Die Erfindung betrifft eine Antenne für eine hochauflösende Synthetik-Apertur-Radarvorrichtung, umfassend zwei oder mehr Sendeantennen (TX1-TX3), die zum Aussenden jeweils eines Radarstrahls im Mikrowellenbereich ausgebildet sind, eine zum Empfangen von reflektierten Radarstrahlen im Mikrowellenbereich ausgebildete Empfangsantenne, die in Elevation mehrere Subaperturen (RX1-RX17) aufweist, die weniger als drei Azimutaperturen bilden.
Beschreibung[de]
Die Erfindung betrifft eine Antenne für eine hochauflösende
Synthetik-Apertur-Radarvorrichtung gemäß Anspruch 1.
Beim Synthetik-Apertur-Radar (SAR) wird ein Objekt wie beispielsweise
die Erdoberfläche mittels einer kurzen bewegten Antenne abgetastet, über
die Impulssignale, d.h. Impulse in einem definierten Zeitabstand ausgesandt und
die Echosignale, also die an abgetasteten Objekten reflektierten Impulssignale empfangen
werden. Die Bewegungsrichtung der kurzen Antenne wird auch als Azimut oder along
track bezeichnet. Für jeden von der Antenne ausgeleuchteten und abgetasteten
Bereich wird von einem SAR-Prozessor durch entsprechende Datenverarbeitung der Echosignale
eine Abbildung des abgetasteten Objekts berechnet. SAR-Systeme werden beispielsweise
zur Vermessung und Abbildung der Erdoberfläche mittels Satelliten eingesetzt.
Wesentliche Parameter beim SAR sind die Azimutauflösung, die
Streifenbreite der Abtastung und die geometrische Auflösung in Entfernungsrichtung
(range). Maßgebend für die geometrische Auflösung ist die Bandbreite
der ausgesendeten Impulssignale. Die Impulsfolgefrequenz (PRF: pulse repition frequency)
bestimmt die Abtastrate. Bei herkömmlichen SAR-Systemen sind die kleinste Azimutauflösung
(along track) und die größte Streifenbreite (across track), die gleichzeitig
erzielbar sind, dadurch miteinander verkoppelt, dass für eine hohe Azimutauflösung
eine hohe, für eine große Streifenbreite dagegen eine niedrige PRF benötigt
wird. Mit anderen Worten bedingt also beim herkömmlichen SAR eine hohe Azimutauflösung
eine kleine Streifenbreite.
Dieser Konflikt kann durch ein so genanntes High-Resolution Wide-Swath
(HRWS)-SAR aufgelöst werden, wie es beispielsweise aus der EP
1 241 487 A1bekannt ist. Das HRWS-SAR wird mit zusätzlichen Receive
(RX)-Antennen bzw -Aperturen, d.h. mehreren, insbesondere drei Azimutaperturen betrieben,
was eine Absenkung der PRF ohne Reduktion der Azimutauflösung ermöglicht.
Ferner wird das Instrument bistatisch betrieben, d.h. mit separaten Sende (TX)-
und Empfangs (RX)-Antennen. Die Elevation, d.h. die Abmessung in Querrichtung zur
Azimutrichtung der TX-Antenne wird reduziert, um eine große Streifenbreite
auszuleuchten, und die Elevation der RX-Antenne entsprechend erhöht, um die
Sensitivität des Instruments aufrecht zu erhalten. Schließlich ist jede
Azimutapertur in mehrere Subaperturen unterteilt, um mittels Digital Beam Forming
(DBF) einen breiten Streifen abtasten zu können. Ein Nachteil des HRWS-SAR
besteht jedoch in den großen Antennen, welche insbesondere beim Satelliten-basierten
SAR zu schweren und damit auch teuren Nutzlasten führen.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, eine Antenne für
eine hochauflösende Synthetik-Apertur-Radarvorrichtung vorzuschlagen, welche
die Abtastung möglichst breiter Streifen mit hoher Azimutauflösung mit
einer wesentlich kleineren Antennenfläche als bei einem HRWS-SAR erlauben.
Diese Aufgabe wird durch eine Antenne für eine hochauflösende
Synthetik-Apertur-Radarvorrichtung mit den Merkmalen nach Anspruch 1 gelöst.
Bevorzugte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen.
Ein Gedanke der Erfindung besteht darin, eine hohe Pulswiederholungsrate
bzw. PRF wie beim herkömmlichen SAR beizubehalten, aber ein Objekt parallel
mit mehreren nacheinander ausgesandten Radarpulsen abzutasten. Um die benötigte
Antennenfläche in Unterschied zum HRWS-SAR zu verkleinern, sind weniger als
drei Azimutaperturen vorgesehen, beispielsweise zwei oder vorzugsweise nur eine
Azimutapertur. Da Impulssignale über die Radarstrahlen regelmäßig
ausgesandt werden, müssen die Abtastvorgänge empfangener Radarstrahlen
unterbrochen werden, wodurch es zu Datenlücken bei der Abtastung eines Objekts
kommt, die zu schwarzen Streifen im späteren SAR-Bild führen. Um derartige
Datenlücken zu vermeiden, werden gemäß der Erfindung die Impulssignale
der Radarstrahlen in ungleichmäßigen Zeitabständen ausgesandt, wodurch
Datenlücken beim Abtasten nicht stets an denselben Stellen auftreten, was zu
einem kompletten Verlust von Azimutsignalen führen würde, sondern sich
von Echo zu Echo verteilen und nur zu lokalen Fehlstellen in den Abtastungen führen.
Derartige lokale Fehlstellen können dann nachträglich mittels eines Resampling-Verfahrens
durch Rekonstruktion der fehlenden Abtastwerte rekonstruiert werden.
