Messeinrichtung zum Messen der Spannung von Kettfäden einer Webmaschine
und Verfahren zum Ermitteln der Spannung der Kettfäden einer Webmaschine
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Messeinrichtung zum Messen
der Spannung von Kettfäden einer Webmaschine und ein Verfahren zum Ermitteln
der Spannung der Kettfäden einer Webmaschine.
Es ist bekannt, bei Webmaschinen die Spannung der Kettfäden zu
erfassen und die Steuerung des Fadenvorschubes so zu bestimmen, dass eine bestimmte,
besonders günstige Fadenspannung eingehalten wird.
Dabei ist bekannt, die Fadenspannung direkt durch Messen zu bestimmen
und hierzu einen analogen Geber zu verwenden. Der analoge Geber misst bevorzugt
die Lage des Spannbaums, über den die Kettfäden geführt sind und
die sich in Abhängigkeit der Spannung der Kettfäden ändert. Ein Nachteil
dieser analogen Messung ist, dass sowohl Messaufnahme über den Sensor als auch
die Messauswertung aufwendig und damit kostenintensiv ist. Der Vorteil der direkten
Messung der Fadenspannung ist darin zu sehen, dass ein Wert für die Fadenspannung
ermittelt wird, so dass eine Regelung der Fadenspannung entsprechend der Vorgabe
eines Sollwertes durchgeführt werden kann und somit eine hohe Maßhaltigkeit
der Fadenspannung im Betrieb der Webmaschine ermöglicht wird.
Eine preisgünstigere Möglichkeit besteht darin, die Lage
des Spannbaums über ein Paar binärer Sensoren zu erfassen, wobei die Sensoren
so positioniert sind, dass dann, wenn die Fadenspannung nicht um ein gewisses Maß
von dem vorgegebenen Sollwert abweicht, ein Betätigen eines der binären
Sensoren ausbleibt. Erreicht die Fadenspannung einen oberen Grenzwert, so wird im
Laufe des Vorschubes der Kettfäden der Spannbaum so weit aus seiner Mittellage
ausgelenkt, dass einer der beiden Sensoren betätigt wird. Dies führt zu
einer Reduktion der Fadenspannung so lange bis festgestellt wird, dass ein Betätigen
dieses binären Sensors, nicht mehr erfolgt. Die Reduktion der Fadenspannung
kann dabei insbesondere durch Erhöhen der Abwickelgeschwindigkeit der Kettfäden
von den entsprechenden Fadentrommeln erreicht werden. Aufgrund der nunmehr niedrigeren
Fadenspannung wird zu irgendeinem Zeitpunkt der andere der beiden binären Sensoren
im Laufe der Bewegung des Spannbaums betätigt werden, so dass signalisiert
wird, dass die untere Grenze der zulässigen Fadenspannung erreicht wurde. Als
Gegenmassnahme wird nun die Fadenspannung wieder so weit erhöht, dass ein Betätigen
dieses binären Sensors nicht mehr erfolgt. Es findet also keine Regelung der
Fadenspannung statt, sondern diese wird derart gesteuert, dass sie ständig
zwischen einem oberen und einem unteren Grenzwert pendelt. Diese Lösung ist
technisch einfacher und kostengünstiger zu realisieren. Man nimmt dabei jedoch
in Kauf, dass die Maßhaltigkeit des vorgegebenen Sollwertes für die Fadenspannung
weniger genau eingehalten werden kann und ein ständiges Driften der Fadenspannung
um den Sollwert herum erfolgt.
Aus der deutschen Offenlegungsschrift DE
43 25 038 A1 ist eine Regeleinrichtung für den Vorschub von Wickelgut
einer Webmaschine bekannt. Die Zugspannung von Kettfäden wird durch eine Zugspannungs-Messeinrichtung
gemessen. Diese Zugspannungs-Messeinrichtung umfasst einen Sensor und ein Schwingungselement,
welches an einem Schwenkarm eines Kettbaums angeordnet ist. Das Schwingungselement
ist dabei im Bereich des Sensors angeordnet und streicht am Sensor vorbei, wenn
der Schwenkarm bzw. der Kettbaum eine Schwenkbewegung durchführt. Das Schwingungselement
weist dabei im Vergleich zum Schwenkarm eine schmale Ausgestaltung auf, wobei bei
jedem Schwingen des Schwingungselements durch eine Referenzposition ein elektrischer
Puls durch den Sensor erzeugt wird und die Zeitdauer zwischen zwei aufeinander folgenden
Pulsen als Maß für die Zugspannung der Kettfäden herangezogen wird.
