe Reaktionsprodukt zu erhalten.
Das resultierende rohe Reaktionsprodukt wurde zu 3.000 Teilen einer
1%-Lösung von 2,6-Di-tert-butylphenol in Methanol gegeben, um einen Niederschlag
zu gewinnen. Der Niederschlag wurde unter reduziertem Druck getrocknet, wobei ein
zyklisiertes Polymer A erhalten wurde. Der Zyklisierungsgrad, das gewichtsmittlere
Molekulargewicht und die Molekulargewichtsverteilung des resultierenden zyklisierten
Polymers A sind in Tabelle 1 gezeigt.
Herstellungsbeispiel 2
Die Zyklisierungsreaktion wurde in derselben Weise wie in Herstellungsbeispiel
1 ausgeführt, außer dass ein Polymer mit einer Monomerzusammensetzung
von 73% cis-1,4-Isopreneinheit, 22% trans-1,4-Isopreneinheit und 5% 3,4-Isopreneinheit
sowie einem gewichtsmittleren Molekulargewicht von 187.000 und einer Molekulargewichtsverteilung
von 1,08 als Polyisopren und unter Verwendung von p-Toluolsulfonsäure in einer
Menge von 3,6 Teilen verwendet wurde. Als nächstes wurde die Zyklisierungsreaktionslösung
in derselben Weise wie in Herstellungsbeispiel 1 behandelt, wobei ein zyklisiertes
Polymer B erhalten wurde. Der Zyklisierungsgrad, das gewichtsmittlere Molekulargewicht
und die Molekulargewichtsverteilung des resultierenden zyklisierten Polymers B sind
in Tabelle 1 gezeigt.
Herstellungsbeispiel 3
Die Zyklisierungsreaktion wurde in derselben Weise wie in Herstellungsbeispiel
1 ausgeführt, außer dass ein Polymer mit einer Monomerzusammensetzung
von 28% cis-1,4-Isopreneinheit, 16% trans-1,4-Isopreneinheit und
56% 3,4-Isopreneinheit sowie einem gewichtsmittleren Molekulargewicht von 252.000
und einer Molekulargewichtsverteilung von 1,11 als Polyisopren und unter Verwendung
von p-Toluolsulfonsäure in einer Menge von 3 Teilen verwendet wurde. Als nächstes
wurde die Zyklisierungsreaktionslösung in derselben Weise wie in Herstellungsbeispiel
1 behandelt, wobei ein zyklisiertes Polymer C erhalten wurde. Der Zyklisierungsgrad,
das gewichtsmittlere Molekulargewicht und die Molekulargewichtsverteilung des resultierenden
zyklisierten Polymers C sind in Tabelle 1 gezeigt.
Herstellungsbeispiel 4
Ein Vierhalskolben, der mit einem Rührer, einem Thermometer,
einem Rückflusskühler und einem Stickstoffgaseinlassrohr ausgestattet
war, wurde mit 100 Teilen Polyisopren (cis-1,4-Isopreneinheit: 73%, trans-1,4-Isopreneinheit:
22%, 3,4-Isopreneinheit: 5%, gewichtsmittleres Molekulargewicht: 187.000, Molekulargewichtsverteilung:
1,08), in 10 mm × 10 mm × 10 mm große Würfel geschnitten, und
1.000 Teilen Toluol angefüllt. Nach Austausch der Atmosphäre im Kolben
durch Stickstoffgas wurde der Kolben auf 100°C in einem Ölbad erhitzt.
Die Mischung wurde gerührt, um das Polyisopren in Toluol vollständig aufzulösen,
wodurch eine Toluollösung erhalten wurde.
Nach Zugabe von einem Teil eines Bortrifluorid-Phenolkomplexes zur
Toluollösung wurde die erhaltene Lösung bei 100°C gerührt, um
die Zyklisierungsreaktion zu bewirken. Nach zwei Stunden wurden 10 Teile Methanol
hinzugefügt, um die Reaktion zu beenden. Nach Zugabe von 400 Teilen Ionenaustauscher-Wasser
wurde die Reaktionslösung 30 Minuten stehen gelassen, um eine Ölschicht
von einer Wasserschicht abzuscheiden. Die Ölschicht wurde gesammelt. Die gesammelte
Ölschicht wurde dreimal mit 400 Teilen Ionenaustauscher-Wasser gewaschen, bei
300 U/min zentrifugiert, um Wasser zu entfernen, und durch Heizen auf 130°C
getrocknet, wobei ein rohes Reaktionsprodukt erhalten wurde.
