Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Ermittlung bzw. Verringerung
einer Unwucht bei einer Maschine zum Waschen und/oder Trocknen von Wäsche der
im Oberbegriff des Patentanspruchs 1 angegebenen Art.
Bei einem derartigen, aus der DE
196 14 721 B4 als bekannt zu entnehmenden Verfahren wird die Wäsche
nach dem Beladen der Maschine zunächst durch eine oszillierende Drehbewegung
von deren Wäschetrommel möglichst gleichmäßig am Außenumfang
verteilt. Die Wäsche wird dabei um ein variables Gewicht herum verteilt, welches
seinerseits fest mit der Wäschetrommel verbunden ist. Die Wäsche und das
variable Gewicht bilden dabei eine resultierende exzentrische Belastung, welche
anschließend detektiert werden kann. Um diese exzentrische Belastung zu minimieren,
kann das an der Wäschetrommel befestigte variable Gewicht mittels einer ein-
bzw. auslassbaren Flüssigkeit variiert werden. Demgemäß kann mit
dem variablen Gewicht die sich jeweils ändernde exzentrische Belastung bzw.
Unwucht der Wäschetrommel ausgeglichen werden, je nachdem, in welcher Position
und mit welchem Gewicht sich die Wäsche innerhalb der Wäschetrommel verteilt.
Als nachteilig bei diesem bekannten Verfahren ist jedoch der Umstand
anzusehen, dass zunächst ein variables Gewicht innerhalb der Wäschetrommel
bzw. an dieser befestigt vorgesehen werden muss, welches in einem relativ umständlichen
Verfahren – je nach erforderlichem Gewicht – mit der Flüssigkeit
befüllt werden muss. Darüber hinaus kann mit dem veränderbaren Gewicht
nur in engen Toleranzen ein exzentrischer Ausgleich der durch die Wäsche verursachten
Unwucht erreicht werden. Insbesondere wenn ein größerer Teil der eingefüllten
Wäsche nahe des variablen Gewichts zu liegen kommt, ist demgemäß
eine Verringerung der Unwucht der Wäschetrommel nicht mehr möglich.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, ein Verfahren der
eingangs genannten Art zu schaffen, welches einfacher und zuverlässiger durchführbar
ist.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren zur
Ermittlung bzw. Verringerung einer Unwucht bei einer Maschine zum Waschen und/oder
Trocknen von Wäsche mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte
Ausgestaltungen mit zweckmäßigen und nicht-trivialen Weiterbildungen der
Erfindung sind in den übrigen Patentansprüchen beschrieben.
Bei dem Verfahren nach der Erfindung ist es vorgesehen, dass die Wäschetrommel
zunächst mit einer Drehzahl bewegt wird, welche mindestens der Anlegedrehzahl
der Wäsche entspricht. Die Anlegedrehzahl ist dabei als diejenige Drehzahl
zu verstehen, bei welcher eine auf die Wäsche wirkende Zentrifugalkraft gleich
oder größer als eine auf die Wäsche wirkende Schwerkraft ist. Mit
anderen Worten muss die Wäschetrommel zunächst so gedreht werden, dass
die Wäsche relativ zur sich drehenden Wäschetrommel an Ort und Stelle
verbleibt. Im Weiteren wird dann eine Wäschebeladung für wenigstens zwei
und vorzugsweise vier Sektoren der Wäschetrommel ermittelt, in welche diese
zuvor eingeteilt worden ist. Nachdem in einem weiteren Schritt eine eventuell vorhandene
Ungleichverteilung zwischen den mindestens zwei und vorzugsweise vier Sektoren bestimmt
worden ist, wird eine mindestens einmalige Änderung einer momentanen Winkelgeschwindigkeit
der Wäschetrommel vorgenommen, falls die Ungleichverteilung einen vorbestimmten
Grenzwert überschreitet. Unter dieser Änderung ist insbesondere eine Verringerung
der momentanen Winkelgeschwindigkeit der Wäschetrommel zu verstehen, durch
welche die Wäsche innerhalb der Wäschetrommel neu verteilt wird. In einem
weiteren Schritt e) wird neuerlich die Wäschebeladung für die einzelnen
Sektoren ermittelt und eine gegebenenfalls noch bestehende Ungleichverteilung zwischen
den einzelnen Sektoren bestimmt. Sollte diese Ungleichverteilung oberhalb des vorbestimmten
Grenzwertes liegen, so wird erneut eine Änderung der momentanen Winkelgeschwindigkeit
der Wäschetrommel vorgenommen. Sollte hingegen die Ungleichverteilung der Wäsche
zwischen den einzelnen Sektoren unterhalb des vorbestimmten Grenzwerts liegen, so
ist eine tolerierbare bzw. minimierte Unwucht gegeben, wonach die Wäschetrommel
mit einer Zieldrehzahl – beispielsweise zum Schleudern der Wäsche –
betrieben werden kann.
