Die Erfindung betrifft ein Antipanikschloss gemäß Gattungsbegriff
des Anspruches 1.
Ein derartiges Schloss ist aus der DE
41 18 455 C2 vorbekannt. Diese Schrift offenbart ein Stellglied in Form
eines Schwenkhebels, von dem ein konkav gegenüber dem Schließzylinder
geformter Finger abragt.
Aus der DE 39 07 326 A1
ist ein Panikschloss vorbekannt, bei dem vom Schließbart des Schließzylinders
ein Schieber zur Freigabe der Riegelbetätigung angehoben wird.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, Mittel anzugeben, dass die
Antipanikfunktion bei jeder Stellung des Schlüssels im Schließzylinder
gewährleistet ist.
Gelöst wird die Aufgabe durch die im Anspruch 1 angegebene Erfindung.
Zufolge dieser Ausgestaltung ist erreicht, dass der Riegel nicht von
einer Stellung des Schließbartes an der Gehäuseeinwärtsverlagerung
gehindert werden kann.
Gelöst wird die Aufgabe durch die in den Ansprüchen angegebene
Erfindung. Die Tür kann im Panikfall immer geöffnet werden. Im Detail
wird dies durch einen federbelasteten Schieber erreicht, der unterhalb des Riegels
angeordnet und mittelst einer Schlitzzapfenführung auf dem Schlossgehäuseboden
geführt ist. Der Schieber wird parallel zur Stulpe geführt. Von dem Schieber
wird ein Finger ausgebildet, der in Richtung des Schließzylinders ragt. In
der Grundstellung des Schiebers befindet sich die untere Randkante des Fingers unterhalb
der Tourenöffnung des Riegelschwanzes. Somit ragt der Finger in die Bewegungsbahn
des Schließbarts hinein. Beim Vorschließen des Riegels greift der Schließbart
an dem Finger an und verlagert ihn in Richtung der Falle entgegen der Kraft der
Feder. Deren Kraft bewegt dann den Schließbart zurück. Wird also der Schließbart
derart verlagert, dass dieser in den Bereich der Tourenöffnung hinein will,
so dass der Riegel daran gehindert wäre, sich gehäuseeinwärts zu
verlagern, so wird der Schließbart durch den Schieber in eine Position bewegt,
in der er aus dem Bereich der Tourenöffnung herausverlagert ist. Dabei greift
eine Randkante des Fingers an dem Schließbart an. Somit ist gewährleistet,
dass der Schließbart nie in einer Position verbleiben kann, in der er den Riegel
daran hindert, sich gehäuseeinwärts zu verlagern.
Die Erfindung soll anhand eines Ausführungsbeispiels näher
erläutert werden. Es zeigen:
1 eine Draufsicht des erfindungsgemäßen Schlosses
mit eingeschlossenem Riegel,
2 ein Ansicht entsprechend der 1,
jedoch wurden hier die Bauteile nicht dargestellt, die die Sicht auf den Schieber
verdecken,
3 eine Ansicht entsprechend der 1,
jedoch wurde hier der Riegel mittelst eines einsteckenden Schlüssels im Schließzylinder
vorgeschlossen und der Schließbart befindet sich in einer derartigen Position,
in welcher er den Riegel daran hindert, sich in einem Panikfall gehäuseeinwärts
zu verlagern,
4 eine Ansicht entsprechend der 2,
jedoch wurde hier die Stellung dargestellt, die in der 3
beschrieben worden ist,
5 eine Ansicht entsprechend der 3,
jedoch wurde hier der Schließbart mittelst des Schiebers aus dem Bereich der
Tourenöffnung verlagert, so dass der Riegel im Panikfall gehäuseeinwärts
verlagert werden kann,
6 eine Ansicht entsprechend der 4,
jedoch wurde hier die Betriebsstellung dargestellt, die in der 5
beschrieben worden ist und
7 eine perspektivische Ansicht des Schiebers.