Die Erfindung hat den Vorteil, dass breite Streifen bei einer hohen
Azimutauflösung mit einer gegenüber dem HRWS-SAR kleineren Antennenfläche
abgebildet werden können. Dadurch kann eine Antenne für eine hochauflösende
Synthetik-Apertur-Radarvorrichtung gemäß der Erfindung insgesamt kleiner
und leichter als ein HRWS-SAR gebaut werden, wodurch sich die Kosten einer SAR-Vorrichtung
gemäß der Erfindung, insbesondere die Transportkosten
beispielsweise in den Weltraum verringern.
Eine Ausführungsform der Erfindung betrifft eine Antenne für
eine hochauflösende Synthetik-Apertur-Radarvorrichtung insbesondere nach einem
der vorhergehenden Ansprüche, umfassend zwei oder mehr Sendeantennen, die in
Elevation nebeneinander angeordnet sind und zum Aussenden jeweils eines Radarstrahls
im Mikrowellenbereich ausgebildet sind, eine zum Empfangen von reflektierten Radarstrahlen
im Mikrowellenbereich ausgebildete Empfangsantenne, die in Elevation neben den Sendeantennen
angeordnet ist und in Elevation mehrere Subaperturen aufweist, die weniger als drei
Azimutaperturen bilden.
Die Antenne kann ferner so ausgebildet werden, dass die zwei oder
mehr Sendeantennen in Elevation nebeneinander angeordnet sind.
Die Antenne kann weiterhin so ausgebildet werden, dass die Empfangsantenne
in Elevation neben die zwei oder mehr Sendeantennen angeordnet ist.
In einer bevorzugten Ausführungsform der Antenne bilden die Subaperturen
genau eine Azimutapertur. Dadurch wird eine sehr kompakte Antenne geschaffen, die
trotzdem eine hohe Auflösung in Azimut ermöglicht.
Um den von den Sendeantennen ausgeleuchteten Bereich abzudecken und
Quantization Lobes bei allen erforderlichen Abtast- bzw. Scanwinkeln hinreichend
zu unterdrücken, ist gemäß einer bevorzugten Ausführungsform
der Antenne die Höhe jeder Subapertur in Elevation geringer ist als die Höhe
jeder Sendeantenne in Elevation.
Weitere Vorteile und Anwendungsmöglichkeiten der vorliegenden
Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung in Verbindung mit den
in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispielen.
In der Beschreibung, in den Ansprüchen, in der Zusammenfassung
und in den Zeichnungen werden die in der hinten angeführten Liste der Bezugszeichen
verwendeten Begriffe und zugeordneten Bezugszeichen verwendet.
Die Zeichnungen zeigen in:
1 drei verschiedene Ausführungsbeispiele von Antennen
von SAR-Vorrichtungen, wobei eine Antenne zu einem herkömmlichen monostatischen
SAR, eine Antenne zu einem bistatischen HRWS-SAR und eine Antenne zu einer SAR-Vorrichtung
gemäß der Erfindung gehört;
2 die Abtastung eines breiten Streifens der Erdoberfläche
mit einem SAR, wobei Echos von mehreren Radarpulsen gleichzeitig vom SAR empfangen
werden;
3 die Abtastung eines breiten Streifens der Erdoberfläche
mit einem SAR, wobei drei Radarechos mittels dreier Antennenkeulen gleichzeitig
vom SAR empfangen werden;
4 gespeicherte Range Lines der drei empfangenen und
abgetasteten Radarechos der in 3 gezeigten Konstellation;
5 ein Ausführungsbeispiel einer SAR-Vorrichtung
gemäß der Erfindung mit variabler PRI (pulse repetition interval) und
insgesamt fünf Antennenkeulen; und
6 gespeicherte Range Lines der fünf über
separate Antennenkeulen empfangenen und abgetasteten Radarechos der in
5 gezeigten Konstellation.
Im Folgenden können gleiche und/oder funktional gleiche Elemente
mit den gleichen Bezugszeichen versehen sein. Die im Folgenden angegebenen absoluten
Werte und Maßangaben sind nur beispielhafte Werte und stellen keine Einschränkung
der Erfindung auf derartige Dimensionen dar.
Eine beispielhafte Antenne eines herkömmlichen monostatischen
SAR-Instruments ist in 1 als Instrument (A) bezeichnet
dargestellt. Unter dem Begriff „Instrument" wird hier insbesondere eine SAR-Vorrichtung
wie beispielsweise auf einem SAR-Satellit implementiert verstanden. Das Instrument
(A) von 1 wird typischerweise im X-Band mit einer Bandbreite
der ausgesendeten Impulssignale von etwa 150-200 MHz und einer
mittleren Sendeleistung von 750 W betrieben. Die gemeinsame Sende (TX)- und Empfangs
(RX)-Antenne besitzt Abmessungen von etwa 4 m in Azimutrichtung (Azimut) und eine
Höhe (Elevation) von etwa 0,59 m. Der Satellit mit dem Instrument (A) befindet
sich in einer Orbithöhe von etwa 500 km. Die PRF beträgt etwa 4200 bis
5300 Hz, was einer geometrischen Auflösung von etwa 2 m entspricht. Der Duty
cycle (Arbeitszyklus) der ausgesandten Impulsfolge beträgt etwa 20 bis 30 %.
Grundsätzlich gilt für SAR-Systeme, dass die Größe
der Sendeantenne den mit einem Radarpuls ausgeleuchteten Bereich bestimmt. Die Abmessung
in Elevation (Aperturhöhe) der Sendeantenne ist hierbei umgekehrt proportional
zur endgültigen Bildstreifenbreite. Daher muss zum Erzeugen einer größeren
Bildstreifenbreite die Aperturhöhe der Sendeantenne verringert werden. Dies
ist bei der im Folgenden erläuterten Antenne eines HRWS-SARs der Fall.
