Stand der Technik
Die Erfindung geht aus von einem Drucksteuerventil für hydraulische
Systeme, insbesondere automatische Fahrzeuggetriebe, gemäß dem Oberbegriff
des Anspruchs 1.
Bei Automatgetrieben werden Gangwechsel durch Schließen der Kupplung
ausgeführt, die die gewünschte Übersetzungsstufe in die Momentenübertragung
schaltet. Gleichzeitig wird die Kupplung der seither das Moment übertragenden
Übersetzungsstufe gelöst. Hierbei ist es erforderlich, dass die beiden
Kupplungen sehr präzise synchron verstellt werden, um einen komfortablen Schaltvorgang
ohne Momentensprünge zu erhalten. Das übertragende Moment der alten Übersetzungsstufe
wird durch Absenken des Kupplungs-Hydraulikdrucks und damit des Anpressdrucks nach
einer definierten Rampe reduziert, während gleichzeitig das Moment der neuen
Übersetuzungsstufe nach einer entsprechenden Rampe so erhöht wird, dass
weder eine Momentenüberhöhung noch ein Momenteneinbruch und eine sich
daraus ergebende Zugkraftunterbrechung auftritt.
Hierzu werden derzeit sehr präzise Drucksteuerventile eingesetzt.
Diese sensieren z.B. mit einer Druckfühlfläche am Verstellorgan den Kupplungsdruck
und verschieben das Verstellorgan mit einer definierten Magnetkraft soweit, bis
sich durch die veränderte Ventilöffnung ein der vorgegebenen Magnetkraft
entsprechender Kupplungsdruck einstellt. Um eine genaue Steuerung sicherzustellen,
muss die Ventilhydraulik präzise gefertigt werden. Zudem muss die Strom-Magnetkraft-Kennlinie
des Verstellorgans durch einen präzisen Magnetkreis genau eingehalten werden.
Außerdem ist eine exakte Regelung des Stroms erforderlich, was insgesamt gesehen
einen hohen Aufwand erfordert, der zwangsläufig mit hohen Kosten einhergeht.
Des weiteren wird wegen der Rückkopplung des Kupplungsdrucks gegen große
Kräfte gearbeitet, weshalb häufig nur ein niedrigerer Pilotdruck geregelt
wird, der durch ein nachgeschaltetes Verstärkungsventil auf den erforderlichen
Kupplungsdruck und Kupplungsvolumenstrom erhöht wird. Der Pilot- oder Steuerdruck,
der erheblich niedriger liegt als der Kupplungsdruck, kann mit den heute verwendeten
Regelmagnetventilen mit geringerer elektrischer Leistung geregelt werden als der
Kupplungsdruck.
Vorteile der Erfindung
Bei einem erfindungsgemäß ausgebildeten Drucksteuerventil
für hydraulische Systeme, insbesondere für automatische Fahrzeuggetriebe,
ist zur Steuerung des Drucksteuerventils ein Antrieb vorgesehen. Weiterhin weist
das Drucksteuerventil ein Ventilgehäuse auf, in das ein Zulauf, ein Ablauf
und ein Steuerkanal münden. Zum Verbinden oder Trennen des Zulaufs und des
Ablaufs mit dem Steuerkanal ist erfindungsgemäß mindestens ein druckausgeglichener
Linearschieber im Ventilgehäuse aufgenommen, wobei der Linearschieber durch
einen Schrittmotor angetrieben ist. Durch den Einsatz des druckausgeglichenen Linearschiebers
sind bereits geringe Stellkräfte ausreichend, um die Position des Linearschiebers
zu ändern. Insbesondere kann durch die Verwendung einer fein dosierbaren Ventilhydraulik
in Verbindung mit einem präzise steuerbaren Schrittmotorantrieb die geforderte
Stellgenauigkeit im gesteuerten Betrieb, d.h. ohne Kupplungsdruckrückkopplung
über eine Druckfühlfläche, erreicht werden. Da bei der Verstellung
des Linearschiebers nur die Kolbenreibung überwunden werden muss, ist nur ein
kleiner Antrieb mit geringer Leistung erforderlich. Wegen der geringen Verlustleitung
kann auf eine Taktung, wie sie bei den heute gebräuchlichen Drucksteuerventilen
üblich ist, verzichtet werden. Hierdurch wird vermieden, dass Resonanzschwingungen
im Hydrauliksystem periodisch angeregt werden, die wegen der hohen Luftgehalts-
und Viskositätsschwankungen des Öls in einem großen Frequenzbereich
auftreten können.
