Die Erfindung betrifft einen Magnetresonanz(=MR)-Probenkopf mit einer
Detektionsvorrichtung mit mindestens einem von einer Kühlvorrichtung kryogen
gekühlten Antennensystem, sowie mit einem gekühlten Vorverstärker
in einem Vorverstärkergehäuse, welches örtlich getrennt von der Detektionsvorrichtung
angeordnet ist, und mit einer thermisch isolierenden Verbindungseinrichtung, über
die die Detektionsvorrichtung und das Vorverstärkergehäuse miteinander
verbunden sind, wobei die Verbindungseinrichtung mindestens eine Kühlleitung
für die Zu- und/oder Rückleitung eines Kühl-Fluids, sowie mindestens
eine HF-Leitung zur Übertragung der elektrischen Signale umfasst.
Ein derartiger Probenkopf ist beispielsweise aus [3] (siehe z.B. die
darin enthaltene 5) bekannt und wird für die Detektion
von NMR Signalen aus einer Probe verwendet. Dabei ist die Empfangsspule gekühlt.
Bei dieser Empfangsspule kann es sich um eine aus normal leitendem Metall, z.B.
Kupfer oder Aluminium bestehende, oder aber eine solche aus Supraleitermaterialien
handeln, insbesondere aus Hochtemperatur-Supraleitern (HTSC).
Ebenso ist aus [7] ein gattungsgemäßer MR-Probenkopf bekannt.
Die bisher bekannten gekühlten Systeme zur NMR-Detektion können
in die folgenden Kategorien eingeteilt werden:
- a) Direkt mit LN2 gekühlte Systeme. Dabei wird das LN2 in ein Gefäß
eingeführt und die Messung solange durchgeführt, bis das Kühlmittel
aufgebraucht (verdampft) ist. Eine solche Anordnung wird. z.B. in [1] aufgeführt,
und ist hier in 5 schematisch dargestellt.
- b) Mit einem Kühlkopf in der unmittelbaren Nähe der Empfangsspule
gekühlte Systeme. Dabei wird in der Regel ein so genannter Pulsrohr-Kühlkopf
verwendet. Dieser ist kompatibel mit den Magnetfeld- und Vibrationsanforder- ungen.
Eine solche Anordnung ist in [2] offenbart und ist hier in 6
schematisch dargestellt.
- c) Mit einem Kühlkopf gekühlte Systeme, wobei sich der Kühlkopf
in einer gewissen Entfernung vom Probenkopf selbst befindet. Bei diesem Kühlkopf
handelt es sich typischerweise um einen Gifford-McMahon Kühler, es kann aber
auch ein Pulsrohr-Kühler vorgesehen sein. Der Probenkopf wird in der Regel
mit einer flexiblen Transferleitung gekühlt, um die Entfernung zum Kryokühler
zu überbrücken und um auch Vibrationen vom Probenkopf fernzuhalten. In
dieser Transferleitung zirkuliert ein Wärmetransportmedium, typischerweise
kaltes, gasförmiges Helium. Der Probenkopf selbst beinhaltet typischerweise
die Empfangsspulen und den Vorverstärker, welche mit HF-Leitungen miteinander
verbunden sind. Der Probenkopf ist dabei als eine starre Einheit ausgeführt.
Eine solche Anordnung ist in [3] offenbart und in 7b
(horizontaler Magnet) bzw. in 7a (vertikaler Magnet)
dargestellt.
Es ist zu bemerken, dass hier nur vom Empfang der NMR-Signale die
Rede ist. Dieser Vorgang ist auch derjenige, der zur Erreichung des bestmöglichen
S/N-Verhältnisses sehr genau kontrolliert werden muss und kritisch von den
Dämpfungen, Temperaturen und Rauschen der beteiligten Elemente abhängt.
Die Kerne müssen vor der Messung durch mindestens einen HF-Puls
angeregt werden. Dies kann entweder durch die Empfangsspule selbst geschehen, oder
aber durch eine separate Sendespule. Die Sendespule kann entweder auch gekühlt
sein, oder aber sich auf Raumtemperatur befinden. Weitere Systeme und Vorrichtungen
zur Erzeugung der Kernanregung werden hier der Einfachheit halber nicht diskutiert.
Nachfolgend werden die oben genannten MR-Probenköpfe gemäß
dem Stand der Technik diskutiert:
- a) Die Anordnungen gemäß a) (5) sind
relativ einfacher Bauart, und haben die Nachteile, dass flüssiger Stickstoff
60 in einem thermisch isolierten Gehäuse 61 nachgefüllt
werden muss und die Temperatur der Empfangsspule 5 nur auf 77K herunterkommt.
Ein wichtiger Punkt ist dabei, dass sich normalerweise sowohl der Vorverstärker
58 wie auch die HF-Leitung 59 (normalerweise als Koaxialkabel
ausgeführt) zwischen der Empfangsspule 5 und dem Vorverstärker
58 ebenfalls auf Raumtemperatur befinden. Dies hat zur Folge, dass einerseits
der Vorverstärker 58 unnötig stark rauscht, und andererseits
auch die HF-Leitung 59 eine zusätzliche Verschlechterung des S/N-Verhältnisses
erzeugt. Dies hat folgende Gründe: Erstens wird das NMR-Signal selbst durch
die Dämpfung der HF-Leitung 59 geschwächt. Zweitens erzeugt die
HF-Leitung 59, als Folge ihrer Dissipation, auch selbst ein unerwünschtes
Rauschsignal. Dieses ist umso stärker, je höher die Dämpfung der
HF-Leitung 59, und je höher ihre physikalische Temperatur ist. Diese
nachteiligen Effekte sind multiplikativ. Eine sich auf Raumtemperatur befindliche
HF-Leitung 59 hat also folgende Nachteile: Ihre Signalverluste sind hoch,
und zudem ist ihre physikalische Temperatur ebenfalls hoch, was zu einer in zweifacher
Hinsicht hohen Rauschemission führt. Dadurch werden die oben aufgeführten
Effekte hoch sein.
- b) Die Anordnung gemäß b) (6) ist was
die Kühlung betrifft, potentiell eine bessere Lösung. Dabei kann das System
sehr kompakt ausfallen, wobei die Kühlung in der Nähe der Empfangsspule
5 stattfindet, was das Erreichen einer tiefen Temperatur erleichtert. Das
System ist auch ein geschlossenes System, das nur elektrische Energie zum Antrieb
eines Kompressors 56 benötigt, der für den Betrieb eines Pulsrohr-Kühlkopfs
54 in einem thermisch isolierten Gehäuse 55 nötig und
durch eine flexible Druckleitung 57 mit dem Pulsrohr-Kühlkopfs
54 verbunden ist. Es müssen insbesondere keine kryogenen Flüssigkeiten
nachgefüllt werden.
