Die Erfindung betrifft ein Bordnetz, insbesondere ein Kfz-Bordnetz,
mit mindestens einem feldeffektgesteuerten Leistungstransistor, der eine Bordnetzversorgungsspannung
VBB bei Ansteuerung durch eine Logikschaltung an eine Last legt, wobei
der Leistungstransistor eine Drain-Source-Durchbruchspannung VDS mit
einem positivem Temperaturkoeffizienten TKDS aufweist. Ferner ist der
Leistungstransistor mit einem Klemmmittel zum Schutz vor im Bordnetz auftretenden
Überspannungen VÜ versehen.
Insbesondere im Kfz-Bordnetzen spielt der so genannte Loaddump-Fall
(nachfolgend Lastabwurf genannt) eine wichtige Rolle bei der Spezifikation der Anforderungen
an die im Bordnetz eingesetzten Leistungstransistoren.
Dieser Lastabwurf tritt dann ein, wenn im Kraftfahrzeug die Verbindung
zur Autobatterie ausfällt. Der von der Lichtmaschine bereit gestellte Ladestrom
fließt über eine Zeit von einigen hundert Millisekunden weiter und muss
von der Automobilelektronik abgefangen bzw. aufgenommen werden, bis eine Regelung
anspricht und den Ladestrom von der Lichtmaschine des Kraftfahrzeugs voll regelt.
In dieser Zeit fließt jedoch ein mittels Lastwiderständen
auf eine typische Stromdichte von beispielsweise 50 A/cm2 stabilisierter
Laststrom über die Leistungstransistoren, wie sie in den 1A
und 1B dargestellt wird. Dazu ist aus dem Stand der
Technik eine Zenerdiodenanordnung ZDAZ wie in 1A
gezeigt und für eine Zenerspannung VZ1 wie in 1B
gezeigt zwischen dem Gateanschluss G und dem Drainanschluss D vorgesehen.
Dazu weist der in 1A gezeigte Teil des
herkömmlichen Bordnetzes 10 drei Eingänge und Ausgänge einer
Logikschaltung 3 mit IN für eine Eingangsspannung, IS für einen
Sensorausgangsstrom und SEN für eine Sensorenablespannung auf. Der über
IN eingespeiste Strom in die Logikschaltung 3 wird durch einen Eingangswiderstand
RIN und der Eingangsstrom vom Eingang SEN wird durch einen Sensorenablewiderstand
RSEN begrenzt. Ferner sind die Eingänge IN und SEN der Logikschaltung
vor Überspannungen durch eine Zenerdiodenanordnung ZDESD geschützt,
die bei Überspannung die durch RIN und RSEN begrenzten
Ströme zu einer internen Erdung GNDi ableiten. Außerdem kann
ein durch einen Erdungswiderstand RGND begrenzter Strom beim Auftreten
von Überspannungen am Bordnetzversorgungsspannungsanschluss VBB
über die Zenerdiodenanordnung ZDL zur Erdung GND hin über den
Erdungswiderstand RGND abgeleitet werden.
Bei einem Lastabwurf baut ein in den 1A
und 1B nicht gezeigter Generator zunächst eine
hohe Sperrspannung am Leistungstransistor 2 auf, wobei bei Überschreiten
der in 1B gezeigten Zenerspannung VZ1 die
dort gezeigte Zeneranordnung elektrisch leitend wird, so dass eine weitere Erhöhung
der Sperrspannung das Gate G aufsteuert, d. h. ein Durchlassstrom durch den Leistungstransistor
2 von der Source-Leistungselektrode zu der Drain-Leistungselektrode oder
umgekehrt, abhängig vom Leitungstyp des Leistungstransistors 2, fließen
kann. Dieser von dem Generator getriebene Strom muss einige Zeit (beispielsweise
einige 100 ms) bei hoher Spannung von dem Leistungstransistor 2 als Durchlassstrom
über den Ausgangsanschluss VOUT und die Last 4 abgeführt
werden und heizt dabei den Leistungstransistor 2 auf.
Um bei den maximal auftretenden Loaddump-Spannungen von ca. 40 V im
Pkw-Bordnetz und ca. 58 V im Lkw-Bordnetz nicht in eine Zenerklemmung zu gehen,
werden die minimalen Zenerklemmspannungen von den Leistungstransistoren im Pkw-Bordnetz
mit z. B. typisch 42 V und im Lkw-Bordnetz mit z. B. typisch 60 V gewählt.