Zudem muss der Antrieb für den Fall, dass keine zusätzliche
Rückstellung in eine Notlaufposition beim Ausfall des Antriebs vorgesehen ist,
nur beim Verstellen bestromt werden. Die heute erforderlich Dauerbestromung ist
in diesem Fall nicht erforderlich. Hierdurch wird die Verlustleistung weiter deutlich
reduziert.
In einer bevorzugten Ausführungsform ist der Linearschieber mit
einer Rückstellvorrichtung in eine Notlaufposition versehen. Die Rückstellung
kann dabei z.B. durch ein Federelement und/oder hydraulisch erfolgen. Bei dem erfindungsgemäß
ausgebildeten druckausgeglichenen Linearschieber sind auch für die Rückstellung
in die Notlaufposition lediglich die Reibung des Linearschiebers und die Hemmung
des Antriebs zu überwinden. Aus diesem Grund kann die erforderliche Rückstellkraft
schwach ausgelegt werden. Deshalb ist auch die Leistungsaufnahme bei einer dann
erforderlichen Haltebestromung gering.
Ein weiterer Vorteil des Linearschiebers gegenüber herkömmlichen
Sitzventilen, wie sie derzeit als Drucksteuerventil eingesetzt werden, ist, dass
der Öffnungsquerschnitt des Zulaufs und des Ablaufs feinfühlig eingestellt
werden kann. Bei den Sitzventilen ist bereits bei sehr kleinen Öffnungshüben
ein großer Querschnitt freigegeben.
Um die Anforderungen an die Fertigungsgenauigkeit und die Positioniergenauigkeit
des Antriebs gering zu halten und damit aufwendige Fertigungsverfahren
und Kosten einsparen zu können, werden der Zulauf und der Ablauf vorzugsweise
kontinuierlich über einen größeren Kolbenweg freigegeben. Um die
Ventilkennlinie zu linearisieren, kann an der Steuerkante des Linearschiebers eine
Öffnungskontur ausgebildet sein, die als Feinsteuerkante dient.
Durch die Betätigung des Linearschieberventils mittels des Schrittmotorantriebs
lässt sich ein störunempfindlicher Antrieb realisieren. Insbesondere werden
wegen der digitalen, schrittweisen Verstellung geringe Anforderungen an die Fertigungsgenauigkeit
gestellt. Auch die elektronische Ansteuerung kann einfach, ohne eine aufwendige
Positionserfassung und Regelelektronik realisiert werden. Durch die definierte,
schrittweise Verstellung ist auch die synchrone Verstellung der öffnenden und
der schließenden Kupplung sichergestellt.
