Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine flüssigkristalline
Polyester-Zusammensetzung, die insbesondere zur Herstellung von Steckverbindern
sehr geeignet ist.
Stand der Technik
Unter den thermoplastischen Harzen sind die flüssigkristallinen
Polymere als Materialien bekannt, die eine ausgezeichnete Maßhaltigkeit, Dämpfungseigenschaft
und Fließfähigkeit aufweisen und während des Formens sehr wenige
Grate bilden. Aufgrund dieser Vorteile werden flüssigkristalline Polymere als
Materialien für verschiedene elektronische Teile verwendet.
Insbesondere wird eine große Menge an flüssigkristallinen
Polymer-Zusammensetzungen zur Herstellung von Steckverbindern verwendet, die den
derzeitigen Anforderungen an eine erhöhte Leistungsfähigkeit von elektronischen
Vorrichtungen in Form einer erhöhten Wärmebeständigkeit (Zunahme
der Produktivität, die durch die fortgeschrittene Montagetechnologie unterstützt
wird), einer erhöhten Dichte (Zunahme der Anzahl der Stifte) und einer reduzierten
Größe der Steckverbinder genügen.
Die flüssigkristallinen Polymer-Zusammensetzungen, die bis zu
einem gewissen Grad eine verbesserte Fließfähigkeit aufweisen, können
jedoch nicht den Anforderungen an dünne und Narrow-Pitch-Steckverbinder (Steckverbinder
mit schmalem Rastermaß) genügen, die in den letzten Jahren gefordert werden.
Typische dünne und Narrow-Pitch-Steckverbinder umfassen einen
Platte-an-Platte (B-an-B)-Steckverbinder, der zum Verbinden von Leiterplatten verwendet
wird, und einen FPC-Steckverbinder, der zum Verbinden einer flexiblen Leiterplatte
(FPC) mit einem flexiblen flachen Kabel (FFC) verwendet wird. Es besteht eine Nachfrage
an derartigen B-an-B-Steckverbindern und FPC-Steckverbindern, um die Fläche
zur Steckverbinder-Montage zu verringern, verbunden mit der derzeitigen Tendenz
zur Größenreduktion einer elektronischen Gerätschaft, bei der Leiterplatten
verwendet werden, und es wird auch gefordert, dass sie eine geringere Höhe
als üblich aufweisen, um den Abstand zwischen den Leiterplatten zu verringern.
Z.B. sind Steckverbinder mit einem schmalem Rastermaß der Anschlussstifte bis
zu 1 mm oder weniger eingeführt worden. Zusätzlich dazu werden Steckverbinder
mit geringer Höhe, die eine Dicke von 3 mm oder weniger im Steckverbinder-Einführungszustand
aufweisen (was als "Steckhöhe" bezeichnet wird), bereitgestellt.
Weiterhin haben seit kurzem die Forderungen nach einer Verkleinerung
der Anschlussstifte und einer geringeren Höhe oder Steckhöhe als üblich
zugenommen, und auf dem Markt sind Anschlussstifte von 0,5 mm oder weniger und einer
Steckhöhe von weniger als 1,0 mm erwünscht. Als Antwort auf diese Forderungen
muss die Größe eines aus flüssigkristallinem Polymer geformten Artikels,
der Anschlussstifte enthält, reduziert werden. Die reduzierte Größe
verringert die Festigkeit des Steckverbinders beträchtlich, was dazu führen
kann, dass die zweckmäßige Festigkeit nicht aufrecht erhalten wird. D.h.
die Verringerung der Dicke des Steckverbinders kann weiterhin auch eine Verdrehung
oder ein Reißen des Steckverbinders herbeiführen, und zwar aufgrund der
Spannung, die während der Handhabung oder Montage erzeugt wird.
Wie oben beschrieben wurde, müssen die flüssigkristallinen
Polymer-Materialien, die für dünne und Narrow-Pitch-Steckverbinder –
dargestellt durch B-an-B-Steckverbinder und FPC-Steckverbinder – verwendet
werden, sowohl eine hohe Fließfähigkeit als auch eine ausgezeichnete Maßhaltigkeit
aufweisen. Z.B. muss beim Füllen eines Harzes zu einem Teilstück geringerer
Dicke, das dünner als 0,1 mm ist, die Menge des Füllharzes reduziert werden.
In diesem Fall fehlt den obigen Zusammensetzungen jedoch die Festigkeit, so dass
sich das Problem einer Verformung durch Rückfließen im Montagestadium
ergibt. Im Hinblick auf die Maßhaltigkeit ist es z.B. bekannt, dass die Zugabe
eines speziellen Glimmers zu einem flüssigkristallinen Polyester und/oder einem
flüssigkristallinen Polyesteramid eine flüssigkristalline Polymer-Zusammensetzung
ergibt, die eine ausgezeichnete Maßhaltigkeit aufweist, wie in JP-A 4-202558
beschrieben ist. Die in JP-A 4-202558 beschriebene flüssigkristalline Polymer-Zusammensetzung
ist jedoch nicht befriedigend und ergibt eine ungenügende Wärmebeständigkeit
und induziert eine Verformung durch Rückfließen im Montagestadium.
Offenbarung der Erfindung
Wie oben beschrieben wurde, wurden verschiedene Untersuchungen mit
flüssigkristallinen Polymer-Materialien durchgeführt, die in dünnen
und Narrow-Pitch-Steckverbindern verwendet werden. Es gibt jedoch
kein Material, das alle die Merkmale einer ausgezeichneten Formbarkeit, Flachheit,
Beständigkeit gegenüber einer Wölbungsverformung und Wärmebeständigkeit
erfüllt.