Die Anordnung hat aber einen schwerwiegenden Nachteil: Der Vorverstärker
58 muss hier entweder bei Raumtemperatur und/oder außerhalb des Magneten
1 betrieben werden. Im ersteren Fall ist seine Rauschtemperatur nicht optimal,
sie ist viel zu hoch. Im letzteren Fall könnte der Vorverstärker
58 ebenfalls gekühlt werden. Es sind jedoch keine befriedigend funktionierenden
Vorverstärker bekannt, die bei kalten Temperaturen (« 77K) in den für
die NMR, insbesondere Hochfeld- NMR verwendeten Magnetfeldern (» 1T) einwandfrei
funktionieren.
Befindet sich der Vorverstärker 58 nun außerhalb
des Magneten 1, so wird dieser nach dem Stand der Technik mit einer entsprechend
langen HF-Leitung 59 mit der Empfangsspule 5 verbunden. Diese
HF-Leitung 59 befindet sich auf Raumtemperatur und ist mit den unter b)
oben erwähnten Nachteilen behaftet. Daraus ergibt sich eine unerwünschten
Verschlechterung des S/N-Verhältnisses.
Es stellt sich aber auch noch ein anderes Problem: Möchte man
den Vorverstärker 58 kühlen, so muss er entweder durch LN2 gekühlt
werden, was nicht besonders bedienungsfreundlich ist und der ursprünglichen
Idee eines geschlossenen Systems entgegensteht. Die andere Möglichkeit wäre
ein zweiter Pulsrohr-Kühlkopf, nur für den Vorverstärker
58. Dies ist aber mit einem großen Aufwand verbunden. Das Problem
der ungekühlten HF-Leitung 59 würde auf jeden Fall weiter bestehen
bleiben.
- c) Die Anordnung gemäß c) (7a,
7b) ist technisch die beste der bekannten Anordnungen,
und ermöglicht die potentiell höchste Performance, denn die HF-Empfangsspule
5 wird in der Raumtemperaturbohrung 2 des Magneten 1
bei einer sehr tiefen Temperatur (z.B. 20K), und der Vorverstärker
16 bei einer so tiefen Temperatur betrieben, dass er noch einwandfrei funktioniert
(z.B. 77K). Auch die HF-Leitung 52 zwischen der Empfangspule
5 und dem Vorverstärker 16 befindet sich auf einer tiefen
Temperatur. Die Temperatur geht dann typischerweise entlang der HF-Leitung
52 von 20K auf 77K über, wobei hier die Geometrie (Insbesondere der
Querschnitt der Kabel der HF-Leitung 52) so gewählt wird, dass ein
Optimum zwischen der Minimierung der HF-Leitungsverluste auf der einen Seite und
der Minimierung des Wärmeeintrags in die kalte Empfangsspule 5, der
sich durch die Wärmeleitfähigkeit der HF-Leitung 52 ergibt, andererseits,
erzielt wird. Somit ist das S/N-Verhältnis des Systems praktisch optimal. Nach
der Verstärkung mit dem gekühlten Vorverstärker 16 wird
das Signal schlussendlich an einen Signalausgang 17 am Ausgang des Vorverstärkers
16 zur weiteren Signalverarbeitung ausgegeben. Die gesamte Kühlung
kann mit einem einzigen Kryokühler 20 (Gifford-McMahon oder auch Pulsrohr-Kühlkopf)
stattfinden.
Diese Anordnung ist bei den Hochauflösungsköpfen für
NMR Spektroskopie seit einiger Zeit Stand der Technik (7a)
[3]. Es wurden nun nach diesem Prinzip auch Prototypen für MRI Bildgebung gebaut
(7b) [4]. Diese Anordnung hat jedoch den schwerwiegenden
Nachteil, dass der gesamte Probenkopf lang ist, und sich dadurch die folgenden Probleme
ergeben:
- 1. Die Installation kann bei ungünstigen räumlichen Verhältnissen
unmöglich werden. Diese Problematik ist in 8 dargestellt.
Es muss ein ausreichend großer Abstand D1 zwischen dem Magnet 1 und
der Wand 62 vorhanden sein, sonst lässt sich das System gar nicht
in den Magneten ein- bzw. wieder ausbauen. Dieser minimale Abstand ist im Wesentlichen
durch die Summe der Längen der eigentlichen Detektionsvorrichtung
3, des Vorverstärkergehäuses 15a sowie der starren Verbindungseinrichtung
15c gegeben.
- 2. Der gesamte Probenkopf ist mit seinem typischerweise großen Vorverstärker
16 sowie dem zugehörigen Gehäuse 15a recht schwer, und
ein Ein-/Ausbau erfordert typischerweise zwei Personen.
- 3. Durch das hohe Gewicht und die Sperrigkeit vom Probenkopf wie auch von der
angeschlossenen Kühlleitung ist es sehr mühsam und unpraktikabel, einen
solchen Probenkopf im kalten Zustand ein- bzw. auszubauen. Die Transferleitung
19 (7a, 7b),
die zwischen dem Kryokühler 20 und dem Probenkopf verläuft, beinhaltet
typischerweise vier gekühlte Druckleitungen (weiterführende Kühlleitungen
21a–21d), und ist ziemlich schwer und unflexibel. Der kalte
Ein/Ausbau wäre aber wünschenswert und würde es ermöglichen,
vor einem geplanten Einsatz des Probenkopfs diesen außerhalb der Raumtemperaturbohrung
des Magneten abzukühlen, und erst unmittelbar vor der Messung in die Raumtemperaturbohrung
einzuführen. Nach erfolgter Messung könnte dann der Probenkopf im noch
kalten Zustand wieder herausgenommen werden, und entweder bis zum nächsten
Einsatz kalt gelassen, oder draußen aufgewärmt werden. Dies ist jedoch
aus den oben aufgeführten Gründen nicht praktikabel und so muss der Probenkopf
typischerweise warm (d.h. bei Raumtemperatur) in die Raumtemperaturbohrung
2 eingeführt, dann an die Transferleitung
19 zum Kryokühler 20 angeschlossen werden. Erst dann kann
mit dem Abkühlvorgang begonnen werden. Dies dauert typischerweise mindestens
vier Stunden. Während dieser Zeit ist der Magnet 1 unproduktiv blockiert.
Ähnlich verhält es sich beim Ausbau, die Aufwärmphase dauert typischerweise
mindestens zwei Stunden. Dies sind Zeiten, die in Anbetracht der nötigen Auslastung
eines MRI Systems nicht tragbar sind.
Nach dem Stand der Technik sind also entweder relativ kompakte gekühlte
Systeme möglich, die jedoch eine nicht optimale Performance aufweisen. Auf
der anderen Seite gibt es hochleistungsfähige Systeme mit optimal niedrigem
Rauschen. Diese können jedoch bei beengten Verhältnissen für den
Einbau grundsätzlich ungeeignet, oder aber in der Handhabung sehr inpraktikabel
sein.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, einen gut handhabbaren
MR-Probenkopf vorzuschlagen, der eine hohe Empfindlichkeit aufweist, wobei ein schneller
Ein- und Ausbau sowie eine rasche Inbetriebnahme der Detektionsvorrichtung ermöglicht
werden.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst,
dass die Verbindungseinrichtung als eine mechanisch flexible Verbindungsleitung
mit mechanisch flexiblen HF- und Kühlleitungen ausgeführt ist.
