Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Personenvereinzelung.
Derartige Vorrichtungen sind im Stand der Technik bereits seit Langem
bekannt. Üblicherweise werden Vorrichtungen zur Personenvereinzelung in Form
von Drehkreuzanlagen überall dort eingesetzt, wo eine Zutrittskontrolle stattfinden
soll. Entweder soll die Zahl der eintretenden Personen begrenzt gehalten oder aber
der Eintritt in den von der Drehkreuzanlage abgesperrten Bereich nur unter Auflagen,
etwa gegen Zahlung eines Eintrittspreises oder Vorlage einer Eintrittskarte, freigegeben
werden.
Das grundsätzliche Vorhandensein einer Drehkreuzanlage erfordert
jedoch nicht notwendigerweise, dass diese auch eingesetzt werden muss. Für
den Fall, dass zu bestimmten Zeitpunkten eine Personenvereinzelung wie vorgesehen
nicht stattfinden soll, kann die Drehkreuzanlage durchaus außer Eingriff gesetzt
werden. Dies ist etwa notwendig bei einem Notfall, so bei Ausbruch eines Feuers
in einem Stadion, oder aber auch wenn ein Bedarf für die Kontrolle nicht mehr
besteht, etwa wenn nach einem Fußballspiel die Besucher das Stadion verlassen
möchten. Ebenfalls kann ein Außer-Eingriff-Setzen der Vorrichtung dann
erfolgen, wenn eine Wartungsmaßnahme durchzuführen ist und währenddessen
eine händische Zutrittskontrolle erfolgt.
Es liegt jedoch durchaus im Interesse der Betreiber der genannten
Personenvereinzelungsvorrichtungen, dass im Regelfall diese nicht grundlos geöffnet
werden. Denkbar ist etwa, dass Bedienstete an einzelnen Zugängen willkürlich
die Anlage öffnen um ihnen bekannte Personen kostenlos einzulassen oder dass
sich im Falle einer sicherheitstechnisch bedenklichen Überfüllung die
Frage nach der Ursache hierfür stellt.
Vor diesem Hintergrund liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe
zugrunde, eine Vorrichtung zur Personenvereinzelung zu schaffen, welche eine Manipulation
zu Lasten des Betreibers wirksam verhindert und eine Kontrolle der Wirksamkeit der
aufgestellten Vorrichtung ermöglicht.
Dies gelingt mit einer Vorrichtung zur Personenvereinzelung gemäß
den Merkmalen des Hauptanspruchs. Weitere sinnvolle Verbesserungen dieser Vorrichtung
können den Unteransprüchen entnommen werden.
Ähnlich wie im Stand der Technik sieht die Erfindung als Voraussetzung
zunächst vor, dass eine Mehrzahl von Sperrholmen an einer Rotationseinheit
angeordnet sind. Durch ein Drehen der Rotationseinheit kann jeweils eine Person
durch die Drehsperre hindurchtreten, wobei sich gleichzeitig ein Sperrholm, einen
Rotationsabschnitt überstreichend, aus der Sperrposition herausdreht, während
der nächste Sperrholm ihm in die Sperrposition folgt. Die Sperrholme sind –
wie ebenfalls bekannt – zumindest in ihrer Sperrposition außer Eingriff
schwenkbar, also derart senkrecht zur Drehrichtung verschwenkbar, dass sie ein Durchtreten
von Personen nicht mehr verhindern. Erfindungsgemäß löst jedoch der
zumindest eine aus der Sperrposition heraus außer Eingriff geschwenkte Sperrholm
dabei einen elektrischen Kontakt aus, der mit einem elektrischen Zeitzähler
verbunden ist. Dieser wird dadurch mit einem elektrischen Potential beaufschlagt.
Anhand des derart behandelten Zeitzählers kann im Nachhinein eine Feststellung
erfolgen, wann ein Sperrholm außer Eingriff geschwenkt worden ist bzw. wann
er in Betrieb war.
Mit besonderem Vorteil ist der Sperrholm mit einem Riegel in seiner
Eingriffsposition gehalten, der ein Außer-Eingriff-Schwenken verhindert. Wird
dieser aber vom Personal gelöst, ist ein Verschwenken möglich, wobei der
Riegel durch die Bewegung des Sperrholms federnd ausweicht. Dadurch wird er gegen
eine Kontaktplatte gedrückt, welche den Kontakt zur Spannungsbeaufschlagung
des Zeitzählers auslöst.
Dabei ist es durchaus auch möglich, dass der Riegel selbst das
Potential trägt, mit dem der Zeitzähler beaufschlagt wird. Dadurch entfällt
ein Verlegen zusätzlicher Leitungen, durch die Wahl der Potentialverteilung,
etwa der Verteilung des Massepotentials auf den Riegel wird auch eine Berührungsgefahr
durch das Publikum ausgeschlossen.
Mit besonderem Vorteil ist die Kontaktplatte ebenfalls federnd gelagert,
so dass diese bei einem Druck durch den Riegel ebenfalls federnd nachgibt. Dies
ermöglicht einen größeren Spielraum bei der Justierung des Riegels,
so dass der Riegel nicht punktgenau an der Kontaktplatte zum stehen kommen muss,
sondern vielmehr weiter unter Kontaktherstellung verdreht werden kann.
Zwischen den verschiedenen Potentialen ist in der Sperrposition eine
geeignete Isolierung vorhanden, so dass ein Kontaktschluss über andere als
die vorgesehenen Wege wirksam verhindert ist.