Indem sie sich auf die obigen Probleme konzentrierten, haben die Erfinder
der vorliegenden Erfindung ausführliche Forschungsarbeiten und Untersuchungen
durchgeführt, um ein flüssigkristallines Polymer-Material bereitzustellen,
aus dem ein Steckverbinder geformt werden kann, welcher eine wohl ausgeglichene
Leistungsfähigkeit aufweist, und sie fanden, dass eine flüssigkristalline
Polyester-Zusammensetzung, die durch Kombination einer 2-Hydroxy-6-naphthoesäure-Einheit
mit einer 4-Hydroxybenzoesäure-Einheit in einem speziellen Verhältnis
und weiterhin durch Zugabe von Glimmer und eines faserförmigen Füllstoffs
in entsprechenden speziellen Prozentgehalten hergestellt wurde, eine gute Formbarkeit
und eine ausgezeichnete Flachheit, Beständigkeit gegenüber einer Wölbungsverformung
und Wärmebeständigkeit ergibt, wodurch die vorliegende Erfindung vervollständigt
wurde.
D.h. die vorliegende Erfindung stellt eine flüssigkristalline
Polyesterharz-Zusammensetzung bereit, die Folgendes umfasst: (A) 100 Gewichtsteile
eines flüssigkristallinen Polyesterharzes, das Struktureinheiten umfasst, die
durch die entsprechenden Formeln (I), (II), (III) bzw. (IV) veranschaulicht sind,
als wesentliche Strukturkomponenten in Mengen von 40 – 75 Mol-% der Struktureinheit
(I), 8,5 – 30 Mol-% der Struktureinheit (II), 8,5 – 30 Mol-% der Struktureinheit
(III) und 0,1 – 8 Mol-% der Struktureinheit (IV), bezogen auf alle Struktureinheiten,
(B) 5 bis 80 Gew.-Teile Glimmer und (C) 5 bis 35 Gew.-Teile eines faserförmigen
Füllstoffs:
wobei Ar1 2,6-Naphthalin ist, Ar2 wenigstens eine Gruppe ist,
die aus der aus 1,2-Phenylen, 1,3-Phenylen und 1,4-Phenylen bestehenden Gruppe ausgewählt
ist, Ar3 wenigstens eine Gruppe ist, die aus der aus 1,3-Phenylen, 1,4-Phenylen
und einem Rest einer Verbindung mit zwei oder mehr Phenylengruppen, die an den jeweiligen
para-Positionen miteinander verbunden sind, bestehenden Gruppe ausgewählt ist
und Ar4 1,4-Phenylen ist.
Die vorliegende Erfindung stellt einen Steckverbinder bereit, der
einen geformten Artikel der oben beschriebenen flüssigkristallinen Polyesterharz-Zusammensetzung
enthält, und weiterhin stellt sie die Verwendung der oben beschriebenen flüssigkristallinen
Polyesterharz-Zusammensetzung für Steckverbinderteile bereit.
Ausführliche Beschreibung der Erfindung
Die vorliegende Erfindung wird im Folgenden ausführlich beschrieben.
Der (A) flüssigkristalline Polyester gemäß der vorliegenden Erfindung
ist ein in der Schmelze verarbeitbares Polymer, das eine optisch anisotrope geschmolzene
Phase bilden kann. Die Eigenschaften der anisotropen geschmolzenen Phase können
durch eine übliche Polarisations-Testmethode unter Verwendung von gekreuzten
Polarisatoren bestimmt werden. Die Bestimmung der anisotropen geschmolzenen Phase
kann insbesondere durch Beobachtung einer geschmolzenen Probe auf einem Leitz-Heiztisch
eines Leitz-Polarisationsmikroskops bei einer 40-fachen Vergrößerung in
einer Stickstoffatmosphäre erfolgen. Das in der vorliegenden Erfindung anwendbare
flüssigkristalline Polymer zeigt eine optische Anisotropie bei der Betrachtung
zwischen gekreuzten Polarisatoren und ermöglicht es, dass die Polarisation
selbst in einem geschmolzenen und stationären Zustand normal übertragen wird.
Der flüssigkristalline Polyester gemäß der vorliegenden
Erfindung muss eine spezifische Struktureinheit aufweisen, die dazu beiträgt,
dass sich die oben beschriebene optisch anisotrope geschmolzene Phase bilden kann.
Die als Ausgangsmaterial zur Bildung des flüssigkristallines
Polyesters gemäß der vorliegenden Erfindung verwendeten chemischen Verbindungen
werden nachstehend nacheinander ausführlich beschrieben. Zur Herstellung der
oben beschriebenen Struktureinheiten (I) bis (IV) werden verschiedene Verbindungen
verwendet, die über die übliche Esterbildungsfähigkeit verfügen.
Die Struktureinheit (I) leitet sich von 2-Hydroxy-6-naphtoesäure
ab.
Die Struktureinheit (II) ist eine Dicarbonsäure-Einheit. Ar2
ist aus der Gruppe ausgewählt, die aus 1,2-Phenylen, 1,3-Phenylen und 1,4-Phenylen
besteht. Wegen der Wärmebeständigkeit leitet sich Ar2 jedoch
vorzugsweise von Terephthalsäure ab.
Die Struktureinheit (III) ist eine Diol-Einheit. Als Ausgangsmaterial-Verbindung
für dieselbe verwendet man Hydrochinon, Dihydroxybiphenyl und dergleichen.
Wegen der Wärmebeständigkeit wird jedoch Dihydroxybiphenyl,
insbesondere 4,4'-Dihydroxybiphenyl bevorzugt.
Die Struktureinheit (IV) leitet sich von 4-Hydroxybenzoesäure
ab.
Gemäß der vorliegenden Erfindung muss der flüssigkristalline
Polyester die oben beschriebenen Struktureinheiten (I) bis (IV) enthalten, wobei
die entsprechenden Bereiche wie folgt sind: 40 – 75 Mol-% (vorzugsweise 40
– 60 % und besonders bevorzugt 45 – 60 Mol-%) der Struktureinheit
(I), 8,5 – 30 Mol-% (vorzugsweise 17,5 – 30 %) der Struktureinheit
(II), 8,5 – 30 Mol-% (vorzugsweise 17,5 – 30 Mol-%) der Struktureinheit
(III) und 0,1 – 8 Mol-% (vorzugsweise 1 – 6 Mol-%) der Struktureinheit
(IV), bezogen auf die Gesamtmenge der Struktureinheiten.
