Gebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Gesteinsverankerung gemäß
dem Oberbegriff von Anspruch 1 und eine Vorrichtung zur automatisierten Gesteinsverankerung
gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 4. Die Erfindung betrifft auch ein
Verfahren zur Gesteinsverankerung.
Beschreibung des technischen Hintergrunds
Die Verwendung von selbstbohrenden Gesteinsankern stellt eine vernünftige
Prozedur dar, da das Bohrloch in das der Gesteinsanker eingeführt werden soll
mit dem Gesteinsanker selbst als Bohrwerkzeug gebildet wird. Nach dem Bohrschritt
wird ein Vergussmedium wie etwa Zement in das Bohrloch zum Verguß des Gesteinsankers
zu Gesteinsverstärkungszwecken usw injiziert.
Während des Bohrschritts wird die Bohrfläche mit Druckluft
gespült oder mit einem Spülfluid, welches alternativ während des
Bohrschritts als ein dünnflüssiger Zement, der auch für Vergußzwecke
dient, gespült wird.
Derartiges Spülen kann kontinuierlich sein und in ein besseres
Eindringen des Zements in das das Bohrloch umgebende Gestein und folglich in einer
besseren Verankerung des Ankers resultieren.
Eine bereits bekannte Vorrichtung zur Gesteinsverankerung beinhaltet
eine Drehvorrichtung, die auf den Halsadapter der Bohrmaschine geschraubt ist. Das
andere Ende der Drehvorrichtung bietet ein Gewinde für die Aufnahme eines Gewindeendes
eines selbstbohrenden Gesteinsankers.
Diese bereits bekannte Vorrichtung wird für manuell gesteuerte
Gesteinsverankerung verwendet und benötigt die Überwachung einer Bedienperson,
wenn der eingebohrte Gesteinsanker von der Drehvorrichtung gelöst wird.
Die DE 196 07 988 offenbart
ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Gesteinsverankerung entsprechend den Oberbegriffen
der Ansprüche 1 und 6.
Ziel und wichtigste Merkmale der Erfindung
Es ist ein Ziel mit dieser Erfindung eine Verbesserung der Vorrichtung
gemäß des Standes der Technik zu schaffen und im Speziellen eine Vorrichtung
zu schaffen, die vollständig automatisierte Gesteinsverankerung einschließlich
des Anfügens eines selbstbohrenden Gesteinsankers erlaubt.
Diese Ziele werden durch die Merkmale des Patentanspruchs 1 erreicht.
Dabei wird erreicht, dass das Lösen des Adapterelements in einer
definierten Weise zwischen diesem Element und dem fraglichen Gesteinsanker oder
der Verlängerungsstange stattfindet. Dies ist ein wesentlicher Vorteil, da
hiermit die Löseprozedur wesentlich vereinfacht wird im Vergleich zum Stand
der Technik und da die Verwendung bei automatisierter Gesteinsverankerung erlaubt
wird.
Eine entsprechende Vorrichtung zur automatisierten Gesteinsverankerung
ist in Anspruch 4 definiert, wobei die entsprechenden Vorteile erzielt werden.
Auch schafft das Verfahren gemäß Anspruch 5 die entsprechenden
Vorteile.
Weitere Merkmale und Vorteile werden aus dem Folgenden ersichtlich.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
Die Erfindung wird nun mit dem Hintergrund einer Ausführungsform
und mit Bezugnahme auf die anhängenden Zeichnungen beschrieben, worin:
1 schematisch eine Vorrichtung zur automatisierten Gesteinsverankerung
beinhaltend eine Bohranlage zeigt, und
2 detaillierter eine Vorrichtung zur Gesteinsverankerung
gemäß der Erfindung zeigt.
Beschreibung der Ausführungsform
Eine Vorrichtung 1 zur automatisierten Gesteinsverankerung
mit selbstbohrenden Gesteinsankern beinhaltet eine Bohranlage 2 mit Mitteln
zum Tragen einer herkömmlichen Bohrmaschine 3, die auf einer Längsführung
4 hin und her bewegbar ist. Eine Lagereinrichtung für Gesteinsanker
und/oder Verbindungsstangen für Gesteinsanker ist mit 5 bezeichnet.
Entlang einer Führung 4 sind Bohrerstützen
6 für das Tragen eines selbstbohrenden Gesteinsankers 7 mit
möglichen gewindeverbundenen Verbindungsstangen im Bohrprozess bereitgestellt.
Die Lagereinrichtung und die Bohrstützen funktionieren im Allgemeinen
wie welche, die in herkömmlichen Vorrichtungen für automatisiertes Bohren
vorgesehen sind und sind daher hier nicht detaillierter beschrieben.
Eine Quelle für Spülmedium 8 ist über Leitungen
und eine Adaptervorrichtung 10 angeordnet, um mit dem selbstbohrenden Gesteinsanker
7 zur Spülung während des Bohrens eines Bohrlochs
für den Gesteinsanker an einer bestimmten Stelle in der zu verstärkenden
Gesteinsstruktur, in Verbindung zu stehen.
Eine Quelle für Ankervergußmedium 9 zum Injizieren
von Zement oder entsprechendem Vergußmedium ist auch angeordnet, um mit dem
Gesteinsanker 7 über die Adaptervorrichtung 10 verbunden
zu sein. Dies kann erreicht werden, durch kontinuierliches Zuführen des Mediums
während des Bohrprozesses als Spülmedium/Injektionsmedium oder nach Beendigung
des Bohrprozesses als konventionelles Vergußmedium.
