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Dokumentenidentifikation DE102007009969A1 22.11.2007
Titel Verfahren zum Reinigen eines Anilox-Farbwerks
Anmelder Heidelberger Druckmaschinen AG, 69115 Heidelberg, DE
Erfinder Eckel, Dieter, 69207 Sandhausen, DE;
Fichtner, Michael, 68723 Plankstadt, DE;
Groß, Michael, 69168 Wiesloch, DE;
Michels, Jürgen, 69221 Dossenheim, DE;
Rehn, Rainer, 69207 Sandhausen, DE;
Schaffrath, Dieter, 64653 Lorsch, DE;
Schönberger, Wolfgang, 69198 Schriesheim, DE;
Schwaab, Bernhard, 67434 Neustadt, DE;
Thielemann, Michael, 69118 Heidelberg, DE
DE-Anmeldedatum 01.03.2007
DE-Aktenzeichen 102007009969
Offenlegungstag 22.11.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 22.11.2007
IPC-Hauptklasse B41F 35/04(2006.01)A, F, I, 20070301, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B41F 31/20(2006.01)A, L, I, 20070301, B, H, DE   
Zusammenfassung Bei einem Verfahren zum Reinigen eines Anilox-Farbwerks (2) liegt eine Rakel (8) an einer Walze (4) an und liegt eine Zwischenwalze (5) an der Walze (4) und einer Rasterwalze (3) an. Beim Reinigen ist oder wird die Zwischenwalze (5) axial verstellt.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Reinigen eines Anilox-Farbwerks.

In DE 10 2004 005 576 A1 ist ein Anilox-Farbwerk beschrieben, das eine Rasterwalze, eine Reinigungswalze, eine Dosierrakel und eine Reinigungsrakel umfasst. Im Druckbetrieb wird der Rasterwalze die Druckfarbe mittels der Dosierrakel zugeführt. Beim Reinigen liegt die Reinigungsrakel an der Reinigungswalze an und liegt die Reinigungswalze an der Rasterwalze an, so dass mittels der Reinigungsrakel über die Reinigungswalze Druckfarbe von der Rasterwalze entfernt wird.

Üblicherweise besitzen Dosierrakel, wie die in dem Stand der Technik dargestellte Dosierrakel, auf der Bedienungsseite und auf der Antriebsseite der Druckmaschine je eine plattenförmige Seitendichtung, die im Druckbetrieb an der Rasterwalze anliegt. Die Seitendichtungen begrenzen zur Seite hin den Speicherraum, in welchem sich die in der Dosierrakel gespeicherte Druckfarbe befindet. Das Reinigen der Randbereiche der Rasterwalze, welche sich unter den Seitendichtungen befinden, ist ein in dem zuvor genannten Stand der Technik nicht behandeltes Problem.

Deshalb liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Reinigen eines Anilox-Farbwerks anzugeben, bei welchem Verfahren die Randbereiche mit gereinigt werden.

Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren zum Reinigen eines Anilox-Farbwerks liegt eine Rakel an einer Walze an und liegt eine Zwischenwalze an der Walze und an einer Rasterwalze an. Des Weiteren wird oder ist bei dem erfindungsgemäßen Verfahren die Zwischenwalze axial verstellt. Das erfindungsgemäße Verfahren umfasst somit zwei eng miteinander verwandte Fälle. In beiden Fällen ist die Zwischenwalze axial verstellbar ausgebildet und erfolgt für den Zweck der Reinigung eine axiale Verstellung der Zwischenwalze. In dem einen Fall erfolgt die axiale Verstellung der Zwischenwalze vor der Reinigung, wobei die für die Reinigung eingestellte axiale Stellung der Zwischenwalze während der Reinigung permanent beibehalten wird. In dem anderen Fall wird während der Reinigung die axiale Stellung der Zwischenwalze fortlaufend oder periodisch verändert.

Ein Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens ist darin zu sehen, dass bei der Reinigung auch Randbereiche der Rasterwalze erfasst werden können, die sich z. B. unter Seitendichtungen einer Dosierrakel oder eines Farbkastens befinden. Die Reinigung der Randbereiche ist möglich, obwohl die axiale Länge der Zwischenwalze kleiner oder gleich dem Abstand zwischen den Seitendichtungen oder zwischen den Randbereichen sein kann. Eine solche axiale Verkürzung der Zwischenwalze ist für den Druckbetrieb vorteilhaft.