Das Konzept der aktiven Zenerklemmung, wie es in den 1A
und 1B gezeigt wird, hat jedoch folgende entscheidende
Nachteile:
- 1. Alle übrigen am Spannungsnetz angeschlossene Komponenten müssen
ebenfalls diesen hohen Spannungsanforderungen standhalten, da der Überspannungsimpuls
nicht gedämpft wird;
- 2. Beim Auftreten einer Loaddump-Überspannung erfolgt im Pkw bis ca. 40
V kein Stromfluss, d. h. dem Überspannungsimpuls wird keine Energie entzogen,
so dass die Überspannung über eine lange Zeitdauer anliegt;
- 3. Die Durchbruchspannung VDS der verwendeten Halbleitertechnologie
muss deutlich höher gewählt werden als die minimal garantierte Zenerklemmspannung
unter Berücksichtigung von Streuungen, Temperaturdrifts usw. Das hat einen
negativen Einfluss auf die Chipkosten. Notwendige Technologiespannungen ergeben
sich somit für Pkw-Anwendungen mit 60 V und für Lkw-Anwendungen mit 80
V, was deutlich über den typischen maximal auftretenden Loaddump-Spannungen
von 40 V im Pkw-Bordnetz bzw. 58 V im Lkw-Bordnetz liegt;
- 4. Je höher die aktive Zenerklemmspannung desto höher wird auch die
aufgenommene Leistung, wenn der Leistungsschalter doch in die Klemmung geht. Das
führt zu einer rascheren Temperaturerhöhung und zu einer früheren
Zerstörung der Leistungstransistoren.
Aus den Druckschriften US 5,115,369
und US 5,365,099 ist eine solche aktive
Zenerung bekannt, bei der eine Mehrzahl von Zenerdioden monolithisch auf dem Halbleitermaterial
des Leistungstransistors integriert wird. Diese Lösung hat den Nachteil, dass
die benötigte Chipfläche deutlich vergrößert wird und somit
die Fertigungskosten beträchtlich erhöht werden. Damit wird auch das Bauvolumen
der Leistungstransistoren nachteilig vergrößert. Auch die Zuverlässigkeit
von derartig hoch integrierten Leistungstransistoren erfordert einen erhöhten
Analyseaufwand, wie es aus der Druckschrift von A. Castellazzi at al "Reliability
Analysis and Modeling of Power MOSFETs in the 42-V PowerNet", IEEE Transactions
on Power Electronics, Vol. 21, No. 3, Mai 2006, Seiten 603-612 bekannt ist.
Dabei sind sowohl der Logikteil als auch das Leistungshalbleiterbauelement
bisher mittels der aktiven Zenerklemmung geschützt, d. h. ab einer bestimmten
Zenerklemmspannung beginnt die Schutzstruktur mit einem niedrigeren Innenwiderstand
zu leiten, so dass ein weiterer Spannungsanstieg am Halbleiterbauteil unterbunden
wird. Die Höhe der Zenerklemmung wird dabei so gewählt, dass nur die hohen
und kurzen dynamischen Überspannungen limitiert werden, nicht jedoch die statischen
Überspannungsüberhöhungen, wie sie bei dem oben erwähnten Loaddump-Impuls
in der Kfz-Elektronik auftreten.
Eine Klemmung im statischen Zustand bedeutet eine hohe Verlustleistung,
nämlich das Produkt aus Klemmspannung mal Stromfluss, und würde die Schutzstrukturen
unter Umständen thermisch zerstören. Dies ist besonders kritisch für
die Klemmung des Leistungshalbleiterbauteils, weil hier der Stromfluss im Wesentlichen
durch die angekoppelte Last 4, wie in 1A gezeigt,
bestimmt wird. Die Klemmung des Logikteils ist relativ unkritisch, weil sie in Verbindung
mit einem relativ hochohmigen strombegrenzenden Widerstand RGND, wie
es 1A zeigt, erfolgt.
Aufgabe der Erfindung ist es daher, ein Bordnetz mit mindestens einem
Leistungstransistor anzugeben, das über eine effizientere Klemmung der Leistungstransistoren
verfügt. Darüber hinaus ist es Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren zum
Schutz eines Bordnetzes unter Einsatz eines entsprechend konzipierten Leistungstransistors
zu schaffen.
Diese Aufgabe wird mit dem Gegenstand der unabhängigen Ansprüche
gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den abhängigen
Ansprüchen.