Ein Nachteil der bekannten Vorrichtung ist darin zu sehen, dass durch die relativ
kleine Ausbildung des Schwingungselements und die relativ kurze Betätigungszeit
des Sensors Mess- und Steuerungsungenauigkeiten beim Ermitteln der Kettfaden-Zugspannungen
auftreten können.
Eine weitere Vorrichtung zur Einstellung und Überwachung der
Kettfadenspannung an Webmaschinen ist aus EP
1 335 052 A1 bekannt. Dort wird eine entsprechende Überwachung dahingehend
durchgeführt, dass ein Schwenkarm beim Vorbeistreichen an einem Sensor entsprechende
Signalauslösungen beim Sensor erzeugt. Diesbezüglich erfolgt die Betätigung
des Sensors direkt durch das Übertreichen des Schwenkarms bzw. Kettbaums selbst.
Auch diesbezüglich ist eine relativ große Messungenauigkeit im Hinblick
auf die Ermittlung der Kettfadenspannung einhergehend.
Demgegenüber ist es Aufgabe der Erfindung, eine Messeinrichtung
und ein Verfahren bereitzustellen, das es in kostengünstiger Weise ermöglicht,
ein genaues, maßhaltiges Einhalten der Spannung der Kettfäden zu erreichen.
Diese Aufgabe wird durch eine Messeinrichtung bzw. ein Verfahren gemäß
der Erfindung gelöst, wie sie sich aus den unabhängigen Ansprüchen
ergeben.
Eine erfindungsgemäße Messeinrichtung dient dem Messen der
Spannung von Kettfäden einer Webmaschine. Dabei werden die Pendelbewegung des
Spannbaums während des Webvorganges erfasst und aus der Bewegung des Spannbaums
wird auf die Fadenspannung geschlossen. Hierzu ist wenigstens ein binärer Geber
vorgesehen, der im Bewegungsweg des Spannbaumes angeordnet ist und einen Schaltvorgang
ausführt, wenn der Spannbaum die Position des Gebers erreicht. Entsprechend
der Erfindung ist genau ein Geber vorgesehen und dieser eine Geber ist genau so
angeordnet, dass er bei jeder Pendelbewegung des Spannbaums betätigt wird und
Schaltvorgänge ausführt. Das Signal des Gebers wird einer Auswerteeinheit
zugeführt. Die Auswerteeinheit weist darüber hinaus noch eine Zeiterfassungseinrichtung
zum Erfassen eines die Zeit zwischen zwei Schaltvorgängen des Gebers repräsentierenden
Zeitwertes auf sowie eine Recheneinheit zum Ermitteln der Spannung der Kettfäden
in Abhängigkeit des Zeitwertes.
Gemäß erfindungsgemäßer Ausgestaltung ist am Spannbaum
ein Sensorgegenstück angeordnet, welches auf den Geber einwirkt. Dabei ist
das Sensorgegenstück derart gestaltet, dass die Dauer des Aufenthalts des Sensorgegenstücks
im Bereich des Gebers eine Betätigung des Gebers bewirkt. In weiterführender
Ausgestaltung ist vorgesehen, dass das Gegenstück sich über einen größeren
Bewegungsweg des Spannbaums hinweg im Bereich des Gebers befindet und damit über
eine längere Zeit hinweg eine Betätigung des Gebers erzeugt, als dies
der Fall wäre, wenn allein der Spannbaum den Geber betätigen würde.
Durch diese Maßnahme wird die Betätigungsdauer des Gebers durch den Spannbaum
verlängert, da das Sensorgegenstück sich über einen größeren
Winkelbereich der Schwenkbewegung des Spannbaums hinweg erstreckt als dies beim
Spannbaum selbst der Fall wäre.
Durch die Gestaltung gemäß der Erfindung wird es ermöglicht,
die Anzahl der die Bewegung des Spannbaums erfassenden Geber auf einen binären
Geber zu reduzieren, welcher vom Spannbaum betätigt wird. Dabei ist der Geber
so anzuordnen, dass bei einer im Webvorgang auftretenden Pendelbewegung des Spannbaums
regelmäßig Betätigungen des Gebers erfolgen. Die Auswerteeinheit
ist durch Erfassen einer die Zeit zwischen zwei Betätigungen des Gebers repräsentierenden
Zeitwertes in der Lage hieraus die Spannung der Kettfäden zu ermittteln. Es
wird also aufgrund des Signals des Gebers und unter Hinzuziehung eines Zeitsignals
ermöglicht, einen analogen Wert für die Spannung der Kettfäden zu
ermitteln. Über diesen analogen Wert kann eine genaue Regelung der Fadenspannung
vorgenommen werden, wie wenn ein analoger Geber für die Position des Spannbaums
vorhanden wäre.