Eine beispielhafte Antenne eines HRWS-SAR ist in 1
als Instrument (B) bezeichnet dargestellt. Die Antenne basiert auf der Performance
des Instruments (A) von 1 und weist im Gegensatz zum
Instrument (A) eine TX-Antenne und eine gesonderte RX-Antenne auf, die insgesamt
von einer Vielzahl, hier genau 51 „kleinen" RX-Antennen, bezeichnet mit RX1
bis RX51, gebildet wird. Um die nominelle PRF des Instruments (A) um einen Faktor
von 3 zu reduzieren, besitzt das Instrument (B) drei Azimutaperturen entsprechend
drei Azimutpanels, wovon jede(s) durch 17 Subaperturen entsprechend 17 „kleinen"
RX-Antennen gebildet wird.
Die TX-Antenne besitzt eine Aperturhöhe von nur 0,21 m, um eine
Streifenbreite von größer als 80 km bei allen Einfallswinkeln zu erzielen.
Die Gesamtaperturhöhe der RX-Antenne beträgt 1,66 m, um in Anbetracht
der geringen Aperturhöhe der TX-Antenne einen ausreichenden RX-Antennengewinn
zu erzielen. Jede der „kleinen" RX-Antennen RX1 bis RX51 besitzt jeweils
eine Höhe von 0,098 m (Subaperturhöhe), die kleiner als die Aperturhöhe
der TX-Antenne ist, um den von der TX-Antenne ausgeleuchteten Bereich abzudecken
und die Quantization Lobes bei allen erforderlichen Abtast- bzw. Scanwinkeln hinreichend
zu unterdrücken (< –13 dB). Auch Instrument (B) wird mit einer mittleren
Sendeleistung von etwa 750 W betrieben. Der Duty cycle der ausgesandten Impulsfolge
beträgt etwa geschätzte 30 %. Die Antennengesamtlänge beträgt
12 m, die jedes Azimutpanel 4 m, wodurch eine Azimutauflösung von 2 m erzielt
werden kann.
Das von jeder einzelnen RX-Antenne RX1 bis RX51 empfangene Signal
wird einem eigenen Kanal zugeführt. Jeder Kanal besitzt einen eigenen gesonderten
Eingang einer nachfolgenden (nicht dargestellten) digitalen Signalverarbeitung.
Schließlich ist in 1 noch eine als
Instrument (C) bezeichnete Antenne gemäß der Erfindung dargestellt, wie
sie bei einer SAR-Vorrichtung gemäß der Erfindung eingesetzt werden kann,
das Impulse in ungleichmäßigen Zeitabständen aussendet. Im Unterschied
zu den Instrumenten (A) und (B) besitzt diese Antenne drei gesonderte TX-Antennen,
bezeichnet mit TX1 bis TX3, welche jeweils die gleichen Abmessungen wie die TX-Antenne
von Instrument (B) besitzen und nebeneinander in Querrichtung zur Azimutrichtung
angeordnet sind. Die drei TX-Antennen TX1 bis TX3 erzeugen jeweils Radarpulse zum
Abtasten in Elevation. Als Empfangsantenne ist im Gegensatz zum Instrument (B) nur
ein Azimutpanel mit 17 „kleinen" RX-Antennen vorgesehen, die jeweils die
gleichen Abmessungen wie die kleinen RX-Antennen des Instruments (B) besitzen. Die
geometrische Auflösung des Instruments (C) entspricht derjenigen der Instrumente
(A) und (B).
Die Verwendung von mehr als einer Azimutapertur wie beim Instrument
(B) von 1 dient der Absenkung der nominell erforderlichen
PRF. Die verringerte PRF kann zum Senden längerer Impulse genutzt, wodurch
sich die maximale Sendeleistung (Peak Power des Sendeverstärkers) verringern
und/oder die SNR gegenüber einem Instrument (A) verbessern lässt. Bei
der vorliegenden Erfindung ist dagegen die vorrangige Zielsetzung eine Vergrößerung
der Streifenbreite bei unveränderter SNR-Performance des Instruments im Vergleich
zu (A) bei Verwendung nur einer Azimutapertur.
2 zeigt zunächst prinzipiell, wie mit einer SAR-Vorrichtung
10 die Erdoberfläche 12 abgetastet wird. Die SAR-Vorrichtung
10 sendet über eine Antenne 14 Impulssignale bzw. Impulse
in Form eines Radarstrahls 16, genauer gesagt in Form einer Antennen-Strahlungskeule
(Antennenkeule) in Richtung zur Erdoberfläche 12 aus. Die Strahlungskeule
besitzt einen Öffnungswinkel ħ0, der zusammen mit dem Einfallswinkel
&eegr; der Radarstrahls 16 auf der Erdoberfläche 12 die
Streifenbreite (swath width) bestimmt. Jedes ausgesendete Impulssignal
18 besitzt eine Pulsdauer &tgr;p. welche die Entfernungsauflösung
&Dgr;r des SARs und die Teilstreifenbreite im Schräg- bzw. Neigungsbereich
(slant range) wie folgt bestimmt:
&Dgr;r = 12·&tgr;p·c
(c ist die Lichtgeschwindigkeit). Mit dem Einfallswinkel &eegr;
kann dies zu einer Teilstreifenbreite auf der Erdoberfläche 12 wie
folgt umgerechnet werden:
Die bei einer SAR-Vorrichtung gemäß der Erfindung gegebene
Verfügbarkeit mehrerer Aperturen in Elevation und ein Digital Beam Forming
beim Empfang erlauben die Ausprägung mehrerer Antennenkeulen, von denen jede
auf einen der Teilstreifen gerichtet ist. Wenn die jeweiligen Hauptkeulen hinreichend
gut lokalisiert sind und Nebenkeulen bzw. Quantization Lobes hinreichend gut unterdrückt
wurden, „sieht" jede Antennenkeule nur „ihr" Echosignal, wie in
3 anhand von drei, auf verschiedene Teilstreifen gerichtete
Antennenkeulen 20, 22 und 24 gezeigt ist. Das Echosignal
jeder Antennenkeule wird als eigene so genannte Range Line abgespeichert.