Mit anderen Worten ist es erfindungsgemäß vorgesehen, die
gegebenenfalls zwischen den einzelnen Sektoren der Wäschetrommel vorhandene
Ungleichverteilung der Wäschebeladung dadurch zu verringern, dass die momentane
Winkelgeschwindigkeit der Wäschetrommel geändert und hierdurch eine Umverteilung
der Wäsche vorgenommen wird. Dieser Vorgang wird vorzugsweise solange durchgeführt,
bis ein vorbestimmter Grenzwert unterschritten und der eigentliche Wasch- bzw. Trockenvorgang
eingeleitet werden kann. Das erfindungsgemäße Verfahren zeichnet sich
dabei insbesondere dadurch aus, dass mit relativ einfachen Mitteln – beispielsweise
über eine Lageerkennung des Läufers und/oder über einen Tachometer
an der Trommelwelle in Kenntnis des Übersetzungsverhältnisses –
die sich drehende Wäschetrommel in einzelne Sektoren unterteilt werden kann.
Die ungleiche Wäscheverteilung der Wäschebeladung zwischen den einzelnen
Sektoren korreliert dabei beispielsweise mit dem Motorstrom, der Motorspannung,
der Motorleistung und der Drehzahl des Antriebs der Wäschetrommel.
Somit kann durch eine einfache Steuereinheit die Verteilung der Wäschebeladung
pro Sektor äußerst einfach ermittelt werden. Weiterhin kann über
eine derartige Steuerung auf einfache Weise ein Eingriff in die momentane Winkelgeschwindigkeit
der Wäschetrommel erfolgen, wodurch sich eine Umverteilung der Wäschebeladung
innerhalb der Wäschetrommel ergibt. Die Schritte b), c) und d) werden gegebenenfalls
in mehreren Durchgängen wiederholt, bis die Ungleichverteilung des Wäscheguts
innerhalb der verschiedenen Sektoren unterhalb eines vorbestimmten Grenzwerts liegt.
Es ist demgemäß erkennbar, dass das vorbeschriebene Verfahren
mit äußerst einfachen, vorzugsweise ohnehin vorhandenen Mess- und Steuereinheiten
der Maschine durchgeführt werden kann. Im Unterschied zum bekannten Stand der
Technik gemäß DE 196 14 721 B4
kann darüber hinaus auf ein umständliches Befüllen eines Gegengewichts
verzichtet werden. Vielmehr wird die durch die Wäschebeladung gegebenenfalls
verursachte Unwucht lediglich dadurch minimiert bzw. eliminiert, dass die momentane
Winkelgeschwindigkeit der Wäschetrommel entsprechend verändert wird. Dabei
erweist sich das erfindungsgemäße Verfahren als äußerst zuverlässig,
da dieses mehrfach wiederholt werden kann, bis eine gleichmäßige Verteilung
der Wäsche innerhalb der einzelnen Sektoren vorliegt.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung lässt sich eine besonders
schnelle und zuverlässige Umverteilung von Wäsche dadurch erreichen, dass
die Winkelgeschwindigkeit der Wäschetrommel entsprechend abrupt bzw. schlagartig
verringert wird. Gleichfalls wäre es jedoch auch denkbar, die Winkelgeschwindigkeit
der Wäschetrommel momentan zu erhöhen, um hierdurch ein Umverteilen einzelner
Wäschestücke zu erreichen. In beiden Fällen ist es jedoch erfindungsgemäß
vorgesehen, dass die Verringerung bzw. Erhöhung der Winkelgeschwindigkeit der
Wäschetrommel bis zu einem trägheitsbedingten Ablösen bzw. Werfen
von Wäsche aus dem entsprechenden, die übermäßige Wäschebeladung
aufweisenden Sektor vorgenommen wird.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung wird die Verringerung der
Winkelgeschwindigkeit der Wäschetrommel dann vorgenommen, wenn die Wäsche
gegen die Schwerkraft angehoben wird und sich oberhalb einer Drehachse der Wäschetrommel
befindet. Bei einer Verringerung der Winkelgeschwindigkeit der Wäschetrommel
im entsprechenden Sektor ist sichergestellt, dass die überschüssige Wäsche
entsprechend einfach und zuverlässig trägheitsbedingt abgelöst und
in einen anderen Sektor der Wäschetrommel geworfen wird.
