HINTERGRUND DER ERFINDUNG
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Schleifscheibe zur
Verwendung bei einer Schleifmaschine, wobei die Schleifscheibe ein internes Fluidzuführsystem
zum Zuführen eines Kühlfluids oder eines Schneidfluids zu einer Arbeitsfläche
der Schleifscheibe aufweist.
Im Stand der Technik werden Stirnfräser mit Hohlwellen zum spanenden
Bearbeiten von Werkstücken verwendet. Die Verwendung dieser Stirnfräser
macht eine Maschine mit einer hohlen, mit Kühlmittel gefüllten Spindel
erforderlich, um ein Kühlmittel an die gewünschten Stellen zuzuführen.
Die bei diesen Maschinen verwendeten Hohlspindeln sind sehr teuer.
Es besteht somit weiterhin ein Bedarf für eine Schleifmaschine,
die ein System zum Zuführen eines Kühlmittels oder eines Schneidfluids
zu der Grenzfläche zwischen der Schleifscheibe und dem Werkstück aufweist.
KURZBESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
Ein Ziel der vorliegenden Erfindung besteht somit in der Schaffung
einer verbesserten Schleifscheibe zur Verwendung bei einer Schleifmaschine, die
ein internes Fluidzuführsystem aufweist.
Ein weiteres Ziel der vorliegenden Erfindung besteht zumindest bei
bevorzugten Ausführungsformen in der Schaffung einer Schleifscheibe der genannten
Art, die ein Fluidzuführsystem aufweist, das ein Kühlmittel oder ein Schneidfluid
in effektiver Weise auf eine Arbeitsfläche der Schleifscheibe verteilt.
Die EP-A-826 461 offenbart eine Schleifscheibe mit den Merkmalen des
Oberbegriffs des Anspruchs 1.
Gemäß der vorliegenden Erfindung wird eine Schleifscheibe
zur Verwendung bei einer Schleifmaschine geschaffen, wie diese im Anspruch 1 beansprucht
ist.
Weitere Details der mit Öffnungen versehenen Schleifscheiben
der vorliegenden Erfindung sowie weitere Ziele und Vorteile in Verbindung mit dieser
sind in der nachfolgenden ausführlichen Beschreibung und den Begleitzeichnungen
dargestellt, wobei gleiche Bezugszeichen gleiche Elemente bezeichnen.
KURZBESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
Es zeigen:
1 eine Draufsicht auf eine Schleifmaschine mit gestapelten
Schleifscheiben gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel der vorliegenden
Erfindung;
2 eine Schnittdarstellung der gestapelten Schleifscheiben
der 1;
3 eine Schnittdarstellung der inneren abgeschrägten
ringförmigen Kanäle, die bei der gestapelten Schleifscheibe der
1 verwendet werden;
4 eine Perspektivansicht von einer der gestapelten
Schleifscheiben der 1,
5 eine Darstellung eines alternativen Ausführungsbeispiels
einer Schleifscheibe gemäß der vorliegenden Erfindung; und
6 eine Schnittdarstellung der Schleifscheibe der
4.
AUSFÜHRLICHE BESCHREIBUNG DES BZW. DER BEVORZUGTEN AUSFÜHRUNGSBEISPIELE
Unter Bezugnahme auf die Zeichnungen veranschaulicht 1
eine Schleifmaschine 10, die einen Schleifscheibenstapel 12 aufweist,
der auf einer von einem Motor angetriebenen Spindel 14 angebracht ist.
Der Schleifscheibenstapel 12beinhaltet zwei Schleifscheiben 16
und 18, die durch eine Mehrzahl von Gewindebolzen oder Schrauben
20 miteinander verbunden sind. Jede der Schleifscheiben 16 und
18 besitzt eine jeweilige Arbeitsfläche 21 und
22, die mit einem Schleifmaterial beschichtet ist, bei dem es sich z.B.
um kubische Bornitrid- oder Diamantpartikel handelt. Jede Schleifscheibe
16 und 18 besitzt eine zentrale Öffnung 19 zum Aufnehmen
der Spindel 14.