4 zeigt den Range Line Puffer des Instruments bzw.
der SAR-Vorrichtung gemäß der Erfindung. Die von jeder der drei Antennenkeulen
als Echosignale empfangenen Range Lines sind in 4 als
Zeilen dargestellt. Sie werden der Reihe nach, so wie sie chronologisch anfallen,
untereinander eingetragen. In 4 verläuft daher
eine „fast time" von links nach rechts und eine „slow time" von oben
nach unten. In 4 sind die Range Lines von drei Antennenkeulen
„beam 1", „beam 2" und „beam 3" wie in 3
gezeigt dargestellt. Die drei Antennenkeulen setzen sich im zeitlichen Abstand einer
Pulsperiode (PRI: Pulse Repetition Intervall) auf den jeweils nächsten Impuls,
der in den abzutastenden Streifen eintritt, auf und generieren für diesen eine
Range Line. Im dargestellten Beispiel ist die abgetastete Streifenbreite im Schrägbereich
R2 – R1 = (3·PRI – &tgr;p)·c2,
wobei R1 bzw. R2 die kleinste bzw. größte Schrägbereichsentfernung
der Streifengrenzen bezeichnen. Die Entfernung R1 ist hierbei so gewählt,
dass beim Eintritt eines Impulses in den Streifen im Instrument gerade auf Empfang
umgeschaltet werden kann:
R1 = (n·PRI + &tgr;p)·c2.
Die Aufzeichnung einer Range Line muss für eine Zeitdauer
&Dgr;T = PRI – &tgr;p
nach Beginn unterbrochen werden, da dann mit dem Senden eines neuen Impulses begonnen
wird. Dies ist in 4 durch Tore (siehe Bezugszeichen
26) dargestellt. Ehe die Range Line fertig gestellt werden kann, tritt
noch ein zweites Tor auf.
Für die in Richtung der „slow time" verlaufende Azimutverarbeitung
sind die Tore verlorene Abtaststellen. Die Tore verbreitern sich noch um eine halbe
Impulslänge auf beiden Seiten, da jede Range Line vor der Azimutverarbeitung
noch komprimiert werden muss, und führen zu unerwünschten Streifen im
späteren SAR-Bild. Für eine Impulslänge von beispielsweise 50 &mgr;s
betragen sie immerhin etwa 15 km im Schrägbereich.
Gemäß der Erfindung wird nun zur Vermeidung der unerwünschten
„schwarzen" Streifen im späteren SAR-Bild die Pulsperiode PRI variiert,
so dass die Impulssignale 18 der Radarstrahlen 16 in ungleichmäßigen
Zeitabständen ausgesendet werden. Auf diese Weise liegen die Range Line Tore
26 nicht alle untereinander und es existieren keine Azimutspalten ganz
ohne Abtastwerte. Die Azimutspalten repräsentieren dann zwar eine ungleichförmige
Abtastung des Azimutsignals, aus der sich jedoch nach dem verallgemeinerten Abtasttheorem
ein gleichförmig abgetastetes Azimutsignal rekonstruieren lässt.
Anhand eines Beispiels soll dies nun erläutert werden. Es wird
eine Folge von Pulsabständen in einem so genannten Modus Nr. 6
PRI = 10&tgr;, 9&tgr;, 8&tgr;, 7&tgr;, 6&tgr;, 10&tgr;, 9&tgr;, ...
verwendet, wobei gilt
&tgr; = 2&tgr;p,
d.h. &tgr; entspricht der doppelten Pulslänge 2&tgr;p. Der obige
Modus Nr. 6 ist nicht die einzige oder beste Möglichkeit des
Aussendens von Impulsen. Es existiert eine Vielzahl anderer Modi bzw. Möglichkeiten,
die alle ihre spezifischen Vorteile besitzen.
In 5 empfängt nun eine SAR-Vorrichtung
10 wie beispielsweise ein SAR-Satellit über eine entsprechende Empfangsantenne
mit fünf Antennenkeulen „beam 1" bis „beam 5" gleichzeitig und
kohärent Radarechos. In 5 ist die Schrägbereichsachse
entsprechend dem Modus Nr. 6 unterteilt, d.h. 6 steht dort für eine Radialdistanz
von
6 → 6&tgr;·c2.
Am Anfang eines PRI steht immer das Senden eines Pulses. Sobald der
Puls in den abzubildenden bzw. abzutastenden Streifen eingelaufen ist, genauer gesagt
sobald die zum Puls gehörigen Echos der vordersten Streuzentren des Streifens
empfangen werden, setzt sich ein SCORE (Scan On REceive)-Beam auf den Puls und zeichnet
eine Range Line auf. Die Aufzeichnung wird dann unterbrochen, wenn ein neuer Puls
ausgesendet wird. In dem in 5 dargestellten Beispiel
gibt es – wie bereits gesagt – fünf Empfangsantennenkeulen und
vier Unterbrechungen der Aufzeichnung pro Range Line. Wenn eine Keule frei wird,
wird sie auf den nächsten in den Streifen einlaufenden Puls gesetzt.
Die zugehörigen Daten, die gespeichert werden, sind in
6 als Range Lines gezeigt. Am Anfang und Ende jeder
Range Line gibt es wieder Intervalle, die keine Daten aufweisen, da die Tore
26 in den Spalten genau untereinander liegen. Zwischen den „Daten-losen"
Intervallen erstreckt sich in jeder Range Line ein Zeitintervall, das eine „fast
time" von 39&tgr; überdeckt und das vier Tore ohne Daten enthält. Jedes
dieser Intervalle entspricht einer aufgezeichneten Range Line bzw. einer erfassten
Streifenbreite. Bei der Azimutprozessierung fehlt pro Azimutspalte von fünf
potentiellen Samples höchstens eines. D.h. pro 40&tgr; Signaldauer in Azimut
sind immer mindestens vier Samples zu dessen Rekonstruktion verfügbar.
