Die Erfindung betrifft einen Verstärkungskord, insbesondere als
Festigkeitsträger in Bauteilen von Fahrzeugluftreifen, welcher aus einem einzelnen
Stahlfilament oder aus mehreren zu einem Stahlkord verseilten Stahlfilamenten besteht.
Es ist üblich, Stahlkorde als Festigkeitsträger in Gürtellagen
oder Karkasslagen von Fahrzeugluftreifen zu verwenden. Zumeist werden Stahlkorde
eingesetzt, die zwei oder mehr Stahlfilamente aufweisen, welche miteinander nach
unterschiedlichen Mustern verseilt bzw. verdreht werden. Zu den bekannten als Gürtelkorde
einsetzbaren Stahlkordkonstruktionen zählen beispielsweise die Konstruktionen
2 × 1, 3 × 1, 2 + 2, 1 + 6 oder 3 + 6.
Aus der DE 195 23 256 A1
ist ferner ein aus mindestens zwei Schichten mit mehreren Filamenten bestehender
Verstärkungskord bekannt, wobei zumindest einige Filamente der inneren Schicht
gegen Korrosion durch eine Schicht geschützt sind, die ein intrinsisch leitfähiges
Polymer enthält, während die übrigen Filamente in an sich bekannter
Weise gegen Korrosion geschützt sind, beispielsweise durch einen Messingüberzug.
Ein derart aufgebauter Verstärkungskord soll besonders gut gegen Korrosion
geschützt sein.
Verstärkungskorde aus Stahlfilamenten tragen in Fahrzeugluftreifen
zu einem merkbaren Anteil am Gesamtgewicht der Reifen bei. Je nach Einsatzzweck
und Typ des Fahrzeugluftreifens ist es erforderlich, dass die Verstärkungskorde
eine gewisse Biegesteifigkeit aufweisen, um gute Handlingeigenschaften der Reifen
sicher zu stellen. Bei den üblicherweise eingesetzten Stahlkorden wird eine
Erhöhung der Biegesteifigkeit durch eine Vergrößerung des Durchmessers
der Stahlfilamente erreicht, wodurch der Anteil an Stahl im Reifen und damit das
Reifengewicht erhöht werden.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, Verstärkungskorde mit
einer höheren Biegesteifigkeit zur Verfügung zu stellen, ohne den Durchmesser
der Stahlfilamente erhöhen zu müssen.
Gelöst wird die gestellte Aufgabe erfindungsgemäß dadurch,
dass das Stahlfilament bzw. der Stahlkord mit einer Polymerschicht umhüllt
ist bzw. sind.
Durch diese sehr einfache Maßnahme lässt sich die Biegesteifigkeit
der Verstärkungskorde gegenüber nicht umhüllten Filamenten bzw. Stahlkorden
deutlich erhöhen ohne eine merkliche Gewichtserhöhung in Kauf nehmen zu
müssen. Erfindungsgemäß ausgeführte Verstärkungskorde vermindern
ferner bei einem Einsatz in Gürtellagen von Fahrzeugluftreifen, insbesondere
bei PKW-Reifen, das Auftreten von Gürtelkantenablösungen.
Als Ausgangsmaterial für die Polymerschicht eignen sich insbesondere
Polyethylenterephthalat (Polyester) oder Polyamid. Diese Materialien sind besonders
gut zum Umhüllen des Stahlkords bzw. der Stahlfilamente geeignet und es lässt
sich der fertige Verstärkungskord gut haftend in Gummi, beispielsweise in die
Gürtelgummierung, einbetten.
Die Stärke der Polymerschicht richtet sich nach der Kordkonstruktion
und dem Einsatzzweck des Verstärkungskordes. Üblicherweise sollte eine
Mindestdicke der Polymerschicht von 0,05 mm und eine Maximaldicke von 2 mm nicht
unter- bzw. überschritten werden. Über die Querschnittsfläche des
Verstärkungskordes kann die Dicke der Polymerschicht variieren oder zumindest
im Wesentlichen konstant sein. Werden bereits miteinander verseilte Stahlfilamente
mit der Polymerschicht versehen, beispielsweise in einem Extrusionsverfahren, so
kann die Polymerschicht derart aufgebracht werden, dass der fertige Verstärkungskord
beispielsweise eine kreisförmige oder elliptische Querschnittsfläche aufweist.