Bisher war es schwierig, Kühlfluide oder Schneidfluide Flächenbereichen
zuzuführen, an denen das zu schleifende Werkstück und die Schleifscheibe
einander treffen. Die vorliegende Erfindung überwindet diese Schwierigkeit
durch Integrieren eines internen Fluidzuführsystems 24 in die Schleifscheibe
bzw. den Schleifscheibenstapel 12.
Das Fluidzuführsystem 24, wie es in den 2
bis 4 dargestellt ist, beinhaltet einen inneren ringförmigen
Kanal 26 in jeder Schleifscheibe 16 und 18. Wie in
3 gezeigt ist, ist jeder Kanal 26 abgeschrägt
ausgebildet, um die Zufuhr des Fluids zu erleichtern.
Einer der Kanäle 26 kommuniziert mit einer oder mehreren
Fluideinlassöffnungen 28 in einer Oberfläche 30 von
einer der Schleifscheiben 16 und 18 über eine oder mehrere
innere Passagen 32. Wenn die Oberfläche
30 eine Mehrzahl von Einlassöffnungen 28 enthält, befinden
sich die Einlassöffnungen 28 jeweils in der gleichen Distanz von dem
Zentrum der Schleifscheibe 16 oder 18, wobei sie sich vorzugsweise
in der Nähe des Rands 29 der Schleifscheibe befinden. Wie in
3 gezeigt ist, kann der Bereich des Schleifscheibenstapels
12 in der Nähe des Rands 29 abgeschrägt sein.
Jeder der Kanäle 26 kommuniziert ferner mit den Einlässen
34 einer Mehrzahl von Fluidpassagen 36, die durch spanende Bearbeitung
in jeder der Schleifscheiben 16 und 18 gebildet sind. Jede der
Fluidpassagen 36 endet in einem Fluidauslass 38 an einer der Arbeitsflächen
21 und 22.
Falls gewünscht, können die Fluidpassagen 36 clusterartig
in Gruppen zu je drei angeordnet sein, wie dies in 4
gezeigt ist. Alternativ hierzu können auch mehr als drei Fluidpassagen
36 oder lediglich zwei Fluidpassagen 36 clusterartig zusammen
vorgesehen sein. Darüber hinaus können auch einzelne Fluidpassagen
36 um den Umfang der Schleifscheibe 16 oder 18 herum
vorgesehen sein. Die Fluidpassagen 36 können in Bezug auf eine zentrale
Achse 40 des Schleifscheibenstapels 12 in einem Winkel angeordnet
sein oder können parallel zu der zentralen Achse 40 des Schleifscheibenstapels
12 verlaufen. Die Orientierung der Passagen 36 hängt von
der oder den Stellen ab, zu denen Fluid zugeführt werden muss, während
ein bestimmtes Werkstück einem Schleifvorgang unterzogen wird.
Das Fluidzuführsystem 24 kann zum Zuführen eines
Kühlfluids oder eines Schneidfluids zu den Arbeitsflächen 20
und 22 des Schleifscheibenstapels 12 verwendet werden. Im Betrieb
wird das Kühlfluid oder Schneidfluid der oder den Einlassöffnungen
28 über einen Schlauch 42 mit einer Düse 48
zugeführt. Bei dem Schlauch 42 kann es sich um einen beliebigen geeigneten
Schlauch handeln, wie dieser in der Technik bekannt ist. Wie in 2
gezeigt ist, ist die Düse 48 vorzugsweise in unmittelbarer Nähe
zu der bzw. den Einlassöffnungen 28 angeordnet. Bei Rotationsbewegung
des Schleifscheibenstapels 12 passieren der oder die Einlassöffnungen
28 die Düse 48, so dass das Fluid in die Öffnung(en)
28 einströmen kann. Zentrifugalkraft bewegt das Fluid durch das Zentrum
des Schleifscheibenstapels 12 zu dem Ort, an dem es an der Kontaktstelle
benötigt wird.
Falls gewünscht, kann für eine vertikal orientierte Schleifscheibe
die Düse 48 entweder in unmittelbarer Nähe zu der oder den Einlassöffnungen
28 zum Einspritzen von Fluid in diese Einlassöffnungen 28
in der vorstehend beschriebenen Weise platziert werden, oder sie kann in Kontakt
mit einer speziellen Einlassöffnung 28 platziert werden. Es kann jede
beliebige geeignete, in der Technik bekannte Einrichtung dazu verwendet werden,
die Düse 48 mit der Einlassöffnung 28 in Kontakt zu
halten.
