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Dokumentenidentifikation DE102006022572A1 22.11.2007
Titel Fräswerkzeug
Anmelder Gühring OHG, 72458 Albstadt, DE
Erfinder Puttkammer, Ingo von, 72459 Albstadt, DE
Vertreter WINTER, BRANDL, FÜRNISS, HÜBNER, RÖSS, KAISER, POLTE, Partnerschaft, 80336 München
DE-Anmeldedatum 15.05.2006
DE-Aktenzeichen 102006022572
Offenlegungstag 22.11.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 22.11.2007
IPC-Hauptklasse B23C 5/02(2006.01)A, F, I, 20060515, B, H, DE
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Fräswerkzeug (10) mit einem Schaft (12) und einem Schneidteil (14). Der Schneidteil (14) weist eine geradzahlige Anzahl größer/gleich vier von in Umfangsrichtung der Nuten (16e-16d) beabstandeten Schneidstegen (18a-18d) mit jeweils zumindest einer wendelförmig verlaufenden Umfangsschneide auf. Dabei ändert sich die Schneidengeometrie der zumindest einen Umfangsschneide (20) in Umfangsrichtung von Schneidsteg zu Schneidsteg bei gleicher Schnittrichtung gegensinnig.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Fräswerkzeug zur Bearbeitung insbesondere von faserverstärkten Werkstoffverbundplatten.

Aufgrund einer hohen Zugfestigkeit, gleichzeitig aber eines geringen Gewichts finden faserverstärkte Werkstoffverbundplatten als geeignete Leichtbauwerkstoffe speziell in der Luft- und Raumfahrtindustrie Anwendung. Für die Außenhaut moderner Flugzeuge werden beispielsweise sandwichartig aufgebaute Werkstoffverbundplatten eingesetzt, die eine Schicht aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK), eine Schicht aus Titan und eine weitere Schicht aus Aluminium aufweisen, wobei die Schichten unterschiedlich angeordnet sein können.

Allerdings stehen den oben genannten Vorteilen eine relativ schwierige Bearbeitbarkeit der faserverstärkten Werkstoffverbundplatten durch Fräsen entgegen. So treten bei der Fräsbearbeitung von faserverstärkten Werkstoffverbundplatten, beispielsweise bei der Fräsbearbeitung der Kanten von bereits vorgefertigten Bohrlöchern, häufig Delamination und Temperaturschädigung auf. Delamination bezeichnet das Herauslösen einzelner Fasern aus dem Faserverbund infolge einer Zerstörung desselben durch die Fräsbearbeitung. Mit zunehmendem Verschleiß des Fräswerkzeugs werden im Bereich der Schnittfläche hervorstehende Fasern des Faserverbunds dann nicht mehr richtig geschnitten, sondern infolge des Schnittimpulses nur mehr abgeschlagen. Diese Krafteinwirkung auf den Faserverbund führt letztlich zu einem Ausfransen der Ränder der bearbeiteten Bohrlöcher. Neben der Delamination erfährt die Werkstoffverbundplatte darüber hinaus eine lokale Erwärmung im Bereich der Schnittflächen des Faserverbundes bedingt durch die Schnittkräfte bzw. bei zunehmendem Verschleiß des Fräswerkzeugs durch Reibung zwischen dem Fräswerkzeug und dem Werkstück. Diese Erwärmung kann im schlimmsten Fall zu einem Fließen des Expoxidharzes der Matrix des Faserverbunds und damit zu einem Verkleben des bei der Fräsbearbeitung entstehenden Staubes an den Schnittflächen des Faserverbundes führen. Des Weiteren gehen derartige Fräsbedingungen zu Lasten der Standzeit der Fräswerkzeuge.

Vor diesem Hintergrund liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Fräswerkzeug zu schaffen, das sich für die Bearbeitung faserverstärkter Werkstoffverbundplatten, insbesondere sandwichartig aufgebauter Werkstoffverbundplatten mit einer Schicht aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK), eignet.

Gelöst wird diese Aufgabe durch ein Fräswerkzeug mit den Merkmalen des Anspruchs 1 oder 3. Vorteilhafte und/oder bevorzugte Weiterbildungen sind Gegenstand abhängiger Ansprüche.