In weiter vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung wird ein eine
Unterladung aufweisender Sektor im Bereich einer Auftreffstelle der abgelösten
bzw. geworfenen Wäsche positioniert. Hierdurch wird auf einfache und schnelle
Weise eine gleichmäßige Verteilung der Wäsche über die gesamte
Wäschetrommel bzw. eine Verringerung der Unwucht erreicht.
Um den die Unterladung aufweisenden Sektor exakt im Bereich der Auftreffstelle
der zuvor abgelösten bzw. geworfenen Wäsche positionieren zu können,
hat es sich in weiterer Ausgestaltung der Erfindung als besonders vorteilhaft gezeigt,
eine weitere Änderung der Winkelgeschwindigkeit der Wäschetrommel vorzunehmen.
Durch eine derartige Änderung – also eine Verringerung oder Vergrößerung
– der Winkelgeschwindigkeit kann demgemäß der die Unterbeladung
aufweisende Sektor während des Flugs der abgelösten bzw. geworfenen Wäsche
auf einfache Weise exakt dort positioniert werden, wo deren Auftreffen erwartet
wird.
Nachdem bei einer entsprechenden Ungleichverteilung der Wäschebeladung
zwischen den einzelnen Sektoren die Schritte b), c) sowie gegebenenfalls d) ein
oder mehrmals durchlaufen werden, wird im Anschluss an Schritt e) in einem zusätzlichen
Schritt f) eine gewünschte Zieldrehzahl der Wäschetrommel eingestellt,
sofern die Ungleichverteilung den vorbestimmten Grenzwert gemäß Schritt
d) unterschritten hat.
Schließlich ist es in dem zusätzlichen Schritt f) jedoch
auch denkbar, dass eine gegenüber einer gewünschten Zieldrehzahl verringerte
Drehzahl der Wäschetrommel eingestellt wird, für den Fall, dass die Ungleichverteilung
den vorbestimmten Grenzwert nicht unterschreitet. In diesem Fall wird die gewünschte
Zieldrehzahl nicht erreicht, sondern vielmehr eine geräteschonende Drehzahl
eingestellt.
Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben
sich aus der nachfolgenden Beschreibung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels
sowie anhand der Zeichnungen; diese zeigen in:
1 drei schematische Schnittansichten einer drehbaren
Wäschetrommel einer hier als Frontladerwaschmaschine ausgebildeten Maschine
zum Waschen und/oder Trocknen von Wäsche, welche vorliegend in vier sich über
jeweils 90° der Wäschetrommel erstreckende Sektoren unterteilt und mit
Wäsche beladen ist, wobei eine in der linken Schnittansicht im linken unteren
Sektor dargestellte Überbeladung von Wäsche im weiteren Verlauf der Drehbewegung
der Wäschetrommel dadurch umverteilt wird, dass diese gemäß der mittleren
Schnittansicht trägheitsbedingt abgelöst und gemäß der rechten
Schnittansicht in einen Sektor geworfen wird, der eine entsprechende Unterbeladung
an Wäsche aufweist;
2 ein schematisches Diagramm des Verlaufs des maschinenspezifischen
Motorstroms, der Ist-Drehzahl, der Leistung bzw. der Drehzahlsollwerte im Verlauf
einer Umdrehung der Wäschetrommel; und in
3 ein schematischer Ablaufplan der einzelnen Verfahrensschritte
zur Ermittlung bzw. Verringerung einer Unwucht von Wäsche bei der vorliegenden
Frontladerwachmaschine.