Erfindungsgemäß wird ein Bordnetz mit mindestens einem feldeffektgesteuerten
Leistungstransistor, der eine Bordnetzversorgungsspannung VBB bei Ansteuerung
durch eine Logikschaltung an eine Last legt, geschaffen. Die Leistungstransistoren
des Bordnetzes weisen eine Drain-Source-Durchbruchspannung VDS mit einem
positiven Temperaturkoeffizienten TKDS auf und sind mit einem Klemmmittel
zum Schutz vor im Bordnetz auftretenden Überspannungen VÜ versehen.
Das Klemmmittel weist eine Klemmspannung VCLAMP mit einem positiven Temperaturkoeffizienten
TKCLAMP auf, wobei die Klemmspannung VCLAMP kleiner oder gleich
einer zu erwartenden maximalen Überspannung VÜmax in dem Bordnetz
ist, und der Temperaturkoeffizient TKCLAMP ≈ TKDS,
idealerweise TKCLAMP = TKDS ist.
Mit dieser Ausgestaltung ist der Vorteil verbunden, dass die Durchbruchspannung
VDS des Leistungstransistors deutlich herabgesetzt werden kann. Dadurch
vermindern sich die Kosten für die Herstellung des Bordnetzes drastisch, da
Leistungstransistoren einer preiswerteren niedrigeren Sperrspannungsklasse und mit
einem damit verbunden niedrigeren Einschaltwiderstand eingesetzt werden können.
Ferner können kleinere Gehäuse für die Leistungstransistoren zum
Einsatz kommen und der Raumbedarf für die Bordnetzschaltungen vermindert werden.
Wie überschlägige Berechnungen, Simulationen und Demonstratoraufbauten
gezeigt haben, kann der Halbleiterbedarf in Bezug auf benötigte Halbleiterfläche
und Volumina um 50 % bis 70 % reduziert werden.
In einer ersten Ausführungsform der Erfindung weist der feldeffektgesteuerte
Leistungstransistor als Klemmmittel Zenerdioden auf, dass sowohl die Drain-Source-Durchbruchspannung
VDS als auch die Klemmspannung VCLAMP des Klemmmittels, mit
der Temperaturzunahme der Betriebstemperatur steigt und den Strom durch den Leistungstransistor
und durch die Last vermindert und sogar auf Null setzen kann. Die Zenerdioden sind
im Gegensatz zu dem aus dem Stand der Technik bekannten Zenerdiodenanordnungen nicht
temperaturkompensiert, sondern deren Zenerdurchbruch ist auf den Temperaturkoeffizienten
TKDS abgestimmt. Bei der inhärenten Klemmung wird der Leistungstransistor
über seinen inhärenter Avalanche-Durchbruch geklemmt, d. h. der Leistungstransistor
wird so dimensioniert, dass er bei Erreichen der Bedingung VCLAMP<
VÜ in einen reversiblen Avalanche Betrieb übergeht.
In einer weiteren Ausführungsform ist als Klemmmittel eine auf
einem Avalanche-Durchbruch basierende inhärente Klemmstruktur vorgesehen, deren
Temperaturkoeffizient TKCLAMP dem Temperaturkoeffizienten TKDS
des feldeffektgesteuerten Leistungstransistors entspricht, sodass in einer bevorzugten
Ausführungsform der Erfindung die positiven Temperaturkoeffizienten TKCLAMP
und TKDS der Klemmspannung VCLAMP und der Drain-Sourcespannung
VDS mit TKCLAMP = TKDS identisch sind und die Klemmspannung
VCLAMP und mit der Drain-Sourcespannung VDS synchron im Betriebstempertatturbereich
ansteigen.
Dazu weist der Leistungstransistor einen positiven Temperaturkoeffizienten
TKDS für eine Avalanchespannung auf, um ihn vor
Überlast zu schützen. Die Avalanchespannung zur Auslösung des Avalancheeffekts
im Leistungstransistor ist kleiner oder gleich der zu erwartende maximale Überspannung
VÜmax in dem zu schützenden Bordnetz, so dass ein Überlaststrom
sowohl durch den sich selbst schützenden Leistungstransistor mit inhärentem
Klemmmittel als auch durch die mit dem Leistungstransistor gekoppelte Last abgeleitet
werden kann.
Da bei der bisherigen Bordnetzstrukturierung darauf geachtet wurde,
dass die Avalanchespannung auch im Lastabwurffall für den Leistungstransistor
nicht erreicht wird, und da nach bisherigem Verständnis der Avalanche-Durchbruch
in jedem Fall zu vermeiden war, wurden Leistungstransistoren eingesetzt, welche
die kritische Stromdichte des Avalanchefalles erst bei überhöhten Spannungen
erreichen, die deutlich über den maximalen Überspannungen VÜmax
eines Lastabwurfs liegen, oder es wurde herkömmlich durch aktive Zenerung dafür
gesorgt, dass die Klemmspannung VCLAMP kleiner als die Avalanchespannung
gehalten wurde.