Die Mengen an (I), (II), (III) und (IV) sind auf die Gesamtheit von
(I), (II), (III) und (IV) bezogen. Der flüssigkristalline Polyester, der nur
(I), (II), (III) und (IV) umfasst, kann als vollständig aromatisch bezeichnet
werden.
JP-A 56-10526 offenbart einen Copolyester, der die Struktureinheiten
(I), (II) und (III) in Mengen von 10 – 90 Mol-%, 5 – 45 Mol-% bzw.
5 – 45 Mol-% enthält. Der Copolyester hat das Problem einer hohen Verfestigungsgeschwindigkeit
während der Kühlschritts, so dass sich das Polymer wahrscheinlich an der
Ablassöffnung des Polymerisationsreaktors verfestigt. Zur Lösung des Problems
durch Verringerung der Verfestigungsgeschwindigkeit während des Kühlens
– um ein Ablassen des Polymers aus dem Polymerisationsreaktor zu ermöglichen
– werden in der vorliegenden Erfindung 0,1 bis 8 Mol-% der Struktureinheit
(IV) zugefügt, während die Gehalte der Struktureinheiten (I) bis (III)
in den obigen entsprechenden Bereichen gesteuert werden.
JP-A 55-144024 offenbart einen Copolyester, der die Struktureinheiten
(I), (II), (III) und (IV) in Mengen von 20 – 40 Mol-%, 5 – 30 Mol-%,
5 – 30 Mol-% bzw. 10 bis 50 Mol-% enthält. Der Copolyester weist jedoch
die folgenden Probleme auf: eine verschlechterte Wärmebeständigkeit aufgrund
einer ungenügenden Menge der Struktureinheit (I) und eines Überschusses
der Struktureinheit (IV), und eine wahrscheinliche Verfestigung des Polymers an
der Ablassöffnung des Polymerisationsreaktors aufgrund einer ungenügenden
Menge der Struktureinheit (I).
Diesbezüglich bezweckt die vorliegende Erfindung eine Steuerung
des Kristallisationszustandes des Polymers auf einen optimalen Grad, wodurch die
Verfestigungsgeschwindigkeit während des Kühlschritts auf einen zweckmäßigen
Wert reduziert wird, so dass das Polymer glatt aus dem Polymerisationsreaktor abgelassen
werden kann und die Wärmebeständigkeit erhöht wird. Die vorliegende
Erfindung hält insbesondere den Prozentgehalt der entsprechenden Struktureinheiten
(I), (II), (III) und (IV) in den oben angegebenen entsprechenden Bereichen, insbesondere
hält sie das Verhältnis der Struktureinheit (I) zu der Struktureinheit
(IV) – (I)/(IV) – in einem Bereich von 5 – 750, vorzugsweise
von 6 – 150, wodurch die obigen Probleme gelöst werden, so dass auf
erfolgreiche Weise ein vollständig aromatischer Polyester mit ausgezeichneter
Wärmebeständigkeit, Herstellbarkeit und Formbarkeit bereitgestellt wird.
Der vollständig aromatischer Polyester gemäß der vorliegenden
Erfindung wird durch Polymerisation unter Verwendung eines direkten Polymerisationsverfahrens
oder eines Esteraustauschverfahrens hergestellt. Die Polymerisation wird durch ein
Polymerisationsverfahren in der Schmelze, ein Polymerisationsverfahren in Lösung,
ein Aufschlämmungs-Polymerisationsverfahren, ein Polymerisationsverfahren in
der festen Phase und dergleichen durchgeführt.
Gemäß der vorliegenden Erfindung kann die Polymerisation
unter Verwendung eines Acylierungsmittels für das polymerisierende Monomer
und eines an seinen Enden aktivierten Monomers als Säurechlorid-Derivat erfolgen.
Ein anwendbares Acylierungsmittel schließt ein Säureanhydrid wie Essigsäureanhydrid
ein.
Für die obige Polymerisation können verschiedene Katalysatoren
verwendet werden, typischerweise Dialkylzinnoxid, Diarylzinnoxid, Titandioxid, Alkoxytitansilicat,
Titanalkoholat, ein Alkalimetall- und ein Erdalkalimetallsalz einer Carbonsäure
und eine Lewissäure wie BF3. Eine vorzugsweise verwendete Menge
des Katalysators beträgt im Allgemeinen etwa 0,001 – 1 Gew.-%, besonders
bevorzugt etwa 0,003 – 0,2 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht des Monomers.
Bei der Durchführung der Lösungs- oder Aufschlämmungspolymerisation
schließt ein anwendbares Lösungsmittel flüssiges Paraffin, synthetisches
Öl mit hoher Wärmebeständigkeit und inertes Mineralöl ein.
Die Reaktionsbedingungen sind wie folgt: eine Reaktionstemperatur
von 200 °C bis 380 °C und ein Enddruck von 0,1 – 760 Torr (13 –
101 080 Pa). Besonders bei der Schmelzreaktion sind die Reaktionsbedingungen wie
folgt: eine Reaktionstemperatur von 260 °C bis 380 °C, vorzugsweise von
300 °C bis 360 °C und ein Enddruck von 1 – 100 Torr (133 –
13 300 Pa), vorzugsweise von 1 – 50 Torr (133 bis 6670 Pa).
Die Reaktion kann beginnen, indem ein Reaktor mit der Gesamtmenge
der Ausgangsmaterial-Monomere, einem Acylierungsmittel und einem Katalysator (einstufige
Reaktion) beschickt wird, oder sie kann durchgeführt werden, indem man zuerst
die Hydroxylgruppen der Ausgangsmaterial-Monomere (I), (III) und (IV) durch ein
Acylierungsmittel acyliert, woran sich ein Reagierenlassen der acylierten Monomere
mit der Carbonsäuregruppe des Monomers (II) anschließt (zweistufige Reaktion).