Im Folgenden wird nun die Azimutprozessierung im Detail erläutert.
Ein bandbreitenbegrenztes Signal kann auch bei unregelmäßiger Abtastung
rekonstruiert werden, wie in dem Aufsatz „Unambiguous SAR Signal Reconstruction
from Nonuniform Displaced Phase Center Sampling", G. Krieger, N. Gebert, A. Moreira,
IEEE Geoscience and Remote Sensing Letters, Vol. 1, No. 4, Oct. 2004, beschrieben
ist. In diesem Aufsatz wird eine Untersuchung einer Abtastung beschrieben, bei der
M separate, in Azimut gleichförmig bewegte und gegeneinander verschobene Aperturen
ein Signal der Bandbreite B mit gleichmäßiger, aber um den Faktor M verringerter
Abtastrate
fs = BM
aufzeichneten. Dabei unterliegen die Abstände der Aperturen theoretisch fast
keinen Einschränkungen; vor allem dürfen sich unterschiedliche Aperturen
nicht zu unterschiedlichen Abtastzeitpunkten an exakt derselben Azimutposition befinden.
Im Falle verrauschter Signale fällt das SNR des rekonstruierten Signals schon
in dem Maße, wie sich eine solche „verbotene" Situation der Mehrfachabtastung
am gleichen Ort anbahnt.
Bezogen auf das obige Beispiel liefern bei der Rekonstruktion jedes
einzelnen Azimutsignals (jeder einzelnen Spalte des Diagrams von 6)
jeweils mindestens vier Antennenkeulen ein Sample. Die vier Keulen als Samplelieferanten
können mit den einzelnen Aperturen aus dem obigen Aufsatz verglichen werden;
sie liefern jeweils ein Sample mit gleichförmiger Periode von 40&tgr;, und
liegen dabei zwischen 6&tgr; und 10&tgr; auseinander. Solange sie einen von
0 verschiedenen Abstand haben, ließe sich ein rauschfreies Azimutsignal perfekt
rekonstruieren. In der Realität sollte aber zur Vermeidung eines steigenden
Rauschpegels beim rekonstruierten Signal darauf geachtet werden, dass diese Abstände
nicht zu klein werden. Als Maßzahl für die Ungleichförmigkeit kann
hier die größte beim zusammengelegten Sampling entstehende Zeitlücke
(im in 6 dargestellten Beispiel 19&tgr;) relativ
zum aus der Azimutbandbreite B abgeleiteten nominell (bei gleichmäßiger
Abtastung) erforderlichen PRI0
verwendet werden. Das nach Resampling erzielte PRI der äquivalenten gleichförmigen
Abtastung ist im vorliegenden Beispiel wegen M=4 gegeben zu
PRI = 40&tgr;M = 10&tgr;.
Das PRI nach Resampling darf das geforderte nominelle PRI nicht überschreiten,
d.h.
20&tgr;p = 10&tgr; = PRI ≤ PRI0.
Dies ist eine Bedingung für die maximal zulässige Pulsdauer
&tgr;p im vorliegenden Modus Nr. 6 einer ungleichförmigen Abtastung.
Unter Verwendung der größtmöglichen Pulsdauer ergibt sich wegen PRI=PRI0
und &tgr;=PRI0/10 für die Ungleichförmigkeit u der Wert 1,9.
Für kürzere Pulsdauern ist der Wert u wegen &tgr;=PRI0/10
< PRI/10 entsprechend kleiner und entspricht bereits einer Überabtastung.
Aufgrund der in dem oben erwähnte Aufsatz veröffentlichten
Simulationsergebnisse wird vorliegend davon ausgegangen, dass für u<2 ein
zufrieden stellendes SNR beim rekonstruierten Azimutsignal erzielt werden kann.
Für u=1 hätte man ungleichförmige Abtastung mit einer maximalen Abtastperiode,
die dem größtmöglichen PRI bei gleichförmiger Abtastung gleichkäme.
Der Modus Nr. 6 lässt sich natürlich variieren. Im Folgenden
werden nun verschiedene Beispiele für ungleichförmige Abtastung vergleichend
bewertet. Für diese Bewertung werden die für die Beispiele jeweils erzielbaren
Streifenbreiten und die dabei jeweils erforderlichen Spitzenleistungswerte beim
Senden abgeschätzt.
Ein Modus einer ungleichförmigen Abtastung ist durch den K-dimensionalen
Integervektor v
&ngr; = [&ngr;1&ngr;2 ... &ngr;k]
charakterisiert. Dem Modus Nr. 6 entspricht beispielsweise der 5-dimensionale Vektor
&ngr; = [10 9 8 7 6].
M<K bezeichnet die Mindestanzahl von Azimutsamples, die beim Azimutprozessieren
verfügbar sind (im Beispiel des Modus Nr. 6 ist M=4). Mit
(beim Modus Nr. 6 ist S=40) ergibt sich die maximal mögliche Pulsdauer aus
der Bedingung
S·&tgr; = M·PRI,
da S&tgr; die Abtastperiode jedes der M separat abtastenden Strahlen darstellt
und jeder dieser Strahlen M-mal langsamer abtasten darf als ein einziger gleichförmig
abtastender Kanal. Aus der letzten Gleichung lässt sich ableiten:
Falls für die Ungleichförmigkeit des betreffendes Modus
nicht die Bedingung
u ≤ 1.9
erfüllt ist, werden &tgr; und damit &tgr;p proportional verkleinert
bis u = 1.9 gilt.
Die mit einem Modus erzielbare Streifenbreite W ist
W = (S – 1)·&tgr;·c2.
Für die Ermittlung der erforderlichen Spitzen- bzw. Durchschnittsleistung
beim Senden wird das konventionelle Instrument (A) (siehe 1)
als Referenz verwendet.