Erfindungsgemäß sind die Schneidengeometrien der Umfangsschneiden an den Schneidstegen des in eine vorgegebene Richtung schneidenden Fräswerkzeugs so ausgestaltet, dass sich deren Richtungssinn während des Zerspanungsprozesses, d.h. bei gleichbleibender Schnittrichtung, in der Weise ändert, dass beispielsweise eine Werkstoffverbundplatte und damit eine in der Werkstoffverbundplatte enthaltene faserverstärkte Kunstoffschicht, z.B. CFK-Schicht, gegensinnig axial wirkende Schnittkräfte erfährt. Die Schnittkraft je Umfangsschneide lässt sich bezüglich der Drehachse des Fräswerkzeugs in einen in Axialrichtung wirkdenden Schnittkraftanteil und einen in Schnittrichtung wirkenden Schnittkraftanteil zerlegen. Die Schneidengeometrien der Umfangsschneiden des Fräswerkzeugs sind so ausgelegt, dass die in Axialrichtung wirkenden Schnittkraftanteile zweier Umfangsschneiden mit gegensinniger Schneidengeometrie gegensinnig, vorzugsweise gegeneinander gerichtet, orientiert sind. Dadurch wird erreicht, dass die Werkstoffverbundplatte, im Besonderen die faserverstärkte Kunststoffplatte, sowohl in die eine als auch in die andere Axialrichtung des Fräswerkzeugs wirkende Schnittkräfte (konkret: Schnittkraftanteile) erfährt. Hierdurch werden einzelne Fasern aus dem Faserverbund der faserverstärkten Kunststoffschicht zuverlässig abgeschnitten. Ein Herauslösen und Abschlagen einzelner Fasern aus dem Faserverbund und damit ein Ausfransen der Werkstoffverbundplatte kann mit dem erfindungsgemäßen Fräswerkzeug somit eingeschränkt werden.

Nach dem Anspruch 1 weist der Schneidteil eine geradzahlige Anzahl größer gleich vier, d.h. vier, sechs, acht, etc., von in Umfangsrichtung durch Nuten beabstandeten Schneidstegen mit jeweils zumindest einer wendelförmig verlaufenden Umfangsschneide auf. In dieser Ausführungsform ändert sich die Drallrichting der Schneidengeometrie der zumindest einen Umfangsschneide in Umfangsrichtung von Schneidsteg zu Schneidsteg gegensinnig, d.h. von einem Linksdrall zu einem Rechtsdrall und umgekehrt, bei gleicher Schnittrichtung. Durch die geradzahlige Anzahl größer gleich vier der Schneidstegen wird erreicht, dass die durch die wendelförmig verlaufenden Umfangsschneiden mit gegensinniger Schneidengeometrie erzeugten axialen Schnittkraftanteile zeitlich versetzt relativ kurz auf die bearbeitete Werkstoffverbundplatte einwirken, mit der Folge, dass eine übermäßige mechanische und thermische Belastung der Umfangsschneiden in Grenzen gehalten werden kann. Außerdem ist durch diese Ausführungsform sichergestellt, dass sich die axialen Schnittkraftanteile der im Zerspanungseingriff beim Fräsen ins Volle befindlichen Umfangsschneiden in der Summe stets aufheben.

In der Weiterbildung nach dem Anspruch 2 ist vorgesehen, dass die gegensinnigen Schneidengeometrien axial versetzt angeordnet sind. Beispielsweise ist eine linksgedrallte Schneidengeometrie an einem auf der Seite des Schafts liegenden Abschnitt des jeweiligen Schneidstegs ausgebildet, während eine rechtsgedrallte Schneidengeometrie an einem auf der Seite des Fräswerkzeugkopfs liegenden Abschnitt des jeweiligen Schneidstegs ausgebildet ist. Die links- und rechtsgedrallten Schneidengeometrien können in Axialrichtung des Fräswerkzeugs betrachtet getrennt, d.h. mit oder ohne Abstand, oder aber in Überlappung angeordnet sein.