Außerdem kann durch Vorsehen eines inhärenten Klemmmittels
im Leistungshalbleiterbauelement dafür gesorgt werden, dass der Avalanchefall
dafür genutzt wird, um Überlastströme sowohl durch den sich selbst
mit Hilfe des inhärenten Klemmmittels schützenden Leistungstransistor
als auch durch die mit dem Leistungstransistor gekoppelte Last abzuleiten. Dazu
wurden Leistungshalbleiterbauelemente entwickelt, bei denen das Auftreten von "Hot
Spots" im Avalanchefall vermieden wird.
In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung weist das
Bordnetz mehrere Leistungstransistoren auf, die unterschiedliche Lasten im Sperrfall
abschalten und im Durchlassfall zuschalten, wobei die Leistungstransistoren mit
ihrem inhärenten Klemmmittel zwischen Last und Bordnetzbetriebsspannung VBB
angeordnet sind und im Überspannungsfall eines Bordnetzes bei Überschreiten
der Avalanchespannung des Leistungstransistors das inhärente Klemmmittel bezüglich
der Drain-Source-Spannung aktivieren und die Überspannung VÜ
abbauen.
Als herausragende Applikation werden die überlastgeschützten
Leistungstransistoren als Schalter und/oder als schaltende Halbleiterelemente in
Highside- oder Lowsideschaltern oder in Halbbrückenschaltungen, in Vollbrückenschaltungen,
in Phasenbrückenschaltungen und/oder in DC/DC-wandlern eingesetzt.
Vorzugsweise werden die überlastgeschützten Leistungstransistoren
zum Starten und Generieren einer Stromversorgung des Bordnetzes eines Kraftfahrzeugs
eingesetzt und dienen als elektrisch unterstützte Lenkhilfen sowie der Ansteuerung
verschiedener Gleichstrommotoren wie etwa Kühlerlüfter oder Fensterheber,
aber auch dem Schalten einfacher Heizwiderstände, Blinkleuchten, Fernlichter,
Abblendlichter, Standlichter, Klimaanlagefunktionen, Glühkerzen, Generatoren,
Hydraulikventile usw. die auf einfache und raumsparende Weise über einen Leistungstransistor
mit inhärentem Klemmmittel auch noch bei Überspannungen VÜ
von 60 V bis 70 V versorgt werden können.
Mit Erreichen des Avalanchefalls, der erfindungsgemäß mit
einer geringeren Spannung erreicht werden soll als die zu erwartenden Überspannungen
VÜ ist auch die thermische Belastbarkeit der Leistungstransistoren
an Temperaturschwankungen im Bordnetz zwischen –40 °C bis 350 °C
angepasst. Diese hohe Temperatursicherheit zwischen –40 °C und 350 °C
ist für kurzzeitige dynamisch auftretende Überbelastungen wie Kurzschluss
oder Überspannungsimpulse vorgesehen. Für sonstige Temperaturbelastungen
ist die thermische Belastbarkeit der Leistungstransistoren des Bordnetzes an Betriebstemperaturschwankungen
zwischen –40 °C bis 150 °C angepasst.
Da die Klemmspannung VCLAMP in Form der Avalanchespannung
und die Technologiespannung in Form der Durchbruchspannung VDS des Leistungstransistors
in einem Leistungshalbleiterbauelement verwirklicht sind, zeigen beide Effekte,
nämlich die Durchbruchspannung VDS und die Avalanchespannung, gleiches
thermisches Verhalten und basieren auf einem positiven Temperaturkoeffizienten TKDS
= TKCLAMP, d. h. mit zunehmender Temperatur steigt sowohl die Durchbruchspannung
VDS als auch die Avalanchespannung.
In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist das Spannungsniveau
der Avalanchespannung des inerten Klemmmittels des Leistungstransistors kleiner
als die auftretende Loaddump-Überspannung im Lastabwurffall und größer
als die maximale statische Betriebsspannung VBB. Diese maximale statische
Betriebsspannung VBB kann einen Bereich bis 28 V bei Pkw-Bordnetzen und
bis 34 V bei Lkw-Bordnetzen aufweisen.
Als Klemmmittel können Zenerdioden vorgesehen werden, wenn sie
einen entsprechenden positiven Temperaturkoeffizienten TKCLAMP ihrer
Klemmspannung VCLAMP aufweisen.