Die Detektionsvorrichtung des erfindungsgemäßen MR-Probenkopfs
ist zum einen klein und leicht, da die Detektionsvorrichtung von einer externen
Kühlvorrichtung gekühlt wird und daher weder einen Kaltkopf noch ein Kühlmittel-Vorratsgefäß
enthält, zum anderen wird der Platzbedarf für den Ein- und Ausbau des
MR-Probenkopfs durch die flexible Ausführung der Verbindungseinrichtung als
auch der HF- und Kühlleitungen minimiert. Die Detektionsvorrichtung, die den
Teil des Probenkopfes bildet, in unmittelbarer Nähe des zu untersuchenden Objekts
arbeitet und für den Empfang der HF-Signale zuständig ist, kann somit
rasch in den Magneten eingebaut und in Betrieb genommen werden kann. Ebenso kann
nach Abschluss der Messungen die Detektionsvorrichtung schnell und einfach außer
Betrieb gesetzt und aus der Raumtemperaturbohrung des Magneten entfernt werden.
Vorzugsweise handelt es sich bei dem erfindungsgemäßen MR-Probenkopf
um einen Probenkopf für Magnetresonanz-Bildgebung(=MRI)-Anwendungen oder für
NMR(Kernspinresonanz)-Spektroskopie. Insbesondere bei MRI-Anwendungen ist eine rasche
Handhabung besonders vorteilhaft, da ein häufiger Wechsel der Untersuchungsmethoden
und somit der Detektionsvorrichtung notwendig ist. Mittels des erfindungsgemäßen
MR-Probenkopfs können unproduktiven Stillstandzeiten des sehr teueren Magnetsystems
reduziert werden.
Statt den MR-Probenkopf mittels einer einzigen Kühlleitung zu
kühlen, wobei das Kühlmittel an den zu kühlenden Komponenten verdampft,
ist es bei dem erfindungsgemäßen MR-Probenkopf besonders vorteilhaft,
wenn zwei Kühlleitungen vorgesehen sind, die Teil eines ersten Kühlkreislaufs
sind. Hierbei besteht die Möglichkeit das Kühlmittel rückzukühlen
oder auch gegebenenfalls rückzuverflüssigen und wieder zu verwenden.
Eine besonders bevorzugte Ausführungsform der Erfindung sieht
vor, dass jeweils eine oder mehrere HF-Leitungen einer einzelnen Kühlleitung
zugeteilt sind und dort zusammen mit der zugeteilten Kühlleitung jeweils ein
Leitungspaket bilden.
Innerhalb eines Leitungspakets sind die Leitungen dicht beieinander
angeordnet, so dass zwischen den einzelnen Leitungen innerhalb des Leitungspaketes
ein Temperaturausgleich stattfinden kann.
Bei einer Weiterbildung dieser Ausführungsform sind die Kühlleitung
und die der Kühlleitung zugeteilten HF-Leitungen eines einzelnen Leitungspaketes
in, vorzugsweise regelmäßigen, Abständen über thermisch gut
leitende Ankopplungselemente miteinander thermisch verbunden. Diese Ankopplungselemente
können beispielsweise aus Kupfer gefertigt sein.
Eine weitere Weiterbildung sieht vor, dass zumindest eines der Leitungspakete
mindestens ein elastisches Verstärkungselement, insbesondere einen Draht hoher
mechanischer Festigkeit, enthält, wodurch eine Reduktion der mechanischen Zug-
und Biegebeanspruchung der HF- und Kühlleitungen erreicht wird. Das Verstärkungselement
kann z.B. aus Edelstahl sein.
Bei einer bevorzugten Ausführungsform sind die Leitungspakete
gegeneinander über die gesamte Länge der Verbindungsleitung, vorzugsweise
mindestens einmal, um die Achse der Verbindungsleitung verdreht.
Besonders vorteilhaft ist es, wenn innerhalb der Leitungspakete die
HF-Leitungen und/oder die elastischen Verstärkungselemente zwischen zwei Ankopplungselementen
um im Wesentlichen 360 Grad oder ein ganzzahliges Vielfaches davon mit
der Kühlleitung verdrillt, insbesondere um die Kühlleitung herum gewickelt
angebracht sind. Hierdurch wird erreicht, dass die Gesamtlänge aller Leitungen
zwischen den Ankopplungselementen bei einer Biegung weitgehend gleich bleibt. Dies
hat zur Folge, dass beim Biegen der Verbindungsleitung keinerlei
Beulen oder Knicke in den Leitungen auftritt. Es ist auch denkbar, dass die Kühlleitung
um die HF-Leitungen und/oder die elastischen Verstärkungselemente, oder auch
beide zusammen verdrillt sind. Auch kann die Kühlleitung um die HF-Leitung
herum vorverdrillt angeordnet sein.
Die HF-Leitung des erfindungsgemäßen MR-Probenkopfs umfasst
vorteilhafterweise ein flexibles Koaxialkabel mit vorzugsweise Polytetrafluorethylen
(PTFE) Isolation, bei dem der Außenleiter aus einer Kombination von einem Metallgeflecht
und einer spiralförmig gewickelten, elektrisch gut leitenden Metallfolie besteht.
Besonders vorteilhaft ist es, wenn die kalten Teile der Verbindungsleitung,
insbesondere die Kühlleitungen sowie die HF-Leitungen, zur thermischen Isolation
in einem Vakuum innerhalb mindestens eines flexiblen Außenmantels angeordnet
sind. Auf diese Weise, insbesondere durch Superisolation, wird der Wärmeeintrag
in die kalten Teile des MR-Probenkopfs minimiert. Die Verbindungsleitung kann auch
zwei parallel geführte Schlauchleitungen als Außenmantel umfassen, wobei
eine Schlauchleitung die Vor- und der andere die Rückleitung, mit je einer
Anzahl zugeordneter HF-Leitungen beherbergt. Diese Anordnung hat den Vorteil, dass
die beiden Schlauchleitungen je einen kleineren Durchmesser haben können, und
somit flexibler gestaltet werden können. Eine Ausführungsform mit einem
einzigen Außenmantel hingegen hat den Vorteil einer besserer thermischen Isolation
aufgrund einer kleineren Gesamtoberfläche für einen gegebenen Querschnitt
sowie einer (von außen) einfacheren, robusteren und sauberer aussehenden Anordnung,
wie auch eines isotropes Biegeverhalten.
Die Elektronik des gekühlten Vorverstärkers wird vorzugsweise
durch einen, von der mindestens einen Kühlleitung separaten, zweiten Kühlkreislauf
gekühlt.
Bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform werden der erste
und der zweite Kühlkreislauf von derselben Kühlvorrichtung gekühlt,
so dass sowohl die Kosten als auch der Platz für eine weitere Kühlvorrichtung
eingespart werden kann.