Wird ein Drucksteuerventil für Automatgetriebe als Linearschieberventil
ausgestaltet und insbesondere mit einem Schrittmotor-Direktstellerantrieb betätigt,
so lässt sich ein präziser Druckverlauf hinsichtlich der öffnenden
und der schließenden Kupplung beim Gangwechsel einstellen, um Drehmomentsprünge
zu vermeiden. Die synchrone Verstellung beider Kupplungen, d.h. der öffnenden
und der schließenden Kupplung beim Gangwechsel stellt sicher, dass die Momentenverhältnisse
an beiden Kupplungen relativ zueinander dem vorgegebenen Verlauf, d.h. synchron
auf identischen Rampen folgen. Ein absolutes Druckniveau kann z.B. durch Anpassung
des Systemdrucks so eingestellt werden, dass das aktuell zu übertragende Drehmoment
sicher übertragen werden kann. Die dafür erforderliche Präzision
der Ventile lässt sich mit möglichst geringen Anforderungen an die Fertigungsgenauigkeit
dadurch darstellen, dass die Ventilhydraulik eine möglichst lineare Verstellung
des Kupplungsdrucks über den Verstellweg des Stellorgans in Gestalt eines Linearschiebers
ermöglicht. Zudem ist das erfindungsgemäße Linearschieberventil unempfindlich
gegen Versorgungsspannungsschwankungen und ermöglicht die synchrone Verstellung
zweier Ventile ohne aufwendige Positionsregelung.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Zeichnungen dargestellt
und in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert. Es zeigen
1 ein Linearschieberventil mit Schrittmotor-Spindelantrieb,
2 ein Prinzipbild eines druckausgeglichenen Linearschiebers
mit Feinsteuerkanten,
3 einen Linearschieber mit Notlaufrückstellung,
4 eine Öffnungskontur an einem Linearschieberkolben,
5 eine Öffnungskontur mit flach auslaufender Ausfräsung
in Draufsicht,
6 eine Seitenansicht der Öffnungskontur gemäß
5,
7 ein Linearschieberventil mit Kurbelzapfenantrieb,
8 ein Linearschieberventil mit Schrägscheibenantrieb.
Ausführungsformen der Erfindung
1 zeigt in schematischer Darstellung ein Linearschieberventil
mit einem Schrittmotor-Spindelantrieb.
Ein Drucksteuerventil 1 wird in der hier dargestellten Ausführungsform
mittels eines Schrittmotor-Spindelantriebs 2 betätigt. Der Schrittmotor-Spindelantrieb
2 umfasst eine Spule 3, die einen Rotor 4 umschließt.
Der Rotor 4 umfasst eine Rotorwelle 5, die in Lagern
6 beiderseits des Rotors 4 abgestützt ist. Die Rotorwelle
5 ist mit einem Innengewinde 7 versehen. Im Innengewinde
7 ist ein Linearschieber 8 mit einem korrespondierenden Außengewinde
9 aufgenommen. Durch Drehung des Rotors 4 wird der Linearschieber
8 in axialer Richtung hin- und herbewegt. Die Bewegung ist dabei vergleichbar
der einer Schraubenmutter. Der Rotor 4 mit dem Innengewinde 7
wirkt dabei wie die Schraubenmutter und der Linearschieber 8 mit dem Außengewinde
9 wie die Schraube. Durch die Gewindesteigung lässt sich die Untersetzung
der Antriebseinheit so auf die Gestaltung des Linearschiebers 8 abstimmen,
dass bei der geforderten Genauigkeit der Positionierung des Linearschiebers
8 eine möglichst geringe Baugröße und ein möglichst
geringes Gewicht sowie niedrige Kosten erreicht werden.
Am Linearschieber 8 sind ein erster Schieberkolben
10 und ein zweiter Schieberkolben 11 ausgebildet. Mit dem ersten
Schieberkolben 10 ist eine Verbindung von einem Zulauf 12 in einen
Steuerkanal 13 freigebbar oder trennbar. Entsprechend ist mit dem zweiten
Schieberkolben 11 eine Verbindung vom Steuerkanal 13 in einen
Ablauf 14 freigebbar oder verschließbar. Um einen Druckausgleich des
Linearschiebers 8 zu erreichen, sind eine quer zur Verschieberichtung des
Linearschiebers 8 angeordnete erste Stirnfläche 15 und eine
dieser gegenüberliegende zweite Stirnfläche 16 am zweiten Schieberkolben
11 im Wesentlichen gleich groß. Hierdurch wirkt in
der Stellkammer 17, die zwischen dem ersten Schieberkolben 10
und dem zweiten Schieberkolben 11 ausgebildet ist und durch die erste Stirnfläche
15 und die zweite Stirnfläche 16 in axialer Richtung begrenzt
wird, jeweils die gleiche Druckkraft auf die erste Stirnfläche 15
und die zweite Stirnfläche 16. In die Stellkammer 17 zwischen
dem ersten Schiebekolben 10 und dem zweiten Schieberkolben 11
mündet der Steuerkanal 13.