In 1 ist in drei schematischen Schnittansichten
jeweils die Wäschetrommel 10 einer im vorliegenden Ausführungsbeispiel
als Frontladerwaschmaschine ausgebildeten Maschine zum Waschen und/oder Trocknen
von Wäsche dargestellt. Die Wäschetrommel 10 ist vorliegend in
vier Sektoren I, II, III, IV unterteilt, welche sich über jeweils 90°
des Außenumfangs der Wäschetrommel 10 erstrecken. Die Wäschetrommel
10 ist vorliegend mit Wäsche beladen, welche in der linken Schnittansicht
gemäß 1 eine erhebliche Ungleichverteilung
aufweist. Insbesondere im linken unteren Sektor IV ist eine Überbeladung von
Wäsche der Masse m erkennbar, die insbesondere beim Betrieb der Frontladerwaschmaschine
mit höheren Drehzahlen – wie beispielsweise beim Schleudern nasser Wäsche
– zu einer erheblichen Unwucht mit dem damit verbundenen unruhigen Gerätestandverhalten
bzw. Geräteversatz bedingt durch Gehäuseschwingungen sowie zu dem damit
einhergehenden Verschleiß führen würde.
Aus diesem Grund wird beim vorliegenden Verfahren die Wäschetrommel
10 zunächst mit einer Drehzahl betrieben, welche mindestens der Anlegedrehzahl
der Wäsche entspricht. Die Anlegedrehzahl ist somit als diejenige Drehzahl
zu verstehen, bei welcher eine auf die Wäsche wirkende Zentrifugalkraft gleich
oder größer als eine auf die Wäsche wirkende Schwerkraft ist, so
dass die Wäsche an der Innenwand der sich drehenden Wäschetrommel
10 an Ort und Stelle verbleibt. Die durch die Ungleichverteilung der Wäsche
bzw. insbesondere die Überbeladung der Masse m erzeugte Unwucht führt
beim Betrieb der Wäschetrommel 10 mit mindestens der Anlegedrehzahl
der Wäsche zu korrelierenden Kenngrößen wie beispielsweise des Motorstroms,
der Motorspannung, der Motorleistung und der Drehzahl des Antriebs der Wäschetrommel
10. Der maschinenspezifische Motorstrom, die Istdrehzahl und die Leistung
sind demgemäß in 2 bezogen auf den jeweiligen
Sektor I, II, III, IV der Wäschetrommel 10 entsprechend abgetragen.
Demgemäß ist aus 2 erkennbar, dass bei der
hier sich entgegen dem Uhrzeigersinn drehenden Wäschetrommel 10 ein
Anstieg der Leistung zu verzeichnen ist, sobald die Überladung der Masse m
in die Sektoren III, bzw. II kommt. In diesen beiden Sektoren III, II muss die Überladung
mit der Masse m gegen die Schwerkraft angehoben werden, wozu eine erhöhte maschinenspezifische
Leistung erforderlich ist. Analog hierzu fällt die Istdrehzahl der Wäschetrommel
10 ab, wenn die Überladung mit der Masse m die Sektoren III, II durchläuft.
Ebenso analog erhöht sich der Motorstrom des Antriebs der Wäschetrommel
10, sobald die Überladung mit der Masse m die Sektoren III bzw. II
durchläuft.
Die Momentanwerte aller oder einiger dieser Kenngrößen können
auf einfache Weise mittels einer Steuereinheit der Frontladerwaschmaschine ermittelt
werden. Darüber hinaus kann durch die Steuereinheit ermittelt werden, wann
eine Trommelumdrehung der Wäschetrommel 10 vorüber ist. Mittels
einer Lagererkennung des Läufers und/oder über einen Tachometer und in
Kenntnis des Übersetzungsverhältnisses des Getriebes zwischen dem Motor
der Frontladerwaschmaschine und der Wäschetrommel 10 ist es demgemäß
möglich, eine genaue Bestimmung der Sektoren I, II, III, IV vorzunehmen. In
Kenntnis der einzelnen Sektoren I, II, III, IV sowie der Momentanwerte einiger oder
aller maschinenspezifischen Kenngrößen ist es somit mittels der Steuereinheit
der Frontladerwaschmaschine möglich, die Wäschebeladung jedes der Sektoren
I, II, III, IV exakt zu ermitteln. Insbesondere kann durch die Steuereinheit ermittelt
werden, welche Sektoren I, II, III, IV mit einer überdurchschnittlichen Wäschebeladung
und welche mit einer unterdurchschnittlichen Wäschebeladung versehen sind.