Die Polymerisation in der Schmelze kann durchgeführt werden,
indem man das Reaktionssystem eine gegebene Temperatur erreichen lässt und
das System auf einen gegebenen reduzierten Druck evakuiert. Nachdem das Drehmoment
eines Rührers einen vorgegebenen Wert erreicht hat, wird ein inertes Gas in
das System eingeführt, wird der Druck des Systems von dem reduzierten Druck
über den normalen Druck auf einen unter Druck gesetzten Zustand erhöht,
und dann wird das Polymer dem Reaktionssystem entnommen.
Das durch das obige Polymerisationsverfahren hergestellte Polymer
kann weiterhin einer Festphasen-Polymerisation unterzogen werden, wobei das Polymer
unter normalem Druck oder reduziertem Druck oder in einer Inertgasatmosphäre
erhitzt wird, wodurch sich die Molmasse erhöht. Bevorzugte Bedingungen der
Festphasen-Polymerisation sind eine Reaktionstemperatur von 230 °C bis 350
°C, besonders bevorzugt von 260 °C bis 330 °C und ein Enddruck von
10 – 760 Torr (1330 bis 101 080 Pa).
Glimmer (B), ein wichtiges Strukturelement der vorliegenden Erfindung,
wird nachstehend beschrieben. Glimmer ist gemahlenes Silicat-Material, das Aluminium,
Kalium, Magnesium, Natrium, Eisen und dergleichen enthält. Glimmer weist verschiedene
Typen auf, wie Muskovit, Phlogopit, Biotit und künstlicher Glimmer. Obwohl
jeder dieser Glimmer-Typen als Glimmer in der vorliegenden Erfindung verwendet werden
kann, wird Muskovit bevorzugt. Phlogopit und Biotit sind – verglichen mit
Muskovit – weich. Phlogopit und Biotit enthalten, verglichen mit Muskovit,
große Mengen an Eisen in ihren Hauptbestandteilen, so dass sie ein schwärzliches
Aussehen haben. Künstlicher Glimmer wird durch Ersetzen einer OH-Gruppe in
natürlichem Phlogopit durch F hergestellt, und der künstliche Glimmer
ist kostspielig und zur praktischen Anwendung nicht geeignet.
Die bekannten Verfahren zum Mahlen von Glimmer während der Herstellung
desselben sind das Nassmahl-Verfahren und das Trockenmahl-Verfahren. Das Nassmahlen
erfolgt durch grobes Zerbrechen des Glimmererzes in einer trockenen Brechmaschine
und durch Zugabe von Wasser zu dem so zerkleinerten Glimmer, um eine Glimmer-Aufschlämmung
zu bilden, die dann durch das Nassmahl-Verfahren gemahlen wird, woran sich ein Entwässern
und Trocknen anschließt. Das Trockenmahlen verursacht geringe Kosten und wird
verglichen mit dem Nassmahlen üblicherweise angewendet. Da es beim Trockenmahlen
jedoch schwierig ist, Glimmer dünn und fein zu mahlen, wird in der vorliegenden
Erfindung vorzugsweise Glimmer verwendet, welcher durch das Nassmahl-Verfahren hergestellt
wird.
Zur Durchführung des Nassmahlens muss das Material, das zermahlen
werden soll, in Wasser dispergiert werden. Demgemäß ist es eine übliche
Praxis, ein Koagulierungsmittel/Koagulierungshilfsmittel zur Aufschlämmung
zu geben, um die Dispersionswirkung des Materials, das zermahlen werden soll, zu
erhöhen. Anwendbare Koagulierungsmittel/Koagulierungshilfsmittel umfassen Polyaluminiumchlorid,
Aluminiumsulfat, Eisen(II)sulfat, Eisen(III)sulfat, chloriertes Eisen(II)sulfat,
Polyeisensulfat, Polyeisen(III)chlorid, anorganisches Polymer-Koagulierungsmittel
aus Eisen-Siliciumdioxid, anorganisches Polymer-Koagulierungsmittel aus Eisen(III)chlorid-Siliciumdioxid,
gelöschter Kalk (Ca(OH)2), Ätznatron (NaOH) und Sodaasche (Na2CO3).
Da diese Koagulierungsmittel/Koagulierungshilfsmittel jedoch einen pH-Wert entweder
auf der alkalischen Seite oder der sauren Seite aufweisen, induziert der mit diesen
Koagulierungsmitteln/Koagulierungshilfsmitteln behandelte Glimmer, sobald er zu
dem flüssigkristallinen Polyester gegeben wurde, eine Zersetzung des Polymers
unter Bildung eines großen Gasvolumens oder einer Abnahme der Molmasse des
Polymers, wodurch die Leistungsfähigkeit des dünnen Steckverbinders, die
ein Ziel der vorliegenden Erfindung ist, negativ beeinflusst wird. Demgemäß
ist der in der vorliegenden Erfindung angewendete Glimmer vorzugsweise ein solcher,
der ein Koagulierungsmittel/Koagulierungshilfsmittel in dem Nassmahl-Verfahren akzeptiert.
Der in der vorliegenden Erfindung verwendete Glimmer hat vorzugsweise
mittlere Teilchengrößen von 10 – 100 &mgr;m, besonders bevorzugt
von 20 – 80 &mgr;m, die durch das Mikrotrack-Laserbeugungsverfahren bestimmt
werden. Wenn die mittlere Teilchengröße von Glimmer kleiner als 10 &mgr;m
ist, ist der Verbesserungseffekt der Steifigkeit ungenügend. Selbst wenn die
mittlere Teilchengröße desselben größer als 100 &mgr;m ist,
ist die Verbesserung der Steifigkeit ungenügend und ist die Festigkeit der
Schweißstelle ungenügend. Wenn weiterhin die mittlere Teilchengröße
100 &mgr;m überschreitet, kann die befriedigende Fließfähigkeit
zum Formen des Steckverbinders, die ein Ziel der vorliegenden Erfindung ist, nicht
sichergestellt werden.