Die Vorrichtung zur Gesteinsverankerung 10 ist detaillierter
in 2 als eine Adaptervorrichtung 10 gezeigt,
wobei klar ist, dass die Vorrichtung ein Längsadapterelement 14 mit
einem distalen Ende 11 zur Verbindung mit einem selbstbohrenden Gesteinsanker
und einem proximalen Ende 12 umfassend einen integrierten Verbindungsabschnitt
des Adapterelements 14 für das Zusammenwirken mit einer herkömmlichen
Gesteinsbohrmaschine 3, beinhaltet.
Gemäß der Erfindung ist es hier beabsichtigt, dass das Adapterelement,
welches den Verbindungsabschnitt beinhaltet, aus einem einzelnen integrierten Element
besteht, welches als ein Stück gefertigt wird. Dies führt dazu, dass dieses
Element den Beanspruchungen welche die Schockwellen beim Schlagbohren verursachen,
widersteht. Damit wird eine echte Möglichkeit zur Automatisierung des Verankerungsprozesses
geschaffen.
Eine Drehhülse 13 ist einen Abschnitt des Adapterelements
14 umgebend, rotationsfixiert, an die Bohrmaschine 3 über
einen rotationsverhindernden Ausleger 17 befestigt, angeordnet. Dieses
Element ist einerseits an der Bohrmaschine 3 befestigt und schafft andererseits
Mittel in Form eines ringförmigen Endabschnittes für das Zusammenwirken
mit einem Verbindungsstutzen 16, der sich radial von der Drehhülse
13 erstreckt. Die Drehhülse ist somit in Bezug auf die Bohrmaschine
nicht-rotierend angeordnet.
Der Verbindungsstutzen 16 ist dafür bestimmt mit einer
der Quellen 8 oder 9 in 1 zum jeweiligen
Spülen und Injizieren des Vergußmediums, verbunden zu sein. Als eine Alternative
können selbstverständlich zwei Verbindungsstutzen angeordnet sein, eine
mit jeder Quelle.
Die Drehhülse 13 sieht Dichtungen 15 auf jeder
Seite eines ringförmigen Raumes 18 vor, der einen Abschnitt des Adapterelements
14 umgibt, aus dem ein radialer Kanal 19 (kann mehr als einer
sein) mündet. Der Kanal 19 verbindet den Raum 18 mit einem
axialen Kanal 20 welcher in das Innere eines rückspringenden Abschnitts
für einen selbstbohrenden Gesteinsanker am distalen Ende des Adapterelements
14 mündet. Auf diesem Weg werden Medien von den Quellen
8 und 9 in 1 zu einem Gesteinsanker
übermittelt, welcher in den rückspringenden Abschnitt eingeführt
wird.
Ein Verfahren zur Gesteinsverankerung gemäß der Erfindung
ist wie folgt
Schritt 1:
In einem rückspringenden Abschnitt in einer Adaptervorrichtung,
die in eine Bohrmaschine eingebracht ist, ist ein selbstbohrender Gesteinsanker
verbunden, um eingetrieben und verankert zu werden.
Schritt 2:
Der Bohrschritt läuft ab wie üblich mit dem Unterschied,
dass das Spülen des Bereiches eines Bohrkopfs des selbstbohrenden Gesteinsankers
nicht über die Bohrmaschine selbst gespült wird, sondern über die
Adaptervorrichtung, welche entweder mit einer Spülmediumquelle oder mit einem
leichtfließenden Zement, welcher gleichzeitig spült und vergießt,
verbunden ist.
Schritt 3:
Nach dem Eintreiben des selbstbohrenden Gesteinsankers vorbei an einer
vorderen Bohrstütze auf der Bohrmaschinenführung wird die Rotationsrichtung
der Bohrmaschine 3 zum Lösen der Gewindeverbindung zwischen dem aufnehmenden
Gewinde am distalen Ende des Adapterelements und dem Gesteinsanker umgekehrt. Der
Gesteinsanker ist nun frei, um als Gesteinsverstärkung verwendet zu werden,
oder um mit einer Verbindungsstange verbunden zu werden und weiter eingebohrt zu
werden.
Schritt 4:
Die Bohrmaschine 3 wird umgekehrt, um alternativ in einer
Position zu sein, um mit einer Verbindungsstange zusammenzuwirken, wenn dies zum
Einbringen eines ausreichend langen Gesteinsankers notwendig ist, wobei nachdem
dieser eingetrieben wurde, Zement in einer oben angezeigten Weise injiziert wird.
Dieser Injektionsschritt ist ebenfalls anwendbar in dem Fall, in dem der Gesteinsanker
bereits nach Schritt 2 fertig zur Verwendung war und Zement (oder dergleichen) nicht
für die Spülung verwendet wurde.
Die durch die Erfindung erzielten Vorteile können wie folgt zusammengefasst
werden:
Kein Abkoppeln muss gehandhabt werden, da der Gesteinsanker immer von dem Adapterelement
wegen dem Vorhandensein von nur einer Gewindeverbindung gelöst
wird.
Kontinuierliche Zementinjektion kann während des Bohrens gemacht
werden.
Der Anker wird in einem einzelnen Arbeitsschritt installiert, da die
Injektion des Zements nicht die Verbindung einer separaten Pumpe an den Anker benötigt.
Eine komplett mechanisierte/automatisierte Installation von selbstbohrenden
Ankern kann gemäß der Erfindung und mit der Hilfe einer Ankerlagereinrichtung
realisiert werden.