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Dokumentenidentifikation EP1842621 22.11.2007
EP-Veröffentlichungsnummer 0001842621
Titel Bearbeitungsvorrichtung mit einer 5-Achs-Spindeleinheit
Anmelder Homag Holzbearbeitungssysteme AG, 72296 Schopfloch, DE
Erfinder Gauß, Achim, 72280 Dornstetten, DE;
Sturm, Gotthilf, 72293 Glatten, DE
Vertragsstaaten AT, BE, BG, CH, CY, CZ, DE, DK, EE, ES, FI, FR, GB, GR, HU, IE, IS, IT, LI, LT, LU, LV, MC, NL, PL, PT, RO, SE, SI, SK, TR
Sprache des Dokument DE
EP-Anmeldetag 06.04.2006
EP-Aktenzeichen 060072816
EP-Offenlegungsdatum 10.10.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 22.11.2007
IPC-Hauptklasse B23Q 39/02(2006.01)A, F, I, 20070911, B, H, EP
IPC-Nebenklasse B27D 5/00(2006.01)A, L, I, 20070911, B, H, EP   

Beschreibung[de]
Technisches Gebiet

Die Erfindung betrifft eine Bearbeitungsvorrichtung, insbesondere Bearbeitungszentrum zur Bearbeitung von Werkstücken, die bevorzugt zumindest teilweise aus Holz, Holzwerkstoffen, Kunststoff oder dergleichen bestehen, nach dem Oberbegriff von Anspruch 1.

Stand der Technik

Bearbeitungsvorrichtungen der eingangs genannten Art finden bei der Herstellung von Möbeln, Küchen oder dergleichen breite Anwendung. So offenbart beispielsweise die DE 195 18 965 C2 eine gattungsgemäße Bearbeitungsvorrichtung in Form eines Bearbeitungszentrums mit zwei 4-Achs-Spindeleinheiten, die auf gegenüberliegenden Seiten eines Auslegers unabhängig verfahrbar angeordnet sind, wobei in zumindest eine der Spindeleinheiten ein Kantenanleimaggregat einwechselbar sein kann.

Derartige Bearbeitungszentren haben sich für die Bearbeitung von Werkstücken bewährt, die eine relativ einfache Geometrie (z. B. plattenförmig) besitzen und eine vergleichsweise einfache Kantenbearbeitung erfordern. Allerdings werden in dieser Hinsicht mittlerweile immer höhere Anforderungen gestellt, indem die Werkstücke völlig frei gestaltete Formen besitzen können und beispielsweise auch dreidimensional bearbeitet werden müssen (z. B. Kugelform). Derartige Werkstücke müssen dann auf separaten Maschinen nachbearbeitet werden.

Darstellung der Erfindung

Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, bei einer Bearbeitungsvorrichtung der eingangs genannten Art die Flexibilität im Hinblick auf die Art der bearbeitbaren Werkstücke zu erhöhen.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Bearbeitungsvorrichtung mit den Merkmalen von Anspruch 1 gelöst. Besonders vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben.

Zu diesem Zweck ist erfindungsgemäß vorgesehen, dass die Bearbeitungsvorrichtung ferner eine zweite Spindeleinheit aufweist, die als 5-Achs-Spindeleinheit ausgebildet ist, die eine Spindel aufweist, welche um eine senkrecht zu Ihrer Erstreckungsrichtung verlaufende Achse schwenkbar ist. Auf diese Weise wird ermöglicht, dass mit der erfindungsgemäßen Bearbeitungsvorrichtung Werkstücke mit einer praktisch beliebigen Form bzw. Kantengeometrie mit einer Kante versehen und nachbearbeitet werden können. Dies führt zu einer extrem gesteigerten Flexibilität der erfindungsgemäßen Bearbeitungsvorrichtung, die zusätzliche Nachbearbeitungsstationen entbehrlich macht.

Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung werden anhand der nachfolgenden ausführlichen Beschreibung noch näher ersichtlich werden.

Kurze Beschreibung der Zeichnungen

Fig. 1
zeigt eine schematische Draufsicht einer Bearbeitungsvorrichtung als erste Ausführungsform der vorliegenden Erfindung;
Fig. 2
zeigt eine schematische Draufsicht einer Bearbeitungsvorrichtung als zweite Ausführungsform der vorliegenden Erfindung;
Fig. 3
zeigt eine schematische, teilweise Perspektivansicht einer im Rahmen der vorliegenden Erfindung einsetzbaren Spindeleinheit.

Ausführliche Beschreibung bevorzugter Ausführungsformen

Bevorzugte Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung werden nachfolgend ausführlich unter Bezugnahme auf die begleitenden Zeichnungen beschrieben.