Die bevorzugte Dicke von Glimmer liegt in einem Bereich von 0,01 –
1 &mgr;m, besonders bevorzugt von 0,03 – 0,3 &mgr;m, die durch die Beobachtung
mit einem Elektronenmikroskop bestimmt wurde. Glimmer, der eine geringere Dicke
als 0,01 &mgr;m aufweist, bricht leicht während des Schmelzverarbeitungsschritts
und verbessert nicht mehr die Steifigkeit. Glimmer mit einer Dicke von mehr als
1 &mgr;m ergibt keinen ausreichenden Verbesserungseffekt der Steifigkeit. Der
Glimmer kann durch Oberflächenbehandlung unter Verwendung eines Silan-Kupplungsmittels
und dergleichen verarbeitet werden und weiterhin unter Verwendung eines Bindemittels
granuliert werden. Ein typisches Beispiel für einen Glimmer, der in der vorliegenden
Erfindung geeignet ist, ist das Glimmer-Pulver AB-25S, hergestellt von Yamaguchi
Mica Co., Ltd., das im Handel erhältlich ist.
Um einen Steckverbinder mit hoher Maßhaltigkeit in der vorliegenden
Erfindung zu erhalten, wird eine größere zugefügte Glimmermenge besonders
bevorzugt. Eine übermäßige Zugabe von Glimmer erhöht jedoch
die relative Dichte, verschlechtert die Extrudierbarkeit und Formbarkeit und verschlechtert
insbesondere die Fließfähigkeit, wodurch der erwünschte Narrow-Pitch-Steckverbinder
nicht erreicht werden kann. Wenn umgekehrt die zugefügte Glimmermenge übermäßig
klein ist, kann eine ausgezeichnete Maßhaltigkeit, die ein Ziel der vorliegenden
Erfindung ist, nicht erreicht werden. Daher ist die zugegebene Menge an Glimmer
(B) auf einen Bereich von 5 – 80 Gewichtsteilen, vorzugsweise von 15 –
50 Gewichtsteilen, bezogen auf 100 Gewichtsteile (A) des flüssigkristallinen
Polyesters, festgelegt.
Das Folgende ist eine Beschreibung des (C) faserförmigen Füllstoffs,
der eine Strukturkomponente der vorliegenden Erfindung darstellt. Durch Zugabe eines
faserförmigen Füllstoffs zum flüssigkristallinen Polyester erhöht
sich die Festigkeit des Steckverbinders und wird die Beständigkeit gegenüber
einer Wölbungsverformung erhöht.
Demgemäß ist (C) der faserförmige Füllstoff eine
wesentliche Komponente der vorliegenden Erfindung.
Beispiele für den anwendbaren faserförmigen Füllstoff
sind Glasfaser, Asbestfaser, Siliciumdioxid-Faser, Siliciumdioxid-Aluminiumoxid-Faser,
Aluminiumoxid-Faser, Zirconiumoxid-Faser, Bornitrid-Faser, Siliciumnitrid-Faser,
Borfaser, Kaliumtitanat-Faser, Silicatfaser, wie Wollastonit-Faser, Magnesiumsulfat-Faser,
Aluminiumborat-Faser und anorganisches faserförmiges Material, wie faserförmiges
Material aus Metall, wie Edelstahl, Aluminium, Titan, Kupfer und Messing. Von diesen
ist ein besonders typischer faserförmiger Füllstoff Glasfaser. Organische
faserförmige Materialien mit hohem Schmelzpunkt, wie Polyamid, Fluorharz, Polyesterharz
und Acrylharz sind auch anwendbar.
Diese faserförmigen Füllstoffe können separat oder
in Kombination von zweien oder mehreren derselben verwendet werden. Nötigenfalls
kann ein Bindemittel oder ein Oberflächenbehandlungsmittel zugegeben werden,
wenn diese faserförmigen Füllstoffe verwendet werden.
Gemäß der vorliegenden Erfindung ist das Massenmittel der
Länge des faserförmigen Füllstoffs vorzugsweise 300 &mgr;m oder
weniger. Wenn das Massenmittel der Länge desselben 300 &mgr;m überschreitet,
verschlechtert sich die Fließfähigkeit selbst bei einer reduzierten Mischgeschwindigkeit
und es kann kein Steckverbinder mit ausgezeichneter Flachheit erreicht werden. Im
Hinblick auf das Gleichgewicht zwischen Fließfähigkeit und mechanischen
Eigenschaften wird gemahlene Glasfaser mit einem Massenmittel der Länge von
150 &mgr;m oder weniger besonders bevorzugt. Der hierin aufgeführte Ausdruck
"Massenmittel der Länge des faserförmigen Füllstoffs" bezeichnet
den Wert in dem geformten Artikel, der durch ein später beschriebenes Verfahren
bestimmt werden kann. Obwohl der Faserdurchmesser des faserförmigen Füllstoffs
nicht speziell eingeschränkt ist, werden im Allgemeinen Durchmesser von 5 –
15 &mgr;m verwendet.
Gemäß der vorliegenden Erfindung ergibt eine größere
Menge an faserförmigem Füllstoff eine höhere Festigkeit und Steifigkeit
sowie eine größere Maßhaltigkeit. Die übermäßige Zugabe
an faserförmigem Füllstoff erhöht jedoch die relative Dichte und
verschlechtert die Extrudierbarkeit und Formbarkeit, verschlechtert insbesondere
die Fließfähigkeit, so dass ein Erhalten des erwünschten Narrow-Pitch-Steckverbinders
nicht möglich ist. Durch eine übermäßig geringe Menge an faserförmigem
Füllstoff wird es ebenfalls unmöglich gemacht, eine ausgezeichnete Maßhaltigkeit
zu erreichen, die ein Ziel der vorliegenden Erfindung ist. Demgemäß liegt
die zugefügte Menge des (C) faserförmigen Füllstoffs in einem Bereich
von 5 bis 35 Gewichtsteilen, vorzugsweise von 10 – 30 Gewichtsteilen, bezogen
auf 100 Gewichtsteile (A) des flüssigkristallinen Polyesters.
Weiterhin kann die flüssigkristalline Polyester-Zusammensetzung
gemäß der vorliegenden Erfindung ein anderes thermoplastisches Harz als
Hilfsstoff in einem Bereich enthalten, der das Ziel der vorliegenden Erfindung nicht
negativ beeinflusst.
