Allgemeiner Stand der Technik
Gebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft Antennen und Mikrowellen-Sendeempfänger.
Beschreibung des Stands der Technik
Übliche Antennen weisen oft lineare Abmessungen auf, die in der
Größenordnung der Wellenlänge der Strahlung liegen, die empfangen
und/oder gesendet wird. Beispielsweise benutzt ein üblicher Funksender eine
Dipolantenne, deren Länge etwa S der Wellenlänge der gesendeten Wellen
beträgt. Eine solche Antennenlänge bietet eine effiziente Kopplung zwischen
dem elektrischen Antrieb der Antenne und dem Strahlungsfeld.
Trotzdem sind Antennen, deren lineare Abmessungen in der Größenordnung
der Wellenlänge der Strahlung liegen, in vielen Situationen unpraktisch. Insbesondere
sind Mobiltelefone und drahtlose Handgeräte klein. Geräte dieser Art bieten
Antennen begrenzten Raum. Andererseits koppeln kleine Antennen bei Wellenlängen,
die oft von Mobiltelefonen und drahtlosen Handgeräten benutzt werden, in ineffizienter
Weise an die Strahlung an.
Der Artikel „'Metamaterial' holds promise for antennas, optics"
von R. Colin Johnson, EE Times (11. Mai 2001) beschreibt eine Ankündigung von
Forschern an der University of California, San Diego (UCSD), der physikalischen
Realisierung von Materialien mit einem negativen Brechungsindex, die theoretisch
vorhergesagt worden war.
Kurzdarstellung der Erfindung
Verschiedene Ausführungsformen benutzen Antennen, die auf Kommunikationsfrequenzen
resonant an äußere Strahlung koppeln. Aufgrund der resonanten Kopplung
sind die Antennen für die Strahlung hoch empfindlich, auch wenn ihre linearen
Abmessungen wesentlich geringer als S der Strahlungswellenlänge sind.
Eine Vorrichtung gemäß der vorliegenden Erfindung ist in
dem unabhängigen Anspruch aufgeführt, auf den der Leser hiermit verwiesen
wird.
Kurze Beschreibung der Figuren
1 zeigt einen Empfänger der eine resonante dielektrische
Antenne aufweist;
2 ist eine Aufzeichnung der Antwort einer beispielhaften
dielektrischen Kugelantenne, gemessen von zwei Elektroden, die benachbart zu entgegengesetzten
Polen der Antenne angeordnet sind; und
3 zeigt einen Empfänger, der eine resonante, magnetisch
durchlässige Antenne aufweist; und
4 ist ein Ablaufdiagramm, das ein Verfahren zum Empfangen
von drahtloser Kommunikation mit Empfängern aus 1
oder 3 zeigt.
Genaue Beschreibung der Erfindung
Verschiedene Ausführungsformen weisen Antennen auf, die aus künstlich
hergestellten Metamaterialien hergestellt sind, für die die dielektrische Konstante
(&egr;) und/oder magnetische Durchlässigkeit (&mgr;) über einen Bereich
von Mikrowellenfrequenzen negativ ist. Die Metamaterialien werden ausgewählt,
um die Antennen dazu zu veranlassen, resonant an äußere Strahlung mit
Kommunikationsfrequenzen zu koppeln. Aufgrund der resonanten Kopplungen weisen die
Antennen eine hohe Empfindlichkeit gegenüber der Strahlung auf, obwohl ihre
linearen Abmessungen wesentlich geringer sind als die Wellenlänge der Strahlung.
Die resonante Kopplung ergibt sich daraus, dass das Metamaterial derart
ausgewählt wird, dass es geeignete &egr;- und/oder &mgr;-werte aufweist.
Eine geeignete Auswahl des Metamaterials hängt von der Form des Objekts und
von dem Frequenzbereich ab, in dem eine Resonanzantwort gewünscht wird. Bei
Kugelantenne müssen &egr; und/oder &mgr; reelle Teile aufweisen, die annähernd
gleich „-2" in dem Frequenzbereich sind, d.h. den Kommunikationsfrequenzen.