Hierzu können entsprechende Durchschnittsbeladungen herangezogen werden, welche
zuvor abgeleitet worden sind.
Die prinzipielle Durchführung des Verfahrens soll nun in Zusammenschau
mit dem Ablaufplan gemäß 3 beispielsweise
bei einem Schleudervorgang von nasser Wäsche durch die Frontladerwaschmaschine
verdeutlicht werden. Nach dem Beladen der Wäschetrommel 10 und dem
Start des Schleuderprogramms findet zunächst die grobe Verteilung der Wäsche
bei einer Drehung der Wäschetrommel mit einer Drehzahl knapp oberhalb der Anlegedrehzahl
statt. Die oben bereits beschriebene Ermittlung der Wäschebeladung für
jeden der vier Sektoren I, II, III, IV mittels der Steuereinheit erfolgt dabei auf
der Grundlage von vorbestimmten Sektoren. Diese können gerätespezifisch
voreingestellt werden oder aber individuell durch die Steuereinheit mittels der
maschinenspezifischen Kenngrößen bestimmt werden.
Anhand der ermittelten Wäschebeladungen für jeden der Sektoren
I, II, III, IV kann nun eine Ungleichverteilung bzw. Überbeladung der einzelnen
Sektoren I, II, III, IV ermittelt werden und mit einem vorbestimmten Grenzwert verglichen
werden. Falls der vorbestimmte Grenzwert überschritten wird und demgemäß
in einem oder mehreren Sektoren I, II, III, IV eine Überbeladung an Wäsche
vorliegt, so wird eine Änderung der momentanen Winkelgeschwindigkeit
der Wäschetrommel 10 vorgenommen.
In Zusammenschau mit der mittleren Schnittansicht gemäß
1 ist erkennbar, dass die Änderung der Winkelgeschwindigkeit
der Wäschetrommel 10 vorgenommen wird, sobald die Überladung
mit der Masse m den rechten oberen Sektor II erreicht hat. Die Änderung der
momentanen Winkelgeschwindigkeit ist dabei dergestalt, dass die Wäschetrommel
10 abrupt bzw. schlagartig abgebremst wird. Die im Verlauf des Sektors
III gegen die Schwerkraft angehobene und sich in Sektor II oberhalb der Drehachse
d befindende Überladung mit der Masse m wird dementsprechend trägheitsbedingt
abgelöst und in Richtung der Sektoren I bzw. IV geworfen. Es ist insbesondere
aus der mittleren Schnittansicht gemäß 1
erkennbar, dass dementsprechend das Ablösen bzw. Werfen der Überladung
mit der Masse m insbesondere im Sektor II erfolgen muss. Somit durchläuft die
abgelöste Überladung an Wäsche eine mit der Linie 12 gestrichelt
angedeutete Wurfbahn.
Während sich die abgelöste Überladung m an Wäsche
– wie in der mittleren Schnittdarstellung gemäß 1
gezeigt – auf ihrer Wurfbahn 12 befindet, kann gegebenenfalls eine
weitere Änderung der Winkelgeschwindigkeit vorgenommen werden, um einen eine
Unterladung aufweisenden Sektor – beispielsweise Sektor IV in der rechten
Schnittdarstellung von 1 – im Bereich einer
Auftreffstelle der abgelösten bzw. geworfenen Überladung m an Wäsche
zu positionieren. Mittels der Steuereinheit der Frontladerwaschmaschine kann dabei
eine Wurfbahnzeit ermittelt werden, welche vergeht, bis die abgelöste Überladung
m an Wäsche in dem die Unterladung aufweisenden Sektor IV auftrifft.