In den Unteransprüchen sind vorteilhafte Weiterbildungen des erfindungsgemäßen Verfahrens genannt.

Bei einer Weiterbildung wird die Zwischenwalze während der Reinigung in einer anderen axialen Stellung als während des Druckbetriebs gehalten. Vorzugsweise wird hierbei die Zwischenwalze während des Druckbetriebs in einer axialen Mittelstellung und während der Reinigung in einer axialen Außenstellung gehalten. Hierbei ist die Zwischenwalze also während des Druckbetriebs axial mittig relativ zur Rasterwalze ausgerichtet und befindet sich die Zwischenwalze während der Reinigung in einer aus der axialen Mittelstellung herausgeschobenen Stellung. Hierbei kann die Zwischenwalze durch Druckluftbeaufschlagung einer in die Zwischenwalze integrierten Expansionskammer in der axialen Außenstellung gehalten werden. Außerdem kann noch eine weitere Zwischenwalze an der Walze und der Rasterwalze anliegen und können die Zwischenwalze und die weitere Zwischenwalze zueinander gegensinnig axial verstellt sein. Beispielsweise kann die eine der beiden Zwischenwalzen zur Bedienungsseite der Druckmaschine hin verstellt sein und kann dabei die andere Zwischenwalze zur Antriebsseite hin verstellt sein. Diese antiparallele Verstellung der beiden Zwischenwalzen besteht nur während der Reinigung und nicht während des Druckbetriebs, bei welchem sich die beiden Zwischenwalzen in der Mittelstellung befinden.

Bei einer weiteren Weiterbildung wird die Zwischenwalze während der Reinigung changiert. Demgemäß führt die Zwischenwalze während der Reinigung eine axiale Hin- und Herbewegung aus. Vorzugsweise ist es vorgesehen, dass die Zwischenwalze während des Druckbetriebs axial stillgesetzt ist, dass also während des Druckbetriebs die Changierbewegung unterbrochen ist. Die Zwischenwalze kann während des Druckbetriebs in ihrer Mittelstellung stillgesetzt sein.

Zur Erfindung gehört auch eine Druckmaschine, die zur Durchführung des erfindungsgemäßen oder einer der Weiterbildungen entsprechenden Verfahrens ausgebildet ist.

Weitere konstruktiv und funktionell vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich auch aus der nachfolgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen und der dazugehörigen Zeichnung.

In dieser zeigen:

1 ein Anilox-Farbwerk mit Zwischenwalzen,

2 die Zwischenwalzen aus 1 in einer für den Druckbetrieb vorgesehenen Mittelstellung,

3 die Zwischenwalzen aus 1 in für das Reinigen vorgesehenen Außenstellungen,

4 + 5 eine Modifikation des Anilox-Farbwerks aus 1 während des Druckbetriebs,

6 + 7 die Modifikation aus den 4 und 5 während des Reinigens des Anilox-Farbwerks und

8 + 9 eine Modifikation der Zwischenwalzen aus den 2 und 3.

In den 1 bis 9 sind einander entsprechende Elemente und Bauteile mit den gleichen Bezugszeichen bezeichnet.

1 zeigt eine Druckmaschine 1 für den lithographischen Offsetdruck. Die Druckmaschine 1 umfasst ein Anilox-Farbwerk 2 mit einer Rasterwalze 3, einer Walze 4, einer ersten Zwischenwalze 5 und einer zweiten Zwischenwalze 6. Die Rasterwalze 3 steht mit beiden Zwischenwalzen 5, 6 in Abrollkontakt und die beiden Zwischenwalzen 5, 6 stehen gleichzeitig mit der Walze 4 in Abrollkontakt. Die Walze 4 ist rotativ formschlüssig angetrieben und ist eine Reiberwalze, die axial changiert. Im Druckbetrieb ist eine Farbzufuhrvorrichtung 7 an die Rasterwalze 3 angestellt. Die Farbzufuhrvorrichtung 7 kann eine Kammerrakel oder – wie gezeigt – ein Rakelkasten sein und fungiert als Dosierrakel. Beim Reinigen des Anilox-Farbwerks 2 ist eine als Reinigungsrakel fungierende Rakel 8 an die Walze 4 angestellt. Mit dem Bezugszeichen 9 ist eine Sprühvorrichtung bezeichnet, mittels welcher das zum Reinigen erforderliche Waschmittel und Wasser in das Anilox-Farbwerk 2 eingebracht wird.