Bei einer weiteren Verfahrenvariante wird ein inhärentes Klemmmittel
des Leistungstransistors eingesetzt. Dabei kann der Aufbau des Leistungstransistors
derart gestaltet werden, dass mit zunehmender Temperatur auch die Drain-Source-Durchbruchspannung
VDS wächst, sodass Drain-Source-Durchbruchspannung VDS
und die Klemmspannung VCLAMP
mit TKDS = TKCLAMP identische positive Temperaturkoeffizienten
aufweisen.
Ferner kann für das Verfahren zum Schutz eines Bordnetzes ein
zenereffektfreier Gate-Steuerkreis und das auf einem Avalanche-Durchbruch basierende
inhärente Klemmmittel des feldeffektgesteuerten Leistungstransistors durch
Bereitstellen eines Leistungstransistors mit einem positiven Temperaturkoeffizienten
TKDS = TKCLAMP für eine Avalanchespannung vorgesehen
werden. Damit verlaufen die temperaturabhängigen Kurven für die Durchbruchspannung
VDS bzw. für die Technologiespannung und für die Avalanchespannung
bzw. für die Klemmspannung VCLAMP vorzugsweise synchron und linear
oder nichtlinear positiv in Abhängigkeit von der Temperatur.
Mit einem weiteren Schritt wird die Avalanchespannung derart eingestellt,
dass die Avalanchespannung kleiner ist als eine zu erwartende maximale Überspannung
VÜmx in dem zu schützenden Bordnetz. Das kann durch entsprechende
Dotierstoffkonzentrations- und/oder Flächenanpassung des Leistungshalbleitertransistors
erfolgen. In einem weiteren Anpassungsschritt wird die Drain-Source-Durchbruchspannung
VDS derart angepasst, dass die Drain-Source-Durchbruchspannung VDS
größer oder gleich der Avalanchespannung des inhärenten Klemmmittels
in den auftretenden Betriebstemperaturintervallen ist.
Bei gleichem Verlauf von Avalanchespannung und Durchbruchspannung
VDS erhöhen sich diese Spannungen synchron miteinander, wenn die
Temperatur steigt, andererseits ist es auch möglich, die Drain-Source-Durchbruchspannung
VDS derart anzupassen, dass sie etwas höher und größer
ist als die Avalanchespannung. Ein Nebeneffekt dieses Verfahrens ist zusätzlich,
dass bei den hohen Sperrströmen die Überspannungssicherung des Leistungstransistors
flinker bzw. schneller wird.
Weiterhin ist es vorgesehen, dass zur Auslösung des Avalancheeffekts
durch Überschreiten einer kritischen Stromdichte im Leistungstransistor die
Avalanchespannung kleiner ist als eine zu erwartende maximale Überspannung
VÜmax in einem der zu schützenden Bordnetze. Der Vorteil dieser
Verfahrensvariante wurde bereits ausführlich besprochen und liegt im Wesentlichen
darin, dass die Halbleiterchipfläche eines Leistungstransistors mit lateraler
Driftstrecke bzw. die Epitaxiedicke eines Leistungstransistors mit vertikaler Driftstrecke
auf die kritische Spannung für den Avalancheeffekt minimiert werden kann.
Die im Avalanchefall auftretende Verlustwärme aufgrund der Überlastströme
an dem inhärenten Klemmmittel innerhalb des Leistungstransistors kann einerseits
über Außenflächen der Leistungselektroden abgegeben werden, so dass
der Leistungstransistor thermisch nicht überlastet wird. Andererseits ist es
auch möglich, dass der Leistungstransistor mit Kühlfahnen zur Wärmeabgabe
ausgestattet wird, die mit den Leistungselektroden thermisch und elektrisch gekoppelt
werden.
Ferner ist bei dem Verfahren vorgesehen, dass das inhärente Klemmmittel
und die thermische Leitfähigkeit des Leistungstransistors derart aufeinander
abgestimmt werden, dass die Verlustenergie eines Loaddump-Vorfalls in einem Kfz-Bordnetz
über den Leistungstransistor im Avalanchezustand in Zusammenwirken mit einer
externen gekoppelten Last abgeleitet wird. Wie bereits oben erwähnt, kann bei
diesem Verfahren der Leistungstransistor mit seiner Durchbruchspannung VDS
und seiner Avalanchespannung an unterschiedliche Bordnetzspannungen VBB
derart angepasst sein, dass Durchbruchspannung VDS und Avalanchespannung
den Bordnetzspannungen VBB entsprechen und geringer sind als eine zu
erwartende maximale Überspannung VÜmax im Bordnetz. Die möglichen
Bordnetzspannungen VBB wurden bereits oben diskutiert und werden an dieser
Stelle nicht wiederholt. Auch die Temperaturbereiche mit ihren thermischen Belastungen
für den Leistungstransistor wurden bereits oben erwähnt und werden hier
nicht noch einmal aufgeführt.