Zu den Beispielen für das thermoplastische Hilfsharz gehören
ein Polyolefin wie Polyethylen und Polypropylen, ein aromatischer Polyester, der
eine aromatische Dicarbonsäure und ein Diol enthält, wie Polyethylenterephthalat
und
Polybutylenterephthalat und dergleichen, Polyacetal (Homo- oder Copolymer),
Polystyrol, Polyvinylchlorid, Polyamid, Polycarbonat, ABS, Polyphenylenoxid, Polyphenylensulfid
und Fluorharz. Diese thermoplastischen Harze können in Kombination von zweien
oder mehreren derselben verwendet werden.
Hinsichtlich der flüssigkristallinen Harz-Zusammensetzung liegt
eine Zusammensetzung, die Additive, wie einen Keimbildner, Ruß, ein Pigment
wie ein anorganisches gebranntes Pigment, ein Antioxidationsmittel, einen Stabilisator,
einen Weichmacher, ein Gleitmittel, ein Formentrennmittel, ein Flammverzögerungsmittel
enthält – wodurch die erwünschten jeweiligen Eigenschaften bereitgestellt
werden –, auch im Bereich der durch die vorliegende Erfindung festgelegten
flüssigkristallinen Harz-Zusammensetzung.
Zur Herstellung der flüssigkristallinen Polyester-Zusammensetzung
gemäß der vorliegenden Erfindung können die oben beschriebenen Komponenten
in den oben angegebenen Mischverhältnissen vermischt werden, um sie zusammen
zu kneten. Eine übliche Praxis besteht darin, diese Komponenten in einem Extruder
zu kneten, um sie zu einer Pelletform zu extrudieren und sie dann einem Spritzgussverfahren
und dergleichen zuzuführen. Das Herstellungsverfahren ist jedoch nicht auf
diese Art des Knetens in einem Extruder beschränkt. Die flüssigkristalline
Polyester-Zusammensetzung gemäß der vorliegenden Erfindung wird durch
eine bekannte Formpress- und Verarbeitungsapparatur verarbeitet, wie eine Spitzgussmaschine
und dergleichen, um einen geformten Artikel bereitzustellen. Wie oben beschrieben
wurde, ist die flüssigkristalline Polyester-Zusammensetzung gemäß
der vorliegenden Erfindung für elektronische Teile wie einen Steckverbinder
geeignet und insbesondere für einen dünnen und Narrow-Pitch-Steckverbinder
geeignet, der ein Rastermaß von 1 mm oder weniger und eine Steckhöhe von
3 mm oder weniger hat, nachdem er auf eine Platte montiert wurde. Aufgrund der verbesserten
Formbarkeit ist die flüssigkristalline Polyester-Zusammensetzung gemäß
der vorliegenden Erfindung zusätzlich dazu zur Verbesserung der Produktivität
in Form des Werkzeugschutzes, des unbemannten Betriebes und dergleichen während
des Formens verschiedener industrieller Teile wie elektrischer und elektronischer
Teile wirksam.
Kurzbeschreibung der Zeichnungen
1 zeigt ein FPC-Steckverbindermodell, das zur Bestimmung
des Einspritzdrucks in den Beispielen verwendet wird. 1(a) zeigt
die Ansicht von vorn, 1(b) zeigt die Draufsicht, 1(c)
zeigt die Unteransicht und 1(d) zeigt die Seitenansicht. Bei der
Einheit der Zahlen in der Zeichnung handelt es sich um Millimeter. 2
ist eine A-A-Querschnittsansicht von 1(a). 3
ist eine detaillierte Ansicht des Abschnitts B von 1(a).
Beispiele
Die vorliegende Erfindung wird unter Bezugnahme auf die nachstehenden
Beispiele ausführlicher beschrieben. Die vorliegende Erfindung ist jedoch nicht
auf diese Beispiele beschränkt. Die in den Beispielen angegebenen physikalischen
Eigenschaften wurden durch die nachstehend angegebenen entsprechenden Methoden bestimmt.
Schmelzpunkt
Der Schmelzpunkt wurde durch eine DSC-Apparatur, hergestellt von Perkin
Elmer, Inc., bestimmt.
Einspritzdruck
Ein Formpressen wurde unter Verwendung des in 1
gezeigten FPC-Steckverbindermodells (Rastermaß: 0,5 mm, Höhe: 1,16 mm,
minimale Dicke: 0,12 mm) unter den nachstehend angegebenen Bedingungen durchgeführt.
Der minimale Druck zum Einspritzen des geschmolzenen Materials in ein Werkzeug wurde
bestimmt. Ein geringerer Einspritzdruck weist auf eine verbesserte Fließfähigkeit
des Materials hin.
Formpressbedingungen
– Spritzgussmaschine: FANUC ROBOSHOT &agr;-50C
– Formtemperatur: 80 °C
– Zylindertemperatur: 370 °C-370 °C-360 °C-350 °C
(Beispiele 1 bis 6, Vergleichsbeispiel 1)
350 °C-350 °C-340 °C-330 °C (Vergleichsbeispiel 2)
330 °C-330 °C-320 °C-310 °C (Vergleichsbeispiel 3)
300 °C-300 °C-290 °C-280 °C (Vergleichsbeispiel 4)
– Einspritzgeschwindigkeit: 200 mm/s
– Haltedruck: 49 MPa
– Druckhaltezeit: 1 s
– Kühlzeit: 5 s
– Rotationsgeschwindigkeit der Schnecke: 150 U/min
– Gegendruck der Schnecke: 4 MPa
Bestimmung des Massenmittels der Länge von Glasfaser
5 g Pellets der Harzzusammensetzung wurden zum Veraschen 2 Stunden
lang auf 600 °C erhitzt. Der Ascherückstand wurde in einer wässrigen
5%igen Polyethylenglycol-Lösung vollständig dispergiert. Die Mischung
wurde unter Verwendung einer Tropfpipette in eine Petrischale überführt.