Nach dem Anspruch 3 weist der Schneidteil eine Anzahl, vorzugsweise eine geradzahlige Anzahl größer gleich vier, von in Umfangsrichtung durch Nuten beabstandeten Schneidstegen auf. Die Schneidstege sind jeweils in zwei axiale Abschnitte mit jeweils zumindest einer wendelförmig verlaufenden Umfangsschneide unterteilt. In dieser Ausführungsform ändert sich die Drallrichtung der Schneidengeometrie der zumindest einen Umfangsschneide von einem der beiden axialen Abschnitte eines Schneidstegs zum anderen der beiden axialen Abschnitte desselben Schneidstegs gegensinnig, d.h. von einem Linksdrall zu einem Rechtsdrall und umgekehrt, bei gleicher Schnittrichtung. Diese Ausführungsform stellt sicher, dass die durch die Umfangsschneiden mit gegensinniger Schneidengeometrie erzeugten gegensinnig orientierten axialen Schnittkraftanteile stets zeitgleich auf die bearbeitete Werkstoffverbundplatte einwirken. Wenn die Schneidstege in einer geradzahligen Anzahl größer gleich vier vorgesehen sind, kann eine übermäßige mechanische und thermische Belastung der Umfangsschneiden in Grenzen gehalten werden.

In der Weiterbildung nach dem Anspruch 4 ist vorgesehen, dass die Schneidengeometrie der zumindest einen Umfangsschneide des auf der Seite des Schafts liegenden axialen Abschnitts linksgedrallt und die Schneidengeometrie der zumindest einen Umfangsschneide des auf der Seite des Fräswerkzeugkopfs liegenden axialen Abschnitts rechtsgedrallt ist.

In der Weiterbildung nach dem Anspruch 5 kann sich die Drallrichtung der Schneidengeometrien der Umfangsschneiden der beiden axialen Abschnitte von Schneidsteg zu Schneidsteg umkehren.

In der Weiterbildung nach dem Anspruch 6 sind die Schneidstege in Umfangsrichtung im Wesentlichen äquidistant beabstandet angeordnet. Hierdurch wird der Lauf des Fräswerkzeugs beruhigt. Es können – abweichend davon – auch Stegpaare äquidistant angeordnet sein, wobei jedes Stegpaar Umfangsschneiden mit gegensinniger Schneidengeometrie haben kann. Der Winkelabstand zweier Schneidstege eines Schneidstegpaares kann unabhängig vom Winkelabstand der Stegpaare festgelegt werden.

Im Sinne eines möglichst gleichmäßigen Schnittkraftverlaufs und einer guten Span- bzw. Materialabfuhr weisen die Schneidstege in der Weiterbildung nach dem Anspruch 7 jeweils eine Vielzahl von in äquidistanter axialer Teilung angeordneten Umfangsschneiden auf. Wenn gleichzeitig mehrere Schneiden in Eingriff sind, verringern sich die Schnittkräfte je Schneide, wodurch eine bessere Oberfächengenauigkeit und ein ruhigerer Lauf erhalten werden

In der Weiterbildung nach dem Anspruch 8 verlaufen die Nuten parallel zur Drehachse des Fräswerkzeugs.

In der Weiterbildung nach dem Anspruch 9 verlaufen die Schneidkanten der Umfangschneiden unter einem Winkel von 50° bis 60°, vorzugsweise 53 bis 57°, gegenüber der Drehachse des Fräswerkzeugs. Für die Bearbeitung der Werkstoffverbundplatte werden generell möglichst niedrige Schnittkräfte angestrebt. Vorteile niedriger Schnittkräfte sind unter anderem höhere geometrische Genauigkeit, geringere Maschinenleistung und Energieverbrauch, eine Schonung der Werkstoffverbundplatte und des Fräswerkzeugs sowie eine bessere Oberflächenqualität und eine geringere statische und dynamische Maschinenbelastung.

In der Weiterbildung nach dem Anspruch 10 sind der Schaft und der Schneidteil einstückig ausgebildet.

In der Weiterbildung nach dem Anspruch 11 ist das Fräswerkzeug aus Vollhartmetall gefertigt.

Der Querschnitt des Schneidkeils der Umfangsschneiden ist auf höchste Verschleifestigkeit sowie gegen ein Webrechen in Richtung Freifläche ausgelegt. Zur Erhöhung der Standzeit und Erhaltung der Schnittfreudigkeit des Fräswerkzeugs ist in der Weiterbildung nach dem Anspruch 11 zumindest im Bereich des Schneidteils zusätzlich eine Verschleißschutzbeschichtung vorgesehen. Durch das Zusammenspiel der erfindungsgemäßen Schneidengeometrie mit der Verschleißschutzschicht kann eine delaminationsfreie Bearbeitung von Werkstoffverbundplatten mit einer faserverstärkten Kunststoffschicht erhalten werden.