Im Wesentlichen besteht das Schloss 1 aus einem Schlossboden
2 und einem dazu parallel angeordneten – hier nicht dargestellten
– Schlossdeckel und einem Stulp 3, die zusammen das Schlosseingerichte
aufnehmen. Im Wesentlichen ist das Schloss 1 wie in der nicht vorveröffentlichten
Schrift der DE 102004013646.7 aufgebaut.
Das Schloss 1 besitzt eine Falle 4, deren Fallenkopf
5 durch ein formangepasstes Fenster des Stulps 3 hindurchragt.
Die Falle 4 weist einen Fallenschwanz 6 auf, an dessen Ende eine
Abwinklung 7 ausgebildet ist. An der Unterseite bildet der Fallenschwanz
6 einen hier nicht dargestellten Nocken aus, der in einem quer zum Stulp
3 verlaufenden Langloch 8 einliegt und geführt wird. Durch
dieses Langloch 8 ist der Fallenweg begrenzt. An der Fallenkopfrückseite
5' greift ein Schenkel 9' einer Fallenfeder 9 an. Die
Fallenfeder 9 ist als eine Spiralfeder ausgebildet. Sie ist zwischen Schlossboden
2 und der nicht dargestellten Schlossdecke lagefest im Gehäuse fixiert.
Unterhalb des Fallenschwanzes 6 ist eine Nussanordnung 10 angeordnet.
Diese lagert frei drehbar einen Wechselbetätigungshebel 11. Die Nuss
12 bildet eine Vielkantöffnung 13 aus, in die Drücker
oder dergleichen eingesteckt werden können. Die Nussanordnung 10 bildet
einen länglichen Nussarm 14 aus, der an der Abwinklung 7
des Fallenschwanzes 6 angreift. Der längliche Nussarm 14
bildet eine Einbuchtung 15 aus, die sich um einen gehäusefesten
Anschlag 16 herumlegt. Dieser Anschlag 16 begrenzt den Nussschwenkbereich
gegen den Uhrzeigersinn. Den länglichen Nussarm 14 mit der Einbuchtung
15 bilden der Wechselbetätigungshebel 11 und die Nuss
12 gleichermaßen aus. Der Wechselbetätigungshebel 11
bildet einen kleinen Arm 17 und die Nuss 12 bildet einen Nussarm
18 aus. Der Wechselbetätigungshebel 11 liegt mit seinem kleinen
Nussarm 17 an einem Wechsel 19 an. Der Wechsel 19 wird
mittelst eines Langlochs 20 um einen gehäusefesten Drehpunkt
21 geführt. Der Wechsel 19 weist eine annähernd dreieckige
Öffnung 22 auf. In diese Öffnung 22 ragt ein Mitnehmerzapfen
23 eines Auslösers 24 hinein. Die Öffnung
22 weist diese Form auf, damit der Wechsel 19 bei seiner Verlagerung
nicht von dem Mitnehmerzapfen 23 behindert wird. Am unteren Ende des Wechsels
19 bildet dieser einen Steg 25 aus, an dem der Schließbart
26 des Schließzylinders 27 angreifen kann. Damit der Schließbart
26 ungehindert beim Vorschluss des Riegels 28 gedreht werden kann,
weist der Wechsel 19 an seinem unteren Ende eine bogenförmige Aussparung
29 auf.
Der Schließzylinder 27 liegt in einer dem Schließzylinder
27 formangepassten Öffnung 30 ein und wird mittelst einer
Stulpschraube 31 im Schloss 1 lagefixiert. Die Stulpschraube
31 wird durch eine Öffnung, die sich im Stulp 3 befindet,
in das Schloss 1 hineingeschraubt.
Der Riegel 28 ist wie in der zuvor erwähnten Schrift
der DE 102004013646.7 aufgebaut. Dabei
weist der Riegel 28 einen Auslöser 24 auf. Dieser bildet
eine Auslöserzunge 39 aus. Diese Auslöserzunge 39 ragt
bei vorgeschlossenem Riegel 28 um einige Millimeter heraus. Des Weiteren
bildet der Auslöser 24 einen Tourenvorsprung 51 aus, welcher
der linken Seitenkontur einer Tourenöffnung 37 im Fallenschwanz formangepasst
ist.