Für die unterschiedlichen Spannungsbereiche beim Pkw-Bordnetz
sowie beim Lkw-Bordnetz werden die entsprechenden Spannungsniveaus der Avalanchespannung
des inhärenten Klemmmittels des Leistungstransistors entsprechend derart eingestellt,
dass die Avalanchespannung kleiner oder gleich der auftretende Loaddump-Überspannungen
ist, um diese über den Leistungstransistor und über die nachgeschaltete
Last abzuleiten.
Eine Reihe derartiger Anwendungen ist z. B. die Kraftstoffdirekteinspritzung,
bei der mit Hilfe von hohen Spannungen ein schnelles Ansprechen der Einspritzventile
erreicht wird. Hierzu werden Leistungstransistoren mit einer Spannungsfestigkeit
über 80 V eingesetzt. Ähnliches gilt auch für Anwendungen, wo eine
höhere Spannungsfestigkeit von Leistungstransistoren ausschließlich dazu
benötigt wird, um Induktivitäten bei höherer Überspannung schneller
zu entmagnetisieren. Hier besteht der Wunsch, dass die Avalanchespannungen der Leistungstransistoren
einen Bereich von größer 60 V erreichen. Der Vollständigkeit halber
kann noch erwähnt werden, dass auch zahlreiche Industriebordnetze mit Betriebsspannungen
VBB von 24 V bzw. 48 V und entsprechend angepassten Leistungsschaltern
mit einer entsprechenden Spannungsfestigkeit arbeiten.
Ein Vorteil angepasster Klemmspannungen VCLAMP für
ein Bordnetz liegt darin, dass die Chipfläche für den
Leistungstransistor von der Bordnetzbetriebsspannung VBB abhängig
ist und bei unveränderter Schaltleistung mit zunehmender Betriebspannung VBB
abnimmt, zumal die notwendige Leitfähigkeit eines Leistungstransistors quadratisch
mit der Bordnetzbetriebsspannung VBB abnimmt, weshalb die resultierende
Halbleiterchipfläche des Leistungstransistors drastisch reduziert werden kann.
Da durch die neue Halbleiterlösung der Aufwand für eine
überlastgeschützte Ansteuerschaltung gemindert werden kann und aktive
Zenerklemmungen für viele der Leistungstransistoren eines Bordnetzes in einer
Ausführungsform der Erfindung entfallen können, sind im Allgemeinen auch
Einsparungen bei den Verbindungsleitungen im Bordnetz möglich. Zudem bieten
die Bordnetze mit derartigen Leistungsschaltern mehr Funktionalität in Richtung
der Diagnose. Durch die Möglichkeit der hier erörterten Erfindung, kleinere
Chipflächen in kleineren Gehäusen anzuwenden, kann die Schaltungsplatine
für das Bordnetz deutlich kompaktiert werden.
Durch die Selbstschutzmaßnahmen des Leistungstransistors auch
bei energiearmen dynamischen Überspannungen, wie z. B. beim Schalten von Induktivitäten,
ist der Betrieb des Leistungstransistors im Avalanchebereich ein großer Vorteil,
wenn gleichzeitig auch die technologiebedingte Durchbruchspannung VDS
reduziert wird.
Mit diesem Verfahren wird im Bordnetz erreicht, dass beim Auftreten
einer Überspannung VÜ die Last für kurze Zeit teilweise
oder vollständig eingeschaltet wird. Für die meisten Lasten wie Motoren,
Heizwiderstände oder größere Lampeneinheiten ist dies im Allgemeinen
von Vorteil oder ohne gravierenden Nachteil. Allerdings verbietet sich diese Vorgehensweise
bei sicherheitsrelevanten Anwendungen wie ABS-Ventilen.
Die Erfindung wird nun anhand der beigefügten Figuren näher
erläutert.