In dem Diagramm gemäß 2 ist
dabei erkennbar, dass der Drehzahlsollwert der Wäschetrommel 10 mittels
der Steuereinheit entsprechend erhöht bzw. erniedrigt werden kann, je nachdem,
ob die Wurfbahnzeit der abgelösten Wäsche größer oder kleiner
im Verhältnis zur Trommelbahnwegzeit des die Unterbeladung aufweisenden Sektors
IV ist. Ist zum Beispiel die Wurfbahnzeit größer als die Trommelbahnwegzeit
des die Unterbeladung aufweisen Sektors IV, so würde die abgelöste Wäsche
theoretisch zu spät an der gewünschten Auftreffstelle aufkommen. Dementsprechend
ist es notwendig, dass die Drehzahl der Wäschetrommel 10 zwischen
den Sektoren II und I kurzeitig erniedrigt wird, so dass die abgelöste Wäsche
in dem Moment auftrifft, wo der die Unterbeladung aufweisende Sektor IV die Auftreffstelle
der abgelösten Wäsche erreicht. Im entsprechend umgekehrten Fall, bei
dem die Wurfbahnzeit kleiner ist als die Trommelbahnwegzeit des die Unterbeladung
aufweisenden Sektors IV, würde die abgelöste Wäsche theoretisch bereits
auftreffen, bevor der die Unterbeladung aufweisende Sektor IV die Auftreffstelle
erreicht. Demgemäß wird in diesem Fall die Drehzahl der Wäschetrommel
10 in den Sektoren II und I kurzeitig erhöht, um sicherzustellen,
dass sich der die Unterbeladung aufweisende Sektor IV zum Zeitpunkt des Auftreffens
der abgelösten Wäsche an der Auftreffstelle befindet. Das Auftreffen der
die Wurfbahn 12 durchlaufenden abgelösten Wäsche im Bereich von
Sektor IV ist in der rechten Schnittdarstellung gemäß 1
dargestellt.
Insbesondere aus 3 ist erkennbar, dass
nach dem Neuverteilen der Wäsche die Anzahl N von Durchläufen der Neuverteilung
einer Überbeladung von Wäsche um den Wert 1 erhöht wird. Nunmehr
kann eine erneute Ermittlung der Wäschebeladung innerhalb der einzelnen Sektoren
I, II, III, IV durchgeführt, eine Ungleichverteilung ermittelt und gegebenenfalls
nochmals eine Änderung der momentanen Winkelgeschwindigkeit durchgeführt
werden, um eine nochmalige Neuverteilung von einer gegebenenfalls dann noch vorhandenen
Überladung in einem der Sektoren I, II, III, IV vorzunehmen.
Unterschreitet die Ungleichverteilung hingegen den vorbestimmten Grenzwert,
so dass lediglich eine tolerierbare bzw. geringe Unwucht existent ist, so kann das
Verfahren der Umverteilung der Wäsche abgeschlossen werden. Ebenfalls wird
die Umverteilung von Wäsche beendet, wenn eine maximale Anzahl NMax
von Durchläufen N erreicht ist, und die Ungleichverteilung der Wäsche
den vorbestimmten Grenzwert nicht unterschreitet.
Für den Fall, dass die Ungleichverteilung den vorbestimmten Grenzwert
unterschreitet, kann der Schleuderprozess fortegeführt und die gewünschte
Zieldrehzahl der Wäschetrommel 10 mittels der Steuereinheit eingestellt
werden. Wird hingegen nach der maximalen Anzahl von Durchläufen N der Grenzwert
für die Ungleichverteilung nach wie vor überschritten, so wird mittels
der Steuereinheit nicht die gewünschte Zieldrehzahl eingestellt, sondern vielmehr
eine verringerte Drehzahl der Wäschetrommel 10. Hierdurch soll sichergestellt
werden, dass bei einer nach wie vor existenten erheblichen Unwucht die Maschine
keinem erhöhtem Verschleiß ausgesetzt wird. Gleichfalls soll dadurch verhindert
werden, dass auf Grund der zu hohen Unwucht ein unruhiges Gerätestandverhalten
oder ein Geräteversatz entstehen können.