Im Betrieb wird Kühlfluid oder Schneidfluid über den flexiblen
Schlauch 42, die Düse 48 sowie die Einlassöffnung(en)
28 in das Innere des Schleifscheibenstapels 12 eingeleitet. Während
der Rotationsbewegung des Schleifscheibenstapels 12 während des Schneidvorgangs
verursachen Turbinen-, Laufrad- und Zentrifugalkrafteffekte eine Druckbeaufschlagung
des Fluids in jedem Kanal 26 sowie ein Verteilen von diesem über die
Passage 36 zu schwer zu erreichenden Oberflächen, an denen das Werkstück
(nicht gezeigt) und die Schleifscheibe 12 aufeinander treffen. Durch Verwendung
eines extrem hohen Drucks an der Düse 48 kann der Hochdruckbereich,
der normalerweise die Arbeitsflächen 20 und 22 umhüllt,
bei der Rotationsbewegung des Schleifscheibenstapels 12 durchstoßen
werden.
Wie in den 5 und 6
gezeigt ist, kann das Fluidzuführsystem der vorliegenden Erfindung auch in
eine einzelne, nicht gestapelte Schleifscheibe 50 integriert werden. Wie
bei dem Schleifscheibenstapel wiest auch die einzelne Schleifscheibe 50
eine zentrale Öffnung 19' zum Aufnehmen der Spindel 14 einer
Schleifmaschine auf. Die einzelne Schleifscheibe 50 ist aus zwei Hälften
60 und 62 gebildet, die durch Gewindeschrauben oder Bolzen
64 miteinander verbunden sind.
Die einzelne Schleifscheibe 50 ist mit einer oder mehreren
Fluideinlassöffnungen 28' in einer Oberfläche 30' versehen.
Wenn mehrere Einlassöffnungen 28 vorhanden sind, sind diese wie im
zuvor beschriebenen Fall wiederum in der gleichen Distanz von dem Zentrum der Schleifscheibe
50 angeordnet. Jede Einlassöffnung 28' kommuniziert mit einem
abgeschrägten, inneren ringförmigen Kanal 26' über eine
jeweilige Passage 32'. Der innere ringförmige Kanal 26' kommuniziert
wiederum mit einer Mehrzahl von Passagen, die durch spanende Bearbeitung in die
Schleifscheibenhälften 60 und 62 eingebracht sind. Jede der
Passagen endet in einem Fluidauslass 38' an einer Arbeitsfläche
52 der Schleifscheibe 50. Wie zuvor, kann die Arbeitsfläche
52 der Schleifscheibe 50 mit einem Schleifmaterial, wie z.B. kubische
Bornitrid- oder Diamantpartikel, beschichtet sein. Fluid wird über den Schlauch
42 und die Düse 48, die mit der oder den Einlassöffnungen
28' in Verbindung steht, während des Betriebs in die Schleifscheibe
50 eingebracht. Das Fluid wird dann durch die Zentrifugal-, Laufrad- und
Turbinenkräfte, die während der Rotationsbewegung der Schleifscheibe
50 und der Fluidauslässe 38' erzeugt werden, zu Stellen zugeführt,
an denen die Arbeitsfläche 52 und das Werkstück einander treffen.
Schleifscheiben mit dem internen Fluidzuführsystem gemäß
der vorliegenden Erfindung sorgen für eine Reihe von Vorteilen. Diese beinhalten eine
verbesserte Maschinenzykluszeit sowie eine verbesserte Schleifscheibenlebensdauer.
Ferner tragen die Schleifscheiben der vorliegenden Erfindung zu einer Reduzierung
der Kosten bei dem Herstellungsvorgang bei. Darüber hinaus sind die Schleifscheiben
der vorliegenden Erfindung auch beim Zuführen von Fluiden zu Teilen mit schwieriger
Geometrie und bei Montageeinschränkungen von Hilfe.