Das resultierende rohe Reaktionsprodukt wurde zu 3.000 Teilen einer
1%-Lösung von 2,6-Di-tert-butylphenol in Methanol gegeben, um einen Niederschlag
zu gewinnen. Der Niederschlag wurde unter reduziertem Druck getrocknet, wobei ein
zyklisiertes Polymer D erhalten wurde. Der Zyklisierungsgrad, das gewichtsmittlere
Molekulargewicht und die Molekulargewichtsverteilung des entstehenden zyklisierten
Polymers D sind in Tabelle 1 gezeigt.
TABELLE 1
Beispiel 1
100 Gewichtsteile natürlicher Kautschuk (Mooney-Viskosität
(ML1+4, 100°C)=60), 10 Teile zyklisierten Polymers A, 50 Teile Ruß
(SEAST 3, hergestellt von Tokai Carbon Co., Ltd.), 2 Teile Stearinsäure, 3,5
Teile Zinkoxid (Güteklasse bzw. Sorte #1), 1 Teil N-(1,3-Dimethylbutyl)-N'-phenyl-p-phenylendiamin
und 10 Teile Prozessöl (Flex M, hergestellt von Fuji Kosan Co., Ltd.) wurden
zuvor unter Verwendung eines Banbury-Mischers verknetet. Danach wurden 1 Teil N-Cyclohexyl-2-benzothiazylsulfenamid,
0,15 Teile 1,3-Diphenylguanidin und 1,8 Teile Schwefel (durch 325 Mesh passiert)
zu dem vorab gekneteten Produkt gegeben. Die Mischung wurde unter Verwendung einer
6-Inch-Walze bei 50°C geknetet, wobei eine vulkanisierbare Kautschukzusammensetzung
erhalten wurde.
Die resultierende vulkanisierbare Kautschukzusammensetzung wurde durch
Pressen für 15 Minuten bei 145°C geformt und gleichzeitig
vulkanisiert, wobei ein Blatt des Kautschukvulkanisats mit einer Dicke von 2 mm
gebildet wurde. Die Eigenschaften des Kautschukvulkanisats wurden gemessen. Die
Ergebnisse sind in Tabelle 2 gezeigt.
Beispiel 2
Ein Blatt des Kautschukvulkanisats wurde in derselben Weise wie in
Beispiel 1 erhalten, außer dass die Menge des zyklisierten Polymers A von 10
Teile auf 20 Teile verändert wurde. Die Eigenschaften des Kautschukvulkanisats
wurden gemessen. Die Ergebnisse sind in Tabelle 2 gezeigt.
Beispiel 3
Ein Blatt des Kautschukvulkanisats wurde in derselben Weise wie in
Beispiel 1 erhalten, außer dass das zyklisierte Polymer B anstelle des zyklisierten
Polymers A verwendet wurde. Die Eigenschaften des Kautschukvulkanisats wurden gemessen.
Die Ergebnisse sind in Tabelle 2 gezeigt.
Beispiel 4
Ein Blatt des Kautschukvulkanisats wurde in derselben Weise wie in
Beispiel 1 erhalten, außer dass das zyklisierte Polymer C anstelle des zyklisierten
Polymers A verwendet wurde. Die Eigenschaften des Kautschukvulkanisats wurden gemessen.
Die Ergebnisse sind in Tabelle 2 gezeigt.
Vergleichsbeispiel 1
Ein Blatt des Kautschukvulkanisats wurde in derselben Weise wie in
Beispiel 1 erhalten, außer dass das zyklisierte Polymer A nicht zugegeben wurde.
Die Eigenschaften des Kautschukvulkanisats wurden gemessen. Die Ergebnisse sind
in Tabelle 2 gezeigt.
Vergleichsbeispiel 2
Ein Blatt des Kautschukvulkanisats wurde in derselben Weise wie in
Beispiel 1 erhalten, außer dass das zyklisierte Polymer D anstelle des zyklisierten
Polymers A verwendet wurde. Die Eigenschaften des Kautschukvulkanisats wurden gemessen.
Die Ergebnisse sind in Tabelle 2 gezeigt.
Vergleichsbeispiel 3
Ein Blatt des Kautschukvulkanisats wurde in derselben Weise wie in
Beispiel 1 erhalten, außer dass die Menge an natürlichem Kautschuk von
100 Teile auf 90 Teile geändert wurde und das 10 Teile hydrierten flüssigen
Isoprenkautschuks (UR-290, hergestellt von Kuraray Co., Ltd.) und 15 Teile Ölharz
(Neopolymer S, hergestellt von Nippon Petrochemicals Co., Ltd.) zugegeben wurden.
Die Eigenschaften des Kautschukvulkanisats wurden gemessen. Die Ergebnisse sind
in Tabelle 2 gezeigt.