Für die Kühlung der Komponenten des MR-Probenkopfs ist vorzugsweise
Helium als Kühlfluid vorgesehen.
Es kann vorteilhaft sein, wenn die Kühlvorrichtung ein Gifford-McMahon
Kühler ist.
Alternativ dazu kann die Kühlvorrichtung ein Pulsrohrkühler
sein.
Vorzugsweise wird das Antennensystem bei einer tieferen Temperatur
betrieben als der Vorverstärker.
Bei einer Weiterbildung dieser Ausführungsform werden das Antennensystem
bei einer Temperatur im Bereich von 4–40K und der Vorverstärker bei
einer Temperatur im Bereich von 40–100K betrieben.
Bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen
MR-Probenkopfs ist der Abstand zwischen dem Vorverstärker und dem vorverstärkerseitig
letzten Ankopplungselement größer ist als der durchschnittliche Abstand
zweier Ankopplungselemente. Zwischen der HF-Leitung und der Kühlleitung wird
also auf der Strecke zwischen dem Vorverstärker und dem vorverstärkerseitig
letzten Ankopplungselement kein Wärmekontakt ausgeführt, so dass die Temperatur
der HF-Leitungen im Wesentlichen der Temperatur der Kühlleitungen bzw. ungefähr
der Temperatur Tc der Empfangsspulen entspricht, und nur kurz vor dem
Vorverstärker der Temperaturübergang zur Vorverstärkertemperatur
Tp stattfindet. Während also in einem großen Bereich entlang
der HF-Leitung diese durch eine ausreichend dichte (eng benachbarte) Anordnung von
Ankopplungselementen gekühlt wird, wird für den Temperaturübergang
zum Vorverstärker diese Ankopplung auf der oben beschriebenen Strecke nicht
mehr ausgeführt, so dass die Temperatur dann stetig steigen kann.
Bezüglich der Handhabbarkeit ist es von Vorteil, wenn die Masse
der Teile der Detektionsvorrichtung weniger als 5kg beträgt.
Eine besonders bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemäßen
MR-Probenkopfs sieht vor, dass der Vorverstärker mehrere parallele Vorverstärkerkanäle
umfasst.
Dabei kann es vorteilhaft sein, wenn der Vorverstärker mehrere,
insbesondere 2, 3, 4, 6, 8, 12, oder 16 parallele Kanäle für den gleichen
zu untersuchenden Kern, insbesondere 1H, umfasst.
Eine weitere Ausführungsform der Erfindung sieht vor, dass der
Vorverstärker Kanäle für die Verstärkung der Signale der Kerne
31P, 13C, 23Na, 19F, 17O, 129Xe oder 2H umfasst.
In den Rahmen der Erfindung fällt auch ein MR-System mit einem
zuvor beschriebenen erfindungsgemäßen Probenkopf.
Die Vorteile der Erfindung kommen besonders gut zu Geltung wenn das
MR-System ein MRI- oder ein NMR-System ist.
Bei dem erfindungsgemäßen MR-Probenkopf
kann die Verbindungsleitung mitsamt ihren inneren Bestandteilen so flexibel ausgestaltet
werden, dass der in der Verlängerung der Raumtemperaturbohrung für den
Ein- und Ausbau der Detektionsvorrichtung benötigte Raum geringer ist als der
Abstand vom Magnetzentrum bis zum Ende des Magneten. Darüber hinaus ermöglicht
der erfindungsgemäße MR-Probenkopf insbesondere durch die erfindungsgemäße
Gestaltung der Verbindungsleitung, dass der Ein- und Ausbau der Detektionsvorrichtung
auch in kaltem Zustand möglich ist. Auf diese Weise können MR-Systeme
mit höchster Leistungsfähigkeit, insbesondere in Bezug auf das Signal/Rausch(S/N)-Verhältnis,
und einfacher Handhabbarkeit realisiert werden.
Weitere Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der Beschreibung und
der Zeich- nung. Ebenso können die vorstehend genannten und die weiter aufgeführten
Merkmale je für sich oder zu mehreren in beliebigen Kombinationen Verwendung
finden. Die gezeigten und beschriebenen Ausführungsformen sind nicht als abschließende
Aufzählung zu verstehen, sondern haben vielmehr beispielhaften Charakter für
die Schilderung der Erfindung.
Es zeigen:
1 einen erfindungsgemäßen MR-Probenkopf in
Betriebsposition und während des Ein-/Ausbaus in/aus den Magneten;
2 eine schematische Darstellung eines erfindungsgemäßen
MR-Probenkopfs;
3a eine detaillierte Darstellung eines erfindungsgemäßen
MR-Probenkopfs;
3b eine Detailansicht eines Leitungspakets eines erfindungsgemäßen
MR-Probenkopfs mit Ankopplungselementen;
3c eine Detailansicht eines Leitungspakets eines erfindungsgemäßen
MR-Probenkopfs mit Verstärkungselementen;
4a einen Temperaturverlauf einer HF-Leitung eines erfindungsgemäßen
MR-Probenkopfs in Abhängigkeit ihrer laufenden Länge;
4b einen Aufbau eines HF-Kabels für eine HF-Leitung
eines erfindungsgemäßen MR-Probenkopfs;
5 einen MR-Probenkopf nach dem Stand der Technik mit
LN2-Kühlung der Empfangsspule;
6 einen MR-Probenkopf nach dem Stand der Technik in
einem Horizontalmagneten mit einem Pulsrohr-Kühler in der Raumtemperaturbohrung
des Magneten zur Kühlung einer Empfangsspule;
7a einen NMR-Probenkopf mit einer starren Verbindungseinrichtung
nach dem Stand der Technik in einem Vertikalmagneten für hochauflösende
NMR-Spektroskopie;
7b einen MRI-Probenkopf mit einer starren Verbindungseinrichtung
nach dem Stand der Technik in einem Horizontalmagneten für MRI Anwendungen;
und
8 einen MR-Probenkopf entsprechend 7b
in Betriebsposition und während des Ein-/Ausbaus in/aus den Magneten;
9a einen erfindungsgemäßen NMR-Probenkopf
mit flexibler Verbindungsleitung in einem Vertikalmagneten für hochauflösende
NMR-Spektroskopie; und
9b einen erfindungsgemäßen MRI-Probenkopf
mit flexibler Verbindungsleitung in einem Horizontalmagneten für MRI-Anwendungen.
Der erfindungsgemäße Probenkopf zum Empfang von NMR-Signalen
ist schematisch in 1 gezeigt und umfasst folgende Komponenten:
- a) eine Detektionsvorrichtung 3 mit mindestens einem kryogen gekühlten
Antennensystem. Das Antennensystem des erfindungsgemäßen MR-Probenkopfs
umfasst mindestens eine Antenne, wobei eine solche Antenne aus mindestens einer
Empfangsspule 5, oder einem Resonator, oder einer anderen Art eines für
elektromagnetische Felder empfindlichen HF-Schwingkreises bestehen kann. Bei den
hier behandelten Detektionsvorrichtungen geht es insbesondere um MRI Systeme für
die Untersuchung, insbesondere die Abbildung von Objekten, und insbesondere von
Lebewesen. Die erfindungsgemäße Vorrichtung kann aber auch für Systeme
für die NMR Spektroskopie oder auch für kombinierte Methoden wie z.B.
die lokalisierte Spektroskopie gebraucht werden.