Als typische Betriebsparameter des Referenzinstruments (A) werden
eine Durchschnittsleistung von 750 W, eine PRF von 5280 Hz und ein Duty cycle von
25 % verwendet. Dies führt zu Pulsdauern von ca. 47 &mgr;s und einer Spitzenleistung
von 3 KW.
Damit das SAR-Instrument (C) (siehe 1)
gemäß der Erfindung etwa das gleiche SNR wie das Referenzinstrument (A)
aufweist (das SNR des Instrument (B) von 1 ist bei
gleichem Duty cycle um einen Faktor 3 höher), sollte die Energie,
die von Instrument (C) pro Puls ausgesendet wird, gleich der Einzelimpulsenergie
von Instrument (A) sein. Für die Performanceanalyse sind folgende mittlere
Größen von Instrument (C) erforderlich:
Für gleiches SNR von Instrument (C) und (A) sollte die Spitzenleistung
P0 bei Instrument (C) dem Pulsdauerverhältnis zwischen dem Instrument
(A) und (C) angepasst werden:
Die mittlere Sendeleistung von Instrument (C) ergibt sich zu
P = P0 × &dgr;.
Die folgende Tabelle erlaubt den Vergleich einiger Modi von ungleichförmiger
Abtastung im Vergleich zum konventionellen Referenzsystem (A). Folgende Feststellungen
können getroffen werden:
1. Große Komponenten des Modusvektors führen zu kurzen Pulsen.
2. Kurze Pulse führen zu großen Streifenbreiten und hohen Spitzenleistungswerten.
3. Die mittlere Sendeleistung ist bei der ungleichförmigen Abtastung höher
als beim konventionellen Instrument (A), weil ein Teil der Pulse für die Azimutprozessierung
verloren geht.
4. Das Beispiel 3 wird als guter Kompromiss zwischen Streifenbreite und Spitzenleistung
angesehen.
Die durchweg hohen Spitzenleistungswerte lassen sich durch das unten
beschriebene Frequenzmultiplexverfahren gemäß der Erfindung beim Senden
auf akzeptable Werte reduzieren.
Da im Gegensatz zum Instrument (B) mit einer hohen mittleren PRF gearbeitet
wird, ergeben sich bei der SAR-Vorrichtung gemäß der Erfindung relativ
kurze Pulsdauern &tgr;p. Um zum gleichen SNR wie beim Referenzinstrument
(A) zu gelangen, sollte aber beim Instrument (C) jeder Puls etwa die gleiche Energie
tragen wie beim Instrument (A). Dies führt zu den relativ hohen Spitzenleistungswerten
der obigen Tabelle.
Prinzipiell können diese hohen Leistungen durch Parallelisierung
von Leistungsverstärkern realisiert werden, was aber insbesondere bei Weltraumanwendungen
große Risiken birgt: Bei Röhren-Verstärkern mit mehren kW Pulsleistung
besteht z.B. die Gefahr von Hoch-Energie-Effekten wie Multipaction, bei Halbleiterverstärkern
gibt es zum einen technologische Beschränkungen zum anderen kann die Erhöhung
der Verstärkerdichte, d.h. der Anzahl von Verstärkern pro Fläche,
zu ernsten thermischen Problemen führen.
Abhilfe kann hier die Verwendung mehrerer (hier: drei) Sendemodule
und Front-Ends bringen, die kohärent und gleichzeitig unterschiedliche Frequenzbereiche
des Sendechirps aussenden:
TX1 sendet das erste Drittel des Chirps: –B/2 < f < –B/6
TX2 sendet das zweite Drittel des Chirps: –B/6 < f < B/6 TX3 sendet das dritte Drittel des Chirps: B/6 < f < B/2
Durch die Gleichzeitigkeit des Aussendens kann die dreifache Sendeenergie
innerhalb der gegebenen Pulsdauer &tgr;p abgestrahlt werden. Deshalb
fällt die Spitzenleistungsanforderung bei einem einzelnen Sendemodul auf ein
Drittel des nominellen Gesamtwerts (siehe obige Tabelle). Beim Verarbeiten können
die Datenströme durch digitale Frequenzfilter getrennt werden.
Das Prinzip, die Signalbandbreite auf mehrere gleichzeitig sendende
Module zu verteilen, ist besonders interessant, wenn für unterschiedliche Radar-Ausrichtungen,
unterschiedliche Keulenbreiten benötigt werden: In far range wird die gesamte
Sende-Apertur für einen Chirp voller Bandbreite benutzt. In near range wird
eine wesentlich breitere Keule benötigt, die zweckmäßig mit einer
kleinen Apertur erzeugt wird (nur Phasen gesteuerte Beam-Aufweitung ist nicht effektiv);
Nicht verwenden von Antennen-Teilen bedeutet aber nicht nur geringeren Antennengewinn,
sondern noch zusätzlich reduzierte Pulsleistung. Dies wird durch das beschriebene
Verfahren vermieden.
Wie bereits oben erläutert werden bei der Erfindung mehrere unabhängige
Antennenkeulen dazu verwendet, die Echos, die von den einzelnen Pulsen bzw. Impulssignalen
zurückkommen, separat zu empfangen und abzuspeichern. So genannte Range Ambiguities,
also sozusagen ein Übersprechen von einer Keule auf eine benachbarte Keule,
entstehen dann, wenn die empfangenden Keulen nicht gut genug getrennt werden. In
einem derartigen Fall empfängt eine Keule nicht nur die Echos seines Pulses,
sondern auch – mit reduzierter Amplitude – die Echos der Impulse der
Nachbarkeulen.