2 zeigt, dass die Farbzufuhrvorrichtung 7 plattenförmige Seitendichtungen 10 umfasst, von denen sich die eine im auf der Antriebsseite AS liegendem Randbereich der Rasterwalze 3 und die andere im auf der Bedienungsseite BS liegenden Randbereich der Rasterwalze 3 befindet. Die Dicke der Seitendichtungen 10 ist mit dem Bezugszeichen d bezeichnet und der zwischen den Seitendichtungen 10 bestehende Abstand mit dem Bezugszeichen a.

Da die Lagerung der zweiten Zwischenwalze 6 bezüglich einer Mittelebene, welche sich senkrecht zu den Walzenrotationsachsen erstreckt, spiegelsymmetrisch zur nachfolgend im Detail beschriebenen Lagerung der ersten Zwischenwalze 5 ausgebildet ist, gilt die Beschreibung der einen Lagerung im übertragenen Sinne auch für die andere Lagerung.

Die Zwischenwalze 5 ist über Drehlager 12, 13 auf einer Achse 11 drehbar gelagert. Die Drehlager 12, 13 sind Wälzlager, wobei das auf der Antriebsseite AS liegende Drehlager 12 ein Festlager ist, so dass die Zwischenwalze 5 gegen ein Verschieben auf der Achse 11 gesichert ist. Das auf der Bedienungsseite BS liegende Drehlager 13 ist ein Loslager. Die Achse 11 kann eine Festachse sein, die nicht rotiert. In nur schematisch angedeuteten Walzenschlössern 21 gesichert sind Lagerringe 14, 15, in welche die Achse 11 verschiebbar eingesteckt ist.

Eine Druckfeder 16 stützt sich mit ihrem einen Ende über eine Stütze 18 auf der Achse 11 und mit ihrem anderen Ende auf dem Lagerring 14 ab. Der auf der Antriebsseite AS liegende Lagerring 14 befindet sich zwischen der Druckfeder 16 und der Zwischenwalze 5. Auf der Bedienungsseite BS ist eine weitere Druckfeder 17 angeordnet, welche sich mit ihrem einen Ende über einen Bund 20 der Achse 11 auf ebendieser abstützt und mit ihrem anderen Ende auf dem Lagerring 15 abstützt, welcher als Anschlag für eine Stütze 19 dient. Die Stütze 19 dient als Sicherungselement zum Begrenzen der Größe einer nachfolgend noch erläuterten axialen Verschiebung der Achse 11. Die Stützen 18, 19 können auf der Achse 11 sitzende Sicherungsscheiben oder in die Achse 11 eingesteckte Querstifte sein.

Auf der Antriebsseite AS ist ein Stellantrieb 22 angeordnet, welcher die Achse 11 zusammen mit der darauf gelagerten Zwischenwalze 5 aus der in 2 gezeigten Mittelstellung in die in 3 gezeigte Außenstellung zu verschieben vermag, indem der Stellantrieb 22 auf die Achse 11 drückt. Im gezeigten Ausführungsbeispiel ist der Stellantrieb 22 als ein pneumatischer Arbeitszylinder ausgebildet, dessen Kolbenstange in deren eingezogenem Zustand nicht auf die Achse 11 drückt, wie dies in 2 gezeigt ist, und im ausgefahrenen Zustand auf die Achse 11 drückt, wie dies in 3 gezeigt ist.

Anstelle des Arbeitszylinders könnte auch ein motorisch oder manuell verdrehbarer Exzenter vorgesehen sein.