Der Zeitzähler misst mit Vorteil die Zeit der Spannungsbeaufschlagung,
welche insoweit der Zeit des Außer-Eingriff-Setzens gleichkommt. Es ist sowohl
möglich, diesen Zeitzähler direkt vor Ort, als auch aus der Ferne, etwa
in einem Betriebsbüro, auszuwerten und nach dem Auswerten zurückzusetzen.
Dazu können Schnittstellen aller Art, mittels Kontakten oder kontaktlos, vorgesehen
sein.
Um ein möglichst abgerundetes Bild von den Einsätzen
der erfindungsgemäßen Vorrichtung zu erhalten kann der Zeitzähler
zudem auch in der Lage sein, anhand der Uhrzeit auch Zeitpunkte, etwa des In-Eingriff-Setzens
und des Außer-Eingriff-Setzens, mitzuspeichern, so dass auch diese Zeitpunkte
mit berücksichtigt werden können.
Hierzu kann der Zeitzähler mit einem, vorzugsweise nichtflüchtigen,
Speicher verbunden sein, der die Ereignisse aufzeichnet und auch bei einer Trennung
von seiner Spannungsversorgung die entsprechende Information speichert.
Die vorstehend beschriebene Erfindung wird im Folgenden anhand eines
in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert.
Es zeigen
1 eine Vorrichtung zur Personenvereinzelung in einer
schematischen Seitenansicht mit Sperrholmen in Eingriffsposition, und
2 die Vorrichtung zur Personenvereinzelung gemäß
1, wobei der Sperrholm in Sperrposition außer
Eingriff geschwenkt ist.
1 zeigt eine Vorrichtung 1 zur Personenvereinzelung,
welche eine Mehrzahl von Sperrholmen 4, 4' aufweist, welche mittels
einer Rotationseinheit 3 rotierbar sind. Im Betrieb dieser an sich soweit
bekannten Einrichtung wird eine Person bis zum Sperrholm 4, der sich in
einer Sperrposition befindet, vortreten und eine Eintrittskarte in einen dafür
vorgesehenen Leser stecken. Ist die Karte gültig, so rotiert die Rotationseinheit
3 den Sperrholm 4 aus der Sperrposition heraus, so dass die Person
die Sperre durchtreten kann. Durch die Rotation der Rotationseinheit 3
wird jedoch gleichzeitig der nächste Sperrholm 4' in Sperrposition
gedreht, so dass ein Durchtritt einer weiteren Person verhindert ist.
Soll nunmehr ein Durchtritt frei möglich sein, etwa nach einer
Eintrittsphase, so wird der aktuell in der Sperrposition befindliche Sperrholm
4 außer Eingriff verschwenkt, so dass er, wie die anderen Sperrholme
4' nicht im Durchtrittsweg der durchtretenden Personen liegt. Die Vorrichtung
1 kann nunmehr ungehindert passiert werden. Nachdem dieses Außer-Eingriff-Setzen
aber im Sinne des Betreibers solcher Vorrichtungen 1 lediglich in vorbestimmten
Situationen durchgeführt werden soll, ist es unter dem Gesichtspunkt des Missbrauchsschutzes
erforderlich, die Zeit, für welche die Vorrichtung außer Eingriff gesetzt
ist, zu ermitteln.
2 zeigt die Vorrichtung 1 zur Personenvereinzelung
gemäß 1 in der zuvor beschriebenen Situation,
in welcher der Sperrholm 4 außer Eingriff, nämlich in eine Ebene
mit dem in einer Freigabeposition befindlichen Sperrholm 4', verschwenkt
ist. Um ein solches Verschwenken zu ermöglichen, ist der Sperrholm
4 über einen Riegel 7 mit der Rotationseinheit
3 verbunden, so dass durch ein Öffnen des Riegels 7 eine
Freigabe des Sperrholms zum Verschwenken ermöglicht ist. Der Riegel
7 weicht beim Verschwenken des Sperrholms 4 aus und drückt
dabei gegen einen Kontakt 5, der am Standfuß 2 der Vorrichtung
1 angeordnet ist. Der Kontakt ist gegenüber der Vorrichtung
1 mittels einer zwischen dem Kontakt 5 und dem Standfuß
2 vorgesehenen Isolierung 6 isoliert angeordnet und mit einem
Potential beaufschlagt, welches zur Versorgung eines Zeitzählers dienen kann.
Durch ein Verschwenken des Sperrholms 4 drückt der Riegel
7 gegen den Kontakt 5 und schließt dadurch einen Stromkreis
zur Versorgung des Zeitzählers. Der Zeitzähler wird dadurch mit Spannung
beaufschlagt und zählt die Zeit, bis der Kontakt abbricht, also der Sperrholm
4 wieder in Eingriff gebracht wird. Dabei kann der Zeitzähler einen
Speicher aufweisen, welcher die gesammelten Informationen speichert und gegebenenfalls
an eine Abfragevorrichtung überträgt. Zu den gesammelten Informationen
können sowohl die Außer-Eingriffs-Dauer als auch die Uhrzeiten von Ereignissen
des In-Eingriff- oder Außer-Eingriff-Setzens, von Stromausfällen oder
Wartungszeiten gehören.
Vorliegend ist somit eine Vorrichtung zur Personenvereinzelung beschrieben,
welche eine Manipulation zu Lasten des Betreibers wirksam verhindert und eine Kontrolle
der Wirksamkeit der aufgestellten Vorrichtung mit einfachen elektronischen und mechanischen
Mitteln ermöglicht.
- 1
- Vorrichtung
- 2
- Standfuß
- 3
- Rotationseinheit
- 4, 4'
- Sperrholm
- 5
- Kontakt
- 6
- Isolierung
- 7
- Riegel