Bei solchen Werten von &egr; und/oder &mgr; ist eine Kugelantenne sehr empfindlich
gegenüber äußerer Strahlung, auch wenn ihr Durchmesser wesentlich
geringer ist als S der Wellenlänge der Strahlung.
1 zeigt einen Mikrowellenempfänger 10,
der auf einer dielektrischen Antennen 14 beruht. Der Empfänger
10 weist ein Verstärkermodul 12 und die dielektrische Antenne
14 auf. Das Verstärkermodul 12 misst die Spannung zwischen
Elektroden 16, 18, die benachbart zu den entgegengesetzten Polen
der dielektrischen Antenne 14 angeordnet sind. Die Spannung, die von den
Elektroden 16, 18 gemessen wird, stellt die Intensität des
Felds in der dielektrischen Antenne 14 dar, da die Spannung in demselben
Frequenzbereich resonant auf äußere Felder reagiert, in dem die Antenne
14 resonant reagiert. Beispielhafte Elektroden 16, 18
sind dünne oder Drahtgittervorrichtungen, die das elektrische Feld in der dielektrischen
Antenne 14 geringfügig stören. Der Durchmesser der Antenne
14 beträgt vorzugsweise das 0,2-fache oder geringere der Wellenlänge
der Strahlung, bei einer Frequenz, für deren Verstärkung das
Verstärkermodul 10 konfiguriert ist.
Für die kleine Antenne 14 definiert die Standardtheorie
der Elektrostatik, wie die Antenne auf von außen angewandte Strahlung reagiert.
Bei Distanzen D, die wesentlich größer sind als der Durchmesser S der
Antenne, und wesentlich geringer als R der Strahlungswellenlänge, ist
das äußere elektrische Feld Eweit räumlich annähernd
konstant und parallel. Das Feld Eweit ist deshalb bei Distanzen D konstant
und parallel, weil die Strahlungswellenlänge wesentlich größer ist
als D, und das äußere elektrische Feld Eweit nur bei solchen
Distanzen wesentlichen variiert, die so groß wie oder größer als
R der Strahlungswellenlänge sind.
Bei der Antenne 14 bestimmt die Elektrostatiktheorie, wie
der Wert des elektrischen Felds Einnen im Inneren der Antenne
14 von dem Wert des räumlich konstanten äußeren elektrischen
Felds Eweit abhängt, d.h. dem Feld bei Distanzen, die im Vergleich
zu D groß und im Vergleich zu der Wellenlänge gering sind. Wenn die Antenne
14 eine dielektrische Konstante &egr; aufweist, die nahe der relevanten
Strahlungsfrequenz im Wesentlichen konstant ist, impliziert die Elektrostatik, dass:
Einnen = (3/[&egr; + 2]) Eweit.
Aus diesem elektrostatischen Ergebnis geht hervor, dass Einnen
→ ∞ da &egr; → –2. Auch ein kleines äußeres
elektrisches Feld Eweit erzeugt also an den Elektroden 16,
18 eine große Spannung, wenn das &egr; der Antenne nahe bei –2
liegt. Ein solcher Wert von &egr; erzeugt eine Resonanzantwort in der Antenne
14, und macht den Empfänger äußerst empfindlich gegenüber
äußerer Strahlung. Auf diese Weise erfordert die Herstellung einer Resonanzantenne
14 die Ausbildung eines Metamaterials, dessen &egr; einen geeigneten
Wert auf dem gewünschten Kommunikationsband aufweist.
Verfügbare Materialien weisen keine dielektrischen Konstanten
gleich –2 auf. Stattdessen können Verbundmaterialien erzeugt werden,
die ein &egr; aufweisen, dessen reeller Teil für einen begrenzten Frequenzbereich
nahe bei –2 liegt. Die geeigneten Metamaterialien weisen für eeignete
Frequenzen in einem Mikrowellenbereich negative &egr;s auf, z.B. von etwa 1 Gigahertz
(GHz) bis etwa 100 GHz.