Weitere konstruktive Einzelheiten ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung bevorzugter Ausführungsformen in Verbindung mit den Zeichnungen, in denen:

1 eine Seitenansicht eines erfindungsgemäßen Fräswerkzeugs gemäß einer ersten Ausführungsform zeigt;

2 eine Draufsicht auf den Kopf des erfindungsgemäßen Fräswerkzeugs gemäß der ersten Ausführungsform zeigt;

3 eine Seitenansicht des Schneidteils des erfindungsgemäßen Fräswerkzeugs gemäß der ersten Ausführungsform zeigt;

4a und 4b jeweils einen Schnitt zur Veranschaulichung der Schneidkeilformen der Umfangsschneiden zweier Schneidstege des erfindungsgemäßen Fräswerkzeugs gemäß der ersten Ausführungsform zeigen;

5 eine Seitenansicht eines erfindungsgemäßen Fräswerkzeugs gemäß einer zweiten Ausführungsform zeigt;

6 eine Draufsicht auf den Kopf des erfindungsgemäßen Fräswerkzeugs gemäß der zweiten Ausführungsform zeigt;

7 eine Seitenansicht des Schneidteils des erfindungsgemäßen Fräswerkzeugs gemäß der zweiten Ausführungsform zeigt;

8a und 8b jeweils einen Schnitt zur Veranschaulichung der Schneidkeilformen der Umfangsschneiden eines Schneidstegs des erfindungsgemäßen Fräswerkzeugs gemäß der zweiten Ausführungsform zeigen;

9 eine Seitenansicht eines erfindungsgemäßen Fräswerkzeugs gemäß einer dritten Ausführungsform zeigt; und

10 eine Seitenansicht eines erfindungsgemäßen Fräswerkzeugs gemäß einer vierten Ausführungsform zeigt.

Erste Ausführungsform

1 zeigt ein geradegenutetes, rechtsschneidendes Fräswerkzeug 10 gemäß einer ersten Ausführungsform mit einem zylindrischen Schaft 12 und einem Schneidteil 14. Das Fräswerkzeug 10 ist einstückig aus Vollhartmetall hergestellt und weist eine reibungs- und/oder verschleißmindernde Oberflächenschutzbeschichtung auf.

Der Schneidteil 14 weist, wie aus 2 ersichtlich ist, vier, in Umfangsrichtung durch Nuten 16a, 16b, 16c, 16d äqudistant beabstandete Schneidstege 18a, 18b, 18c, 18d auf. Jeder Schneidsteg 18a, 18b, 18c, 18d definiert eine Vielzahl von in Axialrichtung in äquidistanter Teilung T (siehe 3a, 3b) angeordneten Umfangsschneiden 20 bzw. 22.

Wie sich aus 1, 3, 4a und 4b ergibt, ändert sich der Richtungssinn der Schneidengeometrien der Umfangsschneiden 20, 22 in Umfangsrichtung des Fräswerkzeugs 10 von Schneidsteg zu Schneidsteg. Während die Schneidengeometrien der an den Schneidestegen 18a und 18c ausgebildeten Umfangsschneiden 20 einen Rechtsdrall aufweisen, weisen die Schneidengeometrien der an den Schneidstegen 18b und 18d ausgebildeten Umfangsschneiden 22 einen Linksdrall auf.

Der Querschnitt der Schneidkeilformen der Umfangsschneiden 20 der Schneidstege 18a und 18c ist in 4a veranschaulicht. Der Querschnitt der Schneidkeilformen der Umfangsschneiden 22 der Schneidstege 18b und 18d ist in 4b veranschaulicht. Wie aus 4a und 4b deutlich erkennbar ist, sind die Schneidkeile der Umfangsschneiden 20 gegen die Schneidkeile der Umfangsschneiden 22 gerichtet.

