Die Erfindung bezieht sich auf ein Messgerät zur Darstellung
von mehreren zeitlich veränderlichen elektrischen Signalen.
Nachteilig bei bekannten Mehrkanal-Oszilloskopen ist, dass durch die
Vielzahl von auf dem Bildschirm dargestellten Messsignalen, die Gesamtdarstellung
für den Benutzer unübersichtlich bzw. wenig benutzerfreundlich erscheint.
Aus der europäischen Patentschrift EP
0 284 692 B1 ist ein Oszilloskop bekannt, das eine Kurvenauswahl aus einer
Vielzahl von dargestellten Wellenformen mittels eines Berührungs-Bildschirms
ermöglicht, wobei diese Wellenformen aus einem Wellenformspeicher abgerufen
werden. Der Berührungs-Bildschirm umfasst mehrere Reihen von Lichtquellen und
Lichtsensoren, die über den Rand des Berührungs-Bildschirms verteilt sind,
um Eingangsdaten an das Oszilloskop zu liefern, die sich auf eine durch einen Finger
einer Bedienungsperson berührte Bildschirmposition beziehen. Eine Auswahl aus
mehreren Messsignalen mehrerer Messkanäle ist jedoch nicht möglich.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, ein Messgerät anzugeben,
welches einen benutzerfreundlichen und übersichtlichen Bildschirmbereich aufweist.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch die
Merkmale des Anspruchs 1.
So umfasst das erfindungsgemäße Messgerät zur Darstellung
von mehreren zeitlich veränderlichen elektrischen Signalen eine Frontplatte
mit unterschiedlichen Bedienelementen, wie Steuerknöpfen, Drehschaltern und
dergleichen. Auf der Frontplatte des Messgeräts, beispielsweise eines Oszilloskops,
ist ein Bildschirmbereich mit einem Monitor vorgesehen, wobei auf diesem Monitor
mehrere Darstellungsbereiche angeordnet sind. Der erste Darstellungsbereich weist
ein oder mehrere Fenster auf, wobei jedes Fenster einem Messkanal entspricht. In
den Fenstern des ersten Darstellungsbereiches werden die gemessenen zeitlich veränderlichen
elektrischen Signale verkleinert angezeigt, die auf den zweiten Darstellungsbereich,
der auch als Hauptbildschirm bezeichnet werden kann, in vergrößerter Darstellung
zuschaltbar sind. Im Anschluss an die vergrößerte Darstellung auf dem
Hauptbildschirm bzw. dem zweiten Darstellungsbereich wird im jeweiligen Fenster
des ersten Darstellungsbereich ein Statusfeld angezeigt.
Vorteilhafte Weiterbildungen sind Gegenstand der hierauf rückbezogen
Unteransprüche.
Die mit der Erfindung erzielten Vorteile bestehen insbesondere darin,
dass die Darstellung im gesamten Darstellungsbereich sehr übersichtlich und
benutzerfreundlich ist, indem Signale, die für den Benutzer momentan nicht
von Interesse sind, wahlweise in einem verkleinerten Darstellungsbereich angezeigt
werden können. Ferner ist von Vorteil, dass in den kleineren Fenstern ein Statusfeld
angezeigt wird, so dass sich der Benutzer darüber schnell über die aktuellen
Messparameter bzw. Signalformattribute informieren kann.
Des Weiteren ist von Vorteil, dass die in beiden Darstellungsbereichen
angezeigten zeitlich veränderlichen elektrischen Signale in Echtzeit dargestellt
werden, so dass der Benutzer auch auf den Fenstern des ersten Darstellungsbereiches
eine Vorschau bezüglich des darin angezeigten Signals hat und bei einer signifikanten
Änderung dieses Signals das ihn interessierende Signal in vergrößerter
Darstellung auf den zweiten Darstellungsbereich zuschalten kann.
Ferner kann das erfindungsgemäße Messgeräts einen Kontaktbildschirm
aufweisen. Dadurch wird die Benutzerfreundlichkeit erhöht, da der Benutzer
mittels Berühren des Kontaktbildschirms die verschiedenen Darstellungsbereiche
aktiviert bzw. deaktiviert, indem eine Toggelfunktion für das jeweilige ausgewählte
Signal bezüglich seiner Darstellung ausgelöst wird.