Künstlich hergestellte Metamaterialien, die geeignete Eigenschaften
in Teilen des oben genannten Frequenzbereichs aufweisen, sind im Stand der Technik
gut bekannt. Einige dieser Metamaterialien sind in „Experimental Verification
of a Negative Index of Refraction" von R.A. Shelby et al, Science, Band 292 (2001)
77 beschrieben. Verschiedene Auslegungen für solche Metamaterialien sind in
„Composite Medium with Simultaneously Negative Permeability and Permeability",
D.R. Smith et al, Physical Review Letters, Band 84 (2000) 4184 und „Microwave
transmission through a two-dimensional, isotropic, left-handed metamaterial" von
R.A. Shelby et al, Applied Physics Letters, Band 78 (2001) 489 beschrieben. Beispielhafte
Auslegungen erzeugen Metamaterialien, die &egr; und/oder &mgr; mit negativen
Werten bei Frequenzen im Bereich von 4,7 bis 5,2 GHz und etwa 10,3 bis 11,1 GHz
aufweisen.
Verschiedene Auslegungen für 2- und 3-dimensionale künstliche
Objekte von Metamaterialien umfassen 2- und 3-dimensionale Arrays von leitenden
Objekten. Verschiedene Ausführungsformen der Objekte umfassen Ein- und Mehrdrahtschleifen,
Split-Ring-Resonatoren, Leiterstreifen, und Kombinationen dieser Objekte. Die beispielhaften
Objekte, die aus Ein- oder Mehrdrahtschleifen hergestellt sind, weisen Resonanzfrequenzen
auf, die in bekannter Weise von den Parametern abhängig sind, die die Objekte
definieren. Die dielektrische Konstante und die magnetische Durchlässigkeit
der Metamaterialien hängen sowohl von den physikalischen Merkmalen der Objekte
in ihnen, als auch von der Auslegung der Objektarrays ab. Bei Drahtschleifenobjekten
hängen die Resonanzfrequenzen von der Drahtstärke, den Schleifenradien,
der Anzahl der Schleifen, und der Beabstandung der Drähte auf, welche die Schleifen
ausmachen. Siehe z.B. „Loop-wire medium for investigating plasmons at microwave
frequencies", D.R. Smith et al, Applied Physics Letters, Band 75 (1999) 1425.
Nach der Auswahl von einem Frequenzbereich und von &egr; und/oder
&mgr; sind die geeigneten Parameterwerte für die Objekte und Arrays, die
das Metamaterial ausmachen, leicht von Fachleuten zu bestimmen. Siehe z.B. die oben
zitierten Referenzen. Die nützlichen Metamaterialien weisen eine dielektrische
Konstante und/oder magnetische Durchlässigkeit auf, deren reeller Teil bei
den gewünschten Mikrowellenfrequenzen negativ ist.
Da reelle Materialien Verluste verursachen, weisen Metamaterialien
üblicherweise ein &egr; und/oder &mgr; auf, das einen imaginären Nichtnull-Teil
aufweist. Für ein solches Resonanzverhalten muss der imaginäre Teil der
dielektrischen Konstante und/oder magnetischen Durchlässigkeit klein genug
sein, um die Resonanzantwort der Antenne nicht zu zerstören, und groß
genug, um eine angemessene Breite der Resonanzantwort bereitzustellen. Üblicherweise
wird eine Resonanzantwort für ein Frequenzband gewünscht. Verfahren zum
Einbringen von Verlusten in die Metamaterialien sind Fachleuten ebenfalls bekannt.
Siehe z.B. die oben zitierten Referenzen.
Bei Frequenzen, die in Antenne 14 Resonanzantworten erzeugen,
reduziert der imaginäre Nichtnull-Teil von &egr; die unendliche Antwort auf
ein äußeres elektrisches Feld auf eine endliche Spitze
mit einer Frequenzspreizung, wie in 2 zu sehen. Bevorzugte
Empfänger 10 verwenden Metamaterialien, deren &egr; einen ausreichend
größeren imaginären Teil aufweist, um sicherzustellen, dass das gewünschte
Kommunikationsband eine Resonanzantwort in der Antenne 14 erzeugt. Bekannte
Metamaterialien erzeugen Werte von Im[&egr;(&ohgr;)]/Re[&egr;(&ohgr;)] = &Dgr;&ohgr;/&ohgr;
≥ 0,03 – 0,05 und ≤ 0,1.