Insgesamt gesehen ist man durch die erfindungsgemäße Ausgestaltung
der Messeinrichtung also in der Lage, die Anzahl der Geber am Spannbaum auf einen
einfachen binären Geber zu reduzieren und dennoch ist die Möglichkeit,
einen Analogwert für die Spannung des Kettfadens zu ermitteln und eine Regelung
durchzuführen. Durch die Erfindung wird also der apparative Aufwand für
die Messeinrichtung verringert, wobei die Möglichkeit der genauen Regelung
der Spannung des Kettfadens gegenüber seither üblichen Einrichtungen mit
binären Positionsgebern erhöht wird. Die Vereinfachung der Messanordnung
geht also nicht mit einem Verlust an Meß- und Steuerungsgenauigkeit einher,
sondern ermöglicht vielmehr sogar eine Erhöhung der Meß- und Steuerungsgenauigkeit.
Es kann insbesondere vorgesehen sein, dass das Sensorgegenstück
so gestaltet ist, dass für eine halbe Periode der Schwenkbewegung des Spannbaums
eine Betätigung des Gebers durch das Sensorgegenstück vorliegt. Gemäß
weiterführender Ausgestaltung ist das Sensorgegenstück als Kontaktfläche
ausgebildet, welche ein mechanisches Kontaktelement aus einer Endlage heraus auslenkt
und dabei einen Schaltvorgang des Gebers erzeugt. Dies entspricht einer Gestaltung,
wo der Geber als wegabhängig schaltendes Element ausgeführt ist und sich
dann in einer unbetätigten Endlage befindet, wenn das Sensorgegenstück
nicht in einem dem binären Geber gegenüberliegenden Bereich befindet,
während ein über einen Verschiebeweg hinweg verschiebbares Element durch
das Sensorgegenstück insbesondere quer zur Bewegungsrichtung des Spannbaums
verschoben wird, wenn das Sensorgegenstück in den Bereich des binären
Gebers eintritt. Durch die axiale Verschiebung wird ein Schaltvorgang des binären
Gebers erzeugt, welcher so lange anhält, wie sich das Sensorgegenstück
im Bereich des binären Gebers befindet.
Dabei entspricht es bevorzugter Ausgestaltungen der Erfindung, wenn
der Geber ein binärer Geber, insbesondere ein Tastschalter ist, wobei bei Betätigung
des Tastschalters ein Stromkreis geschlossen oder geöffnet wird, so dass ein
binäres elektrisches Spannungssignal generiert wird. Durch diese Ausgestaltung
ist in besonders einfacher Weise die Signalerzeugung in einem von einer Auswerteeinheit
einfachen verwendbaren, keine weitere Transformation mehr erfordernde Signalform
gegeben.
In einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist ein Sensor vorgesehen,
der die Rotation der Hauptwelle der Webmaschine erfasst. Das Signal dieses Sensors
wird der Auswerteeinheit zugeführt und als die Zeit repräsentierende Größe
herangezogen. Durch diese Maßnahme wird in einfacher Weise
ein die Zeit repräsentierendes Signal generiert, da bei Webmaschinen die Rotation
der Hauptwelle zwecks Steuerung des Antriebs ohnehin erfasst wird. Das Signal dieses
an anderer Stelle der Webmaschine schon vorhandenen Sensors kann daher in einfacher
Weise und ohne zusätzliche Kosten auch an die Auswerteeinheit übermittelt
werden kann. Somit steht ein die Zeit repräsentierendes Signal bereits zur
Verfügung und es ist keine zusätzliche Sensorik oder Elektronik für
das Bestimmen eines die Zeit repräsentierenden Zeitwertes erforderlich.