Daher sollte auf die Ausprägung einer Antennenkeule in Elevation
mit hinreichend niedrigen Nebenkeulen geachtet werden. Beim Instrument (B) oder
(C) von 1 geschieht dies beim Digital Beam Forming
(DBF) in der digitalen Domäne. Besonders wichtig ist dies beim Instrument (C)
aufgrund der kleineren PRI und der daher am abzutastenden Objekt näher beieinander
liegenden Echozentren. Beim DBF werden die einzelnen Signale der Subaperturen, d.h.
die Signale der TX-Antennen RX1 bis RX17 mit geeigneten insbesondere zeitabhängigen
komplexen Gewichtsfaktoren versehen. Da der genaue Ort der Nachbarpulse bekannt
ist, lassen sich sehr gezielt Nullen an die entsprechenden Stellen der von den Subaperturen
erzeugten Antennenpattern legen.
Eine noch wirkungsvollere Methode des Unterdrückens von Range
Ambiguities besteht im STAP (Space-Time Adaptive Processing). Das STAP ist in dem
Buch „Space-Time Adaptive Processing" von R.Klemm, IEE Radar, Sonar, Navigation
and Avionics Series 9, 1998, ISBN 0 85296 946 5, ausführlich beschrieben. Beim
STAP, das zur Clusterunterdrückung bei der Detektion von Bewegtzielen aus SAR-Rohdaten
eingesetzt wird, werden Nullen nicht nur wie bei der Antennenpatternadaption im
räumlichen (Winkel-) Bereich (wie oben erläutert) gesetzt, sondern im
kombinierten Raum-Zeitbereich der Signale. Die höhere Dimensionalität
dieses Signalraums und die Verwendung eines optimalen Prozessors führen bei
STAP immer zu mindestens ebenso guten, i.A. aber zu besseren Filterergebnissen wie
bei der bloßen Patternadaption. Das physikalische Prinzip, das hinter der Unterdrückung
(„Filterung") unerwünschter Signale steht, besteht in der kombinierten
Charakterisierung des Signals im Zeit- und Ortsbereich; letzteres heißt in
der Feststellung der Winkelrichtung, aus der das Signal in das Front-End einläuft.
Hierzu ist ein Multiapertur-Front-End wie beim HRWS-SAR die unerlässliche Voraussetzung.
Die mit diesem Verfahren erreichbare Trennschärfe wächst mit der Gesamthöhe
der RX-Antenne und der Zahl der ihrer Subaperturen an.
Im Folgenden wird die Möglichkeit der Datenreduktion gemäß
der Erfindung erläutert. Ohne Datenreduktion müssen die Rohsignale von
allen 17 Elevationsaperturen RX1-RX17 zwischengespeichert und später an einen
zentralen SAR-Prozessor zur Auswertung übermittelt werden. Während beim
Instrument (B) maximal 5280 Range Lines pro Sekunde anfallen, sind dies beim erfindungsgemäßen
Instrument (C) so viele wie der mittleren Pulsfrequenz entspricht. Eine effiziente
Datenreduktion ist insbesondere dann möglich, wenn das DBF bereits bordseitig,
d.h. im Instrument mit der Antenne, beispielsweise einem SAR-Satelliten durchgeführt
wird. Auf diese Weise werden pro Puls 17 aperturspezifische Range Lines in K Strahl-spezifische
Range Lines überführt (z.B. K=5).
Als zweiter Schritt einer bordseitigen Datenreduktion können
von den Strahlspezifischen Range Lines diejenigen Teile eliminiert werden, wo in
einer Azimutspalte pro K Pulse mehr als M Samples vorliegen. In 6
sind dies beispielsweise unter Vernachlässigung der Pulslänge Range Line
Bereiche hinter dem ersten dargestellten Bereich, da dort jeweils 5 Samples in Azimut
gegenüber nur 4 Samples in der ersten Spalte im Speicher verfügbar sind.
Das fünfte Sample ist für die Azimutprozessierung nicht erforderlich und
muss daher nicht an einen zentralen SAR-Prozessor übermittelt werden. Besondere
Bedeutung besitzt dieser zweite Schritt bei hoher mittlerer PRF.
Gemäß der Erfindung können mit ungleichförmiger
PRI große Streifen bei gleichzeitig hoher Auflösung wie mit einem HRWS-SAR
aufgenommen werden. Dabei ist jedoch die Antenne gemäß der Erfindung wesentlich
kleiner, beispielsweise wenigstens dreimal als die Antenne des bekannten HRWS-SAR.
Weiterhin gibt es aufgrund der kleineren Antenne weniger Back-Ends als beim HRWS-SAR.
Dafür sind die Anforderungen an die Sendeleistung höher. Mit der Erfindung
kann ferner eine SNR-Performance wie bei einem herkömmlichen monostatischen
SAR erzielt werden. Durch die ungleichförmige PRI kann das Auftreten von schwarzen
Streifen im späteren SAR-Bild vermieden werden. Durch Variierung der ungleichförmigen
PRI kann ein auf der Erfindung basierendes SAR optimal an eine bestimmte Mission
angepasst werden.
Die bei der Erfindung vergrößerte Gesamtapertur in Elevation
und die mehrfachen Subaperturen der Empfangsantenne bieten folgenden Vorteile:
1. Bei großer Streifenbreite wird der Empfangsantennengewinn erhöht.
2. Die Empfangsantennenkeule sowie deren Frequenzspreizung kann dynamisch nachgeführt
werden.
3. Range Ambiguities können unterdrückt werden.
4. Mehrere Empfangskeulen können bei hoher PRF generiert werden.
Schließlich sei angemerkt, dass die Zahl und Größe
der Subaperturen der Empfangsantenne gemäß der Erfindung je nach Einsatzzweck
angepasst werden können.
Insgesamt werden mit der Erfindung die wesentlichen Funktionen eines
HRWS-SAR erzielt ohne eine PRF-Reduktion und mit einer wesentlich kleineren Antenne.