Die Glasfaser in der Mischung wurde unter Verwendung eines Mikroskops beobachtet.
Mit einem Bildanalysator (LUZEX FS, hergestellt von NIRECO Corporation) wurde das
Massenmittel der Länge der Glasfaser bestimmt. Bei der Bildanalyse wurde ein
Unterprogramm angewendet, um die überlappenden Fasern jeweils in einzelne aufzutrennen,
wodurch die Länge jeder Faser bestimmt wurde. Die Bestimmung erfolgte unter
Ausschluss von Glasfasern, die eine Länge von 10 &mgr;m oder weniger aufweisen.
Messung der Biegeeigenschaft
Die Biegefestigkeit wurde gemäß ISO 178 bestimmt.
Blasentest
Geformte Artikel, die jeweils eine Länge von 124 mm, eine Breite
von 12 mm und eine Dicke von 0,8 mm aufweisen, wurden als Blasentest-Proben hergestellt.
Die Formpress-Bedingungen sind nachstehend angegeben. Jeder der so hergestellten
geformten Artikel wurde 5 Minuten lang in Siliconöl bei unterschiedlichen Temperaturen
eingetaucht, und dann wurde die Oberfläche der Probe beobachtet. Die maximale
Temperatur, bei der kein Oberflächenquellen induziert wird, wurde als die blasenfreie
Temperatur (BFT) definiert. Eine höhere BFT weist auf eine höhere Wärmebeständigkeit
hin.
Formpressbedingungen
– Spritzgussmaschine: J75SSII-A, hergestellt von The Japan Steel Works,
Ltd.,
– Formtemperatur: 90 °C
– Zylindertemperatur: 370 °C-370 °C-360 °C-350 °C
(Beispiele 1 bis 6, Vergleichsbeispiel 1)
350 °C-350 °C-340 °C-330 °C (Vergleichsbeispiel 2)
330 °C-330 °C-320 °C-310 °C (Vergleichsbeispiel 3)
300 °C-300 °C-290 °C-280 °C (Vergleichsbeispiel 4)
– Einspritzgeschwindigkeit: 2,3 m/s
– Haltedruck: 46 MPa
– Druckhaltezeit: 7 s
– Kühlzeit: 27 s
– Rotationsgeschwindigkeit der Schnecke: 100 U/min
– Gegendruck der Schnecke: 4 MPa
Der in den Beispielen und Vergleichsbeispielen verwendete flüssigkristalline
Polyester wurde durch die folgende Arbeitsweise hergestellt.
Flüssigkristalliner Polyester-1
Die folgenden Ausgangsmaterial-Monomere, der Metall-Katalysator und
das Acylierungsmittel wurden in einen Polymerisationsreaktor gegeben, der mit einem
Rührer, einer Rückflusskolonne, einer Öffnung für die Monomerzugabe,
einer Öffnung zum Einführen von Stickstoff und Evakuierungs/Entnahme-Leitungen
versehen ist.
– (I) 2-Hydroxy-6-naphthoesäure (HNA): 166 g (48 Mol-%)
– (II) Terephthalsäure (TA): 76 g (25 Mol-%)
– (III) 4,4'-Dihydroxybiphenyl (BP): 86 g (25 Mol-%)
– (IV) 4-Hydroxybenzoesäure (HBA): 5 g (2 Mol-%)
– Kaliumacetat-Katalysator (katalytische Menge)
– Essigsäureanhydrid (1,1-fache Stoffmenge der Gesamtstoffmenge
an HNA, BP und HBA)
Die Reaktionsteilnehmer wurden 1 Stunde lang bei 140 °C in einem
Stickstoffgasstrom gerührt. Danach wurden die Reaktionsteilnehmer 5,5 Stunden
lang unter Rühren erhitzt, um die Temperatur auf 360 °C zu erhöhen.
Dann wurde der Druck 30 Minuten lang auf 5 Torr (667 Pa) reduziert, und die Polymerisation
in der Schmelze wurde durchgeführt, während niedrigsiedende Inhaltsstoffe
wie Essigsäure abdestilliert wurden. Nachdem das Rührdrehmoment einen
vorgegebenen Grad erreicht hatte, wurde Stickstoff in das Reaktionssystem eingeführt,
um die Atmosphäre auf einen positiven Druck zu bringen. In diesem Stadium wurde
Polymer am unteren Teil des Polymerisationsreaktors abgelassen. Der abgelassene
Polymerstrang wurde dann granuliert. Die Pellets wurden 8 Stunden lang in einem
Stickstoffgasstrom einer Wärmebehandlung bei 300 °C unterzogen, um den
flüssigkristallinen Polyester-1 zu erhalten. Der Schmelzpunkt des flüssigkristallinen
Polyesters-1 betrug 352 °C.
Zu dem Polymerisationsreaktor, der zur Herstellung des flüssigkristallinen
Polyesters-1 verwendet wurde, wurden 994 g 4-Hydroxybenzoesäure, 126 g 4,4'-Dihydroxybiphenyl,
960 g Essigsäureanhydrid, 112 g Terephthalsäure und 216 g Polyethylenterephthalat
mit einer in 0,1 g/l Pentafluorphenol bei 60 °C bestimmten Grenzviskosität
von 0,6 dl/g gegeben. Eine Polykondensation dieser Mischung unter Abspaltung von
Essigsäure wurde unter den nachstehend angegebenen Bedingungen durchgeführt.
D.h. die Reaktion wurde 6 Stunden lang in einer Stickstoffgasatmosphäre bei
Temperaturen im Bereich von 100 °C bis 250 °C und dann 2 Stunden lang
bei Temperaturen im Bereich von 250 °C bis 315 °C durchgeführt. Danach
wurde das Reaktionssystem während einer Zeitspanne von 2 Stunden bei 315 °C
auf 0,5 mm Hg evakuiert und die Umsetzung wurde eine weitere Stunde durchgeführt,
wobei Essigsäure in einer Menge abdestillierte, die mit der theoretischen Menge
fast identisch ist, um die Polykondensation zu vervollständigen. Dadurch wurde
ein flüssigkristalliner Polyester erhalten. Der Schmelzpunkt des flüssigkristallinen
Polyesters-3 betrug 314 °C.