Eine Bearbeitungsvorrichtung 1 als erste bevorzugte Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist in Fig. 1 schematisch in einer Draufsicht gezeigt. Bei dieser Bearbeitungsvorrichtung 1 handelt es sich um ein so genanntes Bearbeitungszentrum, das zur Bearbeitung von Werkstücken dient, die bevorzugt zumindest teilweise aus Holz, Holzwerkstoffen, Kunststoff oder dergleichen bestehen, wie beispielsweise Möbelfronten, Arbeitsplatten und dergleichen. Derartige Werkstücke werden häufig zunächst spanend bearbeitet, anschließend mit einem Beschichtungs- bzw. Kantenmaterial versehen und daraufhin im Bereich des aufgebrachten Materials nachbearbeitet. Alle diese Schritte können in dem erfindungsgemäßen Bearbeitungszentrum ausgeführt werden. Dabei ermöglicht das erfindungsgemäße Bearbeitungszentrum die Bearbeitung unterschiedlichster Werkstückgeometrien, wobei auch komplizierte dreidimensionale Strukturen bearbeitet werden können.

Das gezeigte Bearbeitungszentrum 1 umfasst einen Aufspanntisch 2 zur Aufspannung der zu bearbeitenden Werkstücke (die hier nicht näher gezeigt sind) und eine balkenförmige Führungseinrichtung 4, die in der vorliegenden Ausführungsform als Ausleger gebildet ist. Es ist jedoch zu beachten, dass die balkenförmige Führungseinrichtung beispielsweise auch als Portal und auf andere Weise konstruiert sein kann. Die balkenförmige Führungseinrichtung 4 erstreckt sich über den gesamten Aufspanntisch 2 und ist in der vorliegenden Ausführungsform in Bezug auf den Aufspanntisch 2 verfahrbar, und zwar in einer Richtung von links nach rechts in Fig. 1. Alternativ oder zusätzlich ist es jedoch ebenso möglich, dass der Aufspanntisch 2 in dieser Richtung in Bezug auf die balkenförmige Führungseinrichtung 4 verfahrbar ist, was sich insbesondere bei portalartigen Führungseinrichtung 4 anbietet.

Auf der linken Seite der Führungseinrichtung 4 ist eine erste Spindeleinheit 6 angeordnet, die als 4-Achs-Spindeleinheit ausgebildet ist. Dies bedeutet, dass das Spindelgehäuse, welches die Spindel lagert, in drei translatorischen Achsen und einer rotatorischen Achse verfahren werden kann, wobei sich die rotatorische Achse in der vorliegenden Ausführungsform senkrecht zur Zeichenebene von Fig. 1 erstreckt ("C"-Achse). Dabei wird die Verfahrbarkeit der ersten Spindeleinheit 6 in einer ersten Richtung durch die Relativverfahrbarkeit der Führungseinrichtung 4 und des Aufspanntisches 2 erreicht, und die beiden anderen translatorischen Verfahrwege werden durch ein Verfahren der ersten Spindeleinheit 6 entlang bzw. an der Führungseinrichtung 4 erreicht.

In die erste Spindeleinheit 6 können unterschiedlichste Bearbeitungswerkzeuge und Bearbeitungsaggregate eingewechselt werden, wie beispielsweise Fräswerkzeuge, Ziehklingen, Bündigfräsaggregate, Bohreinheiten, etc.

Auf der gegenüberliegenden Seite der Führungseinrichtung 4 (rechts in Fig. 1) ist ferner eine Kantenanleimeinrichtung 8 angeordnet, die in der vorliegenden Ausführungsform durch eine Spindeleinheit gebildet ist, in welche ein Kantenanleimaggregat einwechselbar ist. Es kann sich jedoch hierbei ebenso um eine fest aufgebaute Kantenanleimeinrichtung 8 handeln.

Weiterhin umfasst die Bearbeitungsvorrichtung 1 eine zweite Spindeleinheit 10, die ebenfalls auf der ersten Seite der Führungseinrichtung 4 (links in Fig. 1) angeordnet und als 5-Achs-Spindeleinheit ausgebildet ist. Dies bedeutet, dass die zweite Spindeleinheit 10 zusätzlich zu den Verfahrachsen der ersten Spindeleinheit 6 eine Schwenkachse, einen Kardankopf oder dergleichen aufweist, um welche die Spindel senkrecht zu ihrer Erstreckungsrichtung schwenkbar ist. Hierdurch ermöglicht die zweite Spindeleinheit 10 die Ausführung zusätzlicher Bearbeitungsvorgänge, die mit der ersten Spindeleinheit 6 nicht ausgeführt werden können, wie beispielsweise die Erstellung von Freiformen, Kugeln etc. Auf diese Weise wird die Flexibilität der erfindungsgemäßen Bearbeitungsvorrichtung erheblich gesteigert.