Zwischen dem Wechsel 19 und dem Riegel 28 ist ein
Zuhaltungsschieber 32 angeordnet. Dieser ist in bekannter Weise in Stulperstreckungsrichtung
geführt. An seinem unteren Ende bildet der Zuhaltungsschieber 32 eine
Steuerflanke 33 aus, an der der Schließbart 26 angreifen
kann. Damit der Zuhaltungsschieber 32immer in seiner gewünschten Position
verbleibt, wird dieser durch eine hier nicht dargestellte Zuhaltungsfeder beaufschlagt.
Die Zuhaltungsfeder ist als eine Schenkeldrehfeder ausgestaltet. Der eine Schenkel
stützt sich an einem gehäusefesten Anschlag 34 ab, und der andere
Schenkel stützt sich an einem zum Riegel 28 hinweisenden, hier nicht
dargestellten, Nocken ab, der sich am Zuhaltungsschieber 32 befindet. Unter
dem Riegel 28 ist ein Riegelrückzugshebel 35 angeordnet.
Der Riegelrückzugshebel 35 hat seine Drehachse in dem Drehpunkt
21. Um den Drehpunkt 21 ist eine, hier nicht dargestellte, Riegelrückzugsfeder
angeordnet. Die Riegelrückzugsfeder ist als eine Spiralfeder ausgestaltet,
und deren Schenkel greift an einem Nocken 36 (siehe 2),
der sich am Riegelrückzugshebel 35 befindet, an. Die Riegelrückzugsfeder
beaufschlagt den Riegelrückzugshebel 35 in den zeichnerischen Darstellungen
entgegen der Uhrzeigersinnrichtung.
Der Riegel 28 liegt – wie die Falle 4 –
ebenfalls in einem Fenster des Stulps 3 ein. Der Riegel 28 bildet
an seinem Riegelschwanz eine Tourenöffnung 37 aus. Die Tourenöffnung
37 ist in Richtung des Schließzylinders 27 ausgerichtet.
Im eingeschlossenen Zustand des Riegels 28 ist die Tourenöffnung
37 rechts oben neben dem Schließzylinder 27 angeordnet.
Der Zuhaltungsschieber 32 bildet an seinem zu der Falle
4 hinweisenden Ende eine Abwinklung 38 aus. Mit dieser Abwinklung
38 umgreift der Zuhaltungsschieber 32 den Nussarm 18.
Der Schließzylinder 27 ist in dem Ausführungsbeispiel
derart gestaltet, dass er von der einen Seite mit einem Schlüssel
40 und von der anderen Seite mittelst eines hier nicht dargestellten Drehknaufs
betätigt werden kann. Der Drehknauf befindet sich auf der Rauminnenseite der
Tür. Somit kann die Tür von innen ohne einen passenden Schlüssel
40 betätigt werden. Von außen kann die Tür nur mittelst
eines Schlüssels 40 geöffnet werden.
Unterhalb des Riegels 28 ist ein Schieber 41 angeordnet.
Der Schieber 41 wird parallel zum Stulp 3 mittelst einer Schlitzführung
geführt. Dazu weist der Schieber 41 zwei zum Schlossboden
2 hinweisende Zapfen 42, 43 auf. Die Zapfen
42, 43 ragen jeweils in einen Schlitz 44, 45
hinein. Dies ist in der 2 verdeutlicht. Die Schlitze
44, 45 liegen etwas parallel versetzt zueinander. Sie erstrecken
sich in Erstreckungsrichtung des Stulps 3. Somit ist gewährleistet,
dass der Schieber 41 sich nur parallel zum Stulp 3 verlagern kann.
Am unteren abgewinkelten Ende des Schiebers 41 bildet dieser einen Fortsatz
46 aus. Der Fortsatz 46 ragt in Richtung des Schlossgehäusedeckels.
An dem Fortsatz 46 greift eine Zugfeder 47 an. Das andere Ende
der Zugfeder 47 ist an einem gehäusefesten Zapfen 48 angelenkt.