Zu dem Polymerisationsreaktor, der zur Herstellung des flüssigkristallinen
Polyesters-1 verwendet wurde, wurden 994 g 4-Hydroxybenzoesäure, 223 g 4,4'-Dihydroxybiphenyl,
147 g 2,6-Diacetoxynaphthalin, 299 g Terephthalsäure und 1077 g Essigsäureanhydrid
gegeben. Eine Polykondensation dieser Mischung unter Abspaltung von Essigsäure
wurde unter den nachstehend angegebenen Bedingungen durchgeführt. D.h. die
Reaktion wurde 5 Stunden lang in einer Stickstoffgasatmosphäre bei Temperaturen
im Bereich von 100 °C bis 250 °C und dann 1,5 Stunden lang bei Temperaturen
im Bereich von 250 °C bis 330 °C durchgeführt. Danach wurde das Reaktionssystem
während einer Zeitspanne von 1,5 Stunden bei 330 °C auf 0,5 mm Hg evakuiert
und die Umsetzung wurde 1 weitere Stunde durchgeführt, wobei Essigsäure
in einer Menge abdestillierte, die mit der theoretischen Menge fast identisch ist,
um die Polykondensation zu vervollständigen. Dadurch wurde ein flüssigkristalliner
Polyester erhalten. Der Schmelzpunkt des flüssigkristallinen Polyesters-4 betrug
296 °C.
Beispiele 1 bis 6
Mit dem flüssigkristallinen Polyester-1 wurden Glimmer (AB-25S,
mittlere Teilchengröße: 25 &mgr;m, hergestellt von Yamaguchi Mica Co.,
Ltd.) und Glasfaser-1 (PF70E001, gemahlene Glasfaser eines Faserdurchmessers von
10 &mgr;m und einem Massenmittel der Länge von 70 &mgr;m, hergestellt von
Nitto Boseki Co., Ltd.) oder Glasfaser-2 (CS03J416, zerhackter Strang eines Faserdurchmessers
von 10 &mgr;m und einer Faserlänge von 3 mm, hergestellt von Asahi Fiber
Glass Co.) im trockenen Zustand in den entsprechenden in der Tabelle 1 angegebenen
Mischverhältnissen vermischt. Das Gemisch wurde dann in einem Doppelschneckenextruder
(TEX-30&agr;, hergestellt von The Japan Steel Works, Ltd.) geschmolzen und geknetet,
um Pellets zu erhalten. Proben wurden aus den so hergestellten Pellets geformt,
die getestet wurden, um die Eigenschaften zu bestimmen. Das Ergebnis ist in der
Tabelle 1 aufgeführt.
Vergleichsbeispiele 1 bis 6
Vergleichsbeispiele wurden wie folgt hergestellt: Talk (Crown Talc
PP mit einem mittleren Teilchendurchmesser von 10 &mgr;m, hergestellt von Matsumura
Sangyo Co., Ltd.) wurde anstelle von Glimmer verwendet (Vergleichsbeispiel 1); die
flüssigkristallinen Polyester 2 bis 4 der Vergleichsartikel wurden als flüssigkristalline
Polyester verwendet (Vergleichsbeispiele 2 bis 4); es wurde kein faserförmiger
Füllstoff, zugegeben (Vergleichsbeispiel 5) und es wurde ein Überschuss
an faserförmigem Füllstoff verwendet (Vergleichsbeispiel 6). Sie wurden
in ähnlicher Weise wie die Beispiele bewertet. Das Ergebnis ist in der Tabelle
1 aufgeführt.
Anspruch[de]
Flüssigkristalline Polyesterharz-Zusammensetzung, umfassend (A)
100 Gew.-Teile eines flüssigkristallinen Polyesterharzes, das Struktureinheiten
umfasst, die durch die jeweiligen Formeln (I), (II), (III) bzw. (IV) veranschaulicht
sind, als wesentliche Strukturkomponenten in Mengen von 40 bis 75 mol-% der Struktureinheit
(I), 8,5 bis 30 mol-% der Struktureinheit (II), 8,5 bis 30 mol-% der Struktureinheit
(III) und 0,1 bis 8 mol-% der Struktureinheit (IV), bezogen auf alle Struktureinheiten,
(B) 5 bis 80 Gew.-Teile Glimmer und (C) 5 bis 35 Gew.-Teile eines faserförmigen
Füllstoffs:
wobei Ar1 2,6-Naphthalin ist, Ar2 wenigstens eine Gruppe ist,
die aus der aus 1,2-Phenylen, 1,3-Phenylen und 1,4-Phenylen bestehenden Gruppe ausgewählt
ist, Ar3 wenigstens eine Gruppe ist, die aus der aus 1,3-Phenylen, 1,4-Phenylen
und einem Rest einer Verbindung mit zwei oder mehr Phenylengruppen, die an den jeweiligen
para-Positionen miteinander verbunden sind, bestehenden Gruppe ausgewählt ist
und Ar4 1,4-Phenylen ist.Flüssigkristalline Polyesterharz-Zusammensetzung nach Anspruch
1, wobei der faserförmige Füllstoff (C) Glasfaser ist.Flüssigkristalline Polyesterharz-Zusammensetzung nach Anspruch
1 oder Anspruch 2, wobei der faserförmige Füllstoff (C) ein Massenmittel
der Länge von 300 &mgr;m oder kleiner hat.Formteil, umfassend die flüssigkristalline Polyesterharz-Zusammensetzung
nach Anspruch 1 oder 2.Verbinder, umfassend die flüssigkristalline Polyesterharz-Zusammensetzung
nach Anspruch 1.Verbinder nach Anspruch 5 mit einer Teilung von 1 mm oder kleiner und
einer Stapelhöhe von 3 mm oder kleiner nach der Montage auf einem Substrat.Verwendung der flüssigkristallinen Polyesterharz-Zusammensetzung
nach Anspruch 1 für Verbinderteile.