1A zeigt eine Prinzipskizze eines Teils eines herkömmlichen
Kfz-Bordnetzes mit einem Leistungstransistor und typischer aktiver Zenerklemmung;
1B zeigt eine typische aktive Zenerklemmung eines Smart-Leistungsschalters
PROFET eines herkömmlichen Kfz-Bordnetzes gemäß 1A;
2 zeigt ein schematisches Diagramm eines linearen temperaturabhängigen
Verlaufs einer Durchbruchspannung VDS eines Leistungstransistors und
einer Avalanchespannung eines inhärenten Klemmmittels des Leistungstransistors
für ein Kfz-Bordnetz;
3 zeigt ein schematisches Diagramm eines linearen temperaturabhängigen
synchronen Verlaufs einer Durchbruchspannung VDS eines Leistungstransistors
und einer Avalanchespannung eines inhärenten Klemmmittels des Leistungstransistors
für ein Kfz-Bordnetz, wobei Durchbruchspannung VDS und Klemmspannung
VCLAMP synchron miteinander verlaufen;
4 zeigt eine Prinzipskizze eines Teils eines erfindungsgemäßen
Bordnetzes mit einem Leistungstransistor mit inhärentem Klemmmittel.
1A zeigt eine Prinzipskizze eines Teils eines herkömmlichen
Kfz-Bordnetzes 10 mit einem Leistungstransistor 2 und typischer
aktiver Zenerklemmung gemäß dem Stand der Technik, wie er bereits einleitend
erörtert wurde.
1B zeigt eine typische aktive Zenerklemmung eines mit
einem Logikteil 3, wie in 1A gezeigt, zusammenwirkenden
Leistungstransistors eines herkömmlichen Kfz-Bordnetzes 10, wie sie
bereits eingangs erörtert wurde.
2 zeigt ein schematisches Diagramm eines linearen temperaturabhängigen
Verlaufs einer Durchbruchspannung VDS eines Leistungstransistors und
einer Avalanchespannung eines inhärenten Klemmmittels des Leistungstransistors
für ein erfindungsgemäßes Kfz-Bordnetz. Dazu ist auf der Ordinate
die Betriebsspannung U in Volt V aufgetragen und auf der Abszisse die Temperatur
T in °C, wobei ein Temperaturintervall von –40 °C bis +150 °C
bzw. 350 °C auf der Abszisse aufgetragen ist und ein Intervall einer Spannung
zwischen etwa 28 V und 40 V.
Dabei ist bei dieser erfindungsgemäßen Variante die Durchbruchspannung
VDS, welche im Diagramm als Technologiespannung gekennzeichnet ist, da
sie technologisch durch die Länge der Driftstrecke definiert werden kann, höher
als die Avalanchespannung eines inhärenten Klemmmittels des Leistungstransistors,
die in diesem Diagramm Klemmspannung VCLAMP genannt wird, wobei die Avalanchespannung
einsetzt, wenn eine kritische Spannung an dem Leistungstransistor überschritten
wird. Diese Avalanchespannung zeigt in diesem Diagramm eine lineare Abhängigkeit
von der Temperatur T in dem Bereich von –40 °C bis 150 °C zwischen
28 V und 40 V, während die Technologiespannung bzw. die Drain-Source-Durchbruchspannung
VDS darüber liegt und von etwa 35 V bei –40 °C auf etwa
45 V bei 150 °C bzw. 350 °C ansteigt.
Der in 2 zu sehende Abstand zwischen
der Technologiespannung und der Klemmspannung VCLAMP bietet keinen unmittelbaren
Vorteil für die Applikation in einem Kfz-Bordnetz, sondern erzeugt vielmehr
zusätzliche Kosten aufgrund der Notwendigkeit einer größeren
Chipfläche, um die höhere Technologiespannung zu erreichen. Die niedrigsten
Kosten ergeben sich, wenn Klemmspannung VCLAMP und Technologiespannung
synchron und mit minimalem Abstand verlaufen. Dies kann durch Angleichen der Technologiespannung
an die Klemmspannung VCLAMP oder umgekehrt erreicht werden, indem die
Halbleitertechnologie, die entsprechend angepasst wird, oder die Geometrie oder
das Layout oder auch die Schaltungstechnik entsprechend variiert wird. Ferner kann
der Verlauf der Technologiespannung und der Klemmspannung VCLAMP miteinander
gekoppelt sein, indem z. B. eine inhärente Avalanche-Klemmung des Leistungsschalters
genutzt wird.