Der Stellantrieb 22 ist an einer auf der Antriebsseite AS liegenden Maschinenwand befestigt. Wie aus 2 ersichtlich, ist nicht nur der ersten Zwischenwalze 5, sondern auch der zweiten Zwischenwalze 6 ein solcher Stellantrieb 22 beigeordnet. Aufgrund der bereits angesprochenen zueinander spiegelsymmetrischen Ausbildung der beiden Zwischenwalzen 5, 6 versteht es sich von selbst, dass der der zweiten Zwischenwalze 6 beigeordnete Stellantrieb 22 auf der Bedienungsseite liegen muss. Des Weiteren ist aus 2 ersichtlich, dass die beiden Zwischenwalzen 5, 6 ein und dieselbe axiale Länge aufweisen, welche genauso groß wie der zwischen den Seitendichtungen 10 bestehende Abstand a ist.

Die in den 2 und 3 dargestellte Vorrichtung funktioniert folgendermaßen:

2 zeigt, dass sich im Druckbetrieb die Zwischenwalzen 5, 6 in ihrer Mittelstellung befinden, so dass die Zwischenwalzen 5, 6 axial nicht in den durch die Dicke d bestimmten Bereich der Seitendichtungen 10 hineinragen. In diesem durch die Dicke d bestimmten Randbereich der Rasterwalze 3 sammelt sich aber während des Druckbetriebs Druckfarbe an, welche beim Reinigen entfernt werden muss. Wie in 1 dargestellt, erfolgt das Reinigen der Rasterwalze 3, indem die auf der Rasterwalze 3 befindliche Restfarbe durch die Zwischenwalzen 5, 6 von der Rasterwalze 3 abgenommen wird und durch die Walze 4 von den Zwischenwalzen 5, 6 abgenommen wird, um letztlich mittels der Rakel 8 von der Walze 4 abgerakelt werden zu können.

In 3 ist dargestellt, dass während des Reinigens der Rasterwalze 3 die Stellantriebe 22 aktiviert sind, so dass die Zwischenwalzen 5, 6 in zueinander gegensinnigen Außenstellungen gehalten werden. Die Stellantriebe 22 halten die Zwischenwalzen 5, 6 gegen die Rückstellwirkungen der Druckfedern 16, 17 in besagten Außenstellungen. Hierbei wird die Achse 11 der ersten Zwischenwalze 5 mitsamt letzterer durch den der ersten Zwischenwalze 5 beigeordneten Stellantrieb 22 um einen mit dem Bezugszeichen s bezeichneten Stellweg aus der Mittelstellung zur Bedienungsseite BS hin in die Außenstellung verschoben und in dieser gehalten. Außerdem wird die Achse 11 der zweiten Zwischenwalze 6 mitsamt letzterer durch den der zweiten Zwischenwalze 6 beigeordneten Stellantrieb 22 um einen ebenso großen Stellweg s aus der Mittelstellung zur Antriebsseite hin in die Außenstellung verschoben. Der jeweilige Stellweg s ist etwas größer als die Dicke d der Seitendichtung 10.

Infolge der zueinander gegensinnigen axialen Verschiebung der Zwischenwalzen 5, 6 wird die erste Zwischenwalze 5 in den Randbereich der Rasterwalze 3 hinein verschoben, welcher sich unter der auf der Bedienungsseite liegenden Seitendichtung 10 befindet, und wird die zweite Zwischenwalze 6 in den anderen Randbereich der Rasterwalzen 3 hinein verschoben, welcher sich unter der auf der Antriebsseite AS liegenden Seitendichtung 10 befindet. Die Zwischenwalzen 5, 6 werden beim Reinigen permanent in ihren in 3 dargestellten Außenstellungen gehalten, wobei die Zwischenwalzen 5, 6 die sich zwischen den Seitendichtungen 10 und der Rasterwalze 3 angesammelte Restfarbe von der Rasterwalze 3 abnehmen, so dass die Rasterwalze 3 auch in ihren verschmutzten Randbereichen und nicht nur in ihrem durch den Abstand a bestimmten unmittelbaren Einfärbebereich gereinigt wird.