- b) einen gekühlten Vorverstärker 16 in einem Vorverstärkergehäuse
15a, das örtlich getrennt von der NMR-Detektionsvorrichtung
3 angeordnet ist,
- c) eine von der Umgebung thermisch isolierte, flexible Verbindungsleitung
8, mit der die NMR-Detektionsvorrichtung 3 und das Vorverstärkergehäuse
15a miteinander verbunden sind, wobei die flexible Verbindungsleitung
8 sowohl Kühlleitungen 9 (siehe 3a,
3b) für die Zu- beziehungsweise Rückleitung
eines Kühl-Fluidums, wie auch HF-Leitungen 10 zur Übertragung
der elektrischen Signale umfasst.
Dank der Flexibilität der Verbindungsleitung 8 wird
erreicht, dass der von außen benötigte freie Abstand D2 von beispielsweise
einer Wand 62 zum Ausgang der Raumtemperaturbohrung 2 des Magneten
1, der vorhanden sein muss, um die NMR-Detektionsvorrichtung in die Raumtemperaturbohrung
des NMR-Magneten hinein und wieder herauszuführen, möglichst klein ist.
Der dadurch entstehende Vorteil macht sich besonders stark bei horizontalen
MRI-Magneten bemerkbar, die aus Platzgründen z.B. nahe an der Wand
62 aufgestellt sind.
1 zeigt den erfindungsgemäßen MR-Probenkopf
in einem Horizontalmagneten, bei dem sowohl die Empfangsspule 5 wie auch
der Vorverstärker 16 auf die tiefstmögliche Temperatur abgekühlt
sind, und ihre HF-Leitung 10 ebenfalls auf einer sehr tiefen Temperatur
gehalten wird. Das System löst die Erfindungsaufgabe durch die flexible Ausführung
der Verbindungsleitung 8 mit einer gekühlten flexiblen HF-Leitung
10 zwischen der Empfangsspule 5 und dem Vorverstärker
16. Dies ermöglicht unter Beibehaltung aller Performance-Vorteile
eine sehr gute Handhabung, denn die Detektionsvorrichtung 3, also das Ende
des Probenkopfes, welche die Empfangsspule(n) 5 beinhaltet, ist klein,
leicht, und lässt sich dank der erfindungsgemäßen hochflexiblen Verbindungsleitung
8 sehr gut handhaben. (Die kompakte Größe und geringes Gewicht
werden möglich, da die Detektionsvorrichtung 3 im Gegensatz zum Stand
der Technik gemäß a) oder b) weder einen Kaltkopf noch ein Kühlmittel-Vorratsgefäß
enthalten muss). Insbesondere lässt sich das System bei einer entsprechenden
Ausführung, die weiter unten näher erläutert wird, auch jederzeit
in kaltem Zustand in den Magneten 1 ein- wie auch ausführen. Somit
sind alle Nachteile der Variante c) eliminiert, und die Vorteile dieser Variante
bleiben praktisch ungeschmälert. Die erfindungsgemäße Vorrichtung
vereint daher alle Vorteile der bestehenden Systeme, ohne aber deren Nachteile aufzuweisen.
Die Realisation der erfindungsgemäßen Anordnung wurde bisher
nicht in Betracht gezogen, da sie technologisch sehr hohe Anforderungen stellt.
Sie ist schematisch in 2 und im Detail in
3a gezeigt. In beiden Figuren ist der Probenkopf in
gestreckter Position dargestellt. Dabei sind folgende technische Anforderungen an
das System und die Verbindungsleitung 8 gleichzeitig erfüllt:
- 1. Die Verbindungsleitung 8 weist einen flexiblen Außenmantel
auf, in dem die Kühl- und HF-Leitungen verlaufen und durch ein Vakuum von der
Umgebung isoliert sind, der sich bei Evakuierung möglichst wenig zusammenzieht.
- 2. Die Kühlleitung 9 (für einen ersten Kühlkreislauf
14 sind mindestens zwei Kühlleitungen 9a, 9b notwendig)
für die Spulenkühlung ist flexibel. Diese müssen einen Druck von
der Größenordnung 20–30 bar aushalten und dabei flexibel bleiben.
In einer bevorzugten Ausführungsform sind sie auch noch kalt biegbar. Der
gewünschte Biegeradius bewegt sich in der Größenordnung von 30 cm,
was sehr wenig ist. Die Kühlleitungen 9, 9a, 9b
müssen gegen Ermüdung durch wiederholte Handhabung genügend resistent
sein und somit genügend Biegezyklen aushalten.
- 3. Die HF-Leitungen 10 (mindestens eine, vorzugsweise aber vier oder
mehr) sind, vorzugsweise auch in kaltem Zustand, flexibel und weisen niedrige HF-Verluste
auf. Sie dürfen auch nach vielen Zyklen keine Ermüdungsbrüche zeigen
und nur ein geringes Übersprechen der Signale gegeneinander haben. Um die HF-Verluste
und das Rauschen niedrig zu halten, müssen die HF-Leitungen 10 bei
einer möglichst tiefen Temperatur betrieben werden können.
- 4. Die Verbindungsleitung 8 und das Antennensystem weisen eine sehr
gute thermische Isolation auf.
2 zeigt die schematische Darstellung vom Magneten
1 mit einem Messobjekt 51 und der eingebauten Detektionsvorrichtung
3 des Probenkopfes, in der sich ein Vakuum 13a befindet. Dabei
ist hier die flexible Verbindungsleitung 8 in einer gestreckten Position
dargestellt. Auf der linken Seite ist die Detektionsvorrichtung 3 mit einem
zu dem Vakuum 13a in der Detektionsvorrichtung 3 isolierten, vakuumdichten
Gehäuse gezeigt. Dieses beinhaltet das Antennensystem in der Form von vier
Empfangsspulen 5 sowie einen Wärmetauscher 7, sowie eine
wärmeleitende Verbindung 6 zwischen dem Wärmetauscher
7 und den Empfangsspulen 5 zum Kühlen der Empfangsspulen
5. Prinzipiell können auch mehrere Wärmetauscher 7 vorgesehen
sein In der Mitte ist die flexible Verbindungsleitung 8 dargestellt. Rechts
sieht man das Vorverstärkergehäuse 15a, mit dem gekühlten
Vorverstärker 16 (ohne weitere Details). Die flexible HF-Leitung
10 ist hier, wie auch in allen anderen Figuren, durch eine gestrichelte
Linie dargestellt.
In 3a ist das System detaillierter dargestellt.
Die Verbindungsleitung 8 umfasst den vakuumdichten Außenmantel, hier
in Form eines Wellbalgs 8a, zwei Kühlleitungen 9a und
9b, sowie die HF-Leitungen 10 und ist ebenfalls gestreckt dargestellt.