Ein Verfahren gemäß der Erfindung sieht vor, dass zum Ermitteln
der Spannung der Kettfäden einer Webmaschine eine Auswerteeinrichtung vorgesehen
ist, welche mit einem binären Geber zum Erfassen der Bewegung des Spannbaums
verbunden ist und von diesem Signale erhält. Gemäß der Erfindung
wird der Auswerteeinrichtung das Signal genau eines binären Gebers zugeführt
und darüber hinaus in einer Zeiterfassungseinrichtung der Auswerteeinheit ein
die Zeit repräsentierendes Signal erfasst. Es wird ein Zeitwert ermittelt,
welcher die zwischen zwei Schaltvorgängen des binären Gebers verstreichende
Zeit repräsentiert. Aus dem Zeitwert wird in der Auswerteeinheit die Spannung
der Kettfäden ermittelt. Für die Dauer des Aufenthalts im Bereich des
Gebers wird eine Betätigung des Gebers durch ein am Spannbaum angeordnetes
Sensorgegenstück bewirkt, wobei das Sensorgegenstück über einen größeren
Bewegungsweg des Spannbaums hinweg eine Betätigung des Gebers erzeugt als dies
erfolgen würde, wenn die Betätigung durch den Spannbaum direkt erfolgen
würde.
Durch diese Form der Ermittlung der Spannung der Kettfäden ist
es zum einen möglich, dass man nur das Signal eines Gebers auswertet und weitere
Geber damit unnötig werden, zum anderen dass ein analoges Signal für den
Wert der Spannung der Kettfäden noch vorliegt, was eine Steigerung der möglichen
Genauigkeit gegenüber Einrichtungen mit zwei verschiedenen Gebern, die nur
Bewegungsendlagen festlegen, ermöglicht.
Es wird also durch das erfindungsgemäße Verfahren eine Verringerung
der Komplexität der Sensorik bei gleichzeitigem Erhöhen der Signalqualität
ermöglicht.
Gemäß einer Ausgestaltung der Erfindung wird der Auswerteeinrichtung
eine Zeitmesseinrichtung zum Erzeugen eines die Zeit repräsentierenden Signals
herangezogen. Gemäß anderer Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen,
dass eine kontinuierliche Bewegung eines Maschinenteils, insbesondere der Hauptwelle
der Webmaschine als die Zeit repräsentierendes Signal herangezogen wird, wobei
die Bewegung dieses Maschinenteils insbesondere über einen Sensor erfasst wird.
Diese vorteilhafte Ausgestaltung sieht vor, dass ein Signal, das meist
ohnehin an anderer Stelle in der Webmaschine erfasst wird, der Auswerteeinheit zugeführt
wird und als Maß für die Zeit herangezogen wird. Durch diese Maßnahme
wird ein einfaches Ermitteln des Zeitwertes ermöglicht, ohne dass zusätzlicher
Messaufwand oder Rechenaufwand erforderlich wird.
Gemäß der vorteilhaften Ausgestaltung erfindungsgemäßer
Verfahren ist eine Beziehung zwischen Zeitwert und Spannung der Kettfäden vorgegeben,
so dass aufgrund dieser vorgegebenen Beziehung aus dem Zeitwert die Spannung der
Kettfäden abgeleitet wird. Gemäß bevorzugten Ausgestaltungen ist
die Beziehung in Form einer Wertetabelle oder Kennlinie vorgegeben, so dass ein
einfaches Ermitteln der Spannung der Kettfäden aus dem Zeitwert ermöglicht
ist. Dabei kann gemäß vorteilhafter Ausgestaltung vorgesehen sein, dass
Wertepaare aus Zeitwert und sich daraus ergebender Spannung der Kettfäden vorbestimmt
sind und dass Zwischenwerte durch Interpolation aus benachbarten Wertepaaren abgeleitet
werden.
Gemäß bevorzugter Ausgestaltung der Erfindung wird die Spannung
der Kettfäden aus einer in Abhängigkeit des Spannbaums vorgegebenen Beziehung
zwischen Zeitwert und Spannung der Kettfäden ermittelt. Die Konstruktion des
Spannbaums bestimmt dessen Pendel- bzw. Schwingungsverhalten ebenso wie die Anzahl
der parallel zueinander über den Spannbaum geführten Kettfäden und
deren Spannung. Aus diesen konstruktiv vorgegebenen Gegebenheiten kann die Beziehung
zwischen Zeitwert und Spannung der Kettfäden ermittelt sein, wobei die Beziehung
entweder in Form einer mathematischen Relation oder aber in Form geeigneter Wertetabellen
bzw. Kennlinien erfolgt. Auch ein empirisches Ermitteln der Relation in Abhängigkeit
der konstruktiven Gegebenheiten ist möglich, wobei dies dann für jede
einzelne konstruktive Gestaltung des Spannbaums erforderlich ist, aber die Beziehung
bei allen Spannbäumen gleicher konstruktiver Gestaltung einander entspricht.