In den 4 bis 7 wird ein Ausführungsbeispiel gezeigt, bei welchem die zweite Zwischenwalze 6 entfallen ist. Bei dem zweiten Ausführungsbeispiel ist die Zwischenwalze 5 auf der Achse 11 changierbar gelagert. Die beim Reinigen (vgl. 6 und 7) erfolgende Changierbewegung der Walze 5 wird ausschließlich über Umfangsoberflächenfriktion von der Walze 4 angetrieben, welche – wie bereits erläutert – an der Zwischenwalze 5 anliegt. Die Walze 4 führt eine Changierbewegung aus, die über einen Reibwalzen-Traversierweg sR zur Antriebsseite AS hin und über einen ebenso großen Reibwalzen-Traversierweg sR zur Bedienungsseite BS hin bezogen auf die Walzenmittelstellung erfolgt. Diese Changierbewegung der Walze 4 wird über einen Mitnehmer 23 formschlüssig angetrieben. Der Mitnehmer 23 ist eine Rolle und greift in eine Umfangsnut im Achszapfen der Walze 4 ein.

Der Zwischenwalze 5 ist eine Festhaltevorrichtung 24 beigeordnet, welche wahlweise die Changierbewegung der Zwischenwalze 5 im Druckbetrieb (vgl. 4 und 5) blockiert und beim Reinigen (vgl. 6 und 7) freigibt. Die Festhaltevorrichtung 24 umfasst auf der Antriebsseite AS und auf der Bedienungsseite BS jeweils einen Hebel 25, der um ein Gelenk 26 schwenkbar ist, dessen geometrische Achse quer zu den Rotationsachsen der Walzen 3, 4, 5 orientiert ist. Der jeweilige Hebel 25 ist durch eine Feder 27 belastet, welche bestrebt ist, den Hebel 25 zur Zwischenwalze 5 hin zu drücken, so dass der Hebel 25 über eine Laufrolle 28 an einer seitlichen Planfläche der Zwischenwalze 5 anliegt.

4 und 5 zeigen den Druckbetrieb, wobei die Federn 27 etwas entspannt sind und die Hebel 25 über die Laufrollen 28 in Anlage an der Zwischenwalze 5 halten, so dass letztere durch die Hebel 25 in ihrer Mittelstellung gehalten wird und bezüglich ihrer Axialbewegung stillgesetzt ist. Aufgrund der Sperrwirkung der Festhaltevorrichtung 24 wird die Zwischenwalze 5 im Druckbetrieb nicht durch die changierende Walze 4 in axialer Richtung mitgenommen. Die Federn 27 sind bezüglich ihrer Steifigkeit derart bemessen, dass sie den von der Walze 4 auf die Zwischenwalze 5 frikativ übertragenen Axialkräften widerstehen, so dass die Zwischenwalze 5 die an ihr anliegenden Hebel 25 nicht wegzudrücken vermag. In ihrer in den 4 und 5 dargestellten Mittelstellung befindet sich die Zwischenwalze 5 aufgrund ihrer axialen Kürze zwischen den Seitendichtungen 10.

Für den Reinigungsmodus wird die Festhaltevorrichtung 24 umgeschaltet, so dass die Hebel 25 von der Zwischenwalze 5 weggeschwenkt werden, so dass sich auf der Antriebsseite AS und auf der Bedienungsseite BS zwischen dem jeweiligen Hebel 25 bzw. seiner Laufrolle 28 und der Zwischenwalze 5 für deren Changierbewegung ein Spielraum ergibt, welcher als Zwischenwalzen-Traversierweg sZ bezeichnet wird.

In den 6 und 7 ist ersichtlich, dass die Zwischenwalzen-Traversierwege sZ so bemessen sind, dass die Zwischenwalze 5 im Laufe ihrer Changierbewegung die unter den Seitendichtungen 10 liegenden Randbereiche der Rasterwalze 3 zu überstreichen vermag. Die Zwischenwalzen-Traversierwege sZ sind aber etwas kürzer als die Reibwalzen-Traversierwege sR der Walze 4, welche im Reinigungsmodus die durch die Festhaltevorrichtung 24 freigegebene Changierbewegung der Zwischenwalze 5 frikativ antreibt. Infolgedessen, dass die Zwischenwalze 5 im Reinigungsmodus auch in die auf der Höhe der Seitendichtungen 10 liegenden Randbereiche der Rasterwalze 3 hineinchangiert, werden dort befindliche Farbreste durch die Zwischenwalze 5 von der Rasterwalze 3 entfernt. Diese Farbreste werden zusammen mit den Farbresten aus den zwischen den Seitendichtungen 10 liegenden Bereichen der Rasterwalze 3 durch die Zwischenwalze 5 abgenommen und an die Walze 4 übertragen, von welcher sämtliche Farbreste durch die Rakel 8 abgerakelt werden.