Die Empfangsspulen 5 bilden hier ein 4-er Spulen-Array und werden durch
den Wärmetauscher 7 gekühlt. Die am Wärmetauscher
7 angeschlossenen Kühlleitungen 9a, 9b führen
durch die Verbindungsleitung 8 ins Vorverstärkergehäuse
15a. Obwohl es sich bei den Kühlleitungen 9a, 9b
um Röhrchen bzw. dünne Wellbälge handelt, sind sie in dieser Darstellung
wie auch in den anderen Figuren nur als ein Strich dargestellt. Sie gehen in ein
vorverstärkerseitiges Kupplungsteil 18a einer Kupplung, die das Vorverstärkergehäuse
15a
mit einem Kryokühler 20 (in 3a
nicht gezeigt) verbinden kann. Eine solche Kupplung ist z.B. in [5] und [3] offenbart.
Die kalten Leitungen 9a, 9b, 10 innerhalb der Verbindungsleitung
8 werden mit einer Vakuumisolation 13b wie auch optionalen zusätzlichen
Superisolation (nicht dargestellt) thermisch isoliert.
Jede der in 3a gezeigten vier Empfangsspulen
5 ist mittels einer der erfindungsgemäßen flexiblen HF-Leitungen
10 mit einem der gekühlten Vorverstärker 16 verbunden.
Die vier Vorverstärker 16 können in diesem Ausführungsbeispiel
mit einer thermischen Stufe (Wärmesenke) 23 innerhalb eines zweiten
Kühlkreislaufs 22 mit weiterführenden Kühlleitungen
21c, 21d eines kryokühlerseitigen Kupplungsteils
18b, welches beispielsweise in 7a gezeigt
und in [6] beschrieben ist, verbunden werden.
Die Temperatur der Empfangsspulen 5 beträgt z.B. 20K,
die Temperatur des Vorverstärkers 16 z.B. 77K. Eine besonders bevorzugt
Ausführungsform der erfindungsgemäße Verbindungsleitung
8 hat die folgende, unten näher beschriebene Struktur:
- – Der Außenmantel besteht aus dem Wellbalg 8a, der vorzugsweise
mit einem Drahtgeflecht verstärkt ist. Dadurch wird eine gute Flexibilität
gewährleistet, wobei jedoch die Kontraktion durch Evakuieren auf einem vertretbaren
Stand gehalten wird.
- – Kühlung: Die HF-Leitungen 10 werden von den Empfangsspulen
5 zum Vorverstärker 16 nicht direkt geführt, sondern
werden entlang des Weges unter sehr gut definierten Bedingungen, die noch weiter
unten erörtert werden, aktiv gekühlt. Für diese Kühlung wird
mindestens eine der vorhandenen Kühlleitungen 9, die zu den Empfangsspulen
5 führen, verwendet. Jeder Kühlleitung 9a und/oder
9b kann dabei eine Anzahl flexibler HF-Leitungen 10 zugeordnet
werden. Dabei spielt es keine wesentliche Rolle, welche der Kühlleitungen
9a, 9b verwendet wird. Der Vorlauf (Kühlleitung
9a) hat eine etwas tiefere Temperatur als der Rücklauf (Kühlleitung
9b). Im einfachsten Falle ist nur eine flexible HF-Leitung 10
z.B. an die Vorwärtsleitung 9a angebunden. In einem komplexeren Fall
können z.B. mit dem Vorlauf 9a vier HF-Leitungen 10 gekühlt
werden, ebenso vier mit dem Rücklauf 9b. Somit ergeben sich acht parallele,
gekühlte HF-Leitungen.
- – Die Leitungen 9a, 9b, 10 werden mittels
Ankopplungselementen 11 thermisch aneinander gekoppelt. Ein solches Ankopplungselement
11 besteht typischerweise aus einem Cu-Zylinder, an dem die Kühlleitung
9a oder 9b, der Außenleiter 10b und/oder der innere
Außenmantel 10c (4b) der flexiblen HF-Leitung
10, sowie ggf. weitere Elemente mechanisch und thermisch verbunden werden,
vorteilhafterweise durch Löten.
- – Zwischen zwei Ankopplungselementen 11 werden die HF-Leitungen
10 vorzugsweise in einer definierten Weise periodisch verdreht (3b).
Dies wird noch weiter unten genauer erörtert.
- – Die Kühlleitung 9 bzw. das Leitungspaket 4 wird
zusätzlich durch geeignete Verstärkungselemente 12, z.B: Stahl-Drähte
(3c) versteift.
- – Die Leitungen werden durch die Vakuumisolation 13b (3a)
und Superisolation thermisch gegenüber dem Außenmantel, der sich bei Raumtemperatur
befindet, isoliert, und optional mit Spacern (nicht dargestellt) abgestützt.
Der Temperaturverlauf einer der HF-Leitungen 10 ist in
4a dargestellt.
Die Temperatur der flexiblen HF-Leitungen 10 wird auf einer
vorgegebenen Länge, die in der Praxis praktisch der gesamten Länge der
Verbindungsleitung 8, ausgehend von den Empfangsspulen 5 und ggf.
weiterer thermischer Elemente (wärmeleitende Verbindung 6, Wärmetauscher
7) (links im Bild als Blackbox), entspricht, auf einer sehr tiefen Temperatur
gehalten. Diese Temperatur entspricht ungefähr der Temperatur Tc
der Empfangsspulen 5, kann aber auch etwas darunter liegen, da die flexible
HF-Leitung 10 direkt von der oder den Kühlleitungen 9a,
9b (3a) gekühlt wird. Der Vorlauf
9a hat dabei stets eine tiefere Temperatur als die Empfangsspule
5. Die Kühlung der HF-Leitung 10 wird durch mehr oder weniger
regelmäßige thermische Anbindung der HF-Leitung 10 durch die
Ankopplungselemente 11 auf der gesamten Länge zwischen den Ankopplungselementen
aufrechterhalten. Dabei bleibt die HF-Leitung 10 trotzdem hochflexibel.
Die Abstände zwischen den Ankopplungselementen 11 können problemlos
so dimensioniert werden, dass dank der ausreichenden thermischen Längs-Leitfähigkeit
der HF-Leitung 10 und dem bei Verwendung einer guten Vakuumisolation
13b nur sehr geringen Wärmeeintrag von außen auch zwischen den
Ankopplungselementen 11 die Temperatur nur in der Größenordnung
von 1K ansteigt. Der Temperaturverlauf der HF-Leitungen 10 zwischen den
Ankopplungselementen 11 ist annähernd eine quadratische Funktion.
Dadurch kann die maximale Temperaturüberhöhung im Bedarfsfall durch eine
etwas engere Anordnung der Ankopplungselemente 11 problemlos reduziert
werden.
