Die Erfindung bezieht sich auf einen Düseneinsatz aus Stahl mit
einer Düsenbohrung zum Durchlass eines Mediums zur Befestigung in einer Bohrung
eines Düsenhalters.
Ein solcher Düseneinsatz kommt häufig in Vorrichtungen zum
Einsatz, in denen er einem großen Verschleiß unterliegt, wobei ein Auswechseln
unter Beibehaltung des Düsenhalters möglich ist. Um die Lebensdauer des
Düseneinsatzes zu verlängern, ist es bekannt, den Stahl des Düseneinsatzes
zu härten oder mittels einer Keramik, einem Saphir bzw. Achat zu bestücken,
wodurch der Düseneinsatz in seiner Fertigung relativ teuer ist. Darüber
hinaus sind insbesondere die bestückten Düseneinsätze stoßempfindlich.
Einem besonders hohen Verschleiß unterliegt ein Düseneinsatz
einer Kanalreinigungsdüse aufgrund der hohen herrschenden Wasserdrücke
sowie der großen Wasserdurchflussmengen. Insbesondere beim Rückspülen
wird Wasser mit abrasiven Teilchen durch den Düseneinsatz geleitet, der dadurch
ausgewaschen wird, weshalb in Kanalreinigungsdüsen in der Regel Saphir- bzw.
Keramikdüseneinsätze Verwendung finden, die dennoch oftmals ausgetauscht
werden müssen. Da derartige Düseneinsätze verhältnismäßig
teuer sind, werden separate Düsen für das Vorspülen und das Rückspülen
verwendet, die nach dem jeweiligen Spülvorgang komplett ausgetauscht werden.
Im Weiteren gestaltet sich das Auswechseln der Düseneinsätze in dem Düsenhalter
schwierig, da die Düseneinsätze einer Korrosion unterworfen sind und dadurch
schlecht aus dem Düseneinsatz lösbar sind. Durch das Auswaschen der Düseneinsätze
werden auch darin vorgesehene Innensechskant-Geometrien derart verschlissen, dass
das Einsetzen eines entsprechenden Ausdrehwerkzeuges nicht mehr möglich ist,
weshalb die Düseneinsätze letztendes aufgebohrt und entsprechende Innengewinde
des Düsenhalters auf das nächst größere Maß nachgeschnitten
werden, um größere Düseneinsätze in dem Düsenhalter zu
befestigen.
Die DE 101 63 102 A1
offenbart einen Düseneinsatz aus Stahl mit einer Düsenbohrung zum Durchlass
eines Mediums zur Befestigung in einer Bohrung eines Düsenhalters und stellt
den nächstliegenden Stand der Technik dar.
Im Weiteren ist aus der DE
699 02 169 T2 ein Verfahren zum Nitrocarburieren von rostfreien Stählen
bekannt, um eine Erhöhung ihres Stickstoffanteils zu erzielen. Diese Stähle
müssen einsatzgehärtet werden, wobei die gehärtete Oberflächenschicht
eine stark verminderte Korrosionsbeständigkeit aufweist. Darüber hinaus
beschreibt die DE 41 15 135 C1 ein
Verfahren zur gleichmäßigen thermochemischen Behandlung von Hohlkörpern
und Bohrungen aufweisenden Bauteilen aus Stahl mit Reaktivgasen bei Temperaturen
oberhalb 450°C.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Düseneinsatz
der eingangs genannten Art zu schaffen, der bei einer kostengünstigen Fertigung
eine hohe Verschleißfestigkeit aufweist.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, dass
die Oberfläche des Düseneinsatzes nitrocarburiert sowie glasperl-gestrahlt
ist und der Stahl ein nicht rostender Stahl ist.
Aufgrund dieser Maßnahme wird ein Düseneinsatz bereitgestellt,
der bei einer hohen Verschleißfestigkeit kostengünstig zu fertigen ist.
Der Düseneinsatz ist unempfindlich gegen Beschädigung aufgrund von Stoß
oder Vibration. Das Eindiffundieren von Stickstoff und Kohlenstoff in die Randschicht
des Düseneinsatzes kann sowohl im Pulver-, Salzbad-, Gas- als auch Plasma-Nitrocarburierverfahren
stattfinden, wobei insbesondere das Nitrocarburieren im Salzbad oder Gas erfolgt.
Aufgrund eines Nitrocarburierens der gesamten Oberfläche des Düseneinsatzes,
also sowohl der Außenfläche als auch der Düsenbohrung, ist eine hohe
Korrosionsbeständigkeit des Düseneinsatzes gegeben, der sonach auch nach
einem Kontakt mit Wasser verhältnismäßig leicht aus dem Düsenhalter
zu entfernen ist. Durch das Glasperl-Strahlen ist eine hohe Oberflächengüte
sowie eine große Maßhaltigkeit des Düseneinsatzes bereitgestellt.
Beim Glasperl-Strahlen werden Partikel von der Oberfläche des Düseneinsatzes
abgetragen, weshalb diese eine geringe Rauheit aufweist. Aufgrund der Fertigung
des Düseneinsatzes aus einem nicht rostenden Stahl ist die Korrosionsbeständigkeit
des Düseneinsatzes gesteigert.