3 zeigt ein schematisches Diagramm eines linearen temperaturabhängigen
synchronen Verlaufs einer Durchbruchspannung VDS eines Leistungstransistors
und einer Avalanchespannung eines inhärenten Klemmmittels des Leistungstransistors
für ein Kfz-Bordnetz. Durch den synchron verlaufenden Bereich zwischen 28 V
und 40 V für die Klemmspannung VCLAMP und die Technologiespannung
des Leistungstransistors ist dieser für die Kfz-Anwendung optimiert. Um die
Chipkosten noch weiter zu reduzieren, kann speziell in der Kfz-Anwendung die Klemmspannung
VCLAMP bei –40 °C Bauteiltemperatur nicht wie in
3 gezeigt größer als 28 V eingestellt werden,
sondern wird beispielsweise niedriger auf etwa 20 V gehalten. Der Hintergrund hierfür
ist, dass eine Kfz-Bordnetz-Spannung von 20 V beliebig lange anliegen kann, während
der sogenannte Jumpstart mit 28 V jedoch nur für ein bis zwei Minuten anliegt.
Der positive Temperaturkoeffizient TKCLAMP der Klemmspannung
VCLAMP bzw. Avalanchespannung muss dann so gewählt sein, dass bei
Auftreten eines für 1–2 Min. auftretenden Jumpstartimpulses von 28 V
sowohl der Leistungstransistor nicht mehr als erlaubt erhitzt wird, z. B. 25 °C
bzw. 150 °C bzw. 350 °C, als auch die Last nicht mehr als erlaubt mit
Strom belastet wird, zumal sonst eine Zerstörung der Lampen oder ein unerwünschtes
Anlaufen der Motoren auftreten kann. Der zeitliche Verlauf der Erwärmung des
Leistungstransistors wird in diesen Fällen speziell auf die Applikationsanforderungen
abgestimmt.
4 zeigt eine Prinzipskizze eines Teils eines erfindungsgemäßen
Bordnetzes 1 mit einem Leistungstransistor 2 mit inhärentem
Klemmmittel. Komponenten mit gleichen Funktionen wie in den 1A
und 1B werden mit gleichen Bezugszeichen gekennzeichnet
und nicht extra erörtert. Der deutliche Unterschied zu der Prinzipskizze gemäß
1A liegt darin, dass auf jede aktive Zenerabsicherung
im Gate-Steuerkreis des Leistungstransistors 2 verzichtet wird und zwischen
Drain und Gate keine Kombination aus Zenerdioden und Diode parallel zum Leistungstransistor
2 geschaltet ist und somit einerseits ein zenereffektfreier Gate-Steuerkreis
5 für den Leistungstransistor 2 vorgesehen werden kann. Andererseits
ist mit dem gestrichelt gezeichneten Schaltungszusatz eine Möglichkeit angedeutet,
die Zenerdiode ZDL, die der aktiven Zenerung des Logik IC's dient, beizubehalten
und nur die Avalanchespannung des Leistungstransistors zu reduzieren.
Damit werden nicht nur diskrete Bauelemente sondern auch die gemäß
US 5,115,369 bekannten monolithisch integrierten
Zenerdioden eingespart. Ferner wird von vornherein durch Ausnutzung des Avalanchefalls
für den Leistungstransistor 2 ein Einsetzen des Avalanchefalls zur
Ableitung einer durch Überspannung VÜ eingeprägten Energie
diese über den Leistungstransistor 2 und die nachgeschaltete Last
4 abgeleitet, ohne den Leistungstransistor zu überhitzen.
- 1
- Bordnetz (gemäß Erfindung)
- 2
- Leistungstransistor
- 3
- Logikschaltung
- 4
- Last
- 5
- Steuerkreis
- 10
- Bordnetz (gemäß Stand der Technik)
- D
- Drain-Leistungselektrode
- G
- Gate-Leistungselektrode
- GND
- Erdung
- GNDi
- interne Erdung
- IN
- Eingangsspannung zur Logikschaltung
- IS
- Sensorspannung
- RGND
- Erdungswiderstand
- RIN
- Eingangswiderstand
- RSEN
- Sensorenablewiderstand
- S
- Source-Steuerelektrode
- SEN
- Sensorenablespannung
- TKDS
- Temperaturkoeffizient der Drain-Soursespannung
- TKCLAMP
- Temperaturkoeffizient der Klemmspannung
- VBB
- Bordnetzversorgungsspannung
- VDS
- Drain-Soursespannung
- VOUT
- Ausgangsspannung
- VCLAMP
- Klemmspannung
- VÜ
- Überspannung
- VÜmax
- maximale Überspannung
- VZ1
- Zenerspannung zwischen Source und Gate
- ZDL
- Zenerdioden zur Klemmung der Spannung des Logik Ics
- ZDAZ
- Zenerdiode einer aktiven Zenerung
- ZDESD
- Zenerdioden für Eingangs- und Sensorspannung
- VÜ TKDS VBB VDS VÜmax
VCLAMP TKCLAMP ≈ TKDS.