Gemäß vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung erfolgt
die Bestimmung des Zeitwertes aus unmittelbar aufeinander folgenden Schaltvorgängen
des Gebers. Das heißt, es wird eine der beiden Schaltflanken des Gebers, beispielsweise
diejenige die einem Schaltvorgang entspricht, wenn der Geber durch die Bewegung
des Spannbaums zum Beispiel mittels des Sensorgegenstücks betätigt wird,
als Beginn für die Messung des Zeitwerts herangezogen. Der nachfolgende Schaltvorgang
entspricht dann dem Ende der Betätigung des Gebers durch das Sensorgegenstück.
Diese beide aufeinanderfolgenden Flanken können zur Messung
herangezogen werden, es sind dies beispielsweise die Schaltflanken von einem Signalpegel
0 auf einen Signalpegel 1 und nachfolgend der Schaltvorgang vom Signalpegel 1 auf
den Signalpegel 0 an der Auswerteeinheit.
Alternativ hierzu können aufeinanderfolgende Schaltvorgänge
vorgezogen werden, deren Signalpegeländerung einander entspricht. Das sind
Schaltvorgänge, die jedes Mal einen Wechsel des Schaltzustandes des Gebers
vom Signalpegel 0 auf den Signalpegel 1 oder umgekehrt entspricht.
Es können auch andere als aufeinanderfolgende oder gleichartige
Schaltvorgänge zur Bestimmung des Intervalls, dessen Zeitwert ermittelt wird,
herangezogen werden, solange feststeht, dass immer bestimmte identifizierbare Schaltvorgänge
des Gebers herangezogen werden, so dass bestimmte Periodenlängen der Pendelbewegung
des Spannbaums für die Bestimmung des Zeitwertes erfasst werden. Es können
auch Teilperioden gemessen werden, so wie dies der Fall ist, wenn aufeinanderfolgende
Schaltvorgänge zur Messung berücksichtigt werden. Daneben ist es auch
möglich, unmittelbar aufeinanderfolgend oder gar parallel zueinander mehrere
Messungen durchzuführen.
So kann es möglich sein, in einem ersten Zyklus einen 0/1-Übergang
des Gebers als Startsignal und den 1/0-Übergang als Endsignal für eine
erste Zeitmessung heranzuziehen, während der 0/1-Übergang gleichzeitig
auch das Startsignal für eine zweite Messung ist, der mit dem darauffolgenden
1/0-Übergang endet. Soweit es sich nicht bei beiden Messungen jeweils um die
Messung eines gleichen Periodenanteils, beispielsweise einer Halbperiode der Pendelbewegung
des Spannbaums handelt, so ist für jede der beiden Messungen eine getrennte
Zuordnungsfunktion zwischen dem Zeitwert und der daraus resultierenden Spannung
der Kettfäden vorzusehen.
Gemäß anderer vorteilhafter Ausgestaltung ist es auch möglich,
dass zwei Messungen zeitlich versetzt parallel zueinander vorgesehen werden, die
eine Messung misst den Zeitwert für die Dauer zwischen zwei 1/0-Schaltvorgängen
des Gebers, während die andere Messung die Zeit zwischen zwei 0/1-Schaltvorgängen
des Gebers erfasst. Beide Schaltvorgänge erfassen somit eine volle Schwingungsperiode
des Spannbaums und den dazugehörigen Zeitwert, so dass mit einer einzigen Zuordnungsfunktion
aus den unterschiedlichen Werten auf die Spannung der Kettfäden geschlossen
werden kann, jedoch ein neuer Messwert für die Spannung der Kettfäden
jeder Halbperiode der Schwingung zur Verfügung steht. Diese Maßnahme stellt
einen Kompromiss zwischen sehr hoher Messfrequenz und guter Messgenauigkeit der
Bewegungsgeschwindigkeit des Spannbaums und damit der Bewegungsgeschwindigkeit verknüpften
Fadenspannung dar. Wird die Messdauer für einen Zeitwert auf ein vielfaches
einer Schwingungsperiode des Spannbaums ausgelegt, so können entsprechend mehr
Messungen gestartet werden und parallel zueinander durchgeführt werden. Auch
Messungen über ein ganzzahliges Vielfaches von Halbschwingungen des Pendels
als einer Messdauer können vorgenommen werden, wobei eine entsprechende Anzahl
von Messungen parallel zueinander realisiert werden kann, so dass auch hier zu jeder
Halbschwingung ein Wert für die Spannung der Kettfäden ermittelbar ist.