Alternativ können die Bedienelemente Druckknöpfe enthalten,
die z. B. unterhalb des Bildschirmbereichs angeordnet sind. Diese Anordnung ist
ebenfalls sehr benutzerfreundlich, da sich die Funktionalität des jeweiligen
Druckknopfes auf das Fenster des ersten Darstellungsbereiches bezieht, welches unmittelbar
oberhalb des Druckknopfes angezeigt wird. Dadurch ist es für den Benutzer leicht
erkennbar für welches Signal er ein durch Betätigung des Druckknopfs eine
vergrößerte Darstellung wählt.
Alternativ kann eine Mausfunktion mit einem auf dem Bildschirm verschiebbaren
Mauszeiger als Bedienelement vorgesehen ist. Dadurch kann beispielsweise ein Signal,
welches in dem zweiten Darstellungsbereich gerade angezeigt wird, leicht ausgewählt
und markiert werden.
Darüber hinaus ist von Vorteil, dass der Kontaktbildschirm zusätzlich
zu den Bedienelementen Druckknöpfe bzw. Mausfunktion vorgesehen ist, so dass
die Signale, insbesondere die im zweiten Darstellungsbereich dargestellten Signale
auch mit der Touchscreen Funktion ausgewählt und markiert werden können.
Nachfolgend werden Ausführungsbeispiele des erfindungsgemäßen
Messgeräts anhand einer Zeichnung näher erläutert.
Darin zeigen:
1 ein erstes Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen
Messgeräts;
2 den Bildschirmbereich eines zweiten Ausführungsbeispiels
eines erfindungsgemäßen Messgeräts und
3 den Bildschirmbereich eines dritten Ausführungsbeispiels
eines erfindungsgemäßen Messgeräts und eine herkömmliche Betätigungs-Maus.
Einander entsprechende Teile sind in allen Figuren mit den gleichen
Bezugszeichen versehen.
1 zeigt ein erstes Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen
Messgeräts 1 zur Darstellung von mehreren zeitlich veränderlichen
elektrischen Signalen 2. Das erfindungsgemäße Messgerät
1 in dieser Abbildung ist ein Oszilloskop 3, wobei das erfindungsgemäße
Messgerät 1 jedoch z. B. auch ein Spektrumanalysator oder ein Netzwerkanalysator
sein kann.
Das Messgerät 1 bzw. das Oszilloskop 3 weist
an seiner dem Benutzer zugewandten Seite eine Frontplatte 4 auf. Auf dieser
Frontplatte 4 sind verschiedene Bedienelemente 5 wie ein Ein/Ausschaltknopf
6, ein Umschalttastschalter, Steuerknöpfe 7 und Auswahl-Drehschalter
8 für mehrere Messbereiche angeordnet. Ferner umfasst die Frontplatte
4 einen Bildschirm 9 mit mehreren Darstellungsbereichen
10, 11. Dabei erstreckt sich ein erster Darstellungsbereich
10 auf mehrere kleinere Unterbereiche bzw. Fenster 12, wobei ein
zweiter Darstellungsbereich 11 durch einen größeren Hauptbildschirm
bzw. ein größeres Hauptfenster 13 festgelegt ist.
Dabei entspricht ein Fenster 12 des ersten Darstellungsbereiches
10 jeweils einem Messkanal 14, so dass es so viele Fenster
12 im ersten Darstellungsbereich 10 gibt, wie Messbuchsen
15 am erfindungsgemäßen Messgerät 1 entweder an
der Frontplatte 4 oder an einer anderen Stelle des Messgeräts
1 bzw. des Oszilloskops 3 vorgesehen sind. Die Messbuchsen
15 sind in dem in 1 gezeigten ersten Ausführungsbeispiel
des erfindungsgemäßen Messgeräts 1 unterhalb des ersten
Darstellungsbereiches 10 angeordnet, wobei die Zuordnung des Messkanals
14 bzw. der Messbuchse 15 zu einem Fenster 12 des ersten
Darstellungsbereiches 10 für den Anwender leicht ersichtlich ist.