3 zeigt einen Empfänger 20, der auf einer
magnetisch durchlässigen Kugelantenne 22 beruht. Der Empfänger
20 weist auch eine Pickup-Spule 24 und ein Verstärkermodul
26 auf. Die Antenne 22 ist aus einem magnetischen Metamaterial
ausgebildet, das ein geeignetes &mgr; aufweist. In der Antenne 22 führt
die magnetische Durchlässigkeit &mgr;, und nicht die dielektrische Konstante
&egr;, zu einer Resonanzantwort auf äußere Strahlung. Bei der Antenne
22 ermöglicht es nicht die Elektrostatik, sondern die Magnetostatik,
ein Magnetfeld in der Antenne Binnen in Bezug zu einem äußeren
Magnetfeld Bweit zu setzen. Vorausgesetzt, dass das äußere
Magnetfeld Bweit eine Wellenlänge aufweist, die im Vergleich zu
dem Durchmesser der Antenne 22 groß ist, impliziert die Magnetostatik,
dass:
Binnen = (3&mgr;/[&mgr; + 2])Bweit
Wenn &mgr; einen Wert in der Nähe von „–2" in
einem gewünschten Frequenzbereich aufweist, erzeugt die Kugelantenne
22 eine Resonanzantwort auf von außen angewandte Strahlung. In einem
solchen Fall erhöht die Antenne 22 die Empfindlichkeit des Empfängers
20 auf die angewandte äußere Spannung stark.
Wiederum weist das magnetisch durchlässige Metamaterial ein &mgr;
auf, dessen imaginärer Teil aufgrund interner Verlust nicht null ist. Der imaginäre
Teil von &mgr; ist dazu ausgelegt, groß genug zu sein, um sicherzustellen,
dass eine Resonanzantwort der Antenne 22 auf dem gewünschten Frequenzband
erfolgt. Verfahren zum Einbringen von Verlusten in Metamaterialien sind Fachleuten
bekannt.
Während die oben beschriebenen Empfänger 10,
20 Kugelantennen 14, 22 benutzen, benutzen andere Ausführungsformen
Antennen mit anderen Formen. Zu beispielhaften Antennenformen gehören Ellipsoide,
Zylinder und Würfel. Für diese anderen Formen weisen die zugeordneten
Antennen eine Resonanzantwort auf äußere Strahlung für Werte des
reellen Teils von &egr; und/oder &mgr; auf, die von „–2" abweichen.
Die Parameter für das Metamaterial hängen von der Geometrie der Antenne
ab, und werden ausgewählt, um einen geeigneten negativen Wert von &egr; und/oder
&mgr; auf einem geeigneten Mikrowellenband bereitzustellen.
4 zeigt ein Verfahren 30 zum Empfangen von
Funkdaten oder Sprachkommunikation mit Empfänger 10 aus
1 oder Empfänger 20 aus 3.
Das Verfahren 30 beinhaltet das Empfangen von Mikrowellenstrahlung, die
eine elektrische oder magnetische Feldintensität in einer Antenne resonant
erregt (Schritt 32). Die Antenne weist entweder eine dielektrische Konstante
mit einem negativen reellen Teil bei Mikrowellenfrequenzen, oder eine magnetische
Durchlässigkeit mit einem negativen reellen Teil bei Mikrowellenfrequenzen
auf. Zu beispielhaften Antennen gehören Objekte, die aus künstlichen Materialien
hergestellt sind. In Reaktion auf die Erregung wird die Intensität des elektrischen
oder magnetischen Felds in oder benachbart zu der Antenne gemessen (Schritt
34). Die Feldintensität wird von einem oder mehreren Sensoren gemessen,
die in oder benachbart zu der Antenne angeordnet sind. Das Verfahren 30
beinhaltet das Benutzen der gemessenen Feldintensität, um den Daten- oder Sprachinhalt
einer Übertragung zu bestimmen, die in einem zuvor ausgewählten Frequenzbereich
übertragen wird (Schritt 36).