Durch die Druckausgeglichenheit ist bereits eine geringe Stellkraft
zur Betätigung des Linearschiebers 8 ausreichend, da keine zusätzlichen
Druckkräfte überwunden werden müssen. Durch die Stellkraft braucht
lediglich die Reibungskraft des Linearschiebers 8 überwunden werden.
Der Schrittmotor-Spindelantrieb, wie er in 1
dargestellt ist, weist eine deutliche Selbsthemmung auf. Aus diesem Grund eignet
sich dieses Antriebskonzept insbesondere für Anwendungen, bei denen ohne eine
Dauerbestromung ein minimaler Stromverbrauch erreicht werden soll. Zudem sollte
keine hydraulische oder mechanische Rückstellung des Linearschiebers
8 in eine Notlaufposition vorgesehen sein.
Über den Zulauf 12 ist das Drucksteuerventil
1 mit einer Druckmittelquelle verbunden. In der Druckmittelquelle wird
ein Steuerungsfluid, im allgemeinen ein Hydrauliköl, auf Systemdruck komprimiert
oder in einem Druckspeicher mit Systemdruck vorgehalten. Der Ablauf 14
ist im allgemeinen mit einem Vorratsbehälter für das Hydraulikfluid verbunden.
Der Steuerkanal 13 ist mit einem Verbraucher, z.B. einer
Automatgetriebekupplung eines Kraftfahrzeugs verbunden. Andere Verbraucher, welche
mit einem erfindungsgemäß ausgestalteten Drucksteuerventil 1
verbunden sein können, sind z.B. die Scheibensätze von CVT-Getrieben,
die Ansteuerung von Kupplungen bei Doppelkupplungs- oder Direktschaltgetrieben zur
Kupplungs- und Schiebemuffenbetätigung sowie die Steuerung automatisierter
Schaltgetriebe. Ein weiteres Anwendungsfeld ist die hydraulische Steuerung von Verteilergetrieben.
Zudem können auch sämtliche Nebenströme im Getriebe, wie z.B. Kühl-
und Schmieröldrücke, auf die beschriebene Art moduliert werden.
2 zeigt einen druckausgeglichenen Linearschieber mit
Feinsteuerkanten.
Bei der in 2 dargestellten Ausführungsform
sind am ersten Schieberkolben 10 und am zweiten Schieberkolben
11 jeweils zur Stellkammer 17 hin weisende Feinsteuerkanten
18 ausgebildet. In der in 2 dargestellten
Position des Linearschiebers 8 sind sowohl der Zulauf 12 als auch
der Ablauf 14 durch die Schieberkolben 10, 11 verschlossen.
Lediglich über die Feinsteuerflächen 18 ist ein Leckagestrom
aus dem Zulauf 12 in die Stellkammer 17 bzw. aus der Stellkammer
17 in den Ablauf 14 möglich. Hierdurch tritt ein Kurzschlussverlust
von Hydraulikfluid vom Zulauf 12 in den Ablauf 14 über die
Feinsteuerkanten 18 auf. Vorteil dieser Ausgestaltung, bei der ein Kurzschlussstrom
realisiert ist, ist, dass das Drucksteuerventil 1 schnell anspricht. Die
Bewegung des Linearschiebers 8 erfolgt über einen Antrieb
19, welcher z.B. als Schrittmotor-Spindelantrieb ausgestaltet sein kann,
wie er in 1 dargestellt ist.
Die Feinsteuerflächen 18 am ersten Schieberkolben
10 und am zweiten Schieberkolben 11 sind so gestaltet, dass bei
offenem Zulauf 12 der Ablauf 14 vollständig geschlossen ist
und bei offenem Ablauf 14 der Zulauf 12 vollständig geschlossen
ist. Der Abstand des ersten Schieberkolbens 10 und des zweiten Schieberkolbens
11 ist in der in 2 dargestellten Ausführungsform
so gewählt, dass der Ablauf 14 geöffnet wird, sobald der Zulauf
12 geschlossen wird. Entsprechend wird auch der Öffnungsquerschnitt
des Zulaufs 12 verkleinert, sobald der Ablaufquerschnitt des Ablaufs
14 vergrößert wird.