Des Weiteren bildet der Schieber 41 einen Finger 49 aus. Der Finger
49 weist in Richtung des Schließzylinders 27. In den
1 und 2 ragt dieser in
die Bewegungsbahn des Schließbarts 26 hinein. Die untere Randkante
50 ist derart gestaltet, dass der Schließbart 26 bei seiner
Vor- und seiner Rückschließdrehung den Schieber 41 jeweils in
Richtung der Falle 4 verlagern kann. Durch die Kraft der Zugfeder
47 wird jedoch der Schieber 41 immer wieder in seine Grundposition
zurückverlagert. Diese ist in den 1 und
2 dargestellt.
Im nachfolgenden Teil wird die Wirkungsweise des Ausführungsbeispiels
näher beschrieben:
Ausgehend von den 1 und 2
befindet sich das Schloss in der Grundstellung. Die Zapfen 42,
43 des Schiebers 41 liegen im unteren Bereich der Schlitze
44, 45 ein. Der Finger 49 ragt in die Bewegungsbahn des
Schließgliedes 26 hinein. Die Randkante 50 des Fingers
49 liegt in etwa auf der Außenkontur des Schließzylinders
27 auf. Mittelst eines Schlüssels 40 oder durch Betätigen
des Drehknaufs kann der Riegel 28 vorgeschlossen werden. Dazu muss das
Schließglied 26 entgegen des Uhrzeigersinns verlagert werden, so dass
dieses in die Tourenöffnung 37 hineinragt und durch Beaufschlagen
der linken Wandung der Tourenöffnung 37 und des Tourenvorsprungs
51 des Auslösers 24 den Riegel 28 und den Auslöser
24 gehäuseauswärts verlagert. Somit ist die Stellung, die in
den 3 und 4 dargestellt
worden ist, erreicht.
Einhergehend mit der Drehbewegung des Schließgliedes
26 entgegen des Uhrzeigersinns beaufschlagt dieses die Randkante
50 des Fingers 49. Dabei verlagert sich der Schieber
41 in Richtung der Falle 4. Ist das Schließglied
26 an der Randkante 50 vorbeigeschwenkt, so verlagert sich der
Schieber 41 durch die Kraft der Zugfeder 47 wieder in Richtung
des Schließzylinders 27.
In den 3 und 4
ist eine Stellung des Schließgliedes 26 dargestellt, welche den Riegel
28 daran hindert sich gehäuseeinwärts zu verlagern. Somit könnte
im Panikfall die Tür nicht geöffnet werden. Das Schließglied
26 ist derart ausgerichtet, dass dieses an der unteren Ecke der linken
Seitenwandung der Tourenöffnung 37 und des Tourenvorsprungs
51 des Auslösers 24 anliegt. Wie ebenfalls in den
3 und 4 verdeutlicht ist,
wurde der Schieber 41 durch das Schließglied 26 in Richtung
der Falle 4 verlagert. Da der Schieber 41 das Bestreben hat sich
wieder in Richtung des Schließzylinders 27 zu verlagern, wird durch
die Verlagerung des Schiebers 41 das Schließglied 26 aus
dem Bereich der Tourenöffnung 37 herausverlagert. Durch den Schieber
41 wird gewährleistet, dass das Schließglied 26 niemals
in solch einer Position verbleiben kann, dass dieses in der Bewegungsbahn des Riegels
28 einliegt. So wird beispielsweise nach einer Fehlbedienung des Schlosses
1 gewährleistet, dass dieses auch im Panikfall geöffnet werden
kann.
In den 5 und 6
wurde das Schließglied 26 derart von dem Schieber 41 verlagert,
dass der Riegel 28 im Panikfall gehäuseeinwärts verlagert werden
kann. In der DE 102004013646.7 wird
im Einzelnen beschrieben, wie sich das Schloss 1 verhält, wenn es
mittelst eines Drückers oder über den Auslöser 39 geöffnet
wird.
Durch die erfindungsgemäße Weiterbildung des Schlosses
1 wird gewährleistet, dass auch bei einer Fehlbedienung die Antipanikfunktion
aufrechterhalten bleibt. Durch ein derartiges Antipanikschloss 1 wird die
Sicherheit der Personen, die in diesem Gebäude beispielsweise arbeiten oder
wohnen, erhöht.