Technischer Bereich
Die Erfindung betrifft ein Samenband, umfassend aufeinander folgend
angeordnete Keimungseinheiten, welche aus einem planen Material gebildet sind und
an einem Trägerband aus wenigstens einer Schicht eines biologisch abbaubaren
Materials haften oder befestigt sind, und wobei jede Keimungseinheit dafür
vorgesehen ist, vertikal in die Erde oder in ein Wachstumssubstrat gebettet zu werden
und zusätzlich zu einem oder mehreren Samen eine Mischung eines Trägers,
wenigstens eines Zusatzstoffs und optional eines Füllstoffs und Hilfsstoffe
umfasst, und wobei der Zusatzstoff oder die Zusatzstoffe wasserabsorbierende Materialien,
wie beispielsweise superabsorbierende Polymere, umfassen.
Technischer Hintergrund
Wenn das Band vertikal positioniert werden soll, stellt sich beim
Ausbetten eines Samenbands das Problem, dass das Samenband nicht ausreichend tief
in der Erde positioniert wird. Ein kleines Stück des oberen Stücks des
Bands ragt aus der Erde hervor und lange Perioden mit windigem Wetter oder Sonnenschein
führen dazu, dass die Keimungseinheiten des Samenbands austrocknen, da jede
Keimungseinheit als eine Art Docht für den Transport der Feuchtigkeit zur Oberfläche
der Erde dient, und entsprechend trocknen der Wind oder die Sonne die Keimungseinheiten
durch das hervor stehende Ende des Samenbands aus. Dies ist ein eher unbefriedigender
Zustand.
Kurze Beschreibung der Erfindung
Es ist das Ziel der Erfindung, ein Samenband vom oben genannten Typ
vorzusehen, welches garantiert, dass die Keimungseinheiten nicht leicht austrocknen,
obwohl ein kleines Stück des Samenbands aus der Erde herausragt.
Das erfindungsgemäße Samenband ist dadurch gekennzeichnet,
dass jede Keimungseinheit mit wenigstens einem schmalen Bereich aus wasserabweisendem
Material quer über die Einheit, nahe an oder wenigstens bis zu der Oberkante
der Einheit versehen ist, wobei das wasserabweisende Material das plane Material
der Keimungseinheit durch dessen gesamte Dicke durchdringt. Folglich ist jede Keimungseinheit
mit einer wasserabweisenden Barriere oder Dichtung nach oben versehen, wobei diese
Barriere oder Dichtung die Tendenz zur Verdunstung von Feuchtigkeit am oberen Ende
der Keimungseinheiten vollständig ausschließt oder optional deutlich verringert.
Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung kann das
wasserabweisende Material Silikon oder Silikonöl sein, was sich in der Praxis
als besonders leicht in der Anbringung und als sehr effizient erwiesen hat.
Ferner kann der schmale Bereich aus wasserabweisendem Material gemäß
einer Ausführungsform der Erfindung eine Höhe von wenigstens 1 mm aufweisen,
was sich als besonders vorteilhaft erwiesen hat.
Ferner kann der schmale Bereich aus wasserabweisendem Material gemäß
einer Ausführungsform der Erfindung eine Höhe von 3,5 bis 10 mm, vorzugsweise
von 4 bis 8 mm, insbesondere von 5 mm aufweisen. Diese Maße haben sich als
besonders vorteilhaft erwiesen.
Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung kann der
schmale Bereich aus wasserabweisendem Material eine Höhe von 5% bis 10% der
Höhe der Keimungseinheit aufweisen, was sich als eine besonders vorteilhafte
Ausführungsform erwiesen hat.
Ferner kann das plane Material der Keimungseinheiten gemäß
einer Ausführungsform der Erfindung Papier sein, vorzugsweise mit einem Gewicht
von 30 bis 60 g/m2, insbesondere von 40 g/m2, wobei das Trägerband
ebenfalls aus Papier gebildet sein kann. Das resultierende Samenband ist sowohl
kostengünstig als auch effizient.
Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung kann das
wasserabweisende Material auf das plane Material der Keimungseinheit als Heißschmelze
aufgetragenes und anschließend gehärtetes Wachs, Stearin, Paraffin oder
Kautschuk sein. Diese Substanzen und diese Art der Auftragung bewirken eine besonders
effiziente Barriere oben an den einzelnen Keimungseinheiten.
Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung kann das
wasserabweisende Material Kunststoff, wie beispielsweise Polyactid (PLA) oder optional
Polyactid (PLA) plus Polysaccharide sein. Auf diese Weise ist die resultierende
wasserabweisende Barriere mechanisch fest und bietet so einen besseren Widerstand
gegen Tiere oder Vögel.
Ferner kann ein schmaler Bereich aus wasserabweisendem Material an
oder nahe der Unterkante jeder Keimungseinheit vorgesehen sein. Folglich gelangt
das in jeder Keimungseinheit enthaltene Wasser nicht sofort nach unten in die Erde,
wenn das Samenband in besonders trockener Erde ausgebettet wird. Zusätzlich
wird sichergestellt, dass der untere Abschnitt des Samenbands ein verbessertes Wasser/Luft-Verhältnis
im unteren Abschnitt der Keimungseinheiten aufweist, wenn das Samenband in einer
Ausbettungsbox platziert wird.
Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung kann das
Band kontinuierlich hergestellt sein, da die Keimungseinheiten mittels eines oder
mehrerer Papierbänder mit einer Breite, die das Doppelte der Breite des fertigen
Bands beträgt, hergestellt sind, wobei ein Bereich aus wasserabweisendem Material
einer doppelten Breite auf die Mitte des Papierbands oder der Bänder aufgebracht
ist, wonach das Papierband oder die Bänder danach durch die Mitte des wasserabweisenden
Bereichs geschlitzt werden. Das resultierende Samenband ist besonders kostengünstig.
Ferner kann gemäß einer Ausführungsform der Erfindung
zu dem wasserabweisenden Material ein Abwehrmittel hinzugefügt werden, wobei
das Abwehrmittel vorzugsweise eine Substanz ist, die den Geruchs- oder Geschmackssinn
von Tieren oder Vögeln beeinflusst. Auf diese Weise kommt es seltener vor,
dass Tiere oder Vögel in das Samenband picken und es unter Umständen beschädigen.
Schließlich kann der schmale wasserabweisende Bereich gemäß
einer Ausführungsform der Erfindung an den Enden entlang der vertikalen Kanten
jeder Keimungseinheit über eine kurze Entfernung nach unten verlängert
sein, beispielsweise um 2 bis 5 mm. Auf diese Weise wird das Verdunsten von Wasser
von den Enden jeder aus der Erde herausragenden Keimungseinheit weiter verringert.
In der Einführung zu der Beschreibung wird erwähnt, dass
jede Keimungseinheit eine Mischung eines Trägers, wenigstens eines Zusatzstoffs
und optional von Hilfsstoffen zusätzlich zu einem oder mehreren Samen umfasst.
Die Bezeichnung „Träger" ist hier unter anderem als eine oder mehrere
der folgenden Substanzen zu verstehen: Kieselerde, Vermiculit, Perlit, Zeolit, Zellulosematerialien,
wie beispielsweise Holzfasern, Sphagnum, Tonerde, optional gebrannte Tonerde, Mineralfasern
wie beispielsweise Steinwolle oder ähnliche Substanzen, wodurch es möglich
ist, einen gewünschten Grad an Wasserbindevermögen, Wasserfördervermögen,
Ionenaustauscheigenschaften etc. zu erhalten. Die Bezeichnung „Zusatzstoffe"
kann hier im Prinzip alle Substanzen umfassen, welche mit den übrigen gewählten
Materialien und Substanzen, die eine günstige Wirkung auf die Lagerung, Keimung
und das Wachstum des Samens und der daraus hervorgehenden Sprosse haben, kompatibel
sind. Die Zusatzstoffe können beispielsweise umfassen: Pestizide einschließlich
Herbizide, Insektizide, insbesondere systemische Insektizide, Fungizide, Viren,
Bakterienkulturen, Pilzkulturen, wie beispielsweise Trichoderma, Pilzsporen, in
Mikrokapseln eingeschlossene Fungizide, Eier nützlicher Insekten, wie beispielsweise
räuberische Nematoden, Instekteneier, Dünger, Hormone, Enzyme, Tierabwehrmittel,
Mittel zur pH-Einstellung, Kohle, Tonpartikel, Spurenelemente, wie beispielsweise
Molybdän, Holzfasern oder Holzpulver, Kieselgur, oberflächenwirksame Mittel,
Kieselerde und andere Zusatzstoffe mit positiver Wirkung auf die Keimung und das
Pflanzenwachstum, wobei mehrere Substanzen in Mikrokapseln eingeschlossen zur Verfügung
stehen, mit dem Ergebnis, dass diese gegen biologischen Abbau geschützt sind
und eine gesteuerte Freisetzung erfolgen kann. Die Zusatzstoffe können ferner
Kaliumnitrat und Natriumchlorid umfassen.