Durch das Vorsehen der Feinsteuerflächen 18 werden die
auf den Linearschieber 8 ausgeübten Reaktionskräfte von durchströmendem
Öl minimiert. Da der Linearschieber 8 weiterhin druckausgeglichen
ist, werden weder von der Durchströmung des Öls noch vom auf den Linearschieber
8 wirkenden Druck Zusatzkräfte ausgeübt, die bei der Verstellung
des Linearschiebers 8 überwunden werden müssen. Dies ermöglicht
es, einen kleinen Antrieb mit geringer Leistung einzusetzen. Wegen der geringen
Verlustleistung kann auf eine Taktung, wie bei den heute gebräuchlichen Drucksteuerventilen
üblich, verzichtet werden. Hierdurch wird die Gefahr vermieden, Resonanzschwingungen
im Hydrauliksystem periodisch anzuregen, die wegen der hohen Luftgehalts- und Viskositätsschwankungen
des Öls in einem großen Frequenzbereich auftreten können.
In 3 ist schematisch ein Linearschieber
mit Notlaufrückstellung dargestellt.
Bei der in 3 dargestellten Ausführungsform
ist der Abstand zwischen dem ersten Schieberkolben 10 und dem zweiten Schieberkolben
11 so gewählt, dass der Zulauf 12 und der Ablauf
14 gleichzeitig verschlossen sein können. Im Unterschied zu der in
2 dargestellten Ausführungsform wird hier ein
Leckagestrom bzw. ein Kurzschlussverlust vermieden. Jedoch muss der Linearschieber
8 eine größere Strecke zurücklegen, um den Zulauf
12 zu verschließen und den Ablauf 14 freizugeben bzw. den
Ablauf 14 zu verschließen und den Zulauf 12 freizugeben,
als in einer Ausführungsform, bei der der Abstand der Schieberkolben
10, 11 so gewählt ist, dass ein Kurzschlussverlust
auftritt, wie er in 2 dargestellt ist.
Im Unterschied zu den in den 1 und
2 dargestellten Ausführungsformen ist bei der
in 3 dargestellten Ausführungsform eine Rückstellung
in eine Notlaufposition vorgesehen.
Diese tritt in Aktion, wenn der Antrieb 19 ausfällt.
Zur Rückstellung ist bei der in 3 dargestellten
Ausführungsform zum einen ein als Rückstellvorrichtung dienendes Federelement
20 vorgesehen, welches auf den Linearschieber 8 wirkt. Hierzu
ist am Linearschieber 8 auf der dem Antrieb 19 abgewandten Seite
ein Kolben 21 ausgebildet, auf welchen das Federelement 20 wirkt.
Das Federelement 20 ist zum Beispiel eine als Druckfeder ausgebildete Spiralfeder.
Es ist aber auch jede andere Druckfeder einsetzbar, mit der der Hub des Linearschiebers
8 überwunden werden kann, dass dieser in eine Notlaufposition gestellt
wird. In der hier dargestellten Ausführungsform wird in der Notlaufposition
die Verbindung vom Ablauf 14 in den Steuerkanal 13 freigegeben.
Anstelle auf den Kolben 21 kann das Federelement 20 auch direkt
auf den zweiten Schieberkolben 11 wirken.
Zusätzlich zum Federelement 20 umschließt ein Ringraum
22 den Kolben 21. Der Ringraum 22 ist mit einer Druckleitung
23 verbunden, in der vorzugsweise ein konstanter Druck herrscht. Hierdurch
wirkt eine konstante Druckkraft im Ringraum 22 auf eine Fläche
35 am zweiten Schieberkolben 11, die den Ringraum 22
begrenzt. Diese Druckkraft kann als Rückstelldruckkraft genutzt werden.