Erst auf einer genau zu wählenden Strecke kurz vor dem Vorverstärker
16 bzw. seiner thermischen Stufe 23 (rechts in 4a)
hören die thermischen Anbindungen mit den Ankopplungselementen 11
auf. Dann ergibt sich ein kontinuierlicher Übergang zwischen der Temperatur
der Kühlleitung 9a, 9b und der Vorverstärkertemperatur
Tp. Der genaue Verlauf hängt von der Wärmeleitfähigkeit
der HF-Leitung 10 als Funktion der Temperatur sowie vom externen Wärmeeintrag
ab und ist in 4a nur schematisch dargestellt. Die Länge
der Strecke dieses Übergangs wird aber so dimensioniert, dass die totalen zusätzlichen
HF-Verluste bzw. der Rauscheintrag des wärmeren Teils der HF-Leitung
10 so gering wie möglich werden, ohne aber eine zu hohe Wärmebrücke
zwischen den Kühlleitungen 9a bzw. 9b und dem Vorverstärkern
16 zu bilden, denn je kürzer dieser Übergang wird, umso tiefer
sind die totalen negativen Verlustauswirkungen, aber umso höher ist die Wärmeleitung
entlang der Übergangsglänge. Eine zu hohe Wärmeleitung würde
dazu führen, dass die Temperatur des ersten Kreislaufs, der u.A. die Kühlleitungen
9a, 9b umfasst, und somit schlussendlich auch die Temperatur der
Empfangsspule(n) 5 unnötig erhöht werden. Bei einer optimalen
Wahl kann die Länge der Strecke des Übergangs so gewählt werden,
dass die Gesamtperfomance minimal beeinträchtigt wird. Diese Optimierung ist
aber unkritisch, und vor allem nahezu unabhängig von der Länge L der HF-Leitung,
da die Temperatur des sich zwischen den Ankopplungselementen 11befindlichen
gekühlten Leitungsteils stets minimal bleibt, und nur ein kurzer Teil der HF-Leitung
10 den Temperaturübergang bildet. Mit dieser thermischen Anordnung
werden auch bei langen Verbindungsleitungen 8 extrem tiefe HF-Verluste
erzielt, die nur mit sehr geringen Rauschzunahmen verbunden sind und somit die Leistungsfähigkeit
des Systems nur unwesentlich beeinflussen.
Als HF-Leitung 10 selbst wird vorzugsweise eine besondere,
im Folgenden beschriebene Ausführung verwendet: Die HF-Leitung 10
wird dabei als Koaxialkabel realisiert. Normal gebräuchliche Koaxialleiter
sind einerseits entweder völlig starr ("rigid") oder halb starr ("semi-rigid").
Diese beiden Ausführungsformen sind jedoch für den erfindungsgemäßen
MR-Probenkopf völlig ungeeignet, da sie bei den erforderlichen Biegeradien
bereits nach wenigen Biegezyklen brechen würden. Auf der anderen Seite gibt
es Koaxialkabel mit einem Drahtgeflecht als Außenmantel. Diese sind ausreichend
flexibel. Sie haben jedoch prinzipbedingt wegen der Löcher im Schirmgeflecht
den Nachteil, dass ihre Schirmwirkung nicht sehr gut ist, typischerweise nur ca.
40dB. Dies ist nicht sehr günstig, da bei mehreren dicht beieinander verlaufenden
Kabeln ein Übersprechen insbesondere bei einem Array-System die gegenseitige
Entkopplung der Kanäle beeinträchtigt.
Ein vorteilhafter Bestandteil der erfindungsgemäßen Anordnung
ist daher die Verwendung eines besonderen Koaxialkabels, das einen zusätzlichen
inneren Außenmantel 10c aus einer spiralförmig gewickelten Metallfolie
besitzt, der mit einem Außenleiter 10b in der Form von einem konventionellen
Drahtgeflecht umgeben ist. Ein solches Kabel ist schematisch in 4b
dargestellt. Solche Kabel haben für den Verwendungszweck die sehr günstige
Eigenschaft, dass sie einerseits immer noch genügend flexibel sind und andererseits
über sehr hohe Schirmwerte verfügen (> 90dB), und bei tiefen Temperaturen
eine sehr gute HF-Güte und somit niedrige Verluste aufweisen. Sie können
mit einem PTFE-Mantel 10a versehen werden, der genügend flexibel ist
und auch bei kalten Temperaturen nicht reißt. Zusätzlich kann die Biegbarkeit
des Mantels bei Bedarf durch Unterteilung in kurze Segmente weiter gesteigert werden,
so dass die HF-Leitung auch in kaltem Zustand hochflexibel gehalten werden kann.
Dieser PTFE-Mantel 10a hält das Koaxialkabel auch bei tiefen Temperaturen
zuverlässig zusammen. Das Innere des Kabels ist durch einen konventionellen
Isolator 10d, insbesondere aus PTFE, ausgestaltet. Als Innenleiter
10e kann entweder eine Litze oder aber ein Einzelleiter dienen.
Ein solches Kabel weist bei den kritischen äußeren Lagen
10a–10c eine hinreichende Flexibilität auf, und die
Inneren Bestandteile 10d, 10e sind wegen der kleinen Durchmesser
für die vorgesehenen Biegebelastungen nicht mehr kritisch. So wird erreicht,
dass die HF-Leitung 10 alle für die vorgesehene Anwendung benötigten
Eigenschaften besitzt: Sie ist flexibel, weist sehr tiefe Dämpfungswerte bei
tiefen Temperaturen sowie eine gute Überprechdämpfung auf, und ist auch
gegen Biege-Ermüdung hinreichend resistent.
Ein weiteres wesentliches Merkmal der erfindungsgemäßen
Verbindungsleitung ist, dass die HF-Leitungen 10 nicht parallel zu ihren
zugeordneten Kühlleitungen 9 geführt, sondern zwischen zwei Ankopplungselementen
11 um ungefähr 360 Grad oder ein ganzzahliges Vielfaches davon gegenüber
der Kühlleitung 9 verdreht werden. Die Kühl- und HF-Leitungen
bilden ein Leitungspaket 4. Dies ist in 3b
dargestellt. Dieses hat die Auswirkung, dass bei einer Biegung der Verbindungsleitung
8 die Gesamtlänge des Abschnitts der HF-Leitungen 10 zwischen
zwei Ankopplungselementen 11 sowohl untereinander wie gegenüber der
Kühlleitung 9 gleich bleibt, denn die Längenunterschiede der
sich gegen das Biegezentrum hin gewandten und der sich außen befindenden Teile
gleichen sich bei einer solchen Verdrillung in erster Ordnung stets aus. Dies hat
zur Folge, dass beim Biegen der Verbindungsleitung 8 keinerlei Beulen oder
Knicken der HF Leitungen 10 auftritt. Ohne diese Maßnahme wäre
die Lebensdauer der HF-Leitungen 10 durch wiederholtes lokales Knicken
in unvorhersehbarer Weise gefährdet, und auch die Kühlleitung
9 würde unnötigen lokalen Kräften ausgesetzt.