In der nachfolgenden Tabelle sind die die Schneidengeometrie bestimmenden Parameter für die rechtsgewendelten Umfangsschneiden 20 und die linksgewendelten Umfangsschneiden 22 sowie weitere Parameter des Fräswerkzeugs 10 gemäß der ersten Ausführungsform zusammengefasst: L 112,8 mm L1 70,5 mm L2 28,2 mm D 16,9 mm D2 17,9 mm D 10,6 mm B 5,7 mm &agr; 57°

Zweite Ausführungsform

5 zeigt ein geradegenutetes, rechtsschneidendes Fräswerkzeug 100 gemäß einer zweiten Ausführungsform mit einem zylindrischen Schaft 112 und einem Schneidteil 114. Das Fräswerkzeug 100 ist einstückig aus Vollhartmetall hergestellt und weist eine reibungs- und/oder verschleißmindernde Oberflächenschutzbeschichtung auf.

Der Schneidteil 114 weist, wie aus 6 ersichtlich ist, vier, in Umfangsrichtung durch Nuten 116a, 116b, 116c, 116d äqudistant beabstandete Schneidstege 118a, 118b, 118c, 118d auf. Jeder Schneidsteg 118a, 118b, 118c, 118d weist zwei axiale Abschnitte 118a1 und 118a2, 118b1 und 118b2, 118c1 und 118c2 bzw. 118d1 und 118d2 auf. Jeder dieser axialen Abschnitte definiert eine Vielzahl von in Axialrichtung in äquidistanter Teilung T (siehe 8a, 8b) angeordneten Umfangsschneiden 120 bzw. 122.

Wie sich aus 5, 7, 8a und 8b ergibt, ändert sich der Richtungssinn der Schneidengeometrien der Umfangsschneiden 120, 122 jedes Schneidstegs 118a, 118b, 118c, 118d in Axialrichtung des Fräswerkzeugs 100 von dem auf Seiten des Kopfs des Fräswerkzeugs 100 liegenden axialen Abschnitt 118a1, 118b1, 118c1 bzw. 118d1 zu dem auf Seiten des Schafts 112 liegenden axialen Abschnitt 118a2, 118b2, 118c2 bzw. 118d2. Während die Schneidengeometrien der an den kopfseitigen axialen Abschnitten 118a1, 118b1, 118c1 bzw. 118d1 ausgebildeten Umfangsschneiden 120 einen Rechtsdrall aufweisen, weisen die Schneidengeometrien der an den schaftseitigen axialen Abschnitten 118a2, 118b2, 118c2 bzw. 118d2 ausgebildeten Umfangsschneiden 122 einen Linksdrall auf.

Der Querschnitt der Schneidkeilformen der Umfangsschneiden 120 ist in 8a veranschaulicht. Der Querschnitt der Schneidkeilformen der Umfangsschneiden 122 ist in 8b veranschaulicht. Wie aus 8a und 8b deutlich erkennbar ist, sind die Schneidkeile der Umfangsschneiden 120 gegen die Schneidkeile der Umfangsschneiden 122 gerichtet.

In der nachfolgenden Tabelle sind die die Schneidengeometrie bestimmenden Parameter für die rechtsgewendelten Umfangsschneiden 120 und die linksgewendelten Umfangsschneiden 122 sowie weitere Parameter des Fräswerkzeugs 100 gemäß der zweiten Ausführungsform zusammengefasst: L 112,8 mm L1 70,5 mm L2 28,2 mm L3 14,1 mm D 16,9 mm D2 17,9 mm d 10,6 mm B 5,7 mm &agr;120 57° &agr;122 57°

Dritte Ausführungsform

9 zeigt ein geradegenutetes, rechtsschneidendes Fräswerkzeug 200 gemäß einer dritten Ausführungsform, das sich von dem Fräswerkzeug gemäß der ersten Ausführungsform lediglich dadurch unterscheidet, dass die Umfangsschneiden 220 und 222 mit gegensinnigen Schneidengeometrien nicht über die volle Länge des jeweiligen Schneidstegs sondern nur über desse halbe Länge ausgebildet und damit axial versetzt angeordnet. Gemäß 9 sind die Umfangsschneiden 222 des Schneidstegs 218d, die eine linksgedrallte Schneidengeometrie aufweisen, auf den auf der Seite des Schafts 212 liegenden halben Längenabschnitt des Schneidstegs 218d beschränkt, während die Umfangsschneiden 220 des Schneidstegs 218a, die eine rechtsgedrallte Schneidengeometrie aufweisen, auf den auf der Seite des Fräswerkzeugkopfs liegenden halben Längenabschnitt des Schneidstegs 218a beschränkt sind.