Die Ausbildung der Schwenkachse der zweiten Spindeleinheit 10 ist in Fig. 3 in einer teilweisen Perspektivansicht näher gezeigt. Wie in Fig. 3 näher zu erkennen ist, ist die Spindel der zweiten Spindeleinheit 10 in einem Spindelgehäuse 12 vorgesehen, das an einem Gabelkopf 14 (oder ggf. Kardankopf oder dergleichen) schwenkbar angeordnet ist. Auf diese Weise kann die Werkzeugaufnahme 20 der Spindel in Kombination mit der Verdrehbarkeit der Gesamteinheit um die in Fig. 3 gezeigte Achse "C" in eine beliebige Dreh- und Verschwenkposition gebracht werden. Hierdruch können auch Werkstücke mit sehr komplizierten Geometrien bearbeitet werden.

Die zweite Spindeleinheit 10 kann betrieblich mit der ersten Spindeleinheit 6 gekoppelt oder unabhängig von dieser zumindest entlang der Führungseinrichtung verfahrbar sein.

Eine Bearbeitungsvorrichtung 1 als zweite bevorzugte Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist schematisch in Fig. 2 in einer Draufsicht gezeigt. Diese unterscheidet sich von der in Fig. 1 gezeigten Ausführungsform dadurch, dass die zweite Spindeleinheit 10 nicht direkt an der Führungseinrichtung 4, sondern an der ersten Spindeleinheit 6 angebracht ist. Hierdurch vereinfacht sich die Konstruktion der erfindungsgemäßen Bearbeitungsvorrichtung erheblich. Dabei kann die zweite Spindeleinheit 10 jedoch zumindest in einer sich senkrecht zur Zeichenebene in Fig. 2 erstreckenden Richtung unabhängig von der ersten Spindeleinheit 6 verfahrbar sein, beispielsweise durch eine zwischen beiden Spindeleinheiten angeordnete Verfahranordnung.


Anspruch[de]
Bearbeitungsvorrichtung (1), insbesondere Bearbeitungszentrum zur Bearbeitung von Werkstücken, die bevorzugt zumindest teilweise aus Holz, Holzwerkstoffen, Kunststoff oder dergleichen bestehen, mit: einem Aufspanntisch (2) zur Aufspannung der zu bearbeitenden Werkstücke, einer balkenförmigen Führungseinrichtung (4), die sich zumindest abschnittsweise über den Aufspanntisch (2) erstreckt, wobei der Aufspanntisch (2) und die balkenförmige Führungseinrichtung (4) in zumindest einer ersten Richtung in Bezug zueinander verfahrbar sind, einer ersten Spindeleinheit (6), die als 4-Achs-Spindeleinheit ausgebildet auf einer ersten Seite der Führungseinrichtung (4) in zumindest einer zweiten Richtung verfahrbar angeordnet ist, und einer Kantenanleimeinrichtung (8), die auf einer der ersten Seite gegenüberliegenden zweiten Seite der Führungseinrichtung (4) angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, dass

die Bearbeitungsvorrichtung ferner eine zweite Spindeleinheit (10) aufweist, die als 5-Achs-Spindeleinheit ausgebildet ist, die eine Spindel aufweist, welche um eine senkrecht zu Ihrer Erstreckungsrichtung verlaufende Achse schwenkbar ist.
Bearbeitungsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Spindeleinheit (10) auf der ersten Seite der Führungseinrichtung (4) angeordnet ist. Bearbeitungsvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Spindeleinheit (10) derart angeordnet ist, dass sie unabhängig von der ersten Spindeleinheit (6) in der zweiten Richtung verfahrbar ist. Bearbeitungsvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Spindeleinheit (10) mit der ersten Spindeleinheit (6) gekoppelt und bevorzugt an dieser angebracht ist. Bearbeitungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Spindeleinheit (10) derart angeordnet ist, dass sie unabhängig von der ersten Spindeleinheit (6) in einer dritten Richtung verfahrbar ist, die sich im Wesentlichen senkrecht zum Aufspanntisch erstreckt. Bearbeitungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Spindel der zweiten Spindeleinheit (10) in einem Spindelgehäuse (12) vorgesehen ist, das an einem Gabelkopf (14) schwenkbar angeordnet ist. Bearbeitungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungseinrichtung (4) als Portal oder Ausleger ausgebildet ist. Bearbeitungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Kantenanleimeinrichtung (8) eine dritte Spindeleinheit aufweist, in die ein Kantenanleimaggregat einwechselbar ist.






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