Diese Substanzen können optional mittels eines Bindemittels verbunden
werden, welches beispielsweise Polyvinylalkohol, Polyethylenglykol oder andere pflanzenkompatible
Bindemittel, wie beispielsweise Wasser oder Wasser-enthaltende Polysaccharide oder
Mischungen daraus enthält.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
Die Erfindung wird nachfolgend mit Bezug zu den Zeichnungen detailliert
beschrieben, für die gilt:
1 zeigt eine Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Samenbands,
2 ist eine perspektivische Ansicht einer Keimungseinheit
einschließlich eines Bereichs aus wasserabweisendem Material an der Oberseite,
3 ist eine perspektivische Ansicht eines Teils eines
in der Erde ausgebetteten Samenbands, wobei ein kleiner Abschnitt des Samenbands
aus der Erdoberfläche herausragt,
4 ist eine perspektivische Ansicht einer Keimungseinheit
mit einem schmalen Bereich aus wasserabweisendem Material an der Oberseite sowie
an der Unterseite,
5 ist eine perspektivische Ansicht einer Keimungseinheit,
wobei der schmale Bereich aus wasserabweisendem Material an der Oberseite entlang
der beiden vertikalen Kanten der Keimungseinheit über eine kurze Entfernung
nach unten gehalten ist, und
6 ist eine perspektivische Ansicht eines Teils einer
kontinuierlichen Bahn, die für die Herstellung der erfindungsgemäßen
Keimungseinheit geeignet ist.
Beste Ausführungsform der Erfindung
Das in 1 gezeigte Samenband
1 umfasst aufeinander folgend angeordnete Keimungseinheiten 2a,
2b, 2c etc., welche kohärent sein können oder an einem
Trägerband 3 befestigt sein können. Das Trägerband
3 ist aus wenigstens einer Schicht aus biologisch abbaubarem
Material gebildet, und jede Keimungseinheit 2a, 2b,
2c ist aus einem planen Material gebildet, vorzugsweise aus Papier in einer
oder in mehreren Schichten. Das Samenband und folglich jede Keimungseinheit sind
dafür gedacht, vertikal in die Erde oder in ein geeignetes Wachstumssubstrat
ausgebettet zu werden. Zusätzlich zu einem oder mehreren Samen 6 umfasst
jede Keimungseinheit eine Mischung aus einem Träger 7, wenigstens
einem Zusatzstoff 9 und optional Hilfsstoffen 8. All diese Substanzen
umgeben den Samen 6. Sie können beispielsweise mittels eines nicht
gezeigten Bindemittels auf die Keimungseinheit geklebt werden.
Wie in 2 gezeigt ist, ist jede Keimungseinheit
2a mit wenigstens einem schmalen Bereich 5 aus wasserabweisendem
Material quer über die Einheit, nahe an oder wenigstens bis zu der Oberkante
4 der Einheit versehen, wobei der schmale Bereich das plane Material der
Keimungseinheit durch dessen gesamte Dicke durchdringt.
Der schmale Bereich 5 kann eine Höhe h von wenigstens
1 mm aufweisen. Die Höhe h kann auch im Bereich 3,5 bis 10 mm liegen. Die Höhe
h beträgt vorzugsweise 4 bis 8 mm, insbesondere 5 mm. h kann auch 5 bis 10%
der Höhe H der Keimungseinheit betragen. Das plane Material der Keimungseinheiten
2a, 2b, 2c etc. kann Papier sein, vorzugsweise Papier
mit einem Gewicht von 30 bis 60 g/m2, insbesondere 40 bis 50 g/m2.
Das Trägerband 3 kann ebenfalls aus Papier gebildet sein.
Das wasserabweisende Material des schmalen Bereichs 5 kann
Silikon oder Silikonöl sein. Das wasserabweisende Material des oben genannten
Bereichs kann auch auf das plane Material der Keimungseinheit als Heißschmelze
aufgetragenes und anschließend gehärtetes Wachs, Stearin, Paraffin oder
Kautschuk sein.