In 9 sind die links- und rechtsgedrallten Umfangsschneiden 222 und 220 in Axialrichtung des Fräswerkzeugs 200 hintereinander angeordnet. Hiervon abweichend können die links- und rechtsgedrallten Umfangsschneiden 222 und 220 in Axialrichtung des Fräswerkzeugs 200 aber auch mit einem axialen Abstand hintereinander oder aber in Überlappung angeordnet sein.

Vierte Ausführungsform

10 zeigt ein geradegenutetes, rechtsschneidendes Fräswerkzeug 300 gemäß einer vierten Ausführungsform, das sich von dem Fräswerkzeug gemäß der zweiten Ausführungsform lediglich dadurch unterscheidet, dass sich die Drallrichtung der Schneidengeometrien der Umfangsschneiden der beiden axialen Abschnitte von Schneidsteg zu Schneidsteg umkehrt.

Weitere Ausführungsformen

Die vorstehend dargestellte erste bis vierte Ausführungsformen sind derzeit bevorzugte Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Fräswerkzeugs. Daher gilt zu beachten, dass insbesondere die erwähnten Parameter betreffend die Schneidengeometrie der Umfangsschneiden und die weitere Ausgestaltung keinerlei Beschränkung des erfindungsgemäßen des Fräswerkzeugs darstellen.


Anspruch[de]
Fräswerkzeug (10; 200) mit einem Schaft (12; 212) und einem Schneidteil (14; 214), dadurch gekennzeichnet, dass

der Schneidteil (14; 214) eine geradzahlige Anzahl größer gleich vier von in Umfangsrichtung durch Nuten (16a16d) beabstandeten Schneidstegen (18a18d) mit jeweils zumindest einer wendelförmig verlaufenden Umfangsschneide (20, 22) aufweist, und

sich die Schneidengeometrie der zumindest einen Umfangsschneide (20, 22) in Umfangsrichtung von Schneidsteg zu Schneidsteg bei gleicher Schnittrichtung gegensinnig ändert.
Fräswerkzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die gegensinnige Schneidengeometrien axial versetzt angeordnet sind. Fräswerkzeug (100; 300) mit einem Schaft (112) und einem Schneidteil (114), dadurch gekennzeichnet, dass

der Schneidteil (114) eine Anzahl, vorzugsweise eine geradzahlige Anzahl größer gleich vier, von in Umfangsrichtung durch Nuten (116a116d) beabstandeten Schneidstegen (118a118d) aufweist,

die Schneidstege (118a118d) jeweils in zwei axiale Abschnitte (118a1118d2) mit jeweils zumindest einer wendelförmig verlaufenden Umfangsschneide (120, 122) unterteilt sind, und

sich die Schneidengeometrie der zumindest einen Umfangsschneide (120, 122) von einem der beiden Abschnitte eines Schneidstegs zum anderen der beiden Abschnitte des Schneidstegs bei gleicher Schnittrichtung gegensinnig ändert.
Fräswerkzeug nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Schneidengeometrie der zumindest einen Umfangsschneide des auf der Seite des Schafts liegenden Abschnitts linksgedrallt und die Schneidengeometrie der zumindest einen Umfangsschneide des auf der Seite des Fräswerkzeugkopfs liegenden Abschnitts rechtsgedrallt ist. Fräswerkzeug nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass sich die Drallrichtung der Schneidengeometrien der Umfangsschneiden der beiden axialen Abschnitte von Schneidsteg zu Schneidsteg umkehrt. Fräswerkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schneidstege in Umfangsrichtung im Wesentlichen äquidistant beabstandet angeordnet sind. Fräswerkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schneidstege jeweils eine Vielzahl von in äquidistanter axialer Teilung angeordneten Umfangsschneiden aufweisen. Fräswerkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Nuten parallel zur Drehachse des Fräswerkzeugs verlaufen. Fräswerkzeug nach Anspruch einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schneidkanten der Umfangschneiden unter einem Winkel von 50° bis 60°, vorzugsweise 53 bis 57°, gegenüber der Drehachse des Fräswerkzeugs verlaufen. Fräswerkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Schaft und der Schneidteil einstückig ausgebildet sind. Fräswerkzeug nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Fräswerkzeug aus Vollhartmetall gefertigt sind. Fräswerkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine zumindest im Bereich des Schneidteils vorgesehene Verschleißschutzbeschichtung.






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