Im Übrigen ist die Erfindung nachfolgend anhand des in der Zeichnung
dargestellten Ausführungsbeispiels dargestellt. Dabei zeigt:
1 in schematischer Darstellung eine erfindungsgemäße
Messeinrichtung; und
2 das Blockdiagramm eines erfindungsgemäßen
Verfahrens.
Die 1 zeigt eine schematische Teilansicht
einer Webmaschine, nämlich den schematisch dargestellten Spannbaum
10 und einen der über die Umlenkwalze 11 herumgeführten
Kettfaden 12.
Der Spannbaum besteht aus der Umlenkwalze 11 der Schwenklagerung
13 und der Rückstellfeder 14, die die Nulllage des Spannbaums
bestimmt, um den herum der Spannbaum aufgrund der Änderungen der Spannung der
Kettfäden während des Webvorgangs herum pendelt, wobei die Periodendauer
des Pendelns von der Spannung der Kettfäden abhängig ist. Darüber
hinaus ist ein Sensorgegenstück am Spannbaum befestigt, welches sich mit dem
Spannbaum mitbewegt und in dessen Bewegungsweg der binäre Geber 16
angeordnet ist. Das Signal des binären Gebers, beispielsweise ein Spannungssignal,
das je nach Schaltzustand des Gebers den Wert 0 oder 1 annimmt, wird der Auswerteeinheit
17 zugeführt. Aufgrund des Signals des binären Gebers
16 wird die Zeiterfassungseinrichtung 18 geschaltet und der Zeitwert
ermittelt. Der Zeitwert n wird in der Recheneinheit 19 der Auswerteeinheit
17 zugeführt. In der Recheneinheit 19 wird die Spannung F(n)
der Kettfäden in Abhängigkeit des Zeitwertes n ermittelt und dann ausgegeben.
Handelt es sich bei der Zeiterfassungseinrichtung nicht um eine Uhr,
so wird der Zeitmesseinrichtung 18 das Signal eines Sensors 20
zugeführt, welcher die Drehbewegung der Hauptwelle 21 der Webmaschine
erfasst.
Die 2 zeigt das Flussdiagramm eines erfindungsgemäßen
Verfahrens, wobei bei diesem Verfahren angenommen wird, dass die Zeit zwischen zwei
0/1-Schaltvorgängen des binären Gebers 16 erfasst wird. Hierzu
wird gemäß dem Schritt 101 abgewartet, bis der erste Vorgang
vom Schaltzustand 0 in den Schaltzustand 1 des binären Gebers erfolgt.
Zu diesem Zeitpunkt wird dann gemäß dem Schritt 102 die Zeiterfassung
der Zeiterfassungseinrichtung 18 gestartet, beispielsweise wird die Anzahl
an Umdrehungen der Hauptwelle 21 durch den Sensor 20 erfasst und
entsprechend der Signalerfassung in der Zeiterfassungseinrichtung inkreminiert.
Dies wird solange durchgeführt, wie gemäß dem Schritt 103
festgestellt wird, dass der nächste Übergang von 0 nach 1 des binären
Gebers noch nicht erfolgt ist. Demgemäß wird solange der Schritt
102 wiederholt.
Sobald im Schritt 103 festgestellt wird, dass der nächste
Schaltvorgang von 0 nach 1 des binären Gebers erfolgt ist, also eine vollständige
Pendelbewegung des Spannbaums 10 erfolgte, wird die Zeitmessung beendet
und die Anzahl n der Umdrehungen der Hauptwelle innerhalb dieses durch die beiden
Ereignisse begrenzten Zeitintervalls erfolgten als Zeitwert ausgegeben und zum Schritt
104 gesprungen. In den Schritt 104 wird die Spannung F in Abhängigkeit
des Zeitwertes n entsprechend der vorgegebenen Zuordnungsfunktion, beispielsweise
der vorgegebenen Kennlinie ermittelt. Gemäß dem Schritt 105 wird
der Wert für die Fadenspannung F ausgegeben und beispielsweise bei der Steuerung
des Vorschubes des Antriebs der Kettfäden im Sinne einer Regelung der Fadenspannung
auf einen vorgegebenen Sollwert verwendet. Darüber hinaus wird der Zeitwert
n zurückgesetzt und ist damit als Zählvariable für die nächste
Messung wieder geeignet. Es wird zum Schritt 101 zurückgesprungen.