Ferner kann das wasserabweisende Material des schmalen Bereichs
5 Kunststoff, wie beispielsweise Polyactid (PLA) oder optional Polyactid
(PLA) plus Polysaccharide sein.
3 zeigt wie das ausgebettete obere Ende des Samenbands
1 versehentlich leicht aus der Erde, d.h. über die Oberfläche
12 der Erde, hervor ragen kann. Ohne den oben beschriebenen Bereich
5 aus wasserabweisendem Material besteht das Risiko, dass die in der Keimungseinheit
vorhandene Feuchtigkeit nach oben durch die Keimungseinheit dringt und dann über
der Erdoberfläche verdunstet. Letzteres gilt insbesondere dann, wenn die Ausbettungsstelle
häufig Wind ausgesetzt ist und/oder wenn die Sonne auf den hervor ragenden
Abschnitt des Samenbands scheint. Der Bereich 5 aus wasserabweisendem Material
verhindert die unvorteilhafte Verdunstung von Wasser aus der Keimungseinheit.
Wie in 4 gezeigt ist, kann jede Keimungseinheit
2a, 2b, 2c mit einem schmalen Bereich 5' aus
wasserabweisendem Material an seiner Unterkante 14 versehen sein, mit dem
Ergebnis, dass die Abgabe von Wasser an trockenen Untergrund unter der Keimungseinheit
deutlich verringert ist.
6 zeigt wie ein Samenband mittels fortlaufender Papierbänder
16, 17 hergestellt werden kann. Diese Bänder haben eine Breite,
die das Doppelte der Höhe einer Keimungseinheit beträgt. Ein Bereich
15 aus wasserabweisendem Material ist auf die Mitte des Papierbands aufgebracht,
wobei die Breite des Bereichs 15 2h beträgt. Sind die Bänder
16, 17 in der Mitte, d.h. entlang der Linie o, geschlitzt, so
liegt fast das vollständige Samenband vor. Ein Trägerband 3 muss
jedoch auf den Steg geklebt sein, optional nach der Trennung der einzelnen Keimungseinheiten
2a, 2b, 2c. Im letzteren Fall weisen die Keimungseinheiten
einen vorbestimmten Abstand zueinander auf und sind auf das Trägerband
3 geklebt.
Dem wasserabweisenden Material des Bereichs 5,
5' kann ein Abwehrmittel hinzugefügt sein, vorzugsweise eine Substanz,
die den Geruchs- oder Geschmackssinn von Tieren oder Vögeln beeinflusst.
Wie in 5 dargestellt ist, kann der schmale
Bereich 5 aus wasserabweisendem Material an den Enden über eine kurze
Entfernung nach unten verlängert sein, beispielsweise bei 5a und
5b, wobei sich der Bereich entlang der vertikalen Kanten 18a und
18b jeder Keimungseinheit 2a leicht abwärts erstreckt.
Im Zusammenhang mit dem Zusatzstoff oder den Zusatzstoffen
9 in der Mischung von Substanzen, die den Samen 6 umgeben, siehe
oben, wird darauf hingewiesen, dass es hier um ein oder mehrere wasserabweisende
Materialien, wie beispielsweise superabsorbierende Polymere (SAP) geht. Diese Materialien
können beispielsweise quervernetzte Polyacrylsäuren, quervernetzte Isobutylen-Maleinsäure-Copolymer-Derivate,
Salze quervernetzter Stärke-Polyacrylsäuren, Salze quervernetzter Polyvinylalkohol-Polyacrylsäuren,
quervernetzte Polyvinylalkohol-Derivate, quervernetzte Polyethylen-Glykol-Derivate
und quervernetzte Carboxymethylcellulose-Derivate sein. Beim Wässern können
die wasserabsorbierenden Materialien große Mengen Wasser umfassen, was für
den Samen 6 von Vorteil ist. Zweck des schmalen Bereichs 5 aus
wasserabsorbierendem Material ist es, einen Wasserverlust aus dem Zusatzstoff oder
den Zusatzstoffen 9 zu verhindern.
Die Erfindung kann auf viele Arten verändert werden, ohne dadurch
von dem Rahmen der Erfindung, wie er in den beiliegenden Ansprüchen definiert
ist, abzuweichen.