Um die Rakel 8 an die Walze 4 anzustellen, wird die Rakel 8 aus ihrer in 4 gezeigten Passivstellung in die in 6 gezeigte Aktivstellung geschwenkt. Dies kann manuell oder – wie zeichnerisch dargestellt – mittels eines Stellantriebes erfolgen. Während dieser Anstellbewegung drückt die Rakel 8 bzw. deren Halterung über daran ausgebildete Schrägen 29 die Hebel 25 auseinander, so dass letztere die Blockade der Changierbewegung der Zwischenwalze 5 aufgeben. Die Schrägen 29 kommen beim Schwenken der Rakel 8 mit den Hebeln 25 in Kontakt, drücken in der Art eines Keilgetriebes auf die Hebel 25 und spreizen letztere gegen die Rückstellwirkung der Federn 27 auseinander. Somit können die Rakel 8 und die Festhaltevorrichtung 24 in vorteilhafter Weise mittels ein und desselben Stellantriebs oder bei manueller Betätigung über ein und denselben Handgriff betätigt werden.

In den 8 und 9 ist am Beispiel der Zwischenwalze 5 eine mögliche Ausbildung der Zwischenwalzen 5 und 6 dargestellt. Hierbei ist die Achse 11 eine Festachse, welche im Walzenschloss 21 lösbar festgeschraubt ist, so dass sie sich im Druckbetrieb nicht dreht. Die hülsen- oder rohrförmige Zwischenwalze 5 ist auf der Achse 11 drehbar und axial verschiebbar gelagert. Auf der Achse 11 sitzen axial verschiebbar, aber gegen Drehung gesichert eine erste Gleitbuchse 31 und eine zweite Gleitbuchse 32.

9 zeigt die Achse 11 und die erste Gleitbuchse 31 bei fehlender Zwischenwalze 5 in der Draufsicht, so dass zu erkennen ist, dass die Sicherung der ersten Gleitbuchse 31 gegen Drehung durch einen in der Achse 11 festsitzenden Querstift 33 gegeben ist, der in eine im Wesentlichen U-förmige Axialnut 34 im Rand der ersten Gleitbuchse 31 eingreift.

Die Zwischenwalze 5 ist über das Drehlager (Wälzlager) 12 drehbar auf der ersten Gleitbuchse 31 gelagert, wobei die erste Gleitbuchse 31 und die Zwischenwalze 5 durch einen Sicherungsring 35 und eine diesem gegenüberliegenden Stufe der ersten Gleitbuchse 31 gegen axiale Bewegungen relativ zueinander gesichert sind. Bei einer gemeinsamen Axialbewegung der Zwischenwalze 5 und der ersten Gleitbuchse 31 gleitet diese entlang der Achse 11, welche dafür mit Kunststoffbuchsen 36 versehen sein kann, und gleitet der Querstift 33 entlang der Axialnut 34.

Das Walzenschloss 21 ist mit einem Anschluss 37 für Druckluft versehen, der bei in das Walzenschloss eingelegter Achse 11 mit einer in die Achse 11 eingebrachten Querbohrung fluchtet, welche in eine in die Achse 11 eingebrachte Längsbohrung einmündet. Die Querbohrung und die Längsbohrung bilden zusammen einen Kanal 38 für die aus dem Anschluss 37 in die Achse 11 hineinströmende Druckluft. Dieser Kanal 38 mündet in eine druckluftbeaufschlagbare Expansionskammer 39, die von einem Boden der ersten Gleitbuchse 31 und einer gegenüberliegenden Stufe der Achse 11 begrenzt ist. Um die Zwischenwalze 5 in deren in 3 dargestellte axiale Außenstellung zu verstellen und in dieser zu halten, wird die Expansionskammer 39 über den Kanal 38 mit Druckluft beaufschlagt, wodurch die erste Gleitbuchse 31 mitsamt der Zwischenwalze 5 gegen die Wirkung einer Rückstellfeder 40 von der Stufe der Achse 11 weg gedrückt wird. Bei diesem pneumatischen Verschieben der Zwischenwalze 5 wirken die erste Gleitbuchse 31 und die Achse 11 wie der Zylinder und der Kolben eines Arbeitszylinders zusammen.