Zweckmäßigerweise ist der Stahl ein austenitischer Chrom-Nickel-Stahl
mit Schwefelzusatz. Hierbei kann es sich beispielsweise um einen X12CrNiS188 handeln,
der neben einer großen Korrosionsbeständigkeit auch gut zerspanbar ist
und darüber hinaus im Kontakt mit Lebensmitteln verwendet werden kann.
Damit der Düseneinsatz einfach in dem Düsenhalter festgelegt
werden kann, weist er zweckmäßigerweise ein Außengewinde auf. Demnach
ist es nicht erforderlich, den Düseneinsatz mittels eines Zusatzhalters, wie
er beispielsweise bei keramischen Düseneinsätzen verwendet wird, in dem
Düsenhalter anzuordnen.
Zur Vermeidung strömungstechnisch ungünstiger Verwirbelungen
des flüssigen Mediums beim Eintritt in die Düsenbohrung ist vorzugsweise
die Düsenbohrung auf einer einlassseitigen Stirnseite mit
einer konischen Senkung versehen.
Für die einfache Befestigung des Düseneinsatzes in dem Düsenhalter
weist eine auslassseitige Stirnseite einen Schlitz für eine Klinge eines Schraubendrehers
auf. Um einen definierten Austrittsstrahl des flüssigen Mediums zu erzielen,
ist zweckmäßigerweise die auslassseitige Stirnseite konisch gesenkt.
Eine besonders bevorzugte Verwendung findet der zuvor erläuterte
Düseneinsatz in einem hydrodynamischen Werkzeug zur Reinigung von Rohren und/oder
Kanälen mittels Druckwasser. Solche hydrodynamischen Werkzeuge, auch Kanalreinigungsdüsen
genannt, sind dem Fachmann in einer Vielzahl von Ausgestaltungen bekannt. Aufgrund
seines geringen Verschleißes ist der Düseneinsatz sowohl bei einer Normalspülung
mit Klarwasser als auch bei einer Rückspülung mit verschmutztem Wasser
universell einsetzbar und es ist kein Austausch von Düsen erforderlich, wie
er derzeit praktiziert wird. Mit der hohen Standzeit des Düseneinsatzes geht
ein konstantes Strahlbild einher und eine hohe Reinigungsleistung des Werkzeuges
ist gegeben, da ein Verschleiß bedingter Druckabfall des Druckwassers minimiert
ist. Des Weiteren ist der korrosionsbeständige nitrocarburierte Düseneinsatz
mittels eines Schraubendrehers nach dem Erreichen seiner Lebensdauer verhältnismäßig
einfach und schnell zu wechseln.
Eine weitere Verwendung des Düseneinsatzes findet in einer Vorrichtung
zur Abfüllung von flüssigen Lebensmitteln statt. Der Düseneinsatz
ist auch zur Verwendung in einer Spritzpistole für Lebensmittel oder Farben
geeignet.
Die Verwendung des Düseneinsatzes erfolgt auch beim Wasserschneiden.
Durch das Wasserstrahlschneiden werden unterschiedliche Materialien mit einem Wasserstrahl
beaufschlagt, wobei das Wasser bis zu einem Druck von 4000 bar komprimiert durch
eine Düsenbohrung von 0,08 mm–0,4 mm Durchmesser geleitet wird.
Es versteht sich, dass die vorstehend genannten und nachstehend noch
zu erläuternden Merkmale nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination,
sondern auch in anderen Kombinationen verwendbar sind. Der Rahmen der Erfindung
ist nur durch die Ansprüche definiert.
Die Erfindung wird im Folgenden anhand eines Ausführungsbeispieles
unter Bezugnahme auf die zugehörige Zeichnung näher erläutert. Die
einzige Figur der Zeichnung zeigt eine vergrößerte Schnittdarstellung
eines erfindungsgemäßen Düseneinsatzes.
Der zylindrische Düseneinsatz ist aus rostfreiem austenitischen
Chrom-Nickel-Stahl gefertigt und zur Befestigung in einer Bohrung eines Düsenhalters
mit einem Außengewinde 1 versehen. An einer einlassseitigen Stirnseite
2 und einer auslassseitigen Stirnseite 3 des Düseneinsatzes
ist jeweils eine Phase 4 angedreht. In das Zentrum des Düseneinsatzes
ist eine zylindrische Düsenbohrung 5 zum Durchlass eines flüssigen
Mediums, beispielsweise Wasser, eingelassen, wobei die Düsenbohrung
5 beidseitig mit einer konischen Senkung 6 versehen ist. Zum Befestigen
und Lösen des Düseneinsatzes in dem Düsenhalter ist auf der auslassseitigen
Stirnseite 3 ein Schlitz 7 für eine Klinge eines Schraubendrehers
eingelassen. Damit der Düseneinsatz eine hohe Standzeit bei geringem Verschleiß
und großer Korrosionsbeständigkeit aufweist, ist die gesamte Oberfläche
des Düseneinsatzes nitrocarburiert. Des Weiteren ist die Oberfläche mittels
Glasperlen gestrahlt, um eine hohe Oberflächengüte bei großer Maßgenauigkeit
des Düseneinsatzes zu gewährleisten.