Eine konstante oder im Wesentlichen konstante Schichtdicke der Polymerschicht ergibt
sich beispielsweise dann, wenn die Polymerschicht durch ein Tauchbad aufgebracht
wird oder wenn bereits ummantelte Stahlfilamente miteinander zu einem Verstärkungskord
verseilt werden.
Die Erfindung betrifft ferner einen Fahrzeugluftreifen in Radialbauart
mit einem mehrlagigen Gürtel, welcher Verstärkungskorde enthält,
die gemäß der Erfindung ausgeführt sind.
Weitere Merkmale, Vorteile und Einzelheiten der Erfindung werden anhand
der Zeichnung, die schematisch Ausführungsbeispiele darstellt, näher beschrieben.
Dabei zeigen 1 und 2 Querschnitte
durch Ausführungsformen von erfindungsgemäß ausgeführten Verstärkungskorden.
Erfindungsgemäß ausgeführte Verstärkungskorde
eignen sich vor Allem als Festigkeitsträger in Bauteilen von Fahrzeugluftreifen,
insbesondere in Gürtellagen.
1 und 2 zeigen jeweils einen
Querschnitt durch einen Verstärkungskord 3, welcher einen Stahlkord
der Konstruktion 2 × 1 enthält. Ein derartiger Stahlkord besteht aus zwei
miteinander verdrillten Stahlfilamenten 1, deren Durchmesser beispielsweise
0,30 mm beträgt. Bei der in 1 gezeigten Ausführungsform
sind die beiden bereits miteinander verdrillten Stahlfilamente 1 mit einer
Polymerschicht 2 umhüllt worden, derart, dass der fertige Verstärkungskord
3 eine kreisförmige Querschnittsfläche aufweist. Der Durchmesser
des fertigen Kordes 3 beträgt daher etwas mehr als
der doppelte Durchmesser jedes der Filamente 1, mit einer Mindestdicke
der Polymerschicht 2 von 0,05 mm.
Bei der in 2 gezeigten Ausführungsform
sind die beiden miteinander verdrillten Stahlfilamente 1 derart mit einer
Polymerschicht 2 umhüllt, dass diese über die Querschnittsfläche
des Kordes 3 eine zumindest im Wesentlichen konstante Schichtdicke aufweist.
Auch bei dieser Ausführungsvariante beträgt die Mindestdicke der Polymerschicht
2 0,05 mm.
Bei einer weiteren, nicht dargestellten Ausführungsvariante werden
die Stahlfilamente mit einer Polymerschicht umhüllt und anschließend miteinander
verseilt. Bei entsprechend hoher Temperatur werden dabei die Polymerschichten der
Stahlfilamente miteinander verschmolzen.
Ein erfindungsgemäßer Verstärkungskord kann auch aus
einem mit einer Polymerschicht umhüllten Einzelfilament aus Stahl bestehen.
Als Material für die Polymerschicht 2 kommen beispielsweise
Polyethylenterephthalat (Polyester) oder Polyamid in Frage. Die Polymerschicht
2 wird in einer Dicke von 0,05 mm bis zu 2 mm erstellt, wobei sie bevorzugt
eine Dicke zwischen 0,10 mm und 0,50 mm aufweist. Je nach der Dicke der Polymerschicht
2 und der je nach der Stahlkordkonstruktion ergibt sich ein Durchmesser
des fertigen Kordes in der Größenordnung zwischen 0,20 mm und 3 mm, vorzugsweise
zwischen 0,50 mm und 1 mm.
Es sind praktisch sämtliche Stahlkordkonstruktionen mit einer
Polymerschicht 2 umhüllbar, beispielsweise Stahlkorde der Konstruktionen
1 × 1, 2 × 1, 3 × 1, 2 + 2, 1 + 6, 3 + 6 oder 3 + 9 + 15. Das Aufbringen
der Polymerschicht 2 kann beispielsweise durch einen Extrusionsprozess
oder durch ein Eintauchen des Filamentes oder des Stahlkords in die Polymerschmelze
erfolgen.