Neben der in 3 dargestellten Ausführungsform,
bei der sowohl eine Rückstellvorrichtung in Form des Federelementes
20 als auch eine Rückstellung durch eine auf die Fläche
35 am zweiten Schieberkolben 11 wirkende Druckkraft im Ringraum
22 vorgesehen ist, ist es auch möglich, dass die Rückstellung
in die Notlaufposition entweder nur durch das Federelement 20 oder nur
durch eine auf den zweiten Schieberkolben 11 wirkende Druckkraft ausgeführt
wird.
Anstelle der Druckleitung 23, über die ein konstanter
Druck im Ringraum 22 gewährleistet wird, der auf den zweiten Schieberkolben
11 wirkt, ist es auch möglich, den Ringraum 22 – wie
hier gestrichelt dargestellt – mit dem Zulauf 12 zu verbinden. Diese
Verbindung ist mit Bezugszeichen 24 bezeichnet. Nachteil der Verbindung
des Ringraums 22 mit dem Zulauf 12 über die Verbindung
24 ist, dass im Ringraum 22 dann keine konstante Kraft auftritt
sondern die Druckkraft, die auf den zweiten Schieberkolben 11 wirkt, entsprechend
der Druckschwankungen im Zulauf 12 ebenfalls schwankt.
Wenn die Rückstellung nur hydraulisch erfolgen soll, das heißt
also, dass kein Federelement 20 vorgesehen ist, ist es nicht notwendig,
am Linearschieber 8 den Kolben 21 vorzusehen. In diesem Fall ist
der gesamte Raum hinter dem zweiten Schieberkolben 11 mit unter konstanten
Druck oder Zulaufdruck stehenden Fluid befüllt, so dass die Druckkraft über
die gesamte in den Raum hineinragende Fläche auf den zweiten Schieberkolben
11 wirkt.
Bei einer Rückstellung durch das Federelement 20 wird
die Federkraft des Federelementes 20 so ausgelegt, dass hierdurch die Kolbenreibung
und gegebenenfalls die Hemmung des Antriebes auch in der am weitesten entspannten
Stellung des Federelementes 20 in allen Betriebsbedingungen überwindet.
Aufgrund der Rückstellwirkung des Federelementes 20
oder der hydraulischen Druckkraft im Ringraum 22 muss der Antrieb
19 dauerhaft bestromt werden, um zu vermeiden, dass der Linearschieber
in die Notlaufposition verschoben wird. Vorteil der hydraulischen Rückstellung
gegenüber der Rückstellung mit dem Federelement 20 ist, dass
diese kompakt und mit geringem Gewicht realisierbar ist und es keine kolbenwegabhängige
Kraftänderung gibt, sofern der Druck konstant gehalten wird. Lediglich bei
der Verbindung des Ringraumes 22 mit dem Zulauf 12 kann die Rückstellkraft
gegebenenfalls mit der Druckvariation schwanken.
Neben der Ausführung der Rückstellung mit dem Federelement
20, bei der das Federelement 20 auf einen Kolben 21 am
Linearschieber 8 wirkt, ist es auch möglich, dass das Federelement
20 direkt auf den zweiten Schieberkolben 11 wirkt. In diesem Fall
kann das Federelement 20 zum Beispiel auch im Verschieberaum aufgenommen
sein, der sich an den zweiten Schieberkolben 11 anschließt.
Die Stellung des ersten Schieberkolbens und des zweiten Schieberkolbens,
wie er in 3 dargestellt ist, bei dem sowohl der Zulauf
12 als auch der Ablauf 14 gleichzeitig geschlossen werden können,
das heißt, dass die Öffnung eines Versorgungsanschlusses, zum Beispiels
des Ablaufs 14 oder des Zulaufs 12 erst dann beginnt, wenn der
zweite Versorgungsanschluss vollständig geschlossen ist, ist besonders geeignet
für Anwendungen, bei denen der Ausgangsdruck gemessen und aktiv auf den Sollwert
geregelt wird.