In den Fenstern 12 des ersten Darstellungsbereiches
10 ist jeweils das zeitlich veränderliche elektrische Signal als "Live-Bild"
2 in Art einer Vorschau (preview) sichtbar, so wie es gerade von einem
angeschlossenen, hier aber nicht weiter dargestellten Tastkopf aufgenommen wird.
Diese in den kleineren Fenstern 12 dargestellten Signale 2 sind
auf den zweiten, größeren Darstellungsbereich 11 zuschaltbar,
wobei im Anschluss an die vergrößerte Darstellung des Signals
2 in dem zweiten Darstellungsbereich 11 ein Statusfeld
16 in dem entsprechenden Fenster 12 des ersten Darstellungsbereiches
10 angezeigt wird. Das Statusfeld 16 zeigt beispielsweise Wellenformattribute
wie die Position eines Markers, Volt pro Einheit, Ampere pro Einheit, Zeit/Einheit
oder die Intensität des Signalverlaufs an. In beiden Darstellungsbereichen
10, 11 werden die zeitlich veränderlichen elektrischen Signale
2 in Echtzeit dargestellt.
Im in 1 dargestellten ersten Ausführungsbeispiel
des erfindungsgemäßen Messgeräts 1 ist der Bildschirm
9 ein Kontaktbildschirm bzw. ein Touchscreen, so dass ein Berühren
des zweiten Darstellungsbereiches 11 in der unmittelbaren Umgebung des
jeweiligen Signalverlaufs das betreffende Signal 2 im zweiten Darstellungsbereich
11 abschaltet und auf das entsprechende Fenster 12 des ersten
Darstellungsbereichs 10 schaltet bzw. in dem entsprechenden kleineren Fenster
12 anzeigt, wobei das betreffende Statusfeld 16 abgeschaltet wird
und das nunmehr verkleinerte Signal 2 im entsprechenden Fenster
12 des ersten Darstellungsbereiches 10 weiterhin in Echtzeit angezeigt
wird. Die gleiche Funktion lässt sich auch durch Berühren des Statusfeldes
16 im ersten Darstellungsbereich 10 erreichen.
Verallgemeinernd lässt sich somit sagen, dass ein Berühren
der verschiedenen Darstellungsbereiche 10, 11 auf dem Kontaktbildschirm
jeweils eine Toggelfunktion auslöst, die entweder das Signal 2 in
vergrößerter Darstellung 24 oder zurück in verkleinerter
Darstellung zeigt, wobei die Toggelfunktion auf den ersten Darstellungsbereich
10 bzw. auf ein Fenster 12 des ersten Darstellungsbereichs
10angewendet zwischen einer Anzeige des Statusfeldes 16 und einer
Echtzeit Anzeige des jeweiligen elektrischen Signals 2 wechselt. Wird die
Toggelfunktion auf ein im zweiten Darstellungsbereich 11 angezeigtes Signal
2 angewendet, so wird die Echtzeit-Anzeige dieses vergrößerten
elektrischen Signals 2 deaktiviert und das gewählte Signal
2 wieder im entsprechenden Fenster 12 des ersten Darstellungsbereich
10 verkleinert und in Echtzeit angezeigt.
2 zeigt lediglich den Bildschirmbereich eines zweiten
Ausführungsbeispiels des erfindungsgemäßen Messgeräts
1, wobei unterhalb des ersten Darstellungsbereiches 10 zusätzliche
Bedienungselemente in Form von Druckknöpfen 17 angeordnet sind und
eine Funktion eines bestimmten Druckknopfes 17 sich auf das Fenster
12 des ersten Darstellungsbereiches 10 bezieht, welches unmittelbar
oberhalb dieses Druckknopfes 17 angeordnet ist.
Ein Betätigen des gewählten Druckknopfes 17 löst
eine Toggelfunktion aus, wobei die Toggelfunktion des gewählten Druckknopfes
17, der einem Fenster 12 des ersten Darstellungsbereiches
10 zugeordnet ist, zwischen einer Anzeige des Statusfeldes 16
und einer Echtzeit-Anzeige des elektrischen Signals 2 in dem jeweiligen
Fenster 12 des ersten Darstellungsbereiches 10 wechselt.