Als weitere Ausführungsform offenbart die Erfindung eine hochauflösende
Synthetik-Apertur-Radarvorrichtung, welche mindestens zwei Sendeantennen zum Erzeugen
von Radarstrahlen zum Abtasten eines Objekts umfasst, wobei die mindestens zwei
Sendeantennen gleichzeitig im Frequenzmultiplex betrieben werden.
Bei Synthetik-Apertur-Radaren ist eine Steigerung der Sendeleistung
der Sendeantenne oftmals notwendig oder wünschenswert. Gleichzeitig liegt die
Apertur (Höhe und Breite) der Sendeantenne aber aus systematischen Gründen
fest.
Bei passiven Antennen, deren Sendeleistung proportional zur Pulsleistung
des eingespeisten HF-Signals anwächst, können gesteigerte Leistungen prinzipiell
durch Parallelisierung von Leistungsverstärkern realisiert werden. Dies birgt
aber insbesondere bei Weltraumanwendungen große Risiken: Bei Röhren-Verstärkern
mit mehreren kW Pulsleistung besteht z.B. die Gefahr von Hoch-Energie-Effekten wie
Multipaction. Bei Halbleiterverstärkern gibt es zum einen technologische Beschränkungen,
zum anderen kann die Erhöhung der Verstärkerdichte, d.h. der Anzahl von
Verstärkern pro Fläche, zu ernsten thermischen Problemen führen.
Die Verwendung von hinreichend vergrößerten aktiven Antennen,
deren Sendeleistung proportional zur Antennenfläche anwächst, ohne Hochleistungsverstärker
zu benötigen, führt nicht zur Lösung, weil regelmäßig unter
Systemaspekten eine bestimmte Antennenapertur – und folglich Antennenfläche
– nicht überschritten werden darf.
Die vorliegende Erfindung löst das Problem durch den parallelen
Betrieb mehrerer geometrisch gleicher Sendeantennen der gewünschten Apertur,
freilich im Frequenzmultiplex. Es sei z.B. ein Chirp der Bandbreite B und Pulsdauer
&tgr;p zu senden. Jede der Sendeantennen (hier: drei Sendeantennen
TX1, TX2, TX3) sendet kohärent und gleichzeitig unterschiedliche Frequenzbereiche
des Sendechirps aus:
TX1 sendet das erste Drittel des Chirps: –B/2 < f < –B/6
TX2 sendet das zweite Drittel des Chirps: –B/6 < f < B/6
TX3 sendet das dritte Drittel des Chirps: B/6 < f < B/2
Durch die Gleichzeitigkeit des Aussendens kann im Beispiel die dreifache
Sendeenergie innerhalb der gegebenen Pulsdauer &tgr;p abgestrahlt werden,
ohne eine Leistungssteigerung der einzelnen Antenne erforderlich zu machen. Die
zu schwache Einzelantenne muß also lediglich baugleich reproduziert und mit
einem anderen Signal gespeist werden. Dabei reduziert sich sogar deren Bandbreitenanforderung.
Die beschriebene Erfindung kann aber nicht nur dazu dienen, bei unveränderter
Apertur die Systemsendeleistung zu steigern. Das Verfahren erlaubt allgemein eine
Entkopplung von Sendeleistung und Aperturgröße bei aktiven
Antennen. Umkehrt kann auch eine Apertur ausreichender Sendeleistung in mehrere
Subaperturen und zugehörige Sendemodule aufgeteilt werden, um die gesamte Sendeleistung
mit der verkleinerten Apertur zu realisieren. Das Prinzip, die Signalbandbreite
auf mehrere gleichzeitig sendende Module zu verteilen, ist besonders interessant,
wenn für unterschiedliche Radar-Ausrichtungen ein und desselben Instrumentes
unterschiedliche Keulenbreiten benötigt werden: In far range wird die gesamte
Sende-Apertur für einen Chirp voller Bandbreite benutzt. In near range wird
eine wesentlich breitere Keule benötigt, die zweckmäßig mit einer
kleinen Apertur erzeugt wird. Eine phasengesteuerte Beam-Aufweitung wäre nicht
hinreichend effektiv; und das Abschalten von Antennen-Teilflächen würde
reduzierte Pulsleistung bedeuten. Dies wird durch das beschriebene Verfahren vermieden.
Beim Verarbeiten der empfangenen Radarechos müssen die Signale
bei der vorliegenden Erfindung durch analoge oder digitale Frequenzfilter wieder
getrennt werden.
Die in der Beschreibung genannten konkreten Zahlen für Betriebsparameter
sind nur beispielhaft genannt; die Offenbarung der Erfindung ist nicht darauf beschränkt.
10
Hochauflösende Synthetik-Apertur-Radarvorrichtung
12
Erdoberfläche
14
Empfangsantenne der SAR-Vorrichtung 10
16
Radarstrahl
18
Impulssignale des Radarstrahls 16
20, 22, 24
gleichzeitig ausgesandte Radarstrahlen
26
Tor
Anspruch[de]
Antenne für eine hochauflösende Synthetik-Apertur-Radarvorrichtung
umfassend
zwei oder mehr Sendeantennen (TX1-TX3), die zum Aussenden jeweils eines Radarstrahls
im Mikrowellenbereich ausgebildet sind,
eine zum Empfangen von reflektierten Radarstrahlen im Mikrowellenbereich ausgebildete
Empfangsantenne, die in Elevation mehrere Subaperturen (RX1-RX17) aufweist, die
weniger als drei Azimutaperturen bilden.Antenne nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die zwei oder
mehr Sendeantennen (TX1-TX3) in Elevation nebeneinander angeordnet sind.Antenne nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Empfangsantenne
in Elevation neben die zwei oder mehr Sendeantennen (TX1-TX3) angeordnet ist.Antenne nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
dass die Subaperturen (RX1-RX17) genau eine Azimutapertur bilden.Antenne nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
dass die Höhe jeder Subapertur (RX1-RX17) in Elevation geringer ist als die
Höhe jeder Sendeantenne (TX1-TX3) in Elevation.