Das Kautschukvulkanisat, welches natürlichen Kautschuk umfasst
aber kein zyklisiertes Polymer enthält, (Vergleichsbeispiel 1) zeigt unzureichende
Dämpfungseigenschaften.
Das Kautschukvulkanisat, das eine Kautschukzusammensetzung umfasst,
die das zyklisierte Polymer D mit einer breiten Molekulargewichtsverteilung enthält
(Vergleichbeispiel 2), zeigt unzureichende Dämpfungseigenschaften.
Das herkömmliche dämpfende Kautschukvulkanisat, hergestellt
durch Zugabe des hydrierten flüssigen Isoprenkautschuks und eines Ölharzes
zu natürlichem Kautschuk (Vergleichsbeispiel 3) zeigt verbesserte Dämpfungseigenschaften
im Vergleich zu dem Kautschukvulkanisat, das natürlichen Kautschuk umfasst
(Vergleichsbeispiel 1), jedoch hängt sein Elastizitätsmodul wesentlich
von der Temperatur ab und die Dämpfungseigenschaften sind nicht stabil gegenüber
der Temperaturänderung.
Im Vergleich zu den Kautschukvulkanisaten dieser Vergleichsbeispiele
zeigen die Kautschukvulkanisate, die eine Kautschukzusammensetzung, die das zyklisierte
Polymer gemäß der Erfindung (Beispiele 1–4) enthalten, eine ausreichende
Kautschukstärke, hervorragende Dämpfungseigenschaften, eine niedrige Temperaturabhängigkeit
des Elastizitätsmoduls und stabile Dämpfungseigenschaften im Temperaturbereich
von –20°C bis +60°C.
INDUSTRIELLE ANWENDBARKEIT
Die Erfindung liefert ein dämpfendes Kautschukvulkanisat mit
ausreichender Kautschukstärke und hervorragenden Dämpfungseigenschaften
in einem weiten Bereich von einer niedrigen zu einer hohen Temperatur und eine Kautschukzusammensetzung
und eine vulkanisierbare Kautschukzusammensetzung, die zur Herstellung des Kautschukvulkanisats
geeignet sind.
Anspruch[de]
Kautschukzusammensetzung umfassend 100 Gewichtsteile von konjugiertem
Dienkautschuk und 5–100 Gewichtsteile eines zyklisierten konjugierten Dienpolymers
mit einem Zyklisierungsgrad von 25–90% und einem Verhältnis (Mw/Mn)
des Polystyrol-reduzierten gewichtsmittleren Molekulargewichts (Mw) zum Polystyrol-reduzierten
zahlenmittleren Molekulargewicht (Mn), jedes bestimmt durch Gelpermeationschromatographie,
von 2 oder weniger.Kautschukzusammensetzung nach Anspruch 1, worin das Polystyrol-reduzierte
gewichtsmittlere Molekulargewicht (Mw) des zyklisierten konjugierten Dienpolymers
bestimmt durch Gelpermeationschromatographie 7.000–500.000 ist.Kautschukzusammensetzung nach Anspruch 1, worin das zyklisierte konjugierte
Dienpolymer durch Zyklisierung eines konjugierten Dienpolymers mit einem Isopreneinheitenanteil
von 70 Gewichtsprozent oder mehr erhalten wird.Kautschukzusammensetzung nach Anspruch 1 des weiteren einen Verstärkungsstoff
enthaltend.Kautschukzusammensetzung nach Anspruch 4, worin der Verstärkungsstoff
in einer Menge von 5–100 Gewichtsteilen für 100 Gewichtsteile des konjugierten
Dienkautschuks zugegeben ist.Vulkanisierbare Kautschukzusammensetzung umfassend die Kautschukzusammensetzung
nach Anspruch 1, und ein Vulkanisiermittel.Vulkanisierbare Kautschukzusammensetzung nach Anspruch 6, worin das
Vulkanisiermittel in einer Menge von 0,1–100 Gewichtsteilen für 100
Gewichtsteile des konjugierten Dienkautschuks zugegeben ist.Vulkanisierbare Kautschukzusammensetzung nach Anspruch 6 des weiteren
einen Vulkanisationsbeschleuniger umfassend.Vulkanisierbare Kautschukzusammensetzung nach Anspruch 8, worin der
Vulkanisationsbeschleuniger in einer Menge von 0,01–10 Gewichtsteilen für
100 Gewichtsteile des konjugierten Dienkautschuks zugegeben ist.Dämpfendes Kautschukvulkanisat, erhalten durch Vulkanisieren der
vulkanisierbaren Kautschukzusammensetzung nach Anspruch 6.