Schließlich besitzt die erfindungsgemäße Verbindungsleitung
vorzugsweise noch ein weiteres Merkmal: Es können zwei oder mehr in definierter
Weise steife bzw. elastische Verstärkungselemente 12 (Längselemente,
z.B. Stahldrähte) in einer ähnlichen Weise um die Kühlleitung
9 angebracht werden, wie dies schon bei den HF-Leitungen 10 der
Fall ist. Dies ist in 3c dargestellt. Diese Verstärkungselemente
12 sind so dimensioniert, dass sie für die vorgesehenen
Biegeradien und Kräfte gerade genügend flexibel sind. Sie bilden dann
eine natürliche Führung des gesamten kalten Aufbaus des Leitungspakets
(bestehend aus der jeweiligen Kühlleitung 9 und den zu dieser zugeordneten
HF-Leitungen 10) und sorgen dafür, dass keine lokalen Knicks oder
Biegungen entstehen können. Dies ist wichtig, um überall nur stetige,
gleichmäßige Biegeradien der kalten Elemente zu gewährleisten. Somit
werden die Möglichkeiten für maximale lokale Belastungen, die zu vorzeitigen
Ermüdungsbrüchen führen könnten, nochmals wesentlich reduziert.
Schließlich werden die Leitungspakete 4 thermisch isoliert
und mechanisch gegen den Außenmantel abgestützt. Es ist weiter vorteilhaft,
auch diese Leitungspakete 4 miteinander zu verdrillen, mindestens einmal
um 360 Grad auf der Länge der flexiblen Verbindungsleitung B. Die thermische
Isolation erfolgt z.B. durch ein zuerst einzelnes und dann gemeinsames Einwickeln
mit einer Superisolationsfolie. Dabei können optional auch periodisch Spacer
verwendet werden, die die kalten Teile, vorteilhafterweise ausgehend von den harten
Ankopplungselementen 11, gegenüber dem Außenmantel abstützen.
Die oben beschriebenen Merkmale führen zu einer flexiblen Verbindungsleitung
8 mit exzellenten Eigenschaften. Bei Tests der kalten Biegsamkeit wurden
bei einer Temperatur von ca. 20K und einem Biegeradius von 30 cm eine Anzahl von
1000 Biegezyklen durchgeführt, ohne ein beobachtbares Versagen.
Eine solche Verbindungsleitung ermöglicht es, ein MR-System mit
einem gekühlten Vorverstärker, der durch eine flexible, kalte Leitung
mit einer kalten Detektionsvorrichtung verbunden ist, zu implementieren. Mit der
oben beschriebenen Vorrichtung kann also, ein kalter NMR/MRI Messkopf mit maximaler
Performance so einfach wie eine gewöhnliche Raumtemperatur-Messspule in den
Magneten eingesetzt werden.
Abschließend zeigen 9a und
9b zwei mögliche MR-Systemkonfigurationen. In
9a ist ein NMR-System für hochauflösende
NMR-Spektroskopie oder Micro-Imaging, in 9b ein MRI-System
für MR-Bildgebung dargestellt.
- 1
- Magnet
- 2
- Raumtemperaturbohrung des Magneten
- 3
- Detektionsvorrichtung
- 4
- Leitungspaket
- 5
- Empfangsspule
- 6
- wärmeleitende Verbindung zur Kühlung der Empfangsspule
- 7
- Wärmetauscher zur Kühlung der Empfangsspule
- 8
- flexible Verbindungsleitung zwischen Detektionsvorrichtung und
- Vorverstärker
- 8a
- Außenmantel der flexiblen Verbindungsleitung
- 9
- flexible Kühlleitung für Spulenkühlung
- 9a
- flexible Kühlleitung für Spulenkühlung (Vorlauf)
- 9b
- flexible Kühlleitung für Spulenkühlung (Rücklauf)
- 10
- flexible HF-Leitung
- 10a
- Außenmantel (PTFE) der flexiblen HF-Leitung
- 10b
- Außenleiter (Geflecht) der flexiblen HF-Leitung
- 10c
- innerer Außenmantel (Metallfolie) der flexiblen HF-Leitung
- 10d
- Isolator (PTFE) der flexiblen HF-Leitung
- 10e
- Innenleiter der flexiblen HF-Leitung
- 11
- Ankopplungselement zwischen Kühlleitung und HF-Leitung zur Kühlung
- der HF-Leitung
- 12
- Verstärkungselement (Stahldraht)
- 13a
- Vakuum in der Detektionsvorrichtung
- 14
- erster Kühlkreislauf
- 15a
- Vorverstärkergehäuse als Teil des Probenkopfes
- 15c
- starre Verbindungseinrichtung
- 16
- gekühlter Vorverstärker
- 17
- Signalausgang am Ausgang des Vorverstärkers
- 18a
- vorverstärkerseitiges Kupplungsteil zwischen Vorverstärkergehäuse
und
- Kryokühler
- 18b
- kryokühlerseitiges Kupplungsteil zwischen Vorverstärkergehäuse
und
- Kryokühler
- 19
- Transferleitung zwischen Kryokühler und Probenkopf
- 20
- Kryokühler
- 21a
- weiterführende Kühlleitung
- 21b
- weiterführende Kühlleitung
- 21c
- weiterführende Kühlleitung
- 21d
- weiterführende Kühlleitung
- 22
- zweiter Kühlkreislauf
- 23
- thermische Stufe (Wärmesenke) des oder der gekühlten Vorverstärker
- 51
- Messobjekt
- 52
- starre HF-Leitung innerhalb Probenkopf
- 54
- Pulsrohr-Kühlkopf
- 55
- thermisch isoliertes Gehäuse für Pulsrohr- System
- 56
- Kompressor für Pulsrohr-Kühlkopf
- 57
- flexible Druckleitung zwischen Kompressor und Pulsrohr-Kühlkopf
- 58
- Vorverstärker bei Raumtemperatur
- 59
- HF Leitung zwischen HF-Spule und Vorverstärker (auf Raumtemperatur)
- 60
- LN2 zur Kühlung der Empfangsspule
- 61
- thermisch isoliertes Gehäuse (Geschäumtes Polystyrol)
- 62
- Wand
- D1
- erforderlicher Abstand Magnet-Wand, bei starrem Probenkopf
- D2
- erforderlicher Abstand Magnet-Wand, bei flexiblem Probenkopf
- Tp
- Vorverstärkertemperatur
- Tc
- Temperatur der Empfangsspule
- L
- laufende Länge entlang der flexiblen HF-Leitung (Koordinate)
Referenzliste
- [1] WO 2003/050554 A2
- [2] DE 196 48 253 A1
- [3] DE 199 46 371 C1
- [4] "Cryogenic probe setup for routine MR imaging on small animals at 9.4 T",
R. Haueisen. D. Marek, M. Sacher, F. Kong, K. Ugurbil, S. Junge, ESMRM Basel, 16.
Sept. 2005.
- [5] US 5,829,791
- [6] US 5,889,456
- [7] US 2006/003 85 67 A1