Die Toggelfunktion des Bildschirms 9, insbesondere des Kontaktbildschirms
innerhalb des zweiten Darstellungsbereiches 11 bewirkt, dass ein Berühren
eines im darin angezeigten Signals 2 in seiner unmittelbaren Umgebung die
Echtzeit-Anzeige dieses Signals deaktiviert, so dass dieses ausgewählte Signal
2 vom Bildschirm 9 verschwindet.
3 zeigt den Bildschirmbereich eines dritten Ausführungsbeispiels
eines erfindungsgemäßen Messgeräts 1, worin die Bedienelemente
5 um eine herkömmliche Computer-Maus 18 ergänzt sind.
Die Computer-Maus 18, die an einem nicht gezeigten Mausanschluss des Messgeräts
1 angeschlossen ist, umfasst eine Mausfunktion mit einem auf dem Bildschirm
9 verschiebbaren Mauszeiger 19. Ferner hat sie an ihrer dem Benutzer
zugewandten Seite im Ausführungsbeispiel drei Druckschalter 20 oder
auch Maustasten, welche jeweils mit zwei Funktionen – Doppelklick oder Einfachklick
– belegbar sind.
Befindet sich der über den Bildschirm 9 bewegbare Mauszeiger
19 auf dem ersten Darstellungsbereich 10 oder dem zweiten Darstellungsbereich
11, so kann durch ein einmaliges Betätigen des linken Druckschalters
21 eine Toggelfunktion ausgelöst werden, wobei die Toggelfunktion
zwischen einer Anzeige des Statusfeldes 16 und einer Echtzeit Anzeige des
jeweiligen elektrischen Signals 2 wechselt, wenn der Mauszeiger
19 bei Betätigung z. B. des linken Druckschalters 21 auf
das jeweilige Fenster 12 im ersten Darstellungsbereich 10 zeigt.
Befindet sich der Mauszeiger 19 innerhalb des zweiten Darstellungsbereiches
11, so bewirkt die Toggelfunktion z. B. des linken Druckschalters
21 der Mausfunktion, dass die Echtzeit-Anzeige des vergrößerten
elektrischen Signals 2 deaktiviert wird, wenn der Mauszeiger
19 bei Betätigung des linken Druckschalters 21 auf das dargestelltes
Signal 2 bzw. auf seine unmittelbare Umgebung zeigt.
Außerdem ist es möglich, dass die restlichen Funktionalitäten
der Druckschalter 20 der Mausfunktion vom Benutzer definiert mit Anwendungsfunktionen
des erfindungsgemäßen Messgeräts 1 belegt werden. So ist
es beispielsweise denkbar, dass ein Doppelklick des mittleren oder rechten Druckschalters
22, 23 das ausgewählte Signal 2 oder den markierten
Signalabschnitt abspeichert; oder dass ein Einfachklick des mittleren oder rechten
Druckschalters eine Triggerung aktiviert. Ein gedrückter rechter oder mittlerer
Druckschalter 22, 23 der Computer-Maus 18 kann beispielsweise
dazu dienen, einen Signalabschnitt zu markieren.
Die Erfindung ist nicht auf das in der Zeichnung dargestellte Ausführungsbeispiele,
insbesondere nicht auf ein Oszilloskop 3 beschränkt. Insbesondere
ist die Erfindung auch auf Messgeräte anwendbar, die zeitlich veränderliche
elektrische Signale im Frequenzbereich darstellen, z. B. Realtime-Spektrumanalysatoren.
Wenn mehrere zweiten Darstellungsbereiche vorhanden sind, ist es sinnvoll, dass
eine Auswahl getroffen werden kann, auf welchem der mehreren zweiten Darstellungsbereiche
das Messsignal eines im ersten Darstellungsbereich vorhandenen Fensters nach dessen
Auswahl dargestellt werden soll. Diese Auswahl könnte über eine Tastatur
erfolgen. Vorteilhafter ist es jedoch, wenn das entsprechende Fenster mit einer
Maus oder auch an einem Touchscreen mit dem Finger des Benutzers in denjenigen Darstellungsbereich
verschoben wird, in welchem es angezeigt werden soll. Auf diese Weise ist eine effektive
und einfache Zuweisung der Messsignale zu den unterschiedlichen Darstellungsbereichen
möglich. Alle vorstehend beschriebenen und in der Zeichnung dargestellten Merkmale
sind beliebig miteinander kombinierbar.