Die Rückstellfeder 40 ist eine auf Druck beanspruchbare Schraubenfeder. Die in die Zwischenwalze 5 integrierte Rückstellfeder 40 ist zwischen der zusammen mit der Zwischenwalze 5 axial verschiebbaren zweiten Gleitbuchse 32 und einer Stufe der Achse 11 vorgespannt. Bei Abstellung der Druckluftbeaufschlagung der Expansionskammer 39 drückt die Rückstellfeder 40 die Zwischenwalze 5 und mit dieser die beiden Gleitbuchsen 31, 32 wieder in die axiale Ausgangsstellung – also die Mittelstellung der Zwischenwalze 5 (vgl. 2) – zurück.

Die Ausbildung der Zwischenwalze 5 mit darin integrierter pneumatischer Kolben-Zylinder-Einheit als Aktor zum außermittigen Verstellen der Zwischenwalze 5 ist in mehrfacher Hinsicht vorteilhaft: Die Zwischenwalze 5 kann in ihrer an die Rasterwalze 3 (vgl. 1) angestellten Aktivposition und in ihrer davon abgestellten Passivposition sowie in jeder dazwischenliegenden Position axial geschaltet werden. Zusätzlicher Bauraum außerhalb der Zwischenwalze 5 wird nicht benötigt; eine kompakte Bauart ist gegeben.

1
Druckmaschine
2
Anilox-Farbwerk
3
Rasterwalze
4
Walze
5
erste Zwischenwalze
6
zweite Zwischenwalze
7
Farbzufuhrvorrichtung
8
Rakel
9
Sprühvorrichtung
10
Seitendichtung
11
Achse
12
Drehlager
13
Drehlager
14
Lagerring
15
Lagerring
16
Druckfeder
17
Druckfeder
18
Stütze
19
Stütze
20
Bund
21
Walzenschloss
22
Stellantrieb
23
Mitnehmer
24
Festhaltevorrichtung
25
Hebel
26
Gelenk
27
Feder
28
Laufrolle
29
Schräge
30
./.
31
erste Gleitbuchse
32
zweite Gleitbuchse
33
Querstift
34
Axialnut
35
Sicherungsring
36
Kunststoffbuchse
37
Anschluss
38
Kanal
39
Expansionskammer
40
Rückstellfeder
AS
Antriebsseite
BS
Bedienungsseite
a
Abstand
d
Dicke
s
Stellweg
sR
Reibwalzen-Traversierweg
sZ
Zwischenwalzen-Traversierweg


Anspruch[de]
Verfahren zum Reinigen eines Anilox-Farbwerks (2), wobei eine Rakel (8) an einer Walze (4) anliegt und eine Zwischenwalze (5) an der Walze (4) und einer Rasterwalze (3) anliegt, und wobei die Zwischenwalze (5) axial verstellt ist oder wird. Verfahren nach Anspruch 1, wobei die Zwischenwalze (5) während der Reinigung in einer anderen axialen Stellung als während des Druckbetriebs gehalten wird. Verfahren nach Anspruch 2, wobei die Zwischenwalze (5) während des Druckbetriebs in einer axialen Mittelstellung und während der Reinigung in einer axialen Außenstellung gehalten wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei eine weitere Zwischenwalze (6) an der Walze (4) und der Rasterwalze (3) anliegt, und wobei die beiden Zwischenwalzen (5, 6) zueinander gegensinnig axial verstellt sind. Verfahren nach Anspruch 1 wobei die Zwischenwalze (5) während der Reinigung changiert wird. Verfahren nach Anspruch 5, wobei die Zwischenwalze (5) während des Druckbetriebs axial stillgesetzt ist. Verfahren nach Anspruch 3, wobei die Zwischenwalze (5) durch Druckluftbeaufschlagung einer innerhalb der Zwischenwalze (5) liegenden Expansionskammer (39) in der axialen Außenstellung gehalten wird. Druckmaschine (1), die zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 7 ausgebildet ist.






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