Um die Anforderungen an die Fertigungsgenauigkeit und die Positioniergenauigkeit
des Antriebs gering zu halten, ist es erforderlich, dass der Zulauf 12
und der Ablauf 14 kontinuierlich über einen größeren Weg
des Linearschiebers 8 freigegeben werden. Um die Ventilkennlinie zu linearisieren,
kann die Steuerkante 25 der Schieberkolben 10, 11 um
eine Öffnungskontur erweitert werden. Eine solche Öffnungskontur ist beispielhaft
in 4 dargestellt. 4
zeigt eine Draufsicht auf den zweiten Schieberkolben 11 mit einer als Feinsteuerfläche
18 wirkenden Öffnungskontur 26. Eine entsprechende Öffnungskontur
kann auch am ersten Schieberkolben 10 ausgebildet sein.
Die Öffnungskontur gemäß 4
ist schlitzförmig ausgebildet. Hierdurch wird es ermöglicht, über
einen vergrößerten Weg des Linearschiebers 8 nur kleinste Strömungsquerschnitte
freizugeben. Eine feinfühligere Dosierung des Hydraulikfluidvolumenstroms lässt
sich durch die schlitzförmig konfigurierte Öffnungskontur 26
erzielen.
Um eine einfachere Fertigung der Öffnungskontur zu ermöglichen,
kann diese auch wie in 5 dargestellt ausgeführt
sein. Um die erhöhte Drosselwirkung, wie sie gemäß der Öffnungskontur
26 in 4 durch die Schlitzform erzielt wird,
zu erreichen, wird die erhöhte Drosselwirkung an der Feinsteuerfläche
18 mit der Öffnungskontur 26 gemäß 5
dadurch erzielt, dass die Tiefe der Feinsteuerfläche 18 von der Steuerkante
25 aus gesehen abnimmt. Dies ist in Seitenansicht exemplarisch in
6 dargestellt. Eine derartige Öffnungskontur
26, wie sie in den 5 und 6
dargestellt ist, lässt sich zum Beispiel einfach durch einen schräg angesetzten
Fräser 27 erzielen. Anstelle des Fräsers 27 lässt
sich die Öffnungskontur 26 natürlich auch über andere, dem
Fachmann bekannte Fertigungsverfahren herstellen. Geeignet sind zum Beispiel auch
Schleifer oder Laser.
Anstelle der Öffnungskante am ersten Schieberkolben
10 oder zweiten Schieberkolben 11 ist es selbstverständlich
auch möglich, die Öffnungskontur 26 und damit die Feinsteuerfläche
18 an der Steuerkante am Gehäuse zu realisieren. In diesem Fall ist
es zum Beispiel möglich, die Steuerkante bei gegossenem Gehäuse beim Guss
mit auszubilden. Die Gestaltung der Kontur kann beliebig an die Anforderungen der
Anwendung angepasst werden und ist nicht auf die in den 4
bis 6 dargestellte Ausführung beschränkt.
Um das Drucksteuerventil an zum Beispiel geänderte Volumenstrombereiche verschiedene
Zielsysteme anzupassen, ist es lediglich erforderlich, die Öffnungskontur zu
verändern.
Ein geeigneter Antrieb für den Linearschieber 8 ist
insbesondere ein Schrittmotor, da dieser störunempfindlich ist. Aufgrund der
digitalen, schrittweisen Verstellung stellt er nur geringe Anforderungen an die
Fertigungsgenauigkeit. Auch die elektronische Ansteuerung kann einfach, ohne aufwendige
Positionserfassung und Regelelektronik realisiert werden. Durch die definierte,
schrittweise Verstellung ist auch die synchrone Verstellung der öffnenden und
schließenden Kupplung sichergestellt.
Zur Verstellung des Linearschiebers 8 sind grundsätzlich
zwei Antriebskonzepte sinnvoll. Hierbei handelt es sich zum einen Linear-Schrittmotor,
zum anderen um einen Rotations-Schrittmotor.
Bei einem Linear-Schrittmotor werden die Spulen des Stators und die
Magnete des Rotors Linear angeordnet und die Rotormagnete werden direkt auf den
Linearschieber 8 montiert. Hierdurch kann eine spiel- und hysteresefreie
Ventilverstellung sichergestellt werden. Außerdem ergibt sich ein sehr einfacher,
robuster Gesamtaufbau des Ventils, welches aus dem Linearschieber 8 mit
Magneten als einzigem bewegten Teil und das Gehäuse mit darin integrierter
Spule umfasst.
Beim Antrieb als Rotations-Schrittmotor sind verschiedene Ausführungen
sinnvoll. Eine geeignete Ausführung ist der Schrittmotor-Spindelantrieb, wie
er in 1 dargestellt ist. Dieser Antrieb ist jedoch
nicht geeignet, wenn das Drucksteuerventil eine Vorrichtung zur Rückstellung
in eine Notlaufposition, wie sie in 3 dargestellt ist,
aufweist, da der Schrittmotor-Spindelantrieb eine deutliche Selbsthemmung aufweist.
Eine weitere Variante, mit der der Linearschieber 8 durch
einen Rotations-Schrittmotor angetrieben werden kann, ist in 7
dargestellt. Hierbei erfolgt der Antrieb über einen Kurbelzapfenantrieb
28. Beim Kurbelzapfenantrieb 28 ist die Rotorwelle 5
des Schrittmotors mit einem Kurbelzapfen 29 versehen. Der Kurbelzapfen
29 läuft in einer Nut 30 am Linearschieber 8.
Mit dem Kurbelzapfenantrieb 28 lässt sich die Positionierschrittweite
des Linearschiebers 8 auch drehwinkelabhängig verändern, zum
Beispiel um die Ventilkennlinie zu linearisieren. Dies wird zum Beispiel dadurch
erreicht, indem die Nut 30 nicht wie in 7
dargestellt gerade ausgeführt wird sondern gebogen. Anstatt der Zwangsführung
mit Kurbelzapfen 29 in der Nut 30 kann auch ein Nocken auf der
Rotorwelle 5 vorgesehen werden, der ein entsprechendes Steigungsprofil
aufweist, mit dem die gewünschte Linearisierung erzielt wird.
Eine weitere Ausführungsform, bei der der Antrieb 19
als Rotations-Schrittmotor ausgeführt ist, ist in 8
dargestellt.
Hierbei handelt es sich um einen Schrägscheibenantrieb
31. Hierzu ist eine Schrägscheibe 32 mit dem Rotationsschrittmotor
33 verbunden. Um eine Verstellung des Linearschiebers 8 zu erzielen,
ist der Linearschieber 8 exzentrisch gegen die Schrägscheibe
32 gestellt. Zur Verringerung des Verschleißes ist das der Schrägscheibe
32 zuweisende Ende des Linearschiebers 8 konisch ausgeführt.
Der Konus ist mit Bezugszeichen 34 bezeichnet. Die Spitze des Konus
34 ist vorzugsweise rund ausgeführt. Hierdurch wird
ein leichteres Verschieben auf der Schrägscheibe 32 erreicht. Über
das Federelement 20, welches als Druckfeder ausgebildet ist und auf den
zweiten Schieberkolben 11 wirkt, wird sichergestellt, dass der Linearschieber
immer an der Schrägscheibe 32 anliegt. Die Ausführungsform, bei
der der Antrieb als Schrägscheibenantrieb 31 ausgebildet ist, wird
vorzugsweise dann gewählt, wenn Motorachse und Schieberachse gleich orientiert
sein sollen. Dadurch dass zum Betrieb des Drucksteuerventils 1 mit Schrägscheibenantrieb
31 das Federelement 20 vorgesehen ist, welches den Linearschieber
8 gegen die Schrägscheibe 32 presst, eignet sich dieses Antriebskonzept
insbesondere für Anwendungen, bei denen eine mechanische Notlaufrückstellung
des Linearschiebers 8 vorgesehen ist.